Jieper auf Junk Food?

Heißhunger, der Jieper nach Junk Food, signalisiert im Allgemeinen einen dringenden Bedarf. Mitunter basiert er auch auf unerfüllten seelischen/emotionalen Bedürfnissen, recht häufig jedoch geht es um den ganz einfach zu erfüllenden Bedarf an bestimmten Nähr- und Vitalstoffen. In der Regel äußert sich das in einem dringenden Verlangen nach einer bestimmten Geschmacksrichtung … und folglich nach Nahrungsmitteln, die diesen Geschmack beinhalten & die unser Körper bereits kennt. Das dürften nach vielen Jahren der standardmäßigen Kochkosternährung recht häufig Nahrungsmittel sein, die du „eigentlich“ nicht mehr essen möchtest – weil sie nicht roh sind, nicht vegan, nicht gesund, du erkannt hast, dass sie dir nicht gut tun. Was tun?

Wenn du weisst, was dein Körper in solchen Momenten wirklich braucht, kannst du es ihm geben. Der Bedarf wird gedeckt … & im Laufe der Zeit lernt dein Körper sogar um: eines Tages hast du von selbst Appetit auf das, was dein Körper tatsächlich braucht.

Hier ist eine kleine Tabelle, die dir helfen kann, den Heißhunger auf Junk Food zu entschlüsseln & dir zeigt, was du statt dessen essen kannst. Sicher wirst du im Laufe der Zeit deine eigenen Erfahrungen machen & selbst herausfinden, was dein Körper braucht.

Appetit auf … Was du brauchst Was du stattdessen essen kannst
Schokolade Magnesium Nüsse, Samen, Gemüse, Früchte
Zuckerzeug Chrom
Kohlehydrate (Natürliche Zucker)
Phosphor
Schwefel

Tryptophan

Brokkoli, Trauben
Frische Früchte
Nüsse, Grünzeug
Cranberries, Kohl, Blumenkohl, Lauch
Rosinen, Süßkartoffeln, Spinat
Brot, Pasta oder andere Teigwaren Kohlehydrate Früchte (Bananen, Datteln, Mangos, …)
Fettiges/Öliges Kalzium Grüne Blattgemüse, Wildkräuter
Salziges Mineralsalze Grünzeug, Gemüse, Nüsse, Samen

Vielleicht magst du einfach ein bisschen damit herumspielen. Sicher wirst du im Laufe der Zeit deine eigenen Erfahrungen machen & selbst herausfinden, was dein Körper braucht.

Mineralien & Salze

Salz ist ein isoliertes Produkt, aus dem natürlichen Zusammenhang gerissen. Würden wir uns wahrhaftig natürlich ernähren, aus der Natur, hätten wir kein Salz. Was für mich die Frage, ob wir Salz brauchen oder nicht, eindeutig beantwortet. Was wir brauchen, sind die Mineralsalze. Die in Pflanzen, insbesondere in grünen Blättern, enthalten sind. Deswegen mögen wir den salzigen Geschmack, selbst wenn wir nicht durch jahrelange Kochkost darauf geprägt wurden.

Von dem, was im Supermarkt unter dem Namen „Salz“ verkauft wird, möchte ich hier gar nicht reden. Jedoch selbst relativ hochwertiges Salz, wie unraffiniertes Meersalz oder Kristallsalz, ist ein denaturiertes Produkt. Und überlistet als solches unseren Instinkt: gesalzen schmecken uns Dinge, die wir sonst nicht mögen. Mit ein bisschen Salz schmeckt die Avocado gleich so verlockend, dass wir über unseren Hunger hinaus weiteressen. Salz wirkt suchterzeugend – die Gewöhnung an den Geschmack geht schnell & schon stumpft unser Geschmackssinn ab, schmecken uns natürliche Nahrungsmittel fad & langweilig. Dagegen hilft nur eins: Salz weglassen. Am besten ganz & gar & sofort. Wem das zu heftig ist, der kann es natürlich auch nach & nach reduzieren, ausschleichen sozusagen. Ich habe das zu Beginn meiner Rohkostzeit so gemacht, eher zufällig als absichtlich: zu Anfang war ich mir der Schädlichkeit des Salzes an sich noch gar nicht bewusst & mochte den Geschmack einfach noch. Je länger ich roh gegessen habe, besonders mit der zunehmenden Menge an Wildkräutern, desto weniger mochte ich das künstliche Salzige. Nach einiger Zeit konnte ich gesalzene Salate oder Dipps, wie sie auf Rohkosttreffen serviert wurden, nicht mehr essen – so unangenehm war mir der salzige Geschmack.

Über diese den Instinkt verfälschende Wirkung hinaus kann Salz auch Schäden in unserem Körper anrichten. Deutlich zu sehen ist das, wenn jemand nach langer Zeit ohne oder mit kaum Salz doch mal wieder etwas Gesalzenes isst: es kommt zu Wassereinlagerungen, z. B. dicken Füßen oder Schwellungen im Gesicht. Ich selbst habe kürzlich erst eine ziemlich starke Reaktion nach dem Essen einer gesalzenen Sauce erlebt. Der langjährige Rohköstler Karl Probst berichtete im vergangenen Jahr in der Zeitschrift „Natürlich leben“, dass er ein schon lange andauerndes gesundheitliches Problem endlich loswurde, indem er auf Salz verzichtete. Eine Rückkehr zum Salz nach mehrwöchiger Pause brachte auch sofort das Problem wieder zurück.

Die Tochter, die, seit sie es bei einer Freundin kennengelernt hat, ihre Avocado, Sonnenblumenkerne oder Linsen gern nachsalzt, hat dafür in den letzten Jahren statt purem isoliertem Salz immer gemahlene getrocknete Algen, im Salzstreuer mit ein wenig unraffiniertem Meersalz aus dem Bioladen gemischt, genommen. Vor Kurzem haben wir etwas Neues „erfunden“ – sie verwendet nun eine Sellerie-Algen-Mischung: gemahlene getrocknete Blätter vom Staudensellerie, gemahlene Algen & ein wenig von dem Meersalz. Geschmacklich dominiert der Sellerie – ich wiege es nicht ab, aber es sind wohl ungefähr 5% Salz in der Mischung. Was ihre Lust auf den salzigen Geschmack & auf die Tätigkeit des Salzens an sich befriedigt & ihr gleichzeitig noch ein bisschen mehr Grünzeug, mit den wichtigen Mineralsalzen in ihrem natürlichen Verbund, gibt. Staudensellerie ist übrigens ohnehin ein guter Lieferant für Mineralsalze. Frisch & in guter Qualität schmeckt er von selbst tatsächlich salzig. Ein beliebter Snack hier sind in ca 0,5 cm breite Stücke geschnittene Selleriestangen – rohköstliche Erdnussflips, sozusagen 😉

Getrocknete Sellerieblätter & Meeresspaghetti - zusammen gemahlen ein prima Salzersatz

Knochen & Zähne

Ein neuer Beitrag aus der Reihe „Und woher bekommst du dein ….?“ – heute: Kalzium (auch Calcium).

Bekannt aus der Werbung ist die Behauptung, wir bräuchten Milchprodukte für unsere Kalziumversorgung. Eine doppelt falsche Behauptung übrigens: nicht nur, dass wir uns problemlos mit rein pflanzlicher Nahrung ausreichend mit Kalzium versorgen können. Im Gegenteil begünstigt eine Ernährung mit tierischem Eiweiß die Kalziumausscheidung & führt daher viel eher zu einem Kalziummangel, welcher bei einer rein pflanzlichen Ernährung selten bis gar nicht auftritt.

Schon die Tatsache, dass in Kuhmilch Kalzium vorhanden ist, ohne dass die Kühe selbst Milch trinken, zeigt, dass sie es offensichtlich aus ihrer Nahrung = Grünzeug! aufnehmen. Besonders viel Kalzium ist enthalten in Mohn, Sesam, Brennesseln, Grünkohl, Feigen, Mandeln, Haselnüssen. Weitere kalziumhaltige Lebensmittel findet ihr hier im rohkost.de-Blog.

Wichtig ist Kalzium vor allem für die Festigkeit von Knochen und Zähnen. Eine vor allem bei älteren Menschen auftretende Folge von Kalziummangel ist Osteoporose = Knochenentkalkung, bei der die Knochen schwach & leicht zerbrechlich werden. Der Hauptgrund dafür ist eine säurereiche Ernährung mit einem hohen Anteil an Eiweiß (tierisches oder pflanzliches) und Stärke. Die dabei entstehenden Säuren müssen vom Körper neutralisiert werden. Dafür braucht er basische Mineralien: Kalzium, Magnesium, Natrium und Kalium. Die er sich, wenn sie nicht ausreichend über die Nahrung zugeführt werden, aus den Knochen & Zähnen holt & die dann über die Nieren ausgeschieden werden. Die beste Prävention: eine ausreichende Versorgung mit basischen Mineralien, also auch Kalzium, aus basisch verstoffwechselter Nahrung wie rohe Früchte & Gemüse sowie regelmässige Bewegung!

Solange ihr also einfach eure gute Urkost mit vielen Früchten & Grünzeug geniesst, seit ihr auf der sicheren Seite! Kein Grund, spezielle Nahrungsmittel im Hinblick auf einzelne ihrer Inhaltsstoffe auszuwählen. Bei mir gab es heute dies hier – definitiv ausreichend gehaltvoll an basischen Mineralstoffen 🙂