Rohkost zum Lesen



Herbst und Winter, mit langen Abenden und verregneten Nachmittagen – viel Zeit zum Lesen. Rohkost-Bücher gibt es fast so viele wie Rohköstler … manche mehr, manche weniger wissenschaftlich. Wer Informationen über Rohkost sucht, einen guten Einstieg in diese Ernährungsweise oder einfach Inspiration, hat also eine große Auswahl. Gewiss können wir aus jedermanns & jederfraus Erfahrungen etwas lernen und uns von vielen inspirieren lassen. Vergiss jedoch nicht: Papier ist geduldig (Webseiten, Videos etc ebenso); jedeR erzählt uns von seiner/ihrer eigenen Meinungen, den eigenen Erfahrungen, der ganz persönlichen Wahrheit. Manche vielleicht zusätzlich motiviert durch den Wunsch zu verkaufen (nicht so wenige empfehlen Superfoods und/oder NEMs und bieten diese passenderweise gleichzeitig im eigenen Shop an). Auch Wissenschaft ist nicht objektiv und kennt erst recht nicht die ultimative Wahrheit. Langer Rede kurzer Sinn: lies, lass dich motivieren und inspirieren … und denke weiterhin selbst nach, höre vor allem auf dein eigenes Befinden! Einige Bücher, die ich als Einstiegslektüre ziemlich gut finde, hatte ich euch bereits im Artikel „Lesetipps:Einsteiger-Literatur“ zusammengestellt. Ein paar weitere findet ihr in der Spalte „Buchempfehlungen“ rechts von diesem Text.

In den letzten Monaten sind mir etliche weitere Rohkostbücher über den Weg gelaufen, von denen ich euch in den nächsten Tagen einige vorstellen möchte. Manche für Rohkost-EinsteigerInnen, manche eher für „Fortgeschrittene“, bieten sie auf jeden Fall alle interessante Ansätze und Impulse für die Gestaltung deiner rohköstlichen Ernährung.

Eines dieser Bücher, von dem hier in den letzten Monaten schon öfter die Rede war: „80/10/10“ von Dr. Graham Douglas.
Nach einleitenden Gedanken um die Zusammenhänge von Ernährung und Gesundheit beschäftigt Graham sich mit der Bestimmung der menschenartgerechten Ernährung (= Früchte und zarte grüne Blätter) und den Auswirkungen von Früchten im Körper im Hinblick auf verbreitete Gesundheitsprobleme (bei denen Früchte=Zucker gern als ungeeignet angenommen werden). Ein Kapitel erläutert die Gefahren der Denaturierung der Nahrung durch Kochen und die Vorteile einer Rohkosternährung; anschliessend geht es um sein Konzept 80/10/10: Hintergrund, ausführliche Anleitung, viele Rechenbeispiele sowie ein ausführlicher Teil mit Essensplänen und Rezepten.
Ein Buch, das sowohl für Rohkost-Neulinge geeignet ist, als auch mit ihrer Ernährung nicht zufriedenen Gourmet-Rohköstlern vielleicht eine neue Richtung zeigen kann.

Lesetipp: Die Sonnendiät

Das erste Buch zum Thema, das ich vor gut vier Jahren, mit dem Beginn der Rohkosternährung, gelesen habe, ist bis heute eines meiner Lieblingsbücher zur Rohkost. Es ist sehr gut geeignet für den Einstieg; ich finde aber auch nach mehreren Jahren eigener Rohkost-Erfahrung immer mal wieder interessante Aspekte für mich darin. Die Rede ist von Die Sonnen-Diät.

David Wolfe beschreibt darin den Weg zu optimaler Gesundheit – ganzheitlich: Kern des Buches ist zwar die Sonnendiät, also die rohköstliche Ernährung; er geht aber auch auf all die anderen, ebenso wichtigen Aspekte zur Erlangung von Gesundheit (Lebenseinstellung, Sonne, Atmung, körperliches Training usw) ein & betont, dass letztlich die Ernährung Mittel zum Zweck ist: „Sei so sehr beschäftigt mit dem Erreichen deiner Ziele, dass du gar keine Zeit hast, ans Essen zu denken.“

Das Buch teilt sich in vier Teile:

  • Grundlagen des Erfolgs: Die Bedeutung der Gedanken, Auswirkungen positiven/negativen Denkens
  • Ernährung: Der umfangreichste Teil des Buches: Beschreibung der Sonnendiät und ihrer Bestandteile, Übergang zur Sonnendiät (Rohkost)
  • Gesundheit: über Entgiftung & Heilung; andere Aspekte auf dem Weg zur Gesundheit
  • Gesetze des Erfolgs: ein kurzer Überblick über die Grundlagen des Gesetzes der Anziehung & das Erkennen & Leben der eigenen Bestimmung.

Im Anhand befinden sich außerdem noch Wochenpläne für den Übergang zur Rohkost, Rezepte, Bezugsquellen u. a. nützliche Informationen.

Das Kernstück von Wolfe’s Sonnendiät ist das Sonnendiät-Dreieck, welches die drei wesentlichen Bestandteile der Ernährung und ihre Beziehung zueinander darstellt:

  1. Grüne Blattgemüse
  2. Süße Früchte
  3. Fetthaltige Lebensmittel

Jedes dieser drei Elemente stellt eine der Ecken des Dreiecks dar; zur Erhaltung optimaler Gesundheit & des Gleichgewichts (Zentrierung) sollen alle drei in ausgewogenem Verhältnis zueinander stehen. Im Zentrum des Dreiecks stehen nicht-süße Früchte. Jeden Tag sollte man alle drei Kategorien essen; bei jeder Mahlzeit alle drei oder über die Mahlzeiten verteilt jeweils eine oder zwei – wie es individuell am besten funktioniert. Bei bestehendem Ungleichgewicht bzw. wenn bestimmte Resultate (abnehmen, zunehmen, zentrieren, wärmen, kühlen usw) erzielt werden sollen, kann das Dreieck so angewendet werden, dass das Zentrum eine Zeitlang verschoben wird, d.h. z. B. eine der drei Kategorien im Verhältnis zu den anderen reduziert wird. So sollte zum Beispiel zum Zunehmen grünes Blattgemüse mit Fettfrüchten zusammen gegessen werden & süße Früchte reduziert werden.

Regenbogen-Ernährung

Heute möchte ich euch ein Ernährungskonzept vorstellen, von dem ich gerade gelesen habe. Nicht, dass ich jetzt anfange, irgendwelche Ernährungsmodelle & -pläne auszuprobieren. Aber ich finde die Grundlagen dieses Konzepts ganz faszinierend … vielleicht ein hilfreicher Aspekt für mancheN auf der Suche nach einer individuellen Ernährung: die Regenbogen-Ernährung, von Gabriel Cousens, wieder aus seinem Buch „Ganzheitliche Ernährung.


foto: momosu / photocase.com

Obwohl es in dem Buch um die spirituelle Dimension der Nahrung geht, ist die Regenbogen-Ernährung nicht als Technik zur Erleuchtung zu verstehen. Sie trägt einfach zu einer harmonischen & zentrierten spirituellen Entfaltung bei, indem sie für das Gleichgewicht des Körpers & der Chakren sorgt. So kann sie uns helfen, eine individuelle Ernährung zu entwickeln.

Zweck der Regenbogen-Ernährung ist es, regelmäßig & täglich „jedes einzelne Chakra, die mit ihm zusammenhängenden Organe, Drüsen & Nervenzentren sowie das Chakrensystem als Ganzes zu harmonisieren.
Jedes Nahrungsmittel lässt sich anhand seiner Farbe mit der Farbe & Energie eines bestimmten Chakras verbinden & kann somit die mit ihm verbundenen Drüsen, Organe & Nervenzentren energetisieren, reinigen, aufbauen, heilen & ausbalancieren.

Das Konzept der Regenbogen-Ernährung lässt sich nur auf vegetarische Nahrung anwenden, nicht auf Fleisch & nicht auf „JunkFood“, „FastFood“ etc. Wir können uns unsere pflanzliche Nahrung als kondensiertes, farbiges Sonnenlicht vorstellen; die Farben sind der Schlüssel zu ihrer Energiestruktur. Die Natur kommuniziert auf diese Art mit uns & mit ein wenig Sensibilität werden wir bemerken, zu welchen Farben wir uns bei unserer Nahrung an einem bestimmten Tag hingezogen fühlen. So erkennen wir, welche Nährstoffe & Nahrungsmittelenergien wir gerade benötigen, um unseren Körper ins Gleichgewicht zu bringen.

Ernährung nach diesem Prinzip muss lt. Cousens nicht zwingend roh & auch nicht vegan sein. Meinem Verständnis nach sind aber die Farben gekochter, von Menschen hergesteller Nahrungsmittel nicht mehr als Kommunikationsmittel der Natur zu verstehen & ich bezweifele, dass das Erkennen des individuellen Bedarfs über die Anziehungskraft der Farben damit auch funktionieren kann.

Ausgewogenheit: Alle Chakren sind gleichberechtigt & sollten über den Tag alle mit dem gesamten Spektrum der Nahrungsmittel ernährt werden.

Morgens die ersten drei Chakren: rot, orange, goldgelb. Dazu gehören die meisten Früchte & auch alle goldenen und braunen Körner (z. B. Reis, Buchweizen usw. sowie die meisten Nüsse & Samen, die sich gekeimt gut mit Früchten kombinieren lassen).

Mittags goldgelb, grün & blau für das dritte, vierte & fünfte Chakra. Die vorherrschende Farbe für die Mittagsmahlzeit ist Grün – Zeit für Salate, Sprossen, Avocado, dunkelgrüne (Blatt-)Gemüse. Möglich sind natürlich auch grüne Früchte wie grüne Äpfel oder Wassermelone. Es können auch kleine Mengen andersfarbiger Speisen, z. B. Tomate, Möhre, dazu gegessen werden.

Blau, indigo, purpur & weiss stärken am Abend das fünfte, sechste & siebte Chakra. Auch goldene Nahrungsmittel, da das Kronenchakra sowohl mit purpurfarbenem als auch mit goldenem Licht zusammenhängt. Die wichtigsten Farben des Abends sind purpur, weiss & gold.