Giftfreie Körperpflege II: die Zähne

Weiter geht es mit den Fragen zur möglichst natürlichen, vor allem aber giftfreien Körperpflege.

Außer Haut und Haaren sind da natürlich noch die Zähne. Hier finde ich es schwieriger, zu einer komplett natürlichen Art & Weise der Reinigung und Pflege zu finden. Natürlich, dem Plan der Natur entsprechend, erscheint mir ganz besonders im Hinblick auf die Zähne eine absolut natürliche Ernährungsweise. Urkost, viel Grün, alles frisch, nichts Verarbeitetes, Gemixtes etc. Das bedeutet auch, keine isolierten Produkte wie Öle, Superfoods und andere Pülverchen. Auch keine Trockenfrüchte, die so in der Natur nicht vorkämen. Dann, so meine Vermutung, wäre auch keinerlei spezielle Zahnpflege nötig. Denn die Zähne würden nicht durch irgendwelche naturfremden Substanzen bzw. durch ein Übermaß bestimmter Stoffe, welches den gesamten Organismus ins Ungleichgewicht bringt, angegriffen. Und sie würden durch das kräftige Kauen von grünen Blättern, Wurzeln etc. auch mechanisch gestärkt & gereinigt.

Zu der Herausforderung, sich in unserer zivilisierten Welt tatsächlich so zu ernähren, kommt nun aber noch der Zustand unserer Zähne, die selbst bei den modernen Rohkostkindern manchmal schon von Geburt an schwach und anfällig sind und vor allem bei vielen von uns Älteren durch jahrelange Fehlernährung und darauf folgende Zahnbehandlungen weit von ihrem natürlichen, gesunden Zustand entfernt. Meine eigenen Zähne sind ja, es war hier schon zu lesen, bereits seit meiner Kindheit zum größten Teil kaputt, viele wurzelbehandelt und überkront – und seit letztem Herbst fehlen mir fünf davon.

Zahnpflege, regelmäßiges Reinigen der Zähne, gehört bei mir daher noch immer zum täglichen Pflegeprogramm. Und ich habe noch immer nicht die perfekte Lösung dafür gefunden. Ich benutze nach wie vor häufig Zahnpasta (die neutrale von Lavera oder BioDent). Vor allem unterwegs, auf Reisen, falle ich immer wieder darauf zurück. Zu Hause experimentiere ich ansonsten derzeit wieder mit unterschiedlichen Alternativen bzw. Ergänzungen herum:

  • Normalerweise verwende ich zum Putzen eine handelsübliche weiche Zahnbürste. In Deutschland kaufe ich gern die mit dem Wechselkopf, aus dem Bioladen; wenn mir hier in Teneriffa der Vorrat ausgeht, nehme ich die ganz einfachen aus dem Supermarkt. Die immerhin tatsächlich noch weicher sind, wenngleich natürlich nicht gerade mitweltfreundlich.

    Vor einiger Zeit hat mir die liebe Kristina eine ganz besondere Bürste zum Ausprobieren geschenkt: eine SWAK-Zahnbürste.

    Zahnbürste

    Zahnbürste

    Diese Bürste ist gewissermaßen eine Mischung aus Miswak und Einbüschelzahnbürste, hat einen auswechselbaren Bürstenkopf aus Wurzelholz, der so klein ist, dass er auch an schwer erreichbare Stellen kommt. Sie braucht weder Wasser noch Zahnpasta und ist
    biologisch abbaubar. Insbesondere die Zahnränder zum Zahnfleisch hin werden damit bei mir viel besser sauber als mit einer herkömmlichen Zahnbürste. In Kombination mit anschließendem Mundspülen finde ich sie ganz angenehm; allerdings brauche ich aber dabei noch etwas Gewöhnung beim Verzicht auf das von der Zahnpasta gewohnte erfrischte Gefühl im Mund.

  • Ganz neu habe ich mir Zahnkreide gekauft. Das ist ein Pulver aus Naturkreide, also Calciumcarbonat, mit Xylit und zu Pulver vermahlenen Kräutern wie sie im Ayurveda zur Zahnpflege verwendet werden (Nelke, Pfeffer, Minze, Ingwer, Kampfer, Haritaki und Kasni). Mehr nicht. Keine Tenside oder ähnliches, wie sie in vielen Zahnputzpulvern verwendet werden. Diese Kreide finde ich sehr angenehm im Geschmack; sie schäumt auch leicht und hinterlässt ein frisches Gefühl im Mund. Damit wird sie bei mir die Zahnpasta ersetzen – in der, obwohl Bio, doch noch eine Reihe von für mich nicht identifizierbaren Zutaten enthalten sind. Die Kreide lässt sich in einer kleinen Dose auch prima für unterwegs mitnehmen. Falls du sie auch ausprobieren willst: ich habe meine von hier.
    Zahnkreide

    Zahnkreide

  • Immer wieder probiere ich es mit Kurkuma – entweder pur als Pulver, oder gemischt mit Kokosöl. Nicht erschrecken – Kurkuma färbt so ziemlich alles, nicht jedoch die Zähne. Die soll es im Gegenteil sogar aufhellen. Ob es das tut, kann ich nicht sagen. Denn obwohl ich Kurkuma als Gewürz zum Essen recht gern mag, gefällt mir aber der intensive, erdige Geschmack beim Putzen damit nicht so. Außerdem ist das Öl bei den hiesigen Temperaturen dauerhaft flüssig und so lässt es sich schwer zusammen mit Kurkuma auf die Zahnbürste bekommen. Da im Anschluss außerdem immer eine Reinigung des Waschbeckens notwendig ist, verwende ich Kurkuma nur sehr gelegentlich zum Zähneputzen.
    Kurkuma-Kokosöl

    Kurkuma-Kokosöl

  • Auch eine Mischung aus Xylitol und Kokosöl habe ich ausprobiert, ebenso Mundspülungen mit Xylitol. Damit habe ich aber schnell wieder aufgehört; für mich fühlt sich der Birkenzucker einfach nicht gut an, ich mag ihn nicht essen, ich mag ihn nicht in meinem Mund haben.
  • Mundspülungen mit basischem Körperpflegesalz * hingegen mache ich gerne. Fast jeden Abend nach dem Zähneputzen und auch manchmal zwischendurch, wenn es (selten!) irgendwo an meinen angegriffenen Zähnen schmerzt. Ein paar Minuten spülen hilft dann in der Regel. Zum Spülen nehme ich ca. 1/4 TL von dem Salz in den Mund, etwas Wasser dazu, und bewege das dann ca. 3 Minuten lang kräftig im Mund hin und her.
  • Eine weitere Alternative zum Spülen: Basenpulver *. Auch das finde ich ganz angenehm, verwende es aber eher selten. Insbesondere bei einem sauren Milieu im Mund kann es helfen und die Zähne schützen.

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Entgifte deinen Körper

… nicht nur von innen, mit der besten Ernährung der Welt (rohe, frische, reife Früchte & viiiiel Grünzeug), sondern auch von außen. Indem du, falls du sie noch benutzt, sämtliche Körperpflegeprodukte weg lässt!!! Du brauchst weder Shampoo, Spülungen, Haarkuren noch Duschgel, Enthaarungscremes, Deo, Bodylotions, Gesichtscremes und erst recht keine dekorative Kosmetik. Und das ist gut so – denn all diese Produkte sind nicht nur überflüssig, sie sind auch massiv schädlich! Nicht nur, dass sie Hautreizungen hervorrufen können und Allergien auslösen können; sie können auch schwere Krankheiten verursachen! Denn die Haut ist unser größtes Organ, über das wir sowohl Giftstoffe ausscheiden als auch Stoffe aufnehmen. Alles, was auf deine Haut kommt, gelangt auch in deinen Körper! Überleg dir also gut, was du darin haben willst. Die wirkliche Gefahr all dieser Produkte ist ihre Langzeitwirkung. Denn viele der enthaltenen Substanzen reichern sich für dich zunächst unspürbar im Körper an.

Wusstest du beispielsweise, dass im „milden“ Babyshampoo als Konservierungsmittel deklarierte Inhaltsstoffe enthalten sind, die auch eine lokal betäubende Wirkung haben?! Die Idee der Hersteller: das Shampoo brennt nicht in den Augen und das Kleinkind weint daher nicht, wenn ihm die Haare gewaschen werden. Allerdings sind das Weinen und die Abwehr des Kindes die einzig gesunde Reaktion auf diese Körperverletzung: das Shampoo brennt im Auge, es hat auf dem Kopf, auf der Haut des Kindes nichts zu suchen! Durch die Betäubung nun nimmt das Kind das Brennen nicht wahr; das Auge produziert mangels Schmerzreiz keine Tränenflüssigkeit und so gelangen die giftigen Substanzen noch leichter ins Auge und natürlich auch in den Körper. Ähnlich verhält es sich bei sogenannten „hautberuhigenden“ Lotionen, die die Haut ebenfalls einfach betäuben.

Die vergiftenden Auswirkungen von Fluor (in Zahnpasta und vielen sogenannten Lebensmitteln) sind mittlerweile vielen bekannt, doch auch zahllose andere in Kosmetika verwendete Substanzen wirken sich ähnlich verhängnisvoll auf unseren Körper und unsere Gesundheit aus. Genauere Informationen dazu findest du in diesem sehr lesenwerten Artikel: Shampoo – Der schleichende Tod im Badezimmer.

Aber … was statt dessen benutzen?

Eigentlich brauchst du außer Wasser nicht viel. Unser Körper hat größtenteils eine Art Selbstreinigungsfunktion. Wirf mal einen Blick auf die (frei & natürlich lebende!) Tierwelt – ungepflegtes Aussehen kommt da praktisch nicht vor, und das ganz ohne Shampoos, Seifen & Lotionen. Meine Maxime bei meiner Körperpflege ist: schmier dir nichts auf die Haut, was du nicht auch essen könntest. Und die Liste der Dinge, die ich für Haut & Haare verwende ist kurz:

  • Sidr oder Apfelessig zum Waschen der Haare. Kürzlich habe ich ausnahmsweise auch mal Alepposeife ausprobiert (unterwegs ist das Matschen mit Sidr oder Ghassoul-Erde manchmal eher unpraktikabel) – die nur aus Olivenöl und Wacholderöl besteht. Ausführlich habe ich übrigens hier schon einmal über natürliche Haarpflege gebloggt.
  • Wenn meine Haut manchmal zu trocken wird, oder für Massagen, verwende ich Kokosöl (in Rohkostqualität!).
  • Punkt. Das war’s. Mehr brauche ich nicht. Und du auch nicht!

Was ich nicht brauche, aber wovon ich mich, zugegeben aus purer Eitelkeit (ich finde meine Haarfarbe sonst einfach langweilig 😉 ), noch nicht ganz trennen kann, ist Henna. Da verwende ich reines Henna, ohne irgendwelche Zusätze.

Außer Haut und Haaren sind da natürlich noch die Zähne … bei mir ein Thema für sich, darum mehr dazu in einem der nächsten Beiträge.


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Körperpflege: roh & lecker

Die Haut ist unser größtes Organ, insbesondere auch zur Aufnahme und Ausscheidung. So nimmst du z. B. beim Duschen (besonders, wenn du warm und lange duscht) mehr evtl. im Wasser vorhandene Schadstoffe auf, als du es tätest, wenn du von dem Wasser trinkst. Entgiftung zeigt sich häufig über die Haut – Pickel, Ekzeme, Ausschläge sind sichtbare Zeichen dafür, dass dein Körper etwas auszuscheiden hat.

Kosmetika aus chemischen/künstlichen/nicht-essbaren Zutaten zu verwenden, ist also keine besonders gute Idee. Selbst Produkte aus dem Bioladen kommen mir nicht mehr auf die Haut – nur das, was ich für essbar halte.

Grundsätzlich creme ich meine Haut überhaupt nicht; nur wenn sie zu trocken wird, öle ich mich mal mit Kokosöl oder Sesamöl (in Rohkostqualität!) ein. Auch für Massagen sind derartige Öle sehr angenehm. Kürzlich habe ich mir dafür eine rohköstliche, wundervoll duftende (und, wer’s mag, auch sehr lecker schmeckende) Bodybutter hergestellt: aus Kakaobutter, Kokosöl und einem Hauch Vanille … mhmmm 🙂

Bodybutter, hübsch portioniert

Bodybutter, hübsch portioniert

Stachelbeeren für die Haare

Der Amlabaum, auch bekannt unter dem Namen Indische Stachelbeere, kommt ursprünglich aus Indien, wächst aber in verschiedenen tropischen, subtropischen und gemäßigten Gebieten. Die Beeren daran sind kugelig, grünlich-gelb, mit sechs vertikalen Streifen oder Furchen. Die Beeren erreichen ihre volle Reife im Herbst & werden traditionell von Hand geerntet. Ihr Geschmack ist sauer, bitter & zusammenziehend & sie sind ziemlich faserig. Zum Essen werden sie in Salzwasser mit Kurkuma eingeweicht. Außerdem werden sie auch zum Glätten der Haare benutzt. (Quelle: wikipedia)

Eine Dose Amlapulver als Haarwaschmittel hat mir die liebe Kristina geschenkt – zum Ausprobieren. Ich vermute mal, dass es sich um die pulverisierten getrockneten Beeren handelt – das Etikett schweigt sich darüber leider aus.

amlapulver

Lt. Anleitung soll das Pulver mit kochendem Wasser angerührt werden – was für meinen Geschmack ja schon mal zu aufwändig ist. Unterwegs jetzt eh, aber auch für zuhause. Denn gekocht wird hier bekanntlich normalerweise nicht. Beim ersten Versuch, unterwegs & ohne Kochmöglichkeit, habe ich es mit heißem Wasser aus der Leitung probiert. Das Pulver liess sich damit zwar glatt rühren, krümelte beim Auftragen auf den Kopf jedoch trotzdem. Mit kochendem Wasser angerührt, wurde die Mischung zwar besser, allerdings auch nicht ganz homogen – auch hier hatte ich beim Waschen noch Krümel im Haar.
Den Geruch des Pulvers (und auch der angerührten Mischung) mag ich nicht so. Die Tochter beschreibt ihn als „Geruch nach vergammelten getrockneten Pflaumen“ – ganz so schlimm finde ich ihn nicht, aber angenehm auch nicht wirklich. Glücklicherweise blieb vom Geruch nach dem Auswaschen nichts in den Haaren hängen.
Meine Haare fühlten sich nach der Wäsche angenehm an, etwas weicher/glatter als sonst, auch besser kämmbar.

Fazit: wohl nicht mein künftiges Haupthaarwaschmittel, jedoch eine weitere chemiefreie Alternative für die Haarwäsche.

Natürliche Haarpflege

Shampoo wächst nicht auf Bäumen, kein Tier wäscht sich die Haare mit irgendwelchen Mittelchen – & trotzdem haben freilebende felltragende Tiere weder fettiges Haar noch Schuppen, Spliss oder sonst etwas, wogegen angeblich nur Shampoos, Spülungen, Haarkuren etc helfen. Was folgern wir daraus? Genau – brauchen wir alles nicht! Im Gegenteil, es schadet nur. Direkt den Haaren & der Kopfhaut – dazu gleich mehr -, und darüberhinaus dem ganzen Körper, denn bekanntlich nehmen wir über die Haut all die Stoffe, die mit ihr in Berührung kommen, auch in unseren Körper auf. Kennt ihr schon: Schmier dir nichts auf die Haut, was du nicht auch essen würdest! Schon mal die Liste der Inhaltsstoffe auf deinem Shampoo durchgelesen? Wohl bekomm’s! Da sind in der Regel mehrere nachgewiesenermaßen krebserzeugende Stoffe drin. Dazu noch etliches anderes, für dessen Wirkungen es vielleicht noch keine Untersuchungen gibt, das aber definitiv so in der Natur nicht vorkommt. Und ja, das gilt auch für Produkte aus dem Bio-Laden!

Genau wie die Haut im Gesicht & am Körper hat auch die Kopfhaut ein natürliches Gleichgewicht, reguliert sich selbst. Die Haare fetten natürlicherweise nach, soviel wie nötig. Sie brauchen unter normalen Umständen auch keine besondere Reinigung – von Ausnahmesituationen wie dem Zustand nach dem Streichen der Decke oder ähnlichen Arbeiten jetzt mal abgesehen. Schaut euch die Haare von Kindern an: die Tochter z. B. ist 7 Jahre alt & hat ihre Haare noch nie im Leben mit etwas anderem als Wasser gewaschen; selbst das tut sie nur alle paar Monate mal. Dennoch sind ihre langen Haare weder schmutzig noch ungepflegt & müffeln auch nicht. Staub etc. lässt sich problemlos durch Kämmen oder Bürsten entfernen.

Wenn wir Shampoo oder ähnliches verwenden, um die Haare zu waschen, bringen wir das natürliche Gleichgewicht durcheinander. Beispiel: Das Shampoo entzieht Haaren & Kopfhaut Fett – die Kopfhaut produziert verstärkt nach – wer sagt, sie „müsse“ jeden Tag Haare waschen, weil diese sonst sooo fettig seien, sorgt genau damit dafür, dass es immer schlimmer wird.

Die beste Lösung, wer hätte es gedacht 😉 : zurück zur Natur. Entsorge dein Shampoo, Spülung & was immer du noch verwendest. Erspare dir all die Chemie auf deiner Haut. Eine chemiefreie, natürlichere (Zwischen-)Lösung ist Ghassoul-Erde (Tonerde, Wascherde). Ich finde die grobe, stückige Ghassoul-Erde am besten, es gibt aber auch feinere, in Pulverform. Noch lieber mag ich Sidr: die getrockneten & gemahlenen Blätter des Christusdorns. Letztere trocknen die Haare noch weniger aus.

Ein bisschen Geduld während der Umstellungsphase könnte nötig sein, bis Haut & Haare ihr Gleichgewicht wiedergefunden haben. Was übrigens deutlich positiv beeinflusst wird durch eine natürliche Ernährung – denn auch über die Kopfhaut wird gern entgiftet, siehe Schuppen, Milchschorf etc.

Für die Umstellung von Shampoo auf Erde haben meine Haare ziemlich lange gebraucht. Was teilweise sicher auch daran lag, dass ich erst den richtigen Umgang mit der Erde, die richtige Art von Erde etc. finden musste. Die gute Nachricht: innerhalb kürzester Zeit sind meine Naturlocken, von denen ich vorher gar nicht wusste, das ich sie habe, so richtig herausgekommen. Die nicht so gute: mehrere Monate lang waren meine Haare dauerhaft derart verwirrt, dass sie praktisch unkämmbar waren. Weder mit dem breitzinkigsten Lockenkamm noch mit den Fingern bin ich durchgekommen, ohne sie mir büschelweise auszureissen. Glücklicherweise habe ich ohnehin schon immer sehr viele Haare & in dieser Zeit sind sie – ob dank Ernährungs- oder dank Pflegeumstellung, wer weiss – noch üppiger geworden. Crazy sexy Look – naja, wohl mehr crazy 😉 . Das hat sich aber irgendwann wieder gegeben. Damals habe ich meine Haare dann ca. alle 2-3 Tage mit der Erde gewaschen. Da auch die Erde ziemlich stark austrocknend wirkt (sie bindet Fett & Schmutz, also auch das natürliche Kopfhautfett), bin ich nach einer Weile dazu übergegangen, immer seltener mit Erde zu waschen, höchstens noch einmal pro Woche. Zwischendrin nur mit Wasser. Dann bin ich eines Tages über den Blogeintrag zum Thema „Natürliche fettige Haare“ von Alex gestolpert & habe daraufhin ausprobiert, wie es ist ganz ohne Haare waschen. Also ganz ohne Mittelchen, Erde oder sonstwas. Alle paar Tage mal mit Wasser. Das Projekt fand in den wenigen wirklich heißen Wochen des vor-vor-letzten Sommers statt … und nach etwa 2 Wochen fing es an, ein wenig unangenehm zu werden: meine Haare sahen fettig & ungepflegt aus, fühlten sich unfrisch an, verschwitzt, die Kopfhaut wurde schuppig & juckte. In einer Großstadt sammelt sich natürlich auch eine Menge Staub in den Haaren, und meine sind nun mal so lockig, dass ich sie nicht wirklich durchbürsten kann zur Reinigung. Theoretisch sollte diese schwierige Phase nach ein paar Wochen überstanden sein. Ich weiss es nicht wirklich, denn ich habe nach 4 Wochen aufgegeben 🙁 . Die Freundin einer Freundin hat zeitgleich dasselbe Experiment gestartet – und bei ihr war nach etwa 5 oder 6 Wochen die unangenehme Phase überstanden & ihre Haare plötzlich super-schön, gar nicht mehr müffelig oder ungepflegt.

Seit diesem Experiment wasche ich jedoch nur noch alle 2, manchmal auch erst nach 3 Wochen, mit Sidr. Immer dann, wenn es mir nötig erscheint. Also anfängt sich unangenehm anzufühlen (oder so auszusehen). Diese Phasen sind unterschiedlich lang, werden jedoch insgesamt immer länger (ich ahne einen Zusammenhang mit meiner Ernährung, muss ich mal genauer drauf achten). Vielleicht komme ich ja so noch ganz von allen Haarwaschmitteln weg? Das gelegentliche Färben mit purem (zusatzfreiem, tierversuchsfreiem) Henna, alle 3-4 Monate, auf das ich noch nicht verzichten mag, bringt übrigens noch mehr Durcheinander. Danach sind meine Locken für einige Tage verschwunden, mein Haar fast glatt. Was immerhin den Vorteil hat, ausnahmsweise mal nicht total ungekämmt auszusehen 😉

Crazy Sexy Alltag

Yeah – Vollmond. Das bedeutet für mich noch mehr Energie als eh schon. Und die Frage, wohin damit 🙂 … nein, keine Bange, hier gibt’s genug zu tun! Ist dieses Leben, diese Art zu leben, nicht wundervoll, crazy, sexy … nicht als „Kur“, sondern immer! Ich mag mir gar nichts anderes mehr vorstellen.

Mitunter, in Gesprächen mit Anderslebenden, fällt mir auf, wie weit vom „Normalo-Standard“ wir inzwischen entfernt sind. Und wieviel von dem, was uns „normal“, selbstverständlich, erscheint, für die meisten anderen erklärungsbedürftig ist. Zum Beispiel meine Körperpflege 🙂 … im realen Leben stieß ich neulich auf großes Erstaunen darüber, spontan in die Sauna gehen zu können – „Ach, schade, ich hab gar nix mit“ – „Wie, du hast doch ein Handtuch!“ – „Ja, aber kein Shampoo, Duschgel, Bodylotion …“. Nachdem ich auch hier mittlerweile schon gefragt wurde, ob ich, siehe Tages-Logs, tatsächlich nur alle 1-2 Wochen mal dusche :), erzähl ich euch also heute mal, was Wellness- oder schlicht Körperpflege-mäßig hier so alltäglich auf dem Programm steht (& ich deswegen noch gar nicht drauf gekommen bin, es in den Logs mal zu erwähnen). Im Log erwähne ich die warmen Duschen, weil die tatsächlich selten vorkommen. Nur dann, wenn mir sehr kalt ist oder ich mich extrem verspannt fühle. Ansonsten dusche ich schon fast jeden Morgen – allerdings kalt. Nur kalt. (Und ja, das habe ich auch im kalten Deutschland schon gemacht – winters allerdings im beheizten Badezimmer. ;)) Das erfrischt, mir ist danach schön warm, es laugt die Haut nicht so aus wie Warmduschen & tut auch dem Kreislauf besser. Es regt die Körperfunktionen an & fördert so natürlich auch das Immunsystem.

Irgendwie lustig, wenn Menschen während eines speziellen Programms (in diesem Fall das sich gerade großer Beliebtheit erfreuende Crazy Sexy Detox Programm nach Kris Carr) Dinge tun, die bei mir seit ewigen Zeiten zum Standardprogramm gehören, ohne dass ich jemals dran gedacht habe, dass sie eine besondere entgiftende Wirkung haben. In diesem Fall das Trockenbürsten, bei mir schon seit ewigen Zeiten fester Bestandteil des morgendlichen Rituals. Einfach, weil ich es angenehm finde. Nebenbei fördert es die Durchblutung & regt die Entgiftung über die Haut an. Bei akuten Beschwerden soll es sogar hilfreich sein, sich mehrmals täglich trockenzubürsten.

Und – yepp, das war es schon! Keine Cremes, Deo oder ähnliches – brauche ich alles nicht & erspare damit meinem Körper unnötige Belastungen. Meine Haare wasche ich mit Wasser & alle 1-2 Wochen mal mit Erde. Als Ausgleich für die hautaustrocknende Wirkung der Heizungsluft in Deutschland habe ich dort nach langen, warmen Duschen Sesamöl (in Rohkostqualität! Schmier dir nix auf die Haut, was du nicht aus essen würdest!) verwendet. Darüber hab ich übrigens hier schon mal geschrieben.

In zwei Worten: simplicity rules! Genau wie beim Essen.