Vitamine & Gesundheit

Eine interessante Sichtweise, die mir kürzlich irgendwo im Web über den Weg gelaufen ist: Vitamine im Körper sind weniger die Ursache von Gesundheit als vielmehr deren Folge. Wobei „Gesundheit“ hierbei sich nicht auf die physischen Aspekte beschränkt. Diese Betrachtungsweise passt zu dem, was in unterschiedlichen Zusammenhängen bereits öfter hier angesprochen wurde. Z. B. im Kontext von B12, und im Hinblick auf die Bedeutung von messbaren Nährstoffen, Energiegehalt etc. unserer Nahrung. Dass nämlich unser Körper in der Lage ist, Vitamine etc selbst zu produzieren. Gesundheit & gesunde, möglichst natürliche, belastungsfreie Lebensumstände vorausgesetzt. Und dass somit jeder gemessene, diagnostizierte „Mangel“ nichts anderes ist als ein Symptom dafür, dass irgendetwas nicht stimmt. Die Lösung mithin nicht im wie auch immer gestalteten Zuführen des mangelnden Stoffes liegt, sondern im Beheben des Missstandes, des Ungleichgewichts. Im Harmonisieren unserer Lebensumstände. Essen & Bewegung sind dabei die ersten & einfachsten Schritte!

Du bist was du isst – Kognition & Ernährung

Eine neue Studie der Oregon Health & Science University in Portland belegt den Zusammenhang zwischen Vitamin-Spiegel im Blut und kognitiver Leistung, also einer gesunden Gehirnfunktion. Im Gegensatz zu anderen Studien, bei denen die Ernährungsgewohnheiten der Teilnehmer durch Befragung ermittelt wurden, wurden hier Biomarker im Blut betrachtet, um den Vitamin-Spiegel der Teilnehmer zu ermitteln. Die Denkfähigkeit & Gedächtnisleistung der Teilnehmer wurde durch Tests gemessen & 42 der insgesamt 104 Teilnehmer liessen außerdem ihr Gehirnvolumen durch Kernspintomographie feststellen.

Je höher der Vitamin-B-Spiegel, desto besser die im Test erbrachten kognitiven Leistungen im Vergleich zu den Teilnehmern mit niedrigerem Wert. Das Selbe gilt für den Vitamin-C, -D und E-Spiegel, und auch für Omega-3-Fettsäuren zeigte sich dieselbe positive Beziehung. Umgekehrt zeigten Teilnehmer mit einem höheren Gehalt an Transfetten im Blut schlechtere Leistungen in Denk- & Gedächtnistests & ein stärker geschrumpftes Gehirn. Transfette sind vor allem in JunkFood-Produkten (frittiertes, abgepacktes, FastFood) enthalten.

Bezüglich der Denkfähigkeit & Gedächtnisleistung beeinflusste die Ernährung im Vergleich zu anderen Faktoren wie Alter, Ausbildung & Blutdruck das Testergebnis nur zu 17%, im Bezug auf das Gehirnvolumen jedoch spielte sie mit 37% eine deutlich größere Rolle.

Das Ergebnis deutet darauf hin, dass es möglich ist, durch Ernährungsumstellungen Gehirnschwund zu stoppen & die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu erhalten.

Quelle: http://www.theatlantic.com/health/archive/2012/01/the-connection-between-good-nutrition-and-good-cognition/251227/

Vitaminreiche Rohkost

Früchte, Gemüse, grüne Blätter sind reich an Vitaminen. Wer sie roh genießt und ihre wertvollen Inhaltsstoffe nicht durch Hitzeeinwirkung zerstört, bekommt davon also so viel wie nur irgendmöglich. Sorgen um Vitaminmängel wegen Rohkost sind in meinen Augen kompletter Unsinn.

Allerdings ist dieser Vitaminreichtum relativ : ausgelaugte Böden durch die konventionellen Anbaumethoden, zu frühe Ernte & lange Transport- & Lagerzeiten haben dazu geführt, dass der Vitamingehalt so ziemlich aller angebauten & im Handel erhältlichen Früchte & Gemüse in den letzten Jahren gesunken ist. Besser sieht es bei biologisch erzeugten Produkten aus, besonders natürlich bei regionalen, saisonalen, die reif geerntet werden & schon nach möglichst kurzer Zeit auf unserem Teller landen. Optimal ist natürlich die Versorgung aus dem eigenen Garten. Und das Essen von Wildpflanzen!

Darüberhinaus sind die Umweltbelastungen auch für uns Menschen gestiegen & somit möglicherweise auch unser Bedarf an manchen Vitaminen. Obwohl RohköstlerInnen offensichtlich mehr Vitamine als KochköstlerInnen zu sich nehmen, kann also, je nach Lebensumständen, möglicherweise trotz Rohkost ein Mangel an bestimmten Vitaminen auftreten.

Ein Spezialfall, dem häufige Sorgen bei Veganern & Roh-Veganern gelten, ist Vitamin B12. Hier möchte ich als erstes noch einmal betonen, dass B12-Mangel nicht wegen sondern wenn, dann trotz Rohkost auftreten kann – denn betroffen davon sind nicht nur Rohköstler und Veganer, sondern auch Fleischesser und Kochköstler. B12 hat in unserem Körper unter anderem eine Entgiftungsfunktion, vorhandene Reserven werden somit beansprucht durch Toxinbelastung, Schwermetalle, Pestizide, Abgase usw – Einflüsse, die die meisten von uns heute viel stärker belasten als noch vor einigen Jahren.

Für eine ausreichende Versorgung mit B12 spielt außer der Zufuhr auch die Möglichkeit des Körpers zur Assimilation eine Rolle. Wer durch Vorschädigungen oder Degeneration nicht in der Lage ist, B12 über die Verdauungsorgane zu assimilieren, dem nützt keine noch so gute Versorgung & der muss dann ggfs auf Nahrungsergänzungen zurückgreifen.

Für alle anderen geht es einfach „nur“ um die ausreichende Zufuhr. Die meiner Meinung nach auch bei veganer, insbesondere bei roh-veganer Ernährung, sichergestellt werden kann. B12 wird von Mikroorganismen gebildet, von Bakterien, vor allem im Darm – in unserem eigenen, wo es dann allerdings leider nicht mehr von uns selbst assimiliert werden kann, aber auch in dem aller anderen Lebewesen. Daher ist es offensichtlich in Rohmilchprodukten, Eiern und natürlich in Fisch & Fleisch enthalten. Aber eben auch auf biologisch erzeugten Gemüsen und ganz besonders auf Wildpflanzen, Wildkräutern. Genießt euer Essen so, wie ihr es erntet oder frisch & aus biologischem Anbau kauft – ohne es abzuwaschen oder gar zu schälen! Außer Spuren von Kleinsttierchen darf auch gern mal ein wenig Erde dranhängen! Kleine Kinder essen bekanntlich sogar gern ab und zu ein bisschen Erde „pur“ – macht es ihnen ruhig mal nach! Ein gewisser „Mangel“ an Hygiene scheint mir das A & O für die sichere Versorgung mit B12 zu sein. Ergänzende Quellen für B12 könnten fermentierte Speisen wie Sauerkraut oder Samen-/Nusskäse sein, und auch gekeimte Linsen.

Ich möchte hier keinesfalls dazu auffordern, euer Essen zu analysieren & nach irgendwelchen isolierten Werten zu betrachten. Wer sich vollständig roh & vegan ernährt, auf eine gute Qualität der Nahrung achtet & immer viele Wildpflanzen zu sich nimmt, auch sonst auf gesunde Lebensgewohnheiten achtet (Bewegung, Sonne, frische Luft, weitgehende Vermeidung von toxischen & Strahlenbelastungen, eine positive Lebenseinstellung), ist gewiss auf der sicheren Seite! In diesem Sinne – genießt das Leben & eure Rohkost, achtet einfach gut auf euch, und besonders auf eure Kinder!