Goldene Milch. Oder: Durch den Herbst balancieren

Es ist Herbst. Die Bäume tragen ihre buntesten Blätter … und lassen sie eins nach dem anderen los. Sie wissen, dass sie nur wachsen können, wenn sie sich ausruhen.

Alljährlich im Herbst finde ich zurück zum Ayurveda, zu Gewürzen – und zur köstlichen Goldenen Milch, Kurkuma-Milch. Rezepte dafür gibt es viele, vegane, nicht-vegane – ich verrate dir hier heute meines. Roh & vegan. Doch zuvor – ein paar Gedanken zum Herbst, und warum gerade diese Jahreszeit so stark an meinem (& vielleicht auch an deinem) Gleichgewicht ruckelt.

Während die westliche Medizin den Wechsel der Jahreszeiten weitgehend ignoriert und höchstens im Herbst alljährlich zur Grippeimpfung aufruft, wissen die östlichen Heilkundigen, sowohl in der Traditionellen Chinesischen Medizin als auch im Ayurveda (der traditionellen indischen Medizin), dass wir beim Übergang von einer Jahreszeit zur nächsten besonders auf uns, auf unseren Körper, achten müssen.

In der 5-Elemente-Lehre der TCM wird jeder Jahreszeit eines der Elemente zugeordnet: Holz für den Frühling, Feuer für den Sommer, Metall für den Herbst und Wasser für den Winter. In den Übergangszeiten zwischen den Jahreszeiten soll die Nahrung – die in der TCM ebenso wie im Ayurveda und auch bei Hippokrates wesentliches Element der Heilung bzw. Gesunderhaltung ist – schwerpunktmäßig aus Nahrungsmitteln bestehen, die dem 5. Element, der Erde, zugeordnet sind sowie thermisch neutral bis warm wirken. Eben besonders erdend, beruhigend, nährend. (Eine Tabelle mit der Zuordnung vieler Nahrungsmittel zu den fünf Elementen der TCM wie auch weitere Informationen zu dieser Ernährungsform (auch) im Rahmen einer Rohkosternährung findest du hier.)

Im Ayurveda (dem „Wissen vom Leben“) hat alles ein Dosha. Vata, Pitta oder Kapha. So entspricht die Konstitution jedes Menschen schwerpunktmäßig einem oder einer Kombination mehrerer Doshas. Auch Jahreszeiten, Tageszeiten, Lebensphasen werden den Doshas zugeordnet. Im Herbst und Winter dominiert das Vata-Dosha. Mit seinen Elementen Luft und Raum bringt es Wind, Bewegung, Trockenheit und Abkühlung. Und das bringt eben Vata leicht aus dem Gleichgewicht. Das kann dich auch betreffen, wenn dein vorherrschendes Dosha Pitta oder Kapha ist; am anfälligsten jedoch sind Menschen mit Vata-Konstitution. Typische Anzeichen für ein Vata-Ungleichgewicht können z. B. sein

  • trockene Haut, kalte Hände & Füße, unregelmäßige Verdauung
  • kreisende Gedanken, Schlafstörungen, Ängste, innere Unruhe

Einiges davon kenne ich bei mir, in unterschiedlicher Ausprägung, und nicht nur im beginnenden Herbst. 😉 Als Vata gehört die Suche nach meinem Gleichgewicht, in jeder Hinsicht, zu meinen Lebensaufgaben. Dem Wind und der Kühle des Herbstes, wie auch anderem, was mich aus dem Gleichgewicht bringt, begegne ich vorzugsweise mit Wärme, Ruhe, Feuchtigkeit. Heisse Duschen stehen auf meiner Erste-Hilfe-Liste zur Krisenbewältigung ziemlich weit oben ;).

Wärme und Feuchtigkeit – auf die Ernährung bezogen bedeutet das: süße, saure und salzige Speisen. Die wärmen und befeuchten. Nichts Abkühlendes (wie Eis, Tomaten, Melonen). Die Verwendung von wärmenden Gewürzen und Kräutern wie Ingwer, Knoblauch, Basilikum. Etwas mehr Fett, mehr Zubereitungen als im Sommer.

Du musst nun kein*e Expert*e*in für ayurvedische oder chinesische Heilmethoden werden. Lass dich gern von ihnen inspirieren – du wirst vermutlich in der nächsten Zeit hier im Blog öfter mal Rezeptideen für entsprechende Zubereitungen finden – doch das worauf es ankommt, ist, wie zu jeder Zeit des Jahres und jede Situation im Leben: Achtsamkeit. Aufmerksamkeit. Für dich, für deinen Körper und seine Signale. Achte auf deine Bedürfnisse & sorge für dich. Neben der sorgsamen Auswahl deiner Ernährung gehören dazu auch ausreichende Ruhephasen, Stressreduzierung, Bewegung und frische Luft, Wärme, liebevolle menschliche Kontakte. Eine ganz besondere Form der Berührung, für mich besonders wohltuend und ausgleichend, sind Massagen. Mit viel warmem Öl. Besonders schön, wenn dich jemand massiert, doch auch Selbstmassagen tun schon sehr gut.

Natürlich musst du nicht auf irgendwelche Krisen, Jahreszeitenwechsel oder das Auftreten von Gleichgewichtsstörungen warten! Ein liebevoller und achtsamer Umgang mit dir selbst ist kein Luxus, sondern Grundlage für dein Wohlbefinden, für deine Gesundheit. Um zu heilen, auf jeder Ebene, und um dich gesund zu erhalten!

Ein bekanntes Getränk aus dem Ayurveda ist die schon eingangs erwähnte Goldene Milch, auch als Kurkuma-Milch oder Kurkuma Latte bekannt. Im Original weder roh noch vegan, doch ich habe mir meine eigene Variante davon kreiert. Und genieße sie momentan fast täglich zum Frühstück. Manchmal golden, manchmal auch gold-grün. Beide wirken wärmend, nährend, befeuchtend & harmonisierend auf mich – und schmecken unglaublich lecker. 🙂

Neben der wohltuenden Wirkung der Gewürze zeichnen sich diese flüssigen Mahlzeiten durch ihren hohen Wassergehalt aus. Unsere Körper bestehen zu bis zu 70% aus Wasser; daher ist es wichtig, uns immer gut mit Wasser zu versorgen. Viele Beschwerden (Müdigkeit, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme usw) sind schlicht auf Dehydration zurückzuführen und lassen sich durch das Trinken von 1-2 Gläsern Wasser sofort lindern.

Rezepte für goldene und die grün-goldene Milch

Roh-vegane goldene Milch

– Leicht, süß, wärmend, befeuchtend, erdend. Mit reichlich Kurkuma darin, dem ja alle möglichen Heilwirkungen nachgesagt werden.

Du brauchst dafür:
– 1/2 Glas Chufa-Milch*
– 1 reife Banane
– 1/2 TL Kurkuma-Pulver
– 1/4 TL Ingwer-Pulver
– 1/4 TL Ceylon-Zimt
– je 1 Prise Kardamom, Muskat
– 1 winzige Prise schwarzer Pfeffer

Gib alle Zutaten in deinen Mixer (ich verwende diesen) und vermixe sie ca. 30 Sekunden auf höchster Stufe.

*Chufa-Milch kannst du ganz einfach selbst zubereiten, aus eingeweichten Chufas (Erdmandeln – du bekommst sie hier) und Wasser. Verwende ca. dreimal soviel Wasser wie Chufas. In einem starken Mixer vermixen, abseihen, fertig.
Statt Chufa-Milch kannst du nach Geschmack auch jede andere Nuss- oder Samenmilch deiner Wahl verwenden.

Grün-goldene Milch

– noch leichter, fettfrei, reich an Mineralien, wärmend, sättigend, befeuchtend, erdend.

Du brauchst dafür:
– 1 Banane
– 1-2 HV Giersch
– 1-2 HV Feldsalat
– 1 EL getrocknete oder 1 HV frische Steviablätter (Kauf ich hier)
– 1 Tasse Wasser
– 1/2 TL Kurkuma-Pulver
– 1/4 TL Ingwer-Pulver
– 1/4 TL Ceylon-Zimt
– je 1 Prise Kardamom und Muskat
– 1 winzige Prise schwarzer Pfeffer

Gib alle Zutaten in deinen Mixer und vermixe sie ca. 30 Sekunden auf höchster Stufe.

Während ich grüne Smoothie, die aus großen Mengen an Grünzeug und viel Obst bestehen, nie gut vertragen habe (ich hab davon immer Blähungen und einen entsprechend geblähten Bauch bekommen), funktioniert dieser Smoothie mit viel Grün, viel Wasser, wenig Obst und den Gewürzen darin sehr gut für mich.

Alle verwendeten Gewürze gleichen Vata aus. Einige, wie Pfeffer und Muskat, bringen Pitta aus dem Gleichgewicht. In sehr kleinen Mengen kannst du sie aber auch als Pitta schon verwenden. Experimentiere eventuell je nach deiner Konstitution mit der Gewürzkombination herum und lass ggfs für dich zu warme Gewürze weg.

Ich verwende am Liebsten die Gewürze von Sonnentor, die durchweg sehr schonend verarbeitet und überwiegend unter 40° C getrocknet werden. Nebenbei liebe ich die farbenfrohen Verpackungen. 🙂
Wenn du es dir einfacher machen willst: Es gibt von Sonnentor auch eine fertige Gewürzmischung für Kurkuma Latte, die die hier genannten Gewürze und zusätzlich Safran beinhaltet.

Grünzeug: Melisse

Manches, was hier in Portugal so wild wächst, ist auch in der Welt der Heilpflanzen bekannt & wird anderenorts speziell dafür angebaut. Wie z. B. die Zitronenmelisse. Mir schmeckt sie wunderbar, z. B. zu Banane

Bananen-Kakao-Melisse-Pralinen

… auch ohne, dass ich bisher von ihrer im Folgenden beschriebenen Wirkung wusste.

Sicher eine Pflanze, die „einfach“ zu essen ist für all die, die sich mit dem Grün in ihrer Ernährung gerade erst anfreunden, denn sie schmeckt leicht aromatisch und recht mild. Mit ihrer beschriebenen Wirkung ist sie sicher gut geeignet für dich, wenn du auch hochsensibel bist – probier doch einfach mal. Ein Blättchen, einzeln, für sich. Damit du auch wirklich spüren kannst, ob sie dir schmeckt. Denn wenn das so ist, ist sie sicher gut für dich. Wenn nicht – lass es einfach erstmal sein & probier es in ein paar Wochen noch einmal. Nicht alles aus dem Bereich der Natur, was ist grün ist & allgemein als „gesund“ gilt, ist gut & passend für jede*n zu jedem Zeitpunkt. Anders als bei verarbeiteter Nahrung jedoch (bei der ich bei Nicht-Mögen sicher nicht empfehlen würde, es später erneut zu probieren 😉 ), musst & sollst du dich nach vielen Jahren mehr oder weniger denaturierter Nahrung zunächst wieder an die natürlichen, echten Geschmäcker gewöhnen.

„Wesen der Pflanze: Besänftigung, Weichheit, Milde
Man könnte die Zitronenmelisse als Essenz aus der Summe vieler Heilpflanzen bezeichnen. Das Individuelle, das eine Heilpflanze auszeichnet und das in der Therapie eigentlich erwünscht ist, hat sich bei der Melisse weitestgehend verflüchtigt. Zurückgeblieben ist ein unglaublich sanftes, allheilendes Wesen. Die Melisse ist eine Heilpflanze, die uns mit tiefer Dankbarkeit und Ruhe erfüllt. Ihr Wesen entspricht einer sanften, liebkosenden Berührung, es schenkt entspannte Ruhe, wenn Nervosität und Anspannung zu Magen-Darm-Störungen oder Herzbeschwerden führen.
Die Melisse gehört zum Menschen, der wie „die Prinzessin auf der Erbse“ die kleinsten Unannehmlichkeiten des Lebens als hart und störend empfindet. Ein grosses Harmoniebedürfnis zeichnet ihn aus. Er liebt alles Schöne, Zarte, Ebenmässige, Liebliche. Bereits kleine Unpässlichkeiten trüben sein lebensgefühl, und er braucht viel Zuwendung. Die Melisse wendet sich ihm zu, sie versinnbildlicht das helfende Prinzip. Einschlafschwierigkeiten, Verdauungsprobleme, nervöse Unruhe und leichte Herzbewschwerden – da wo das Harmoniebedürnis gestört ist – werden mit Melissentinktur erfolgreich behandelt.
Sie hat eine völlig milde, sanfte Wirkungsart und ist nie aggressiv. Sie kann problemlos auch über längere Zeit genommen werden.

Anwendungsgebiete: Alles im Bereich der Nerven, des Herzens, Verdauung, Herpes, gutes Kindermittel“

Quelle: Buch „Pflanzliche Urtinkturen-Wesen und Anwendung“

Am Wegesrand in Nordspanien

Das Leben (& unsere Reise) bleibt lebendig & spannend! 🙂 Momentan verbringen wir – ungeplanterweise – einige Tage in Nordspanien. An der Grenze von La Rioja und dem Baskenland. Ebenfalls eine landschaftlich recht schöne Gegend, mit vielen hübschen Altstädtchen. Tagsüber ist es auch hier noch sehr heiss, doch die Nächte werden allmählich kühler.

Wohnen dürfen wir mit unserem Zelt im Garten einer sehr lieben, hilfsbereiten und kinderreichen Freilernerfamilie – viel Leben um uns also den ganzen Tag. Und wiederum viel Gesellschaft für die Tochter.

Essenstechnisch versorgt haben wir uns auch hier auf einem Bauernmarkt am Wochenende und in den umliegenden Fruterias; sogar einen von der Tochter heiss ersehnten Rohkostriegel haben wir in einem Bioladen in der nächsten größeren Stadt gefunden. Insgesamt ist das Fertig-Rohkost-Angebot hier jedoch in den Läden noch sehr begrenzt, ebenso offenbar das Wissen darüber.

Dafür finde ich hier zu meiner Freude Wildkräuter am Wegesrand 🙂 … und andere schöne Dinge, für die wir allerdings einige Wochen zu früh dran sind:

Wegwarte

Wegwarte

Winde

Winde

Brombeeren

Brombeeren

Feigen

Feigen

Trauben

Trauben

Reise-Impressionen I

Etwas verspätet, möchte ich jetzt endlich ein paar Eindrücke unserer bisherigen Reise mit dir teilen. Nach einer ruhigen Überfahrt mit der Fähre von Teneriffa aufs Festland haben wir eine paradiesische Zeit in Portugal verbracht. Mitten im Nirgendwo, im Campo, wie es dort heisst. Fernab von Ortschaften, Straßen, vielen Menschen. Einfaches Leben, das überwiegend draußen stattfindet … inklusive Duschen unter freiem Himmel, bzw., weil einige Tage lang der Generator zum Antreiben der Pumpe, die Wasser aus dem Brunnen in den Tank pumpen sollte, ausfiel: gegenseitiges Duschen mithilfe einer Gießkanne mit frisch aus dem Brunnen hochgezogenem Wasser – herrlich! 🙂 Etwas anstrengender war das Bewässern des Gartens auf diese Art, doch auch die harte Arbeit lässt sich genießen.

Inmitten eines wilden, paradiesischen Gartens und Unmengen von herrlichen, wildwachsenden Früchten aus der uns so reichlich versorgenden Natur um uns herum: Brombeeren, Trauben, Feigen, Äpfel, Birnen … alles reif und frisch vom Baum bzw. Busch. Wildkräuter!!! Und Sonne satt! Was braucht es mehr zum Glücklichsein? In solcher Umgebung, ohne Computer etc, lässt es sich so wunderbar einfach SEIN, im HIER und JETZT.

DANKE für die herrlichen Tage dort, die mich, in mehr als einer Hinsicht, daran erinnert haben, was ich WIRKLICH will.

Frische Goji-Beeren ... yummy!

Frische Goji-Beeren … yummy!

Herrlich reife, süße, konzentrierte Brombeeren

Herrlich reife, süße, konzentrierte Brombeeren

Trauben, sonnengereift

Trauben, sonnengereift

Mein Favorit: Melde. Sooo lecker!

Mein Favorit: Melde. Sooo lecker!

Beinwell

Beinwell

Feigen gibt es hier auch, allerdings waren noch nicht viele reif.

Feigen gibt es hier auch, allerdings waren noch nicht viele reif.

Auch die Äpfel brauchen noch ein Weilchen

Auch die Äpfel brauchen noch ein Weilchen

Grüne Smoothies

Meistens mag ich mein Essen ja lieber „am Stück“ … also eine Hand voll Blätter, eine Hand voll Obst und dann einfach so essen.

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In den letzten Wochen hab ich, bedingt durch meinen Jieper nach Grünzeug, insbesondere Wildkräutern, den ich hier zu dieser Jahreszeit absolut nicht befriedigen kann, angefangen, grüne Smoothies zu trinken. Fast täglich, manchmal sogar zwei am Tag.

Was das mit dem Wildkräuter-Mangel zu tun hat? Nun, in Wildkräutern sind viel mehr Vitalstoffe, vor allem Mineralien, enthalten als in sämtlichem kaufbaren Kulturgrün (Salat, Spinat, Küchenkräuter etc.). Und mein Körper (deiner auch!) braucht diese Mineralstoffe! Sicher, auch Früchte und Gemüse enthalten Mineralstoffe. Theoretisch. Jedoch ebenfalls längst nicht so viele wie wildwachsende Pflanzen. Die Gründe dafür hängen mit Anbaumethoden, Zucht, ausgelaugten Böden … zusammen.

Seit Monaten ist das einzige einigermaßen wilde Grün, das ich bekommen kann, Löwenzahn. Der wird auf dem Bio-Stand auf dem Markt verkauft. Borretsch auch ab und zu. Doch selbst mit diesen beiden dazu kann ich ohne eine gewisse Vielfalt echter Wildkräuter gar nicht so viel Grün essen, wie mein Körper verlangt. Im Smoothie verarbeitet gelingt das eher.

Aber. Ja, da kommt ein Aber. Denn – wie ich eigentlich schon wusste – sind Smoothies zumindestens für mich nicht die wirkliche Lösung. Was nicht am Geschmack liegt: Meine Smoothies schmecken mir total gut. Und ich ergänze sie am liebsten mit einem Teil unvermixter Zutaten, damit ich auch ein bisschen zu kauen habe. Sogenannte Smoothie-Bowls. Oder so wie hier auf dem Foto zu sehen:

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Der Vorteil: ich bekomme mehr Mineralstoffe.
Der Nachteil: ich esse, rein volumenmäßig, größere Mengen als ich normalerweise bewältigen könnte.

Meine Smoothies sind sehr einfach, sie bestehen nur aus jeweils zwei Zutaten: eine Sorte Obst, eine Sorte Grün. Okay, gelegentlich kommt noch etwas Ingwer dazu. Mehr nicht. Smoothies aus vielerlei Zutaten brauche ich gar nicht erst ausprobieren; da weiss ich schon, dass es in meinem Bauch nach kurzer Zeit anfängt zu grummeln. Doch auch solche simplen Smoothies, wie hier zu sehen – meistens Gemüsebanane mit Löwenzahn – füllen meinen Bauch mehr als es gut tut. Was zu einem Blähbauch führt, der sich weder gut anfühlt noch mir gefällt. Also … werd ich die Smoothies wohl wieder aus dem Programm streichen. Oder zumindestens nur noch ganz gelegentlich trinken.

Dank unserer Reisepläne wird sich das demnächst ja ohnehin von alleine ergeben – unterwegs hol ich den Vitamix sicher nicht ständig aus dem Gepäck 😉

Magst du gern (grüne) Smoothies? Welche Erfahrungen hast du damit gemacht?

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Bitter und gesund

Bei den meisten Menschen spontan nicht soooo beliebt ist der bittere Geschmack. Wie zum Beispiel der vom Löwenzahn. Etwas weniger stark ausgeprägt ist der auch vorhanden in manchen grünen Blattsalaten (Endivien, Batavia). Auch wenn du dich nicht sofort dafür begeistern kannst: versuche es immer wieder mal und schau, ob du dich nicht mit kleinen Mengen der bitteren grünen Blätter anfreunden kannst. Denn unser Körper braucht Bitterstoffe, sie sind gesund und sollten, zumindestens in kleinen Mengen, einen regelmäßigen Bestandteil deiner Nahrung ausmachen.

Wofür Bitterstoffe wichtig sind

Bitterstoffe fördern den gesamten Verdauungsprozess. Eine gute Verdauung ist die Grundlage für Gesundheit, denn nur mit einer gut funktionierenden Verdauung kann der Körper sich kontinuierlich von Gift- und Schadstoffen reinigen und ist in der Lage, Nährstoffe optimal aufnehmen und verwerten zu können. Andersherum ist eine nicht optimal funktionierende Verdauung der Nährboden für unzählige Krankheiten.

Bitterstoffe stimulieren den Magen, die Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse; sie regen die Produktion von Magensäften, Gallenflüssigkeit und Insulin an und fördern die Entgiftungsfunktion der Leber. Übrigens können Bitterstoffe auch den Heißhunger auf Süßes stoppen: statt immer mehr Süßigkeiten einfach ein paar Blätter Löwenzahn oder Endivie essen, schon verfliegt der Jieper auf das Süße!

Dank der modernen Lebensmittelindustrie wird unser aller Geschmack schon von früh an an süß, salzig und scharf gewöhnt, wohingegen bittere Geschmäcker praktisch nicht mehr vorkommen. Selbst aus den ursprünglich bitter schmeckenden Pflanzen wie Radicchio, Chicoree etc. wurden die Bitterstoffe im Laufe der Jahre immer mehr weggezüchtet.

Angeblich soll der ausgeprägte Widerwillen gegen Bitterstoffe tatsächlich einen großen Bedarf an eben diesen Stoffen signalisieren!!! Obwohl ich sonst absolut überzeugt davon bin, dass unser Geschmackssinn uns zeigt, was wir essen sollten und was nicht, glaube ich doch gleichzeitig, dass es sinnvoll und notwendig ist, sich Schritt für Schritt wieder mit diesem in der modernen Ernährung fehlenden Geschmack anzufreunden. Ich meine damit nicht, dass du dich gegen deinen Willen, gegen deinen Appetit, mit bitteren Blättern vollstopfen sollst. Sondern nur, dass du immer wieder kleine Mengen davon ausprobieren solltest. Beginne mit einem Blatt, esse es zusammen mit einer süßen Frucht. Wiederhole das alle paar Tage, oder täglich, und steigere langsam die Mengen.

Ich mag Löwenzahn mittlerweile sehr gern – manchmal hab ich mehr Appetit darauf, manchmal weniger, je nachdem, was mein Körper gerade so braucht. Zur Zeit mag ich ihn sehr und mache mir gern öfter mal einen Smoothie aus zwei (kleinen) Bananen und ein bis zwei Handvoll großer Löwenzahnblätter! Ein Scheibchen Ingwer mitgemixt schmeckt übrigens noch leckerer!

Smoothie aus 2 Handvoll Löwenzahn, 2 kleinen Bananen und etwas Wasser.

Smoothie aus 2 Handvoll Löwenzahn, 2 kleinen Bananen und etwas Wasser.



Auch Smoothies sind grundsätzlich ein guter Weg, mehr Wildgrün bzw. auch bitteres Grün in deine Ernährung aufzunehmen. Allerdings: bitte nicht große Mengen von bitteren Blättern, die du eigentlich noch gar nicht magst, im Smoothie „verstecken“. Fange auch hier mit kleinen Mengen an, und ändere das Mischungsverhältnis nach und nach, sobald dein Geschmackssinn sich damit angefreundet hat. Du kannst z. B. zunächst ein bis drei Blätter Löwenzahn mit zwei bis drei Bananen vermixen, und nach und nach immer ein bis zwei Blätter mehr dazu geben, sobald du merkst, dass dir der Geschmack mehr zusagt.

Nahrung für die Knochen

Mhmm, heute habe ich mir vom Markt diesen herrlichen Borretsch mitgebracht …

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… eine ganze große Tüte voll … und knabbere die leckeren Blätter jetzt den ganzen Tag über vor mich hin. Nicht nur, weil ich Borretsch so mag. Die grünen, ziemlich pieksigen („unrasierten“ 😉 ) Blätter, sind nicht nur lecker, sondern enthalten auch viele wertvolle Inhaltsstoffe und entfalten zahlreiche wohltuende Wirkungen. So wirkt Borretsch z. B. beruhigend und entspannend bei Stress, aufbauend bei Depressionen sowie entzündungshemmend und antibakteriell bei Atemwegserkrankungen. Borretsch ist darüberhinaus reich an wertvollen Omega-Fettsäuren! Für mich gerade besonders interessant: er ist verwandt mit dem Beinwell (der auf dieser Insel bedauerlicherweise nicht wächst). Dieser ist, wie der Name schon sagt, gut für die Knochen, insbesondere auch zur Heilung von Knochenverletzungen. Dass Borretsch diesbezüglich ebenfalls hilft, habe ich vor einigen Jahren schon einmal erfahren, als ich mir bei einem Sturz die Rippen äußerst schmerzhaft geprellt hatte. Wenn dir das schon einmal passiert ist, weisst du, wie weh es tut – selbst Atmen ist dann mit Schmerzen verbunden, von Lachen oder Husten gar nicht zu reden. Nach zwei Tagen mit zunehmenden Schmerzen bin ich damals endlich auf die Idee gekommen, Borretsch zu essen – und tatsächlich gingen die Schmerzen danach unglaublich schnell zurück. Jetzt ist mir etwas Ähnliches passiert, ich habe mir eine Rippe entweder geprellt oder angeknackst – ohne ärztliche Untersuchung mit Röntgenbild ist das schwer zu sagen, und auf Letzteres verzichte ich natürlich lieber. Heilen soll und wird es so oder so, dafür muss ich das nicht so genau wissen. Und unterstütze die Heilung jetzt unter anderem mit Borretsch. Darüberhinaus helfen liebevolle Gedanken und Berührungen sowie, äußerlich angewandt, Johanniskrautöl.

Rohkost-Rezepte von und für Kinder

In der Facebook-Gruppe „Rohkost Rezepte für Kinder“ hat Sophia eine zweiwöchige Aktion gestartet – tägliche Rohkost-Rezepte, bevorzugt mit Wildkräutern, von und für Kinder. Als Inspiration für Kinder und Eltern, die im täglichen Umfeld als Rohköstler noch immer eine Rarität darstellen. Ich hab der Tochter davon erzählt und sie wollte gerne mitmachen – dies ist also ihr Werk:

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Und damit ihr auch alle genau hinschaut: dies ist ein Suchbild! Wer findet die Borretsch-Knospen?

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So sieht der Abendessen-Teller aus, wenn die Tochter (10) ihn selbst gestaltet. Sie mag es gern aufgeräumt, sie mag Mandalas, und wenn es um Wildkräuter geht, dann mag sie am liebsten Blüten. Mit Wildkräutern ist es hier, im trockenen Westen von Teneriffa, ja so eine Sache. In höheren Lagen, auf bewässerten Fincas und im Norden lassen sich auf dieser Insel durchaus auch essbare Wildpflanzen finden. In unserer Umgebung jedoch so gut wie gar nicht. Allerdings werden auf dem Bauernmarkt Borretsch und Löwenzahn angeboten, manchmal auch Breitwegerich. Für das BlütenMandala haben wir auf Borretsch zurückgegriffen. Außer den Borretsch-Blüten und -Knospen besteht das Mandala aus in feine Stückchen geschnittenem Stangensellerie – den die Tochter auch gern pur zum Knabbern mag, als rohköstliche Variante von Erdnuss-Flips oder, sehr fein geschnitten, von Esspapier -, Erdnüssen, Möhre, Tomatenkernen und Avocado.

Beim Essen gab es zum Mandala dann noch die restliche Avocado, ein paar Blätter Eisbergsalat, getrocknete Algen und gemahlene Sonnenblumenkerne dazu. Den Borretsch teilen wir immer gerecht: sie bekommt die Blüten, ich die Blätter 😉

Grüne Fülle <3

Ernährungsmässig sicher das Beste, was Deutschland (für mich) zu bieten hat: Essbare Wildkräuter!!! Solch eine Fülle, unglaublich und herrlich. Wohin ich auch geschaut habe, überall blühte der Löwenzahn, wuchsen Brennesseln, Melden, Wegerich, Knoblauchrauke, Gundermann, Giersch und mehr! Alle essbar – und sooo wohltuend und wertvoll für deine Ernährung! Wildkräuter und Blätter von Bäumen und Büschen enthalten ein Vielfaches der Vitalstoffe des kultivierten Grüns (Salate und Co) – Kunststück, schließlich werden sie nicht behütet und gepflegt, sondern wachsen und leben aus eigener Kraft! Damit sind sie auch immer optimal an ihre Umgebung angepasst … iss die Kräuter aus deiner Lebensumgebung, wenn möglich … denn sie haben das, was du brauchst! (Natürlich achtest du dabei darauf, dass die Pflanzen, dein Essen!, sicher vor Hunde-Pipi und auch nicht grad direkt am Rand einer vielbefahrenen Straße wachsen.)

Alle grünen Blätter, und ganz besonders die wildwachsenden, verdanken ihre grüne Farbe dem Pflanzenfarbstoff Chlorophyll. Dieses ist in seiner Zusammensetzung fast identisch mit unserem roten Blutfarbstoff … und nährt & reinigt damit unser Blut optimal! Also: iss Grün! Täglich! Reichlich! Und am Besten Wildes! Nutze die Schätze, die direkt vor deiner Haustür (jaja, oder doch zumindestens in deiner Nähe) wachsen!

Schau mal, schon am ersten Tag, auf einem ersten kurzen Spaziergang, hab ich diese hier gefunden: (Falls du die Kräuter noch nicht kennst: Klick auf die Fotos für Vergrößerungen!)

Brennesseln

Brennesseln

Löwenzahn

Löwenzahn

Weissdorn

Weissdorn

Knoblauchrauke

Knoblauchrauke

Taubnessel

Taubnessel

Und bei Budni hab ich zu meiner Begeisterung dies hier entdeckt – im Regal zwischen den Superfoods: getrocknete Wildkräuter, abgepackt zu kaufen. Endlich hat jemand kapiert, dass dies die wahren Superfoods sind 🙂 … Hast du sie vielleicht schon ausprobiert? Solange es frisches Grün gibt, ist das natürlich vorzuziehen – aber für den Winter, oder für Reisen, ist dies vielleicht eine gute Alternative:

Getrocknete Kräuter - eine Alternative für den Winter oder für Reisen

Getrocknete Kräuter – eine Alternative für den Winter oder für Reisen

Fülle!

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Derzeit weilen wir in Scharbeutz, an der Ostsee. Genießen die Gastfreundschaft unserer Freunde & die Fülle ihres Gartens – Brombeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Maulbeeren, Brennesseln, Beinwell, Löwenzahn, Giersch & vieles mehr! Was für einen Überfluss die Natur für uns bereit hält!