Im Fluss sein. Der Fluss sein. Ankommen in Teneriffa.

Ankommen in Teneriffa.

Seit zwei Wochen sind wir nun schon hier. Meine zunächst schwankende Welt, schon bekannte Nachwirkungen der Schiffsreise hierher, hat sich nach ein, zwei Tagen beruhigt. Noch schneller hat sich meine ebenfalls schwankende Energie wieder stabilisiert – sie war kurzfristig leicht verloren, irgendwo zwischen dem Widerstand der Tochter, für die manche unserer aktuellen Wohnumstände weit außerhalb ihrer Komfortzone liegen. (Keine Sorge, auch sie hat sich damit angefreundet. Sie ist ein sehr starkes und mutiges Mädchen. <3 ) Meinem Vermissen der Weite, die ich gerade so sehr genossen habe. Und Dankbarkeit, für das Geschenk unseres aktuellen Wohnraums, mit all seinen Herausforderungen und Gelegenheiten. Mit Fokus auf Dankbarkeit und ersten aktiven Schritten, um es mir hier angenehm zu machen, komme ich wieder zu mir. In den Fluss. Der Fluss (des Lebens, der Ereignisse), der nichts von mir Getrenntes ist, das mich einfach mitreisst. Mitunter fühlt es sich so an, und dann hilft es, mich zunächst einfach mittragen zu lassen. Den Kopf über Wasser zu behalten, achtsam zu bleiben und zu vertrauen. Bis ich wieder sehe, dass ich der Fluss BIN. Der Fluss und ich, Teil eines Ganzen, zu dem Alle und Alles gehört. Indem ich selbst zum Fluss WERDE, meine Macht akzeptiere, gestalte ich mein Erleben wieder selbst. Egal, was mir begegnet – ich entscheide, wie ich darauf reagiere. Mit Widerstand, Klagen, Unglücklichsein – oder mit Annahme, Liebe, Dankbarkeit. Dankbarkeit für das, was mir gegeben wird und für das, was mir gerade vorenthalten wird. Ich entscheide mich dafür, immer wieder, den ersten Schritt zu tun – zu mir, zu den Umständen, die ich gerne hätte. Und dann die Magie sich entfalten zu lassen.

Dankbar bin ich gerade für diese momentanen Geschenke:

  • Wir haben ein Häuschen zum Wohnen. Bestehend aus einem Raum. Noch sehr spärlich möbliert. Mit einer Glastür, die gleichzeitig Fenster ist. Und einer gerundeten Rückwand. 🙂

    Wir haben aus ein paar Regalteilen und Pappe eine Trennwand zwischen unsere Schlafplätze gebaut, doch der andauernde Mangel an Alleinzeit macht mir noch zu schaffen. Insbesondere an Tagen wie dem gerade vergangenen Vollmond und der Mondfinsternis – die mir viel Traurigkeit und schwere Energie gebracht haben, für die ich keinen Raum gefunden habe. So viel, was ich hier lernen kann … so viele neue Wege zu finden, um mit meinen inneren Stürmen umzugehen.

  • Wir haben Strom und Wifi und sogar einen Tisch, an dem wir arbeiten und zeichnen etc. können. Die digitale Nomadin in mir hat also, was sie braucht. 😉 Um es mit den Worten von Aziz Z. Zahara aus „40 rules of love“ zu sagen: „Alles, was ich tun kann, ist, mein Laptop mitzunehmen, versuchen, eine gute Internetverbindung zu bekommen und hoffen, dass ich einen weiteren Tag leben werde.“ 🙂
  • Unsere Kleidung lagern wir weiterhin in Taschen, und sind nun, nachdem wir unsere hier auf der Insel eingelagerten Sachen geholt haben, umgeben von vielen (zu vielen) Kisten voller Spielzeug, Bücher und ein paar Küchensachen; Dinge, die zum größten Teil schnellstmöglich auf Flohmärkten und ähnlichem verkauft werden sollen. Mein Wunsch, aufzuräumen, Ballast abzuwerfen, war einer der Gründe für unser Herkommen.
  • Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände möchte ich deshalb auch nicht kaufen. Lieber finden oder leihen. Oder aus Vorhandenem bauen. Viel Raum hier zum Finden kreativer Lösungen, um unsere Sachen etwas einfacher und platzsparender unterzubringen.
  • Wir haben hier kein Wasser. Nicht im Haus und nicht draußen – abgesehen von dem dieser Tage reichlich fallenden Regen ;). Wir waschen uns mit gekauftem Trinkwasser, an einer Waschschüssel. Eine weitere Waschschüssel dient zum Geschirrabwaschen. Ca. einmal die Woche gehen wir ins nächste Schwimmbad, um zu duschen. Was für eine wunderbare Gelegenheit, regelmäßig schwimmen zu gehen! Der Pool im Schwimmbad in Buenavista ist sogar ungechlort, gefüllt mit Salzwasser.
  • Die Toilette hier ist am anderen Ende der Finca, so dass sicher dafür gesorgt ist, dass wir selbst an Tagen voller Computerarbeit & bei Sturm und Regen mehrmals am Tag an die frische Luft kommen.
  • Um uns herum wachsen Bananen, Maracujas und Papayas und noch so manches. Und reichlich Grünzeug: Malve, Fenchel, Petersilie … Und es gibt auch hier einen samstäglichen Bauernmarkt, nicht allzu weit entfernt.
  • Die Tochter, die sich schon lange ein „Haustier“ wünscht, kann hier die Gesellschaft eines süßen, ca. 2 Jahre alten Hundes, einiger Ziegen und Hühner genießen.



Natürlich waschen

Noch eine Idee, die ich schon seit Jahren im Hinterkopf habe und die ich nun endlich ausprobieren kann: Waschmittelalternativen aus der mich umgebenden Natur.

Das Leben beschenkt mich so reichlich mit derartigen Gelegenheiten derzeit – danke! 🙂

Wie habe ich bisher meine Wäsche gewaschen? Am besten gefiel mir die Lösung mit dem Waschball, den ich einige Jahre lang (auf der Finca in Teneriffa) benutzt habe. Also ganz ohne Waschmittel. Zwar ist der aus Kunststoff, aber es bleibt bei einer einmaligen Anschaffung und, wenn du einen guten kaufst, hält er jahrelang. Leider habe ich keinen mehr. In den letzten Jahren habe ich meist mit Waschmittel aus dem Bioladen gewaschen. Besser als das aus dem Supermarkt, aber noch weit entfernt von der optimalen Lösung. Früher, in Deutschland, habe ich lange Zeit indische Waschnüsse benutzt. Besser als Waschmittel-Mixturen, aber leider alles andere als regional, also auch nicht wirklich optimal.

Jetzt habe ich ja einen Garten. & viel Natur um mich herum. Und habe mich wieder an die Saponine erinnert. Das sind die waschaktiven Inhaltsstoffe, die auch in Waschnüssen enthalten sind. Allerdings nicht nur in Waschnüssen, sondern glücklicherweise auch in so manchem anderen, was auch in Europa wächst. Z. B. in Efeu, der hier im Garten wächst. Und in Rosskastanien, die ich im Park im nahegelegenen Pedrógão Grande gefunden habe. Nicht viele zwar, aber zum Ausprobieren reicht es.

Eine kleine, erfreuliche Geschichte dazu am Rande: Als wir zum Sammeln kamen, hatte eine Frau gerade den Rasen unterhalb des Baumes geharkt. Sie war noch mit Harken beschäftigt, einige Meter weiter. Und hat gesehen, wie wir die wenigen verbliebenen Kastanien sorgfältig eingesammelt haben (die Tochter liebt es, Kastanien, Maronen, Nüsse und solcherlei Dinge zu sammeln 🙂 ) und auch ihren zusammengeharkten Laubhaufen vorsichtig durchsucht haben. Und hat uns beim Suchen geholfen – uns einige weitere Kastanien gegeben und den Laufhaufen selbst noch einmal auseinandergenommen. Auch hier sind die Menschen so hilfsbereit & freundlich – danke! 🙂

Nun können wir also waschen 🙂 – aber wie geht das? (Ich verfüge hier über eine Waschmaschine und nutze sie auch. Genausogut kannst du saponinhaltige Pflanzenteile aber auch für die Wäsche mit der Hand verwenden.)

  • Für das Waschen mit Efeu pflückst du für eine Waschmaschinenladung vorsichtig ca. zehn Efeublätter ab, teilst sie einmal in der Mitte durch und gibst sie in eine Socke oder einen kleinen Stoffbeutel – so wie Waschnüsse. Gut zuknoten und mit in die Waschtrommel geben.
    Efeublätter

    Efeublätter

    Zerkleinerte Efeublätter, in einem Beutelchen mit in die Maschine geben.

    Zerkleinerte Efeublätter, in einem Beutelchen mit in die Maschine geben.

  • Noch besser gefällt mir das Waschen mit den Rosskastanien. Auch die Kastanien müssen zerkleinert werden. Du kannst sie mit einem Stein zerschlagen oder, in einen Beutel gefüllt, mit einem Hammer. Entweder gibst du dann die Kastanienstücke ebenfalls in ein Beutelchen und verfährst damit wie mit dem Efeu bzw. mit Waschnüssen. Oder du füllst die Kastanienstücke in ein verschließbares Glas, gibst Wasser dazu und lässt das Ganze einige Stunden lang ziehen. Dann Absieben & fertig ist dein Waschmittel.
Frische gesammelte Kastanien ...

Frische gesammelte Kastanien …

... zerkleinert (mithilfe eines Hammers) ...

… zerkleinert (mithilfe eines Hammers) …

... und mit Wasser in Gläser gefüllt.

… und mit Wasser in Gläser gefüllt.

So sieht das Ganze nach paar Stunden aus.

So sieht das Ganze nach paar Stunden aus.

Einmal durch ein Sieb gegossen & fertig!

Einmal durch ein Sieb gegossen & fertig!

Womit wäscht du deine Wäsche? Hast du auch schon derartige „natürliche“ Waschmittel ausprobiert?

Nachtrag: Leider ist mein Waschmittel fermentiert & nach wenigen Tagen verschimmelt. 🙁 … Möglicherweise hätte ich es im Kühlschrank aufbewahren sollen?


Gern kannst du dich auch für meinen kostenlosen Newsletter eintragen, den du dann ca. einmal pro Woche erhälst. Darin findest du interessante und inspirierende Artikel rund um die Rohkost, Neuigkeiten von uns und Informationen zu meinen aktuellen Projekten sowie Zubereitungsideen & Rezepte. Folge mir bei Instagram (rawvegandigitalnomad), Twitter @rohmachtfroh und auf meiner FB Seite „Roh macht froh!“ und abonniere meinen YouTube-Kanal für jede Menge weiterer Inspirationen & Eindrücke von meiner roh-veganen Reise durchs Leben. 🙂 🙂

Einfach leben

Essen aus dem Garten, Schlafen im Zelt, Outdoor-Dusche mit sonnengewärmtem (oder auch nicht) Wasser, Kompost-Klo mit toller Aussicht … Sonne, Liebe, Gemeinschaft, Garten, Pferde … das Leben kann so einfach sein. Und so schön 🙂

Hier hab ich dir ein paar Impressionen mitgebracht – aus zehn Tagen in Portugal:

Köstliche Erdbeeren

Köstliche Erdbeeren

Rucula

Rucula

Zucchini-Fülle

Zucchini-Fülle

Und mein Highlight: Beinwell

Und mein Highlight: Beinwell



Geschenke eines freundlichen Nachbarn: Orangen und eine Riesen-Zucchini

Geschenke eines freundlichen Nachbarn: Orangen und eine Riesen-Zucchini

Natürliche Alterserscheinungen?

Ist es „normal“, dass du dich mit zunehmendem Alter immer schlechter bewegen kannst? Dass es hier zwickt und dort schmerzt? Verschleisskrankheiten, so nennen das die Ärzte. Natürliche Alterserscheinungen, ebenso wie Falten, schlaffe Haut, zunehmendes Gewicht, Diabetes & Co. Stop! – bei Letzteren wissen wir doch längst, dass diese Erscheinungen ernährungsbedingt sind. Bedingt durch einen unnatürlichen, nicht unserer Art entsprechenden Lebensstil, mit zu viel Essen, künstlicher bzw. nicht artgerechter und totgekochter Nahrung, zu wenig Bewegung … von Mimi Kirk über Storm Talifero bis Brigitte Rondholz machen uns immer mehr vegane RohköstlerInnen weltweit vor, was mit natürlicher Ernährung und einem aktiven Lebensstil auch jenseits der 60 möglich ist.

Und Verschleiss??? Trotz stetig nachlassender körperlicher Belastung nimmt die Zahl der diagnostizierten Verschleisskrankheiten ständig zu. Irgendwie unlogisch, oder? Unser Körper ist keine Maschine, er besteht nicht aus toter Materie, die durch Gebrauch verschwindet. Genau das Gegenteil gilt: besonders beanspruchte Teile des Körpers werden vom Organismus verstärkt – siehe Muskelaufbau. Technische Körper können verschleissen, biologische nicht. Unsere Zellen erneuern sich permanent – alle paar Stunden, alle paar Wochen. Somit ist unser gesamter Körper bis hin zu den Knochen tatsächlich erst wenige Wochen alt.(*) Faszinierend, oder?

Aufgebaut werden die neuen Zellen aus dem, was dem Körper zur Verfügung steht! Dem, was du isst, trinkst, einatmest. Im wahrsten Sinne des Wortes: du bist, was du isst! Willst du gesunde, starke neue Zellen? Dann gib deinem Körper natürliche, frische, giftfreie Nahrung & Atemluft! Überlaste ihn nicht – weder mit Unmengen von Essen noch mit Stress – damit er seine Energie für Entgiftung und gesunden Neuaufbau nutzen kann. Und bleib (oder werde! Es ist nie zu spät, damit anzufangen!) aktiv … Knochen, Gelenke und Muskeln bleiben umso stärker und gesünder, je mehr sie benutzt werden.

In diesem Sinne … geh ich jetzt mal weg vom Computer und arbeite ein bisschen im Garten 🙂

(*) Quelle

Frischluft

Zu Besuch bei meiner Tante in Frankreich. Zum ersten Mal seit einer Woche wieder in einem Haus. Nachdem wir eine Woche lang nur draußen oder im (gut belüfteten) Zelt geschlafen haben, habe ich es am Wochenende im Zimmer kaum ausgehalten. Wir haben das Fenster weit aufgemacht, so ging es schließlich. Erfreulicherweise herrschen auch hier, in den Midi-Pyrénées, Temperaturen von 38°C … ich hoffe, dass uns der Sommer noch lange, auch in Deutschland, wohlgesonnen ist, so dass wir möglichst viel draußen sein können. Es tut so viel besser als der Aufenthalt, insbesondere das Schlafen, in geschlossenen Räumen!

Auch andere Aspekte des „zivilisierten“ Lebens erscheinen mir momentan weniger angenehm als die natürlicheren Varianten. Sitzen auf einer Toilette statt auf dem Boden o. ä. zu hocken zum Beispiel. Klopapier statt waschen mit Wasser. Duschen indoor ist okay – das Wasser lässt sich ja glücklicherweise kalt einstellen & ist hierzulande auch nicht so gechlort wie vielerorts auf den Kanaren.

Woran ich übrigens nicht gedacht hatte bei der Ankündigung meines Besuches hier: meine Ernährungsweise vorab zu erklären. Ich hatte die Tante seit über 20 Jahren nicht gesehen & sie hatte offenbar noch nie von irgendwelchen „alternativen“ Ernährungsformen gehört. So wurden wir hier mit Bratkartoffeln & Würstchen empfangen … & meine dankende Ablehnung und Erklärung riefen großes Erstaunen hervor. Glücklicherweise hat sie die Ablehnung ihres Essens nicht persönlich genommen & fühlte sich auch nicht (wie es mir bei anderen Menschen schon häufiger begegnet ist) kritisiert. Sie hat uns ersatzweise ihre Obstschale angeboten (Charentaismelonen & Kirschen!), wir sitzen alle gemeinsam am Tisch, verspeisen jeweils, was wir so mögen & genießen unsere Unterhaltung. La vie en France 🙂

Freiheit

“The only way to deal with an unfree world is to become so absolutely free that your very existence is an act of rebellion.” -Albert Camus

Was mir Freiheit schenkt:

  • Zu wissen, dass mein Körper sich selbst heilt – wenn ich ihn nur lasse! – , dass „Krankheiten“ Reaktionen auf ungünstige Umwelt-/Lebensumstände sind und nicht aus dem Nichts kommen und ich zu ihrer Heilung Ärzte, Krankenhäuser, Medikamente nicht nur nicht brauche sondern besser weit von mir fern halte …
  • Zu wissen, dass ich, um mich und „meine“ Kinder zu ernähren, nur die Natur und ihre Produkte brauche; dass alles, was wir benötigen, wächst; wilde Pflanzen zu kennen, die essbar sind … Zu wissen, dass wir im Notfall nicht auf das für Geld zu kaufende Angebot angewiesen sind.
  • Zu sehen, dass „meine“ Kinder aufwachsen, lernen, ihren Weg im Leben finden, ohne dass ich oder sonstjemand sie das lehren muss …

Wilde Brombeeren (in England)

Früchteparadies

Die Vision von einer besseren Welt. Für alle ihre Bewohner.

Früchte als Nahrung zu wählen – das ist der einzige Weg! Das Beste für dein Karma. Früchte sind die einzige Nahrung, die dir vollkommen frei gegeben wird. Die pure Liebe. Alles was du brauchst. Alles andere ist verbunden mit dem Tod oder der teilweisen Zerstörung oder Verletzung einer anderen Lebensform. Tiere werden getötet eingesperrt, müssen leiden für die Gefräßigkeit der Menschen. Der Anbau von Getreide und anderem zerstört den Lebensraum unzähliger Lebensformen. Selbst der Verzehr von Samen & Nüssen verhindert häufig die Entstehung neuen Lebens aus diesen Samen, und beim Ernten von Möhren, Salaten und Ähnlichem wird entweder das Leben der Pflanze komplett beendet oder ein großer Teil von ihr zerstört. All das belastet auch dein Karma & muss irgendwie ausgeglichen werden.

Früchte essen sollte nichts mit dem Zählen, Messen, Berechnen von Kalorien, Vitaminen, Mineralstoffen usw zu tun haben. Das alles ist nur ein Ausdruck mangelnden Vertrauens. Die Natur sorgt für uns … wenn wir sie lassen. Und ihr folgen. Natürlich leben, einfach leben.

Leben und leben lassen … essen wenn du hungrig bist, trinken wenn du durstig bist, schlafen wenn du müde bist. Leben und am Leben lassen.

Eine wunderbare Vision. Wie lässt sie sich umsetzen, unter unseren meist nicht sooo natürlichen Lebensbedingungen? Dazu & auch zu den realitätsnäheren Konsequenzen unserer Nahrungswahl mehr … in den nächsten Tagen.

Naturschlaf

Heute mal was anderes – das Leben besteht ja nicht nur aus Essen, nicht wahr, & auch zur natürlichen, gesundheitsfördernden Lebensweise gehören bekanntlich noch weitere Aspekte. Zum Beispiel ausreichend Schlaf. Insbesondere der sogenannte „Naturschlaf„. Also ein Schlaf- & Wachrhythmus, der sich an den natürlichen Gegebenheiten, sprich Lichtverhältnissen ohne elektrisches Licht, orientiert. Schlafen gehen, wenn es dunkel wird. Was je nach Jahreszeit & Aufenthaltsort zu einigermaßen unterschiedlichen Schlafenszeiten führen kann. Im Winter länger & früher als im Sommer, im Süden mehr als im Norden … Hier auf Teneriffa ist die helle Zeit des Tages im Sommer deutlich kürzer als in Hamburg, jedoch sind die Unterschiede über die Jahreszeiten viel geringer.

Die Erkenntnis, dass der Schlaf vor Mitternacht der Beste (Erholsamste) sein soll, ist nicht wirklich neu. Viele die es ausprobiert haben, haben die Erfahrung gemacht, dass der nächtliche Schlafbedarf mit der Zahl der Ruhestunden vor Mitternacht sinkt.

Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder probiert, meine Schlafgewohnheiten probeweise derart zu verändern. Was allerdings noch nie so richtig geklappt hat – ich bin eher eine Nachteule & brauche ohnehin nicht sehr viel Schlaf: normalerweise gehe ich zwischen 1 und 2 Uhr nachts schlafen & bin, je nach Ort & Jahreszeit, nach 5-6 Stunden ausgeschlafen. Im Sommer in Hamburg war ich früh um 5 topfit, zuhause in Teneriffa wache ich meist gegen halb acht auf – eine Tageszeit, zu der es noch nicht wirklich hell ist hier.

Nun hat das Leben mir in den letzten Tagen freundlicherweise die Gelegenheit gegeben, mein Naturschlaf-Experiment endlich mal über mehrere Tage durchzuführen: wir haben grad ein Problem mit unserer Stromversorgung & sind seit nunmehr 5 Tagen jeden Abend ab 8 Uhr ohne Strom. Kerzenlicht, kein Internet, kein Telefon, kein Computer. Und ein Kind, das sich allein im Bett im stockdunklen Kinderzimmer fürchtet. So dass ich tatsächlich jeden Abend gegen 10 schlafen gehe. Wodurch sich mein Schlafbedarf, so das Ergebnis schon der ersten Nacht, auf 3 Stunden reduziert. Schade nur, dass die dunkle Nacht dann noch weitere 6-7 Stunden andauert … Bei uns ist um diese Zeit der Strom wieder da, aber was täte ich unter natürlichen Bedingungen??? Während der letzten Nächte bin ich manchmal gleich um 1 aufgestanden, manchmal auch noch, weil es so kuschelig, dunkel & warm war, bis 4 im Bett geblieben. Dunkel ist es dann immer noch, aber mein Energielevel zu hoch, um noch liegenzubleiben.

Ob es nun naturgemäßer ist, die dunklen Nachtstunden nach dem Schlafen mithilfe elektrischen Lichts zum Tag zu machen … wohl nicht. Toll ist jedoch, dass ich wirlich weniger Schlaf brauche, also mehr Zeit habe. Und mich tatsächlich besser ausgeschlafen fühle, wenn ich von 22 Uhr bis 1 oder 4 schlafe als von 2 bis 8.

Alltägliches Fasten

Die meisten von uns brauchen zum Leben (noch) feste Nahrung. Die uns nährt, mit Energie versorgt – gleichzeitig aber auch Energie braucht, das Verdauungssystem belastet. Um so mehr, je weiter sie von der von Natur für uns vorgesehenen Nahrung entfernt ist. Sinnvoll zusammengestellte Rohkost, Urkost natürlich sowieso, ist leicht verdaulich & belastet unser Verdauungssystem nicht unnötig. Essen wir jedoch zu viel (über unseren Hunger hinaus), zu schwer, zu sehr durcheinander, ohne Pause oder all zu spät am Abend, kann auch eine rohköstliche Ernährung Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse usw. überfordern – in zu großer Menge bringt selbst die wertvollste Nahrung dem Körper eher Schaden als Nutzen.

Gelegentliche Fastenkuren tun deshalb so gut, weil das Verdauungssystem sich dabei ausruhen kann, der Körper ohne die permanente Verdauungsarbeit Gelegenheit & Energie hat, sich zu reinigen, zu entgiften, zu entspannen.

Eine längere Fastenzeit zu beginnen, scheitert häufig am allzu fordernden Alltag. Oder einfach schon an der beängstigenden Vorstellung, tage- oder gar wochenlang nichts zu essen. Was ja von der Natur so eher nicht für uns vorgesehen ist. Tiere, aber auch Menschenkinder, fasten oft instinktiv bei Krankheit, Missbefindlichkeiten. Ich habe in den letzten Jahren zwei Mal jeweils einen Tag gefastet, nach Zahnbehandlungen mit Betäubungsspritze – um die unangenehmen Nachwirkungen der Narkose zu verkürzen, indem ich meinem Körper die Gelegenheit gegeben habe, sich ganz auf den Abbau der chemischen Gifte zu konzentrieren. Meine Kinder haben bei Krankheiten immer das Essen eingestellt, bis es ihnen wieder besser ging. Mangelnder Appetit in Phasen seelischer Belastung ist wohl auch eine natürliche, gesunde Reaktion unseres Körpers.

Ebenfalls nicht von der Natur vorgesehen ist auch der Überfluss, in dem wir leben. Das permanent vorhandene, viel zu große Angebot an Nahrung. Natürlicherweise gibt es Früchte, Wurzeln, Blätter eben nur zu bestimmten Zeiten im Jahr & in begrenzter Menge, nicht alles jederzeit im Überfluss. Natürlicherweise würden wir unseren Hunger mit Nahrung stillen & aufhören zu essen, sobald wir satt sind. Natürlicherweise würden wir wohl auch abends, nach Einbruch der Dunkelheit, ohne künstliches Licht, nicht mehr essen.

In unserer „zivilisierten“ Gesellschaft wieder zu einem natürlichen Essverhalten zu finden, ist oft nicht so einfach. Auf dem Weg dahin gibt es jedoch viele Möglichkeiten, zumindest für einen gesunden Ausgleich zu sorgen:

  • Eine Freundin von mir isst auf Rohkosttreffen regelmässig (& mit Genuss!) zu viel & zu durcheinander, fastet dann aber jeweils am Tag danach zur Erholung.
  • Von David Wolfe habe ich irgendwo gelesen, dass er einen Tag in der Woche fastet, während er arbeitet (& dabei sehr produktiv ist, sehr viel Energie hat & ja auch weder Gedanken noch Zeit für Essen „verschwenden“ muss).
  • Außerdem isst er seine tägliche letzte Mahlzeit um 14 Uhr, was seinem Verdauungssystem eine Pause von 18 Stunden bis zum nächsten Morgen verschafft.

Nachdem mein Essverhalten in den letzten Wochen, während und nach meiner Deutschlandreise, etwas entgleist war – die vielen Treffen mit viel zubereiteter Rohkost, die nach der monatelangen „Abstinenz“ eine geradezu suchterzeugende Wirkung hatte; häufiges spätes Essen in Gesellschaft usw – hatte ich jetzt das dringende Bedürfnis, da mal wieder einen Gang zurückzuschalten, meinem Körper eine Pause zu gönnen. 14 Uhr scheint mir sehr früh, so habe ich diese Woche, zusätzlich inspiriert durch eine Freundin, begonnen, meine letzte Mahlzeit des Tages bis ca 16 Uhr zu genießen. Und wirklich, es geht mir damit sehr viel besser als wenn ich um 19 Uhr oder gar noch viel später esse! Ich habe mehr Energie, schlafe besser, fühle mich leichter. Am besten tatsächlich, wenn ich es schaffe, nach 16 Uhr nicht mehr zu essen. Manchmal wird es auch 17 Uhr, wenn ich vorher zu beschäftigt bin – diese Mahlzeit in solchen Fällen ganz ausfallen zu lassen, finde ich noch schwierig, weil meine Arbeitsabende sehr lang dauern & ich sonst zur Schlafenszeit sehr hungrig bin. Da ich meine erste Mahlzeit morgens meistens gegen 9 Uhr esse, bleibt so jedenfalls eine Ruhephase, eine kleine Fastenzeit, von 16 bis 17 Stunden. An den ersten beiden Tagen mit diesem Experiment fühlte ich morgens immer sehr ausgehungert, inzwischen hat sich das gelegt.

Ganz nebenbei hat sich dabei ergeben, dass ich wieder sinnvolle Pausen zwischen meinen Mahlzeiten mache & nicht dauernd & zu viel esse. Womit es mir ebenfalls besser geht als mit dem oftmals pausenlosen Futtern & Herumnaschen der letzten Wochen. Das heisst natürlich nicht, dass ich hier mit knurrendem Magen & Blick auf die Uhr „wann darf ich wieder essen“ sitze. Sondern nur, dass ich eben nach dem Essen, wenn ich satt bin, nicht einfach gleich weiter esse, weil halt so viel herumsteht oder weil irgendjemand anderes auch noch was isst. Sondern erst dann, wenn ich wieder hungrig bin.

Ein bisschen schwierig ist mitunter die Vereinbarkeit mit den Essenswünschen der Tochter, die es vorzieht, abends noch einmal etwas zu essen, und zwar am liebsten etwas von mir Zubereitetes. Insgesamt fühle ich mich mit diesem „Experiment“ aber grad sehr wohl & bin gespannt, wie es sich weiter entwickeln wird.