(Selbst-)Heilung & Schönheit. Eine Buchvorstellung.

Ich hab mal wieder gelesen. Ein Buch zum Thema Heilung, das ich dir hier gern vorstellen möchte. „Heile dich schön“ von Markus Rothkranz.

Ein toller Ansatz für das Thema, wie ich finde. Eitelkeit siegt. 😉 Für all die, die (noch) nicht wirklich unter lebensbedrohlichen oder stark einschränkenden Krankheiten leiden bzw. deren Leidensdruck durch Krankheiten oder mangelndes Wohlbefinden nicht hoch genug ist, ist doch meist ihr Aussehen von Bedeutung. Und wer wünscht sich nicht, ewig jung und schön auszusehen? Frei von Falten, Pickeln, Flecken zu sein, einen straffen Körper zu haben usw.

Dass das möglich ist, mehr noch: dass du nicht nur jünger aussehen, sondern sogar jünger werden kannst & wie das geht, das zeigt Markus Rothkranz an seinem eigenen Beispiel und darüber schreibt er in diesem Buch.

Schönheit, so sagt er, ist gleichbedeutend mit Gesundheit. Ohne Gesundheit ist wirkliche Schönheit auch mit allen künstlichen Hilfsmitteln, Operationen usw. nicht möglich.

An deinem Aussehen, an jedem Pickel, jeder Falte, lässt sich erkennen, wie es um deine Gesundheit, um den Zustand deiner Organe bestellt ist. Markus Rothkranz zeigt in seinem Buch, wie alles miteinander zusammenhängt. Gesicht und Organe, du und die Welt.

Interessant an dem Buch finde ich vor allem die Darstellungen zu den Organzusammenhängen. Welche Teile deines Gesichts & deines übrigen Körpers mit welchen Organen in Zusammenhang stehen. Wie du lernen kannst, deine Falten, Pickel, Ausschläge usw. zu „lesen“ – und was du sinnvollerweise tun kannst, um sie verschwinden zu lassen.

Was mir außerdem gut gefällt, sind die unzählige Male wiederholten Hinweise darauf, dass es nicht um die Oberfläche allein geht. Dass du deinen Körper reinigen – und anschließend sauberhalten – musst, wenn du wirklich heil (gesund) und schön sein willst. Dass es keine Abkürzungen gibt und die wertvollsten Kräuter, Superfoods, Wundermittel dich nicht retten werden, wenn du nicht zuvor die grundlegenden Probleme behebst. In seinen trotzdem vorhandenen Auflistungen wundersamer Mittel fehlen neben exotischen Kräutern und über Markus selbst zu beziehenden Spezialmischungen auch nicht die Verweise auf die in der Natur frei erhältlichen wertvollen Wildkräuter.

Insgesamt ein locker & überzeugend geschriebenes und leicht zu lesendes Einsteigerbuch mit vielen wertvollen Tipps für Menschen, die nach neuen Wegen zu mehr Wohlbefinden, Schönheit und Gesundheit suchen. Und eben ein überzeugender Ansatz, um Menschen zu Veränderung zu bewegen.

Denn diese Welt, die Menschheit, braucht Veränderung. Umdenken. Veränderung unserer Lebensgewohnheiten. Bevor wir uns selbst und alles andere hier zerstören. (Oder, vielleicht eher, die Erde sich von unserer physischen Präsenz befreit.) Und Veränderung beginnt immer in dir selbst. Heilst du dich, so heilst du auch die Welt. Selbst wenn du aus eitlen, oberflächlichen Motiven damit beginnst, wirst du mit der Veränderung deiner Ernährungs- und Lebensweise eine Erfahrung machen, die dich weit über dein Aussehen hinaus verändern wird. Und sich auf das gesamte Universum auswirken wird.

Herzlichen Dank an den Hans-Nietsch-Verlag, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat! Beziehen kannst du es direkt über den Verlag, oder hier über amazon.

Gelesen: Natural Eating

Als eine liebe Freundin mir kürzlich dieses Buch empfahl, habe ich nicht lange gezögert: Natural Eating – Natürlich essen -, das ist mein Thema. Also hab ich es mir sofort gekauft – als Kindle eBook, damit ich nicht wochenlang auf die Lieferung bis hierher auf die Insel warten muss – und gelesen. Um es vorwegzunehmen: das Buch steckt voller interessanter Informationen zu unserer Ernährung, große Überraschungen haben mich darin jedoch nicht erwartet. Der Ernährungswissenschaftler Geoff Bond definiert in „Natural Eating. Natürlich fit und gesund essen was der Körper wirklich braucht.“* natürliches Essen als das „Essen in Harmonie mit unserer genetischen Programmierung“. Um festzustellen, wie das aussehen muss, betrachtet er sowohl unsere prähistorischen Vorfahren (in der Zeit, bevor sie begannen, sich sesshaft zu machen) als auch unsere nahen Verwandten, die verschiedenen Primaten-Arten, sowie einige noch in der jüngeren Vergangenheit ursprünglich lebenden Völker wie beispielsweise die Aborigines und vergleicht sie miteinander. Es überrascht nicht zu sehen, dass deren Ernährungsgewohnheiten alle durch dieselben Faktoren definiert werden:

  • großes Volumen (ca. 2 kg pflanzlicher Nahrung/pro Tag)
  • geringe Kaloriendichte
  • reich an Mikronährstoffen
  • reich an Ballaststoffen
  • sehr wenig Fett
  • niedriger glykämischer Index
  • wenig Salz

So sah die Ernährung der sehr frühen Menschen vermutlich aus: Sie lebten von Gesammeltem: Nüsse, Früchte, Blätter, Wurzeln, Raupen, Krustentiere, Rinden, Harze, Gräser, gelegentlich Aas. Tierisches machte vermutlich einen Anteil von höchstens 20% an ihrer Ernährung aus, und es handelte sich dabei um Echsen, Schlangen, Käfer, Raupen, Frösche, Insekten, Schalentiere, Eier, kleine Wildtiere und Aas. Im Hinblick auf den Fettgehalt ist das eine fettarme Ernährungsweise, bei der die aufgenommenen Fette kaum gesättigte, dafür viele essentielle Fettsäuren mit einem Linolsäure-Linolensäure-Verhältnis zwischen 4:1 und 1:1 waren. Ca. 2kg pflanzliche Nahrung wurde pro Tag gegessen – für dieses Volumen sind unsere Körper geschaffen; die Nahrung war durchweg von geringer Kaloriendichte und Kalorien stellen eher kein geeignetes Maß für unsere ausreichende Ernährung dar. Ebensowenig übrigens, wie die moderne Interpretation des BMI: die Aborigines z. B., die noch bis vor ca. 200 Jahren sehr ursprünglich lebten und sich ernährten, waren für heutige Begriffe sehr dünn, mit einem BMI zwischen 13,5 und 19, aber wesentlich gesünder als die Allermeisten heute. Zum Vergleich: ein BMI unter 18 oder 19 (je nach Tabelle) gilt heutzutage als behandlungsbedürftiges Untergewicht.

Die Probleme begannen mit der Sesshaftigkeit und dem damit verbundenen Anbau vor rund 10.000 Jahren. … Das Buch gibt einen guten Überblick über die sich ändernden Ernährungsgewohnheiten und über die Zusammenhänge zwischen den als „normal“ angesehenen Zivilisationskrankheiten und der Standardernährung, deren Details ich mir (& dir) jetzt mal erspare.

Als weitere Aspekte, die für eine natürliche Ernährungsweise eine Rolle spielen, erwähnt Geoff Bond

  • die Bedeutung des Säuren-Basen-Gleichgewichts im Körper und der daraus folgenden Notwendigkeit, überwiegend basisch zu essen (nur Früchte, Salate, Gemüse werden basisch verstoffwechselt!)
  • Geeignete bzw. ungeeignete Kombinationen aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen von Früchten, Stärke, Proteinen und Fetten an die Verdauung:
    • Früchte werden im Dünndarm verdaut und sollen nur auf leeren Magen gegessen werden, und nur Mono.
    • Proteine und Stärke sollten nicht kombiniert werden. Die Stärkeverdauung beginnt im Mund, wird im Magen gestopt und im Dünndarm fortgesetzt. Proteine (insbesondere tierische Proteine) hingegen brauchen eine verlängerte Bearbeitung durch Säuren und Enzyme im Magen und anschließend weitere Verdauung im Dünndarm. Beide kurbeln die Insulinausschüttung an.
    • Für Salate, Gemüse und Fette gibt es keine Regeln, hier kann beliebig kombiniert werden.
  • Nach den Mahlzeiten sollten daher folgende Mindestpausen eingehalten werden, bevor etwas anderes gegessen wird:
    • Nach Früchten 15 Minuten
    • Nach Stärke 1 Std.
    • Nach pflanzlichem Protein 2 Std, nach tierischem Protein 3 Std.
  • Ebenfalls im Interesse einer guten Verdauung sollten die Mahlzeiten eher klein sein.

Unsere Ahnen konnten damals im Dschungel überleben; wir müssen uns nun im Dschungel der Supermärkte etc. zurechtfinden. NICHTS, was dort angeboten wird, hätten unsere prähistorischen Vorfahren als essbar erkannt!!! Selbst die heute angebotenen Früchte sind etwas komplett Anderes als die, die es damals gab. Es gilt also, klug zu wählen!

„Natürliche Ernährung“, das heisst heutzutage folglich auch, die Kunst, unter modernen Bedingungen unseren natürlichen Ernährungsmustern nahezukommen. Dieses natürliche Ernährungsmuster sieht, Geoff Bond zufolge, zusammengefasst so aus:

  • Das Nahrungsangebot zeichnet sich durch großes Volumen, viele Ballaststoffe, geringe Kaloriendichte, hohe Mikronährstoffdichte, niedrigen glykämischen Index, wenig Fett und wenig Salz aus.
  • Unsere Programmierung sieht vor, dass wir
    • wenig aber oft essen,
    • morgens erst mit dem Essen beginnen, wenn unser Körper dafür bereit ist
    • abends wenig oder gar nichts essen
    • einfache Mahlzeiten essen, mono oder wenige verschiedene Sachen
    • gut kombinieren: Früchte. oder: Salat und Gemüse. oder: Gemüse mit wenig guter Stärke. oder: Gemüse mit wenig gutem Protein.

Auf unseren Speiseplan gehören täglich

  • 2-3 Pfund Salate und grüne oder gelbe Gemüse (mindestens 40% unseres Tagesverzehrs)
  • 1-2 Pfund Früchte mit niedrigem glykämischen Index (mindestens 25% des Tagesverzehrs)
  • viele Wurzeln und Knollen mit niedrigem glykämischen Index
  • in Maßen Nüsse
  • wenig oder keine Hülsenfrüchte
  • optional in Maßen Wildtiere

Ich zitiere hier aus dem Buch; für mich ist letzteres absolut keine Option! Bezüglich tierischer Nahrung geht Bond nicht weiter auf die ethische Frage ein; er beschreibt tierische Nahrung heutzutage als optional, aber eben (in der beschriebenen Form!) für einen Teil dessen, was unsere Urahnen gegessen haben. Unter den Primaten gibt es da Unterschiede, Schimpansen scheinen gelegentlich Kleintiere zu jagen und zu essen, während Gorillas komplett vegan leben und höchstens mal Käfer, Würmer etc. zwischen den Blättern mitessen.

Definitiv nicht zu unserer Nahrungspalette gehören, dem Buch zufolge, Getreide, pflanzliche Öle, Milchprodukte, Fleisch von Farmtieren (Kühe, Ziegen, Schweine, Schafe), und Zucker.

Absolut wiederfinden kann ich mich in seiner Aussage, wir seien aufgrund unserer genetischen Programmierung Früchteesser; instinktiv suchen wir immer nach dem süßen Geschmack, der uns ursprünglich gute, bekömmliche, sättigende und nährstoffreiche Nahrung anzeigte. Allerdings sind unsere modernen Früchte auf gesteigerte Süße = mehr Zucker gezüchtet und reichen daher für eine unseren Mineralstoffbedarf deckende Ernährung ohne die oben genannten, großen Mengen an Grün und Gemüse nicht aus.

Die Lebensweise unserer prähistorischen Verwandten gibt übrigens auch Aufschluss über unser natürliches, artgerechtes Bewegungsverhalten: damals waren die Menschen Sammler und gelegentlich vielleicht auch mal Jäger, sie zogen in Gruppen umher und brauchten für Ihre Versorgung ein Gebiet von ca. 200 Quadratmeilen. Frauen und Kinder zogen damals ca. vier bis fünf Stunden pro Tag auf Nahrungssuche umher und legten dabei überwiegend gehend schätzungsweise fünf Meilen, also ca. 7,5km zurück. Männer gingen und liefen noch mehr, nämlich ca. neun bis zwölf Meilen pro Tag. Zum Erhalt deiner Gesundheit, also ohne besonders herausragende Leistungen im Sport anzustreben, solltest du versuchen, das bei deinem Bewegungsprogramm abzubilden. Also mindestens 2-5mal/Woche 20 bis 60 Minuten aerobes Training, bei einer Herzfrequenz von ca. 70/Minute. Du kannst z. B. Gehen, Radfahren, Schwimmen, schnell Tanzen, Golf oder Tennis spielen, Schneeschieben, Laubharken usw.

Nicht anschließen mag ich mich der Ansicht des Autors, Pestizide seien nicht weiter beachtenswert, da die über die pflanzliche Nahrung aufgenommene Menge unkritisch sei und ohnehin die Schädlichkeit von Pestiziden für den menschlichen Körper nicht nachgewiesen sei. Allerdings stimme ich ihm zu, das es besser ist, pestizid-behandeltes Obst und Gemüse zu essen als gar keines bzw. als sich ersatzweise auf künstliche/unnatürliche Nahrung zu beschränken. Auch finde ich seine Empfehlung, Obst und Gemüse wegen potentieller Bakterien darauf gründlich zu waschen; gleichzeitig aber routinemäßig B12 zu supplementieren, weil unser Essen heutzutage ja zu hygienisch sei, etwas widersinnig.

Bestandteil des Buches sind Anhänge mit beispielhaften Essensplänen für mehrere Tage. Die mir allerdings zeigen, wie sehr die Vorstellungen von „abends wenig oder nichts essen“ auseinander gehen können. In den Plänen sind im Zeitraum von 16 bis 22 Uhr regelmäßig 3 Mahlzeiten enthalten, die zudem noch sehr fettlastig sind. Aber nun ja, es ist alles relativ, ne 😉

Insgesamt finde ich das Buch sehr ergiebig und interessant und werde es in meine Bibliothek aufnehmen.

Danke für den Tipp, liebe Agatha! 🙂

*Der Link zum Buch ist ein Affiliate-Link; er dient in erster Linie deiner Information. Wenn du über diesen Link das Buch bei Amazon kaufst, bekomme ich eine kleine Provision dafür. Damit unterstützt du meine Arbeit – danke dafür!

Gelesen: Gesünder Fitter Roh! von Kriss Micus

Unter den vielen auf den Markt strömenden Rohkost-Büchern hat mich das von Kriss Micus, Gesünder, Fitter, Roh!: In einem Jahr erfolgreich zu veganer Rohkost. neugierig gemacht. Drum habe ich mir ein Exemplar herschicken lassen (Vielen Dank dem Eden Verlag dafür!) und es gelesen.

Gesünder, Fitter, Roh! ist eine unterhaltsam geschriebene Mischung aus Erfahrungsbericht und Rohkostratgeber. Kriss schreibt mitreissend und sehr offen über ihre Erfahrungen in ihrem ersten Jahr mit der Rohkost. Ihre Ernährungsumstellung wurde, wie bei vielen, ausgelöst durch gesundheitliche Probleme – obwohl sie sich doch schon vorher zeitlebens bewusst und „gesund“ ernährt hatte. Ihre Nachforschungen zeigen ihr schnell, dass eben doch vieles gemeinhin für „gesund“ gehaltene dies gar nicht ist, und führen sie ebenso schnell zur Rohkost.

In dem Buch beschreibt sie ihren Weg zur für sie passenden Ernährung – über Stolpersteine, Entgiftungsprobleme und viele Erkenntnisse. Darin verpackt vermittelt sie in gut sortierten Abschnitten viele Fakten zur Rohkost, ihrem Weg von der Anfängerin hin zu detaillierterem Wissen folgend. Auch wenn einige dieser Fakten offensichtlich falsch (Urköstler sind keine Instinktos und essen ganz bestimmt keine Tiere! Und Frutarier essen auch nicht nur, was von selbst vom Baum fällt.) oder doch zumindestens stark umstritten sind (Ich halte die Einnahme von B12 als NEM nach wie vor nicht grundsätzlich für notwendig!), präsentiert sie viel Wissenswertes, um sich in der Welt der Rohkost zurechtzufinden. Ihre Themen erstrecken sich dabei von der Frage, was Rohköstler eigentlich essen bis hin zu Aminosäuren und Enzymen, von „Hauptsache roh“ bis zu mehr oder weniger empfehlenswerten Nahrungsmitteln und Kombinationen, von Salat bis Superfoods. Auch Anti-Aging, Fitness und die Auswirkungen von Rohkost auf das Sozialleben fehlen nicht.

Kriss‘ Weg führt sie von der Rohkost als freudlosen, unbefriedigenden Zwang über Gourmet-Rezepte hin zu mehr Gelassenheit und Zufriedenheit mit ihrer neuen Ernährungsform und der gelungenen Integration von Rohkost in ihren Alltag als Vollzeit-Vertrieblerin & Single in einer deutschen Großstadt. Nach einer schweren Eingewöhnungszeit ist sie sich nach einem Jahr sicher, dass sie mit der Rohkost die gesündeste Ernährungsform gefunden hat. Trotzdem will sie sich nicht zu 100% verpflichten, erlaubt sich gelegentliche Ausnahmen, merkt aber, dass diese sie immer weniger interessieren.

Mein Fazit: Für alle Rohkost-Interessierten und -Einsteiger ein sicher überzeugendes, informatives und mutmachendes Buch, das sich gut lesen lässt!

Kinderbücher

Anlässlich des Internationalen Kinderbuchtags am Dienstag dieser Woche möchte ich dir heute ein paar meiner Lieblingskinderbücher vorstellen. Rohkostfreundliche und/oder pro-vegane Bücher z. B., oder solche, die Mut zum „Anders-Sein“ machen.

Manche Kinderbücher finde ich geradezu schrecklich – wenn Tiere schon in den Büchern für die ganz Kleinen unter dem Aspekt ihrer „Verwendung“ als Nahrungsmittel beschrieben werden. Pervers, wenn in Pferdemagazinen in einem Bericht über Berufe, die mit Pferden zu tun haben, auch der Pferdeschlachter beschrieben wird. Weniger drastisch, aber doch störend und auf die Dauer gehirnwaschend: wenn in Geschichten ständig „tierische Produkte“ konsumiert werden, oder sonstige „Standard“-Lebensmittel, (die ich beim Lesen häufig erst mal erklären musste). Auch die „ganz normale“ Schizophrenie, wenn z. B. Findus und Petterson unbedingt den Elch vor den Jägern schützen wollen, während sie dabei ihre Salamibrote mampfen. Überhaupt das Weltbild, zu dem selbstverständlich Schulen, Ärzte, Medikamente gehören … es mangelt in der Kinderliteratur eindeutig an Identifikationsmöglichkeiten für Kinder, die z. B. bezüglich der Ernährung und/oder halt auch in weiteren Lebensbereichen nicht so ganz dem Mainstream folgen.

Erfreulicherweise gibt es auch immerhin einige andere, wirklich schöne Bücher. Solche, die Mut machen, „anders“ zu sein, sich selbst zu akzeptieren. Dem eigenen Weg zu folgen. Die zeigen, dass Beziehungen auch funktionieren, wenn man nicht alles (z. B. das Essen) teilt. Die die eigenen Gefühle anderen Lebewesen gegenüber bestätigen. Oder solche, in denen eine natürliche Ernährung ganz selbstverständlich ist.

Ich möchte dir hier ein paar unserer Lieblingsbücher aus den vergangenen Jahren vorstellen – Positivbeispiele, die überwiegend noch im Bilderbuch-Bereich angesiedelt sind. Noch schwieriger wird es bei den Büchern für die etwas Größeren. Aber schau doch erstmal:

Ein wundervolles Buch für Kinder (& Große), die sich als „Anders“ und deswegen Nichtdazugehörig empfinden: Irgendwie Anders. Das „Andere“ zu akzeptieren fällt manchmal gar nicht so leicht, bei anderen und bei sich selbst … und dass wir alle irgendwie anders sind, ist doch kein Grund allein zu bleiben, oder?

Ein liebe- und phantasievolles Buch der bekannten Rohköstlerin Thora Tuoni: Annabis grösster Wunsch

Der Klassiker für die Kleinsten: Die kleine Raupe Nimmersatt. Die sich hungrig durch jede Menge Obst futtert, ohne satt zu werden, schließlich verzweifelt alles mögliche JunkFood ausprobiert & davon Bauchweh bekommt & schließlich zu einem grünen Blatt findet, dass ihr Bauchweh kuriert, sie satt macht & groß & stark genug, sich in einen Schmetterling zu verwandeln. Ob Eric Carle Urköstler war? Keine Ahnung, aber er hat noch weitere, schöne Kinderbücher geschrieben & gezeichnet! Auch sehr schön finde ich das Buch vom Faultier und das Bewegungsbilderbuch „Von Kopf bis Fuß“.

In unserer gemischt-essenden Familie war dieses Buch der Hit für die damals 2jährige Tochter & ihren muggelmäßig-essenden Papa. Gibt es eigentlich Brummer, die nach Möhren schmecken? aus der „Nulli & Priesemut“-Reihe von Matthias Sodtke. Die beiden besten Freunde, der Hase Nulli & der Frosch Priesemut, machen alles zusammen. Außer zu essen. Das wollen sie nun auch mal tun, probieren es aus – und stellen fest, dass das, was dem einen schmeckt, dem anderen einfach nicht gut tut. Nach der ersten großen Enttäuschung erkennen sie, dass sie trotzdem beste Freunde bleiben können – selbst wenn sie nicht ALLES teilen können.

Eines der wenigen veganen Kinderbücher, Flieg, Ente, flieg! beschreibt die Geschichte der Freundschaft zwischen Krokodil und Ente – der Ente, die das Krokodil ursprünglich zum Mästen als Festbraten mit nach Hause genommen hatte. Deren Vertrauen & Zuneigung es jedoch nach einiger Zeit ebenfalls Gefühle ihr gegenüber entwickeln ließen. Aus der Rettung der einen geliebten Ente wird dann auch gleich eine gemeinsame Aufklärungs- & Rettungskampagne aller Enten (die von den Krokodilen in Unwissenheit und scheinbarer Freiheit gehalten werden). Ein berührendes und zugleich lustiges Buch von Michael Bedard, für Kinder und Erwachsene!

Die Liliane-Susewind-Reihe, für Kinder zwischen 6 und 12 (meine Einschätzung), besteht aus mittlerweile schon aus neun Geschichten. Die Geschichten des Mädchens, das mit Tieren und Pflanzen kommunizieren kann, zeigt, dass auch Tiere fühlen, denken, lieben. Und dass ihr Anspruch auf Wohlergehen & Glück genauso selbstverständlich und wertvoll ist wie der jedes Menschen. Zugleich thematisieren die Geschichten das Anderssein (von Lilli, mit ihren besonderen Fähigkeiten, aber auch von ihrem besten Freund, dem hochbegabten Jesaja), Freundschaft, Akzeptanz, gegenseitige Unterstützung, den Mut, sich nicht mehr zu verstecken. Und sind zugleich spannend & witzig. Über den zuletzt erschienenen Band, Ein kleines Reh allein im Schnee, schrieb ich hier schon einmal.

Eine Sammlung von Geschichten rund um die Erfahrungen Kinder/Jugendlicher mit den Auswirkungen ihrer mehr oder weniger rohköstlichen Ernährungsweise. Einen Hauch zu offensichtlich, zuviel „erhobener Zeigefinger“, aber immerhin so ziemlich das einzige Buch für diese Altersgruppe, das eine naturgerechte Ernährung thematisiert: Melone zum Frühstück. Abenteuergeschichten über gesundes, genußreiches Essen

Was Jugendbücher betrifft, ist meine Pro-Liste hinsichtlich Ernährung noch sehr klein … mir fällt da momentan nur ein Detail aus der Eragon-Reihe – Das Vermächtnis der Drachenreiter – ein: Eragon, der Drachenreiter, der mit seinem wachsenden Bewusstsein für alles Leben & die Gefühle aller Lebewesen um sich herum, eben diese Lebewesen, die er noch zuvor für seine Nahrung gejagt & getötet hatte, nun nicht mehr essen kann.

Da ich ja aber mit einer leidenschaftlichen Leserin & Geschichtenliebhaberin zusammenlebe, wird mir hoffentlich in den nächsten Jahren noch mehr empfehlenswerter Lesestoff über den Weg laufen, über den ich dir dann berichten kann.

Kennst du gute Bücher, die du uns empfehlen kannst? Solche, die sich im Hinblick auf Ernährung und/oder alternative Lebensstile positiv auszeichnen? Dann freue ich mich, wenn du mir davon erzählen magst!

Gelesen: Meine liebsten Wildpflanzen

Nachdem ich euch kürzlich „Rohköstliches“ vorgestellt habe, hat mir der Verlag nun das neue Buch von Christine Volm zum Lesen & darüber Berichten angeboten: „Meine liebsten Wildpflanzen – rohköstlich: sicher erkennen, vegan genießen. Ein Angebot, das ich gerne angenommen habe … neue Rohkostbücher auf dem Markt finde ich ja immer interessant, und ich freue mich über die Gelegenheit, dir hier mal wieder ein gutes Einsteigerbuch vorstellen zu können.

Denn gut finde ich es tatsächlich! Diesmal geht es, der Titel sagt es schon, nicht um eine Einführung in die Rohkost sondern in die Welt der Wildpflanzen. Der essbaren Wildpflanzen. Die ja einen wesentlichen Teil unserer Ernährung darstellen, so dass du dich möglichst schnell mit ihnen vertraut machen solltest. Unbedingt empfehlenswert zum Kennen- & Bestimmenlernen sind natürlich sachkundig geführte Kräuterwanderungen. Für (anschließende) Sammelgänge auf eigene Faust, zum Nachschlagen bei Unsicherheit & zum Festigen & Erweitern deiner Pflanzenkenntnisse darüberhinaus ein gutes Buch. Pflanzenführer gibt es reichlich auf dem Markt, auch schon ein paar recht empfehlenswerte. Mit diesem Buch von Christine Volm gibt es nun jedoch endlich eines, das nicht nur eine hervorragende Einführung ins Wildpflanzensammeln allgemein plus gut verständlicher Portraits der wichtigsten Wildpflanzen in Deutschland liefert, sondern darüberhinaus die Wildpflanzen aus der Sicht einer natürlichen, roh-veganen Ernährung vorstellt.

Der Untertitel des Buches – sicher erkennen, vegan genießen – liefert schon gleich die perfekte Inhaltsangabe. Es geht los mit grundlegenden Informationen zu in Deutschland heimischen Wildpflanzen & zahlreichen wertvollen Tipps zum Sammeln & dem Umgang mit den Pflanzen. U. a. gehört dazu eine Liste der wichtigsten giftigen Pflanzen, mit denen du dich zu deiner eigenen Sicherheit vertraut machen solltest. Es werden einige Inhaltsstoffe der Pflanzen und ihre Wirkung aufgelistet – ergänzt um die wichtigen Hinweise, dass 1. diese Inhaltsstoffe in isolierter Form nicht gleichermaßen wirkungsvoll sind (NEMs also keine Alternative darstellen) und 2. dieses theoretische Wissen gar nicht notwendig ist, sondern wir durch den Geschmack & andere Rückmeldungen unseres Körpers ganz klar erkennen, welche Pflanzen uns gerade gut tun & welche nicht.

40 Wildpflanzen werden mit Fotos & ausführlicher Beschreibung, incl. Erkennungsmerkmalen zur Abgrenzung von ähnlich aussehenden giftigen Pflanzen vorgestellt, und es gibt zu jeder Pflanze ein roh-veganes Rezept … letztere allerdings für meinen Geschmack zu komplex, zu sehr Gourmet-Rohkost. Auch dieses Buch ist übrigens wieder aufs Schönste bebildert mit den wundervollen Fotos von Maximilian Ludwig.

Wenn du nach einer guten Einführung in die Welt der essbaren Wildpflanzen oder nach Ideen für Zubereitungen damit suchst, ist dieses Buch deines!

Gelesen: Rohköstliches

Ein echter Tipp für die Einsteiger-Rohkostbibliothek: „Rohköstliches – gesund durchs Leben mit veganer Rohkost und Wildpflanzen“ von Christine Volm. Ein handliches, überschaubares Buch mit vielen wertvollen Tipps für den Einstieg in die vegane Rohkost, insbesondere auch zur Verwendung von Wildpflanzen!

Vermutlich nicht zuletzt weil Christine Volms Grundtenor dem meinen ähnelt, ist mir dieses Buch so sympathisch – es kann mMn gar nicht oft genug gesagt werden: „Jeder esse das, was ihm persönlich nachhaltig gut tut!“ Eigenverantwortung ist gefragt, nicht das Folgen von Rohkostgurus und ihren absoluten Lehren. Achte auf dich & werte deine persönliche Erfahrung höher als jede verallgemeinernde Theorie!

„Rohköstliches“ teilt sich auf in vier Kapitel & liefert darin einen Überblick über die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten von veganer Rohkost, viele nützliche Tipps für den Einstieg & die Umsetzung im Alltag, Anleitung zum Sammeln von Wildpflanzen in Stadt & Land, mit einer ausführlichen Beschreibung geeigneter „Anfängerkräuter“, & zahlreiche Rezepte.

Sie betont die für eine erfolgreiche Umsetzung wichtige Einstellung: Rohkost bedeutet Spaß & Genuß, nicht Dogma! Nimm den Einstieg leicht & eventuelle „Fehltritte“ nicht so schwer, fokussiere auf das Positive! Und liefert gleichzeitig praktische Tipps & Ideen für die Befriedigung von Kochkostgelüsten.

Nicht so glücklich finde ich einzig die Tipps zum „versteckten“ Kennenlernen von Wildkräutern, zum Beispiel verarbeitet in Tortenböden oder ähnlichem … zu sehr glaube ich daran, dass unser Geschmackssinn eine lebenserhaltende Bedeutung hat & wir nichts essen sollten, was uns nicht auch pur schmeckt.

Das ausführliche Rezepte-Kapitel beginnt mit dem auch sonst des Öfteren im Buch enthaltenen Hinweis, dass eine Zubereitung von Rohkost absolut nicht erforderlich ist. Und bietet dann eine Vielfalt von Rezepten, alle mit Wildkräutern. Mir persönlich gefallen die meisten davon nicht so – zu viele Zutaten, zu klein geschnippselt, zu sehr Gourmet-Rohkost – jedoch lasse auch ich mich gerne von den Fotos der wunderschön angerichteten Zubereitungen inspirieren. Überhaupt sind die Fotos eine Extra-Erwähnung wert! Mehr noch in den ersten Kapiteln, Aufnahmen von Früchten, Kräutern, Blüten … von Maximilian Ludwig wunderschön in Szene gesetzt!

Gesamturteil: wenn du in Deutschland oder einem klimatisch ähnlichen Land lebst & einen guten Einstieg in eine Rohkosternährung mit Wildpflanzen suchst, ist „Rohköstliches“ dein Buch!

Yoga der Ernährung

Ich habe mal wieder gelesen. Nicht direkt über Rohkost, aber es geht bei bewusster Ernährung, bei bewusstem Leben, ja nicht unbedingt nur um das Essen selbst. So sah das zumindestens Omraam Mikhael Aivanhov. Er vermittelte seine Lehren nur mündlich, das Buch „Yoga der Ernährung“ wurde auf Basis von Mitschriften seiner frei gehaltenen Vorträge erstellt.

Hrani Yoga, das Yoga der Ernährung, ist demzufolge das einfachste, am leichtesten zugängliche Yoga. Da wir alle mehrmals täglich essen, bieten uns die Mahlzeiten dabei gleichzeitig Gelegenheit, Yoga zu praktizieren. Auch wenn dir immer die Zeit für Yoga-Übungen fehlt, kannst du dich so ganz einfach deiner spirituellen Entwicklung widmen.

Es geht darum, Essen zu lernen. In Ruhe & Stille, mit Aufmerksamkeit & Dankbarkeit. So werden, Aivanhov zufolge, die Mahlzeiten zur besten Übung zur Erlangung von Selbstbeherrschung & Gleichgewicht. Essen ist ein Yoga, denn richtiges Essen erfordert Aufmerksamkeit, Konzentration & Selbstbeherrschung.

Eine Mahlzeit, so sagt er, ist eine magische Handlung, bei der Nahrung in Gesundheit, Kraft, Liebe & Licht verwandelt wird. So wie wir mit den kleinsten & alltäglichsten Tätigkeiten umgehen, so tun wir es auch mit allen anderen, denn alles ist miteinander verbunden.

Die Auswahl der Nahrung erfolgt dabei natürlich ebenfalls unter spirituellen Aspekten – so wie die Auswahl von allem, was in uns „hineinkommt“; auch Gedanken & Gefühle. „Gerade mit der Nahrung baut der Mensch seinen Körper auf. Man darf also nicht glauben, dass man immer gesund und freudestrahlend sein wird, wenn man alles mögliche hinunterschlingt. […] Wenn wir alles mögliche durcheinander essen, überlasten wir den Organismus […] und dann werden wir hier oder da krank.“

Ein kleines, handliches Buch, dessen 140 Seiten sich schnell durchlesen lassen. Mir gefällt besonders der Ansatz des alltäglichen Yogas. Der Bedeutung unserer alltäglichen Handlungen für unsere spirituelle Entwicklung.