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Einstieg in die Rohkost

Viele Wege führen nach Rom, und ebenso gibt es unzählige Arten & Weisen, mit der Rohkost zu beginnen. Nur du weisst, welcher Weg der Richtige ist für dich! Der Einfachste & Natürlichste ist es vielleicht, einfach nach und nach immer mehr roh zu essen & immer weniger anderes. Viele beginnen eine Nahrungsumstellung auch mit Blick darauf, was sie alles NICHT mehr zu sich nehmen wollen (z. B. Künstliche Zusatzstoffe, isolierte Zucker, Fleisch, Gluten, Milchprodukte, Alkohol, Soja …) und kommen auf diesem Weg Schritt für Schritt immer weiter zu einer roh-veganen Ernährungsweise. Möglicherweise bist du auch durch Informationen, Erfahrungen & Erkenntnisse zu dem Schluss gekommen, dass du dich roh-vegan ernähren möchtest & suchst jetzt nach dem richtigen Einstieg.

So ähnlich war es bei mir vor nun schon über zehn Jahren: ich habe mich bereits vegan ernährt, überwiegend bio, mit viel Frischem & hohem Rohkostanteil, als ich, ausgelöst durch die Neurodermitis der Tochter & zahlreiche Informationen über Rohkost, die zu mir fanden, entschieden habe, diese Ernährungsweise auszuprobieren.

Ich möchte dir hier heute zwei Varianten des Beginns vorstellen; vielleicht passt eine davon für dich, oder, noch besser, inspiriert dich dazu, deinen eigenen Weg zu finden.

  1. So habe ich es gemacht: Da meine damals 18 Monate alte Tochter noch voll gestillt hat, wollte ich eine zu radikale Entgiftung (z. B. durch Fasten) vermeiden und habe daher über einen Zeitraum von 3-4 Wochen meine Ernährung Stück für Stück umgestellt. Auf Urkost übrigens; zubereitet habe ich damals, ausser einfachen Salaten, noch gar nicht; das habe ich erst viele Monate später entdeckt.
    – Zunächst habe ich morgens nur noch roh gegessen (Früchte – das war einfach, da ich ohnehin meist entweder gekochten Reis oder Hirse oder Getreidemüslis mit viiiel Obst dazu gegessen hatte).
    – Dann habe ich zwischendurch nur noch Rohkost gegessen: Obst oder Trockenfrüchte oder Nüsse. Brot habe ich auch schon weggelassen und bin zunächst stattdessen auf Reiswaffeln ausgewichen.
    – Als nächstes habe ich auch mittags ausschließlich roh gegessen.
    – Nun hatte ich nur noch die gekochte Abendmahlzeit, die ich als Letztes auf roh umgestellt habe. Ich habe damals sehr gern Tofu gegessen & hatte ein bisschen Angst, dass mir das fehlen würde. Darum habe ich in der letzten Woche jeden Abend Tofu gegessen – in der Hoffnung, ihn dann nicht mehr sehen zu können. So war es zwar nicht; ich fand ihn bis zum Schluss sehr lecker. Doch die rohen Alternativen fand ich um so viel leckerer, und war zugleich so glücklich, enthusiastisch geradezu, über mein neues gesteigertes Wohlbefinden – so viel mehr Energie, so viel glücklicher, & die köstlichste Nahrung, die ich je in meinem Leben gegessen hatte, dass ich weder den Tofu noch irgendetwas sonst aus meiner gewohnten Kochkost jemals auch nur eine Minute lang vermisst hätte!
    Wildkräuter habe ich übrigens parallel zu der Umstellung nach und nach immer mehr dazu gegessen; zu Anfang nur mal hier und da ein paar Blätter, bis ich dann nach zwei, drei Monaten bei großen Mengen an Wildgrün täglich angekommen war.
  2. Möchtest du lieber einen klaren Strich ziehen, und in einem Schritt umstellen? Dann würde ich dir folgende Vorgehensweise empfehlen: Häufig wird dazu geraten, zu Beginn der Rohkost eine Zeit lang zu fasten, und danach dann mit einer rein rohköstlichen Ernährung zu beginnen. Auch das ist ein guter & sinnvoller Weg, denn du gibst damit deinem Körper zunächst Gelegenheit, intensiv zu entgiften. Allerdings solltest du dir dafür unbedingt Zeit nehmen. Also z. B. im Urlaub machen, in einer Phase, in der du viel Zeit nur für dich hast. Damit du dich ganz auf dich konzentrieren kannst; viel Zeit für ausreichend Bewegung (ganz wichtig auch während des Fastens!) hast & viel Ruhe. Nicht im ganz normalen Alltagsstress. Alternativ dazu – und jetzt kommt mein Vorschlag 🙂 – kannst du deinen Körper zunächst gründlich entlasten, indem du dich ein bis zwei Wochen lang mono ernährst. Also die ganze Zeit, morgens, mittags, abends, nur EINE EINZIGE Sorte Nahrung, z. B. Bananen ODER Melone ODER Papaya, isst. Etwas, was dir schmeckt, dich satt macht & zufrieden, und was der Saison und deiner Region gemäß gerade gut verfügbar ist. Ich mache das am liebsten mit Papaya, die ich auf Teneriffa während der Hauptsaison überall in guter, reifer Qualität bekommen konnte. Ich empfehle unbedingt eine Sorte süßer Frucht dafür; Gemüse wird dich höchstwahrscheinlich nicht satt machen, und ausschließlich Fett (wie z. B. in Avocado) scheint mir auch nicht geeignet. Du kannst während der Mono-Island-Phase so viel essen, wie du willst – von der von dir gewählten Frucht. Und so viel Wasser trinken, wie du magst.
    – Es kann sein, dass dein Körper Entgiftungssymptome zeigen wird. Freu dich darüber! Dein Körper funktioniert, und er nutzt die Gelegenheit, angesammelten Ballast loszuwerden. Vielleicht wirst du auch emotionale „Entgiftung“ bemerken: der freiwillige Verzicht auf „Trostessen“ jeder Art bringt oftmals auch viele weniger angenehme Gefühle hoch. Nimm dir in dem Fall Zeit für dich; fühle, was gefühlt werden will – dann kann es gehen. Gönn dir viel Bewegung und geh raus in die Natur.
    -Mono Island lässt sich auch mit den Anforderungen des Alltags verbinden; du kannst problemlos ein Kilo Bananen mit an den Arbeitsplatz nehmen ;), doch nutze die Gelegenheit für das Schaffen neuer guter Gewohnheiten: schaffe dir Lücken im Alltag, nimm dir Zeit für dich & das, was dich glücklich macht!
    – Du wirst wahrscheinlich auch bemerken, dass du unglaublich viel Energie hast. Durch die viel einfachere Verdauung bleibt deinem Körper jede Menge Energie übrig, die sich nun anders nutzen lässt. Spätestens sobald evtl. unangenehme Entgiftungserscheinungen überstanden sind wirst du dich höchstwahrscheinlich auch viel glücklicher, in jeder Hinsicht leichter, fühlen.
    – Anschließend beginnst du mit einer einfachen, aus verschiedenen Früchten, Gemüsen, kleinen Mengen von Fetten aus Fettfrüchten, Nüssen & Samen und vor allem VIEL GRÜN, insbesondere WILDKRÄUTERN, zusammengestellten Ernährung. Iss so häufig wie möglich Mono-Mahlzeiten, also nur eine Sorte Nahrung zu einer Mahlzeit. Achte bei Kombinationen auf die Verträglichkeit. Du kannst passende Nahrungsmittel einfach so zusammen essen oder dir auch mal etwas daraus zubereiten.
    – Zahlreiche passende, einfache Zubereitungsideen findest du in meinen eBooks; z. B. 42 ganz neue Rezepte im neuesten eBook hier.

Achte auf die Signale & Reaktionen deines Körpers; er zeigt dir, was er braucht, wann er genug hast. So lernst du nach und nach immer besser deine Bedürfnisse kennen & kannst deinen Körper das geben, was er braucht.

Viele Informationen & Inspiration findest du außer in diesem Blog auch in meinem Newsletter, auf meiner Facebook-Seite & in meinen Videos bei YouTube.

Gerne unterstütze ich dich auch persönlich beim Umstieg und beim Finden deines ganz persönlichen Rohkost-/Ernährungsweges! Solltest du Fragen haben, die hier nicht beantwortet werden, freue ich mich über deine Nachricht

Wieviel Abwechslung muss sein?

Was ist besser – abwechslungsreich zu essen oder immer dasselbe; mono oder aus einer kleinen oder großen Auswahl?

Da unterschiedliche Nahrungsmittel unterschiedliche Vitalstoffe enthalten, wird häufig empfohlen, möglichst abwechslungsreich zu essen. Und damit sicherzustellen, dass du ausreichend mit sämtlichen Vitaminen etc. versorgt bist. Aber wieviel Abwechslung ist tatsächlich nötig?

Für eine eher eintönige Ernährungsweise spricht, dass unsere Verdauung am besten funktioniert, wenn sie nur eine Art Nahrung zur Zeit bekommt. Mono-Mahlzeiten sind viel leichter verdaulich als gemischte. Zudem führt meiner Beobachtung nach zuviel Abwechslung, zuviel Mischen, leichter zum Überessen und damit erst recht zu einer Überlastung. Die dann trotz ausreichender Versorgung des Körpers mit allen notwendigen Vitalstoffen dennoch zu einem Mangelzustand führen kann.

Unser Körper ist auf weniger Zufuhr von Vitalstoffen angewiesen als wir gemeinhin glauben. Bekommt er natürliche, naturbelassene, hochqualitative Nahrung, ausreichend, jedoch nicht im Übermaß, kann er eine Menge von den Vitalstoffen, die er braucht, selbst generieren. Ein interessantes Beispiel dafür sind die sogenannten „Batatenessern“; ein Volk, dass sich ausschließlich von Bataten (Süßkartoffeln) ernährt, und in dessen Blut sich dennoch sämtliche Vitalstoffe, einschließlich der, die definitiv in Bataten nicht enthalten sind, finden lassen. Auf der Tatsache, dass unser Körper, wenn wir ihn denn lassen, statt ihn zu überlasten, die benötigten Vitalstoffe selbst generieren kann, basiert auch der Behandlungserfolg von Dr. Douglas Graham, der den B12 Mangel seiner Patienten durch Fasten kuriert hat. Nach einer gewissen Fastenperiode war der zuvor zu niedrige B12-Wert der Teilnehmer ohne äußere Zufuhr des Vitamins wieder auf einen gesunden Wert angestiegen.

Offenbar ist weniger tatsächlich oft mehr!

Was für mich gut funktioniert: Abwechslung über das Jahr, saisonal und dabei so regional wie möglich (ja, ich weiss, im Winter in Deutschland reicht das regionale Angebot nicht wirklich aus) essen. Innerhalb dieses Angebots dann eher „eintönig“ wählen, Mono-Mahlzeiten oder solche aus nur wenigen verschiedenen Sachen, auch gern mal einen oder mehrere Mono-Tage.

Womit fühlst du dich am wohlsten?

Vertraue deinem Instinkt!

Jedes natürlich lebende Tier isst seinem Instinkt gemäß; es weiss genau, was aus der breiten Palette der ihn umgebenden Natur die richtige Nahrung für es ist. Bei uns Menschen ist dieser Instinkt ebenfalls vorhanden – allerdings meist tief vergraben unter Schichten von Konditionierung, emotionalem Essen, Essen als Stimulanzmittel, als Trost, aus Langeweile, als Belohnung und diversen anderen Gründen als dem einen: hungrig zu sein & Nahrung zu brauchen. Hinzu kommt, dass wir im allgemeinen umgeben sind von unnatürlicher Nahrung, die wir jahrelang als für uns geeignet angesehen haben. Wir können jedoch zu einer natürlichen Beziehung zu unserer Nahrung zurückfinden. Wenn wir all die mentalen Verbindungen lösen können, die Essen mit Trost, Sex, Belohnung oder sozialer Anerkennung verknüpfen, können wir die einzig richtigen Beziehung zu unserer Nahrung wiederentdecken: essen um zu leben & Nahrung zu essen, die uns stärkt & unsere Lebenskraft erhält statt unser Leben zu verkürzen.

Wie finden wir zurück zu einem natürlichen, instinktiven Umgang mit Nahrung?

Sich roh zu ernähren ist ein guter Anfang. Ohne Gewürze, Salz, isolierte Produkte wie Öle, Agavennektar usw der nächste Schritt – denn auch all das hindert unseren Instinkt daran zu erkennen, was & wieviel an Nahrung wir brauchen. Selbst wenn alles „wirklich roh“ ist – wieviel Leben steckt denn tatsächlich noch in extrahierten Ölen? Und wie soll unser Körper erkennen, ob er eine bestimmte Nahrung nun gerade braucht, wenn wir ihren natürlichen Geschmack verfälschen durch Salz oder Gewürze? Roh & naturbelassen also sollte unsere Nahrung sein! Verarbeitete Lebensmittel aller Art – also auch getrocknete, gemixte, pürierte – sind zu meiden. Den richtigen Weg zu einer instinktiven, natürlichen Ernährungsweise – wild lebende Tiere zeigen ihn uns: Mono-Mahlzeiten. Nur wenn wir unsere Nahrung mono, also für sich allein, unvermischt, unverarbeitet, genießen, merken wir wirklich, was wir brauchen. Und wieviel – es ist nahezu unmöglich, sich bei einer Mono-Mahlzeit zu überessen (vorausgesetzt natürlich, du hörst auf deinen Körper & ignorierst seine Signale nicht!). Der Geschmack ändert sich, es schmeckt nicht mehr so gut oder sogar unangenehm, & du weisst, dass dein Körper genug hat. Sperre nennt sich das auch. Wohingegen dieses Signal der Sättigung bei gemischten, gemixten Mahlzeiten häufig fehlt. Optimalerweise heisst das, zu einer Mahlzeit tatsächlich nur eine Sache zu essen. Oder wenigstens nur eine zur Zeit, verschiedene nacheinander – also zum Beispiel erst die Tomaten, danach die Avocado.

Mit einer rohen, überwiegend mono gestalteten Ernährung gelingt es meiner Erfahrung nach gut, das Essen von all den überflüssigen mentalen Verknüpfungen zu lösen (& sich um die Erfüllung der emotionalen Bedürfnisse auf andere, angemessenere Art & Weise zu kümmern). Diese Art zu essen zeigt uns übrigens gleichzeitig ziemlich genau, was zur optimalen Palette unserer Nahrung gehört … und was eher nicht: lässt sich eine vollständige Mahlzeit nur(!) daraus machen? Falls nicht, lass es besser sein!

Alles Mischen, Würzen & sonstige Verarbeiten bringt uns ohnehin nur dazu, Dinge zu essen, die wir sonst nicht essen würden. Gesalzen/gewürzt schmeckt auch das, was dich eigentlich überhaupt nicht anzieht. Nicht richtig reife Früchte, die du nach dem ersten Bissen ausspuckst, schmecken, gemixt mit reifer Banane dazu, plötzlich lecker & landen in deinem Bauch – dem sie genausowenig gut tun wie dein Geschmackssinn es dir schon vorher gesagt hat! Unangenehm bitteres Grünzeug lässt sich so ebenfalls in deinen Körper hineinschmuggeln – unter Umgehung des Instinkts, der dich auf die Art auch nicht mehr vor unbekömmlichen oder gar giftigen Pflanzen warnen kann! (Bitteres Grünzeug kann auch gut schmecken – dann nämlich, wenn dein Körper es gerade braucht! Wenn nicht, sollte es keinen Grund geben, es zu essen! Ob dein Körper es braucht, stellst du allerdings natürlich nur fest, wenn du es immer wieder probierst!)

Wenn du mono isst, muss das, was du isst schmecken. So wie es ist. Du sorgst somit perfekt für dich, denn du isst nur das Beste!

Gourmetrohkost = Suchtessen

Ostern, schön war’s! Das Basteln in der Küche, Süßigkeiten für die Kinder, hat mal wieder Spaß gemacht. Allerdings konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, meine neueste Kreation, Roh-B*ounties, zu probieren. Wissend, was mir gut tut & was nicht … & dass Gourmet-Rohkost, Mischungen aus Fett & Zucker, verarbeitete „rohe“ Produkte wie Agavennektar, nicht dazugehören. Bislang hatte ich unangenehme Nachwirkungen eigentlich nur dann gespürt, wenn ich viel Derartiges gegessen hatte. Mehrere Zubereitungen mit entsprechend vielen Zutaten. Diesmal waren es nur drei B*ounty – jaha, drei – mehr als „nur mal probieren“. Solche Sachen gehören definitiv zum Suchtessen – einmal angefangen, konnte ich nicht aufhören. Trotz der vergleichsweise geringen Menge habe ich die Folgen deutlich gespürt: ich war unruhig, gereizt, unzufrieden, fühlte mich nicht wirklich wohl. Mehr emotional als körperlich.

Ob die ebenfalls am Folgetag aufgetretenen Schmerzen in meinem Fuß auch damit zusammenhängen oder allein auf eine Überanstrengung zurückzuführen sind, kann ich nicht sagen. Ich habe vor ca. 2 Wochen wieder angefangen, täglich zu laufen. Barfuß. Zunächst nur kurz, 5 Minuten am Tag, dann 10. Es hat so gut getan, dass ich es dann doch schneller gesteigert habe als geplant. War vielleicht einfach zu viel. Barfüßig unterwegs zu sein ist zwar nicht ungewöhnlich für mich; Laufen hingegen tu ich immer nur mal anfallsweise & bin entsprechend untrainiert. Außerdem habe ich mir bei meinem ersten Versuch draußen auf der grob asphaltierten Straße (was anderes gibt es hier nicht; diese Insel ist wirklich sehr zugebaut), den Zeh blutig gestoßen & bin daraufhin erstmal zum Laufen im & ums Haus übergegangen. Auf Steinfußboden, Richtungswechsel alle paar Schritte … wohl auch eher belastend für die Bänder. Trotzdem hat es schon echt viel Spaß gemacht & meinem Wohlbefinden sehr gut getan! Nun warte ich sehnsüchtig darauf, dass der Fuß sich wieder erholt, damit ich weitermachen kann. Dieser Anfall von Lauf-Lust wurde übrigens ausgelöst unter anderem durch die Postings von Biofee zum Barfußlaufen & dem Buch „Born to Run“ … ich warte gerade darauf, dass es hier eintrifft; klingt wirklich spannend!

Derweil bin ich seit gestern glücklich wieder auf meiner Früchte-Insel gelandet: Papayas, mjamm! Sie haben jetzt Hochsaison, ich esse ja schon seit Wochen überwiegend Papayas, der eine oder andere Mono-Tag war immer mal dazwischen. Jetzt also mal wieder etwas länger. Ich habe am Ostersamstag die Gelegenheit genutzt, kiloweise günstige Früchte einzukaufen, & möchte gern mindestens eine Woche auf der Mono-Frucht-Insel bleiben; mal schauen, ob das mit dem Nachschub klappt.

Eine relativ kleine Sorte von der benachbarten Bio-Finca. So lecker, ich esse sie komplett, mit Schale & Kernen.

Warum mono?

Monomahlzeiten, das sind Mahlzeiten aus nur einer „Zutat“. Eine Sorte Frucht, optimalerweise, oder kannst du dir eine vollständige, sättigende, befriedigende Mahlzeit nur aus Kernen vorstellen? Eine Mono-Fruchtmahlzeit ist eine extrem angenehme Erfahrung: total unkompliziert & angenehm sättigend. Sie stimuliert nicht so zum Überessen wie gemischte Mahlzeiten. Außerdem ist sie leicht verdaulich – Früchte sind das ohnehin, & am besten kann unser Körper verwerten, wenn er es nur mit einer Sorte zu tun hat. Du fühlst dich nach dem Essen nicht voll & müde sondern satt, energiegeladen & mental im Gleichgewicht.

Noch phantastischer als mehrere verschiedene Mono-Mahlzeiten pro Tag sind ganze Mono-Tage, einer, mehrere, vielleicht sogar eine ganze Woche oder mehrere … Fruit Island, Früchte-Insel, so wird dieses „Experiment“ genannt. Die sogenannten „Bataten-Esser“ ernährten sich gar ausschließlich von Bataten, Süßkartoffeln – ihr Leben lang. Unter den Frutariern gibt es etliche, die immerhin schon wochenlang von Orangen gelebt haben, oder von Bananen. Ich habe vor einiger Zeit eine Woche lang nur Papaya gegessen, und im Anschluss einige Tage lang nur Bananen.

Vielleicht erscheint dir das zunächst merkwürdig. Oder langweilig. Oder du befürchtest, nicht satt oder nicht zufrieden zu werden. Probier es aus – vielleicht erstmal mit einzelnen Mahlzeiten! Für mich fühlt sich diese Art zu essen mittlerweile so gut an, dass ich immer seltener gemischte Mahlzeiten essen mag, weil ich mich danach einfach weniger wohl fühle.

Kombinationen

Nach einer Zeitlang mit rohem Essen habe ich, wie die meisten, festgestellt, dass mir nicht alles, was roh ist, gleich gut bekommt. Damit meine ich jetzt nicht individuelle oder phasenweise Vorlieben & Abneigungen, die sich durch den Bedarf (oder eben nicht) des Körpers erklären lassen. Zuerst ist mir das bei Rohkosttreffen, beim Essen von viel Zubereitetem, Gemischten aufgefallen. Sicher sind es teilweise auch verarbeitete, rohe Lebensmittel, extrahierte/getrocknete Bestandteile von Früchten & Pflanzen, wie z. B. Agavennektar, Maca-Pulver, Kakaobutter usw., die, wenngleich viel weniger schädlich als Zucker und Co, nicht wirklich optimal sind. Aber auch beim Essen purer, unverarbeiteter Nahrungsmittel habe ich im Laufe der Zeit gemerkt, dass sich manches nicht so gut miteinander verträgt, zusammen schwerer verdaulich ist, müde & schwer macht, sich einfach nicht so gut im Bauch anfühlt.

Ich vermute, dass es dafür – wie immer – keine allgemeingültigen Regeln gibt. Ich habe jedoch schon mit vielen Menschen gesprochen, die sehr ähnliche Erfahrungen wie ich mit (un-)geeigneten Mischungen gemacht haben. Im Folgenden beschreibe ich mal, was ich für mich festgestellt habe.

Einteilung der Nahrungsmittel

Gruppe 1 – Frische Früchte:
Immer einzeln – mono – genießen. Mindestens eine halbe bis eine Stunde vor anderem Essen.
Am besten auch keine verschiedenen Früchte miteinander mischen, oder zumindestens keine süßen mit eher sauren Früchten:

Süße Früchte sind z. B. Bananen, Trauben, Papaya, Melonen, Kaki, Cherimoya, Birnen, Feigen, Datteln usw.

Zu den sauren Früchten gehören Orangen, grüne Äpfel, Erdbeeren, Zitronen, Ananas usw.

Gruppe 2 – Avocado, Oliven, Nüsse, Kerne, Samen und Trockenfrüchte:
Nicht untereinander mischen! Vertragen sich (in kleinen Mengen) recht gut mit Nahrungsmitteln aus Gruppe 3. Oder eben mono – auch dann aber lieber nur kleine Mengen.

Gruppe 3 – Gemüse & Grünzeug:
Alle Arten von Gemüse, Salaten, Kohl, Wildkräutern, Algen können sowohl untereinander als auch mit Nahrungsmitteln aus Gruppe 2 zusammen gegessen werden.

Ausnahmen:
Wildkräuter sind so neutral, dass ich sie mit allem, sogar mit Früchten, problemlos mischen kann. Frische Kokosnuss passt für mich außer zu Gemüse oder Grünzeug ebenfalls gut zu einigen frischen Früchten (Bananen, Papayas und Mangos). Meine Tochter, für die sonst im wesentlichen bezüglich der Verträglichkeit von Kombinationen dasselbe gilt, kann problemlos Mandelmilch mit Banane genießen – mir liegt diese Mischung zu schwer im Magen. Kakao, den ich ohnehin nur selten & in kleinen Mengen esse (warum steht hier), beschreiben manche ebenfalls als neutral – ich finde ihn gut bekömmlich zusammen mit frischer Kokosnuss und Grünzeug, manchmal auch in der Kombination mit Gojibeeren. Mit Nüssen oder Mandeln zusammen weniger – das mag aber auch daran liegen, dass in derartigen Zubereitungen meistens zusätzlich Datteln oder Rosinen zum Süßen verarbeitet sind.

Wie ihr diesem Blog entnehmen könnt, mischen wir trotzdem gelegentlich mal auch anders. Zum Beispiel, um „Kinderessen“, Konfekte oder mal eine Torte für besondere Gelegenheiten zu machen. Dann achte ich allerdings darauf, nicht mehr als maximal fünf verschiedene Zutaten (Grünzeug ausgenommen) zusammen zu verarbeiten. Von Mandeln abgesehen (die ja eigentlich keine Nüsse sind & mir im Vergleich zu diesen allgemein bekömmlicher zu sein scheinen) mischen wir keine Nüsse. Trockenfrüchte verwenden wir fast gar nicht mehr. Für Tortenböden finde ich die Verwendung von Leinsamen und frischer Banane besser bekömmlich als Nüsse und Datteln oder Trockenfrüchte.

Wenn ihr euch mit „eurer“ Rohkost nicht so richtig wohl fühlt, ist dies hier vielleicht eine hilfreiche Anregung. Die aber bitte nicht als Anleitung für zuviel Nachdenken über das Essen verstanden werden soll! Am besten, ihr findet selber heraus, was für euch gut funktioniert, was sich gut anfühlt. Vielleicht macht ihr ganz andere Erfahrungen als ich? Auch mit wenigen Zutaten und gut bekömmlichen Mischungen lassen sich übrigens besondere Gerichte basteln:

Abendessen-Törtchen: aus Möhre und Kokos, mit Salat & Algen dazu.

Nur aus "gemüsigen" Zutaten und Olivenöl: Maischips