Nähre deinen Körper – von innen und außen

Kosmetik spielt in meinem Leben eine sehr untergeordnete Rolle. Kosmetika im herkömmlichen Sinne verwende ich fast gar nicht. Meine Einstellung zur Körperpflege mit irgendwelchen Produkten entspricht dem Leitprinzip aus dem Ayurveda: es kommt nur Essbares auf die Haut!

Allerdings pflege und verwöhne ich meinen Körper sehr gern, sowohl von innen als auch von außen. Und bin momentan ein bisschen in Experimentierlaune, was meine Körperpflege betrifft. Was ich dazu im Laufe der Jahre schon entdeckt habe und womit ich herumexperimentiere, möchte ich hier gern mit dir teilen. Denn ein roh-veganer Lebensstil hört für mich nicht beim Essen auf. Zum natürlichen Leben im Einklang mit allem Leben um uns herum und zur Gesunderhaltung deines Körpers gehört viel mehr als nur die Ernährung.

Lass nur auf deine Haut, was du auch essen würdest!

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Die Haut ist unser größtes Organ und über sie findet enorm viel Austausch statt – sowohl was die Aufnahme von Stoffen in den Körper als auch die Ausscheidung von Giftstoffen angeht. Kaufbare Kosmetikprodukte, auch die aus dem Bio-Laden, enthalten für gewöhnlich reichlich Chemie … synthetische oder zwar naturbasierte aber hoch verarbeitete Produkte, die im Körper einfach nichts zu suchen haben. Oder würdest du deine Bodylotion oder dein Shampoo essen???

Womit dann also Haut & Haare pflegen?

Erstmal vorab: so viel Pflege, wie die Werbeindustrie uns glauben machen möchte, braucht deine Haut gar nicht! Natürlicherweise sorgt die Haut nämlich selbst für ihr gesundes Gleichgewicht, regeneriert und verjüngt sich selbst – ein Leben lang! Eine gesunde Haut braucht kaum Pflege und produziert selbst ausreichend Fett und Feuchtigkeit um sich zu versorgen. Das gilt auch für die Kopfhaut. Pflegebedürftig ist sie nur dann, wenn sie in ihren Funktionen gestört ist. Was logischerweise der Fall ist, wenn sie ein Leben lang geseift, shampooniert & gecremt wurde. Für mich war vor neun Jahren infolge dieser Erkenntnis der erste logische Schritt, sämtliche Shampoos, Spülungen, Cremes und Lotionen wegzulassen. Shampoo habe ich damals durch Heilerde ersetzt, Gesichtscreme ersatzlos weggelassen – meine Haut, vorher an zweimal tägliches Cremen (mit Weleda Cremes) gewöhnt, hat ein paar Tage etwas gespannt, dann hatte sie sich daran gewöhnt – und für den Körper habe ich gelegentlich Öl verwendet. Auch Deo habe ich ersatzlos gestrichen – falls du noch welches verwendest, kann ich dir nur dringend ans Herz legen, das ebenfalls sein zu lassen! Ganz sicher solltest du kein Antitranspirant mit Aluminium verwenden. Abgesehen von den negativen Auswirkungen des Aluminiums auf deine Gesundheit, bedenke auch einmal, dass es zu den lebenswichtigen Funktionen der Haut gehört, Giftstoffe auszuscheiden. Eine der wichtigsten Zonen dafür befindet sich (du ahnst es schon) unter den Achseln. Das Schwitzen = Ausscheiden dort komplett zu verhindern ist absolut widersinnig. Falls du Angst vor unangenehmen Gerüchen hast: achte darauf, was du in deinen Körper aufnimmst 😉 … wer sich natürlich, roh, vegan ernährt und auf (Genuss-)Gifte verzichtet, riecht für gewöhnlich auch verschwitzt noch angenehm.

Im Laufe der Jahre habe ich mit Verschiedenem herumprobiert, und momentan ist dies dabei herausgekommen:

  • Heilerde hat meine Haare auf die Dauer zu stark ausgetrocknet; seit einigen Jahren verwende ich Sidr, das sind die getrockneten (und pulverisierten) Blätter des Stechdorns. Damit wasche ich meine Haare ca. alle 10 Tage, dazwischen nur mit Wasser. Weil auch Sidr, zumindestens in Kombination mit dem Wasser und/oder dem Klima hier, austrocknend auf meine Haare wirkt, rühre ich das Pulver seit einiger Zeit nicht nur mit Wasser sondern zusätzlich mit einem Löffel Kokosöl an. Auch Ausprobieren möchte ich mal, die Haare nur mit Essig zu waschen. Darüber habe ich kürzlich irgendwo gelesen. Falls du Erfahrungswerte dazu hast, freue ich mich über deinen Kommentar!
  • Meine Haut am Körper ist schon immer eher trocken, und je nach Umgebungsklima komme ich nicht ganz ohne irgendeine Form der Nahrung von außen aus. Das betrifft Heizungsluft, aber auch das sehr trockene Klima hier im Westen von Teneriffa, mit starker Sonneneinstrahlung und salzigem Meerwasser. Zum Einölen verwende ich Öl, meistens Kokosöl. (Ab und zu auch mal Sesamöl, das wirkt Vata-ausgleichend und tut mir gut. Es riecht halt nur sehr intensiv 😉 ). Schön für Massagen und lecker nach Schokolade riechend ist Kakaobutter, die mir allerdings in purer Form schon zu fett ist. Lieber mag ich eine Mischung aus Kakaobutter und Kokosöl.
  • Es muss nicht immer pures Fett sein, manchmal mag die Haut auch einfach ein bisschen extra Feuchtigkeit. Das was mich von innen nährt, ist oft auch von außen gut für meine Haut: das Innere der Schalen von Bananen, Mango, Avocado … auf der Haut verrieben, versorgt diese mit Feuchtigkeit und Nährstoffen. Diese Art der Kosmetik gefällt mir besonders gut, weil sie so schön minimalistisch ist und zugleich der Verschwendung entgegenwirkt.
  • Der beste Sonnenschutz kommt von innen! Eine natürliche Ernährung mit reichlich Vitalstoffen sowie ein achtsamer Umgang mit der Sonne schützen die Haut am besten. Im mitteleuropäischen Klima verbrennt meine Haut nicht; nach längerer Sonnenpause oder in Gegenden mit intensiverer Sonneneinstrahlung wie z. B. auf den Kanaren oder in höheren Lagen öle ich mich mit Kokosöl ein und achte darauf, meine Haut durch Kleidung zu schützen bzw. in den Schatten zu gehen, wenn ich merke, dass sie genug Sonne hatte.
  • Ein ganz einfaches Peeling zur Pflege der rauhen Haut an den Füßen rühre ich mir aus Heilerde, Salz und Kokosöl an.
  • Noch keine befriedigende Lösung habe ich für meine Zahnpflege gefunden. Meistens verwende ich dafür nach wie vor Zahnpasta – die neutrale von Lavera oder eine aus Heilerde und Minze von BioDent. Experimentiert habe ich schon mit verschiedenen Alternativen:
    • Naturzahnbürste – das ist ein Stück Holz vom sogenannten „Zahnbürstenbaum“. Darauf kannst du ausgiebig herumkauen und reinigst damit die Zähne, ganz ohne Zahnpasta. Ich persönlich fand den Geschmack dieses Holzes widerwärtig, womit sich der Versuch erledigt hatte.
    • Nur Heilerde: das funktioniert eigentlich gut, allerdings bin ich in der Hinsicht total zivilisationsverdorben: mir fehlt dabei der frische Geschmack im Mund.
    • Eine Mischung aus Kurkuma, Salz und Pfeffer, mit Wasser zu einer Paste angerührt. Das soll auch gegen verfärbte Zähne helfen – bei häufigem Wildkräutergenuss durchaus notwendig :). Ich mag Kurkuma und finde diese Mischung auch recht angenehm, nur ist der Nachgeschmack schon sehr intensiv. Eher etwas für ein- bis zweimal die Woche als für jeden Tag.

Wenn dir einfache Dinge wie Öl oder Erde nicht reichen, möchtest du dir vielleicht deine Kosmetika aus natürlichen, essbaren Zutaten selber herstellen. Ein paar einfache Rezepte habe ich ja schon erwähnt; mehr und einen Buchtipp dazu gibt es morgen oder übermorgen! In der Zwischenzeit freue ich mich über deine Gedanken zu diesem Thema.

Die Bedeutung von Ölen in der Rohkost

Wie jetzt – Öle?!? Ist hier nicht sonst immer von natürlicher, unverarbeiter Nahrung die Rede? Yepp, so ist es, und dementsprechend einfach ist die Antwort: Öle, auch die sogenannten nativen, kaltgepressten, in Rohkostqualität, sind definitiv kein notwendiger Bestandteil deiner rohköstlichen Ernährung. Mehr noch: als eindeutig verarbeitete Produkte gehören sie nicht zu unserer natürlichen Nahrungspalette und sollten daher optimalerweise auch nicht Teil deiner Nahrung sein. Falls du während einer Übergangszeit noch Öle verwenden willst, achte auf deren Rohkostqualität!

Kaltgepresst bedeutet nicht zwingend, dass bei der Pressung tatsächlich kontinuierlich die Temperatur kontrolliert wird und das Öl wirklich nicht über 43°C erhitzt wird. Selbst bei tatsächlich „rohen“, also nicht hitzegeschädigten, Ölen leiden die Inhaltsstoffe unter der Oxidation. Wie empfindlich Öle sind, ist dir sicher schon selbst aufgefallen. Selbst bei kühler und lichtgeschützter Lagerung verändern sich Geruch und Geschmack relativ schnell. Also wenn überhaupt, dann nur kleine Mengen rohköstlicher Öle kaufen, geschützt und nicht zu lange lagern – und möglichst bald vom Speisezettel streichen!

Nebenbei bestehen Öle zu 100% aus Fett. Die Verwendung von Ölen in Rezepten führt daher schnell zu einem viel zu hohen Fettanteil deiner Ernährung – was, ob roh oder nicht, sicher nicht gesund ist!

  • Zuviel Fett belastet die Nebennieren und führt zu Problemen mit dem Blutzucker und zu Diabetes
  • Überschüssiges Fett wird vom Körper als „Vorrat“ gespeichert – die Folge: Übergewicht
  • Zuviel Fett fördert die Vermehrung von Candida
  • Übermäßig viel Fett im Blut kann zu Ablagerungen an den Wänden der Blutgefäße führen: Arteriosklerose. Bluthochdruck, Aneurismen, Thrombosen, Herzinfarkt, Schlaganfall hängen alle mit übermäßig viel Fett in der Ernährung zusammen!
  • Zuviel Fett im Blut vermindert die Fähigkeit der roten Blutkörperchen zum Sauerstofftransport & erhöht somit das Krebsrisiko. Ein niedriger Blutsauerstoffspiegel beeinträchtigt darüberhinaus alle Zellfunktionen, einschließlich der Funktionen der Muskel- und Gehirnzellen.

Aber sind denn in Olivenöl, Hanföl usw. nicht jede Menge wertvoller Vitalstoffe enthalten? Die wertvollen Inhaltsstoffe sind in den Ausgangsstoffen der Öle enthalten – in Oliven, Hanf und sonstigen Saaten und Nüssen, Avocados, Kokosnüssen. Wenn dein Körper danach verlangt – iss die Originale! Ganz, pur, unverarbeitet. Dabei ist die Gefahr der „Überdosierung“ mit Fett übrigens auch gleich deutlich geringer.

Und was mache ich jetzt mit den hochwertigen rohköstlichen Ölen in meiner Küche? Wofür sich Öle wirklich gut eignen, ist die Körperpflege. Die Haut ist unser größtes Organ und zu ihren Funktionen gehört neben der Ausscheidung auch die Aufnahme – alles, was auf deine Haut kommt, gelangt auch in deinen Körper. Chemiehaltige Kosmetikprodukte (ja, das betrifft auch die aus dem Bioladen!) bringen neben des gewünschten Pflegeeffekts vor allem jede Menge potentiell krebserzeugender Gifte auf deine Haut. Grund genug, Cremes, Lotionen, Shampoos, Make-Up usw. schnellstmöglich zu entsorgen.

Wundervoll zum Einölen der Haut ist Kokosöl – es pflegt & glättet die Haut und riecht auch noch phantastisch!
Olivenöl ergibt einen wunderbaren Badezusatz. Oder, in der Mischung mit grobem Sand, ein angenehmes Peeling.
Die extrem trockene Haut von Neurodermitikern profitiert häufig vom Einölen mit Hanföl … was nach der Umstellung auf Rohkost schon bald immer seltener notwendig sein wird 🙂
Auch trockenen Haarspitzen tut ein wenig Öl gelegentlich gut – vorsichtig einkneten und wirklich nur gaaanz wenig nehmen.