Instinktiv vegan

Instinktive Auswahl deiner Nahrung, das heisst, dass du auf deinen Instinkt, deinen Körper & dessen Weisheit, deine Ernährungsintuition hörst. Das funktioniert allerdings nur bei natürlicher, naturbelassener, unverabeiteter Nahrung, da jede Art von Verarbeitung, Mischen, Mixen etc. die Sinne verwirrt. Obwohl die instinktive Rohkost meist als Gegenpol zur veganen Rohkost beschrieben wird; Instinktos also auch Tierisches in ihre Nahrungspalette mit einbeziehen, lässt sich meiner Meinung nach auch die vegane Rohkost instinktiv praktizieren. Fleischesser bezweifeln das gern bzw. unterstellen schon bei der Entscheidung für vegan die Schere im Kopf, die anderes, also Ei, Tiermilch, tote Tiere, einfach nicht zulässt. Doch könnte es nicht genau anders herum sein? Wenn du ganz ehrlich mit dir bist und tatsächlich mal all das, was du im Laufe deines Lebens zu verdrängen gelernt hast, wieder zulässt, an dich heranlässt, und auch die sogenannte „tierische Nahrung“ mal im Ursprung ansiehst – also nicht erst als mehr oder weniger für den Verzehr vorbereitetes Stück Fleisch, sondern als lebendes Wesen – würde dich dann nicht dein Instinkt als mitfühlendes Lebewesen direkt zu einer veganen Ernährung führen?

Im Rahmen einer natürlichen, naturbelassenen Ernährung halte ich den instinktiven Ansatz in jedem Fall langfristig für den einzig sinnvollen Weg. Folge deiner (Körper-)intuition! Nicht nur, wenn es um die Ernährung geht übrigens.

Ich esse selbst bekanntlich die meiste Zeit über nicht ausschließlich mono und unverarbeitet, obwohl ich weiss, dass mir damit am Besten geht. Ich bereite einfach so gerne zu, gestalte mein Essen & habe Spaß daran, neue Rezepte zu entwickeln. Doch insgesamt ist meine Ernährung meistens schon sehr einfach; viele Mono-Mahlzeiten, bei gemischten Mahlzeiten esse ich häufig die unterschiedlichen Sachen nacheinander und nicht wild durcheinander, und wenn ich zubereite, dann meist aus sehr wenigen Zutaten, fast ausschließlich unverarbeitete Zutaten, und ich probiere vor dem Mixen und Mischen, ob mir die einzelnen Bestandteile auch für sich schmecken. Letzteres finde ich absolut essentiell! Ein Nahrungsmittel, das dir einzeln nicht schmeckt, in einen Smoothie oder etwas anderes hineinzumischen, um es auf diesem Weg sozusagen in deinen Körper hineinzuschmuggeln, obwohl der dir doch vorher deutlich gesagt hat, dass er es in diesem Moment gerade gar nicht möchte, finde ich total hirnrissig. Respektiere die Signale deines Körpers ebenso wie die deiner Seele, statt einfach darüber hinwegzugehen!

Gut, zurück zur instinktiven Ernährung. Inwiefern kann die denn nun auch vegan vollständig sein? Schauen wir uns doch einmal an, wie sich die Intuition des Körpers bei der Nahrungsauswahl äußert. Zur Beurteilung, ob du etwas in diesem Moment essen möchtest, nutzt du deine Sinne. Und erhältst somit diverse Eindrücke von der angebotenen Nahrung:

  • ist es optisch anziehend?
  • fühlt es sich bei Berührung mit deiner Haut angenehm an? (taktil)
  • riecht es gut? (olfatorisch)
  • Schmeckt es gut? (gustatorisch)
  • Kannst du die Energie des Nahrungsmittels wahrnehmen, macht es dich glücklich es zu essen? (metaphysisch)

Diese Äußerungen sollten übrigens nicht nur vor Beginn sondern auch während des Essens beachtet werden. D. h., du sollst auf keinen Fall zwecks besseren Wetters deinen Teller leer essen, sondern im Gegenteil sofort aufhören, wenn der positive Eindruck während des Essens umschlägt.

Diese letzte Äußerung meiner Körperintuition – das Wahrnehmen der Energie und die Frage, ob mich das Essen glücklich macht bzw. machen würde – lässt mich Tierisches ausschließen. Ja, ich kann die Energie wahrnehmen. Die Energie von LEBEWESEN. Die genauso wenig Nahrungsmittel für mich sind wie du es bist. Und die genauso gern leben wie du und ich. Bist du dir übrigens dessen bewusst, dass du, wenn du Fleisch isst, tatsächlich die Energien des getöteten Lebewesens mit aufnimmst? All das, was sie erlebt haben, die Angst, der Horror, wenn sie getötet werden. Je nach Herkunft auch Schrecken/Angst/Leid ihrer vorhergehenden Lebensbedingungen.)

Und ja, ich bin mir bewusst, dass Pflanzen ebenfalls Lebewesen sind, mit Gefühlen. Allerdings kann ich von den Pflanzen essen, ohne sie zu töten – und praktiziere das mit meiner Ernährung zu mindestens 90% auch so. Ich esse Früchte und Beeren: die zu Ernten schadet den produzierenden Pflanzen nicht, im Gegenteil. Ich helfe ihnen damit, ihre Samen in der Welt zu verbreiten und sich so fortzupflanzen. Nun ja, letzteres gilt natürlich nur, solange ich Kompostklos oder Ähnliches nutze. 😉 Bei Wildkräutern pflücke ich immer nur Teile der Pflanze, vorsichtig, so dass sie weiter leben und wachsen kann. Ebenso mache ich es mit Salat, wann immer ich die Gelegenheit habe, ihn selbst zu ernten. Wenn ich mein Essen kaufen muss und einen Salat kaufe, ist der natürlich komplett abgeschnitten worden. Nüsse und Samen esse ich eher wenig. Hierbei töte ich dann natürlich den Anfang einer potentiellen neuen Pflanze. Wurzeln zu essen (tu ich so gut wie nie) tötet logischerweise ebenfalls die Pflanze. Insgesamt versuche ich, so wenig Schaden wie möglich anzurichten, und es scheint mir durchaus so zu sein, dass ich mit dieser Ernährung weit weniger Schaden zufüge als wenn ich Tiere essen würde. (Ganz zu schweigen davon, dass ja für die Aufzucht der Tiere, die als Nahrung für Menschen produziert werden, auch Unmengen von Pflanzen zum Füttern getötet werden. Wieviele Pflanzen sterben für ein Kilo Fleisch auf deinem Teller?) Bezüglich tierischer „Nahrung“ sollte meiner Meinung nach die oben beschriebene instinktive Beurteilung beim lebenden Tier erfolgen und nicht erst beim getöteten, zerlegten. Früchte und Gemüse werden ja auch ganz beurteilt und nicht vorher irgendwie angerichtet. Doch auch bei sozusagen verzehrfertig bereitgestellten Leichenteilen sagt mir mein Körper über mehrere der oben gelisteten Wege ganz deutlich, dass er das nicht essen möchte.

Es sind also nicht „nur“ ethische Gründe geschweige denn irgendwelche ideologischen Dogmen. Bislang habe ich nicht das Gefühl, dass es meinem Körper dadurch an irgend etwas mangelt. Sollte sich das einmal ändern, oder sollte mein Körper mir doch einmal Verlangen nach etwas Tierischem signalisieren, würde ich allerdings zunächst einmal genauer hinsehen, wonach genau er denn da verlangt. Ob es bestimmte Nährstoffe sind (die sich auch aus anderen Quellen aufnehmen lassen) oder ob vielleicht emotionale Verknüpfungen dahinter stecken. Momentan glaube ich, dass ich einem solchen Impuls nur dann folgen würde, wenn er tatsächlich beim Anblick eines lebenden Tieres auftauchen würde und die Bereitschaft zu töten beinhaltete.

Kürzlich hatte ich ein merkwürdiges Erlebnis: ich sah im Kühlregal in einem Bioladen einen geräucherten Fisch liegen und hatte urplötzlich Appetit auf den Geschmack von geräuchertem Fisch. Das ist mir zum ersten Mal passiert, seit ich aufgehört habe, Fisch zu essen – was nun immerhin schon viele Jahre zurückliegt. Dieses Erlebnis hat mich zuerst sehr verwirrt. Und erschreckt, mir Angst gemacht, vor mir selbst. So ein Moment also, in dem ich die Wahl hatte: Schau ich genauer hin, was da in mir leben könnte & was ich vielleicht nicht sehen will, weil es meinem Ideal von mir selbst nicht entspricht? Schau ich genauer hin, auf die Gefahr hin, zu erkennen & zugeben zu müssen, dass ich mich geirrt habe? Oder verdränge ich diese kurze Aufflackern lieber ganz schnell, um mein Ego zu retten? Ich hab mich für das genauer hinschauen entschieden. Hab darüber nachgespürt: War das nun einfach nur eine Erinnerung meines Körpers an vergangene Genüsse, den geschmacklichen Reiz, oder vielleicht doch ein Hinweis, dass es meinem Körper an irgendetwas fehlt? Falls so, was brauchte mein Körper in dem Moment? Mehr Fett, Omega 3 vielleicht? Oder tatsächlich Fisch? Ein zweiter, gründlicherer Blick auf den toten Fisch, unter Berücksichtigung der oben gelisteten Kriterien ergab ein eindeutiges Nein. Ganz zu schweigen vom Ansehen lebender Fische, verbunden mit der Beurteilung durch meine Sinne. Die Vorstellung, einen Fisch zu töten, oder ein anderes Tier, und dann entsprechend weiter zu verfahren, um an das Fleisch heranzukommen … das pure Grauen. Wie viele Fleischesser*innen wohl tatsächlich dazu in der Lage wären?

Fisch habe ich also nicht gegessen & möchte das auch eindeutig nicht tun. Was ich tatsächlich, zur Überprüfung meiner Wahrnehmungen, meiner Körpersignale, ausprobiert habe, ist Ei. Zwar hatte ich, seit ich vegan lebe, also jetzt seit über 12 Jahren, niemals Verlangen nach Ei. Der Gedanke, damit ggfs mal auszuprobieren, ob mein Körper tatsächlich Tierisches braucht, ist immer mal wieder in meinem Kopf aufgetaucht. (Ausgelöst durch Bemerkungen oder Erzählungen anderer Menschen, die, aus welchen Gründen auch immer, während der von ihnen veganen Ernährung gesundheitliche Probleme bekommen haben.) Im Kontext einer total natürlichen Lebensweise könnte ich mir auch vorstellen, dass mensch einfacher mal an ein (zufällig gefundenes) Ei kommt als z. B. an Honig. Ganz zu schweigen vom Fleisch anderer Lebewesen, welches ja das Töten derselben voraussetzt. Eier sind in meiner Ernährung übrigens früher schon irgendwie aufgefallen. Im Alter von 12 oder 13, noch lange, bevor ich mich für eine vegetarische Lebensweise entschieden habe, konnte ich von einem Tag auf den anderen keine Eier mehr essen. Weil ich beim Anblick eines Eis sofort das Bild des Kükens, das doch eigentlich daraus wachsen sollte, vor Augen hatte. Jahrelang habe ich also Eier (bei ansonsten unveränderter und unhinterfragter Ernährungsweise) nicht mehr angerührt. Irgendwann hab ich dann doch wieder angefangen sie zu essen, und während der Schwangerschaft mit der Tochter hatte ich sogar unglaubliche Gelüste auf Eier und habe ziemlich viele gegessen. Seitdem aber auch nie wieder. Jetzt also. Ei. Ich habe mir von einem nahegelegenen Bio-Bauernhof ein paar von natürlich ernährten und freilaufenden Hühnern gelegte Eier besorgt. Habe die Blockaden in meinem Kopf losgelassen und, die metaphysischen Äußerungen meines Körpers ignorierend, ein Ei aufgeschlagen und von dem Eigelb probiert. Es war nicht schlimm, also nicht eklig oder so. Hat so geschmeckt, wie ich den Geschmack von Ei in Erinnerung hatte (wenngleich ich sie früher nie roh gegessen habe). Es hat aber auch absolut nicht nach mehr gerufen. Nichts mit himmlischer Phase oder auch nur dem Verlangen weiterzuessen. Keinerlei Hinweis meines Körpers, dass er da etwas bekommt, was er lange vermisst hätte. Zum Vergleich: viele Früchte, süße und andere, und auch viele Wildkräuter, wenn ich sie zum ersten Mal gegessen habe oder nach langer Pause wieder, bewirken tatsächlich dieses „Gib mir mehr davon“-Verlangen bei mir. Den himmlischen Geschmack. Deutliche Zeichen, dass mein Körper darin etwas findet, was er braucht. Davon war bei dem Ei absolut nichts zu bemerken. Ich habe das eine Eigelb aufgegessen und abgewartet, was passiert. Nach etwa einer Stunde hatte ich wieder Hunger und habe dann Grünzeug gegessen. Auf mehr Ei hatte ich null Appetit, auch am nächsten Tag nicht. Im Gegenteil, am nächsten Tag empfand ich die Vorstellung, erneut Ei zu essen als abstoßend und habe die übrigen Eier dann weggegeben. Die einzige erkennbare körperliche Folge des gegessenen Eis war eine leicht gebremste Verdauung. Auch hatte ich in den folgenden Tagen eine seelisch-emotional sehr extreme Erfahrung; allerdings passiert da bei mir im letzten Jahr ständig so viel, dass ich nicht wirklich sagen kann, ob es da einen Zusammenhang gab.

Soviel also dazu. Ohne auf andere Menschen verallgemeinern zu wollen: für mich bestätigen diese Erlebnisse sowie alle intuitiven Signale aus meinem Inneren, dass ich mit meiner veganen Ernährung auf dem für mich richtigen Weg bin.

Disziplin … für ein besseres Leben

Freies Leben … das heisst nicht, ignorant in der Gegend abzuhängen und nichts zu tun. Wirkliche Freiheit beinhaltet, mehr noch als die Freiheit von äußeren Zwängen & Einschränkungen, frei zu sein von inneren Zwängen. Von Ängsten, selbstgesetzten Grenzen, die dich daran hindern, so zu leben, wie du es eigentlich willst. Dein volles Potential zu leben. Um das zu erreichen, braucht es ein bewusstes Leben. Pflege nicht nur deines Körpers sondern auch deiner Seele, Auseinandersetzung mit all deinen Bedürfnissen & Emotionen.

Selbst wenn spirituelle Weiterentwicklung nicht zu deinen Hauptinteressen gehört: schon für dein körperliches optimales Wohlbefinden & Gesundheit ist es nötig, dich über deinen Körper hinaus auch um deine Seele und deinen Geist zu kümmern. Fütterst du z. B. ständig deinen Körper mit Nahrung, obwohl eigentlich deine Seele hungert? Versuchst du, unangenehme Emotionen mittels Schokolade & Co zu betäuben? Selbst mit der gesündesten Ernährung der Welt wird das auf die Dauer nicht gut tun!

Auch wenn „Freiheit“ & „Disziplin“ für dich auf den ersten Blick konträr zu sein scheinen: für wirkliche Freiheit ist eine bestimmte Disziplin erforderlich. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, dir von außen verordnete Regeln zu befolgen. Sondern um eine selbstgewählte Disziplin. So wie das Wasser sich seinen Weg von der Quelle zum Meer sucht. Es wählt den Weg selbst und folgt ihm dann auch, um sein Ziel zu erreichen! Es fliesst immer so, wie es am einfachsten geht und überwindet dabei, wenn nötig, Hindernisse. Genauso ist es mit der Disziplin, die wir benötigen, damit es uns gut geht. Das Richtige zu tun, fühlt sich gut und einfach an. Doch es braucht zuerst deine Entscheidung, deine Entschlossenheit, deinen Fokus und deine Bereitschaft, deine Komfortzone zu verlassen!

Es geht um die Disziplin, die dein Körper & dein Herz dir vorgeben. Dein Körper weiss, was er braucht, damit es ihm gut geht. Ebenso dein Herz. Achte auf dich, horche in dich hinein & sorge für dich, indem du auf deinen Körper & dein Herz hörst. Es ist nicht wirklich dein Verstand, der dir diese Disziplin vorgibt. Sondern dein Gefühl.

Genauso wie das Wasser kannst du dir den für dich passenden Weg suchen. Um deine Ziele (wie z. B. körperliche Gesundheit, seelische Weiterentwicklung, geistige Freiheit) zu erreichen. Sei dabei liebevoll zu dir selbst! Liebevoll heisst, dich selbst zu bestärken in deinen Vorhaben. Fest zu sein & dich zu fordern, ohne dich in irgendwelche Dogmen zu verrennen. Verurteile dich nicht, wenn es nicht immer alles perfekt gelingt. Versuche es weiter, lasse deine Disziplinen sich ggfs anpassen an das, was zu diesem Zeitpunkt für dich passt.

Ein paar Vorschläge für „Disziplinen“, die du in dein Leben integrieren könntest:

  • Iss einfach & leicht, pflanzlich, so unverarbeitet wie möglich, so viel roh wie möglich. Früchte & vor allem viel Grünes & Gemüse. Richte deine Mahlzeiten auch für dich selbst liebe-voll an.
    24dinner
  • Führe ein aktives und dich stärkendes Leben. Bewege dich viel & verbringe am besten täglich soviel Zeit in der Natur wie möglich. Behandle alle Lebewesen (Menschen, Tiere (auch die kleinsten), Pflanzen) mit dem gleichen Respekt und der gleichen Fürsorge.
    botanico02

    Entwickle ein Gefühl der Verbindung zur echten, natürliche Welt & lass nicht die Technik und die virtuelle Welt, die sozialen Netzwerke, dein Leben dominieren. Fokussiere dich darauf, für dich & deine Umgebung (deine Kinder, deine Lieben, deine Freund*innen, alle) ein inspirierendes, freudvolles Leben zu kreieren.
  • Spreche so positiv wie möglich. Teile die guten Nachrichten statt des Jammerns & Beschwerens. Statt zu kritisieren, zu verurteilen & recht haben zu wollen, versuche zu verstehen. Sei ehrlich, aber sanft & liebevoll. Zuhören ist wichtiger als reden, und am besten hört es sich mit dem Herzen.
  • Beginne & beende jeden Tag mit Dankbarkeit. Dankbarkeit für das, was du hast. Ein Zuhause, ein Bett, Essen auf deinem Tisch & Freund*innen, denen du wichtig bist. Selbst wenn es manchmal nur die Dankbarkeit dafür ist, aufzuwachen oder den Tag überstanden zu haben. Fokussiere deine Gedanken darauf, wie du mehr Liebe in diese Welt bringen kannst. Was du tun kannst, um jemandes Tag besser zu machen. Selbst wenn es nur scheinbare Kleinigkeiten sind – dein Lächeln auf der Straße zu jemand Unbekanntem kann dessen Tag retten!

Danke dir fürs Lesen! <3


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Fruchtige Dekadenz

DAS Highlight im Rohkost Café diesen Monat war für mich eindeutig dies hier:

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Oh ja, ich bin stolz auf meine Kreation 🙂 … Sieht toll aus & hat wirklich köstlich geschmeckt.

Vier Zutaten nur, Frucht & Schokolade (das Thema des Monats 😉 ). Roh, vegan, fettarm.

Weitere wundervolle Rezepte findest du in meinem eBooks – schau dich einfach mal um.

Rohen Kakao (& anderes) für meine Zubereitungen kaufe ich hier.

Was von dem, was du hier so gesehen hast in den letzten Wochen hat DIR am Besten gefallen?


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Schoko mit Sahne

In meiner Kindheit gab es solche Schokopuddings im Kühlregal im Supermarkt. D*any plus Sahne hiessen sie, glaube ich. Ich fand die optisch immer so verlockend. Und war ziemlich enttäuscht, dass sie mir gar nicht schmeckten. Kein Wunder eigentlich, bei den Inhaltsstoffen ;). Heute mache ich mir meine Schoko plus Sahne Puddinge selbst … und die sehen dann nicht nur toll aus, sondern schmecken auch so! Und sind noch dazu „gesund“ … aus wenigen Zutaten, drei in diesem Fall, nur Früchte und Kakao, voller Vitalstoffe … einfach jammie! 🙂

Errätst du die Zutaten? Kakao ist klar, was mag noch darin sein?

Love & Peace Food: roh veganer Schoko-Pudding mit Sahne
Lust auf Pudding? Schoko mit Sahne?

Lust auf Pudding? Schoko mit Sahne?

Übrigens: falls du noch leckere, rohköstliche Rezepte für die (Vor-)Weihnachtszeit suchst, schau dich doch mal bei meinem eBooks um! Da findest du leckere Plätzchen-Rezepte, festliche Süßspeisen und, für alle, die es fettarm & fruchtig mögen, süße fruchtige Rezepte, die rund ums Jahr gut schmecken.

Willst du die Welt retten?

Dann überleg dir gut, wie du deine Energie am sinnvollsten dafür einsetzt! Denn was den Planeten in rapidem Tempo zerstört, ist die Viehwirtschaft.

Du kannst kürzer duschen, aber für 1 Pfund Rindfleisch werden 2.500 Gallonen (= ca. 9.500 Liter) Wasser verbraucht!

Du kannst einen Baum pflanzen, aber jede Sekunde werden 1-2 Acre (= ca. 0,4-0,8 Hektar) Regenwald für die Viehwirtschaft gerodet.

Du kannst Radfahren, aber sämtliche Abgase aller Transporte weltweit zusammen produzieren weniger Treibhausgase als die Viehwirtschaft es tut!

Es gibt nur eins, was du tun musst, um den Planeten zu retten: WERDE VEGAN!

In 1 Jahr sparst du

  • 401500 Gallonen Wasser (= ca. 1,5 Mio Liter)
  • 10930 Quadratfuß Land (über 900 Quadratmeter)
  • 7.300 Pfund CO2 (= ca. 3,3 Tonnen)

Peta hat es in einem Video schön zusammengefasst – schau selbst:

Noch weniger Schaden fügst du der Welt hinzu, wenn du auch noch roh isst (ich habe keine Zahlen, aber stell dir die Menge an Energie vor, die ohne Kochen, Backen, Braten etc. eingespart werden kann!) und deine Nahrung möglichst regional, saisonal, unverarbeitet und unverpackt kaufst!

Nicht alles, was vegan zu sein scheint, ist es auch

Es ist ja keineswegs alles vegan, was es auf den ersten Blick zu sein scheint. Das gilt z. B. für Wein, Fruchtsäfte und – wie ich gerade gelernt habe – auch für Essig.

Falls du jetzt ebenso staunst wie ich – schließlich enthält Essig doch keine tierischen Zutaten?!??: tut er auch nicht wirklich. Allerdings wird er, ebenso wie Wein und viele Fruchtsäfte, häufig mit tierischen „Produkten“ geklärt, also gefiltert. Beim Essig handelt es sich dabei um Gelatine, bei Fruchtsäften um Hühnerei. Wie jedeR AllergikerIN weiss, bleiben dabei logischerweise Spuren im Essig bzw. Saft oder Wein zurück. Und selbst wenn nicht, verursacht dieses Herstellungsverfahren doch den Tod bzw. das Leiden von Lebewesen.

Falls es dir also, so wie mir, ebenfalls wichtig ist, auch über deine unmittelbare Ernährung hinaus vegan zu leben und nach Möglichkeit kein Tierleid zu verursachen bzw. zu unterstützen, frag vor dem Kauf von Essig (Wein, Saft) beim Hersteller nach, wie das Produkt gefiltert wird. Alle Essige von Rapunzel z. B. werden nach Aussage des Herstellers durch Kunststoff oder Papier gefiltert – es geht also auch anders!

13 Gründe, kein(e) Vegetarier(in) mehr zu sein

In diesem Artikel geht es mal nicht um Rohkost, sondern um das vegetarische/vegane Leben – aber ich fand ihn so toll, dass ich ihn unbedingt mit dir teilen möchte. Das vollständige englischsprachige Original findest du hier im Vegan Street Blog von Marla Rose – und hier meine Übersetzung:

Nach vielen Jahren als Vegetarierin, kann ich diesen Titel nicht länger für mich in Anspruch nehmen. Bevor du mich verurteilst, lies bitte meine Geschichte.

Ich wuchs als das typische tierliebende Kind auf und sobald ich ein Teenager war und eins und eins zusammenzählte, gab ich das Fleischessen auf und wurde zur Vegetarierin. Ich fühlte mich gerecht! Ich fühlte mich tugendhaft! Ich hatte meinen Weg gefunden!

Die meisten dieser 12 Jahre war ich glücklich und zufrieden. Ich brachte meinen Eiersalat zum Lunch mit zur Arbeit und bestellte die vegetarischen Gerichte, wenn ich mit Freunden ausging. Keine Chicken Wings für diese Tier-Liebhaberin. Mit der Zeit jedoch verging die Leidenschaft dafür, eine Vegetarierin zu sein. Je mehr ich darüber nachdachte, desto weniger bedeutete es mir. Ich hatte das Gefühl, gerade nur das Nötigste zu tun. Schließlich entschied ich mich, das zu tun, was niemand, der mich kannte, je für möglich gehalten hätte. Ich wurde zur Ex-Vegetarierin. Es war ein Prozess mit einigen Höhen und Tiefen; zum Teil deswegen, weil mein Selbstbild so sehr mit dem Vegetarismus verwoben war, aber schließlich gab ich es endgültig auf. Heute muss ich sagen, ich habe mich niemals besser gefühlt: Körper, Geist und Seele.

[…] Hier sind einige Gründe, warum ich heute eine stolze Ex-Vegetarierin bin:

  1. Vegetarierin zu sein war nicht bequem. Das Leiden und die Zerstörung von Eiern und Milchprodukten wurde zu einer unbequemen Wahrheit, die immer schwerer zu ignorieren war. Je mehr ich lernte, desto weniger beruhigend wurden die Rechtfertigungen, was Entschuldigungen sehr unbequem machte.
  2. Ich fühlte mich schwach als Vegetarierin. Das Gefühl, durch die brutale Milch- und Eier-produzierende Industrie kontrolliert zu werden flößte mir nicht das Gefühl von Selbstbestimmtheit ein.
  3. Ich fühlte mich ausgeschlossen. All diese phantastischen Veganer verbesserten die Welt und ich kaute noch immer auf Eiern herum und schlürfte Milch. Ich wollte auf der richtigen Seite stehen, keine Industrien unterstützen, die mir zuwider waren, deshalb wurde ich zur Ex-Vegetarierin.
  4. Ich fühlte mich eingeschränkt. Als mein Interesse am Festhalten an meinen Gewohnheiten größer wurde als meine Sorge um andere Lebewesen oder die Zukunft unseres Planeten, wurde mir klar, dass meine Fähigkeit des Mitgefühls für andere sehr beschränkt war.
  5. Ich hatte Gelüste. Ich verlangte danach, selbstsicher zu sein, von innen getragen zu werden und meine Werte und mein Tun in Einklang zu bringen, aber tierische Produkte zu essen, machte es mir unmöglich dies zu erreichen. Diese Gelüste wurden schlimmer und schlimmer je mehr ich lernte.
  6. Es fühlte sich nicht natürlich an. Gegen meine Werte zu verstoßen, jedesmal wenn ich tierische Produkte aß, verstieß gegen meinen Instinkt, und jedesmal wenn ich es tat, fühlte es sich unnatürlich an, denn ich unterstützte eben die Industrien, die mich ursprünglich dazu gebracht hatten, kein Fleisch mehr zu essen.
  7. I wollte nicht mehr anders sein. Ich wollte nicht anders sein – tatsächlich brauchte ich es, anders zu sein, nämlich meinen eigenen Kompass für meine Moral zu finden, anstatt mich nur einzufügen und nicht aufzufallen.
  8. Ich hörte nicht auf meinen Körper. Mein Gehirn ist ein Teil meines Körpers: mein Gehirn erzählte mir, dass ich verstand, wie schädlich und gewalttätig die tierverarbeitende Industrie ist, und meine Handlungen widersprachen dem, bis ich schließlich zuhörte.
  9. Ich hatte ständig Hunger. Ich hungerte danach, eine tiefere Verbindung zum Planeten und zu anderen zu fühlen; mein inneres Einfühlungsvermögen jedesmal abzuschneiden, wenn ich Tierprodukte aß, betonte meinen Hunger nur noch mehr.
  10. Mir wurde klar, dass es Bauernhoftieren nicht so schlecht geht. Ob jemand Eier von „freilaufenden“ Hühnern oder Käse von „glücklichen Kühen“ isst – mit der landwirtschaftlichen Tierhaltung ist eine Tyrannei von Brutalität, Herrschaft und unnötiger Gewalt verflochten, egal wie die Verpackung aussieht. Außerdem kommt das Fleisch, dass die Menschen essen, von Tieren, die kein bisschen brutaler behandelt werden als die, die wir für ihre Körperflüssigkeiten unterjochen.
  11. Ich wollte nicht unhöflich sein. Die ultimative Unhöflichkeit besteht gewissermaßen darin, sich so zu benehmen, als ob meine vorübergehenden Gelüste mehr wert seien als jemandes Leben. Tatsächlich beschreibt „Unhöflichkeit“ dies nicht einmal annähernd ausreichend.
  12. Es war etwas Spirituelles. Wie konnte ich als spirituelles Wesen funktionieren, wenn ich daran beteiligt war, anderen Schaden zuzufügen? Gewaltlosigkeit, Mitgefühl, Gerechtigkeit, Einfühlung: diese Dinge passen zur Gestaltung eines spirituellen Lebens. Gewalt, Brutalität, Ungerechtigkeit, Selbstbezogenheit? Nicht so sehr.
  13. Und schließlich: es war einfach zu schwer. Es war schwer, meine tieferwerdenen Überzeugungen zu verleugnen. Es war schwer, den Status Quo beizubehalten, wenn mein Wort und mein Selbstrespekt auf dem Spiel standen. Es war schwer, eine Lüge zu unterstützen. Es war schwer, meine Gefühle zu unterdrücken. Es war schwer, zu verleugnen, was ich wusste. Am Ende war es einfach zu schwer, Vegetarierin zu bleiben.

Bitte lass niemanden dich dazu drängen, Vegetarierin zu bleiben. Wie du siehst, bestand ein großer Teil meines Vegetarier-Seins aus nicht hinterfragen Mythen, gewohnheitsmäßigem Benehmen, dem Wunsch anderen zu gefallen und Selbst-Sabotage. Ich schaue zurück auf die Vegetarierin, die ich war und ich weiß, dass ich versucht habe, das Richtige zu tun; ich wusste es einfach nicht besser. Ich war so naiv. Sei nicht wie ich; verschwende nicht lange Jahre als Vegetarierin, wenn du dich weiterentwickeln kannst und zum nächsten logischen Schritt zur Umsetzung deiner Überzeugungen über Freundlichkeit übergehen kannst. Wenn du auf deine innere Weisheit hörst, dich ein bisschen informierst, dich auf dein Mitgefühl einstimmst und in Richtung Zukunft bewegst, kannst du den Selbstbetrug und die schädlichen Praktiken hinter dir lassen.

So wie ich kannst auch du Vegan werden. Heute bin ich stolz zu sagen, dass ich eine ehemalige Vegetarierin bin. Bist du Vegetarier(in)? Vielleicht ist es jetzt auch für dich an der Zeit, den ganzen Weg zu gehen!

Warum wir roh-vegan leben

Warum wir vegan bzw. roh-vegan leben – schön dargestellt in dem Video unten. (Ja, das gab es hier schon mal. Aber es stimmt einfach immer noch 🙂 )

Für die, die kein spanisch verstehen, hier das wesentliche aus dem Inhalt:
1. Wegen der körperlichen Verbesserungen:
– viel mehr Energie,
– Abbau überflüssigen Gewichts,
– gesunde Haut,
– längeres Leben,
– Schutz vor Krankheiten
2. Um unseren Planeten zu schützen
– Stop des Waldsterbens und der CO2 Emissionen
– Vermeidung von Wasser- und Nahrungsverschwendung durch Viehzucht für die Fleischproduktion
3. Wären alle Menschen (roh)vegan, gäbe es auf unserem Planeten genug zu essen für die ganze Welt!!!
4. Weil Tiere unsere Freunde und Mitgeschöpfe sind, und es nicht nötig ist, sie zu töten, wenn wir uns besser pflanzlich ernähren können.
5. Weil wir uns energetisch nicht vom Leid und der Traurigkeit der Tiere ernähren wollen.
6. Weil Milchprodukte schädlich sind und unsere Knochen schwächen.
7. Weil (roh)vegane Nahrung nahrhaft ist:
– Frische Früchte und Gemüse stecken voller Kohlehydrate, Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe und Phytochemica.
– Grüne Blätter, reich an Calcium, Vitaminen und Mineralien, Ballaststoffen …
– Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse, Samen … ebenfalls alle reich an Kohlehydraten, gesunden Fetten, Vitaminen, Ballaststoffen, Mineralien.
– Gesunde und leckere Zubereitungen: Suppen, Gazpacho, Salate, rohe Lasagne, rohe Sandwiches, rohe Torten …
8. Weil wir uns glücklich und gesund fühlen!!!

Warum Rohkost? Warum vegan?

Wenn ich jemandem beschreibe, wie ich esse, nenne ich meine Ernährungsweise Rohkost. Roh-vegan, das ist wohl die „Schublade“, die es einigermaßen beschreibt. Worum es (mir) eigentlich geht: das zu essen, was die Natur für mich, für uns Menschen, vorgesehen hat. Artgerecht nennt man das auch. Natürliche Ernährung. Urkost. Instinktiv. Ich esse so, wie ich esse, weil es sich für mich richtig anfühlt. Und denke nicht etwa vor jedem Bissen darüber nach, ob er in irgendein Konzept passt. Es gibt jedoch eine Reihe von Argumenten und Erkenntnissen darüber, die uns zeigen, warum die sogenannte vegane Rohkost die für uns Menschen richtige Ernährungweise ist.

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  • Vegane, rohe Nahrung kommt in dieser Form in der Natur vor. Darin finden wir unsere artgerechte Nahrung. Unsere DNA stimmt zu über 98% mit der der Menschenaffen überein; deren Ernährungsweise anzusehen, sagt uns daher viel über unseren Bedarf. In unsere Nahrungspalette gehören vor allem Früchte, außerdem Gemüse, Salate, Kräuter, Nüsse, Samen und Wasser.
  • Weil die Menschen irgendwann in kältere Gegenden zogen, wichen sie dort auf Fleisch als Ersatznahrung aus. Der Preis dafür sind Krankheiten und eine verkürzte Lebendauer – siehe die Eskimos, die eine der kürzestens Lebenserwartungen aller Völker haben, da sie in ihrer Ernährung ausschließlich auf das Fleisch der in der Polarregion lebenden Tiere angewiesen sind.
  • Alle Lebewesen dieser Erde verzehren ihre Nahrung roh. Und kennen keine vorzeitige Alterung und keine Krankheiten wie wir Menschen. Wir sind seit Jahrmillionen an diese natürliche Nahrung angepasst, nicht etwa an Gekochtes oder gar künstlich Produziertes. Kochen verändert die Moleküle, was zu einer Schwächung des Immunsystems führt. Dr. Pottenger hat in Experimenten gezeigt, dass mit Kochkost ernährte Katzen innerhalb weniger Generationen dieselben Krankheiten und Symptome entwickeln wie wir Menschen; eine Umstellung auf Rohkost beseitigte diese degenerativen Effekte wieder (teilweise unmittelbar, teilweise erst in den Folgegenerationen).
  • Kochen zerstört viele Enzyme, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Rohe Nahrung versorgt uns optimal mit den lebensnotwendigen Vitalstoffen. Vor allem reife Früchte geben durch den Fruchtzucker, der direkt ins Blut geht, die Energie, die wir brauchen, ohne die Verdauung zu belasten.
  • Unser Körper besteht zu über 70% aus Wasser. Um uns zu nähren, sollte unsere Nahrung ähnlich zusammengesetzt sein. Saftige Früchte erfüllen diese Anforderung perfekt!
  • Unser Körper reagiert auf gekochte Nahrung wie auf andere Fremdkörper: es kommt zum rapiden Anstieg der weissen Blutkörperchen – die sogenannte Verdauungsleukozytose. Hierbei handelt es sich um eine entzündliche Reaktion. Zwar geht sie einige Zeit nach der Mahlzeit wieder zurück, hindert aber durch die ständige Wiederholung dennoch die weissen Blutkörperchen daran, sich auf ihre eigentliche Aufgabe (Abbau abgestorbener oder beschädigter Zellen etc) zu konzentrieren.
  • Der Vergleich unserer Zähne und unseres Verdauungssystems mit dem sich anders ernährender Säugetiere zeigt: wir sind nicht auf den Verzehr von Fleisch, sondern auf den von Früchten ausgelegt.

Zeit der Entscheidung

Heute möchte ich einen Text mit dir teilen, dem ich gerade begegnet bin & den ich sehr eindrucksvoll finde:

„Fleischessen ist völlig normal. Etwas anderes haben wir auch nie gelernt, warum also soll man dann davon lassen? Warum soll ich kein Recht haben, im Supermarkt zum Schweinenacken für 3,90€ das Kilo zu greifen? „Weil das Tier ein Lebewesen ist und gelitten hat, gelitten hat, gelitten hat.“ dröhnt es in meinen Ohren und ich kann es nicht mehr hören. Und selbst beim Fisch, diesem gefühlslosen Tier versucht eine Veganerstimme in mich zu dringen. Was also tun? Entweder Ohrstöpsel, den Veganer meinen ganzen Spott über seine Vermenschlichung von Tieren über den Kopf schütten oder … sich ganz einfach mal darüber informieren, wie es denn wirklich ist. Damit ich irgendwann mal wieder ohne schlechtes Gewissen in ein Schnitzel beißen kann. Und zwar Abseits der ganzen Fanatiker – grundsolide Information will ich.

Das Internet ist heute eine wunderbare Informationsquelle. Also beginne ich zu surfen. Zuerst lande ich auf einer Informationsseite der Fleischindustrie und werde prompt bestätigt. „Fleisch gehört zu einer ausgewogenen Ernährung“ lese ich da und bin ersteinmal erleichtert. Und dann lese ich, daß die Fleischindustrie sich strikt an das Tierschutzgesetz hält. Na also! „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“ Ich bin erleichtert. Warum können das diese ganzen Tierrechtler nicht verstehen? Ich lese weiter: „Anforderung an eine nachhaltige Nutztierhaltung: Ausübung der Tierhaltung ohne Schäden für den Menschen. Erhalt der Nutztierpopulation und ihres genetischen Potenzials. Konkret geht es darum, die Ansprüche der Nutztiere an eine ihnen gemäße Umgebung zu erfüllen, Belastungen zu reduzieren, ihr genetisches Leistungspotenzial auszuschöpfen, ihre Leistungsfähigkeit sowie ihre Vitalität zu erhöhen und damit ihre Nutzungsdauer zu verlängern. Das schafft im Übrigen auch eine hohe Akzeptanz durch die Verbraucher.“

Das hat gesessen. Ich lese nocheinmal. Genauer. Hab ich da wirklich gelesen: „Ausschöpfung des genetischen Potentials? Verlängerung der Nutzungsdauer?“ Jetzt wird mir zum ersten Mal mulmig. Ich fühle Unbehagen in mir aufsteigen.

Ich meine: selbst wenn es gefühlslose Wesen sind, die da in unseren Ställen stehen: immerhin waren die doch auch schon vor dem Menschen da und wurden nicht erst vom Menschen gemacht. Hmm. Ich beginne zu überlegen. Warum schreibt die Fleischindustrie so was. Die wollen doch nur das Beste von Mensch UND Tier, oder? Oder wollen sie am Ende doch nur eines, was im Prinzip alle wollen: mein Geld?

Jetzt will ich es endlich wagen. Ich suche und finde ein Video über Schlachtung aus irgendeinem ARD-Magazin. Gut recherchiert, nicht so ein irres Schockvideo wie das von Tierschützern. Zuerst eine Zahl: in Deutschland werden jedes Jahr 56 Millionen Schweine geschlachtet. Man wird vorgewarnt: die Bilder, die jetzt gezeigt werden sind nicht so grausam wie die Wirklichkeit. Das lässt meine Vorahnung nicht besser werden. Gezeigt wird ein modernes Schlachthaus. Es wird mit Kohlendioxid betäubt. Alles vollautomatisch. Ich sehe, wie Schweine von einem Gitter zusammengedrängt werden und: das kann nicht sein! Warum schreien die? Die schreien und wehren sich. Das Schreien wird immer kläglicher. Endlich werden sie von der Maschine so zusammengedrückt, daß sie sich nicht mehr wehren können. Dann verlieren sie das Bewusstsein. Dann erst kommt die Schlachtung und mein erster Reflex ist: ich schalte aus.

Ich gehe spazieren und rege mich auf. Wieso zeigt man solche Bilder? Das ist doch unmenschlich. Wieso erinnert mich alles was ich sah an Gräuelszenen, die ich in Geschichte gelernt habe?

Ich setze mich auf eine Bank und beobachte ein paar Vögel. Es sind Sittiche, Köln hat eine große Sittichpopulation und ich mag diese Tiere. Ich liebe es, ihnen zuzusehen und vor allem zuzuhören. Ich frage mich oft, wo sie herkommen, doch ich habe noch nie den Versuch unternommen, es herauszufinden. Ich will es nicht wissen, denn ich möchte meine bunten Versionen im Kopf behalten. Meine Version vom entflogenen Vogel, der eines Tages auf ein halbverhungertes Weibchen traf und es aufpeppelte. Ich habe in den Stunden auf der Bank im Park eine ganze Sittichwelt in meinem Kopf entstehen lassen, alles aus Fantasie. Und ich liebe sie. Ich weiß, daß sie nicht wahr ist, doch ich will sie so haben. Das können nur Menschen. Deshalb sind sie auch die Herrscher über die Welt geworden, deshalb können sie Tiere … der nächste Gedanke bleibt stecken. Irgendwo zwischen Hirn und Mund, in irgendeinem Nervengang der nahe der Kehle liegen muss, denn die schnürt sich auf einmal zu.

So fängt es an. Alles geht kaputt im Kopf. Das geliebte schöne Gedankengebäude. Es bricht zusammen, es explodiert. Und nachher sitzt man da und fühlt sich hundeelend. Ich bin ein liebender Familienvater, habe Mitleid mit einer Maus, die ihre frierende Nase da auf der Wiese nach oben streckt. Verrückt. Wieso bin ich nicht in der Lage Mitleid zu haben mit 56 Millionen Schweinen? Weil es einfach zu viele sind?

Dann reiße ich mich zusammen. Ich gehe wieder zurück an den Computer. Ich atme tief ein, sammle mich wie ein Skispringer vor dem Sprung und beginne, weiterzurecherchieren. Ich ahne, was mich erwartet. Doch meine Ahnung ist weit harmloser als die Wirklichkeit. Obwohl sich mein Verstand dagegen wehrt, will mein Herz es nun wissen. Immerhin nehme ich mir das Recht heraus, Fleisch, Eier und Käse zu essen, dann muss ich es auch aushalten zu wissen, woher mein Essen kommt. Was ich finde ist grausam. Einfach nur grausam. Es widerspricht allem was ich bisher glaubte, was mir bisher vorgegaukelt wurde, doch es ist wahr. Belegt. Alles belegt. Ich nenne an dieser Stelle nur eine einzige Zahl von hunderten, die mich erschütterten: Jedes Jahr sterben 170.000 Kälber, die ihren Milchkuhmüttern weggenommen wurden allein durch die katastrophalen Bedingungen beim Transport. In dieser Zahl stecken so viele grausame Informationen, daß alles in mir zusammenstürzt. Meine schöne heile Welt, meine geliebten Gewohnheiten, mein Anspruch auf Fleisch, mein gefühltes Recht auf etwas, für das einem Tier Schmerzen zugefügt werden, die ich nie, nie, niemals toleriert hätte, wenn ich denn davon gewusst hätte. Nur für ein bisschen Geschmack. Warum hat mir keiner gesagt, daß ein Tier ein fühlendes Wesen ist? Warum hat mir keiner gesagt, daß eine Kuh ihre Kälber nicht auf die Welt bringt, damit die Menschen reichlich Milch trinken und zum Dank ihr zartes Kalb essen können? So habe ich es doch gelernt. Warum hat mir keiner gesagt, daß Kälbchen leiden, wenn sie von ihren Müttern getrennt werden, daß Schweine ihre Kinder lieben und leiden, wenn ihnen die kleinen Ferkelchen entrissen werden? Warum hat mir keiner gesagt, daß Tiere wahnsinnig werden können vor Angst?

.Wenn ich das alles gewusst hätte, dann hätte ich geschrieen: HAAAAALT!!!

Doch dann nach einer Stunde der Wut fällt mir auf einmal auf:
… ich habe es gewusst. Ich habe es immer schon gewusst. Weil es natürlich ist, weil Tiere vom Menschen erst zu Nutztieren gemacht wurden. Es ist logisch, daß sie keine gefühlslosen Roboter sind. Wieso konnte ich dieses Wissen, das in allen von uns angelegt ist, so lange verdrängen?

Weil ich es nicht mehr sah vielleicht? Weil die Nutzung der Tiere industrialisiert wurde? Weil kaum ein Verbraucher noch sehen kann, wie sie gehalten und geschlachtet werden? Weil die Produktionsstätten inzwischen überwacht werden wie Gefängnisse? Nicht damit keiner ausbrechen, sondern damit kein Unbefugter einbrechen kann, um sehen zu können, was dort geschieht.

Der Mythos vom gefühllosen Wesen.
Ich betrachte Bilder von glücklichen Tieren. Eine Kuh auf einer Wiese, ihr Kalb liebevoll an sie geschmiegt. Darunter steht: „Liebt ihr Kind“. Dann ein Bild einer glücklichen Menschenmutter mit ihrem Kind. Darunter steht: „Liebt ihr Kind.“

Veganer sind auch nur Menschen. Sie nerven. Sie sind wütend. Man versteht sie nicht. Aber nun verstehe ich sie doch. Sie sind so wütend, weil sie dieses Leid der Tiere sehen können. Weil sie Tag für Tag den Schmerz spüren, den dieses Wissen und Fühlen in einer Welt auslöst, die sich nicht um dass Leid der Tiere schert. Ich versuche, mich in einen Veganer hineinzuversetzen. Ich stelle mir vor, wie ich immer wieder den Verzicht auf Tier anmahne und dafür nur Spott und Häme ernte. Wie ich ausgelacht werde, weil ich Tiere vermenschlichen würde.
Doch ein Veganer ist kein Romantiker. Er ist Realist. Er ist mehr Realist als wir. Wir sind die Romantiker, wir sind es, die an die heile Werbewelt glauben, an glückliche Tiere, an grüne Wiesen. Wir sind die wirklichen Träumer. Und nur weil 75 Millionen etwas Dummes für Richtig halten, wird es dadurch nicht schlauer.

Ich wollte den Mythos vom veganen Bessermenschen entzaubern. Was ich wirklich entzaubert habe ist der Mythos von sauberer Tierproduktion und heilem Tierkonsum.

Veganer sind auch nur Menschen.
Sie vertun sich genauso häufig im Ton wie andere. Doch ich verstehe auf einmal, daß es ihnen gar nicht darum geht, sich über andere zu stellen und den Bessermenschen raushängen zu lassen. Sie werden nur so verstanden.

Doch sie sprechen nicht über sich, sie sprechen vielmehr für fühlende und leidende Lebewesen, die sich nicht in die Diskussion einmischen können, die aber alles was sie haben hergeben müssen für unser Wohlergehen: ihr ganzes Leben. Veganer und Tierschützer sind Anwälte der Tiere. Ich spüre auf einmal die Last, die auf deren Schulter liegt und dann bleibt ein Gefühl in mir stehen:

Ich schäme mich. Und das tut weh.

Tage später recherchiere ich endlich, wie wichtig Tier für unsere Ernährung ist. Und ich erschrecke. Es gibt nicht eins, nicht ein einziges Argument FÜR Fleischkonsum, das nicht entkräftbar wäre. Dafür hunderte dagegen. Fleischerzeugung verbraucht bis zu zehnmal soviel pflanzliches Material wie als wenn Pflanzen direkt gegessen würden. Nahrung aus Massentierhaltung kommt vor allem aus Drittländern. Vor allem Soja. Für Soja wird Regenwald abgeholzt. Man sagt, daß für einen Hamburger 4 m² Regenwald weichen müssen. Die ganze Landwirtschaft in dritte Welt-Ländern wird zerstört. Die Folge ist Hunger. Millionen Menschen verhungern, weil wir nicht auf unser billiges Schnitzel verzichten wollen. Die Meere werden leergefischt, darüber hinaus wird der Meeresgrund durch Schleppnetze unwiederbringlich vernichtet. Nur weil einmal ein Netz dadrüber reißt. Ich lerne, wie viel Schmerz auch Fische spüren.

Ich werde nie wieder Veganer und Tierschützer verspotten, denn ich verspotte damit nicht sie, sondern ich verspotte damit leidende Tiere und verhungernde Menschen. Ich verspotte damit den Regenwald. Ich verspotte damit die Zukunft unserer Kinder.

Und ich werde nie wieder ein Stück Fleisch oder Fisch anrühren.

Und wenn ich mit jemandem über die Konsequenzen von Tierkonsum spreche, dann versuche ich, nicht von oben herab zu argumentieren. Weil niemand das Recht dazu hat. Kein Mensch hat das. Ich vermeide Streit, ich will zum Nachdenken bewegen. Denn die Tiere, die Natur und unsere Kinder, deren Zukunft wir berauben sind die Leidtragenden, nicht ich bin es. Also stecke ich ein und schlucke herunter, wenn ich verspottet werde. Und argumentiere weiter. Ich brauche Geduld.

Wem ich inzwischen keinen Glauben mehr schenke sind bunte Werbung, schöne Heilewelt-Videos und Politiker, die versprechen, daß alles besser wird. Es wird nichts besser, ohne daß die normalen Menschen umdenken. Ohne daß die Menschen zu begreifen lernen. Die Menschen, die Tag für Tag konsumieren und damit das Angebot bestimmen. Nichts wird sich ändern in einem System, daß mit Tierquälerei und Raub an der Zukunft unserer Kinder sein Geld verdient, ohne daß die Menschen sich diesem System verweigern.

Inzwischen weiß ich, daß wir in einer Zeit der Entscheidung leben. In welche Richtung wir gehen, entscheiden wir. Und wer meint, daß man allein die Welt nicht ändern kann, der sei daran erinnert, daß es nicht darum geht, die Welt heute und augenblicklich zu ändern. Das denken nur Utopisten und es ist ein gern benutztes Argument gegen Weltverbesserer. Ich habe es selbst lange benutzt. Aber wenn man sich der Änderung verwehrt, dann steht man auf der Seite derer, die unseren Kindern eine zerstörte Welt hinterlassen. Will ich das? Werden meine Enkel stolz auf mich sein können oder werde ich mich schämen müssen wenn sie mich fragen: „Opa, was hast du damals gegen das Verbrechen der Massentierhaltung getan?“

-Marsili Cronberg

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