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Keto und frische Feigen

Vor ein paar Tagen habe ich eine wunderschöne (Geburstags-)Wanderung in den Bergen gemacht. Allein, in Stille, durch Steinwüsten kletternd … ein herrlicher Tag! Eigentlich wollte ich ein bisschen filmen, um es hier zu teilen … hab es dann aber doch vorgezogen, einfach mal bei mir, mit mir, im Moment zu bleiben.

Und was hat das jetzt mit ketogener Ernährung und mit Feigen zu tun? Und überhaupt: Feigen und ketogen – das geht doch nicht zusammen?!?

Borretsch. Schön, lecker und gesund.

Blutgruppen-Diät und Rohkost

Schon lange bevor ich zur Rohkost gefunden habe, war Ernährung ein Thema für mich, und ich habe im Laufe der Jahre vieles ausprobiert. Manches für so gut und überzeugend befunden, dass ich es jahrelang beibehalten habe und es bis heute immer mal wieder in meiner, nun schon zehn Jahre andauernden, Rohkosternährung wiederfinde. Dazu gehören insbesondere die 5-Elemente-Lehre aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, mit der thermischen Wirkung der Nahrungsmittel, und die ayurvedische Lehre.

Weniger überzeugend fand ich schon vor vielen Jahren die „Blutgruppen-Diät“ nach D’Adamo, die ich ebenfalls eine (kurze!) Zeit lang ausprobiert habe. Ich habe Blutgruppe 0 und sollte den Regeln dieser Diät zufolge hauptsächlich tierisches Eiweiss in Form von Fleisch bzw. Fisch zu mir nehmen. Fleisch habe ich damals schon nicht mehr gegessen, wohl aber noch Fisch – ich bitte um Vergebung; damals wusste ich es noch nicht besser. Doch gehörten zu meiner Wohlfühl-Ernährung schon immer viele frische Früchte und Gemüse; mit dem Schwerpunkt auf tierischem Eiweiß habe ich mich nicht gut gefühlt.

Die Erklärung für diese Regel war, soweit ich mich erinnere, dass die Blutgruppe 0 die älteste in der Entwicklung des Menschen sei und die Ernährung in ihrer Zusammensetzung deshalb sehr ursprünglich sein sollte. Basierend auf der Annahme, der Urmensch sei in erster Linie ein Jäger gewesen und hätte sich hauptsächlich von Fleisch ernährt. Mittlerweile wissen wir es besser: Menschen waren in der Urzeit viel öfter Gejagte als Jäger, lebten überwiegend von gesammelter pflanzlicher Nahrung und aßen höchstens gelegentlich und zu einem geringen Anteil mal Kleintiere, Aas und Insekten. (Klitzekleine Insekten hab ich vielleicht versehentlich schon mal mitgegessen, auf Kleintiere und Aas verzichte ich gerne zugunsten der pflanzlichen Vielfalt, die mir viel verlockender erscheint!) Auch deuten all unsere körperlichen Merkmale (Zähne, Hände, Verdauungssystem) darauf hin, dass wir, damals wie heute, keine Karnivoren sind. Allerdings aßen unsere Vorfahren ihre Nahrung roh und unverarbeitet – wenngleich das, meiner Erinnerung nach, in den Diät-Regeln keine Rolle spielte ;).

In natürlicher, ursprünglicher pflanzlicher Nahrung ist Eiweiß vor allem in dunkelgrünen Blättern und in Nüssen enthalten. Meine Blutgruppen-Diät-Theorie, angepasst an meine Überzeugung vom Menschen als Pflanzenesser, beinhaltet also neben möglichst ursprünglichen, frischen, unverarbeiteten, regionalen & saisonalen Früchten und Wurzeln vor allem VIEL GRÜNES und, so saisonal vorhanden, auch Nüsse, Kerne und Samen. Wie passend 🙂 … und wie einfach das Leben doch ist.

Gelesen: Natural Eating

Als eine liebe Freundin mir kürzlich dieses Buch empfahl, habe ich nicht lange gezögert: Natural Eating – Natürlich essen -, das ist mein Thema. Also hab ich es mir sofort gekauft – als Kindle eBook, damit ich nicht wochenlang auf die Lieferung bis hierher auf die Insel warten muss – und gelesen. Um es vorwegzunehmen: das Buch steckt voller interessanter Informationen zu unserer Ernährung, große Überraschungen haben mich darin jedoch nicht erwartet. Der Ernährungswissenschaftler Geoff Bond definiert in „Natural Eating. Natürlich fit und gesund essen was der Körper wirklich braucht.“* natürliches Essen als das „Essen in Harmonie mit unserer genetischen Programmierung“. Um festzustellen, wie das aussehen muss, betrachtet er sowohl unsere prähistorischen Vorfahren (in der Zeit, bevor sie begannen, sich sesshaft zu machen) als auch unsere nahen Verwandten, die verschiedenen Primaten-Arten, sowie einige noch in der jüngeren Vergangenheit ursprünglich lebenden Völker wie beispielsweise die Aborigines und vergleicht sie miteinander. Es überrascht nicht zu sehen, dass deren Ernährungsgewohnheiten alle durch dieselben Faktoren definiert werden:

  • großes Volumen (ca. 2 kg pflanzlicher Nahrung/pro Tag)
  • geringe Kaloriendichte
  • reich an Mikronährstoffen
  • reich an Ballaststoffen
  • sehr wenig Fett
  • niedriger glykämischer Index
  • wenig Salz

So sah die Ernährung der sehr frühen Menschen vermutlich aus: Sie lebten von Gesammeltem: Nüsse, Früchte, Blätter, Wurzeln, Raupen, Krustentiere, Rinden, Harze, Gräser, gelegentlich Aas. Tierisches machte vermutlich einen Anteil von höchstens 20% an ihrer Ernährung aus, und es handelte sich dabei um Echsen, Schlangen, Käfer, Raupen, Frösche, Insekten, Schalentiere, Eier, kleine Wildtiere und Aas. Im Hinblick auf den Fettgehalt ist das eine fettarme Ernährungsweise, bei der die aufgenommenen Fette kaum gesättigte, dafür viele essentielle Fettsäuren mit einem Linolsäure-Linolensäure-Verhältnis zwischen 4:1 und 1:1 waren. Ca. 2kg pflanzliche Nahrung wurde pro Tag gegessen – für dieses Volumen sind unsere Körper geschaffen; die Nahrung war durchweg von geringer Kaloriendichte und Kalorien stellen eher kein geeignetes Maß für unsere ausreichende Ernährung dar. Ebensowenig übrigens, wie die moderne Interpretation des BMI: die Aborigines z. B., die noch bis vor ca. 200 Jahren sehr ursprünglich lebten und sich ernährten, waren für heutige Begriffe sehr dünn, mit einem BMI zwischen 13,5 und 19, aber wesentlich gesünder als die Allermeisten heute. Zum Vergleich: ein BMI unter 18 oder 19 (je nach Tabelle) gilt heutzutage als behandlungsbedürftiges Untergewicht.

Die Probleme begannen mit der Sesshaftigkeit und dem damit verbundenen Anbau vor rund 10.000 Jahren. … Das Buch gibt einen guten Überblick über die sich ändernden Ernährungsgewohnheiten und über die Zusammenhänge zwischen den als „normal“ angesehenen Zivilisationskrankheiten und der Standardernährung, deren Details ich mir (& dir) jetzt mal erspare.

Als weitere Aspekte, die für eine natürliche Ernährungsweise eine Rolle spielen, erwähnt Geoff Bond

  • die Bedeutung des Säuren-Basen-Gleichgewichts im Körper und der daraus folgenden Notwendigkeit, überwiegend basisch zu essen (nur Früchte, Salate, Gemüse werden basisch verstoffwechselt!)
  • Geeignete bzw. ungeeignete Kombinationen aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen von Früchten, Stärke, Proteinen und Fetten an die Verdauung:
    • Früchte werden im Dünndarm verdaut und sollen nur auf leeren Magen gegessen werden, und nur Mono.
    • Proteine und Stärke sollten nicht kombiniert werden. Die Stärkeverdauung beginnt im Mund, wird im Magen gestopt und im Dünndarm fortgesetzt. Proteine (insbesondere tierische Proteine) hingegen brauchen eine verlängerte Bearbeitung durch Säuren und Enzyme im Magen und anschließend weitere Verdauung im Dünndarm. Beide kurbeln die Insulinausschüttung an.
    • Für Salate, Gemüse und Fette gibt es keine Regeln, hier kann beliebig kombiniert werden.
  • Nach den Mahlzeiten sollten daher folgende Mindestpausen eingehalten werden, bevor etwas anderes gegessen wird:
    • Nach Früchten 15 Minuten
    • Nach Stärke 1 Std.
    • Nach pflanzlichem Protein 2 Std, nach tierischem Protein 3 Std.
  • Ebenfalls im Interesse einer guten Verdauung sollten die Mahlzeiten eher klein sein.

Unsere Ahnen konnten damals im Dschungel überleben; wir müssen uns nun im Dschungel der Supermärkte etc. zurechtfinden. NICHTS, was dort angeboten wird, hätten unsere prähistorischen Vorfahren als essbar erkannt!!! Selbst die heute angebotenen Früchte sind etwas komplett Anderes als die, die es damals gab. Es gilt also, klug zu wählen!

„Natürliche Ernährung“, das heisst heutzutage folglich auch, die Kunst, unter modernen Bedingungen unseren natürlichen Ernährungsmustern nahezukommen. Dieses natürliche Ernährungsmuster sieht, Geoff Bond zufolge, zusammengefasst so aus:

  • Das Nahrungsangebot zeichnet sich durch großes Volumen, viele Ballaststoffe, geringe Kaloriendichte, hohe Mikronährstoffdichte, niedrigen glykämischen Index, wenig Fett und wenig Salz aus.
  • Unsere Programmierung sieht vor, dass wir
    • wenig aber oft essen,
    • morgens erst mit dem Essen beginnen, wenn unser Körper dafür bereit ist
    • abends wenig oder gar nichts essen
    • einfache Mahlzeiten essen, mono oder wenige verschiedene Sachen
    • gut kombinieren: Früchte. oder: Salat und Gemüse. oder: Gemüse mit wenig guter Stärke. oder: Gemüse mit wenig gutem Protein.

Auf unseren Speiseplan gehören täglich

  • 2-3 Pfund Salate und grüne oder gelbe Gemüse (mindestens 40% unseres Tagesverzehrs)
  • 1-2 Pfund Früchte mit niedrigem glykämischen Index (mindestens 25% des Tagesverzehrs)
  • viele Wurzeln und Knollen mit niedrigem glykämischen Index
  • in Maßen Nüsse
  • wenig oder keine Hülsenfrüchte
  • optional in Maßen Wildtiere

Ich zitiere hier aus dem Buch; für mich ist letzteres absolut keine Option! Bezüglich tierischer Nahrung geht Bond nicht weiter auf die ethische Frage ein; er beschreibt tierische Nahrung heutzutage als optional, aber eben (in der beschriebenen Form!) für einen Teil dessen, was unsere Urahnen gegessen haben. Unter den Primaten gibt es da Unterschiede, Schimpansen scheinen gelegentlich Kleintiere zu jagen und zu essen, während Gorillas komplett vegan leben und höchstens mal Käfer, Würmer etc. zwischen den Blättern mitessen.

Definitiv nicht zu unserer Nahrungspalette gehören, dem Buch zufolge, Getreide, pflanzliche Öle, Milchprodukte, Fleisch von Farmtieren (Kühe, Ziegen, Schweine, Schafe), und Zucker.

Absolut wiederfinden kann ich mich in seiner Aussage, wir seien aufgrund unserer genetischen Programmierung Früchteesser; instinktiv suchen wir immer nach dem süßen Geschmack, der uns ursprünglich gute, bekömmliche, sättigende und nährstoffreiche Nahrung anzeigte. Allerdings sind unsere modernen Früchte auf gesteigerte Süße = mehr Zucker gezüchtet und reichen daher für eine unseren Mineralstoffbedarf deckende Ernährung ohne die oben genannten, großen Mengen an Grün und Gemüse nicht aus.

Die Lebensweise unserer prähistorischen Verwandten gibt übrigens auch Aufschluss über unser natürliches, artgerechtes Bewegungsverhalten: damals waren die Menschen Sammler und gelegentlich vielleicht auch mal Jäger, sie zogen in Gruppen umher und brauchten für Ihre Versorgung ein Gebiet von ca. 200 Quadratmeilen. Frauen und Kinder zogen damals ca. vier bis fünf Stunden pro Tag auf Nahrungssuche umher und legten dabei überwiegend gehend schätzungsweise fünf Meilen, also ca. 7,5km zurück. Männer gingen und liefen noch mehr, nämlich ca. neun bis zwölf Meilen pro Tag. Zum Erhalt deiner Gesundheit, also ohne besonders herausragende Leistungen im Sport anzustreben, solltest du versuchen, das bei deinem Bewegungsprogramm abzubilden. Also mindestens 2-5mal/Woche 20 bis 60 Minuten aerobes Training, bei einer Herzfrequenz von ca. 70/Minute. Du kannst z. B. Gehen, Radfahren, Schwimmen, schnell Tanzen, Golf oder Tennis spielen, Schneeschieben, Laubharken usw.

Nicht anschließen mag ich mich der Ansicht des Autors, Pestizide seien nicht weiter beachtenswert, da die über die pflanzliche Nahrung aufgenommene Menge unkritisch sei und ohnehin die Schädlichkeit von Pestiziden für den menschlichen Körper nicht nachgewiesen sei. Allerdings stimme ich ihm zu, das es besser ist, pestizid-behandeltes Obst und Gemüse zu essen als gar keines bzw. als sich ersatzweise auf künstliche/unnatürliche Nahrung zu beschränken. Auch finde ich seine Empfehlung, Obst und Gemüse wegen potentieller Bakterien darauf gründlich zu waschen; gleichzeitig aber routinemäßig B12 zu supplementieren, weil unser Essen heutzutage ja zu hygienisch sei, etwas widersinnig.

Bestandteil des Buches sind Anhänge mit beispielhaften Essensplänen für mehrere Tage. Die mir allerdings zeigen, wie sehr die Vorstellungen von „abends wenig oder nichts essen“ auseinander gehen können. In den Plänen sind im Zeitraum von 16 bis 22 Uhr regelmäßig 3 Mahlzeiten enthalten, die zudem noch sehr fettlastig sind. Aber nun ja, es ist alles relativ, ne 😉

Insgesamt finde ich das Buch sehr ergiebig und interessant und werde es in meine Bibliothek aufnehmen.

Danke für den Tipp, liebe Agatha! 🙂

*Der Link zum Buch ist ein Affiliate-Link; er dient in erster Linie deiner Information. Wenn du über diesen Link das Buch bei Amazon kaufst, bekomme ich eine kleine Provision dafür. Damit unterstützt du meine Arbeit – danke dafür!

Essen für gesunde Augen

Das Abweichen von unseren natürlichen Lebensbedingungen – frische, unverarbeitete Nahrung zu essen, ausreichend Erholung, sich viel draußen aufzuhalten und das Leben zu genießen – führt zu einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen. Glücklicherweise bietet uns die Natur heilsame Nahrung und viele günstige Gelegenheiten, uns von solchen Beschwerden zu heilen.

Frische, nährstoffreiche Nahrung, voller Enzyme, Mineralstoffe, Vitamine – das ist das, was deinen Körper nährt und gesund erhält! Iss viel (oder ausschließlich) frische rohe Früchte & Gemüse, und viiiiiel Grünzeug, bevorzugt Wildkräuter, sonst auch Algen und frische dunkelgrüne (Blatt-)Gemüse & Salate! Damit bleibst du nicht nur gesund, sondern gibst deinem Körper auch die Chance, schon bestehende Krankheiten & Beschwerden zu heilen.

Ein Studium der einzelnen Nährstoffe ist dafür nicht nötig. Iss so frisch und so abwechslungsreich wie möglich, dann bekommt dein Körper alles, was er braucht! Am besten verrät dir dein Appetit, dein Geschmackssinn, was dir gerade gut tut – eine Auswahl aus natürlicher Nahrung vorausgesetzt!

Wenn du Probleme mit deinen Augen hast, könntest du es mit einigen der folgenden Nahrungsmitteln probieren – Studien* zufolge sind sie besonders geeignet, den Körper zu regenerieren & die Augen zu heilen:

  • Blaubeeren. Die in den Blaubeeren enthaltenen Anthocyanine haben in Kombination mit Vitamin E in einer italienischen Studie bei 95% der Versuchspersonen das Fortschreiten von Grauem Star gestoppt. Bereits im ersten Weltkrieg wussten britische Piloten über die wohltuende Wirkung von Blaubeeren auf die Augen und aßen deshalb vor dem Fliegen immer welche. Früchte mit ähnlichen Wirkstoffen sind Cranberrys, Himbeeren, Brombeeren, Trauben und wilde Kirschen.
  • Karotten. Dass Karotten gut für die Augen sind, ist allgemein bekannt. Die Karotinoide darin helfen, Grauen Star und Krebs vorzubeugen und verringern das Risiko von Herz-Kreislauf-Beschwerden. Andere wertvolle Quellen für Karotinoide sind grüne Blätter sowie orangene, gelbe und rote Früchte und Gemüse.
  • Zwiebel. Das in den Zwiebeln enthaltene Quercetin hat sich als vorbeugend vor Linsentrübung und grauem Star bei Diabetes erwiesen. Allerdings sitzt das meiste Quercetin in der Haut der Zwiebeln.
  • Portulak. Ist nicht nur die reichste Quelle für Omega-3-Fettsäuren sondern außerdem reich an Vitamin C, Vitamin E und Antioxidantien – alle notwendig, um die Augen gesund zu erhalten.
  • Kurkuma. Die entzündungshemmende Wurzel enthält große Mengen von Karotinoiden und Vitamin C.
  • Paranüsse. Sind reich an Vitamin E und Selen – beides Nährstoffe, die Star-Erkrankungen/Linsentrübungen vorbeugen und verhindern.
  • Spinat. Da hat Popeye wirklich etwas entdeckt! Spinat bietet eine Menge von Lutein, das dafür bekannt ist, die Sehkraft zu unterstützen und Augenkrankheiten zu verhindern. Auch dieses Grün ist reich an Karotinoiden und schützt vor Krebs.

* Quelle: http://beyondblindfold.com/8-foods-to-eat-for-healthier-eyes.html

Suchtessen Milch & Brot

„Nie mehr Käse???“ – So die Reaktion einer nahen Verwandten auf meinen Vorschlag, doch mal auszuprobieren, ob ein Verzicht auf Käse und Brot sich positiv auf ihre Arthritis und ihr Rheuma auswirken könnte. Tatsächlich liebt sie ihr Käsebrot so sehr, dass sie lieber bereit war, sich für neue Gelenke operieren zu lassen als auch nur eine Zeitlang auf diesen Genuss zu verzichten. Und sie ist bei Weitem nicht die einzige.

Vielleicht ist dir der Zusammenhang zwischen dem gelegentlichen Café Latte und nachfolgenden Bauchschmerzen sogar bewusst; vielleicht weisst du auch nicht, dass z. B. Migräne, Entzündungskrankheiten, Gelenkschmerzen, Depressionen, Haut- und Atemwegserkrankungen häufig durch die Milch- und/oder Weizenproteine in deiner Nahrung verursacht werden. Jedoch machen Weizen- und Milchprodukte nicht nur körperlich krank; sie können auch zu massiven psychischen Störungen führen. Und: sie machen süchtig! Die in Milch und Weizen enthaltenen Proteine Kasein und Gliadine wirken im Gehirn opioid.

Werfen wir doch mal einen Blick zurück. Gehören Milch und Weizen zu unserer natürlichen Nahrung? Wurden Sie denn nicht „schon immer“ von uns Menschen konsumiert? Bei weitem nicht! Beide sind noch so neu auf unserem Speiseplan, dass unser Verdauungssystem unmöglich daran angepasst sein kann. Kuhmilch wird erst seit ca. 700 Jahren getrunken. Zwar haben Menschen schon vorher Ziegen- und Schafmilch verzehrt, die aufgrund ihres niedrigeren Kaseingehaltes besser bekömmlich ist, jedoch ist auch diese Zeitspanne im Vergleich zu unserer Entwicklungsgeschichte nur ein Augenblick. Kuhmilcheiweiss besteht jedenfalls zu etwa 80% aus Kasein, das diverse Probleme wie Haut- und Atemwegserkrankungen und Verdauungsbeschwerden verursachen kann.

Während Menschen schon weitaus länger die ursprünglichen Wildgräser verzehrt haben, gehört der gezüchtete Weizen erst seit 500 Jahren zu unserer Nahrungspalette. Dabei wurde durch immer weitere Züchtung in den letzten Jahrzehnten der Glutengehalt von ca. 5% vor 50 Jahren auf jetzt gut 50% erhöht. Gluten heisst auch „Klebereiweiß“ und das aus gutem Grund. In der Industrie wird es auch für die Herstellung von Klebstoffen verwendet; unseren Darm verkleistert es ebenfalls und behindert somit die Nährstoffresorption. Dadurch kommt es zu Nährstoffmangel, der langfristig zu sowohl physischen als auch psychischen Problemen führen kann. Kasein wurde bereits in der Steinzeit als Bindemittel für Farben benutzt. Beide zusammen führen, da sie von den allermeisten Menschen aufgrund fehlender Enzyme nicht vollständig verwertet werden können, zum Zurückbleiben unverdauter Peptide im Darm und daraus resultierend zu chronischen Entzündungen insbesondere im Dünndarm und zu einer Verkümmerung von Darmzotten. Neben der sich dadurch weiterhin verschlechternden Nährstoffaufnahme wird auch die Darmwand durchlässig und die Peptide gelangen direkt in unsere Blutbahn, wo sie zahlreiche allergische Symptome hervorrufen können.

Mehr noch: diese Peptide setzen im Nervensystem eine ähnliche Reaktion frei wie Morphin – eines der stärksten Schmerzmittel überhaupt. Dabei ist die Wirkung der Gliadine aus dem Weizen noch wesentlich stärker als die der Kaseine. Anders als andere Drogen wirken diese Stoffe jedoch nicht sinnesberauschend, sondern erzeugen eine Nahrungsmittelsucht. Wir fühlen uns (scheinbar) wohl durch den Genuss von Käse, Brot, Nudeln, Schokolade usw., während sie tatsächlich unsere Sinne betäuben und uns schläfrig machen.

Weizenprodukte manipulieren unseren Körper derart, dass wir schon nach kurzer Zeit das Verlangen nach mehr davon bekommen. Durch das dumpfe, betäubte Gefühl nach dem Verzehr von Weizen suchen wir nach etwas, um unsere Energie wieder anzuregen – mehr Weizen. Die Gliadine aus dem Weizen wirken derart appetitanregend, dass sie bis zu unstillbarem Appetit und Esssucht führen können. Und das ist kein Zufall: Die Manipulationen des Weizens in Folge der Genforschung der 70er Jahre sollte zum Einen die Anforderungen der industriellen Backwarenproduktion erfüllen, zum Anderen ging es schlicht um die Steigerung der Erträge: Der Verzehr des in seiner Aminosäurenzusammensetzung veränderten Weizens erhöht die tägliche Kalorienaufnahme im Schnitt um 40% – wer Weizenprodukte isst, will immer mehr und kauft immer mehr. Ob du geschälten oder Vollkornweizen isst, macht übrigens keinen Unterschied.

Probier doch mal aus, einige Tage lang konsequent auf Getreide in jeder Form zu verzichten. Wahrscheinlich wirst du Entzugserscheinungen in Form von Müdigkeit, Depressionen, Gemütsverstimmungen, Gehirnnebel bekommen. Wenn du das durchhälst, wirst du jedoch belohnt durch wesentlich mehr Klarheit, Energie und bessere Stimmung!

Falls du weiterhin Getreide in deiner Ernährung behalten willst, steig besser auf glutenfreie Sorten wie Reis oder Hirse oder, noch besser, andere Alternativen wie Buchweizen um. Insbesondere letzterer lässt sich auch hervorragend roh genießen!

Am besten deckst du deinen Bedarf an Kohlenhydraten aus frischen Früchten – der Nahrung, die die Natur für uns vorgesehen hat und die garantiert keine unerwünschten Nebenwirkungen mit sich bringt!

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(Quelle: Zentrum für Gesundheit)

Essen für eine bessere Welt

Willst du die Welt verändern, fang bei dir an! Diesen Satz kennen wir alle … was bedeutet er für dich?

Klar ist, dass deine Ernährung dich verändert. Da sind die nachgewiesenen Schäden durch die übliche westliche Ernährungsweise, die Zivilisationskost. Und die diesbezüglichen positiven Erfahrungen mit Rohkost für deinen Gesundheitszustand, je natürlicher (Urkost) desto besser. Darüberhinaus hat deine Nahrungswahl auch Auswirkungen auf die Welt, direkte und indirekte. Ich beschränke mich dazu heute mal auf nur einige Stichworte: Nachhaltige vs. ausbeuterische Anbaumethoden, fairer oder ausbeuterischer Handel, Mitweltbelastungen durch weite Transportwege, vielfältiger Schaden durch die Produktion sogenannter tierischer Nahrungsmittel, Belastungen durch verarbeitende Industrien, der Einsatz von Nahrung als Machtmittel … usw usw.

Lebe das, was du als richtig erkannt hast … so gut es dir möglich ist. Für dich und als Vorbild für die, die dir folgen möchten. Doch sei dir vor allem bewusst: dein Beitrag, diese Welt zum Besseren zu verändern, besteht nicht nur in deiner Vorbildfunktion. Nicht nur darin, all das, was du als falsch erkannt hast, nicht mehr zu unterstützen. Sondern vor allem in der Veränderung, die du selber bist! Bist du gesund, heil, in Harmonie mit dir und voller Liebe, dann ist auch die Welt ein Stück weit gesünder, heiler und liebevoller.

Wie Mahatma Gandhi sagte:“Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für die Welt!“. Natürlich zu essen ist in vielerlei Hinsicht ein machtvoller Schritt auf diesem Weg!

Relativ gesund?

Was ist Gesundheit? Mit dieser Definition tun sich selbst die, die sich die Gesundheit als Daseinszweck auf ihre Fahnen geschrieben haben, die Gesundheitsbehörden und -organisationen, schwer. Eigentlich ist Gesundheit unser natürlicher Zustand. Von dem wir jedoch dank unserer immer unnatürlicher werdenden Lebensweise und nicht zuletzt auch der in der gesamten mehr oder weniger zivilisierten Welt üblichen Ernährungsweise derart weit entfernt sind, dass selbst viele unserer Babys nicht mehr gesund auf die Welt kommen.

Gesundheit, das ist vollkommenes Wohlbefinden, körperlich, seelisch, geistig. Ein Zustand, der uns fast allen so unbekannt ist, dass selbst die WHO Gesundheit gemeinhin als „Abwesenheit von Krankheit“ definiert.

Und „relative Gesundheit“ – kann es das geben? Ein bisschen gesund? Ein bisschen schwanger? Krankheit lässt sich relativieren – du kannst ein bisschen krank sein oder schwer krank. Aber entweder du bist schwanger – oder nicht. Entweder du bist gesund – oder eben nicht.

Jedoch – in dieser Welt, in der kaum noch jemand weiss, wie sich wirkliche Gesundheit eigentlich anfühlt und häufiges (ab einem gewissen Alter gar ständiges) eingeschränktes Wohlbefinden (=Krankheit!) als ganz normal empfunden wird, freut sich verständlicherweise schon, wer sich einigermaßen wohl fühlt.

Entsprechend werden auch die diversen zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel nicht nur in „gesund“ (= dem Wohlbefinden förderlich) und „ungesund“ (= dem Wohlbefinden schadend) unterteilt. Denn wer gar nicht wirklich gesund ist, der nimmt die Auswirkungen seiner Nahrung deutlich weniger stark wahr. Wer sich absolut natürlich ernährt, der wird sich schon schlecht fühlen, wenn er nur einmal einen Smoothie trinkt oder gar einen Rohkostriegel isst. Wohingegen ein Küchenrohköstler erst beim Verzehr gekochter Nahrung eine Veränderung zum schlechteren hin wahrnehmen wird und ein Standard-Kochköstler sich nach demselben Smoothie vielleicht gar besser & energiegeladener fühlen wird.

Eigentlich ist es vollkommen klar: wirklich gesunde Nahrung ist natürliche Nahrung – nenn sie Urkost, Naturkost, oder wie du magst. Früchte, Wildkräuter, Gemüse, Samen. Giftfrei gewachsen, reif geerntet, frisch gegessen. Unverarbeitet, unvermischt, weder erhitzt noch gefroren oder künstlich getrocknet.

Auf dem Weg von der üblichen, langgewohnten Zivilisationskost hin zu dieser natürlichen Ernährungsweise gibt es viele mögliche Stationen … genieße die Reise, bleib, wo es dir gefällt und geh weiter, wenn du spürst, dass du noch nicht an deinem Ziel angekommen bist!

Elemente natürlicher Ernährung

Sich natürlich zu ernähren – das ist viel mehr als nur roh & vegan zu essen.

In der Natur gibt es keine Supermärkte und Fruchtversender, über die du alles zu jeder Jahreszeit beziehen kannst. Natürlich essen – das beinhaltet auch ein jahreszeitlich wechselndes Sortiment. Regional und saisonal essen. Statt, wie bei uns weit verbreitet, im Winter besonders üppig zu essen, stellt diese Jahreszeit eigentlich eine durch die Natur bedingte Fastenzeit, eine karge Zeit dar.

Falls du die Möglichkeit hast, selber anzubauen – nutze sie! Das bietet dir erstens naturnähere, hochwertigere Nahrung, als im Handel erhältlich und macht dich zweitens unabhängiger. Dein eigenes Essen anzubauen ist fast so gut wie selber Geld zu drucken!

Möglichst viele Wildkräuter/-früchte sammeln!

Nicht nur bei der Nahrungsauswahl, auch beim Essverhalten lässt sich unser Wohlbefinden durch naturnähere Gewohnheiten positiv beeinflussen:

Essen nach Hunger statt geregelter Mahlzeiten nach der Uhr. Nahrungsauswahl nach Appetit; es muss nicht unbedingt die ganze Familie zur gleichen Zeit das Gleiche essen.

Nicht nachts essen. Unter natürlichen Bedingungen würdest du nichts pflücken & essen, was du nicht zweifelsfrei sehen/erkennen kannst.

Essen um Hunger zu stillen, andere Bedürfnisse auf andere, angemessenere Art, befriedigen. Neue Geschmäcker ausprobieren. Persönliche Erfahrung höher bewerten als anderer Leute Lehren.

Was macht für dich eine natürliche Ernährung aus?

Die optimale Ernährung

Auch wenn wir uns in unserem Lebensstil oft weit von ihr entfernt haben … wir sind natürliche Wesen, genau wie alle anderen Tiere. Unser Körper weiss genau, was er braucht & was nicht. Wenn wir auf ihn hören, seine Signale ernst nehmen, zeigt er uns, was ihm gut tut & was nicht. Was er braucht, ob er genug bekommt, ob ihm etwas fehlt.

Kein Tier käme auf die Idee, seine Nahrung vor dem Verzehr zu wiegen, Kalorien nachzuschlagen oder vor dem Essen zu überlegen, ob denn in den Früchten auch ausreichend Vitamine drin sind & es daher empfehlenswert ist, sie zu essen. Trotzdem ernähren sich Tiere, die frei in ihrem natürlichen Lebensraum leben, absolut ausgewogen – ihr Instinkt zeigt ihnen, was die für sie richtige Nahrung ist & wieviel sie davon brauchen.

Nun gut, wir leben halt nicht in einem „natürlichen Lebensraum“ & sind umgeben von allen möglichen sogenannten Lebensmitteln, die mit Natur & Bedarf absolut nichts zu tun haben. Hier den Kopf zwischenzuschalten & zu erkennen, welche Nahrungsmittel denn zu unserem natürlichen Spektrum gehören, macht daher sicher Sinn. Von da an jedoch sollten wir die Regie wieder an unseren Körper zurückgeben. Statt sie an andere Menschen, medizinische Empfehlungen, wissenschaftliche Erkenntnisse abzugeben.

Ernährungswissenschaftler, Mediziner & andere analysieren & messen unsere Nahrungsmittel & unsere Körper, finden dabei etliche definierbare Bestandteile unserer Nahrung (Vitamine, Mineralstoffe usw) & entwickeln Theorien darüber, wieviel wovon unser Körper genau braucht, um optimal funktionieren zu können. Sicher sind manche dieser Erkenntnisse dem Menschen in seinem naturfernen Leben hilfreich … wie z. B. das Wissen um den Bedarf an Vitamin C, ohne dessen Deckung, also ohne ausreichend frische pflanzliche Nahrung, beispielsweise Seefahrer in früheren Zeiten an Skorbut erkrankt sind.

Ob es jedoch Sinn macht, sich eine „optimale“ Ernährung auf Basis von Laborwerten zusammenzurechnen & sich nur sicher & gut genährt zu fühlen, wenn alle wissenschaftlichen Anforderungen erfüllt sind??? Unsere natürliche Nahrung – Früchte & grüne Blätter – ist soviel mehr als die Summe ihrer messbaren Bestandteile!

Wenn an Empfehlungen, Vorgaben orientieren – an welchen dann? Wer definiert die Werte? Warum unterscheiden sie sich von Land zu Land? Der definierte Bedarf an manchen Vitalstoffen ist gleichzeitig abhängig von dem, was du isst. Als Veganer oder Rohköstler brauchst du von manchem weniger als ein Kochköstler/Fleischesser. Dein eigener Bedarf variiert, je nach Lebenssituation. In stressigen Lebenslagen braucht dein Körper höhere Mengen mancher Vitalstoffe. Je besser dein Körper die in der Nahrung enthaltenen Nährstoffe assimilieren kann, desto weniger davon (sowohl von der Nahrung an sich als auch von den definierten Vitalstoffen) musst du aufnehmen. Je länger du dich natürlich ernährst, umso besser wird diese Fähigkeit deines Körpers – und um so weniger Nahrung braucht er daher im Laufe der Jahre. Diese Beobachtung haben schon viele langjährige RohköstlerInnen gemacht.

Eine optimale Ernährung für jeden Menschen – die lässt sich meiner Meinung nach zwar eingrenzen: ich glaube, sie sollte vegan, roh, so frisch wie möglich, frei von chemischer Behandlung, naturbelassen = unverarbeitet sein. Eher fettarm. Und ungemischt. Alles andere – was genau in welchen Mengen – ist abhängig von so vielen Faktoren, dass jedeR es für sich selbst herausfinden muss. Und es sich je nach Lebenssituation auch immer mal wieder ändern kann.

Unter Berücksichtigung jahrelanger körperlicher, emotionaler & sozialer Prägungen durch eine unnatürliche Ernährungsweise gibt es auf dem Weg zu einer derartigen (natürlichen!) Ernährung viele mögliche Stufen, die meistens schon so viel besser, gesundheitsförderlicher, sind als die vorhergehenden Gewohnheiten, dass sie uns jeweils optimal erscheinen. Und häufig auch die Basis liefern, um uns unsere sich weiterentwickelnden Bedürfnisse hin zu einer noch besseren Ernährung deutlich zu machen. Wer weiss, wohin mein Weg mich noch führt & welche Steigerungen meiner Optimal-Vorstellungen noch kommen mögen 🙂

Vertraue dir selbst!

Iss was dir schmeckt!

Die Natur hat es so eingerichtet, dass alles Grundlegende, was unserem Überleben & dem Arterhalt dient, uns Vergnügen bereitet – ein Kind zeugen, ein Baby stillen … auch Essen sollte immer eine angenehme, vergnügliche Erfahrung sein! Niemand sollte etwas essen müssen, was ihr/ihm nicht schmeckt.

Die Natur ist 100% verlässlich & vertrauenswürdig. Unser Geschmackssinn ist ein Wächter unseres Körpers, den du niemals ignorieren solltest. Wenn dir etwas nicht schmeckt, will dein Körper es nicht haben & du solltest darauf hören. (Achtung, der verlässliche Umkehrschluss gilt nur für absolut natürliche, naturbelassene Nahrung & ist schon bei verarbeiteten rohen Nahrungsmitteln mit Vorsicht zu genießen!!!). Es macht jedoch durchaus Sinn, Dinge (wie z. B. Grünzeug) in Abständen mal wieder zu probieren, denn der Bedarf deines Körpers ändert sich immer wieder.

Zu hören, was andere essen & für sich selbst als richtig & wichtig erkannt haben, kann Denkanstöße liefern, hat aber nichts mit deinem eigenen Bedarf zu tun. Wenn dir Bananen nicht schmecken, warum solltest du sie essen? Wenn dir Löwenzahn nicht schmeckt, lass ihn stehen.

Ich habe lange geglaubt, wir müssten unbedingt & immer viel Grünzeug, viele Wildkräuter, essen um gesund zu bleiben – denn mein Körper hat seit Jahren sehr danach verlangt. Deswegen habe ich sie auch der Tochter, teilweise versteckt, in ihr Essen gemixt. Das hat gut funktioniert – solange sie das Grünzeug tatsächlich brauchte. Denn auch, wenn z. B. in einer Schoko-Bananencreme die Brennessel nicht mehr zu sehen ist, so ist sie schon zu schmecken. Zumindest für den feinen Geschmackssinn einer langjährigen (in diesem Fall sogar lebenslangen) Rohköstlerin. Hat sie gerade keinen Bedarf, dann mag sie auch die „grünen“ Cremes & Smoothies nicht. Hat sie welchen, isst sie die Wildkräuter ebensogern pur! Und ich bin sicher, solange sie bei der natürlichen Ernährung bleibt, wird ihr Körper ihr, ein entsprechendes Angebot vorausgesetzt, immer signalisieren, was sie braucht um im Gleichgewicht zu bleiben.

Ich halte Wildkräuter als Bestandteil einer vitalstoffbedarfsdeckenden Ernährung nach wie vor für wichtig … in dem Maße, wie jedeR sie halt gerade braucht. In Deutschland habe ich wirklich rund ums Jahr riesige Mengen an Wildkräutern gegessen. Im Freundeskreis wurde ich mitunter schon mit einem Gorilla verglichen, weil ich bei Aufenthalten draußen im Grünen tatsächlich die ganze Zeit grüne Blätter gepflückt & gegessen habe. Momentan ist das ganz anders, & es liegt nicht nur am viel geringeren Angebot hier. Ich habe auch viel weniger Appetit auf Wildkräuter; offenbar ist mein Bedarf momentan geringer. Möglicherweise aufgrund der besseren Versorgung mit Sonne & Früchten. Gerade denen unter euch, bei denen Wildkräuter noch nicht selbstverständlich zum Speiseplan gehören (in welchem Ausmaß auch immer), möchte ich dennoch ans Herz legen, nicht nur nach dem Augenschein zu entscheiden, sondern, wie oben schon gesagt, immer mal wieder zu probieren.

Nutze alle deine Sinne für die Nahrungsauswahl – & verlass dich besser auf deinen Geschmackssinn als auf irgendwelche Tabellen & Vorschriften. Selbst mit all den modernen „wissenschaftlichen“ Erkenntnissen gibt es keinen Ersatz für das uns von der Natur gegebene System zur Nahrungsauswahl. Erlaube deinen Geschmacksknospen, ihre faszinierende Aufgabe zu erfüllen, und wenn sie sagen „Nein, danke“, höre auf sie!