In der portugiesischen Wildnis

6 Wochen ist es schon her, mein Trip in die „Wildnis“ – ca. 1 Woche unterwegs, am Meer, im Wald, allein, mit Zelt. Ohne Dach über dem Kopf, ohne Strom, ohne Internet. Es kommt mir ewig lange her vor, die Zeit ist geflogen. Nun steht, nach meiner Rückkehr in die (relative 😉 ) Zivilisation, mit House- und Tiersit, schon die nächste Reise an. Höchste Zeit also, dir endlich, wie angekündigt, von meinem „Retreat“ zu erzählen. Das versprochene Video gibt es doch (noch) nicht – an meinem momentanen Standort reicht das Internet bei Weitem nicht zum Hochladen sovieler Megabytes. Also erstmal in Textform. 😉

In diesem Moment bin ich noch in dem Haus zu Gast, das ich zuletzt gehütet habe. Mehrere Kilometer entfernt vom nächsten Dorf, zu erreichen über einen sogenannten Caminho: eine der vielen unbefestigten Straßen hier, die teilweise (wie auch dieser hier) alles andere als eben und komfortabel zu befahren sind. Wunderbar ruhig ist es hier, weit und breit keine Menschen, dafür ein Hund und 4 Katzen und ein herrlich wilder Garten, in dem sich einige zu pflegende Salat- & Gemüsebeete und Obstbäume befinden.

Das Leben ist einfach hier: geduscht wird draußen. Ebenso Wäsche gewaschen und Geschirr gespült. Wir haben sogar fließend kaltes und heißes Wasser: morgens ist es kalt, später am Tag, wenn die Sonne auf Tank und Schläuche scheint, kochend heiss. 😀 Zumindestens dieser Tage, wenn das Thermometer bis auf 48° C klettert. Das Kompostklo befindet sich weit weg vom Wohnhaus. Es gibt ein bisschen Strom, dank Solarzellen, mit dem ich Laptop und Blender betreiben kann, nicht jedoch den Vitamix. Wie schön, dass ich mein Rohkost-Café-Angebot auf den Märkten so flexibel gestalten kann, wie ich will … eine feste Speisekarte gibt es nicht; das Angebot variiert nach Lust, Laune & den Umständen. 🙂

Rohkost-Café auf dem Markt in Sao Luis

Rohkost-Café auf dem Markt in Sao Luis

Rohkost-Café auf dem Markt in Sao Luis

Rohkost-Café auf dem Markt in Sao Luis

Ich genieße das einfache Leben und SEIN hier total. Die meiste Zeit verbringe ich draußen, arbeite im Garten oder BIN einfach nur. Hach :).

Gurken gepflanzt – inzwischen haben wir schon davon gegessen 🙂

Tomaten ausgegeizt, hochgebunden, gegossen … die ersten haben wir gestern geerntet.

Internet gibt es auch (in einer Geschwindigkeit, die mich schon fast an Modem-Zeiten erinnert), doch mich zieht es derzeit so gar nicht an den Bildschirm. Was auch der Grund ist, warum du von meinen Tagen im Wald so lange nichts gehört hast. Denn erzählen möchte ich dir schon die ganze Zeit sehr gern davon … und bevor ich heute nachmittag wiederum weiterziehe und dem überraschenden Fluss meines Lebens folge, hab mich also heute endlich mal dazu aufgerafft.

Wie war es also, mein ganz eigenes kleines Silent Retreat, draußen am Meer und im Wald? Intensiv war es. Emotional. Schmerzhaft. Wunderschön. Befreiend. … Da waren ein paar Themen, die mich gerade beschäftigt hatten und die nun, in der Stille, die ich mir gegönnt habe, wirklich in mir hochgekommen sind. Darüber schreibe ich demnächst noch mal Genaueres. Denn mit einem Teil davon hängt meine nächste Reise zusammen … Außerdem auch noch manche neue Ängste, die sich aus der Situation ergaben und von denen ich vorher nicht einmal wusste, dass ich sie hatte. Was für eine Befreiung, sie anzusehen, anzunehmen, zu durchleben, zu überleben und sie zu überwinden. Wunderschön. Und wunderschön sowieso die Natur um mich herum. All die Schönheit, die mich umgibt. Die Stille. Das Gefühl von Freiheit – wiederum, in mehrfacher Hinsicht, erlebt zu haben, wie wenig ich wirklich brauche.

Gestartet bin ich am Morgen, mit vollbepacktem Auto, noch nicht wissend, wo ich schlafen werde. Erst einmal zum Meer. Zu meinem Lieblingsstrand in der Gegend. Wo ich, oh Wunder, sogar einen Felsen voller Blasentang gefunden habe. Frische Algen – njam!

Den Tag habe ich überwiegend in den Dünen verbracht. Einfach dort gesessen. Sein. Meine innere und äußere Welt betrachtend. Und habe u. a. beobachtet, wieviele Ängste in mir hochkamen, weil ich überhaupt nicht wusste, wo ich schlafen sollte. Es war recht kühl geworden (kaum zu glauben, dass das erst 6 Wochen her ist 😉 ); zu kühl zum Schlafen im Zelt, mit meinem dünnen Schlafsack. Schon lange wünsche ich mir einen Reisevan, ein kleines Wohnmobil … aber ja, noch hat keines in mein Leben gefunden. Meine Idee war, dass ich vielleicht doch im Auto (einem Golf) schlafen könnte, wenn ich alle Sachen auf eine Seite räume. Das erwies sich leider als Illusion – keine Chance, in dem vollgepackten Auto (ich fahre außer meinen Sachen vor allem auch noch einen Haufen Kleidung, Bücher und Materialien der Tochter durch die Welt.) genug Platz für mich zum Liegen zu schaffen. So stand ich da also, abends kurz vor dem Dunkelwerden. Selbst wenn es wärmer gewesen wäre, war es nun zu spät, noch im Wald nach einem Zeltplatz zu suchen. Und so endete mein erster „Wildnis-Tag“ statt im Schlafsack im ersten richtigen Bett seit über drei Monaten: in einem Hostelzimmer im nahgelegenen Cercal. Es ist mir gelungen, dies nicht als Versagen zu empfinden, sondern einfach nur den Luxus des Bettes und der tollen Dusche dort total zu genießen.

Am nächsten Morgen bin ich dann in den Wald gefahren. Habe einen wunderschönen, magischen Ort gefunden, nah einem Wasserfall – und wusste: hier möchte ich heute sein.

Also Zelt aufgebaut & eingerichtet und mich an meiner Umgebung gefreut. Nach einem Picknick im Schatten der Bäume habe ich dann, auf der Suche nach einem Platz zum Pinkeln, entdeckt, dass die gesamte Umgebung jenseits der mich umgebenden Büsche von Wildschweinen zerwühlt war. Wiederum Angst. Ich hatte keine Ahnung, wie Wildschweine sich verhalten. Zwar hatte ich keine Sorge, dass sie mich angreifen würden, doch wusste ich nicht, ob sie nicht vielleicht einfach über mein kleines Zelt hinwegtrampeln würden? Falls du mich jetzt auslachst – nur zu. Das haben mittlerweile schon ein paar Menschen getan. Und mir erzählt, dass Wildschweine ganz menschenscheu seien und sicher einen weiten Bogen um mich und mein Zelt machen würden. Doch das wusste ich damals noch nicht, und meine Angst war groß. Ich hatte überhaupt hier in Portugal schon öfter erfahren, wie unsicher und unerfahren ich doch in der Natur bin. Hier führen auch weite Wege durch den Wald, zu Freund*innen und Bekannten, unbefestigt, ohne Schilder, und mir fällt die Orientierung da oft noch schwer. Mein bisheriges Leben hat mich viel über Großstädte gelehrt. Doch mich im Wald zurechtzufinden, das lerne ich gerade erst. Mit viel Freude übrigens – das ist keine Klage hier :).

Also, zurück zu den Wildschweinen. Ich habe mich dann entschieden, auf dieser wunderschönen Wiese doch nur den Nachmittag zu verbringen und mir doch lieber einen anderen Platz für die Nacht zu suchen. Nicht weit entfernt habe ich einen gefunden. Ebenfalls sehr schön, wenngleich nicht ganz so magisch wie der erste. Dafür mit fließend Trinkwasser – direkt neben einer Quelle.

Dort bin ich dann die nächsten Tage geblieben. Nur viermal in der ganzen Zeit kamen andere Menschen vorbei, um Wasser zu holen. Unter anderem eine ganze Horde Cross-Biker, die mit ihren Motorrädern über den schmalen Pfad bis zur Quelle gefahren sind (wobei sie erstaunlich wenig Schaden hinterlassen haben). Sie haben sich für die Störung entschuldigt und sind schnell weitergezogen. Und vier reisende Französinnen, die sich an der Quelle gewaschen haben. Und dabei erstaunlicherweise mehr Spuren hinterlassen haben als die Biker – der Geruch diverser Shampoos etc hing noch stundenlang in der Luft.

Die übrige Zeit war ich ganz allein mit mir. Bin ein wenig herum gewandert, habe etwas Yoga gemacht, vom mitgebrachten Obst und Gemüse gegessen, wenn ich hungrig wurde, und ansonsten in der Sonne bzw. im Schatten herumgesessen. Und mich und all die – ohne Ablenkung von außen – hochkommenden Gedanken & Gefühle beobachtet. Und gefühlt. Heftig teilweise. Schmerzhaft. Und doch – so gut, wenn auch das, was sich nicht gut anfühlt, da sein darf. Ich mich nicht ablenke, es nicht wegdränge. Es annehme, fühle, … und durch den Sturm der Emotionen hindurch in die Mitte, zu mir, ins Auge des Sturms gelange. Manchmal ist es nicht so leicht, nicht im Wirbelsturm mitgerissen zu werden. Und in den Emotionen stecken zu bleiben. Doch wenn ich es schaffe, hindurch zu kommen … sind all die Emotionen immer noch da. Ich kann sie nun beobachten. Denn – ich bin nicht meine Gefühle. Oder meine Gedanken. Ich bin diejenige, die diese Gefühle und Gedanken beobachtet. Und damit immer näher zu mir selbst komme.

In jenen 4 Tagen mit mir allein bin ich durch viele Stürme gegangen und bei einigen davon habe ich es nicht in die Mitte geschafft. Oder bin immer wieder in den Sturm zurückgezogen worden. Nach 4 Tagen hatte ich für den Moment genug davon & habe wieder menschliche Gesellschaft gesucht – und gefunden. Und damit wieder etwas mehr Erdung … genau das, was ich brauchte. Glücklicherweise hatte ich auch bei dem anschließendem Housesit, am oben beschriebenen abgelegenen Platz, viel Zeit für mich allein. Und habe dort dann wieder das richtige Gleichgewicht gefunden für mich – zwischen Körper & Seele, Alleinsein und Gemeinschaft.

Wundervolle & intensive Wochen waren das wiederum. Wie wundervoll doch dieses Leben ist – mit all seinen Höhen und Tiefen. Auch jetzt wieder – heute gehe ich erneut auf Reisen. Richtung Norden diesmal. Nach Deutschland. Zur Tochter. Sie braucht mich dort, und mein Herz sagt mir, dass ich gehen muss. Doch zugleich … will mein Herz hier bleiben. Nicht weg gehen. Nicht hier aus Portugal – wundervolles heisses Land – wiederum eines, das mir das Gefühl gibt, schon hier gewesen zu sein. In früheren Leben? Nicht aus dem, was hier so langsam in meinem Leben wächst, liebe Menschen, die ich hier kennengelernt habe. Vor allem möchte ich nicht weg von einer ganz bestimmten Person, deren Nähe ich in den vergangenen Wochen und Monaten hier so sehr genossen habe. …

Boah, das ist ein langer Text geworden. Ich weiss nicht, ob du darin irgendetwas für dich findest. Ich hab das jetzt ziemlich schnell geschrieben und werde es, aus Zeitgründen, nicht noch einmal durchlesen. Sondern noch einen Blick auf Google Maps werfen, das Auto fertig packen und dann, wenn es hoffentlich nicht mehr gar so heiss ist, losfahren.

Wunderschöne Welt

Für dich, heute lasse ich mal Bilder sprechen … dankbar für die Schönheit dieser Welt, die mich umgibt. Und, während ich dies schreibe, in Gedanken-Gefühlen bei meiner Großmutter, deren Geburtstag & Todestag im April liegen & die mir dieser Tage meist sehr präsent ist. Happy birthday, Mimi!

Morgenspaziergang

Morgenspaziergang

Wunderschöner Strand

Wunderschöner Strand

Wunderschöner Strand

Wunderschöner Strand

Wunderschöner Strand

Wunderschöner Strand

Morgenspaziergang

Lange staubige Wege

Vielversprechendes am Wegesrand

Vielversprechendes am Wegesrand

Schönheit überall

Schönheit überall

Morgenspaziergang

Morgenspaziergang

Morgenspaziergang

Magischer Himmel

Magische Bäume

Magische Bäume

Natur voller Wunder & Magie

Dem Versprechen folgend, das ich mir gegeben habe, verbringe ich dieser Tage so viel Zeit wir möglich draußen, in der Natur. Wundervolle magische Spaziergänge, meist durch den mich umgebenden Wald. Egal in welchem Zustand ich losziehe, immer tut es mir gut und hilft mir, meinen inneren Frieden wieder zu finden.

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Ein Satz, den ich vor einigen Monaten gelesen habe & der mich seitdem begleitet. Denn genau so fühle ich mich: „Into the forest i go. To lose my mind and find my soul.“ – In den Wald gehe ich. Um meinen Verstand zu verlieren und meine Seele zu finden.

Wunder & Schätze am Meer

Wundervolles hat das Meer mir geschenkt, vergangene Woche.

Mehr noch als den Wald, die Bäume, liebe ich das Meer. Den größten Teil meines Lebens habe ich relativ nah am Meer gelebt, und so sehr ich den Wald hier in Zentralportugal auch liebe und so gut er meiner Seele tut: das Meer zieht mich. Immer wieder.

Geht es dir auch so? In der Natur zu sein, tut so gut. In den Wald gehen, über weite Felder laufen, in die Berge oder eben ans Meer … den Kopf frei bekommen von Gedanken und meine Seele finden. Mich spüren. Spüren, dass ich Teil von all dem bin … und all das Teil von mir. Was im Haus, sicher am Computer, oft nicht so leicht gelingt: im Moment zu sein, im Jetzt, einfach nur Hier, einfach nur SEIN. Bewusst sein. Das ist draußen, in der Natur so viel einfacher.

Ich hatte einige herrliche Stunden am Meer. Habe die Weite genossen. Das Wasser an meinen Körper gespürt, den Sand unter meinen Füßen, die Sonne auf meiner Haut (wenn sie denn mal hinter den Wolken herauskam 😉 ). Das Meer hat mir wunder-volle Stunden & vor allem MOMENTE geschenkt. Und … eine große Handvoll Algen. Blasentang. An den Strand gespült, damit ich ihn sammeln konnte. Hier an der Atlantikküste gibt es ja keine so ausgeprägte Ebbe wie an der Nordsee, wo ich ins Watt laufen kann, um Algen zu ernten. Doch immerhin … um so kostbarer waren sie mir. Und haben köstlich geschmeckt 🙂

Auch einiges an Treibholz habe ich eingesammelt und mitgenommen. Für Kunstprojekte. Und zum Verfeuern ;). Anders als in Teneriffa, wo die Strände klein sind und stets gründlich aufgeräumt werden, finden sich hier unglaubliche Schätze, wenn du offenen Auges am Strand entlangläufst. Beim letzten Ausflug dorthin, zusammen mit der Tochter, haben wir Unmengen wundervoller Dinge gefunden. Die leeren Schalen von Seeigeln. Einen abgebrochenen Absatz eines hochhackigen Schuhs, der jetzt einen großartigen Stuhl für ihre Puppe abgibt. Wunderschöne Federn und noch vieles mehr … 🙂

DANKE, Meer!!!

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Baum-Liebe

Bäume sind Heiler. Der bewusste Kontakt mit Bäumen, sie zu sehen, zu fühlen, zu berühren und ganz besonders: sie zu umarmen, erdet dich. Beruhigt den Geist, wärmt das Herz, tröstet & heilt die Seele.

Vergangenes Wochenende habe ich den Botanischen Garten in Coimbra besucht. Er gehört zur Universität der wunderschönen Stadt in Portugal, wurde 1772 gegründet und gehört seit 2013 offiziell zum von der UNESCO gelisteten Weltkulturerbe. Darin findest du eine Reihe unglaublich großer, alter, überwältigend beeindruckender Bäume aus aller Welt. Mir reichen die Worte nicht, um zu beschreiben, wie die Bäume auf mich gewirkt haben. Ich habe nahezu jeden einzelnen umarmt & mich in jeden verliebt 😉 … und es war wunderschön. Falls du es nicht ohnehin schon tust, kann ich es dir nur ans Herz legen: umarm Bäume! Du musst dafür nicht reisen; fang einfach mit den Bäumen in deiner Umgebung an. Und hör nicht darauf, was deine Nachbarn vielleicht darüber sagen – höre & fühle lieber, was der Baum dir erzählt.

Wir Menschen brauchen Umarmungen. Körperkontakt. Austausch. Nicht nur mit anderen Menschen, sondern auch mit den anderen Lebewesen auf diesem Planeten. Es heisst, du brauchst vier Umarmungen pro Tag, um zu überleben, acht, um zu gedeihen und zwölf, um zu wachsen. Umarm deine Familie, deine Lieben, deine Freund*innen, dich selbst, deine Katze (falls sie mag) … und Bäume!

Ich habe einige der wundervollsten Bäume in Coimbra photographiert … manche der Aufnahmen entstanden in inniger Umarmung. Umarmen kannst du sie hier zwar nicht, aber vielleicht sprechen sie ja ein wenig zu dir. Weitere Fotos findest du in meinem Facebook – sie sind öffentlich; du kannst sie also auch sehen, ohne dich bei Facebook anmelden zu müssen!

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Gesundheit aus dem Wald oder: Alles ist eins

Kennst du schon das Buch „Der Biophilia-Effekt – Heilung aus dem Wald“ von Clemens G. Arvay?

Der Begriff Biophilia oder auch Biophilie, wie Erich Fromm es erstmals in „Die Seele des Menschen“ 1964 erwähnte, stammt von den altgriechischen Wörtern bios = Leben und philia = Liebe. Clemens Arvay, studierter Pflanzenwissenschaftler, beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Mensch und (übriger) Natur und beschreibt in dem Buch, wie alles Lebende miteinander vernetzt ist, miteinander kommuniziert.

„Betrachten wir den Wald für ein paar Augenblicke etwas anders als gewöhnlich. Betrachten wir ihn als einen großen, hoch komplexen Lebensraum, in dem tausende und abertausende Lebewesen miteinander kommunizieren. Die Kronen der Bäume sind dann Sendestationen, die Pflanzenbotschaften in die Luft hinaus fun­ken. Die Blätter der Sträucher, Büsche, Ranken und Kräuter senden Pflanzenvokabeln aus, die von anderen Pflanzen und von Tieren aufgenommen werden.

Im Erdreich geben Wurzeln Stoffe ab, die ebenfalls Botschaften enthalten und sie geben klickende Laute von sich, die das menschliche Ohr nicht hören kann. Die Pflanzen nehmen diese Laute als unterirdische physikalische Schwingungen wahr. Der Wald, so wie jeder andere natürliche Lebensraum, ist ein Ort der regen Unterhaltungen, der dichten Kommunikation.“

Das gilt auch für uns Menschen – auch wir empfangen (und senden) Informationen von (und an) alle anderen Lebewesen, seien sie menschlich, tierisch oder eben pflanzlich.

„Überall schwirren Moleküle umher, die Information enthalten und andere Lebewesen entschlüsseln sie. Darunter befinden sind die unzähligen Terpene, die Pflanzenvokabeln, die ich bereits beschrieben habe. Stellen Sie sich nun vor, sie betreten mit ihrem achtsamen, aufmerksamen und ebenfalls ständig kommunizierenden Immunsystem diesen Wald, einen Hot-Spot der Kommunikation.

Ihr Immunsystem kommuniziert nicht nur mit anderen Organen und Systemen ihres Körpers und mit ihrem Gehirn, sondern auch mit der Außenwelt. Es ist ein Sinnesorgan, das dazu gemacht ist, Information wahrzunehmen, die Sie selbst nicht bewusst wahrnehmen können. Eine der Aufgaben Ihres Immunsystems ist es, Reize aus der Außenwelt einzuschätzen, zu erkennen und darauf zu reagieren. Das können Viren und Bakterien sowie alle möglichen Substanzen sein. Das Immunsystem ist also die unsichtbare Antenne Ihres Körpers, mit der Sie den Wald betreten…

Aus der Neuro-Immunologie wissen wir, dass auch unser Immunsystem ein kommunikationsfähiges Sinnessystem darstellt. Es ist wie eine organische Antenne, welche die Pflanzenfunksprüche im Wald auffängt. Unser Immunsystem reagiert darauf sogar auf ähnliche Weise wie die Pflanzen selbst. Kommen wir mit den gasförmigen Terpenen in Kontakt, steigen nachweislich die Anzahl und die Aktivität der natürlichen Killerzellen. Das sind Immunzellen, die Viren aus dem Körper entfernen sowie potenzielle Krebszellen töten. Auch Tumore werden von den Killerzellen bekämpft.

Schon ein ausgedehnter Waldspaziergang vermehrt die Killerzellen um etwa 50 Prozent und macht sie aktiver. Zwei Tage in einem Wald führen sogar zu einer fast 70-prozentigen Steigerung. Das haben Waldmediziner einer medizinischen Universität in Tokyo herausgefunden. In Japan ist die Waldmedizin bereits durch das staatliche Gesundheitswesen anerkannt. Auch die drei wichtigsten Anti-Krebs-Proteine, mit denen unser Immunsystem Krebszellen vergiftet, werden durch Waldluft gestärkt. Aber das ist noch nicht alles: Die Terpene in der Waldluft führen dazu, dass die Nebennierenrinde mehr von dem Herzschutzhormon DHEA produziert, das uns vor der koronaren Herzkrankheit und vor Gefäßverkalkung schützt. Bei Diabetes-Patienten ist sogar eine Senkung des Blutzuckerspiegels nachweisbar, um ein paar Beispiele aus der Waldmedizin zu nennen“.

Faszinierend, oder?

Was wir daraus lernen können, ist nicht nur, unseren Kontakt mit der übrigen Natur (denn auch wir sind ein Teil davon, selbst wenn in unserem Alltag manchmal nicht viel davon zu merken ist!) zu pflegen, auszudehnen. Sondern auch, diese übrige Natur besser zu schützen. Jährlich werden weltweit 13 Millionen Hektar Wald vernichtet – aus unterschiedlichen Gründen. Einer davon ist Papier. Gerade die Deutschen liegen im Papierverbrauch sehr weit vorn: ein Deutscher verbraucht im Durchschnitt etwa 250kg Papier pro Jahr. Das ist mehr als viermal so viel wie ein durchschnittlicher Weltbewohner! Würde man all das Papier, 20 Millionen Tonnen pro Jahr allein in Deutschland (!), aufeinanderstapeln, ergäbe es, Din A 4 Format als Grundfläche vorausgesetzt, einen Turm von 16.000km Höhe (das ist 40mal so hoch wie die Umlaufbahn der Raumstation ISS!). (Quelle für diese Zahlen)

Leben aus der Natur – achtsam und nachhaltig

Das Leben aus der Natur ist ein Geburtsrecht des Menschen (auch wenn Nestlé und Co versuchen, uns das zu verwehren). Selbst wenn die meisten von uns ihre Bedürfnisse eher durch Geld abdecken, lohnt es sich, sich mit den Möglichkeiten, die die Natur uns für unsere Ernährung, Pflege und als Heilmittel zur Verfügung stellt, zu beschäftigen. Abgesehen davon, dass du nie weisst, wann du derartiges Wissen vielleicht brauchen wirst, tut es Körper, Geist und Seele einfach gut, sich in und mit der Natur zu beschäftigen und sich der Zusammengehörigkeit mit allem, was um uns herum lebt, bewusst zu werden.

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Und: Nahrung frisch aus der Natur, ist das Beste, was du deinem Körper geben kannst! Ob aus dem Garten oder wild gewachsen, je frischer geerntet/gepflückt du etwas zu dir nimmst, desto höher die Lebenskraft darin! Wild gewachsene Pflanzen haben sogar noch mehr davon, da sie es aus eigener Kraft, ohne Hege und Pflege durch den Menschen, geschafft haben zu wachsen. Du wirst den Unterschied schmecken. Und spüren. Eine frisch vom Baum gepflückte und gegessene Frucht macht tatsächlich viel zufriedener und satter, als eine, deren Ernte schon zwei oder drei Tage (oder wie bei importierten Früchten noch deutlich länger) zurückliegt.

Gerade die grünen Pflanzen, die Wildkräutern, spielen eine besonders wichtige Rolle für unsere Ernährung. Gehören sie doch gewissermaßen zu unseren Blutsverwandten: ihr grünes „Blut“, das Chlorophyll, ist unserem Blutfarbstoff, dem Hämoglobin, bis auf eine chemische Verbindung gleich: Hämoglobin enthält Eisen und leuchtet deshalb rot. Chlorophyll enthält Magnesium, das grün färbt. Deshalb reagiert unser Körper so auf die pflanzlichen Wirkstoffe: sie nähren uns, pflegen uns und heilen uns.

Wie auch mit anderen Verwandten, und überhaupt mit anderen Lebewesen: achte auf einen liebevollen, achtsamen, schonenden und dankbaren Umgang mit den Pflanzen! Sie wollen weiterleben, genau wie du, und du bist nicht das einzige Lebewesen, das diese Pflanzen nutzen möchte – sei es als Nahrung, als Pflege- oder Heilmittel oder als Lebensraum. Wildpflanzen und -früchte sind sehr konzentriert und ergiebig, sowohl im Bezug auf ihre heilenden bzw. pflegende Wirkungen als auch als Nahrung. Sammle immer nur so viel, oder besser so wenig, wie du gerade benötigst. Auf keinen Fall den gesamten Bestand abernten. Wie Gandhi es so schön formulierte: „Die Erde bietet genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier“. Pflücke Blüten oder Blätter immer vorsichtig ab, um nicht mehr Pflanzenteile als nötig auszureissen. Beim Sammeln von Wurzeln immer einen Teil der Wurzeln in der Erde lassen.

Und … auch wenn es keinen äußerlich erkennbaren Unterschied macht (und dir vielleicht albern oder esoterisch vorkommen mag), ich verspüre immer das Bedürfnis, mich zu bedanken bei den Pflanzen. Also meine Dankbarkeit für die Ernte, und sei es nur in Gedanken, auch zu äußern.

Freiheit

“The only way to deal with an unfree world is to become so absolutely free that your very existence is an act of rebellion.” -Albert Camus

Was mir Freiheit schenkt:

  • Zu wissen, dass mein Körper sich selbst heilt – wenn ich ihn nur lasse! – , dass „Krankheiten“ Reaktionen auf ungünstige Umwelt-/Lebensumstände sind und nicht aus dem Nichts kommen und ich zu ihrer Heilung Ärzte, Krankenhäuser, Medikamente nicht nur nicht brauche sondern besser weit von mir fern halte …
  • Zu wissen, dass ich, um mich und „meine“ Kinder zu ernähren, nur die Natur und ihre Produkte brauche; dass alles, was wir benötigen, wächst; wilde Pflanzen zu kennen, die essbar sind … Zu wissen, dass wir im Notfall nicht auf das für Geld zu kaufende Angebot angewiesen sind.
  • Zu sehen, dass „meine“ Kinder aufwachsen, lernen, ihren Weg im Leben finden, ohne dass ich oder sonstjemand sie das lehren muss …

Wilde Brombeeren (in England)

Ist Rohkost kompliziert?

Manchmal scheint eine rohköstliche Ernährung unglaublich kompliziert zu sein: bekomme ich genug Protein, wieviel Fett muss/darf es sein, welche Fette & Fettsäuren brauche ich, wie stelle ich sicher, dass ich ausreichend mit Vitaminen & Mineralstoffen versorgt bin, was darf ich essen, was ist wirklich roh, welche Kombinationen sind empfehlenswert, welche eher ungünstig … ja, auch in diesem Blog habe ich über all das schon geschrieben (meine „Antworten“, einige davon, findet ihr, wenn ihr auf die Fragen klickt). Wirklich wichtig finde ich all das nicht!

Hat schon mal jemand an der Kochkost gezweifelt, weil sie zu kompliziert ist? Na klar, du brauchst dabei natürlich eigentlich gar nicht zu denken. Sondern nur zu essen, was dir überall über den Weg läuft. Wenn du aber anfängst, dich damit zu beschäftigen, was dir gut tut & was nicht … dann wird es in der Kochkostwelt tatsächlich kompliziert: da gibt es so viele Glaubensrichtungen, so viele Empfehlungen, es wird geraten, schonend zu kochen (warum es dann nicht gleich ganz lassen?), mindestens 3 Portionen Obst/Gemüse roh zu essen pro Tag (warum dann nicht gleich ausschließlich?), Öle zu verwenden, aber nur bestimmte & sie nicht zu stark zu erhitzen, … Der eine schwört auf Getreide, die andere auf stundenlanges Kochen. Die asiatische Küche gilt als gesund, oder doch eher die italienische?

Dabei kann es doch so einfach sein, gar nicht kompliziert:
Wir sind ein Teil der Natur – & die Natur versorgt uns mit allem, was wir brauchen! Optimal unter dem Blickwinkel einer natürlichen Ernährung ist es gewiss, genau so zu essen. Früchte, grüne Blätter, Wurzeln, Algen, ab und zu ein paar Nüsse oder Samen. Die Natur ist nicht zu verbessern: was nirgendwo wächst, gehört nicht auf den Speisezettel. Und alles, was essbar ist, kann einfach so gegessen werden, wie es ist – Mixer, Trockner, Entsafter wurden uns schließlich auch nicht von der Natur zur Verfügung gestellt. Wie die genaue Gestaltung aussieht – wieviel wovon du essen magst, damit es dir gut geht – das muss wohl jedeR für sich herausfinden & es variiert nach Wohnregion, Jahreszeit, Lebensumständen. Höre auf deinen Körper & gib ihm wonach er verlangt – dann bekommst du alles was du brauchst, ohne komplizierte Überlegungen!

Auf dem Weg zu einer optimalen natürlichen Ernährung gibt es jedoch viele Stufen & Varianten. Hilfmittel wie Mixer & Trockner sind gewiss nicht nötig, können den Weg jedoch leichter machen, & überzeugender, wenn du beispielsweise auch deine skeptische Familie überzeugen möchtest. Isolierte Produkte wie Agavennektar, Öle, Salz/Gewürze, abgepackte Riegel & Schokoladen gehören letzten Endes genausowenig zu einer natürlichen Ernährung, Trockenfrüchte höchstens ausnahmsweise in kleinen Mengen (wie oft würdest du wohl sonnengetrocknete Früchte in der Natur finden?) – all das kann jedoch ebenfalls den Übergang einfacher gestalten & ist sicher viel besser als die üblichen Süßigkeiten etc.. Gerade bei Gelüsten auf Kochkost oder in sozial herausfordernden Situationen können rohe Zubereitungen eine große Hilfe sein. Und manche Menschen kommen offenbar auch mit einer derart gestalteten Rohkost ziemlich lange gut zurecht.

Wenn trotz Rohkost das Wohlbefinden nicht optimal ist, können die Erkenntnisse & Erfahrungen anderer Menschen & etwas theoretisches Wissen über Stoffwechselvorgänge im Körper nützlich sein, um die eigene Ernährung zu optimieren. Die höchste & einzige Authorität jedoch sollte dein Körper, dein Wohlbefinden sein. Höre auf deinen eigenen Körper, achte darauf, dass es dir gut geht & iss das, was du brauchst. Nichts anderes, nicht mehr, nicht weniger. So einfach ist das!

Früchteparadies

Die Vision von einer besseren Welt. Für alle ihre Bewohner.

Früchte als Nahrung zu wählen – das ist der einzige Weg! Das Beste für dein Karma. Früchte sind die einzige Nahrung, die dir vollkommen frei gegeben wird. Die pure Liebe. Alles was du brauchst. Alles andere ist verbunden mit dem Tod oder der teilweisen Zerstörung oder Verletzung einer anderen Lebensform. Tiere werden getötet eingesperrt, müssen leiden für die Gefräßigkeit der Menschen. Der Anbau von Getreide und anderem zerstört den Lebensraum unzähliger Lebensformen. Selbst der Verzehr von Samen & Nüssen verhindert häufig die Entstehung neuen Lebens aus diesen Samen, und beim Ernten von Möhren, Salaten und Ähnlichem wird entweder das Leben der Pflanze komplett beendet oder ein großer Teil von ihr zerstört. All das belastet auch dein Karma & muss irgendwie ausgeglichen werden.

Früchte essen sollte nichts mit dem Zählen, Messen, Berechnen von Kalorien, Vitaminen, Mineralstoffen usw zu tun haben. Das alles ist nur ein Ausdruck mangelnden Vertrauens. Die Natur sorgt für uns … wenn wir sie lassen. Und ihr folgen. Natürlich leben, einfach leben.

Leben und leben lassen … essen wenn du hungrig bist, trinken wenn du durstig bist, schlafen wenn du müde bist. Leben und am Leben lassen.

Eine wunderbare Vision. Wie lässt sie sich umsetzen, unter unseren meist nicht sooo natürlichen Lebensbedingungen? Dazu & auch zu den realitätsnäheren Konsequenzen unserer Nahrungswahl mehr … in den nächsten Tagen.