Leben im Fluss

„Das Leben ist wie ein reissender Fluss
der mich weitertreibt, der nie stehen bleibt.
Und erreich ich ein Ufer,
komm ich doch nur zum Schluss,
dass ich weiter gehen muss.“

Es gibt Neuigkeiten hier: Wir sind mal wieder weitergezogen. Drum war es auch so still hier in den letzten Tagen. Noch immer in Portugal, 300 Kilometer weiter gen Süden & Sonne, & endlich wieder nah am Meer! 🙂 Diese Veränderung hat sich in der letzten Woche ganz spontan ergeben & ich möchte dir heute nicht nur von unserem neuen Standort erzählen, sondern auch & vor allem darüber schreiben, was mich (& vielleicht auch dich) im Leben „festhalten“, bremsen kann, und wie wir wieder in den Fluss zurückfinden.

Mein Leben ist ja nun ohnehin recht „bewegt“ … wie in dem obigen Zitat aus einem Song von Reinhard Mey … in dem ich mich wiederfinde. Je mehr ich auf mein Herz höre & ihm folge, desto bewegter ist es. Auf gute Art bewegt – der Fluss des Lebens, der mich genau dorthin bringt, wo ich sein soll. Ohne mich von irgendwelchen Ängsten (die durchaus manchmal auftauchen) aufhalten zu lassen. Es ist normal, Angst zu haben. Vor Veränderung. Vor scheinbarem Verlust. Doch das Leben will gelebt werden … lass dich durch deine Angst nicht davon abhalten, zu handeln. Loszugehen, wenn dein Herz dich weiter zieht!

Wenn ich hier schreibe, blogge, tue ich das für dich, um dich zu inspirieren, zu motivieren, dir Mut zu machen. Und auch für mich selbst! Oftmals mache ich mir selbst Mut, mit dem, was ich so schreibe. Und zu lesen, was „mein früheres Ich“ so getan & geschafft hat, inspiriert mich auch selber, wenn ich mal das Gefühl habe, festzusitzen. Nicht zu wissen, wie weiter. In meinen Gedanken eingesperrt zu sein … denn es sind IMMER die Gedanken, die mir (uns) das Gefühl geben, gefangen zu sein. Unfrei zu sein. Niemals die Umstände! Mit ein wenig Mut kannst du die Umstände zwar meistens ändern – doch was du auf jeden Fall ändern kannst, sind deine Gedanken. Deine Perspektive. Wie du deine Umstände wahrnimmst.

An unserem letzten Standort, einem großen, recht komfortablen Haus in Zentralportugal, das wir gehütet haben, habe ich vieles Wundervolle gefunden – unter anderem die Magie des Waldes und viele liebevolle, großartige Menschen, die einen Platz in meinem Herzen behalten werden. Dennoch habe ich mich dort seit einiger Zeit „gefangen“ gefühlt. Die relative Kälte dort, die es nötig machte, ständig mehrere Schichten Kleidung zu tragen, hat dazu beigetragen – ich will die Welt auf meiner Haut spüren! Sonne, Licht, Wind, Wärme; die Haut der Menschen, die ich umarme; die Erde unter meinen Füßen, … Vielleicht auch der (relativ) viele Beton, der uns dort umgeben hat. Sicher die Hunde draußen, die in den letzten Monaten so aggressiv geworden sind, dass die Tochter sich nicht mehr allein auf den Weg zu ihrer Freundin getraut hat. Doch vor allem … war das Problem in meinem Kopf. Ich konnte mich nicht recht entscheiden, was zu tun. Wohin zu gehen. Hab mehr Schwierigkeiten gesehen als Möglichkeiten. Hab die Wünsche anderer über meine eigenen gestellt. Hab mich nicht aus meiner Komfortzone herausgewagt … immer wieder dieses Zurückfallen in ein Gefühl falscher Sicherheit. Dabei weiss ich es doch eigentlich längst besser. 😉

Jedenfalls: die Signale waren klar: wir hatten eine wundervolle Zeit dort; ich bin unendlich dankbar für all das, was mir dort geschenkt wurde & es hat eine ganze Zeit lang gut getan, dort zu sein. Doch nun war es an der Zeit, weiterzugehen.

Vor knapp 3 Wochen, mit dem letzten Neumond, dem Beginn des neuen Mondjahres (und chinesischen Jahres des roten (Feuer-)Hahns (Phönix)) hat der Fluss meines Lebens plötzlich, endlich!!!, wieder an Geschwindigkeit gewonnen. Was sich seit Monaten schon zäh anfühlte, geriet nun endlich wieder in Schwung. Innerlich & äußerlich … so manche Träume & Ideen der letzten Jahre haben sich endlich zu einer klaren Vision geformt & ich habe wundervolle neue Ideen, um diese Vision auch umzusetzen. Und habe angefangen, daran konkret zu arbeiten. Davon wirst du sicher auch noch lesen hier … beizeiten. 😉

Vor etwa zwei Wochen dann habe ich mich für den nächsten Schritt entschieden. Habe beschlossen: wir gehen hier weg, diesen Monat noch. Ohne zu wissen, wie oder wohin. Habe angefangen, aufzuräumen, auszusortieren, was sich angesammelt hatte. Vorräte aufzubrauchen. Schon 2 Tage später bot sich eine Möglichkeit – und ich habe zugegriffen. Am vorletzten Sonntag fiel die Entscheidung, am Freitag darauf sind wir umgezogen. Haben unser großartiges „Reisemobil“, einen 23 Jahre alten Golf, vollgepackt, uns ein wenig traurig von den Meerschweinchen verabschiedet (für die wir ein liebevolles neues Zuhause gefunden haben) und uns auf den Weg gemacht. Um eine knappe Woche lang ein Haus mit einem Hund und vier Katzen (wundervolle Wesen, alle fünf) zu hüten, und anschließend ein wunderschönes Holzhäuschen im Tausch gegen Arbeit zu bewohnen. Bis Ende März werden wir hier sein. Was danach kommt … wird sich noch finden. Jetzt fühlen wir uns wohl hier, in einem kleinen, liebevoll gestalteten Haus. Wärmer ist es hier, und mein langvermisstes Meer viel näher. 🙂

Worum es auch geht … ob du deinen Wohnort ändern willst, deinen Job, deine Ernährung; etwas Neues anfangen möchtest oder oder oder: Es beginnt mit deiner Entscheidung! Entscheide dich bewusst für die Veränderung & beginne mit den ersten (kleinen) Schritten. Visualisiere deine Träume, versuch dir vorzustellen, wie dein Leben aussehen wird, doch bleib nicht im Träumen stecken. Geh los … dann folgt das Leben, die Umstände, alles … um dich zu unterstützen. Hab keine Angst vor den „falschen“ Schritten – du kannst nichts falsch machen!

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Ankommen in Portugal

Nach gut vier Wochen des Herumreisens von Teneriffa zum europäischen Festland & durch Europa (siehe hier, hier & hier) bin ich nun (wieder) in Portugal angekommen, an einem Ort, an dem ich gern eine Weile bleiben möchte.

Wunderbar hat sich alles gefügt, Freilerner im Umkreis & ein Haus, das ich hüten darf. Mit einem großen Garten, in dem u. a. Kumquats, Nektarinen, Mandeln, Birnen, Erdbeeren & Tomaten wachsen, & viel Arbeit darin … ich brauche erstmal kein extra Sportprogramm mehr ;). Mit wundervollen Menschen in der Umgebung, von denen ich mich sehr liebevoll aufgenommen fühle. Nach den doch etwas einsamen Jahren in Teneriffa habe ich endlich wieder mehr Sozialleben – und genieße es! Alle sind überaus hilfsbereit, und versorgen mich darüber hinaus großzügig mit Gemüse aus ihren Gärten. Auch die Natur hier herum versorgt mich großzügig mit wilden Brombeeren, Feigen, & sogar Wildkräuter finde ich endlich wieder.

Ich lebe hier sehr weit außerhalb, umgeben von Wald (der eigentlich kein Wald ist, sondern riesige Eukalyptus-Plantagen), es ist sehr ruhig & ich bestaune wunderschöne Sonnenuntergänge & beeindruckende Nachthimmel, die hier, aufgrund der geringeren Beleuchtung, noch viel besser zu sehen sind als an unserem letzten Wohnort in Teneriffa. Noch dauert der Sommer an & die Temperaturen bewegen sich hier zwischen wirklich heißen 35-40+ Grad am Tag (in der prallen Sonne steigt das Thermometer auch schon mal 50) und ca 16 in der Nacht – weniger mild als auf den Kanaren, doch ich genieße die Hitze.

Ich bin so voller Dankbarkeit für all das!

Mit einem Haufen Arbeit dazu, der während der Reisewochen liegen geblieben ist & aufgearbeitet werden will, & der neuen Sprache hier, die ich noch lernen muss, bleiben meine Tage randvoll … auch das genieße ich; ich stehe früh auf, arbeite viel, bin viel draußen, und freue mich schon beim Schlafengehen auf das Aufwachen am nächsten Morgen … letzteres etwas, das ich so bewusst schon lange nicht mehr erlebt habe. 🙂

Ich liebe mein Leben!

Magische KorkeicheAbendhimmelVilaFacaia

EingerichtetEingerichtetSunset
TomatengeschenkeFeigen & BrombeerenWildkräuter: Malve


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