Goldene Milch. Oder: Durch den Herbst balancieren

Es ist Herbst. Die Bäume tragen ihre buntesten Blätter … und lassen sie eins nach dem anderen los. Sie wissen, dass sie nur wachsen können, wenn sie sich ausruhen.

Alljährlich im Herbst finde ich zurück zum Ayurveda, zu Gewürzen – und zur köstlichen Goldenen Milch, Kurkuma-Milch. Rezepte dafür gibt es viele, vegane, nicht-vegane – ich verrate dir hier heute meines. Roh & vegan. Doch zuvor – ein paar Gedanken zum Herbst, und warum gerade diese Jahreszeit so stark an meinem (& vielleicht auch an deinem) Gleichgewicht ruckelt.

Während die westliche Medizin den Wechsel der Jahreszeiten weitgehend ignoriert und höchstens im Herbst alljährlich zur Grippeimpfung aufruft, wissen die östlichen Heilkundigen, sowohl in der Traditionellen Chinesischen Medizin als auch im Ayurveda (der traditionellen indischen Medizin), dass wir beim Übergang von einer Jahreszeit zur nächsten besonders auf uns, auf unseren Körper, achten müssen.

In der 5-Elemente-Lehre der TCM wird jeder Jahreszeit eines der Elemente zugeordnet: Holz für den Frühling, Feuer für den Sommer, Metall für den Herbst und Wasser für den Winter. In den Übergangszeiten zwischen den Jahreszeiten soll die Nahrung – die in der TCM ebenso wie im Ayurveda und auch bei Hippokrates wesentliches Element der Heilung bzw. Gesunderhaltung ist – schwerpunktmäßig aus Nahrungsmitteln bestehen, die dem 5. Element, der Erde, zugeordnet sind sowie thermisch neutral bis warm wirken. Eben besonders erdend, beruhigend, nährend. (Eine Tabelle mit der Zuordnung vieler Nahrungsmittel zu den fünf Elementen der TCM wie auch weitere Informationen zu dieser Ernährungsform (auch) im Rahmen einer Rohkosternährung findest du hier.)

Im Ayurveda (dem „Wissen vom Leben“) hat alles ein Dosha. Vata, Pitta oder Kapha. So entspricht die Konstitution jedes Menschen schwerpunktmäßig einem oder einer Kombination mehrerer Doshas. Auch Jahreszeiten, Tageszeiten, Lebensphasen werden den Doshas zugeordnet. Im Herbst und Winter dominiert das Vata-Dosha. Mit seinen Elementen Luft und Raum bringt es Wind, Bewegung, Trockenheit und Abkühlung. Und das bringt eben Vata leicht aus dem Gleichgewicht. Das kann dich auch betreffen, wenn dein vorherrschendes Dosha Pitta oder Kapha ist; am anfälligsten jedoch sind Menschen mit Vata-Konstitution. Typische Anzeichen für ein Vata-Ungleichgewicht können z. B. sein

  • trockene Haut, kalte Hände & Füße, unregelmäßige Verdauung
  • kreisende Gedanken, Schlafstörungen, Ängste, innere Unruhe

Einiges davon kenne ich bei mir, in unterschiedlicher Ausprägung, und nicht nur im beginnenden Herbst. 😉 Als Vata gehört die Suche nach meinem Gleichgewicht, in jeder Hinsicht, zu meinen Lebensaufgaben. Dem Wind und der Kühle des Herbstes, wie auch anderem, was mich aus dem Gleichgewicht bringt, begegne ich vorzugsweise mit Wärme, Ruhe, Feuchtigkeit. Heisse Duschen stehen auf meiner Erste-Hilfe-Liste zur Krisenbewältigung ziemlich weit oben ;).

Wärme und Feuchtigkeit – auf die Ernährung bezogen bedeutet das: süße, saure und salzige Speisen. Die wärmen und befeuchten. Nichts Abkühlendes (wie Eis, Tomaten, Melonen). Die Verwendung von wärmenden Gewürzen und Kräutern wie Ingwer, Knoblauch, Basilikum. Etwas mehr Fett, mehr Zubereitungen als im Sommer.

Du musst nun kein*e Expert*e*in für ayurvedische oder chinesische Heilmethoden werden. Lass dich gern von ihnen inspirieren – du wirst vermutlich in der nächsten Zeit hier im Blog öfter mal Rezeptideen für entsprechende Zubereitungen finden – doch das worauf es ankommt, ist, wie zu jeder Zeit des Jahres und jede Situation im Leben: Achtsamkeit. Aufmerksamkeit. Für dich, für deinen Körper und seine Signale. Achte auf deine Bedürfnisse & sorge für dich. Neben der sorgsamen Auswahl deiner Ernährung gehören dazu auch ausreichende Ruhephasen, Stressreduzierung, Bewegung und frische Luft, Wärme, liebevolle menschliche Kontakte. Eine ganz besondere Form der Berührung, für mich besonders wohltuend und ausgleichend, sind Massagen. Mit viel warmem Öl. Besonders schön, wenn dich jemand massiert, doch auch Selbstmassagen tun schon sehr gut.

Natürlich musst du nicht auf irgendwelche Krisen, Jahreszeitenwechsel oder das Auftreten von Gleichgewichtsstörungen warten! Ein liebevoller und achtsamer Umgang mit dir selbst ist kein Luxus, sondern Grundlage für dein Wohlbefinden, für deine Gesundheit. Um zu heilen, auf jeder Ebene, und um dich gesund zu erhalten!

Ein bekanntes Getränk aus dem Ayurveda ist die schon eingangs erwähnte Goldene Milch, auch als Kurkuma-Milch oder Kurkuma Latte bekannt. Im Original weder roh noch vegan, doch ich habe mir meine eigene Variante davon kreiert. Und genieße sie momentan fast täglich zum Frühstück. Manchmal golden, manchmal auch gold-grün. Beide wirken wärmend, nährend, befeuchtend & harmonisierend auf mich – und schmecken unglaublich lecker. 🙂

Neben der wohltuenden Wirkung der Gewürze zeichnen sich diese flüssigen Mahlzeiten durch ihren hohen Wassergehalt aus. Unsere Körper bestehen zu bis zu 70% aus Wasser; daher ist es wichtig, uns immer gut mit Wasser zu versorgen. Viele Beschwerden (Müdigkeit, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme usw) sind schlicht auf Dehydration zurückzuführen und lassen sich durch das Trinken von 1-2 Gläsern Wasser sofort lindern.

Rezepte für goldene und die grün-goldene Milch

Roh-vegane goldene Milch

– Leicht, süß, wärmend, befeuchtend, erdend. Mit reichlich Kurkuma darin, dem ja alle möglichen Heilwirkungen nachgesagt werden.

Du brauchst dafür:
– 1/2 Glas Chufa-Milch*
– 1 reife Banane
– 1/2 TL Kurkuma-Pulver
– 1/4 TL Ingwer-Pulver
– 1/4 TL Ceylon-Zimt
– je 1 Prise Kardamom, Muskat
– 1 winzige Prise schwarzer Pfeffer

Gib alle Zutaten in deinen Mixer (ich verwende diesen) und vermixe sie ca. 30 Sekunden auf höchster Stufe.

*Chufa-Milch kannst du ganz einfach selbst zubereiten, aus eingeweichten Chufas (Erdmandeln – du bekommst sie hier) und Wasser. Verwende ca. dreimal soviel Wasser wie Chufas. In einem starken Mixer vermixen, abseihen, fertig.
Statt Chufa-Milch kannst du nach Geschmack auch jede andere Nuss- oder Samenmilch deiner Wahl verwenden.

Grün-goldene Milch

– noch leichter, fettfrei, reich an Mineralien, wärmend, sättigend, befeuchtend, erdend.

Du brauchst dafür:
– 1 Banane
– 1-2 HV Giersch
– 1-2 HV Feldsalat
– 1 EL getrocknete oder 1 HV frische Steviablätter (Kauf ich hier)
– 1 Tasse Wasser
– 1/2 TL Kurkuma-Pulver
– 1/4 TL Ingwer-Pulver
– 1/4 TL Ceylon-Zimt
– je 1 Prise Kardamom und Muskat
– 1 winzige Prise schwarzer Pfeffer

Gib alle Zutaten in deinen Mixer und vermixe sie ca. 30 Sekunden auf höchster Stufe.

Während ich grüne Smoothie, die aus großen Mengen an Grünzeug und viel Obst bestehen, nie gut vertragen habe (ich hab davon immer Blähungen und einen entsprechend geblähten Bauch bekommen), funktioniert dieser Smoothie mit viel Grün, viel Wasser, wenig Obst und den Gewürzen darin sehr gut für mich.

Alle verwendeten Gewürze gleichen Vata aus. Einige, wie Pfeffer und Muskat, bringen Pitta aus dem Gleichgewicht. In sehr kleinen Mengen kannst du sie aber auch als Pitta schon verwenden. Experimentiere eventuell je nach deiner Konstitution mit der Gewürzkombination herum und lass ggfs für dich zu warme Gewürze weg.

Ich verwende am Liebsten die Gewürze von Sonnentor, die durchweg sehr schonend verarbeitet und überwiegend unter 40° C getrocknet werden. Nebenbei liebe ich die farbenfrohen Verpackungen. 🙂
Wenn du es dir einfacher machen willst: Es gibt von Sonnentor auch eine fertige Gewürzmischung für Kurkuma Latte, die die hier genannten Gewürze und zusätzlich Safran beinhaltet.

Protein ist grün

Zum ersten Mal seit Langem wurde mir kürzlich die Frage gestellt. „Und woher bekommst du dein Protein?“ Meine Antwort beinhaltete ein paar Fakten zum menschlichen Proteinbedarf sowie schwerpunktmäßig den Verweis auf das viele wertvolle, proteinreiche GRÜN in meiner Ernährung.

Protein ist grün
„Chlorophyll wird im kommenden erleuchteten Zeitalter das Hauptprotein sein. Im frisch zubereiteten Getränk enthält es synthetisierten Sonnenschein und den für die Wiederbelebung des Körpers erforderlichen elektrischen Strom, und es wird Teile des Gehirns erschließen, von denen der Mensch heute noch nichts weiß.“ – Ann Wigmore

Zwar safte ich nur in Ausnahmefällen mal & esse mein tägliches Grün lieber ganz oder allenfalls vermixt, doch was die Bedeutung von Chlorophyll für unsere Körper angeht, glaube ich Ann Wigmore absolut. Voller gespeichertem Sonnenschein und mit unserem Blutfarbstoff Hämoglobin fast identisch, nährt es uns optimal & versorgt uns auf mehreren Ebenen mit dem, was wir zum Leben & Wachsen brauchen.

Das Angebot an Grünem auf dem Markt ist reichhaltig und vielfältig, und dazu wächst überall draußen noch jede Menge frei verfügbares wildes Grün. Ich finde hier im Umkreis (wenn auch mit ein bisschen Suchen; es ist schon recht „aufgeräumt“ hier. Bewirtschaftete Felder rund um das kleine Dorf im Calenberger Land, in dem ich mich derzeit aufhalte.) Brennesseln, Giersch, Löwenzahn, Weissdornblätter, Beifuß, Malve, Knoblauchrauke, Beinwell und manches mehr. Auch die ersten Nüsse habe ich schon gefunden (übrigens auch sehr reich an Protein 😉 ).

Regionales Obst hingegen ist vergleichsweise knapp & dementsprechend teuer – dank der Kälte des Frühjahrs, die die Obstblüte weitgehend hat erfrieren lassen und/oder die Bienen vom Bestäuben der Blüten abgehalten hat.

Ohnehin zieht es mich nicht wirklich momentan. Die einzigen süßen Früchte, die ich, wenngleich importiert, hier bekomme und die mir derzeit schmecken, sind Kochbananen – auch die jedoch ergänze ich mit reichlich Spirulina. Nach wie vor köstlich schmeckt mir Kürbis. Meine Frucht des Jahres. 🙂 Und … passend zur Jahreszeit, denn jetzt sind hier all die vielen Kürbissorten reif: Neben Hokkaido liegen in meiner Küche Squash-Kürbis, Spaghetti-Kürbis und Butternut bereit.

Die meisten meiner Mahlzeiten bestehen aus einer Kombination von Salaten & anderem Grünzeug, Kürbis, Knoblauch, Algen & Sprossen (ebenfalls sehr proteinreich). Manchmal mit einem Dipp aus gekeimten Samen dazu, selten einer Avocado, oder einem Stück Kürbis-Broht – einem neuen Lieblingsrezept.

Neben frischem Grün und Kürbis gehören seit Längerem ein paar grüne Pulver zu meiner täglichen Ernährung: In Spirulina* könnte ich mich reinsetzen, schon seit Monaten, es schmeckt sooo lecker! Ich esse es zu allem möglichen: Banane, Kokosnuss, Kürbis, Zucchini, …

Mindestens genauso geht es mir mit Stevia. An meinem letzten Standort in Portugal gab es eine Pflanze davon, so dass ich gelegentlich sogar frische Blätter genießen konnte (nur sparsam, sonst hätte sie mich nicht überlebt 😉 ). Ansonsten greife ich auf Steviapulver* zurück – nur aus den getrockneten Blättern bestehend. Am liebsten mag ich es zu Zucchini – schmeckt erfrischend & süß. Auch köstlich ist es zu Avocado, Kokosmus, in Schokolade …

Angeblich soll Stevia ein wirksames Mittel zur Unterstützung des Körpers gegen Borrelien sein. Keine Ahnung, ob das stimmt. Schaden wird es jedenfalls nicht.

Außerdem gibt es ab und zu Chlorella*. Ebenfalls in Pulverform, meist in Wasser eingerührt, als morgendliches Getränk. Chlorella geht bei mir nicht immer, momentan mag ich es, also trink ich es. Mal sehen, wie lange das anhält.

Wie sieht deine Ernährung dieser Tage aus? Welches sind deine Lieblingsgrüns?

*(Ja, dies sind Affiliate-Links. Das heisst, wenn du über diese Links etwas bestellst, bekomme ich eine kleine Provision dafür. Damit unterstützt du meine Arbeit hier. Vielen Dank dafür! Ich setze Affiliate-Links nur zu Anbietern, bei denen ich selbst bestelle und die ich gerne und voller Überzeugung für ihren Service und ihre Produkte empfehlen kann.)

Zu mager mit Rohkost?

Auch wenn der/die typische Rohköstler*in sicher nicht wie im beliebten Klischee mager, ausgezehrt, frierend und vorzeitig gealtert durch die Welt läuft, verlieren doch manche Rohkostanfänger in der Umstellungsphase viel Gewicht. Und damit eventuell mehr an Körperformen (weibliche Rundungen oder Muskeln) als erwünscht.

Dass das absolut nicht so sein muss, dafür gibt es jedoch ausreichend Beispiele unter langjährigen Rohköstlern & Rohköstlerinnen! Schau dir Brigitte Rondholz an, Dirk Riske, Markus Rothkranz, Cara Brotman, Maria Kageaki … und viele mehr!

Ich bin sicher, dass der Gewichtsverlust auch ein Entgiftungsmechanismus ist. Es werden eben, meist sehr rasch, im Körper eingelagerte Giftstoffe abgebaut. Bekomm keinen Schreck, begrüße diesen Reinigungsprozess deines Körpers – und versorge dich gut mit hochwertiger & vitalstoffreicher, insbesondere mineralienreicher Nahrung!

Denn wie schnell & wieviel Gewicht verloren geht, und dass es nicht mehr als nötig ist, du nicht total abmagerst – darauf kannst du mit der richtigen Zusammenstellung deiner Ernährung & mit deiner Lebensweise durchaus Einfluss nehmen! Ebenso kannst du natürlich auch mit Rohkost wieder gesundes Gewicht zulegen!

Den mit starkem Abnehmen verbundenen Abbau von Muskeln kannst du am besten dadurch verhindern, dass du deine Muskeln trainierst! So bleiben sie erhalten, so kannst du auch neue aufbauen!

Neben der offensichtlichen Notwendigkeit, immer genug zu essen (und die erforderlichen Mengen werden mit Rohkost besonders am Anfang wirklich viel größer ausfallen als mit Kochkost!) ist es vor allem wichtig, den Körper mit allen Mineralien etc. zu versorgen, die er braucht! Die Zauberformel lautet auch hier wieder Grün, grün, grün!!! .

Ausführlichere Hinweise zur sinnvollen Zusammensetzung deiner Rohkost findest du in diesem Artikel!

Wenn du meine Videos oder mich „live“ schon gesehen hast, magst du nun denken, dass es wohl kaum an mir ist, dich darüber „belehren“ zu wollen, wie du mit Rohkost nicht zu dünn wirst. Ja, ich bin dünn. Ich war das allerdings auch schon vor der Rohkost. Und „zu dünn“ bin ich und sind andere mir bekannte Rohköstler*innen eigentlich auch nur im Vergleich mit den Durchschnittsfiguren unserer modernen westlichen, von zunehmendem Übergewicht gekennzeichneten, Gesellschaft. Schau dir mal Filme oder Fotos aus den 50er, 60er oder 70er Jahren des letzten Jahrhunderts an. Die Menschen damals waren durchweg so dünn! Sie haben sich eben auch noch ca. 20km pro Tag zu Fuß bewegt und wesentlich weniger Fett, Zucker, Tierisches & Künstliches gegessen.

Eine, der du vielleicht lieber glauben magst, ist die ebenfalls schlanke aber eindeutig nicht magere langjährige Rohköstlerin, Maria Kageaki. Sie erklärt in diesem Video, wie sie ihre Ernährung gestaltet & warum Grünes so wichtig ist – unter anderem für die weibliche Figur!


Gern kannst du dich auch für meinen kostenlosen Newsletter eintragen, den du dann ca. einmal pro Woche erhälst. Darin findest du interessante und inspirierende Artikel rund um die Rohkost, Neuigkeiten von uns und Informationen zu meinen aktuellen Projekten sowie Zubereitungsideen & Rezepte. Folge mir bei Instagram (rawvegandigitalnomad), Twitter @rohmachtfroh und auf meiner FB Seite „Roh macht froh!“ und abonniere meinen YouTube-Kanal für jede Menge weiterer Inspirationen & Eindrücke von meiner roh-veganen Reise durchs Leben. 🙂 🙂

Frühstück: Spinat

Ist Spinat gesund? Über Oxalsäure, Oxalate und mehr

Zur Frage der gesundheitsförderlichen Wirkung von Spinat fallen mir spontan zwei Begriffe ein – dir vielleicht auch?: Eisen. Und Oxalsäure.

Was das Eisen betrifft: Aufgrund eines Druckfehlers irgendwann im vergangenen Jahrhundert galt Spinat lange Zeit als supergesund, weil sein Eisengehalt angeblich so hoch sein sollte. Wie in allen grünblättrigen Pflanzen ist auch im Spinat Eisen enthalten, jedoch nicht außergewöhnlich viel. Darüberhinaus enthält Spinat jedoch, ebenfalls wie andere dunkelgrüne Blattgemüse, viele weitere wichtige Mineralien und Spurenelemente und natürlich reichlich Chlorophyll – den magischen grünen Farbstoff, der mit unserem Blutfarbstoff, dem Hämoglobin, fast identisch ist und der Grund, warum Grünes so wunderbar nährend und blutreinigend auf unseren Körper wirkt. Eines der vielen Zeichen, dass auch wir ein Teil der Natur sind und vielfältig verbunden mit allen Lebewesen.

Nebenbei: ob ein besonders hoher Gehalt an Eisen vorteilhaft wäre, weiss ich nicht. Denn unser Körper benötigt zwar Eisen, jedoch nur in relativ kleinen Mengen. Ein hoher Eisenspiegel im Blut soll beispielsweise Infektionen begünstigen.

Und die Oxalsäure? Oft wird vom Verzehr von oxalsäurereichen Nahrungsmitteln abgeraten, da Oxalsäure zu einer Unterversorgung mit Eisen, Calcium und Magnesium führen kann und angeblich sogar schädlich für die Nieren sein soll. Im Zuge meiner Recherchen vergangenen Herbst zur Stärkung meiner Zähne und allgemein Re-Stabilisierung meines Körpers, mit Focus auf ausreichende Mineralstoffversorgung habe ich ebenfalls gefunden, dass ich aus eben diesen Gründen besser auf Spinat verzichten sollte. Jedoch schmeckt mir Spinat (in Maßen) unglaublich gut und nährt mich besser, als Salate etc. es schaffen (mit Wildkräutern sieht es hier in der Gegend ja leider karg aus). Und wie du vielleicht schon weisst, halte ich viel von der Weisheit meines Körpers. Wie ist es also richtig?

Zunächst einmal zur Begriffsklärung: Oxalsäure und Oxalate sind, chemisch betrachtet, nicht dasselbe, werden jedoch im Bereich der Ernährung häufig synonym verwendet. Genaugenommen bildet die Oxalsäure mit Natrium-, Kalium- und Ammoniumionen Salze, die Oxalate.

In Form von Oxalaten ist Oxalsäure in den meisten pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten, entsteht aber auch als Stoffwechselprodukt im Körper. Letzteres hauptsächlich durch den Abbau von Aminosäuren und Ascorbinsäure. Nur etwa 10-15% der über den Urin ausgeschiedenen Oxalate stammen aus der Nahrung.

Die meisten Pflanzen enthalten nur geringe Mengen an Oxalaten, einige jedoch, wie z. B. Spinat, Mangold, Sauerampfer, Kakao, Tee, haben einen sehr hohen Oxalatgehalt. Riskant kann ein hoher Oxalatgehalt der Nahrung in zweifacher Hinsicht sein.

  1. Für die Nieren: Werden häufig große Mengen oxalathaltiger Nahrung verzehrt, kann sich bei entsprechender Veranlagung der Urin an Oxalaten übersättigen und das Risiko zur Bildung von Nierensteinen steigt. Da auch hierbei immer noch das meiste Oxalat aus Stoffwechselprozessen stammt, müssen sich hierüber eigentlich nur Menschen mit einer entsprechenden Resorptionsstörung Sorgen machen.
  2. Enthält die Nahrung außer Oxalaten auch reichlich Calcium, dann verbinden sich Oxalate und Calcium und werden nicht mehr über die Nieren sondern über den Darm ausgeschieden. Gut für die Nieren. Weniger gut allerdings für die Calciumversorgung des Körpers, wenn so viel Oxalate aufgenommen werden, dass sie alles verfügbare Calcium räubern und es so zu einem Mangel kommen kann. Insbesondere, da Oxalate auch noch die Resorption von Calcium, Magnesium und Eisen im Darm hemmen.

Musst du nun also vor dem Essen erst nachschlagen, in welchen Mengen und Verhältnissen Oxalate und Mineralstoffe in deiner Nahrung enthalten sind? Nein, musst du nicht. Wenn du roh und unvermischt isst, mit einer gewissen Achtsamkeit, dann zeigt dir dein Körper auch hier, was gut für ihn ist. So schmeckt für mich nicht jeder Spinat gleich – z. B. mag ich am liebsten die mittleren Blätter, nicht die ganz jungen, aber auch nicht die alten. Lieber die etwas knittrigen als die glatten, dickeren. Manche schmecken wirklich sauer für mich – und die esse ich dann nicht. Tatsächlich ist es so, dass im jungen Spinat und in den älteren Blättern mehr Oxalate enthalten sein sollen – mein Geschmackssinn hat mich da offenbar richtig beraten. Ähnlich ist es mit Roter Bete – auch die kann ich nur in sehr begrenzten Mengen essen, weil ich sehr schnell eine saure Komponente wahrnehme. Auch diese Knollen sind reich an Oxalsäure. Mit Achtsamkeit merkst du beim Essen, was dein Körper braucht und wann du genug hast! Das funktioniert natürlich nicht mehr so gut, wenn du deinen Spinat im Smoothie mit süßen Früchten vermixt … 😉

Weizengraaas

Endlich hab ich es geschafft und mein eigenes Weizengras gezogen. Ich konnte am Morgen daraus einen frisch gepressten Saft (statt der Mischung aus Graspulver & Wasser) genießen – und kann dir jetzt erzählen, wie einfach das geht. Und warum ich trotzdem künftig NICHT jeden Morgen frisch gepressten Grassaft trinken werde.

Weizengras ziehen – ganz einfach

Du brauchst zunächst keimfähigen Weizen. Ich hab keine Ahnung, ob der Weizen aus dem normalen Bio-Handel keimfähig ist. Meinen habe ich bei Vitakeim bestellt, und er keimt super. Ich habe den Weizen zunächst über Nacht in Wasser eingeweicht und anschließend zwei Tage lang im Keimglas ankeimen lassen.

Dann habe ich eine Terracotta-Schale mit Loch im Boden (zum Ablaufen von überschüssigem Wasser) mit Erde gefüllt und den Weizen oberflächlich darauf verteilt. Die Erde sollte etwa 5cm tief sein; bei einer zu dünnen Erdschicht wächst der Weizen nicht gut, weil die Wurzeln keinen Platz nach unten haben.

Angekeimten Weizen auf der Erde verteilen

Angekeimten Weizen auf der Erde verteilen



Während der ersten beiden Tage habe ich die keimenden Körner mit feuchten Tüchern (Zeitungspapier geht auch) abgedeckt und sowohl Weizen als auch Tücher mehrmals täglich mit Wasser eingesprüht, um alles schön feucht zu halten. Nach zwei Tagen können die Tücher weg, der Weizen muss aber weiterhin feucht gehalten werden. Ich hab ihn ca. 3mal täglich mit Wasser eingesprüht. Zwei Tage später sah das Ganze so aus:

So sieht es nach 3-4 Tagen aus

So sieht es nach 3-4 Tagen aus



Bei einer Höhe von 10-15 cm kannst du das Weizengras ernten. Bei mir hat das weitere 5 Tage gedauert:

Fertig zum Ernten - das Weizengras ist 10-15 cm hoch

Fertig zum Ernten – das Weizengras ist 10-15 cm hoch



Zum Entsaften habe ich die Z-Star Handsaftpresse* benutzt. Damit lässt sich das Gras sehr einfach und bei hoher Saftausbeute entsaften.

Ab in den Entsafter

Ab in den Entsafter



Dennoch: viel Saft kommt nicht raus. Das Gras von beiden Schalen auf dem Bild oben ergab gerade mal diesen kleinen „Shot“ Weizengrassaft:

Bescheidene Ausbeute

Bescheidene Ausbeute



Der Saft schmeckt allerdings sehr intensiv, ganz anders als die Mischung aus Weizensaftgraspulver und Wasser. Vielleicht ein bisschen gewöhnungsbedürftig vom Geschmack – die Pulvermischung ist einfacher. Das ist allerdings nicht der Grund, warum ich auf das tägliche Pressen von frischem Saft verzichten werde. Was sonst? Nun, für tägliche Säfte müsste ich die ganze Wohnung vollstellen mit Schalen voller Weizengras, um kontinuierlich so viel ziehen zu können, dass es für tägliche Säfte reicht. Soviel Platz habe ich hier nicht. Außerdem ist mir der Arbeitsaufwand dafür zu hoch – Keimen, Bewässern, Entsaften, Entsafter reinigen… Da bleib ich doch bei all den anderen Grünfutter-Quellen, die einfacher zu konsumieren sind. Aber für ab und zu, vielleicht einmal die Woche, ist es schon eine schöne Ergänzung!

Außerdem möchte das Gras, wie oben beschrieben, täglich gewässert werden, und wir sind ja doch öfter unterwegs. Die nächsten Tage zum Beispiel auf der Nachbarinsel. Dahin lässt sich das Graspulver deutlich einfacher mitnehmen 🙂

Übrigens: die Tochter wollte, da der Entsafter schon im Einsatz war, danach gerne Apfelsaft. Und hat natürlich dabei noch einen Rest Weizengrassaft im Apfelsaft gehabt. Die Mischung war so lecker, dass sie sie bereitwillig getrunken hat … wenn du also an den puren Geschmack vom Grassaft nicht herankommst, kannst du es zum Eingewöhnen ja auch mit einem gemischten Saft probieren.

Natürlich muss es nicht unbedingt Weizengras sein. Auch ganz normales wildwachsendes Gras kannst du entsaften und trinken!

Grünes zum Frühstück

Tatsächlich – Grün schmeckt auch schon am Morgen! Entweder in Form eines Saftes, oder auch ganz. Oder als Smoothie. Ich habe entdeckt, dass ich Smoothies aus grünen Blättern, gemixt mit einer Gemüsefrucht oder einem Wurzelgemüse, recht gut vertrage. Auf jeden Fall besser als Smoothies aus Bananen (oder anderen Früchten) und Grün – davon hab ich immer Verdauungsstörungen bekommen.

Ausprobiert habe ich diese andere Mischung nach meinen Zahnarztbesuchen – mit noch abheilenden Wunden vom Ziehen mehrerer Backenzähne macht das gründliche Kauen einer großen Portion Spinat nicht wirklich Spaß. Und – ich habe ein paar leckere Kombinationen dabei entdeckt. Also gibt es jetzt ab und zu mal einen nicht-süßen Smoothie. Eine kleine Portion – nicht mehr, als ich von denselben Gemüsen auch „am Stück“ auf einmal essen würde.

Dieser Smoothie aus Spinat und Salatgurke (mehr ist nicht drin!) schmeckt super als Frühstück:

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Hauptnahrungsmittel: Grün

Hier grünt es gerade, eine Fülle von Malve wächst um mich herum, dazwischen auch etwas Melde, Borretsch, Labkraut … und noch etwas, von dem ich nicht weiss, was es ist. Vielleicht erkennst du es auf dem Foto (klick zum Vergrößern)? Es ist ein Kreuzblütler und schmeckt leicht scharf, senfig – sehr lecker!

Malve - und was noch?

Malve – und was noch?



Iss soviel Grünzeug, wie du nur bekommen kannst – falls bei dir jetzt im Winter nicht mehr so viel wächst, denk daran: auch Brombeerblätter und Moose sind essbar & sehr nahrhaft! An Käuflichem Grünkohl, Feldsalat, Postelein, Spinat und vieles mehr!

Warum Grünzeug für deine Ernährung so wichtig ist, liest du hier.