Paradiesisches Leben

Sonnige Grüße aus dem nordhessischen Mittelgebirge … ich ernähre mich hier derzeit von Kirschen (frisch vom Baum), Beeren und Wildkräutern. Abends dann noch Gemüsefrüchte bzw Gemüse, Kichererbsen oder Sonnenblumenkerne für die Tochter.

Gestern sah das zum Beispiel so aus: gefrühstückt habe ich im Kirschbaum (Früchte und ein paar Blätter), die Tochter an den Beerensträuchern (Himbeeren, schwarze und weiße Johannisbeeren). Nach dem Pflücken noch Brennesseln und Borretsch. Mittags gab es Eis (Kirsch-Banane). Später habe ich wieder Kirschen gegessen, zusammen mit Beinwell, Löwenzahn und Giersch. Die Tochter hatte Möhren und eine Scheibe Olivenknäcke von Vitakeim. Abends gab es für mich Zucchini, eine Handvoll Datteln und noch etwas Beinwell und Löwenzahn, für die Tochter gekeimte Kichererbsen, Möhren und Algen (sie hat alles kleingeschnitten & als Suppe/Eintopf mit etwas Wasser in ein Schälchen gegeben).

Kirschen, frisch gepflückt

Kirschen, frisch gepflückt

Bunte Beerenmischung - auch die Blätter dazu sind essbar!

Bunte Beerenmischung – auch die Blätter dazu sind essbar!

Endlich wieder Beinwell - njam!

Endlich wieder Beinwell – njam!

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Rohkost ohne Mangel

Kennst du das Geheimnis, wie du dich mit einer veganen rohköstlichen Ernährung dauerhaft gut ernährt & zufrieden fühlst? Ohne Erschöpfung, ohne das Gefühl, dass dir etwas fehlt? Ohne Jieper nach Kochkost, nach Junkfood?

Eigentlich ist es ganz einfach: du brauchst nichts weiter als eine gut ausbalancierte Ernährung aus dem kompletten Angebot der Natur. Dazu gehören Früchte, Grünzeug, Gemüse, Kerne & Samen. In genau der Zusammensetzung, die du brauchst. In ausreichender Menge für deinen Bedarf.

Die Basis bilden Früchte und Grünzeug! Ausreichend Früchte, frische, reife! Sie liefern dir Vitalstoffe, Wasser und vor allem Kohlehydrate (Zucker) = Energie! Genug Grünzeug, am besten Wildkräuter, um dich mit Mineralien zu versorgen. Unser Gehirn sendet erst dann die Rückmeldung „satt“, wenn der Körper alle Mineralien hat, die er braucht. So entsteht, sowohl beim Früchteessen als auch bei Junkfood, die Situation, immer noch weiteressen zu wollen, weil noch etwas fehlt, obwohl der Bauch längst voll ist.

Isst du zuwenig Früchte oder Grünzeug, fühlst du dich nicht satt, bist vielleicht erschöpft, schlapp, ausgelaugt – weil es dir schlicht an Energie oder an Mineralien mangelt! Dein Körper, der sich an die Energie- und Mineralienquellen aus Kochkostzeiten erinnert, verlangt dann vielleicht nach den von früher bekannten Speisen – tatsächlich braucht er aber nicht Pasta, Pommes oder Schnitzel, sondern Nährstoffe! Gib ihm, was er braucht – in roher, natürlicher Form!

Gemüse sind ebenfalls Mineralienlieferanten, Kerne & Samen enthalten in erster Linie Protein & Fett – in welchen Mengen du davon gerade brauchst, musst du selber herausfinden.

Ich selbst fühle mich am besten mit Früchten & Grünzeug, ohne oder mit wenig extra Fetten (aus Fettfrüchten, Kernen, Samen). Gemüsefrüchte wie Zucchini gehören unbedingt auch dazu, Nachtschattengewächse wie Tomaten nur hin & wieder, Wurzelgemüse selten. Am besten geht es mir ohne verarbeitete Nahrungsmittel, mit einer frischen, wenig gemischten Ernährung.

Kalorienzählen und das Beachten einer Mindestkalorienaufnahme, wie es bei 30-Bananas-a-Day propagiert wird, empfehle ich genausowenig wie das Berechnen der in deiner Nahrung enthaltenen Vitalstoffe. Der Schlüssel zu einer ausgewogenen Rohkosternährung liegt im Erkennen deines eigenen Bedarfs. Höre auf die Signale deines Körpers und biete ihm eine möglichst gute Auswahl an Früchten, grünen Blättern, Gemüsen, Kernen & Samen – dann wird er dir zeigen, was du brauchst. Gib dir Zeit dafür … vermutlich hast du seit deiner Kindheit viele Jahre lang verlernt, auf deinen Körper zu hören; der Weg zurück könnte also auch ein bisschen dauern. Selbst wenn verarbeitete Rohkostprodukte weniger schädlich sein mögen als so manches an Junkfood, stören sie diesen Prozess, das Wiederfinden deiner Instinkte, doch trotzdem. Besser, du verzichtest darauf!

Nochmal zusammengefasst meine Empfehlungen:

  • eine natürliche, roh-vegane, frische Ernährung
  • Süße Früchte, Gemüsefrüchte und Grünzeug! Wildkräuter!!!
  • Gemüse, Kerne, Samen optional, nach Geschmack/Bedarf
  • nicht zuviel Fett
  • wenig mischen, süße Früchte am besten mono essen, ansonsten auf verträgliche Kombinationen achten
  • keine Fertigprodukte, auch keine Öle, kein Salz
  • höre auf deinen Instinkt

Gerade in der Anfangszeit mit Rohkost fällt es oft schwer, mit ungemischten, einfachen Mahlzeiten auch geschmacklich zufrieden zu werden. Eine Handvoll einfacher Lieblingsrezepte, auf die du im Bedarfsfall zugreifen kannst, können da sehr hilfreich sein. Einfache, salzfreie, fettarme Rezepte, sowohl süße als auch herzhafte, findest du in meinem eBook „Herzhaftes & Süßes. Ganz einfach.“ Zur Bestellung geht’s hier.

Unwiderstehlich

Wusstest du schon, dass ein Apfel und ein von Mama geschnittener Apfel zwei grundverschiedene Produkte sind? Ein liebevoll angerichteter Teller mit geschnittenem Obst oder Gemüse wirkt häufig viel überzeugender als der Verweis auf die zur Selbstbedienung einladende Obstschale auf dem Tisch. Wobei letztere natürlich die absolute Grundlage für eine Familienernährung mit viel Rohkost ist. Ein bisschen Extra-Aufwand für deine Lieben (oder für dich, auch deine Augen essen ja mit 🙂 ) schadet jedoch nicht & gestaltet eine Rohkost (oder rohkostreiche) Ernährung gleich noch viel überzeugender.

Vielleicht käme dieser Früchte-Wildkräuter-Teller auch bei dir zuhause gut an?

Papaya-Würfel und -Schmetterlinge mit Platterbsen

Papaya-Würfel und -Schmetterlinge mit Platterbsen

Hier blühen die Platterbsen jetzt, in Deutschland musst du vielleicht noch ein paar Wochen warten. Sie schmecken köstlich, mild und sahnig – sehr geeignet auch für Kinder! Außerdem eignen sich die wunderschön leuchtenden Blüten perfekt zum Dekorieren. Wer sie noch nicht kennt: so sehen sie aus:

Platterbsen - essbar sind Blüten, Blätter, Schoten, Stengel.

Platterbsen – essbar sind Blüten, Blätter, Schoten, Stengel.

Nährende Sonne, essbares Sonnenlicht

Momentan erleben wir die dunkelste Zeit des Jahres; die Sonne zeigt sich nur kurz (wenn überhaupt) und vielen von uns wird durch ihr Fehlen bewusst, wie sehr wir das Sonnenlicht auf unserer Haut brauchen, um uns wohlzufühlen, körperlich und seelisch. Nicht zufällig erleben wir hier auf den Inseln zur Zeit die touristische Hauptsaison, mit Unmengen von Besuchern aus den kalten, dunklen Ländern Nordeuropas, die hierherkommen, um Sonne & Wärme zu tanken. Mir ist im Laufe des vergangenen, für mich sehr sonnenreichen Jahres, noch einmal mehr aufgefallen, wie nährend und heilsam die Sonne ist. Monatelang täglich in der Sonne zu leben, Sonne auf der Haut zu spüren, hat mir unglaublich gut getan & meinen Bedarf an fester Nahrung erkennbar sinken lassen.

Sonnenlicht nährt uns & kann uns heilen. Bei einem ausgiebigen Sonnenbad werden Giftstoffe aus der Haut herausgezogen; außerdem werden die Durchblutung und Sauerstoffversorgung der Haut verbessert, wodurch Verletzungen & Ausschläge besser heilen können. Bei Sonnenstrahlung auf der Haut bildet der Körper Vitamin D, das Immunsystem wird gestärkt & der Blutzuckerspiegel gesenkt. Bei einer Ernährung mit überwiegend süßen Früchten ist das Sonnenlicht notwendig zur besseren Verarbeitung des Zuckers. Die Sonne stärkt aber unsere Verdauungsenergie & kann durch ihre „Hitze“ die „kalte“ Rohkost ausgleichen. Die Schattenseite der monatelangen Hitze und Trockenheit, das Fehlen von frischen Wildkräutern, fällt dabei, wie ich bemerkt habe, nicht so sehr ins Gewicht, denn durch die viele Sonne brauchen wir weitaus weniger Grünzeug als gewohnt.

Ahnst du schon, warum ich dir ausgerechnet jetzt, wenige Wochen vor der Wintersonnenwende, etwas über die Vorzüge der Sonne erzähle? Nein, nicht um dich neidisch zu machen. Sondern, weil dieser Ausgleich – Sonne und Grünzeug – auch in die andere Richtung funktioniert. Chlorophyll, der Pflanzenfarbstoff, der den Blättern ihre grüne Farbe gibt, ist in der Zusammensetzung fast identisch mit unserem roten Blutfarbstoff, dem Hämoglobin. Es wirkt somit direkt blutbildend, hilft bei Entgiftung & Regeneration, unterstützt die Wundheilung & die Verdauung. Essbares Sonnenlicht. Energie pur. Mit all den Nährstoffen, die unser Körper benötigt: unter anderem die Vitamine A, C, K, B6, Folsäure. Auch B12, wenn wir die grünen Blätter ungewaschen verzehren. Calcium, Kalium, Magnesium und so weiter liefert uns das Grünzeug auch, & jede Menge sog. sekundäre Pflanzenstoffe.

Wildkräuter sind das absolute „Superfood“: sie enthalten weitaus mehr Vitalstoffe als jede Kulturpflanze. Und genau deshalb sind gerade in Deutschland und ähnlichen Klimazonen die Wildkräuter so unglaublich wichtig als Bestandteil einer funktionierenden, befriedigenden Rohkosternährung! Lass dir nicht einreden, du müsstest klimabedingt etwa auf tierische Produkte wie Eier oder Milch ausweichen – nutze, was die Natur dir in Hülle und Fülle anbietet und du bist bestens versorgt! Du findest Wildkräuter in Deutschland nahezu rund ums Jahr. Bei wirklich starkem Schneefall und Frost suche nach Brombeerblättern – geschmacklich ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber mit all den oben genannten Vorzügen sehr hilfreich, um über den Winter zu kommen. Auch wenn Kulturgrün im Vergleich wahrhaft blass aussieht: besser als gar kein Grünzeug ist es allemal. Wähle möglichst dunkelgrüne Blattgemüse wie Spinat, Mangold, Petersilie, Grünkohl – reich an Chlorophyll liefern sie dir deine tägliche Portion Sonnenlicht „von innen“. Je mehr davon du außerdem von außen tanken kannst, um so besser! Denn ab und an scheint die Sonne ja auch im November/Dezember 🙂

Iss dich satt! Früchte sind Grundnahrung!

Eine liebe Freundin schrieb mir kürzlich über ihre Erfahrungen auf ihrem langjährigen, kurvenreichen Weg zur Rohkost und bestätigte dabei, was auch hier schon des Öfteren zu lesen war: einer der wichtigsten Aspekte für eine dauerhaft funktionierende rohköstliche Ernährung ist es, genug zu essen. Genug von dem, was der Körper braucht. Zucker (Kohlehydrate) als Treibstoff & Mineralstoffe. Früchte & Grünzeug also. Nahrhafte, unbehandelte, möglichst frische, reife Früchte. Dazu nach Bedarf Grünes, insbesondere Wildkräuter … wobei du meiner Erfahrung nach umso mehr Grünes brauchst, je weiter du von einer regionalen Früchteversorgung entfernt bist. Je länger die Ernte der Nahrung her ist & je unreifer sie aufgrund langer Transportwege geerntet wurde (& auch, je überzüchteter die Sorten sind), desto ärmer an Vitalstoffen ist sie. Das schmeckst du & du spürst es – irgendetwas scheint zu fehlen, egal wie viele Früchte du isst. Grünzeug, ganz besonders die extrem vitalstoffreichen Wildkräuter, helfen beim Ausgleich.

Grundnahrungsmittel Bananen



Iss dich satt mit Früchten! Früchte sind kein Nachtisch, kein Extra, kein zu rationierender Luxus. Sondern deine Grundnahrung! Kohlehydrate machen nicht dick. Auch wenn dein Bauch direkt nach einer sättigenden Früchtemahlzeit rund ist – nach wenigen Stunden sind die Früchte verdaut, sie werden nicht in Form von Fettdepots gespeichert, und dein Bauch ist bald wieder schön flach.

Das funktioniert erwiesenermaßen auch in Deutschland … ich empfinde es als wesentlich einfacher im warmen Teneriffa, jedoch hat diese Ernährung bei mir auch vorher schon 5 Jahre lang in Deutschland funktioniert. Den größten Teil des Jahres brauchte ich dort zwar importierte Früchte; das regionale Angebot reichte tatsächlich nur im Sommer & Frühherbst aus … aber das heisst nicht, dass vegane, früchtebasierte Rohkost in Deutschland nur für Menschen machbar ist, die sich wöchentlich bei Orkos & Co eindecken können! Bananen & Datteln findest du immer & überall; andere Früchte lassen sich, ggfs im Zusammenschluss mit anderen, oftmals günstig im Großhandel oder über kistenweise Bestellungen beim Einzelhändler deiner Wahl beschaffen. Den Verlust an Mineralstoffen durch die längeren Transportwege kannst du mit den in Deutschland nahezu ganzjährig im Überfluss wachsenden Wildkräutern kostenlos decken!

Anstelle von ausreichend kohlehydratreichen Früchten auf größere Mengen an Fettfrüchten & Kernen auszuweichen, funktioniert meiner Erfahrung nach nicht & führt bei vielen zu sogenannten „Rückfällen“ zu Brot, Pasta, Pizza … der Körper verlangt nach Kohlehydraten! Also gib sie ihm. Aus Früchten. Täglich & in ausreichender Menge. Und falls dir Früchte noch immer wie Luxus vorkommen – dann gönn dir diesen Luxus! Täglich! Weil du es dir wert bist 😉

Satt werden wir, wenn unser Körper ausreichend genährt ist. Mit Kohlehydraten & Mineralstoffen. Und nur wenn du satt & zufrieden bist, dich also wohlgenährt fühlst, wirst du eine Ernährungsweise beibehalten können. So einfach ist das:-)

Iss was dir schmeckt!

Die Natur hat es so eingerichtet, dass alles Grundlegende, was unserem Überleben & dem Arterhalt dient, uns Vergnügen bereitet – ein Kind zeugen, ein Baby stillen … auch Essen sollte immer eine angenehme, vergnügliche Erfahrung sein! Niemand sollte etwas essen müssen, was ihr/ihm nicht schmeckt.

Die Natur ist 100% verlässlich & vertrauenswürdig. Unser Geschmackssinn ist ein Wächter unseres Körpers, den du niemals ignorieren solltest. Wenn dir etwas nicht schmeckt, will dein Körper es nicht haben & du solltest darauf hören. (Achtung, der verlässliche Umkehrschluss gilt nur für absolut natürliche, naturbelassene Nahrung & ist schon bei verarbeiteten rohen Nahrungsmitteln mit Vorsicht zu genießen!!!). Es macht jedoch durchaus Sinn, Dinge (wie z. B. Grünzeug) in Abständen mal wieder zu probieren, denn der Bedarf deines Körpers ändert sich immer wieder.

Zu hören, was andere essen & für sich selbst als richtig & wichtig erkannt haben, kann Denkanstöße liefern, hat aber nichts mit deinem eigenen Bedarf zu tun. Wenn dir Bananen nicht schmecken, warum solltest du sie essen? Wenn dir Löwenzahn nicht schmeckt, lass ihn stehen.

Ich habe lange geglaubt, wir müssten unbedingt & immer viel Grünzeug, viele Wildkräuter, essen um gesund zu bleiben – denn mein Körper hat seit Jahren sehr danach verlangt. Deswegen habe ich sie auch der Tochter, teilweise versteckt, in ihr Essen gemixt. Das hat gut funktioniert – solange sie das Grünzeug tatsächlich brauchte. Denn auch, wenn z. B. in einer Schoko-Bananencreme die Brennessel nicht mehr zu sehen ist, so ist sie schon zu schmecken. Zumindest für den feinen Geschmackssinn einer langjährigen (in diesem Fall sogar lebenslangen) Rohköstlerin. Hat sie gerade keinen Bedarf, dann mag sie auch die „grünen“ Cremes & Smoothies nicht. Hat sie welchen, isst sie die Wildkräuter ebensogern pur! Und ich bin sicher, solange sie bei der natürlichen Ernährung bleibt, wird ihr Körper ihr, ein entsprechendes Angebot vorausgesetzt, immer signalisieren, was sie braucht um im Gleichgewicht zu bleiben.

Ich halte Wildkräuter als Bestandteil einer vitalstoffbedarfsdeckenden Ernährung nach wie vor für wichtig … in dem Maße, wie jedeR sie halt gerade braucht. In Deutschland habe ich wirklich rund ums Jahr riesige Mengen an Wildkräutern gegessen. Im Freundeskreis wurde ich mitunter schon mit einem Gorilla verglichen, weil ich bei Aufenthalten draußen im Grünen tatsächlich die ganze Zeit grüne Blätter gepflückt & gegessen habe. Momentan ist das ganz anders, & es liegt nicht nur am viel geringeren Angebot hier. Ich habe auch viel weniger Appetit auf Wildkräuter; offenbar ist mein Bedarf momentan geringer. Möglicherweise aufgrund der besseren Versorgung mit Sonne & Früchten. Gerade denen unter euch, bei denen Wildkräuter noch nicht selbstverständlich zum Speiseplan gehören (in welchem Ausmaß auch immer), möchte ich dennoch ans Herz legen, nicht nur nach dem Augenschein zu entscheiden, sondern, wie oben schon gesagt, immer mal wieder zu probieren.

Nutze alle deine Sinne für die Nahrungsauswahl – & verlass dich besser auf deinen Geschmackssinn als auf irgendwelche Tabellen & Vorschriften. Selbst mit all den modernen „wissenschaftlichen“ Erkenntnissen gibt es keinen Ersatz für das uns von der Natur gegebene System zur Nahrungsauswahl. Erlaube deinen Geschmacksknospen, ihre faszinierende Aufgabe zu erfüllen, und wenn sie sagen „Nein, danke“, höre auf sie!

Viele Früchte, wenig Fett, mono … plus GRÜN

Ein paar Tipps, wie vegane Rohkost für mich gut funktioniert!

  • Genug essen! Ich empfehle nicht, die Kalorien zu zählen, aber iss so viel, dass du richtig satt bist. Iss, wenn du Hunger hast. Wenn du Gelüste auf Gekochtes oder auf fettige Gourmet-Rohkost bekommst, hast du entweder zu wenig Früchte gegessen – oder zu wenig Grünzeug!
  • Esse so oft wie möglich mono – damit kommt dein Verdauungssystem am besten klar.
  • Wenn du kombinierst, achte auf günstige Kombinationen. Zuckerhaltige Früchte nicht mit Fett kombinieren.
  • Iss reife Früchte – unreife Früchte sind schwerer verdaulich, schlechter bekömmlich.
  • Sorge dafür, dass du immer genug reife Früchte im Haus hast!
  • Trink Wasser, falls nötig. Früchte enthalten viel Wasser & wir nehmen außerdem viel über die Haut auf, aber Schwitzen bei körperlicher Anstrengung, Heizungs-/Klimaanlagen-Luft und einiges mehr kann dennoch zu einem zusätzlichen Wasserbedarf führen.
  • Sorge dafür, dass du genug Zucker (aus Früchten!), Wasser, Sonne & Schlaf bekommst – spätestens dann, wenn du dich emotional angeschlagen fühlst.
  • Iss wenig Fett! Fett ist notwendig, aber nicht die geeignete Wahl, um sich damit satt zu essen. Eine halbe Avocado oder eine Handvoll Nüsse pro Tag (im Schnitt) sind ein guter Anhaltspunkt!
  • Iss täglich dunkelgrüne Blätter, am besten Wildkräuter!
  • Gemüsefrüchte (Tomaten, Zucchini, Gurken, Paprika …) sind leichter verdaulich als stärkehaltige Wurzelgemüse.
  • Iss morgens wasserhaltige Früchte (Melonen, Orangen, Papayas …) & gehe im Laufe des Tages zu gehaltvolleren Früchten (Bananen, Mangos, Datteln, …) über. Abends Grünes, Gemüse(früchte) & evtl. Fettfrüchte (in kleinen Mengen).
  • Vergiss nicht: du isst um zu leben – nicht umgekehrt.

Immer reife Bananen im Haus - & du hast nie Hunger!

Das Gleichgewicht bewahren

Immer wieder sind unterschiedliche Meinungen zur Rohkostgestaltung zu lesen & zu hören. Gerade beim Thema Früchte scheiden sich die Geister: viele Früchte oder besser nur wenige, gar keine? Schadet der viele Fruchtzucker? Ist in den Früchten alles drin oder mangelt es uns an Mineralien, wenn wir überwiegend Früchte essen? Bringen sie den Blutzuckerspiegel aus dem Gleichgewicht oder nicht? Sicher basieren die verschiedenen Meinungen auf unterschiedlichen Erfahrungen auf der Suche nach dem „richtigen“ Weg. Leben bedeutet Veränderung & je nach Lebenslage entwickelt sich gewiss der individuelle Bedarf. Auch nicht zu vernachlässigen ist dabei das jeweils vorhandene Angebot an Früchten und anderen Nahrungsmitteln. Was euch auf Dauer gut tut, findet ihr nur selbst heraus – indem ihr es ausprobiert, auf euren Körper & euer Wohlbefinden achtet & so den für euch richtigen Weg findet.

Meiner Erfahrung nach schwierig ist es, sich überwiegend von sehr gezüchteten Früchten ohne geeigneten Ausgleich zu ernähren. Abgesehen davon, dass sie aufgrund der Züchtung krankheitsanfällig sind & dementsprechend viel behandelt werden müssen (Beispiel: helle Weintrauben), enthalten sie tatsächlich übermässig viel Fruchtzucker & kaum noch Mineralien. Was den Effekt hat, dass man davon kaum satt wird, endlos weiteressen kann, ohne dass ein Zufriedenheitsgefühl oder gar eine Sperre eintreten. Der Blutzuckerspiegel lässt sich damit kaum stabil halten & es kommt nach einiger Zeit zu Beschwerden wie Abmagerung, Karies, Pilzen, Unzufriedenheit. Zu diesen nicht so empfehlenswerten Früchten gehören zum Beispiel Melonen, helle Trauben, die üblicherweise im Handel angebotenen Bananen, Orangen, Äpfel, Mangos.

Viel besser sind wilde Früchte. Von der Natur hervorgebrachte, die auch ohne menschliche Betreuung weiterwachsen. Wild sammeln könnt ihr zum Beispiel diverse Beeren (Brombeeren, Weissdorn, Himbeeren), Eibenfrüchte, Kornelkirschen, Felsenbirnen und mehr. Im Handel oder über Versender erhältlich sind unter anderem Kaktusfeigen, Feigen, wilde Mangos, Gemüsebananen, Tamarillos, Zitronen, grüne Kiwis, Sapoten, Wilddurian und mehr. Auch Ananas & Beeren, wobei es dabei ebenfalls gezüchtete Arten gibt. Gut zu erkennen ist die Bekömmlichkeit am Eintreten einer Sperre nach ausreichender Aufnahme der jeweiligen Frucht. Also deutlichen Zeichen des Körpers, wenn er genug hat. Das kann ein Brennen im Mund sein, die Nase beginnt zu laufen, die Frucht schmeckt plötzlich nicht mehr gut oder gar unangenehm. Bei Ananas hat das vermutlich jedeR schon einmal erlebt. Auch Feigen und grüne Kiwis haben noch eine recht klare Sperre. (was natürlich nur zuverlässig funktioniert, wenn die Früchte mono & ganz gegessen werden; nicht gemischt oder gar zum Smoothie oder ähnlichem verarbeitet).

Was nun aber, wenn wilde Früchte nicht zur Verfügung stehen? Gemüse sind praktisch alle gezüchtet; zwar haben sie gegenüber den gezüchteten Früchten immerhin den Vorteil, dass sie nicht so süß sind, dafür sind sie für manchen teilweise schwer verdaulich. Gut bekömmlich sind in der Regel die Gemüsefrüchte wie Tomaten, Paprika, Gurke. Einen guten Ausgleich zu gezüchteten Früchten bieten zum Einen die Fettfrüchte (Oliven, wilde Avocados, Kokosnüsse, Mandeln, Macadamia, Sonnenblumenkerne, Safus usw) & natürlich Grünzeug! Allem voran die Wildkräuter, die täglich und am besten zu jeder (insbesondere Frucht-)Mahlzeit gegessen werden sollten! Ersatzweise gehen auch mal dunkelgrüne Blattgemüse & Kräuter.

Genießt das reichhaltige Angebot in Deutschland – noch gibt es Wildkräuter, & falls ihr demnächst, im Winter, keine mehr findet: esst Spinat, Postelein, Feldsalat, Petersilie, Grünkohl, andere Wildsalate. Nicht zu vergessen die Brombeerblätter, die es den gesamten Winter über gibt & die auch unter dem Schnee noch gut zu finden sein werden … mich haben sie hier, wie schon erwähnt, über den Sommer gerettet & ich freue mich jetzt über die langsam wieder sprießenden Wildkräuter. Wilden Fenchel, Malve, winzige Brennesseln und Breitwegerich habe ich heute gefunden *freu*. Was wächst in Deutschland jetzt noch?

Auch wenn ich es in mehrfacher Hinsicht für sinnvoller halte, Früchte & Grünes pur, ganz, ungemischt, mono zu essen, will ich euch nicht unbedingt von Smoothies abraten. Besser als nur gezüchtete Früchte sind auf jeden Fall Smoothies aus diesen Früchten mit Grünzeug. Oder auch aus Gemüse & Grünzeug. Gerade bei den winterlichen Brombeerblättern mit ihrer doch gewöhnungsbedürftigen Konsistenz fällt das Essen vielen schwer. Im Gegensatz zu Säften, die nur ein Extrakt & damit zwar den Zucker, nicht aber die Ballaststoffe aus den Zutaten enthalten, ist in den Smoothies noch alles drin! Verwendet aber nur Wildkräuter, die ihr kennt & die ihr zumindestens in kleiner Menge auch pur essen könnt. Und am besten nur möglichst wenige Zutaten, insbesondere nur eine Fruchtsorte zur Zeit, verwenden.

Grün grün grün

Es wird wieder grüner auf unseren Tellern: Borretsch im Bioladen (ja, ich habe ALLES aufgekauft! & es hat nicht lange gehalten 🙂 ), Löwenzahn & Spinat auf dem Bauernmarkt, Brombeerblätter beim Wandern oberhalb der Caldera – gemeinsames Futtern dort mit 3 begeisterten Kindern, die Tochter hat’s vorgemacht, die anderen beiden haben sich gefreut: „Das kann man essen?! Oh lecker, das will ich jetzt immer haben!“ (Yepp, ich auch! 🙂 )

Das dunkle Grün ist es, was wir so sehr brauchen. Chlorophyll, der grüne Pflanzenfarbstoff, in der Zusammensetzung fast identisch mit unserem roten Blutfarbstoff, dem Hämoglobin. Es hilft beim Aufbau neuer Blutzellen, hilft bei Entgiftung & Regeneration, unterstützt die Wundheilung & die Verdauung. Essbares Sonnenlicht. Energie pur. Mit all den Nährstoffen, die unser Körper benötigt: unter anderem die Vitamine A, C, K, B6, Folsäure. Auch B12, wenn wir die grünen Blätter ungewaschen verzehren, es darf auch gern mal ein bisschen Erde dranhängen (welches Lebewesen außer dem Menschen käme bitteschön auf die Idee, sein Essen vor dem Verzehr zu waschen?!?) Calcium, Kalium, Magnesium und so weiter liefert uns das Grünzeug auch, & jede Menge sog. sekundäre Pflanzenstoffe.

Also los, worauf wartet ihr? Bringt mehr Grün in euer Leben! Je dunkler, desto besser (ja, genau, Eisbergsalat schmeckt nach nix, weil nix drin steckt!) Spinat, Grünkohl, Petersilie, Feldsalat, Postelein und so weiter – und vor allem die Wildkräuter!

Wem das eigene Wahrnehmen dieser phantastischen Nahrung noch nicht reicht, möchte vielleicht mal hier weiterlesen: Warum grüne Pflanzen Krebs heilen können.

So sah gestern unser Speiseplan aus:

Entdeckungen

Wildkräuter – wie sehr sie mir fehlen! Ich möchte das Klima hier definitiv nicht mehr gegen das kalte Wetter in Deutschland eintauschen, aber was das wilde Grünzeugs betrifft, ist Deutschland wahrhaftig paradiesisch! Letztes Jahr um diese Zeit habe ich alle paar Tage tütenweise Beinwell, Borretsch, Giersch, Löwenzahn und vieles mehr nach Hause getragen. Und natürlich gegessen … was für eine Energie! Hier freue ich mich, wenn ich gelegentlich eine Handvoll wilden Fenchel oder ein paar Malvenblätter finde. Nun, hier hilft die Sonne, und die Tatsache, dass ich nicht soviel Energie brauche, um mich warm zu halten … mein Energielevel ist jedenfalls nach wie vor hoch. Obwohl die Wildkräuter noch immer karg sind, fast alles verdorrt, und das, was sich hält – Melde, Brombeerblätter – von aufräumwütigen Mitmenschen ausgerissen & abgeschnitten wird.

Gestern habe ich aber auf meiner Suche ein paar tolle Entdeckungen gemacht: ein Stück den Berg hoch stehen etliche Maronenbäume, Edelkastanien. Die reichlich Früchte tragen … es wird noch eine Weile dauern, bis die reif sind, aber ich freu mich schon drauf! Weiss zufällig jemand, ob die Blätter auch essbar sind? Vielleicht probiere ich sie nächstesmal einfach.

Was ich gestern, zum zweiten Mal, wieder ausprobiert habe, sind die Opuntien, die Kakteen. Die, an denen auch die Kaktusfeigen wachsen. Ich hatte im Frühjahr schon einmal ein Stückchen von einem Opuntienblatt probiert, das aber so unlecker gefunden, dass ich es gleich wieder ausgespuckt habe. Offenbar habe ich jetzt Bedarf daran entwickelt – jedenfalls fand ich es gestern ganz lecker. Geschält natürlich, um die Stacheln zu entfernen. Leicht säuerlich schmeckt das innere, erfrischend. Heute morgen habe ich es in einem Smoothie mit Melone vermixt, köstlich!

Ein Blatt von einem Feigenkaktus.

Laut Wikipedia, wenngleich nur im Zusammenhang mit der Nutzung als Futtermittel für Schafe und Ziegen erwähnt, haben Opuntien einen hohen Nährwert und sind reich an Wasser, Vitaminen, Kohlehydraten und Kalzium. Klingt ja schon mal nicht schlecht, oder?