Langeweile mit Rohkost?

Schimpansen essen bis zu 120 verschiedene pflanzliche Nahrungsmittel im Jahr. Früchteesser, wie wir, suchen nach Abwechslung. Die aufkommende Langeweile oder mangelnde Zufriedenheit nach dem Essen hilft zugleich, uns mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Nicht in jeder Fruchtart ist alles enthalten, was wir brauchen, und auch innerhalb einer Sorte variiert der Nährstoffgehalt, je nach Anbaugebiet & -methode – genieße also eine möglichst breite Vielfalt. Das hilft dir in doppelter Hinsicht, nicht wieder in ungünstigere Ernährungsgewohnheiten zurückzufallen. Und stell dabei deine Nahrung nach deinem Appetit zusammen, nicht nach Tabellen & Zahlen, die immer nur Durchschnittswerte liefern.

Ein paar Tipps für eine sinnvolle, abwechslungsreiche Zusammenstellung deiner roh-veganen Ernährung:

  • Iss so viele verschiedene Früchte wie möglich! Nicht alle auf einmal natürlich – richte dich nach dem saisonalen Angebot, dann ergibt sich die Abwechslung von ganz allein & du bekommst Früchte in bestmöglichem Zustand. Wenn du in einer Gegend mit kaltem (= fruchtarmem) Winter lebst, iss möglichst auch hochwertige tropische Früchte (z. B. via Tropenkost importierte, reif geerntete & CO2-neutral verschickte)
  • Eine Fruchtsorte zur Zeit – wenn möglich! Falls dich Mono-Mahlzeiten nicht zufriedenstellen, versuche Wildkräuter zu den Früchten zu essen. Oder iss mehrere (sinnvoll kombinierte) Fruchtsorten zu einer Mahlzeit. Halt dich nicht an theoretischen Konzepten fest – wenn du nach dem Essen nicht satt & zufrieden bist, helfen die dir auch nicht. Höre lieber auf deinen Bauch!
  • Finde einfache, nicht zu fettige, Zubereitungen, die dir schmecken. Probiere Rezepte aus (zum Beispiel die aus diesem Blog oder aus einem meiner eBooks) & denk dir selber welche aus. Leg dir eine Handvoll alltagstauglicher Lieblingsrezepte zu, auf die du bei Bedarf zurückgreifen kannst – besonders für die abendlichen Mahlzeiten bist du damit vor Langeweile-bedingtem Ausweichen auf Kochkost gefeit!
  • Lass dich inspirieren – durch Blogs, aber auch durch das Angebot bei Früchtehändlern: auf Wochenmärkten, in Asiamärkten oder bei türkischen Lebensmittelhändlern gibt es meist ein viel interessanteres Frischkostangebot als im Supermarkt!
  • Werde kreativ – richte deine Mahlzeiten schön & abwechslungsreich an. Gestalte Früchtetorten & -bilder, mix dir einfache Saucen & Dipps (süß oder pikant) als Ergänzung zu Früchten oder Gemüse. Oder servier deinen Salat einfach mal im Glas statt auf dem Teller:
Salat aus 4 Zutaten, mal anders angerichtet

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Essen als Schutz

Bei meinem letzten „Versuch“ hab ich es mal wieder deutlich gemerkt: Avocado mit Salat und Algen zum Abendessen ist zwar lecker und fühlt sich kurzfristig durchaus gut und befriedigend in meinem Bauch an. Aber am Morgen danach fühle ich mich einfach nicht so wohl. Immer noch schwer, voll im Bauch, ein leicht unangenehmer Geschmack im Mund … Warum ich es immer mal wieder probiere? Tja, mehr als der Bedarf meines Körpers nach Fett (dem reicht wirklich ziemlich lange der Fettgehalt der Früchte, die ich esse) ist es gelegentlich das Verlangen des Gemüts, der Seele nach Fettigem/Schwerem … emotionales Essen also.

Der ernährungsmäßige Werdegang vieler Rohköstler ähnelt meinem: in der Anfangsphase ist der Appetit auf fettiges, schweres, oftmals auch salziges Essen groß. Gourmetrohkost oder große Mengen gehaltvoller Urkost (Avocados, Nüsse) geben ein ähnliches Gefühl wie die vorher genossene Kochkost. Wer auf fettarme Früchteernährung à la 80/10/10 umstellt, landet oft sehr schnell bei unglaublichen Mengen an Essen.

Essen bietet eben auch einen emotionalen Schutz. Viele bemerken, dass sie belastende Alltagssituationen (wie z. B. den ungeliebten Job, eine lärmbelastete Wohnsituation, Großstadtstress etc) mit Rohkost schlechter ertragen können. Je leichter die Ernährung, desto offener werden wir für Einflüsse von außen, desto verletzlicher auch. Das Eins-Sein mit Allen und Allem wird viel deutlicher empfunden und es braucht seine Zeit, den Umgang zu erlernen; sich damit sicher zu fühlen. So jedenfalls meine Beobachtung.

Essensmäßig gibt es da mehrere Stufen: Kochkost (die Unterteilung erspare ich mir jetzt mal; natürlich ist auch Kochkost nicht gleich Kochkost) – schwere/fette Rohkost, evtl. inkl. Gourmetrohkost=nachgemachter Kochkostgerichte – leichtere Rohkost, weniger Verarbeitetes, einfachere Rezepte – leichte, fettarme Mono-Früchte- und Grün-Rohkost in erkennbar geringer werdenden Mengen … naja, so ungefähr. In Belastungssituationen neigen wir offenbar, zum Schutz des eigenen Selbst, zu Rückfällen auf vorhergehende Stufen. Wobei wir mit zunehmender Sensibilität dabei auch immer deutlicher merken, dass dies nicht das ist, was unser Körper will und so im Laufe der Zeit lernen, mit emotionalen und anderen Belastungen auf andere Art zurechtzukommen; bei uns zu bleiben, ohne uns durch Schutzwälle aus Nahrung abgrenzen zu müssen. Leichteres und weniger essen wird somit möglich.

Hast du auch solche Erfahrungen gemacht mit Rohkost? Wie gehst du damit um?

Natürliche Ernährung – was soll ich essen?

Unsere Nahrungspalette besteht aus Früchten, Kräutern, Nüssen, Samen, Algen, Wurzeln – in ihrer natürlichen, rohen, unverarbeiteten Form.

„Wenn du keine komplette Mahlzeit daraus machen kannst, solltest du es nicht essen.“ – so eine der Richtlinien für das Essen natürlicher, wohltuender Nahrung. Auch wenn du (noch) nicht mono isst, macht diese Überlegung Sinn. Wenn sich etwas nicht auch als Mono-Mahlzeit eignen würde, ist es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht als Nahrungsmittel für dich geeignet. Zumindest solltest du darauf achten, dass du alles, was du isst, auch einzeln, für sich, essen könntest – Dinge, die nur in Kombination mit etwas anderem genießbar sind, lieber nicht essen – dein Körper hat einen Grund, warum er sie instinktiv ablehnt! Beispiele dafür sind Knoblauch, Ingwer, Chili usw. Im Extremfall könntest du dich versehentlich mit etwas vergiften, indem du diese Kontrollfunktion deines Geschmacks- & Geruchssinns einfach übergehst!

Zur weiteren Überlegung über die Auswahl unserer Nahrung: jedes Lebewesen auf diesem Planeten hat eine spezifische artgerechte Ernährung. Die, an die wir genetisch angepasst sind. Wie hat der Mensch sich also ursprünglich, vor Beginn der Ackerbauperiode, den damit einhergehenden Züchtungen und allem, was seitdem noch so kam, ernährt?

Ganz klar: nur was von der Natur bereitgestellt wurde, kam als Nahrung in Frage!

  • Feuer stand sehr lange gar nicht zur Verfügung und wurde dann, nachdem die Menschen sich aufgrund wachsender Bevölkerung in die kälteren Regionen der Erde wagten, vermutlich noch lange Zeit nur zum Wärmen genutzt, nicht jedoch zur Veränderung der Nahrung. Wir gehen also davon aus, dass die menschliche Nahrung, genau wie die jeder anderen Spezies, roh sein sollte.
    Auch Mixer, Blender, Entsafter wachsen nicht an Bäumen – unsere Nahrung sollte also weiterhin auch unverarbeitet sein.
  • Die Nahrungbeschaffung erfolgte über das Sammeln von Früchten, Kräutern, Nüssen und Samen.
  • Tiermilch stand vor Beginn der Tierhaltung sicher nicht zur Verfügung.
  • Wem die offensichtlichen ethischen Argumente gegen das Töten und Verzehren anderer Lebewesen nicht reichen: Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Mensch eher gejagt wurde als selber zu jagen. Die Zähne unserer Urahnen zeigen darüberhinaus, dass sie sehr viel sehr Hartes gegessen haben, z. B. auch Rinde und dergleichen. Fleisch gehörte demzufolge offensichtlich nicht zu den üblichen Nahrungsmitteln. Ohnehin zeigen diverse unserer anatomischen Merkmale (Gebiss, Verdauungsorgane), dass wir keine Fleischfresser sind. Und auch unser Nahrungsinstinkt: die allermeisten Menschen können Fleisch nur in verarbeitetem Zustand essen. Selbst rohes Fleisch ist, wenn du es kaufst, bereits weit verarbeitet! Oder bekommst du beim Anblick eines lebenden Tieres tatsächlich Appetit und stürzt dich darauf, um es zum Stillen deines Hungers zu töten?
  • Honig – die kompletten Waben, nicht der extrahierte Honig, den wir heutzutage im Glas kaufen können – mag vielleicht mal erbeutet worden sein. Zumindest machen Menschenaffen das auch. Jedoch ist dabei zu bedenken, dass die Haut des Menschen deutlich ungeschützter und verletzlicher ist als die der Affen … falls überhaupt, so haben sie sich diesem Risiko gewiss nicht allzu häufig ausgesetzt.
    Auch gelegentlich mal ein aus dem Nest gefallenes Ei mag zur Nahrungspalette gehört haben.
    Heutzutage und in unserer zivilisierten Welt hat der Verzehr von Eiern wie auch von Honig jedoch noch eine ganz andere, nicht zu vernachlässigende Komponente: die ethische nämlich. Für die im Handel erhältlichen Produkte werden Tiere aufs Übelste ausgebeutet, misshandelt, getötet. Eier zu kaufen, bedeutet, das zu unterstützen, sich an der Ausbeutung zu beteiligen. Das gleiche gilt für die ebenfalls käuflichen Bienenwaben.
  • Getreide gibt es erst seit ca. 12.000 Jahren; die Züchtungen begannen in der Ackerbauperiode. Daran sind wir also eher nicht genetisch angepasst. Zudem macht es, wie so vieles von Menschenhand Verändertes, süchtig.
  • Manche der heute üblichen Gemüse sind ebenfalls relativ hochgezüchtet (Möhren, Fenchel), einige sehr stärkehaltig, schwerer verdaulich als Früchte und überwiegend wenig sättigend. Leichter bekömmlich sind Gemüsefrüchte, die mehr Wasser enthalten (z. B. Gurken, Kürbisse, Tomaten, Paprika). Wurzeln, besonders die ursprünglichen Sorten, mögen je nach Geschmack ab und zu durchaus lecker und eine interessante Bereicherung des Speiseplans sein.
  • Fermentiertes wie z. B. Sauerkraut ist zwar roh, aber dennoch nicht optimal für uns: es kommt so in der Natur nicht vor.
  • Dies gilt auch für alle anderen rohen Produkte: ungeeignet ist, was in der Natur nicht vorkommt. Neben den diversen rohen zubereiteten Lebensmitteln (Schokolade, Brot, Cracker) und den extrahierten „Superfoods“, Pülverchen, Süßungsmitteln gilt das übrigens auch für einen Großteil der im Handel erhältlichen Trockenfrüchte: für all die nämlich, die in der Natur nicht trocknen, sondern verfaulen wie u. a. Ananas, Banane, Mango, Papaya, …. Für die übrigen, auch natürlicherweise in der Sonne trocknenden Trockenfrüchte gilt: in der Natur sind sie eher selten einmal zu finden, und dann auch nicht gleich tütenweise. Demgemäß selten und in kleinen Mengen solltest du sie auch (höchstens) essen. Durch ihren hohen Zuckergehalt und reduzierten Wassergehalt bleiben sie an den Zähnen kleben und können diese durchaus angreifen.
  • Optimal für uns sind frische süße & nicht-süße Früchte, grüne Blätter, evtl. ab und zu mal Wurzeln, gelegentlich ein paar Samen oder Nüsse!
  • Zu beachten bei den frischen Früchte: ausgenommen ist natürlich alles, was gentechnisch verändert wurde – daran ist kein Lebewesen genetisch angepasst & bei uns Menschen wird diese Anpassung definitiv länger brauchen als bei den Insekten und Bakterien, vor denen die Manipulationen angeblich schützen sollen.
    Auch starke Züchtungen haben die Früchte im Laufe der Jahre sehr verändert – ich halte sie, ergänzt mit Wildkräutern, jedoch noch immer für das Beste, was wir so essen können. Falls keine selbstangebauten oder wilden Früchte zur Verfügung stehen, achte nach Möglichkeit auf Vielfalt in der Zusammenstellung deiner Nahrung! Innerhalb einer Mahlzeit besser nur eine Sorte, übers Jahr jedoch möglichst viel Abwechslung! Ursprüngliche Früchte bevorzugen.
  • Beim Grünzeug sind Wildkräuter und Baumblätter am optimalsten. Wenn du am Meer lebst, auch Algen. Falls du davon nicht ausreichend bekommen kannst, bieten sich angebaute dunkelgrüne Blattgemüse und Kräuter wie Spinat, Petersilie, Feldsalat und andere dunkelgrüne Salate an. Auch Stangensellerie ist sehr reich an Mineralsalzen.
  • Schließlich ist noch zu Bedenken, wie leicht & in welchen Mengen diese zu unserer natürlichen Nahrungspalette gehörenden Früchte, Nüsse & Kräuter unter natürlichen, ursprünglichen Bedingungen wohl für uns verfügbar wären. Wir können heute nahezu alles jederzeit kaufen. In der Natur stehen aber viele Früchte, Kerne etc. nur saisonal begrenzt zur Verfügung. Nüsse und Kerne wachsen zudem in harten, mehr oder weniger schwer zu knackenden Schalen. Ein paar hundert Gramm Mandeln, Cashews oder Sonnenblumenkerne zu essen, würde unter natürlichen Bedingungen Stunden dauern. Um dich daran nicht versehentlich zu überessen, iss sie optimalerweise nur frisch und direkt aus der Schale.

Noch einmal zusammengefasst: Früchte, Grünzeug, Kerne, frisch, unbehandelt, roh, unverarbeitet – bilden unsere artgerechte und damit die einzige für uns geeignete Ernährung!

Ist Rohkost kompliziert?

Manchmal scheint eine rohköstliche Ernährung unglaublich kompliziert zu sein: bekomme ich genug Protein, wieviel Fett muss/darf es sein, welche Fette & Fettsäuren brauche ich, wie stelle ich sicher, dass ich ausreichend mit Vitaminen & Mineralstoffen versorgt bin, was darf ich essen, was ist wirklich roh, welche Kombinationen sind empfehlenswert, welche eher ungünstig … ja, auch in diesem Blog habe ich über all das schon geschrieben (meine „Antworten“, einige davon, findet ihr, wenn ihr auf die Fragen klickt). Wirklich wichtig finde ich all das nicht!

Hat schon mal jemand an der Kochkost gezweifelt, weil sie zu kompliziert ist? Na klar, du brauchst dabei natürlich eigentlich gar nicht zu denken. Sondern nur zu essen, was dir überall über den Weg läuft. Wenn du aber anfängst, dich damit zu beschäftigen, was dir gut tut & was nicht … dann wird es in der Kochkostwelt tatsächlich kompliziert: da gibt es so viele Glaubensrichtungen, so viele Empfehlungen, es wird geraten, schonend zu kochen (warum es dann nicht gleich ganz lassen?), mindestens 3 Portionen Obst/Gemüse roh zu essen pro Tag (warum dann nicht gleich ausschließlich?), Öle zu verwenden, aber nur bestimmte & sie nicht zu stark zu erhitzen, … Der eine schwört auf Getreide, die andere auf stundenlanges Kochen. Die asiatische Küche gilt als gesund, oder doch eher die italienische?

Dabei kann es doch so einfach sein, gar nicht kompliziert:
Wir sind ein Teil der Natur – & die Natur versorgt uns mit allem, was wir brauchen! Optimal unter dem Blickwinkel einer natürlichen Ernährung ist es gewiss, genau so zu essen. Früchte, grüne Blätter, Wurzeln, Algen, ab und zu ein paar Nüsse oder Samen. Die Natur ist nicht zu verbessern: was nirgendwo wächst, gehört nicht auf den Speisezettel. Und alles, was essbar ist, kann einfach so gegessen werden, wie es ist – Mixer, Trockner, Entsafter wurden uns schließlich auch nicht von der Natur zur Verfügung gestellt. Wie die genaue Gestaltung aussieht – wieviel wovon du essen magst, damit es dir gut geht – das muss wohl jedeR für sich herausfinden & es variiert nach Wohnregion, Jahreszeit, Lebensumständen. Höre auf deinen Körper & gib ihm wonach er verlangt – dann bekommst du alles was du brauchst, ohne komplizierte Überlegungen!

Auf dem Weg zu einer optimalen natürlichen Ernährung gibt es jedoch viele Stufen & Varianten. Hilfmittel wie Mixer & Trockner sind gewiss nicht nötig, können den Weg jedoch leichter machen, & überzeugender, wenn du beispielsweise auch deine skeptische Familie überzeugen möchtest. Isolierte Produkte wie Agavennektar, Öle, Salz/Gewürze, abgepackte Riegel & Schokoladen gehören letzten Endes genausowenig zu einer natürlichen Ernährung, Trockenfrüchte höchstens ausnahmsweise in kleinen Mengen (wie oft würdest du wohl sonnengetrocknete Früchte in der Natur finden?) – all das kann jedoch ebenfalls den Übergang einfacher gestalten & ist sicher viel besser als die üblichen Süßigkeiten etc.. Gerade bei Gelüsten auf Kochkost oder in sozial herausfordernden Situationen können rohe Zubereitungen eine große Hilfe sein. Und manche Menschen kommen offenbar auch mit einer derart gestalteten Rohkost ziemlich lange gut zurecht.

Wenn trotz Rohkost das Wohlbefinden nicht optimal ist, können die Erkenntnisse & Erfahrungen anderer Menschen & etwas theoretisches Wissen über Stoffwechselvorgänge im Körper nützlich sein, um die eigene Ernährung zu optimieren. Die höchste & einzige Authorität jedoch sollte dein Körper, dein Wohlbefinden sein. Höre auf deinen eigenen Körper, achte darauf, dass es dir gut geht & iss das, was du brauchst. Nichts anderes, nicht mehr, nicht weniger. So einfach ist das!

Rohkostkonzepte: Sonstige

Einige weitere bekannte Rohkostrichtungen, außer Urkost, Instinkto, Wurzelernährung & Grünen Smoothies:

  • Sonnenkost
    nach Helmut Wandmaker. Krankheit ist die Vergiftung des Körpers durch Kochkost, Milchprodukte, Medikamente etc. Heilung ist nur möglich durch Fasten & eine lebendige, pflanzliche Rohkosternährung, bei der eher wenig gegessen werden soll. Die Ernährung besteht nur aus Früchten, die mono gegessen werden. Morgens wird eventuell gefastet, manche Sonnenköstler essen pro Tag nur eine Fruchtsorte, manche nur eine Mahlzeit am Tag. Außer der Ernährung sind frische Luft, Sonne, Bewegung, reines Wasser & ausreichend Ruhe & Schlaf weitere wichtige Aspekte einer gesundheitsfördernden Lebensweise.
  • Sonnendiät
    nach David Wolfe. Er unterteilt die Nahrungsmittel, aus denen sich „seine“ Rohkosternährung zusammensetzt in süße Früchte, nicht-süße Früchte, Fettfrüchte, grüne Blätter. Diese Gruppen ordnet er in einem Dreieck an, nicht-süße Früchte bilden die Mitte, die anderen drei jeweils eine Ecke. Um den Körper im Gleichgewicht zu halten, sollten die Nahrungsmittel aus den drei Ecken im gleichmäßigen Verhältnis gegessen werden. Ein bestehendes Ungleichgewicht kann entsprechend durch eine Verlagerung des Schwerpunkts auf eine der drei Ecken ausgeglichen werden. Ausführlicher beschrieben habe ich die Sonnendiät schon einmal hier.
  • Methusalem
    Bei der Methusalem-Ernährung wird Nahrung explizit als Heilmittel eingesetzt. Insbesondere geht es in mehreren Stufen der Ernährung darum, eine gesunde Darmflora und eine starke Verdauungskraft (wieder-)herzustellen. Dafür wird eine ausreichende Salzaufnahme (Stein-, Kristall- oder Meersalz) als notwendig angesehen. Salz darf jedoch nicht mit Ölsaaten oder Nüssen kombiniert werden. Die verschiedenen Stufen bauen aufeinander auf & sollen nacheinander durchlaufen werden. Einige Grundregeln sind eine klimaabhängige Ernährung, gründliches Kauen, Obst & Gemüse getrennt essen.
  • Bioklimatische Rohkost nach Huntzinger:
    In dieser Rohkostform wird die Bedeutung von gemischter Rohkostnahrung aus der Klimazone, in der man lebt, betont. Es wird mehr Gemüse als Früchte gegessen, besonders im Winter sollte (in den nördlichen Breitengraden) auf Früchte ganz verzichtet werden, da sie zu stark auskühlen. Im Winter wachsen in der Gegend ja auch keine Früchte. Nach Huntzinger’s Ansicht führt außerdem der hohe Zuckergehalt der Früchte zur Überzuckerung & daraus resultierend zu divesen Störungen (Karies, Gewichtsverlust, Kälteempfinden, Pilze, Entzündungen etc). Bei bestehenden Entzündungen oder Karies empfiehlt er den dreimonatigen konsequenten Verzicht auf Zucker in jeder Form & eine Ernährung bestehend aus gemischten Salaten aus Kohl, grünen Blättern, Blüten usw mit Nüssen oder Avocado.
    Unter normalen Umständen wird die bioklimatische Rohkost je nach Jahreszeit angepasst. Im Sommer weniger Nüsse & Fettfrüchte, im Winter eine eher trockene Ernährung, ohne Früchte & mit weniger wasserhaltigen Gemüsefrüchten. Zusätzlich zu Gemüse & Obst empfiehlt er Quinoa, Buchweizen, Hirse usw, eingeweicht bzw. gekeimt, zu essen (für die Vitamin B Versorgung).

Außer den in dieser Reihe beschriebenen Rohkostrichtungen gibt es natürlich unzählige weitere Formen, die Rohkost-Ernährung zu gestalten. Es kann interessant & inspirierend sein, über die Wege anderer zu lesen – was für dich funktioniert, dich am besten nährt & sich gut & richtig anfühlt, wirst du selbst herausfinden. Genieße den Weg!

Rohkostkonzepte: Grüne Smoothies

Bekannte Vertreter dieser aus den USA kommenden Rohkostform sind Markus Rothkranz und Victoria Boutenko. Der Idee zugrunde liegt die Erkenntnis, dass Grünzeug – grüne Blattgemüse & vor allem Wildkräuter – extrem wichtig für uns sind & täglich in großen Mengen auf dem Speiseplan stehen sollten. Da der Verzehr solcher Mengen von grünen Blättern viel Zeit & zur guten Verdaulichkeit gründliches Kauen erfordert & weil viele Menschen Schwierigkeiten haben, sich mit Geschmack & Konsistenz dieser Nahrung anzufreunden, wird das Grünzeug zusammen mit Früchten zum Smoothie vermixt. Dabei besteht der Smoothie mindestens zur Hälfte aus Grünzeug. Auch Gemüse wird zur besseren Verwertbarkeit püriert.

Weitere wichtige Empfehlungen aus Markus‘ Buch, um zu natürlicher Gesundheit & Schönheit zurückzufinden, sind

  • Enschlackung/Entgiftung durch Fasten & Einläufe
  • wenig süße Früchte, mehr Grünzeug essen; keine süßen Früchten entsaften, da sie zuviel Zucker enthalten, der Bakterien, Pilze etc nährt
  • sogenannte Superfoods wie Maca, Pollen, Spirulina usw, sowie Samen, Nüsse, Sprossen … als Eiweißlieferanten. Samen & Nüsse vor dem Verzehr einweichen.
  • wenig unterirdisch wachsendes Gemüse essen, lieber dessen Blätter für Smoothies verwenden
  • kein Essen nach Sonnenuntergang
  • einmal in der Woche fasten
  • tägliches Sonnenbaden (möglichst nackt)
  • tägliches Fitnesstraining
  • ausreichend Schlaf
  • liebevoller Umgang mit den Mitmenschen, glücklich sein

Bestandteil dieser Ernährungsform sind außer den Smoothies auch andere Rohkost-Zubereitungen wie rohe Schokolade und ähnliches.

Interessante & gut lesbare Bücher zu diesem Konzept sind z. B. „Heile dich selbst“ von Markus Rothkranz und „„Green for Life““ von Victoria Boutenko.

Rohkostkonzepte: Instinkto

Wie bei so vielen der bekannten Rohkostvertreter basiert auch das Konzept der Instinktoernährung, begründet durch Guy Claude Burger, auf einer (Krebs-)Erkrankung, von der Burger sich durch Rohkost geheilt hat. Die Instinktos gehen, wie auch die Urköstler, davon aus, dass der menschliche Körper an die Nahrung, die ihm seit Urzeiten zur Verfügung steht, genetisch angepasst ist & nur damit optimal funktionieren kann. An die durch Erhitzen & andere Veränderungen entstehenden Moleküle ist er nicht angepasst & kann diese Stoffe nicht ohne schädliche „Nebenwirkungen“ verstoffwechseln. Zur Nahrungspalette der Instinktos gehören, anders als für die UrköstlerInnen, auch Fleisch, Fisch & Eier. Auch wenn ich dem in keinster Weise zustimme, möchte ich das Instinkto-Konzept hier gern vorstellen, da es einige andere Aspekte betont, die mir beachtenswert erscheinen & die meiner Erfahrung nach auch bei veganer Rohkost eine Rolle spielen.

Die grundlegende Idee der Instinktoernährung ist, wie der Name schon sagt, die instinktgesteuerte Auswahl der Nahrung. Aus der Palette der ursprünglichen Nahrung wird per Geruchssinn das ausgewählt, was gerade am genussvollsten erscheint. Es wird immer mono gegessen und zwar soviel, bis eine Sperre eintritt oder erste Anzeichen von Völlegefühl. Hierbei unterscheiden die Instinktos vier Geschmacksphasen:

  • 1. Die himmlische Phase: das sollte der Normalzustand sein, der zeigt, dass das gerade gegessene Nahrungsmittel optimal für den Körper ist & es einem gut geht. Während starker Entgiftungsphasen verschwindet diese Phase – vielleicht ein Zeichen, dass besser gefastet werden sollte?
  • 2. Die angenehme Phase: es schmeckt noch immer, alles okay.
  • 3. Die unangenehme Phase: es schmeckt nicht mehr, dasselbe Essen ist plötzlich sauer/zu süß/zu bitter oder sonstwie unangenehm. Spätestens jetzt sollte die Mahlzeit beendet werden.
  • 4. Die schmerzhafte Phase: die eintritt, wenn nach der 3. Phase doch weitergegessen wird. Deutlich zu bemerken zum Beispiel bei Ananas.

Optimalerweise sollte nur wilde Nahrung gegessen werden. Bei Zubereitungen/Mischungen funktioniert der Instinkt nicht & sogar bei veredelten/gezüchteten Nahrungsmitteln nur begrenzt; daher sollte bei letzteren nach der himmlischen Phase mit dem Essen aufgehört werden.

Burger geht davon aus, dass das instinktive Erkennen falscher/richtiger Zusammenstellungen durch Geruch & Geschmack nur bei von Geburt an rohköstlich & instinktiv ernährten Menschen funktioniert & hat daher sogenannte Menüführer für die Mahlzeiten entwickelt:

Morgens wird nur Wasser getrunken & Kassia gelutscht, damit der Körper Zeit zum Entgiften hat. Mit dem Essen wird erst Mittags begonnen.

Zum Mittagessen werden zuerst Früchte gegessen, wobei eine Auswahl von mindestens fünf verschiedenen Sorten durchgerochen wird. Es wird die am besten riechende Sorte ausgewählt. Nur wenn eine Frucht gut riecht & einem dabei tatsächlich „das Wasser im Mund zusammenläuft“, darf sie gegessen werden. Wird keine Frucht gefunden, probiert man dasselbe mit Gemüse. Wird auch dabei nichts Appetitanregendes gefunden, wird zu dieser Mahlzeit gefastet. Die ausgewählte Frucht wird bis zum Ende der himmlischen Phase gegessen. Ist danach noch Appetit auf mehr da, riecht man sich nochmal durch die Früchtepalette & wählt ggfs eine weitere Frucht. Gegessen wird bis zu einem Gefühl der Zufriedenheit, jedoch wird nach spätestens drei Fruchtarten die Mahlzeit beendet. Wurden weniger Früchte gegessen, darf man zum Abschluss noch Datteln oder Honig essen – Auswahl auf dieselbe Art, Essensmenge bis zum Ende der himmlischen Phase.

Abends gibt es Eiweiße & Fette. Die vegane Auswahl beinhaltet Nüsse, Kerne, Ölsaaten, Hülsenfrüchte, Pilze, Oliven, Avocados, Safus, Kokosnüsse. Es darf nur eine Sorte Rohkosteiweiß gegessen werden, anschließend gibt es bei Bedarf noch Gemüse (evtl mehrere Sorten nacheinander).

Rohkostkonzepte: Urkost

Dass Rohkost nicht gleich Rohkost ist, es viele verschiedene Ausprägungen & Theorien dazu gibt, ist nichts Neues. Obwohl ich mich in meiner Ernährung ausschließlich an meinem eigenen Bedarf, meinem Befinden, orientiere, nur meinen Bedürfnisse dabei folge & keinerlei von wem auch immer aufgestellten Regeln – & dies auch das einzige „Konzept“ ist, das ich empfehlen kann -, werfe ich doch ganz gern mal einen Blick auf die Meinungen und Erfahrungen anderer. Bei Schwierigkeiten, egal ob beim Beginn einer Rohkosternährung oder später, kann das durchaus ganz inspirierend sein & eventuell wertvolle Hinweise liefern. Ob & wieweit anderer Leute Konzepte für dich passen – das musst du selbst herausfinden. In der nächsten Zeit möchte ich dir ein paar der bekannteren Rohkostrichtungen vorstellen. In jeder davon finde ich Aspekte unserer Art zu essen wieder. Meiner Überzeugung & Ernährungsform am Nächsten kommt wohl die sogenannte Urkost, weshalb ich meine Reihe mit ihr beginne:

Die bekanntesten Vertreter dieser Rohkostrichtung sind Franz Konz (Autor des Buches „Der Große Gesundheits-Konz“), der sich mit dieser Ernährung von Krebs geheilt & den Begriff der Urkost geprägt hat, und Brigitte Rondholz, die die Urkost seit vielen Jahren sowohl im RealLife als auch im Web vertritt. Die Urkost – oder besser: Urtherapie – beinhaltet außer der Ernährung die ebenso wichtige körperliche Bewegung, das sogenannte Urtraining, und eine körperlich & seelisch gesunde, natürliche Lebensweise (mit viel Sonne, Singen, Aufenthalten in der Natur, Barfußlaufen usw – Naturverbundenheit eben). Grundlage dieser Idee ist die Natur: die von der Natur für uns Menschen vorgesehene Ernährungs- & Lebensweise erhält uns gesund. Alles andere (zer-)stört unsere Gesundheit. Krankheitssymptome welcher Art auch immer sind Reaktionen deines Körpers auf krankmachende Einflüsse; Versuche des Körpers, sein Gleichgewicht bestmöglich zu erhalten. Für deine Gesundheit bist einzig & allein du selbst verantwortlich, heilen kann dich nur die Änderung deiner Lebensgewohnheiten hin zum natürlichen, naturgerechten Leben. Weder Medizin noch Naturheilkunde können dir das abnehmen – im Gegenteil, zumindestens erstere zerstört höchstens noch mehr.

Wie essen Urköstler nun also?
Die Urkost setzt sich zusammen aus ca. 70% Früchten (inkl. Fettfrüchten wie Avocado, Kokosnuss etc), ca. 25% Wildkräutern & ca. 5% Samen, Nüssen usw. Auch grünes Bio-Gemüse & Wurzeln können gegessen werden, insbesondere als Ersatz, falls nicht ausreichend Wildkräuter zur Verfügung stehen. Die Nahrung soll optimalerweise möglichst wild & ursprünglich sein (in Wildkräutern & anderen Wildpflanzen sind wesentlich mehr wertvolle Inhaltsstoffe enthalten als in Kulturpflanzen) & wird so naturbelassen wie möglich gegessen. Gegessen wird nach Hunger/Appetit, nicht nach festen Zeiten. Allerdings nicht mehr spät am Abend, denn im Dunkeln würden wir natürlicherweise ja eh nichts zu essen finden.

Austauschmöglichkeit mit anderen Roh- & UrköstlerInnen bietet das Urkostforum.

Aterhov’s 6 Rohkost-Regeln

  1. Die Ursache menschlicher Krankheiten ist endgültig entdeckt – alle Krankheiten haben eine gemeinsame Ursache und ein gemeinsames Heilmittel.
  2. Krankheiten entstehen durch die Ernährung mit gekochten Speisen und anderer schädlicher Nahrung.
  3. Die einzige Möglichkeit der dauerhaften Heilung besteht in der Abkehr von der Kochkost und anderer schädlicher Nahrung.
  4. Das Kochen tötet die wichtigen Bestandteile der natürlichen Nahrung und verwandelt sie in gütige und schädliche Substanzen.
  5. Alle wissenschaftlichen Daten über den Nährwert einzelner Proteine, Vitamine, Mineralien usw. sind in ihrer isolierten Darstellung wertlos.
  6. Zeit- und Kostenaufwand für das Zubereiten gekochter Speisen sind reine Verschwendung.

Das komplette Buch von Aterhov als PDF findet ihr hier zum kostenlosen Download.

Herbst, Winter, Rohkost!

Herbst. Bis letztes Jahr hiess das für mich: Frische Äpfel. Weissdornbeeren, Pilze, Nüsse & Maronen. Bunt gefärbte Bäume. Laub fegen, schöne Blätter und Kastanien sammeln. Und vor allem: kürzere Tage & abnehmende Temperaturen.

Dieses Jahr ist, dank verändertem Wohnort, alles ein wenig anders. Äpfel sind hier eher rar, dafür genieße ich jetzt Kakis & Cherimoyas. Die Palmen kennen das bunte Farbenspiel des Herbstes nicht. Claro, auch hier werden die Tage kürzer – deutlich kürzer sogar als im Norden Deutschlands. Und die Temperaturen sinken allmählich ein wenig. Allerdings auf viel angenehmerem Niveau … nach den mit Hitzewarnung einhergehenden Tagen noch letzte Woche (36° Grad) sind wir jetzt bei ca 26° & wenn abends die Sonne hinter den Bergen verschwindet, brauchen wir auch mal wieder Langärmeliges.

Nein, ich schreibe das nicht, um euch neidisch zu machen (… wobei ich mich freue, wenn jemand sich dadurch eingeladen fühlt, ein paar erholsame, sonnige Rohkost-Tage hier bei uns zu verbringen 🙂 ). Sondern, weil mich eine Mail (danke Claudi!) gerade daran erinnert hat, wie kalt Rohkost sein kann, besonders im deutschen Herbst & Winter!

In meinem ersten Winter mit Rohkost habe ich ständig gefroren. Und zwar richtig. Was sicher mit daran lag, dass ich vorher, in den ersten Monaten mit Rohkost, so viel Gewicht verloren hatte. Kein wärmendes Fett mehr am Körper 😉 Viel ausschlaggebender aber, das habe ich im Laufe der Zeit gelernt, sind andere Dinge:

  1. Bewegung erzeugt Wärme – also wenn du frierst (vielleicht während du wie ich viel Zeit am Computer sitzend verbringst): steh auf & nix wie raus! Laufen, Fahrradfahren, mit den Kindern Fangen spielen. Oder, falls du nicht raus kommst, spring Minitrampolin, geh auf den Stepper, dreh deine Lieblingsmusik auf & tanze durch die Wohnung! Das hebt nebenbei die Laune, unterstützt die Entgiftung & trainiert deinen Körper (Muskeln wärmen viel mehr als Fett!).
  2. Iss, was dich wärmt! Das geht auch ganz ohne Erhitzen. Nahrungsmittel haben unterschiedliche thermische Wirkung. Wer sich mal mit der Ernährungslehre der TCM, der Traditionellen Chinesischen Medizin, beschäftigt hat, kennt das. Es gibt heiße, warme, neutrale, kühle & kalte Nahrungsmittel. Optimal ist eine ausgeglichene Zusammenstellung von warmen, neutralen & kühlen Speisen, mit wenig Extremen: also heisses & kaltes nur in sehr kleinen Mengen. In der kalten Jahreszeit liegt der Schwerpunkt logischerweise mehr im warmen Bereich.

    Auch ganz ohne Theorie dahinter: achte einfach mal darauf, wie welche Nahrung auf dich wirkt. Sicher hast du es selbst schon gespürt: Melonen kühlen, scharfe Gewürze wie Ingwer & Knoblauch erhitzen. Wurzeln, wie z. B. Sellerie, Rote Bete & Möhren, wärmen ebenfalls. Das saisonale, regionale Angebot entspricht dem zur Jahreszeit passenden Bedarf auch in thermischer Hinsicht: im Sommer kühlen uns Tomaten & Gurken, im Winter wärmen uns Kohl & Wurzelgemüse. Gewürze & Kräuter unterstützen das: auch Ingwer & Zimt, klassischerweise in der Weihnachtsbäckerei verwendet, wärmen.

    Nach dem Sommer mit vielen leichten Früchten ist im Herbst & Winter eher schwerere, gehaltvollere Nahrung angebracht. Die schon erwähnten Wurzelgemüse, Kohl, Nüsse. Beeren & Maronen. Früchte lassen sich weiterhin wunderbar mit Wildkräutern, aber auch mit Kohl kombinieren. Besser als Melonen & Ananas sind jetzt Pflaumen, Datteln, Kakis, Mangos, Birnen. Eine leckere, gesunde & wärmende Nascherei im Winter sind Datteln mit Grünkohl.

    Wer gern zubereitet, mag die Rezepte jetzt vielleicht mit Zimt & Ingwer ergänzen. Oder Knoblauch, Curry, Chili verwenden. Außerdem können rohe Zubereitungen, Suppen zum Beispiel, im Lebensmitteltrockner oder vorsichtig im halbgeöffneten, auf niedrigster Stufe eingestellten Ofen oder im Wasserbad auf knapp 40° erwärmt werden. Ein paar Ideen für herbstliche Rezepte findest du hier. Genauso wichtig wie zu jeder Jahreszeit sind natürlich die Wildkräuter. & auch sie helfen tatsächlich, warm zu bleiben!

Vielleicht nimmst du meine Anregungen als Basis & findest heraus, was dir zu dieser Jahreszeit gut tut. Rohkost funktioniert auf jeden Fall auch im Herbst & Winter!