Herbst, Rohkost und inneres Gleichgewicht

Wer mich schon länger liest, hat über dies Thema bereits ab und zu hier gelesen: Gleichgewicht. Meines zu halten, ist für mich eine fast ständige Aufgabe. Es heisst, das sei eine typische Lebensaufgabe der Vatas. Was mich betrifft, kann ich das voll bestätigen. Im Laufe der Jahre habe ich diverse Methoden und Mittel gefunden, die mir helfen, im Gleichgewicht zu bleiben bzw. mich wieder auszubalancieren, wenn es nötig ist. Einiges davon möchte ich heute hier mit dir teilen.

Allem voran das für mich Wichtigste:

Messbar aus dem Gleichgewicht – B12. Und nun?

Heute hab ich noch mehr mit dir zu teilen als nur den Adventskalender – ein anderes, für mich gerade aktuelles Thema. B12.

Eine gesunde, natürliche Ernährung macht Spaß und ist zweifellos eine wesentliche Grundlage für Gesundheit und Wohlbefinden. Und ein so ernährter Körper hat auch in Zeiten größerer Belastung viele Reserven, viel Kraft und verhilft darüberhinaus zu einem ausgeglicheneren Gemütszustand. Wenn jedoch die Belastungen zu lange anhalten, überhand nehmen, reicht selbst die beste Ernährung manchmal nicht mehr aus.

Aus einer spontanen Eingebung heraus habe ich meinen B12-Status mal testen lassen. Mit einem Urin-Test auf Methylmalonsäure und einem Bluttest, einen Holo-TC-Test – dabei wird das im Blut zirkulierende, aktive Colabamin (B12) gemessen.

Und tatsächlich – so das Ergebnis beider Tests: trotz (!) meiner Ernährungsweise hat mein Körper den gängigen Normwerten nach scheinbar einen „Mangel“ entwickelt. Und zwar, wenn ich mir die vorgegebenen Werte ansehe, einen deutlichen: mein MMA-Wert liegt bei 5,56mg/g Kreatinin (als Mangel gilt alles über 2,5), mein Holotranscobalamin liegt bei 14,5pmol/l (als Mangel gilt alles unter 35). Wie kann das sein??? Und wenn diese weite Abweichung von der Norm tatsächlich einen Mangel beschreibt, müsste er doch schon länger bestehen – wie kann es sein, dass ich keine Symptome hatte? Vielleicht lagen meine Werte ja auch schon immer so niedrig – ich habe sie nie zuvor testen lassen.

Mit meiner seit 10 Jahren veganen (davor über 15 Jahre vegetarischen) Ernährungsweise hatte ich bislang nie irgendwelche Mangelprobleme – warum auch, ich ernähre mich mit der veganen Rohkost so gut wie nie vorher. Im Gegenteil: ich habe mich immer sehr fit und voller Energie gefühlt. In den letzten Monaten hat das allerdings tatsächlich ein wenig nachgelassen … weniger Energie, geringere Belastbarkeit, emotional instabiler, als ich es von mir gewohnt bin, leicht depressiv. Allerdings hat das auch durchaus klar erkennbare Gründe, wie z. B. eine schwierige Familien- bzw. Beziehungs-Situation und Liebeskummer.

Wir sind nicht nur Körper, sondern eben auch Seele. Wir funktionieren nicht rein materiell; unser seelischer Zustand, unser Gemütsszustand, unsere emotionale Verfassung und entsprechend fordernde Lebenslagen in diesen Bereichen wirken sich ebenfalls auf den Körper aus. Meiner Betrachtungsweise nach bin ich eben momentan komplett aus meinem Gleichgewicht. Mehr als je zuvor. Auch körperlich. Und die kürzlich erwähnte Schokolade macht da auch schon nichts mehr weiter 😉 Dazu kommt noch die Zahngeschichte – Störfelder von den wurzelbehandelten Zähnen, die mir ja auch schon länger zu denken gegeben haben.

„In Krisen und bei Stress steigt der Bedarf an Vitamin-B12 sehr stark. Die ist zum Beispiel der Fall in Zeiten hoher körperlicher und geistiger Beanspruchung, schwerer körperlicher Arbeit, in psychisch und geistig belastenden Lebenssituationen und bei starken, anhaltenden Emotionen wie Angst, Sorge, Trauer und Liebeskummer, auch im Zuge von emotionalen Prozessen in therapeutischer oder spiritueller Arbeit. Auch eine starke Immuntätigkeit aufgrund von Infekten führt zu einem erhöhten Bedarf an Vitamin B12.

Der erhöhte Bedarf erklärt sich einerseits durch eine vorübergehende Verwertungsstörung, da Stress zu einer schlechten Durchblutung der Verdauungsorgane und einem ungünstigen Verhältnis von Magensäure zu Enzymen führt. Zum anderen wird übermäßig viel Vitamin B12 für die Produktion von Hormonen und Neurotransmittern benötigt. Besonders Hormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Serotonin werden in vielen Stresssituationen in großen Mengen ausgeschüttet, wodurch der Verbrauch an Vitamin B12 stark zunimmt. Bei anhaltendem Stress kann so ein Mangel entstehen, obwohl der durchschnittliche Tagesbedarf an Vitamin B12 durch die Nahrungsaufnahme eigentlich gedeckt ist.“

Diese Beschreibung (Quelle) liefert tatsächlich eine mögliche Erklärung für meinen niedrigen B12-Wert – und damit auch den für mich relevanten Lösungsansatz. Denn die Einnahme von Supplementen kann für mich allerhöchstens eine Lösung für den akuten Notfall sein; wesentlich wichtiger, als einen lecken Eimer beständig aufzufüllen, finde ich, herauszufinden, woher das „Loch im Eimer“ denn kommt. Und es zu schließen, natürlich.

Vegane Ernährung gilt ja oftmals als „Risikofaktor“ für eine unzureichende B12-Versorgung. Dass das so nicht stimmt, darüber habe ich z. B. hier und hier schon geschrieben. Trotzdem ein Blick auf meine Ernährung: da fehlten in den letzten 1,5 Jahren während der langen Zeiten auf Teneriffa allerdings Wildkräuter; ansonsten jedoch bin ich mir absolut sicher, dass sie in keinster Weise mangel-haft war/ist – jedoch führt eben auch ein Zuviel an Belastung zu sogenannten Mangelsymptomen.

Die schulmedizinische Diagnose nennt das „nitrosativen Stress“ oder auch „Nitrostress“. Hierbei handelt es sich, so sagen sie, um einen Teufelskreis, ausgelöst durch z. B. psychologischen Stress, Störfelder wie wurzelbehandelte Zähne, starke anhaltende geistige und körperliche Belastung, Elektrosmog, instabile Halswirbelsäule, intensive spirituelle Entwicklungsphasen etc. … kurz: ein Zuviel an Belastungen. Welches, wenn ich das richtig verstanden habe, zu zuviel Stickstoff (NO) im Blut führt, das wiederum die B12-Reserven aufzehrt. Die angeratene Therapie empfiehlt eine Senkung des Stickstoffs durch hohe B12-Zufuhr, eventuelle Supplementierung weiterer Mikronährstoffe (falls nötig) und parallel dazu die Behebung der Ursachen. Für mich interessant ist vor allem der letzte Punkt. Der in meinem Fall wohl heisst:

  • wurzelbehandelte Zähne ziehen (damit hab ich schon angefangen, und tatsächlich: nach dem Ziehen von 2 wurzelbehandelten Zähnen habe ich mich innerhalb kürzester Zeit deutlich besser, energiegeladener, positiver gefühlt!),
  • Stress reduzieren (auch daran arbeite ich),
  • belastende Emotionen lösen ( ich denke, das ist der wichtigste Punkt! Falls du ihn noch nicht kennst, schau dir zum Thema Emotionen und Gesundheit unbedingt mal den Film e-motion an!),
  • Elektrosmog reduzieren (so gut das eben möglich ist in meinem Job).

Es gibt Studien, denen zufolge auch Fasten – also eine totale Entlastung des Verdauungssystems – zu einer wesentlichen Verbesserung des B12-Wertes führen soll.

Meiner Überzeugung nach wird alles, was mir hilft, wieder in mein Gleichgewicht zu kommen, auch in Bezug auf diesen einen gemessenen Wert helfen. Dem ich ansonsten als isoliertem Wert übrigens keine allzu hohe Bedeutung beimesse – um es noch einmal zu betonen: es geht mir um die Wiederherstellung meines Gleichgewichtes. Insgesamt. Das erscheint mir auch tatsächlich dringend. Nicht jedoch dieser eine gemessene Wert. Meine diesbezüglichen „Mangelsymptome“ finde ich jetzt auch nicht so dramatisch, dass mir ein schulmedizinisches Eingreifen unbedingt notwendig erscheint. Ich überlege noch, was genau ich damit tun werde – die Einnahme von NEMs widerstrebt mir doch sehr.

Was denkst du darüber? Was würdest du tun? Ich freu mich, deine Gedanken dazu zu lesen!

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Ausgelaugt?

Fühlst du dich müde, erschöpft, & weisst nicht warum? Möglicherweise leidest du unter einem Mangel an Mineralien oder anderen Nährstoffen.

Selbst bei großartiger Nahrung kannst es passieren, dass du in ein Ungleichgewicht (wie Erschöpfung oder einen Mangelzustand) gerätst, falls du

  • rohen Kakao konsumierst, da dieser deine Nebennieren erschöpfen & dadurch Ermüdungserscheinungen hervorrufen kann.
  • dich häufig über-isst. Durch Überessen verwandelst du all die guten Nährstoffe in deinem Verdauungssystem zu toxischem Schlamm.
  • dich nicht bewegst. Iss all die wunderbaren, nährstoffreichen, rohen, veganen, biologisch angebauten Früchte & Gemüse, die du magst – ohne tägliche Bewegung kannst du sie nicht effektiv aufnehmen & verwerten.

Also: lieber mehr bewegen, weniger essen … & statt irgendwelcher Superfoods besser einfach Früchte & Grünes. Auswahlkriterium: könntest du eine komplette Mahlzeit draus machen? Wenn ja – super! Alles andere besser sein lassen (oder zumindestens auf Ausnahmen beschränken.)

Wilde Früchte, Wildfrüchte, Hunger

Um es gleich vorab klarzustellen: mit Rohkost bist du meiner Meinung nach auf jeden Fall schon mal auf dem richtigen Weg; rohe Früchte & Gemüse, egal welche, sind gewiss wertvoller für die Ernährung als gekochtes Essen. Dass es dennoch meiner Erfahrung nach nicht egal ist, wie sich die rohköstliche Nahrung zusammensetzt, darüber habe ich schon öfter, zuletzt vor ein paar Tagen hier geschrieben. Insbesondere was Früchte betrifft. Da ich mit meiner Beschreibung der wilden Früchte, Wildfrüchte, gezüchteten Früchte & meinen diesbezüglichen Empfehlungen scheinbar einige verunsichert habe, heute noch mal ein Versuch der Klärung.

Als erstes: esst Früchte, aus einem möglichst großen Angebot, welche & soviel ihr wollt. Das heisst, die Sorten & Mengen, mit denen es euch gut geht! Ich kann es nicht oft genug sagen: jedeR von euch hat ihren/seinen eigenen Körper, ist selbst verantwortlich für sich & muss selber feststellen, was gut tut & was nicht! Ich teile hier nur meine Erfahrungen & Ideen – vielleicht hilft euch ja manches davon weiter, auch wenn höchstwahrscheinlich nicht alles mit euren eigenen Erfahrungen übereinstimmt!

Also, Früchte: es gibt Wildfrüchte. Wilde (ursprüngliche) Früchte, auch aus Anbau. Und mehr oder weniger stark gezüchtete Früchte.

  • Wilde Früchte, also solche die wirklich wild wachsen, haben die meisten von uns höchstens gelegentlich & in kleinen Mengen in ihrer Umgebung. Insbesondere in den nördlichen Ländern wächst im Winter viele Monate lang kaum etwas. Was vermutlich die meisten, selbst Großstädter oder im Gebirge Ansässige kennen & im Spätsommer finden dürften, sind Brombeeren.
  • Wildfrüchte, ursprüngliche Früchte, geschaffen von der Natur, gab es schon vor den Menschen bzw haben sich unabhängig von ihm entwickelt. Sie können natürlich trotzdem vom Menschen absichtlich weiter angebaut werden, würden jedoch auch ohne menschliche Pflege weiterexistieren. Wiederum das Beispiel der Brombeeren. Solche Pflanzen können „veredelt“ werden, damit sie z. B. produktiver werden. Und weiter gezüchtet werden, um möglichst schöne, süße, große … Früchte zu erhalten. Der Unterschied ist z. B. gut bei Heidelbeeren zu erkennen. Die wilden sind viel kleiner & längst nicht so süß wie manche der Zuchtsorten. Wobei selbst die letzteren im Vergleich zu den üblichen im Handel erhältlichen Äpfeln noch viel näher an ihren Ursprüngen sind. Mal ehrlich, habt ihr mal Früchte von einem wildwachsenden oder wenigstens seit Jahren verwilderten alten Apfelbaum gegessen? Und gemocht? Die Äpfel sind viel kleiner, verwachsener, oft holziger, vor allem viel weniger süß. Das, was im Bioladen (und erst recht im Supermarkt) herumliegt & aussieht wie Äpfel – da ist wahrhaftig nicht mehr viel drin.
  • Womit wir bei den (mehr oder weniger stark) gezüchteten Früchten sind: je mehr in die Natur eingegriffen wird, desto weniger widerstandsfähig werden die Pflanzen. Das natürliche Gleichgewicht der Frucht gerät durcheinander – sie neigen zu Krankheiten, Schädlingsbefall etc. Und nähren uns deswegen logischerweise nicht mehr so perfekt wie ihre von der Natur geschaffenen, ursprünglichen Versionen. Gezüchtet wird auf das hin, was sich gut verkauft: einen süßen Geschmack, eine leicht zu essende Konsistenz (wenig Fasern), wenig Schale & Kern, viel Fruchtfleisch, große Früchte. Das geht zu Lasten der Nährstoffe, der Mineraliengehalt nimmt ab, sinnvolle natürliche Eigenschaften, die uns z. B. erkennen lassen, wann wir genug gegessen haben, verschwinden.

    Nun sind natürlich nicht alle im Handel erhältlichen Früchte gleichermaßen überzüchtet. Am wenigstens dem Wohlbefinden dienlich sind wohl die kernlos gezüchteten Hybridfrüchte. Einige der (relativ) ursprünglichen Früchte, die ihr im Handel bekommt, habe ich ja neulich schon mal aufgelistet (wobei diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt!). Mögliche Hinweise bei der Einschätzung der Ursprünglichkeit solcher Früchte aus dem Laden oder vom Versender liefert ein Blick auf die Frucht & ein Vergleich mit den oben genannten Zuchtzielen: Geschmack, Form, Größe, Verhältnis Kerne/Schale/Fruchtfleisch usw.

Ach ja: dies hier heisst nicht, dass ihr keine Äpfel (Bananen, Mangos … usw) mehr essen solltet. Oder gar hungern sollt, wenn ihr keine Wildfrüchte in eurer Umgebung findet. Esst Wildfrüchte, wenn ihr sie findet. Kauft wilde Früchte, wenn es euch möglich ist. Ansonsten: esst was ihr bekommen könnt & mögt & gleicht ein eventuelles Ungleichgewicht mit Grünzeug, Wildkräutern, aus, falls ihr auch das Gefühl habt, dass sonst etwas fehlt.

Das Gleichgewicht bewahren

Immer wieder sind unterschiedliche Meinungen zur Rohkostgestaltung zu lesen & zu hören. Gerade beim Thema Früchte scheiden sich die Geister: viele Früchte oder besser nur wenige, gar keine? Schadet der viele Fruchtzucker? Ist in den Früchten alles drin oder mangelt es uns an Mineralien, wenn wir überwiegend Früchte essen? Bringen sie den Blutzuckerspiegel aus dem Gleichgewicht oder nicht? Sicher basieren die verschiedenen Meinungen auf unterschiedlichen Erfahrungen auf der Suche nach dem „richtigen“ Weg. Leben bedeutet Veränderung & je nach Lebenslage entwickelt sich gewiss der individuelle Bedarf. Auch nicht zu vernachlässigen ist dabei das jeweils vorhandene Angebot an Früchten und anderen Nahrungsmitteln. Was euch auf Dauer gut tut, findet ihr nur selbst heraus – indem ihr es ausprobiert, auf euren Körper & euer Wohlbefinden achtet & so den für euch richtigen Weg findet.

Meiner Erfahrung nach schwierig ist es, sich überwiegend von sehr gezüchteten Früchten ohne geeigneten Ausgleich zu ernähren. Abgesehen davon, dass sie aufgrund der Züchtung krankheitsanfällig sind & dementsprechend viel behandelt werden müssen (Beispiel: helle Weintrauben), enthalten sie tatsächlich übermässig viel Fruchtzucker & kaum noch Mineralien. Was den Effekt hat, dass man davon kaum satt wird, endlos weiteressen kann, ohne dass ein Zufriedenheitsgefühl oder gar eine Sperre eintreten. Der Blutzuckerspiegel lässt sich damit kaum stabil halten & es kommt nach einiger Zeit zu Beschwerden wie Abmagerung, Karies, Pilzen, Unzufriedenheit. Zu diesen nicht so empfehlenswerten Früchten gehören zum Beispiel Melonen, helle Trauben, die üblicherweise im Handel angebotenen Bananen, Orangen, Äpfel, Mangos.

Viel besser sind wilde Früchte. Von der Natur hervorgebrachte, die auch ohne menschliche Betreuung weiterwachsen. Wild sammeln könnt ihr zum Beispiel diverse Beeren (Brombeeren, Weissdorn, Himbeeren), Eibenfrüchte, Kornelkirschen, Felsenbirnen und mehr. Im Handel oder über Versender erhältlich sind unter anderem Kaktusfeigen, Feigen, wilde Mangos, Gemüsebananen, Tamarillos, Zitronen, grüne Kiwis, Sapoten, Wilddurian und mehr. Auch Ananas & Beeren, wobei es dabei ebenfalls gezüchtete Arten gibt. Gut zu erkennen ist die Bekömmlichkeit am Eintreten einer Sperre nach ausreichender Aufnahme der jeweiligen Frucht. Also deutlichen Zeichen des Körpers, wenn er genug hat. Das kann ein Brennen im Mund sein, die Nase beginnt zu laufen, die Frucht schmeckt plötzlich nicht mehr gut oder gar unangenehm. Bei Ananas hat das vermutlich jedeR schon einmal erlebt. Auch Feigen und grüne Kiwis haben noch eine recht klare Sperre. (was natürlich nur zuverlässig funktioniert, wenn die Früchte mono & ganz gegessen werden; nicht gemischt oder gar zum Smoothie oder ähnlichem verarbeitet).

Was nun aber, wenn wilde Früchte nicht zur Verfügung stehen? Gemüse sind praktisch alle gezüchtet; zwar haben sie gegenüber den gezüchteten Früchten immerhin den Vorteil, dass sie nicht so süß sind, dafür sind sie für manchen teilweise schwer verdaulich. Gut bekömmlich sind in der Regel die Gemüsefrüchte wie Tomaten, Paprika, Gurke. Einen guten Ausgleich zu gezüchteten Früchten bieten zum Einen die Fettfrüchte (Oliven, wilde Avocados, Kokosnüsse, Mandeln, Macadamia, Sonnenblumenkerne, Safus usw) & natürlich Grünzeug! Allem voran die Wildkräuter, die täglich und am besten zu jeder (insbesondere Frucht-)Mahlzeit gegessen werden sollten! Ersatzweise gehen auch mal dunkelgrüne Blattgemüse & Kräuter.

Genießt das reichhaltige Angebot in Deutschland – noch gibt es Wildkräuter, & falls ihr demnächst, im Winter, keine mehr findet: esst Spinat, Postelein, Feldsalat, Petersilie, Grünkohl, andere Wildsalate. Nicht zu vergessen die Brombeerblätter, die es den gesamten Winter über gibt & die auch unter dem Schnee noch gut zu finden sein werden … mich haben sie hier, wie schon erwähnt, über den Sommer gerettet & ich freue mich jetzt über die langsam wieder sprießenden Wildkräuter. Wilden Fenchel, Malve, winzige Brennesseln und Breitwegerich habe ich heute gefunden *freu*. Was wächst in Deutschland jetzt noch?

Auch wenn ich es in mehrfacher Hinsicht für sinnvoller halte, Früchte & Grünes pur, ganz, ungemischt, mono zu essen, will ich euch nicht unbedingt von Smoothies abraten. Besser als nur gezüchtete Früchte sind auf jeden Fall Smoothies aus diesen Früchten mit Grünzeug. Oder auch aus Gemüse & Grünzeug. Gerade bei den winterlichen Brombeerblättern mit ihrer doch gewöhnungsbedürftigen Konsistenz fällt das Essen vielen schwer. Im Gegensatz zu Säften, die nur ein Extrakt & damit zwar den Zucker, nicht aber die Ballaststoffe aus den Zutaten enthalten, ist in den Smoothies noch alles drin! Verwendet aber nur Wildkräuter, die ihr kennt & die ihr zumindestens in kleiner Menge auch pur essen könnt. Und am besten nur möglichst wenige Zutaten, insbesondere nur eine Fruchtsorte zur Zeit, verwenden.

Warm & kalt – chinesische Rohkost

Jahreszeitbedingt bleibt dies wohl für die nächsten Monate ein aktuelles Thema: wie halte ich mich mit Rohkost warm? Heute dazu mal etwas aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Die – ganz im Gegensatz zur hiesigen Schulmedizin – darauf basiert, die Gesundheit der Menschen zu erhalten statt ihre Krankheiten zu heilen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Ernährung. Die den Körper im Gleichgewicht halten soll. Früher, zu Kochkostzeiten, habe ich mich mit dieser Art der Ernährung jahrelang sehr wohl gefühlt. Manche Aspekte dieser Ernährungslehre kann ich heute kaum noch nachvollziehen: klassischerweise wird nämlich fast alles gekocht, häufig sogar stundenlang. Selbst Obst. Von Rohkost wird ihrer Kälte wegen den meisten Menschen eher abgeraten. Vieles, wie zum Beispiel die Zuordnung der Nahrungsmittel zu den 5 Elementen des chinesischen Systems & auch die Einteilung der Nahrung entsprechend ihrer thermischen Wirkung, lässt sich jedoch auch auf die Rohkost anwenden. Und kann vielleicht Unterstützung dabei sein, wenn du nach dem richtigen Gleichgewicht, der richtigen Gestaltung deiner Rohkost suchst. Zum Beispiel, wie neulich schon einmal kurz angesprochen, beim Zusammenstellen des rohen Speiseplans passend zu den klimatischen Verhältnissen.

In der TCM werden 5 Elemente unterschieden: Holz, Feuer, Erde, Metall & Wasser. Die Nahrungsmittel lassen sich anhand ihrer Eigenschaften diesen Elementen zuordnen:

  • Holz = sauer, grün, zusammenziehend
  • Feuer = bitter, rot, ausleitend
  • Erde = süßlich, gelb, befeuchtend
  • Metall = scharf, rund, weiß, öffnet die Poren
  • Wasser = salzig, fast schwarz, kann abführend wirken.

Optimalerweise soll in einer Mahlzeit aus jedem Element etwas enthalten sein oder auch mal die ganze Mahlzeit aus Nahrung, die dem Erdelement zugeordnet wird, bestehen.

Jeder der vier Jahreszeiten wird ebenfalls ein Element zugeordnet, welches während dieser Jahreszeit auch bei der Nahrungszusammenstellung ein größeres Gewicht hat. Zum Frühling gehört beispielsweise das Element Holz; während des Frühlings mehr aus dem Holz-Element zu essen, unterstützt den Körper während dieser Jahreszeit besonders beim Entgiften & Regenerieren nach dem Winter. Zum Sommer gehört das Feuer, zum Herbst Metall, zum Winter Wasser. Zwischen den Jahreszeiten (die nicht exakt mit unserem westlichen Jahreszeitenkalender übereinstimmen) gibt es neutrale Phasen, in denen viel Nahrung aus dem Erd-Element hilft, das Gleichgewicht zu bewahren. Da die Früchte & Gemüse aus dem Erdelement besonders die „Erdung“ unterstützen, eignen sie sich übrigens ausgezeichnet für kleine Kinder, die mit fester Nahrung gerade erst anfangen.

Weiterhin werden die Nahrungsmittel gemäß ihrer thermischen Wirkung bzw. ihrem Yin-/Yang-Aspekt unterschieden. Nahrung mit viel Yang wirkt heiss, überwiegend Yin bedeutet kalt. Auch hier gilt es, das Gleichgewicht zu bewahren. Am besten dafür sind neutrale Nahrungsmittel. Kühles & Warmes können sich gegenseitig ausgleichen, Kaltes & Heißes sollte nur sehr vorsichtig verwendet werden. Logischerweise darf bei warmem Wetter oder anstrengender körperlicher Tätigkeit mehr Kühles (Erfrischendes) & auch mal Kaltes in der Nahrung sein, im Winter mehr Warmes & auch etwas Heißes.

Ich habe euch hier mal eine Übersicht gemacht, eine Einteilung unserer Nahrungsmittel gemäß den Elementen & der thermischen Wirkung (Draufklicken zum Vergrößern!):

Einteilung der Nahrung nach den fünf Elementen

Wenn ich mir die Tabelle so ansehe, fällt mir auf den ersten Blick auf, dass der Großteil unserer Nahrung im Erdelement zu finden ist. Und dass typische jahreszeitliche Varianten meiner Ernährung sich hier ebenfalls wiederfinden: die Vorliebe für Ingwer im Herbst, Melone im Sommer, Löwenzahn im Frühling …. Wildkräuter sind in dieser Tabelle nicht enthalten, aber anhand der genannten Früchte, Gemüse & Blätter & der Eigenschaften der einzelnen Elemente lassen sie sich recht einfach einordnen: die bitteren Blätter gehören natürlich zum (ausleitenden) Feuerelement, Saures zum Holz, Scharfes zum Metall. Milde Kräuter wie Malve & Melde etc würde ich dem Erdelement zuordnen. Bei Brennessel & Beinwell bin ich mir nicht sicher, ob sie eher Feuer oder Erde sind?!? Na, egal – natürlich sollte die Wahl der Nahrungsmittel sich weiterhin nach dem individuellen Bedarf, dem eigenen Gefühl (Instinkt) richten, nicht nach irgendwelchen Tabellen. Vielleicht jedoch eine hilfreiche oder inspirierende Grundlage zum Ausprobieren? Gerade hinsichtlich des Warmhaltens jetzt im Herbst & Winter …