Der sichere Weg, VEGAN zu leben

Iss roh-vegan, urköstlich, unverarbeitet!

Und geh so der „Lebensmittel“-Industrie (schon das Wort ist ein Widerspruch in sich) am besten komplett aus dem Weg! Nicht deklarierte tierische Bestandteile in allen möglichen Produkten … so werden Abfälle aus anderer Produktion kostensparend oder gar gewinnbringend entsorgt. Unfassbar eigentlich, dass es überhaupt Gesetze gibt, in denen geregelt wird, welche Zutaten ab welcher Menge deklariert werden müssen … das einzig Verantwortungsbewusste wäre doch wohl, alle Zutaten eines essbaren Produktes auf der Verpackung zu deklarieren.

Hach, ich bin einfach nur froh, dass wir all das eh nicht essen. Dankbar, den Weg zur Rohkost gefunden zu haben. In all den Jahren zuvor, in denen ich zuerst vegetarisch, dann vegan gelebt habe, habe ich mich natürlich auch an den Etiketten mit den Listen der Inhaltsstoffe orientiert. Mühsam, und offensichtlich nicht besonders zuverlässig 🙁 Während der Neurodermitiserkrankung der Tochter, kurz bevor wir die Rohkost entdeckt haben, wurde bei ihr ein Allergietest gemacht, bei dem unter anderem eine Allergie auf Hühnerei festgestellt wurde. Gegessen hatte sie das glücklicherweise noch nie vorher … da ich jedoch damals noch nichts von den völlig neuen Perspektiven durch eine natürliche, lebendige Ernährung ahnte, habe ich mich aufgrund des Testergebnisses von einer Ernährungsberaterin beraten lassen. Die mir nicht etwa zur Rohkost geraten hat, sondern mich im wesentlichen mit Listen über die Auswahl aus dem üblichen Nahrungssortiment versorgt hat. Fruchtsäfte waren verboten, weil die oft mit Eiweiß geklärt werden (was selbstverständlich nicht auf dem Etikett vermerkt wird). Außerdem ist Hühnerei in diversen Emulgatoren und Stabilisatoren enthalten, auch in Schokolade und überhaupt scheinbar in fast allem. Ein Leben als Hühnerei-Allergiker (oder als stillende Mutter eines allergischen Kindes) mit einer Standardernährung – puh!

Zum Glück wissen wir ja inzwischen viiiiel mehr … unsere Ernährung nährt uns nicht nur vortrefflich, hält uns glücklich & gesund & vermeidet wirklich zuverlässig die Verursachung von Tierleid, sie schützt uns auch zugleich vor solchen Machenschaften – und schließlich: sie ist so unglaublich einfach & leicht!

Gerüche & Instinkt

Habt ihr schon bemerkt, dass all eure Sinne mit natürlicher Ernährung wieder viel feiner werden? Der Geschmackssinn erholt sich von dem Überschuss an künstlichen Gewürzen, Salz, Geschmacksstoffen usw und plötzlich erlebt ihr wahre Geschmacksexplosionen, merkt wieder, wie intensiv & gut Apfel, Brokkoli, Spinat … schmecken. Auch der Geruchssinn wird wieder viel empfindlicher. Was beim Essen (Geschmack & Geruch hängen ja eng zusammen) angenehm ist, den Aufenthalt in vollen Bussen, auf befahrenen Straßen, in Läden usw jedoch manchmal zu einem Problem werden lässt.

Der Geruchssinn beeinflusst viele unserer Entscheidungen. Ich rede jetzt nicht von Pheromonen, also Duftstoffen, die wir unterhalb unserer Wahrnehmungsschwelle, unbewusst, wahrnehmen. Sondern von den vielen (ca. 10.000) Gerüchen, die wir bewusst wahrnehmen & unterscheiden können (wenngleich nicht unbedingt benennen). Ob wir einen anderen Menschen anziehend finden, wird nicht zuletzt durch dessen bewusst wahrnehmbaren Geruch bestimmt. Und der wiederum durch das, was Mensch so zu sich nimmt. Was die Partnersuche für Roh-VeganerInnen nicht unbedingt einfacher gestaltet … aber das ist nicht das Thema, über das ich heute schreiben möchte.

Ganz klar, auch die Auswahl unserer Nahrung folgt zu einem großen Teil dem Geruch, den wir wahrnehmen. Die Instinktos lehren es sogar genau so: zur Auswahl stehendes Essen wird durchgerochen; ausgewählt wird, was am besten riecht. In Seminaren wird das so praktiziert, dass mit verbundenen Augen gerochen wird, um sich nicht durch den Anblick (& eventuelle kopfgesteuerte Vorbehalte) beeinflussen zu lassen. Klingt irgendwie sinnvoll. Jedoch: auch unser Riechempfinden ist stark verbunden mit Emotionen, Erinnerungen. Die Bewertung von Riechstoffen findet vor der Erkennung des Geruchs statt. Und wird überwiegend in den ersten 5-10 Lebensjahren gelernt. Wie oft folgt eine derartige Nahrungsauswahl wohl nicht dem Instinkt, dem tatsächlichen Bedarf, sondern einer Erinnerung an frühere Genüsse, an angenehme Gefühle, die unser Gehirn mit diesem Geruch verbindet? Es gibt einige Essensgerüche, die ich noch immer als angenehm empfinde, obwohl ich das, was da riecht, schon seit vielen Jahren nicht mehr als Teil der Palette potentieller Nahrung empfinde. Bei den meisten Gerüchen hat sich das geändert. Was vielleicht mit an der gestiegenen Sensibilität liegt. Unser Gehirn lernt jedoch ganz sicher auch in dieser Hinsicht immer weiter. Wir werden weiterhin geprägt durch die Erfahrungen, die wir im Zusammenhang mit einem bestimmten Geruch machen – wer sich einmal mit etwas den Magen verdorben hat, der wird dessen Geruch auf sehr lange Zeit hinaus nicht mehr ohne Übelkeit ertragen können.

Besonders faszinierend finde ich in diesem Zusammenhang die so krass unterschiedlichen Reaktionen auf Durian-Geruch. Ich empfinde den Geruch seit meinem ersten Kontakt mit einer frischen, reifen Durian, noch bevor ich sie gegessen hatte, als wundervoll. Betörend. So geht es den meisten mir bekannten RohköstlerInnen. Einige haben mir berichtet, dass sie den Geruch zu Anfang unangenehm fanden & sich das erst gewandelt habe, nachdem sie – trotz des Geruchs – probiert haben. Wohingegen ich nur einen einzigen Nicht-Rohköstler kenne, der den Geruch ebenfalls mag. Alle anderen finden ihn so abstossend, dass sie diese Frucht auf keinen Fall probieren könnten. Wobei der Zusammenhang wohl weniger mit der Rohkost als mit einer halbwegs natürlichen, zusatzstoff-freien Ernährung besteht. In den Heimatländern der Durian, Thailand z. B., mögen wohl viel mehr Menschen Durian – obwohl auch da offenbar die Vorlieben auseinander gehen (es gibt ein Durian-Denkmal, aber auch Verbotsschilder an öffentlichen Verkehrsmitteln, in Hotels etc.). Ich habe gelesen, das mit der zunehmenden Verbreitung von verarbeiteter Nahrung immer mehr junge Menschen keine Durian mehr mögen … vielleicht stimmt es, dass diese Frucht (durch ihre relative Ursprünglichkeit?) eine stark entgiftende Wirkung hat, gegen die sich ein von künstlichen Nahrungsmittelzusätzen belasteter Körper wehrt?!?

Noch mal zurück zur „instinktiven“ Nahrungsauswahl, nach Geruch & Geschmack. Manche Nicht-Veganer behaupten, Instinkt & Veganismus schlössen sich aus. Ich sehe das nicht so. Selbst dann nicht, wenn ich meine Sinne diesbezüglich rein auf den Geruch beschränke. Wobei auch unsere übrigen Sinne ja einen Zweck haben … Kürzlich hat sich die Tochter über die süßen Kaninchen vor einem Laden gefreut, wollte sie streicheln, kuscheln, … ich habe ihr nicht gesagt, dass der Laden eine Fleischerei war. Wer, bitte, empfindet beim Anblick von Kaninchen – oder auch beim Blick in wunderschöne Kuh-Augen, das Verlangen, dieses Tier zu töten um es zu essen??? Beim Gang über den Fischmarkt, mit all den herumliegenden toten Fischen, empfinde ich auch allenfalls Mitgefühl für die Tiere, jedoch keinesfalls Appetit darauf sie zu essen.

Okay, also nur der Geruch. Wart ihr mal in der Nähe eines Schlachthofes? In einer Fleischerei? Dieser intensive, ekelerrregende Geruch von totem Fleisch, Blut … mag ja sein, dass es Menschen gibt, die ihn wirklich appetitanregend finden. Ich finde ihn grauenhaft. Abstoßend.

Fleischessende Rohköstler haben mir erzählt, dass sie mit Fisch angefangen haben. Mit getrocknetem Fisch sogar. Frischer ging erst später. Und Fleisch (das ja auch nicht frisch sondern „abgehangen“ gegessen wird) war eine Hürde, etwas, an das sie sich erst gewöhnen mussten, sich zu Anfang überwinden mussten, es zu essen. Später geht es dann immer leichter … Instinkt??? Wohl eher das Gegenteil. Das Austricksen des Instinkts – genauso wie ich ihn mit Mischen & Zubereiten austricksen kann. Und sogar die Überwindung des Instinktes, das bewusste Handeln dagegen.

Mein Instinkt reagiert jedenfalls auf frische, lebende potentielle Nahrung. Und sagt ja zu Früchten, grünen Blättern, ab und zu Gemüsen, Nüssen, Kernen. Und eindeutig nein zum Essen von Tieren!

Vegane Mythen

Halten sich beharrlich: Vorurteile, Mythen, über die vegane Ernährung. Bzw über das, was wir (angeblich) brauchen & das, was wir mit unserer Ernährung bekommen – oder auch nicht. Aber … wir sind ebenso beharrlich & erzählen es immer mal wieder gerne: eine sinnvoll gestaltete roh-vegane Ernährung ist erwiesenermaßen für jeden Menschen, in jeder Lebensphase, eine optimale Ernährungsform, bei der keinerlei Mängel zu befürchten sind. Ganz im Gegensatz zu der herkömmlichen Standardernährung der meisten Kritiker übrigens.

In der iPhone-App von Saf habe ich diese Liste der Top-5 Mythen & ihrer Widerlegungen gefunden, die ich euch hier gern mal, ins Deutsche übersetzt, wiedergebe:

  • Mythos 1: Du bekommst nicht genug Protein.

    Die Wahrheit: Es gibt keinen Zustand namens Proteinmangel. Es gibt nur Unterernährung/quantitave Mangelernährung (Protein-Energie-Mangelernährung, PEM). Daran leiden hungernde Menschen, Muskeln & Organe verkümmern dadurch & die Gesundheit ist ernsthaft gefährdet. Frag einen beliebigen Arzt oder Ernährungsberater, ob es möglich ist, zu wenig Protein zu bekommen wenn du genug Kalorien aufnimmst. Es ist unmöglich.

    Es ist leicht, Protein zu bekommen ohne tierische Produkte zu essen. Die meisten von uns essen ohnehin mehr Protein (& Kalorien) als wir brauchen – etwa 100 Gramm pro Tag. Die Empfehlung der Amerikanischen Gesundheitsbehörde liegt bei 50 Gramm und viele Ernährungsexperten sagen sogar 30 Gramm – die schon in einer einzigen Portion Bohnen & Reis enthalten sind.

  • Mythos 2: Es ist langweilig, vegan zu essen.

    Die Wahrheit: Stell dir eine Ernährung ohne Früchte, Gemüse und Getreide vor, nur Fleisch & Milchprodukte den ganzen Tag – das wäre langweilig! Nutze für den Übergang fleischähnliche Nahrungsmittel wie Pilze und Linsen. Wenn du dein Augenmerk auf den Überfluss an Möglichkeiten richtest statt mit einem Gefühl der Einschränkung an die Sache heranzugehen, wird veganes Essen alles andere als langweilig sein.

  • Mythos 3: Du wirst die ganze Zeit Hunger haben.

    Die Wahrheit: Es gibt viele herzhafte Elemente in der veganen Ernährung, sie Nüsse, Samen, Pilze, Bohnen, Reis & Getreide. Du wirst dich nicht nur voll sondern auch gut genährt fühlen.

  • Mythos 4: Eier und Milchprodukte aufzugeben ist Folter.

    Die Wahrheit: Ist eine Operation am offenen Herzen nicht schlimmer? Oder gehörst du zu der Mehrheit von Menschen, die sich gern selbst mit „mir wird das nicht passieren“ betrügen? Die Menge von Cholesterin und gesättigten Fetten in Käse und Eiern ist unglaublich hoch im Vergleich zu pflanzlichen Fettquellen (und du kannst kein Cholesterin in Gemüse finden; das gibt es nur in tierischen Produkten). Was hälst du davon, bei deinem nächsten Sandwich den Käse durch Oliven und Tomaten zu ersetzen? Probier Sojamilch oder Nussmilch und tausche das Omelett durch Pilze und Paprika aus.

  • Mythos 5: Ganz oder gar nicht – etwas anderes bringt’s nicht.

    Die Wahrheit: Selbst wenn du nur an zwei Tagen pro Woche auf tierische Produkte verzichtest, macht das einen großen Unterschied für deine Gesundheit & für die Gesundheit des Planeten. Einen radikalen Umbruch zu erzwingen, den du nicht durchhalten kannst, macht keinen Sinn. Entspann dich & geh in einem Tempo vor, das sich für dich gut anfühlt. Mit dem veganen Essen anzufangen bringt dich auf den Geschmack und die Chancen stehen gut, dass, wenn du es Teilzeit anfängst, du es ausdehnen willst. Das nennt sich „Flexitarierismus“ (Flexitarianism).

Inspirierend: 90-jähriger Roh-Veganer

Vaghe Danielyan, geboren 1920 in Konstantinopel, ernährt sich seit 1963 roh und vegan. Seitdem seine Frau Nina ihm das berühmte Buch von Aterhov: Arshavir ter Hovannessian in die Hand gedrückt hatte. Er betreibt Yoga und läuft täglich vor dem Frühstück. Sein Aussehen entspricht etwa dem eines 65-jährigen & er ist offensichtlich fitter als ich. Noch im vergangenen Jahr ist er einen Marathon mitgelaufen, bei dem er als der älteste Teilnehmer als 54. ins Ziel kam. Seine Ernährung besteht aus Früchten, Nüssen & Gemüsen/Grünzeug. Bevor er zur Rohkost kam, war er nach vielen Jahren in erst deutscher Kriegsgefangenschaft, dann sowjetischer Inhaftierung mit grauenhafter Ernährung in desolater Verfassung. Vegane Rohkost, körperliches Training & eine positive Lebenseinstellung haben seinen Körper regeneriert, ihm seine Gesundheit zurückgegeben. Und bis heute erhalten! Hat hier noch irgendjemand Sorge vor Mängeln durch vegane rohe Ernährung???

So beschreibt Danielyan selbst seine Lebensweise:

Ich habe das Buch wieder und wieder gelesen. Und mich entschieden, mein Leben zu ändern. Seitdem lebe ich ein neues Leben. Zuerst habe ich mein überschüssiges Gewicht verloren, dann begann mein Körper sich zu reinigen. Ich bekam all diese Bläschen & Ausschläge. Aber ich war froh, weil ich wusste, dass mein Körper sich selbst wieder heilte. … Ich wachte auf und fühlte mich, als könne ich fliegen. Ich hatte das Gefühl, laufen zu müssen. … Ich habe seit über 45 Jahren keinen Arzt gesehen. … Alles Wasser, was ich brauche, bekomme ich aus Früchten und Gemüsen.
Mein Frühstück besteht aus Früchten. Ich esse jede Frucht, die gerade in Saison ist. Wenn die Frucht süß ist, esse ich ein Pfund davon. Ist sie es nicht, esse ich etwas mehr. Ich versuche, auch mittags Früchte zu essen. Später esse ich Salate bis 6 Uhr nachmittags, mit Zitrone und Körnern als geschmackliche Verfeinerung. Ich kaue langsam. Wenn ich nachts Hunger bekomme, esse ich getrocknete Früchte.

Ein Mensch sollte freundlich sein und anderen Gutes wünschen. Alles beginnt mit der Gesundheit der inneren Organe und endet mit der Gesundheit des Geistes.
Ich träume noch immer davon, die Welt zu umsegeln und so vielen Menschen zu helfen, wie ich nur kann, eine gesunde Lebensweise für sich aufzubauen.

Das Buch von Aterhov – eine sehr empfehlenswerte Lektüre! – könnt ihr euch kostenlos als PDF hier herunterladen.

Mehr über Vaghe Danielyan findet ihr unter anderem bei fruitarians.net (english) und bei vivirdivinamente (español).

Kalorien, natürliches Essen und andere Fragen

In letzter Zeit sind zu dem, was ich hier so über unser Essen schreibe, verschiedene Fragen & Kommentare angekommen. Zu denen ich heute gern mal was schreiben möchte.

Zum einen ist da die immer wiederkehrende Frage nach dem ausreichenden Kaloriengehalt bzw Nährwert unseres Essens. Hier im Blog verzichte ich absichtlich auf Angaben zu unseren Essensmengen – zu unterschiedlich ist der individuelle Bedarf um satt zu werden! Abhängig von Körpergröße, Lebensumständen, körperlicher Aktivität, besonderen Lebensphasen wie Wachstum, Stillzeit etc und weiteren Faktoren. Ihr könnt euch sicher sein, dass wir immer genug essen um satt zu werden 🙂

Jedoch messe, wiege, analysiere und berechne ich unser Essen nicht. Weder im Hinblick auf die Kalorien noch auf den Gehalt an Vitalstoffen oder sonst irgendwas. Wir essen nach Appetit und Hunger und ich bin absolut sicher, dass wir damit genug & alles, was unsere Körper brauchen, bekommen!

Mehr zu diesem Thema findet ihr auch in folgenden Artikeln:

Kalorienbedarf 27 Bananen?
Figur, Gewicht, Bedarf
Ein anderes Ernährungsparadigma

Falls beim Leben in unserer relativ unnatürlichen Umgebung mal Fragen zur Richtigkeit auftauchen sollten, verweise ich auf die Natur – „Wie wäre das jetzt, wenn wir wahrhaft natürlich leben würden?“. Über die Grundlagen dieser Betrachtungsweise (& damit dem Einstieg in unsere Art der Ernährung) schreibt meine liebe Affenfreundin übrigens seit einiger Zeit einen sehr unterhaltsamen Blog: Mein Affenexperiment. Vor einigen Tagen zum Beispiel die einfache & einleuchtende Erklärung, warum wir Menschen keine Fleischfresser sind.

Weshalb ich auch glaube, dass diejenigen, die beharrlich auf ihren Instinkt verweisen, der sie dazu treibe, Tierleichen zu essen, in Wirklichkeit nicht ihrem Instinkt folgen, sondern entweder ihrer Konditionierung (man könnte auch sagen: Sucht) aus früheren Jahren folgen – denn wir von uns ist schon von Kindheit an vegetarisch/vegan? – oder auf die Verführung/Gehirnwäsche durch die Welt um uns herum hereinfallen. Anschaulich formuliert in diesem Zitat (dessen Quelle mir leider verloren gegangen ist):

„Gib einem Kind eine Möhre und ein Kaninchen. Wenn es der Möhre spielt und das Kaninchen isst, schenke ich dir einen RollsRoyce.“

Womit ich bei einer weiteren Frage angekommen bin: die Natürlichkeit unserer Ernährung. Obwohl wir uns definitiv roh ernähren, ist das, was ihr auf den Fotos hier im Blog oft seht, häufig nicht mehr wirklich Nahrung in ihrer natürlichen Form. Warum mache ich das? Wo ich doch, wie ich es immer wieder betone, die Nahrungsmittel in ihrer natürlichen Form am liebsten mag? Das ist wirklich so – ich habe am liebsten einfach eine Frucht & Grünzeug in der Hand und beisse hinein. Wofür dann der Aufwand – denn: ja, es ist wirklich Aufwand. Mixen, Schneiden, Dekorieren oder gar Zubereitungen zur rohen Imitation von bekannten Kochkost-Gerichten brauchen mindestens genauso viel Zeit wie Kochen (doch zumindestens ist das Ergebnis weitaus besser 🙂 & fühlt sich vor allem viel besser an im Bauch!)

Wer Rohkost mit Kind(ern) in unserer Welt lebt, weiss warum: meine Tochter liebt die Rohkost, die Früchte, Essen direkt aus der Natur, Wildkräuter, Algen … und sie isst voller Genuss aus dem Angebot dessen, was die Natur für uns bereithält. Ich sorge dafür, dass dieses Angebot immer möglichst breit gefächert ist. Ist es mal nicht so groß, dann hilft das Zubereiten, ihr Bedürfnis nach Abwechslung zu erfüllen. Denn: wir leben nun mal nicht im tropischen Urwald oder auf einer weit abgelegenen Finca, sondern mitten in einer … nennen wir sie mal „zivilisierten“ Umgebung. Umgeben von Kochköstlern, Lebensmittelgeschäften, Werbung … wohin wir schauen, sehen wir, was der Rest der Welt für essbar hält. Kinder, zumindestens meine Tochter, sind neugierig. Sie findet rosa überzogene Muffins auf M*acDonalds-Plakaten schön und all die bunten Süßigkeiten im Supermarktregal, in HelloK*itty-Verpackungen und ähnlichem. Wenn der große Bruder sich Chips kauft oder die anderen Kinder nach der Ballettstunde Kekse teilen, will sie wissen, wie das wohl schmeckt. Sie ist stark genug, „anders“ zu sein – aber es fällt ihr leichter & macht ihr vor allem viel mehr Spaß, wenn auch ihr Essen mal so bunt & schillernd aussieht. Die Freude am wahrhaft natürlichen Essen verliert sie dabei übrigens ganz und gar nicht … unvergleichlich auch für sie der Genuss einer frisch gepflückten Orange oder der momentan köstlichen Platterbsenblätter, von denen sie gar nicht genug bekommen kann!

So bleibt unser Speiseplan weiterhin abwechslungsreich und den individuellen Vorlieben & Bedürfnissen entsprechend gemischt.

Vegane Rohkost für SportlerInnen

(Übersetzung eines Artikels aus der „Exercise Psychology Review“ von Neil.)

Können Sportler von einer rohköstlichen Ernährung profitieren?

Die Antwort auf diese Frage ist ein eindeutiges JA!

Die meisten Bücher und anderen Quellen über Sportlerernährung empfehlen den Sportlern, viele Kohlehydrate aus Pasta, Brot und anderen Getreideprodukten zu essen, um ihre Glykogenspeicher zu füllen.

Ein Problem ist, dass die meisten Individuen empfindlich auf diese Lebensmittel reagieren. Es stellt sich sogar die Frage, ob der menschliche Körper Getreide überhaupt richtig verdauen kann.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich euch sagen, dass ein großer Teller Pasta vor einem Spiel mich müde und lethargisch macht und innerhalb weniger Stunden zum Verlangen nach einfachen Zuckern führt.

Wie kann also eine Rohkosternährung von Vorteil für Sportler sein?

Da ich professionell Fußball gespielt habe und mich dabei zunächst von Pasta und Brot ernährt habe und dann zu einer überwiegenden Rohkosternährung übergegangen bin, kann ich euch aus erster Hand berichten, dass das Essen von mehr rohen Nahrungsmitteln einen großen Unterschied für eure Leistungsfähigkeit und eure Regenerationsfähigkeit bedeuten kann.

Zunächst einmal stecken die Nahrungsmittel voller Enzyme. Diese Enzyme erleichtern die Verdauung, was bedeutet, dass euer Körper sich nach den Mahlzeiten nicht aufgebläht und lethargisch fühlt. Es bedeutet außerdem, dass der Körper mehr Energie für Erholung und Regeneration verwenden kann statt für Verdauung!

Zweitens wird der Körper enorm an Alkalität (Basizität) gewinnen.

Warum ist Alkalität so wichtig für Sportler (oder vielmehr für jeden anderen auch)? Nun, eine alkalische Umgebung fördert eine hohe Sauerstoffzufuhr. Wenn man bedenkt, dass Sauerstoff für Energie und Körperbewegung benötigt wird, sollte die Antwort klar sein.

Außerdem können Krankheiten in einer alkalischen, sauerstoffreichen Umgebung nicht gedeihen. Das haben zahlreiche Nobelpreisgewinner, u. a. Otto Warburg und Linus Pauling, gezeigt.

Sauerstoff ist notwendig für Leistung. Alkalische Nahrung (Früchte und Gemüse) reichern deinen Körper mit Sauerstoff an!

Drittens: du brauchst kein Fleisch um stark zu sein!

Professor Irving Fisher veröffentlichte im Yale Medical Journal die Ergebnisse einer Studie, in der er Ausdauer und Kraft von fleischessenden Sportlern mit denen von Vegetariern (sowohl Sportler als auch sich wenig bewegende Menschen) verglichen hat.
Die Studie ergab, dass von den 3 getesteten Gruppen (fleischessende Sportler, vegetarische Sportler und vegetarische Nicht-Sportler) die Ausdauer der Vegetarier (einschliesslich der Nicht-Sportler) doppelt so groß war wie die der sportlichen Fleischesser.

Ein deutlicher Beweis dafür, dass eine fleischlose Ernährung zu größerer Ausdauer beiträgt.

Diverse Studien haben zu ähnlichen Ergebnissen geführt, einschließlich die von Dr. Ioteyko von der Academie de Medicine de Paris, in welcher vegetarische Sportler 2 bis 3mal soviel Ausdauer wie ihre fleischessenden Rivalen bewiesen und nur ein Fünftel der Erholungszeit benötigten!

Hier sind ein paar Beispiele für Sportler, bei denen sich die Rohkosternährung tatsächlich positiv ausgewirkt hat:

  • einer der weltbesten Turner: Dan Milman
  • “Mr. International” Bodybuilding Sieger Andreas Cahling
  • Tennisstar Martina Navratilova
  • Olympiasieger Carl Lewis
  • Football Hall-of-Famer Art Still
  • Vierfacher “Mr. Universe” -Titelinhaber Bill Pearl
  • Schwimm-Weltrekordler Bill Pickering
  • Weltklasse Marathonläuferin Gail Olinekova
  • kanadischer Triathlon-Champion Brendan Brazier

Wenn du Sportler bist (oder in deiner Freizeit Sport treibst) und mehr Energie, mehr Kraft, größere Ausdauer haben willst und deine Gesamtleistung verbessern willst, wird mehr Rohkost in deiner Ernährung sehr vorteilhaft sein.

Versuch es selbst und erfahre den Unterschied!

Referenzen:

Fisher, I. (1907). The influence of flesh eating on endurance. Yale Medical Journal, 13(5): 205-221.

Ioteyko, J et al. Enquete scientifique sur les vegetarians de Bruxelles, Henri Lamertin, Brussels, p. 50.

Das englischsprachige Original dieses Artikels findet ihr hier.