Heilung bedeutet Reinigung. Schleimfreie Heilkost.

Sogenannte Krankheiten & mangelndes Wohlbefinden sind, so glaube ich, immer zurückzuführen auf Blockaden. Auf etwas, das den Energiefluss hemmt & uns so aus dem Gleichgewicht bringt. Diese Blockaden können körperlichen oder seelischen Ursprungs sein, und da wir beides sind – Seele und Körper – beeinflusst sich beides auch gegenseitig. So können seelische Blockaden & Ungleichgewichte sich ebenso in körperlichen Problemen manisfestieren wie eine ungesunde Lebensführung es kann; umgekehrt kann eine optimierte Ernährung mit den körperlichen auch die seelischen „Wege“, Energiebahnen, frei machen, und ebenso ein Lösen seelischer Konflikte den Körper heilen lassen. Die „Krankheit“ ist dabei nicht dein Feind, den es zu bekämpfen gilt. Sondern eine Ausdrucksform deines Körpers bzw. deiner Seele, um dich auf etwas hinzuweisen. Etwas in deinem Leben, das nicht optimal ist. Nicht dem entspricht, was deine Seele oder dein Körper gerade braucht.

Heute möchte ich diesbezüglich einen Blick auf die (Nahrungs-)Bedürfnisse des Körpers werfen … genauer gesagt auf das, was Arnold Ehret, Autor der Bücher „Vom kranken zum gesunden Menschen durch Fasten“ und „Schleimfreie Heilkost“ dazu geschrieben hat.

In seinem Buch „Schleimfreie Heilkost“ betrachtet auch er diese Blockaden & ihre Ursachen, aus körperlicher Sicht. Und führt das, was in der Medizin, und oft auch im Bereich alternativer Heilmethoden oder unter Rohköstlern, so kompliziert gemacht wird, auf eine ganz einfache Betrachtungsweise zurück.

Seiner Meinung nach ist jede Krankheit eine Verstopfung des Leitungssystems des Körpers, verursacht durch Ansammlungen von Schleim an unterschiedlichen Stellen. Ein Versuch des Körpers, Abfall, Schleim & Gifte auszuscheiden. Es ist nicht die Krankheit, die bekämpft werden muss. Sondern der Körper, der geheilt werden muss. Gereinigt, befreit von Schleim & Giften, die sich von klein an angesammelt haben.

Dass dies nicht innerhalb weniger Tage zu bewerkstelligen ist, ist offensichtlich. Erwarte bitte nicht, dass das, was sich in Jahren angesammelt an, durch einige Tage oder wenige Wochen Rohkost komplett ausgeschieden werden kann. Bedenke, dass dein Körper Zeit braucht für die Reinigung.

Zusätzlich zum Schleim gibt es auch noch Giftstoffe, insbesondere Medikamente, die vielleicht schon vor vielen Jahren eingenommen worden. Diese werden bei einer herkömmlichen Ernährung niemals ganz ausgeschieden. Mit schleimfreier Nahrung jedoch ist es möglich, auch solche Rückstände zu lösen & auszuscheiden. Allerdings können sie, wenn sie auf diese Art wieder in den Kreislauf gelangen, um über die Nieren ausgeschieden zu werden, zu Symptomen wie Herzklopfen oder anderen ungewohnten Empfindungen führen.

Alle „Krankheiten“, wie Erkältungen, Grippe, Nierenentzündungen usw. sind in Wirklichkeit Versuche des Körpers, sich von all dem Schleim & den Giftstoffen zu befreien. Also kein Grund zu klagen, sondern eher ein Anlass, das Wunderwerk deines Körpers zu feiern – denn er tut nichts anderes, als zu versuchen, dein Leben zu retten! 🙂

Ein paar Beispiele, die Ehret erwähnt:

  • Die sogenannte „Erkältung“ ist der Versuch, Abfallstoffe aus den Kopfhöhlen, dem Hals und den Bronchien zu entfernen.
  • Zahnschmerzen sind ein Warnsignal. „Hör auf zu essen, ich muss reparieren, … “
  • Selbst bei Kurz- oder Weitsichtigkeit handelt es sich um eine Verstopfung in den Augen, bei Hörproblemen um selbiges in den Ohren!
  • Einen Kropf oder ein Geschwür bildet der Körper als Speicher von Abfallmengen, um diese am Eindringen in den Kreislauf zu hindern.
  • Geisteskrankheiten führt Ehret ebenfalls auf eine Stauung, in diesem Fall vorwiegend im Gehirn, zurück.

Aufschluss darüber, wie es in deinem Körper aussieht, kann dir deine Zunge geben. Faste einen oder zwei Tage, oder iss drei bis vier Tage nur Obst, und schau, wie belegt deine Zunge aussieht. Auch hier versucht der Körper (der nun, unbelastet bzw. wenig belastet von Nahrung mehr Energie zum Entgiften hat, Schleim auszuscheiden.

Die ultimative Heilmethode ist lt. Ehret folglich eine Fastenkur, gefolgt von schleimfreier Heilkost. Schon während eines kurzen Fastens beginnt der Körper, Abfallstoffe auszuscheiden – über die Zunge, den Urin, den Kot, durch die Nase, … Je schwächer und schlechter du dich während des Fastens fühlst, desto stärker belastet ist dein Körper! Auftretende Schmerzen zeigen Schwachstellen im Körper auf, Nervosität oder Herzstörungen deuten auf im Körper gespeicherte Medikamente hin.

Welche Nahrungsmittel sind schleimbildend und welche nicht?

Sehr schleimbildend:
– alle Getreideerzeugnisse (Brot, Nudeln, usw.)

Sehr schleim- und eiterbildend:
– Milchprodukte (Käse, Quark,… )
– Fleischprodukte, Ei

Etwas weniger schleimbildend:
– Kartoffeln

Auch innerhalb der Rohkost gibt es viele schleimbildende, natürliche Nahrungsmittel:
– Hülsenfrüchte (frische Erbsen, Erdnüsse, gekeimte Linsen, Kichererbsen etc.)
– Mais
– Nüsse, vor allem Walnüsse
– Sonnenblumenkerne, auch andere Samen & Kerne

Solltest du dich (noch) mit herkömmlicher Zivilisationskost ernähren, wäre folglich eine langsame Umstellung auf möglichst schleimfreie Rohkost empfehlenswert. Für den Übergang empfiehlt sich gekochtes Gemüse, welches von aller Kochkost noch am wenigsten schleimbildend ist.

Als Rohköstler*in solltest du möglichst wenig, selten & in kleinen Mengen von den schleimbildenden Nahrungsmitteln essen (oder gar nicht!).

Wenn du unter akuter „Schleimausscheidung“ leidest (also z. B. Schnupfen hast, schuppende Haut, Husten, Pickel, oder oder oder …), verzichte für wenigstens einige Tage auf alles Schleimbildende! Mach am Besten einen Obsttag, also iss nur Früchte. Oder faste einen oder einige Tage. Bis dein Körper wieder im Gleichgewicht ist.

Welche Nahrung ist dauerhaft zu empfehlen?

Das, was mir erfahrungsgemäß sowieso am Besten schmeckt und bekommt: Früchte, stärkefreies Gemüse, grüne Blätter! 🙂
Und auch Ehret ist der Meinung, dass wir (wie alle wild lebenden Tiere) von Natur aus Monoköstler sind. Also idealerweise keine gemischten Mahlzeiten zu uns nehmen.

Aber Achtung! Es geht nicht darum, möglichst viel von den „richtigen“ Nahrungsmitteln zu essen! Ein Zuviel der besten Nahrungsmittel, insbesondere für einen Körper, der voller Abfall- & Giftstoffe steckt, vermindert tatsächlich die Lebenskraft, statt sie zu erhöhen! Um gesund zu werden & zu bleiben braucht es in erster Linie einen Abbau all der Belastungen, die auf deinen Körper wirken. Reinigung von den über Jahre angesammelten Belastungen sowie Verzicht auf das Hinzufügen neuer Belastungen.

Reinigen, heilen, kannst du deinen Körper durch regelmäßige kurze Fastenzeiten, im Wechsel mit reinigenden, nicht oder wenig schleimbildenden Mahlzeiten.

pineapplelove

Gelesen: Natural Eating

Als eine liebe Freundin mir kürzlich dieses Buch empfahl, habe ich nicht lange gezögert: Natural Eating – Natürlich essen -, das ist mein Thema. Also hab ich es mir sofort gekauft – als Kindle eBook, damit ich nicht wochenlang auf die Lieferung bis hierher auf die Insel warten muss – und gelesen. Um es vorwegzunehmen: das Buch steckt voller interessanter Informationen zu unserer Ernährung, große Überraschungen haben mich darin jedoch nicht erwartet. Der Ernährungswissenschaftler Geoff Bond definiert in „Natural Eating. Natürlich fit und gesund essen was der Körper wirklich braucht.“* natürliches Essen als das „Essen in Harmonie mit unserer genetischen Programmierung“. Um festzustellen, wie das aussehen muss, betrachtet er sowohl unsere prähistorischen Vorfahren (in der Zeit, bevor sie begannen, sich sesshaft zu machen) als auch unsere nahen Verwandten, die verschiedenen Primaten-Arten, sowie einige noch in der jüngeren Vergangenheit ursprünglich lebenden Völker wie beispielsweise die Aborigines und vergleicht sie miteinander. Es überrascht nicht zu sehen, dass deren Ernährungsgewohnheiten alle durch dieselben Faktoren definiert werden:

  • großes Volumen (ca. 2 kg pflanzlicher Nahrung/pro Tag)
  • geringe Kaloriendichte
  • reich an Mikronährstoffen
  • reich an Ballaststoffen
  • sehr wenig Fett
  • niedriger glykämischer Index
  • wenig Salz

So sah die Ernährung der sehr frühen Menschen vermutlich aus: Sie lebten von Gesammeltem: Nüsse, Früchte, Blätter, Wurzeln, Raupen, Krustentiere, Rinden, Harze, Gräser, gelegentlich Aas. Tierisches machte vermutlich einen Anteil von höchstens 20% an ihrer Ernährung aus, und es handelte sich dabei um Echsen, Schlangen, Käfer, Raupen, Frösche, Insekten, Schalentiere, Eier, kleine Wildtiere und Aas. Im Hinblick auf den Fettgehalt ist das eine fettarme Ernährungsweise, bei der die aufgenommenen Fette kaum gesättigte, dafür viele essentielle Fettsäuren mit einem Linolsäure-Linolensäure-Verhältnis zwischen 4:1 und 1:1 waren. Ca. 2kg pflanzliche Nahrung wurde pro Tag gegessen – für dieses Volumen sind unsere Körper geschaffen; die Nahrung war durchweg von geringer Kaloriendichte und Kalorien stellen eher kein geeignetes Maß für unsere ausreichende Ernährung dar. Ebensowenig übrigens, wie die moderne Interpretation des BMI: die Aborigines z. B., die noch bis vor ca. 200 Jahren sehr ursprünglich lebten und sich ernährten, waren für heutige Begriffe sehr dünn, mit einem BMI zwischen 13,5 und 19, aber wesentlich gesünder als die Allermeisten heute. Zum Vergleich: ein BMI unter 18 oder 19 (je nach Tabelle) gilt heutzutage als behandlungsbedürftiges Untergewicht.

Die Probleme begannen mit der Sesshaftigkeit und dem damit verbundenen Anbau vor rund 10.000 Jahren. … Das Buch gibt einen guten Überblick über die sich ändernden Ernährungsgewohnheiten und über die Zusammenhänge zwischen den als „normal“ angesehenen Zivilisationskrankheiten und der Standardernährung, deren Details ich mir (& dir) jetzt mal erspare.

Als weitere Aspekte, die für eine natürliche Ernährungsweise eine Rolle spielen, erwähnt Geoff Bond

  • die Bedeutung des Säuren-Basen-Gleichgewichts im Körper und der daraus folgenden Notwendigkeit, überwiegend basisch zu essen (nur Früchte, Salate, Gemüse werden basisch verstoffwechselt!)
  • Geeignete bzw. ungeeignete Kombinationen aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen von Früchten, Stärke, Proteinen und Fetten an die Verdauung:
    • Früchte werden im Dünndarm verdaut und sollen nur auf leeren Magen gegessen werden, und nur Mono.
    • Proteine und Stärke sollten nicht kombiniert werden. Die Stärkeverdauung beginnt im Mund, wird im Magen gestopt und im Dünndarm fortgesetzt. Proteine (insbesondere tierische Proteine) hingegen brauchen eine verlängerte Bearbeitung durch Säuren und Enzyme im Magen und anschließend weitere Verdauung im Dünndarm. Beide kurbeln die Insulinausschüttung an.
    • Für Salate, Gemüse und Fette gibt es keine Regeln, hier kann beliebig kombiniert werden.
  • Nach den Mahlzeiten sollten daher folgende Mindestpausen eingehalten werden, bevor etwas anderes gegessen wird:
    • Nach Früchten 15 Minuten
    • Nach Stärke 1 Std.
    • Nach pflanzlichem Protein 2 Std, nach tierischem Protein 3 Std.
  • Ebenfalls im Interesse einer guten Verdauung sollten die Mahlzeiten eher klein sein.

Unsere Ahnen konnten damals im Dschungel überleben; wir müssen uns nun im Dschungel der Supermärkte etc. zurechtfinden. NICHTS, was dort angeboten wird, hätten unsere prähistorischen Vorfahren als essbar erkannt!!! Selbst die heute angebotenen Früchte sind etwas komplett Anderes als die, die es damals gab. Es gilt also, klug zu wählen!

„Natürliche Ernährung“, das heisst heutzutage folglich auch, die Kunst, unter modernen Bedingungen unseren natürlichen Ernährungsmustern nahezukommen. Dieses natürliche Ernährungsmuster sieht, Geoff Bond zufolge, zusammengefasst so aus:

  • Das Nahrungsangebot zeichnet sich durch großes Volumen, viele Ballaststoffe, geringe Kaloriendichte, hohe Mikronährstoffdichte, niedrigen glykämischen Index, wenig Fett und wenig Salz aus.
  • Unsere Programmierung sieht vor, dass wir
    • wenig aber oft essen,
    • morgens erst mit dem Essen beginnen, wenn unser Körper dafür bereit ist
    • abends wenig oder gar nichts essen
    • einfache Mahlzeiten essen, mono oder wenige verschiedene Sachen
    • gut kombinieren: Früchte. oder: Salat und Gemüse. oder: Gemüse mit wenig guter Stärke. oder: Gemüse mit wenig gutem Protein.

Auf unseren Speiseplan gehören täglich

  • 2-3 Pfund Salate und grüne oder gelbe Gemüse (mindestens 40% unseres Tagesverzehrs)
  • 1-2 Pfund Früchte mit niedrigem glykämischen Index (mindestens 25% des Tagesverzehrs)
  • viele Wurzeln und Knollen mit niedrigem glykämischen Index
  • in Maßen Nüsse
  • wenig oder keine Hülsenfrüchte
  • optional in Maßen Wildtiere

Ich zitiere hier aus dem Buch; für mich ist letzteres absolut keine Option! Bezüglich tierischer Nahrung geht Bond nicht weiter auf die ethische Frage ein; er beschreibt tierische Nahrung heutzutage als optional, aber eben (in der beschriebenen Form!) für einen Teil dessen, was unsere Urahnen gegessen haben. Unter den Primaten gibt es da Unterschiede, Schimpansen scheinen gelegentlich Kleintiere zu jagen und zu essen, während Gorillas komplett vegan leben und höchstens mal Käfer, Würmer etc. zwischen den Blättern mitessen.

Definitiv nicht zu unserer Nahrungspalette gehören, dem Buch zufolge, Getreide, pflanzliche Öle, Milchprodukte, Fleisch von Farmtieren (Kühe, Ziegen, Schweine, Schafe), und Zucker.

Absolut wiederfinden kann ich mich in seiner Aussage, wir seien aufgrund unserer genetischen Programmierung Früchteesser; instinktiv suchen wir immer nach dem süßen Geschmack, der uns ursprünglich gute, bekömmliche, sättigende und nährstoffreiche Nahrung anzeigte. Allerdings sind unsere modernen Früchte auf gesteigerte Süße = mehr Zucker gezüchtet und reichen daher für eine unseren Mineralstoffbedarf deckende Ernährung ohne die oben genannten, großen Mengen an Grün und Gemüse nicht aus.

Die Lebensweise unserer prähistorischen Verwandten gibt übrigens auch Aufschluss über unser natürliches, artgerechtes Bewegungsverhalten: damals waren die Menschen Sammler und gelegentlich vielleicht auch mal Jäger, sie zogen in Gruppen umher und brauchten für Ihre Versorgung ein Gebiet von ca. 200 Quadratmeilen. Frauen und Kinder zogen damals ca. vier bis fünf Stunden pro Tag auf Nahrungssuche umher und legten dabei überwiegend gehend schätzungsweise fünf Meilen, also ca. 7,5km zurück. Männer gingen und liefen noch mehr, nämlich ca. neun bis zwölf Meilen pro Tag. Zum Erhalt deiner Gesundheit, also ohne besonders herausragende Leistungen im Sport anzustreben, solltest du versuchen, das bei deinem Bewegungsprogramm abzubilden. Also mindestens 2-5mal/Woche 20 bis 60 Minuten aerobes Training, bei einer Herzfrequenz von ca. 70/Minute. Du kannst z. B. Gehen, Radfahren, Schwimmen, schnell Tanzen, Golf oder Tennis spielen, Schneeschieben, Laubharken usw.

Nicht anschließen mag ich mich der Ansicht des Autors, Pestizide seien nicht weiter beachtenswert, da die über die pflanzliche Nahrung aufgenommene Menge unkritisch sei und ohnehin die Schädlichkeit von Pestiziden für den menschlichen Körper nicht nachgewiesen sei. Allerdings stimme ich ihm zu, das es besser ist, pestizid-behandeltes Obst und Gemüse zu essen als gar keines bzw. als sich ersatzweise auf künstliche/unnatürliche Nahrung zu beschränken. Auch finde ich seine Empfehlung, Obst und Gemüse wegen potentieller Bakterien darauf gründlich zu waschen; gleichzeitig aber routinemäßig B12 zu supplementieren, weil unser Essen heutzutage ja zu hygienisch sei, etwas widersinnig.

Bestandteil des Buches sind Anhänge mit beispielhaften Essensplänen für mehrere Tage. Die mir allerdings zeigen, wie sehr die Vorstellungen von „abends wenig oder nichts essen“ auseinander gehen können. In den Plänen sind im Zeitraum von 16 bis 22 Uhr regelmäßig 3 Mahlzeiten enthalten, die zudem noch sehr fettlastig sind. Aber nun ja, es ist alles relativ, ne 😉

Insgesamt finde ich das Buch sehr ergiebig und interessant und werde es in meine Bibliothek aufnehmen.

Danke für den Tipp, liebe Agatha! 🙂

*Der Link zum Buch ist ein Affiliate-Link; er dient in erster Linie deiner Information. Wenn du über diesen Link das Buch bei Amazon kaufst, bekomme ich eine kleine Provision dafür. Damit unterstützt du meine Arbeit – danke dafür!

Gesundheit aus dem Wald oder: Alles ist eins

Kennst du schon das Buch „Der Biophilia-Effekt – Heilung aus dem Wald“ von Clemens G. Arvay?

Der Begriff Biophilia oder auch Biophilie, wie Erich Fromm es erstmals in „Die Seele des Menschen“ 1964 erwähnte, stammt von den altgriechischen Wörtern bios = Leben und philia = Liebe. Clemens Arvay, studierter Pflanzenwissenschaftler, beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Mensch und (übriger) Natur und beschreibt in dem Buch, wie alles Lebende miteinander vernetzt ist, miteinander kommuniziert.

„Betrachten wir den Wald für ein paar Augenblicke etwas anders als gewöhnlich. Betrachten wir ihn als einen großen, hoch komplexen Lebensraum, in dem tausende und abertausende Lebewesen miteinander kommunizieren. Die Kronen der Bäume sind dann Sendestationen, die Pflanzenbotschaften in die Luft hinaus fun­ken. Die Blätter der Sträucher, Büsche, Ranken und Kräuter senden Pflanzenvokabeln aus, die von anderen Pflanzen und von Tieren aufgenommen werden.

Im Erdreich geben Wurzeln Stoffe ab, die ebenfalls Botschaften enthalten und sie geben klickende Laute von sich, die das menschliche Ohr nicht hören kann. Die Pflanzen nehmen diese Laute als unterirdische physikalische Schwingungen wahr. Der Wald, so wie jeder andere natürliche Lebensraum, ist ein Ort der regen Unterhaltungen, der dichten Kommunikation.“

Das gilt auch für uns Menschen – auch wir empfangen (und senden) Informationen von (und an) alle anderen Lebewesen, seien sie menschlich, tierisch oder eben pflanzlich.

„Überall schwirren Moleküle umher, die Information enthalten und andere Lebewesen entschlüsseln sie. Darunter befinden sind die unzähligen Terpene, die Pflanzenvokabeln, die ich bereits beschrieben habe. Stellen Sie sich nun vor, sie betreten mit ihrem achtsamen, aufmerksamen und ebenfalls ständig kommunizierenden Immunsystem diesen Wald, einen Hot-Spot der Kommunikation.

Ihr Immunsystem kommuniziert nicht nur mit anderen Organen und Systemen ihres Körpers und mit ihrem Gehirn, sondern auch mit der Außenwelt. Es ist ein Sinnesorgan, das dazu gemacht ist, Information wahrzunehmen, die Sie selbst nicht bewusst wahrnehmen können. Eine der Aufgaben Ihres Immunsystems ist es, Reize aus der Außenwelt einzuschätzen, zu erkennen und darauf zu reagieren. Das können Viren und Bakterien sowie alle möglichen Substanzen sein. Das Immunsystem ist also die unsichtbare Antenne Ihres Körpers, mit der Sie den Wald betreten…

Aus der Neuro-Immunologie wissen wir, dass auch unser Immunsystem ein kommunikationsfähiges Sinnessystem darstellt. Es ist wie eine organische Antenne, welche die Pflanzenfunksprüche im Wald auffängt. Unser Immunsystem reagiert darauf sogar auf ähnliche Weise wie die Pflanzen selbst. Kommen wir mit den gasförmigen Terpenen in Kontakt, steigen nachweislich die Anzahl und die Aktivität der natürlichen Killerzellen. Das sind Immunzellen, die Viren aus dem Körper entfernen sowie potenzielle Krebszellen töten. Auch Tumore werden von den Killerzellen bekämpft.

Schon ein ausgedehnter Waldspaziergang vermehrt die Killerzellen um etwa 50 Prozent und macht sie aktiver. Zwei Tage in einem Wald führen sogar zu einer fast 70-prozentigen Steigerung. Das haben Waldmediziner einer medizinischen Universität in Tokyo herausgefunden. In Japan ist die Waldmedizin bereits durch das staatliche Gesundheitswesen anerkannt. Auch die drei wichtigsten Anti-Krebs-Proteine, mit denen unser Immunsystem Krebszellen vergiftet, werden durch Waldluft gestärkt. Aber das ist noch nicht alles: Die Terpene in der Waldluft führen dazu, dass die Nebennierenrinde mehr von dem Herzschutzhormon DHEA produziert, das uns vor der koronaren Herzkrankheit und vor Gefäßverkalkung schützt. Bei Diabetes-Patienten ist sogar eine Senkung des Blutzuckerspiegels nachweisbar, um ein paar Beispiele aus der Waldmedizin zu nennen“.

Faszinierend, oder?

Was wir daraus lernen können, ist nicht nur, unseren Kontakt mit der übrigen Natur (denn auch wir sind ein Teil davon, selbst wenn in unserem Alltag manchmal nicht viel davon zu merken ist!) zu pflegen, auszudehnen. Sondern auch, diese übrige Natur besser zu schützen. Jährlich werden weltweit 13 Millionen Hektar Wald vernichtet – aus unterschiedlichen Gründen. Einer davon ist Papier. Gerade die Deutschen liegen im Papierverbrauch sehr weit vorn: ein Deutscher verbraucht im Durchschnitt etwa 250kg Papier pro Jahr. Das ist mehr als viermal so viel wie ein durchschnittlicher Weltbewohner! Würde man all das Papier, 20 Millionen Tonnen pro Jahr allein in Deutschland (!), aufeinanderstapeln, ergäbe es, Din A 4 Format als Grundfläche vorausgesetzt, einen Turm von 16.000km Höhe (das ist 40mal so hoch wie die Umlaufbahn der Raumstation ISS!). (Quelle für diese Zahlen)

Kinderbücher

Anlässlich des Internationalen Kinderbuchtags am Dienstag dieser Woche möchte ich dir heute ein paar meiner Lieblingskinderbücher vorstellen. Rohkostfreundliche und/oder pro-vegane Bücher z. B., oder solche, die Mut zum „Anders-Sein“ machen.

Manche Kinderbücher finde ich geradezu schrecklich – wenn Tiere schon in den Büchern für die ganz Kleinen unter dem Aspekt ihrer „Verwendung“ als Nahrungsmittel beschrieben werden. Pervers, wenn in Pferdemagazinen in einem Bericht über Berufe, die mit Pferden zu tun haben, auch der Pferdeschlachter beschrieben wird. Weniger drastisch, aber doch störend und auf die Dauer gehirnwaschend: wenn in Geschichten ständig „tierische Produkte“ konsumiert werden, oder sonstige „Standard“-Lebensmittel, (die ich beim Lesen häufig erst mal erklären musste). Auch die „ganz normale“ Schizophrenie, wenn z. B. Findus und Petterson unbedingt den Elch vor den Jägern schützen wollen, während sie dabei ihre Salamibrote mampfen. Überhaupt das Weltbild, zu dem selbstverständlich Schulen, Ärzte, Medikamente gehören … es mangelt in der Kinderliteratur eindeutig an Identifikationsmöglichkeiten für Kinder, die z. B. bezüglich der Ernährung und/oder halt auch in weiteren Lebensbereichen nicht so ganz dem Mainstream folgen.

Erfreulicherweise gibt es auch immerhin einige andere, wirklich schöne Bücher. Solche, die Mut machen, „anders“ zu sein, sich selbst zu akzeptieren. Dem eigenen Weg zu folgen. Die zeigen, dass Beziehungen auch funktionieren, wenn man nicht alles (z. B. das Essen) teilt. Die die eigenen Gefühle anderen Lebewesen gegenüber bestätigen. Oder solche, in denen eine natürliche Ernährung ganz selbstverständlich ist.

Ich möchte dir hier ein paar unserer Lieblingsbücher aus den vergangenen Jahren vorstellen – Positivbeispiele, die überwiegend noch im Bilderbuch-Bereich angesiedelt sind. Noch schwieriger wird es bei den Büchern für die etwas Größeren. Aber schau doch erstmal:

Ein wundervolles Buch für Kinder (& Große), die sich als „Anders“ und deswegen Nichtdazugehörig empfinden: Irgendwie Anders. Das „Andere“ zu akzeptieren fällt manchmal gar nicht so leicht, bei anderen und bei sich selbst … und dass wir alle irgendwie anders sind, ist doch kein Grund allein zu bleiben, oder?

Ein liebe- und phantasievolles Buch der bekannten Rohköstlerin Thora Tuoni: Annabis grösster Wunsch

Der Klassiker für die Kleinsten: Die kleine Raupe Nimmersatt. Die sich hungrig durch jede Menge Obst futtert, ohne satt zu werden, schließlich verzweifelt alles mögliche JunkFood ausprobiert & davon Bauchweh bekommt & schließlich zu einem grünen Blatt findet, dass ihr Bauchweh kuriert, sie satt macht & groß & stark genug, sich in einen Schmetterling zu verwandeln. Ob Eric Carle Urköstler war? Keine Ahnung, aber er hat noch weitere, schöne Kinderbücher geschrieben & gezeichnet! Auch sehr schön finde ich das Buch vom Faultier und das Bewegungsbilderbuch „Von Kopf bis Fuß“.

In unserer gemischt-essenden Familie war dieses Buch der Hit für die damals 2jährige Tochter & ihren muggelmäßig-essenden Papa. Gibt es eigentlich Brummer, die nach Möhren schmecken? aus der „Nulli & Priesemut“-Reihe von Matthias Sodtke. Die beiden besten Freunde, der Hase Nulli & der Frosch Priesemut, machen alles zusammen. Außer zu essen. Das wollen sie nun auch mal tun, probieren es aus – und stellen fest, dass das, was dem einen schmeckt, dem anderen einfach nicht gut tut. Nach der ersten großen Enttäuschung erkennen sie, dass sie trotzdem beste Freunde bleiben können – selbst wenn sie nicht ALLES teilen können.

Eines der wenigen veganen Kinderbücher, Flieg, Ente, flieg! beschreibt die Geschichte der Freundschaft zwischen Krokodil und Ente – der Ente, die das Krokodil ursprünglich zum Mästen als Festbraten mit nach Hause genommen hatte. Deren Vertrauen & Zuneigung es jedoch nach einiger Zeit ebenfalls Gefühle ihr gegenüber entwickeln ließen. Aus der Rettung der einen geliebten Ente wird dann auch gleich eine gemeinsame Aufklärungs- & Rettungskampagne aller Enten (die von den Krokodilen in Unwissenheit und scheinbarer Freiheit gehalten werden). Ein berührendes und zugleich lustiges Buch von Michael Bedard, für Kinder und Erwachsene!

Die Liliane-Susewind-Reihe, für Kinder zwischen 6 und 12 (meine Einschätzung), besteht aus mittlerweile schon aus neun Geschichten. Die Geschichten des Mädchens, das mit Tieren und Pflanzen kommunizieren kann, zeigt, dass auch Tiere fühlen, denken, lieben. Und dass ihr Anspruch auf Wohlergehen & Glück genauso selbstverständlich und wertvoll ist wie der jedes Menschen. Zugleich thematisieren die Geschichten das Anderssein (von Lilli, mit ihren besonderen Fähigkeiten, aber auch von ihrem besten Freund, dem hochbegabten Jesaja), Freundschaft, Akzeptanz, gegenseitige Unterstützung, den Mut, sich nicht mehr zu verstecken. Und sind zugleich spannend & witzig. Über den zuletzt erschienenen Band, Ein kleines Reh allein im Schnee, schrieb ich hier schon einmal.

Eine Sammlung von Geschichten rund um die Erfahrungen Kinder/Jugendlicher mit den Auswirkungen ihrer mehr oder weniger rohköstlichen Ernährungsweise. Einen Hauch zu offensichtlich, zuviel „erhobener Zeigefinger“, aber immerhin so ziemlich das einzige Buch für diese Altersgruppe, das eine naturgerechte Ernährung thematisiert: Melone zum Frühstück. Abenteuergeschichten über gesundes, genußreiches Essen

Was Jugendbücher betrifft, ist meine Pro-Liste hinsichtlich Ernährung noch sehr klein … mir fällt da momentan nur ein Detail aus der Eragon-Reihe – Das Vermächtnis der Drachenreiter – ein: Eragon, der Drachenreiter, der mit seinem wachsenden Bewusstsein für alles Leben & die Gefühle aller Lebewesen um sich herum, eben diese Lebewesen, die er noch zuvor für seine Nahrung gejagt & getötet hatte, nun nicht mehr essen kann.

Da ich ja aber mit einer leidenschaftlichen Leserin & Geschichtenliebhaberin zusammenlebe, wird mir hoffentlich in den nächsten Jahren noch mehr empfehlenswerter Lesestoff über den Weg laufen, über den ich dir dann berichten kann.

Kennst du gute Bücher, die du uns empfehlen kannst? Solche, die sich im Hinblick auf Ernährung und/oder alternative Lebensstile positiv auszeichnen? Dann freue ich mich, wenn du mir davon erzählen magst!

Gelesen: Meine liebsten Wildpflanzen

Nachdem ich euch kürzlich „Rohköstliches“ vorgestellt habe, hat mir der Verlag nun das neue Buch von Christine Volm zum Lesen & darüber Berichten angeboten: „Meine liebsten Wildpflanzen – rohköstlich: sicher erkennen, vegan genießen. Ein Angebot, das ich gerne angenommen habe … neue Rohkostbücher auf dem Markt finde ich ja immer interessant, und ich freue mich über die Gelegenheit, dir hier mal wieder ein gutes Einsteigerbuch vorstellen zu können.

Denn gut finde ich es tatsächlich! Diesmal geht es, der Titel sagt es schon, nicht um eine Einführung in die Rohkost sondern in die Welt der Wildpflanzen. Der essbaren Wildpflanzen. Die ja einen wesentlichen Teil unserer Ernährung darstellen, so dass du dich möglichst schnell mit ihnen vertraut machen solltest. Unbedingt empfehlenswert zum Kennen- & Bestimmenlernen sind natürlich sachkundig geführte Kräuterwanderungen. Für (anschließende) Sammelgänge auf eigene Faust, zum Nachschlagen bei Unsicherheit & zum Festigen & Erweitern deiner Pflanzenkenntnisse darüberhinaus ein gutes Buch. Pflanzenführer gibt es reichlich auf dem Markt, auch schon ein paar recht empfehlenswerte. Mit diesem Buch von Christine Volm gibt es nun jedoch endlich eines, das nicht nur eine hervorragende Einführung ins Wildpflanzensammeln allgemein plus gut verständlicher Portraits der wichtigsten Wildpflanzen in Deutschland liefert, sondern darüberhinaus die Wildpflanzen aus der Sicht einer natürlichen, roh-veganen Ernährung vorstellt.

Der Untertitel des Buches – sicher erkennen, vegan genießen – liefert schon gleich die perfekte Inhaltsangabe. Es geht los mit grundlegenden Informationen zu in Deutschland heimischen Wildpflanzen & zahlreichen wertvollen Tipps zum Sammeln & dem Umgang mit den Pflanzen. U. a. gehört dazu eine Liste der wichtigsten giftigen Pflanzen, mit denen du dich zu deiner eigenen Sicherheit vertraut machen solltest. Es werden einige Inhaltsstoffe der Pflanzen und ihre Wirkung aufgelistet – ergänzt um die wichtigen Hinweise, dass 1. diese Inhaltsstoffe in isolierter Form nicht gleichermaßen wirkungsvoll sind (NEMs also keine Alternative darstellen) und 2. dieses theoretische Wissen gar nicht notwendig ist, sondern wir durch den Geschmack & andere Rückmeldungen unseres Körpers ganz klar erkennen, welche Pflanzen uns gerade gut tun & welche nicht.

40 Wildpflanzen werden mit Fotos & ausführlicher Beschreibung, incl. Erkennungsmerkmalen zur Abgrenzung von ähnlich aussehenden giftigen Pflanzen vorgestellt, und es gibt zu jeder Pflanze ein roh-veganes Rezept … letztere allerdings für meinen Geschmack zu komplex, zu sehr Gourmet-Rohkost. Auch dieses Buch ist übrigens wieder aufs Schönste bebildert mit den wundervollen Fotos von Maximilian Ludwig.

Wenn du nach einer guten Einführung in die Welt der essbaren Wildpflanzen oder nach Ideen für Zubereitungen damit suchst, ist dieses Buch deines!

Gelesen: Rohköstliches

Ein echter Tipp für die Einsteiger-Rohkostbibliothek: „Rohköstliches – gesund durchs Leben mit veganer Rohkost und Wildpflanzen“ von Christine Volm. Ein handliches, überschaubares Buch mit vielen wertvollen Tipps für den Einstieg in die vegane Rohkost, insbesondere auch zur Verwendung von Wildpflanzen!

Vermutlich nicht zuletzt weil Christine Volms Grundtenor dem meinen ähnelt, ist mir dieses Buch so sympathisch – es kann mMn gar nicht oft genug gesagt werden: „Jeder esse das, was ihm persönlich nachhaltig gut tut!“ Eigenverantwortung ist gefragt, nicht das Folgen von Rohkostgurus und ihren absoluten Lehren. Achte auf dich & werte deine persönliche Erfahrung höher als jede verallgemeinernde Theorie!

„Rohköstliches“ teilt sich auf in vier Kapitel & liefert darin einen Überblick über die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten von veganer Rohkost, viele nützliche Tipps für den Einstieg & die Umsetzung im Alltag, Anleitung zum Sammeln von Wildpflanzen in Stadt & Land, mit einer ausführlichen Beschreibung geeigneter „Anfängerkräuter“, & zahlreiche Rezepte.

Sie betont die für eine erfolgreiche Umsetzung wichtige Einstellung: Rohkost bedeutet Spaß & Genuß, nicht Dogma! Nimm den Einstieg leicht & eventuelle „Fehltritte“ nicht so schwer, fokussiere auf das Positive! Und liefert gleichzeitig praktische Tipps & Ideen für die Befriedigung von Kochkostgelüsten.

Nicht so glücklich finde ich einzig die Tipps zum „versteckten“ Kennenlernen von Wildkräutern, zum Beispiel verarbeitet in Tortenböden oder ähnlichem … zu sehr glaube ich daran, dass unser Geschmackssinn eine lebenserhaltende Bedeutung hat & wir nichts essen sollten, was uns nicht auch pur schmeckt.

Das ausführliche Rezepte-Kapitel beginnt mit dem auch sonst des Öfteren im Buch enthaltenen Hinweis, dass eine Zubereitung von Rohkost absolut nicht erforderlich ist. Und bietet dann eine Vielfalt von Rezepten, alle mit Wildkräutern. Mir persönlich gefallen die meisten davon nicht so – zu viele Zutaten, zu klein geschnippselt, zu sehr Gourmet-Rohkost – jedoch lasse auch ich mich gerne von den Fotos der wunderschön angerichteten Zubereitungen inspirieren. Überhaupt sind die Fotos eine Extra-Erwähnung wert! Mehr noch in den ersten Kapiteln, Aufnahmen von Früchten, Kräutern, Blüten … von Maximilian Ludwig wunderschön in Szene gesetzt!

Gesamturteil: wenn du in Deutschland oder einem klimatisch ähnlichen Land lebst & einen guten Einstieg in eine Rohkosternährung mit Wildpflanzen suchst, ist „Rohköstliches“ dein Buch!

Yoga der Ernährung

Ich habe mal wieder gelesen. Nicht direkt über Rohkost, aber es geht bei bewusster Ernährung, bei bewusstem Leben, ja nicht unbedingt nur um das Essen selbst. So sah das zumindestens Omraam Mikhael Aivanhov. Er vermittelte seine Lehren nur mündlich, das Buch „Yoga der Ernährung“ wurde auf Basis von Mitschriften seiner frei gehaltenen Vorträge erstellt.

Hrani Yoga, das Yoga der Ernährung, ist demzufolge das einfachste, am leichtesten zugängliche Yoga. Da wir alle mehrmals täglich essen, bieten uns die Mahlzeiten dabei gleichzeitig Gelegenheit, Yoga zu praktizieren. Auch wenn dir immer die Zeit für Yoga-Übungen fehlt, kannst du dich so ganz einfach deiner spirituellen Entwicklung widmen.

Es geht darum, Essen zu lernen. In Ruhe & Stille, mit Aufmerksamkeit & Dankbarkeit. So werden, Aivanhov zufolge, die Mahlzeiten zur besten Übung zur Erlangung von Selbstbeherrschung & Gleichgewicht. Essen ist ein Yoga, denn richtiges Essen erfordert Aufmerksamkeit, Konzentration & Selbstbeherrschung.

Eine Mahlzeit, so sagt er, ist eine magische Handlung, bei der Nahrung in Gesundheit, Kraft, Liebe & Licht verwandelt wird. So wie wir mit den kleinsten & alltäglichsten Tätigkeiten umgehen, so tun wir es auch mit allen anderen, denn alles ist miteinander verbunden.

Die Auswahl der Nahrung erfolgt dabei natürlich ebenfalls unter spirituellen Aspekten – so wie die Auswahl von allem, was in uns „hineinkommt“; auch Gedanken & Gefühle. „Gerade mit der Nahrung baut der Mensch seinen Körper auf. Man darf also nicht glauben, dass man immer gesund und freudestrahlend sein wird, wenn man alles mögliche hinunterschlingt. […] Wenn wir alles mögliche durcheinander essen, überlasten wir den Organismus […] und dann werden wir hier oder da krank.“

Ein kleines, handliches Buch, dessen 140 Seiten sich schnell durchlesen lassen. Mir gefällt besonders der Ansatz des alltäglichen Yogas. Der Bedeutung unserer alltäglichen Handlungen für unsere spirituelle Entwicklung.

Lesenswert: Denkanstöße für mehr Gesundheit & Freiheit

So einfach ist das:

„Nun ist es aber natürlich so, dass die Lieblingstemperatur des Lebens zwischen 20 und 37 Grad Celsius liegt. Hier fühlt es sich wohl, lässt Pflanzen gedeihen und Herzen höher schlagen. Kochen wir das Leben in einem Hochofen, halten es über einen Bunsenbrenner oder grillen es über dem Feuer, erlischt es. Auch unser eigener Körper kann nicht mehr leben, erhöht sich seine Temperatur um nur vier bis fünf Grad auf 41 oder 42 Grad Celsius, was Fieber bedeutet. Hinsichtlich dieser Überlegungen kann es uns also nicht wundern, dass aus unter Hitzeverwendung entstandenen Dingen das Leben gewichen ist.

Ein kurzes Buch mit einem langen Titel: Tante Edeltrauds Überlegungen als Schaffung von mehr Wohlbehagen im Menschen. Umfassende, leicht les- & nachvollziehbare philosophische & praktische Überlegungen zu einem ganzheitlichen Konzept für einen gesundheits- und freiheitsfördernden Lebensstil. Wohlbehagen, natürlicherweise zu erreichen durch Einfachheit, Zufriedenheit, Offenheit & Gesundheit. Nicht nur, aber auch auf die Ernährung bezogen. Die offenbar nicht nur, so die Schlussfolgerung, natürlicher- & artgerechterweise roh & vegan sein sowie mono, ungemischt, genossen werden sollte, sondern vor allem wieder ausschließlich ihrem eigentlichen Zweck, der Nährung & dem Krafterhalt des Körpers dienen sollte. Nicht der ersatzweisen Erfüllung emotionaler Bedürfnisse.

Die Befreiung vom Emotionsessen ist immer wieder ein interessantes Thema. Auch gesunde Nahrung kann im Unverstand gegessen werden. [… ] Es verfehlt den Zweck unseres ganzheitlichen Konzepts, uns nun ständig mit grüner Nahrung zu überlasten. Viele Gemüse, Salate und Früchte sind so lecker, dass es durchaus verlockend sein kann, von morgens bis abends davon zu essen. [… ] Richtige körperliche Gesundheit jedoch entfaltet sich erst dann, wenn der Körper nicht mit mehr Verdauungsarbeit belastet wird als nötig. […] Für die meisten Menschen mag es für einen längeren Zeitraum noch stimmiger sein und sich besser anfühlen, sich bei Bedarf nach Lust und Laune der Emotionskost zu bedienen. Es geht uns hier nicht darum, jemanden in ein Gefühl des Verzichts zu stürzen, sondern darum, ein Bewusstsein für ein ganzheitliches Konzept zu entwickeln.

Eine schöne & inspirierende Lektüre!

Erhältlich ist das Buch bei amazon oder direkt beim Roh-Ark-Verlag.

Die beste Quelle für Eiweiß …

… & Mineralien für den menschlichen Körper sind dunkelgrüne Blattgemüse: Spinat, Grünkohl, Wirsing, Mangold, Romana-Salat, Feldsalat, Pak Choy und natürlich ganz besonders Wildkräuter wie Löwenzahn, Brennessel usw.

Das spürt ihr, wenn ihr euch davon ernährt. Und wem das nicht reicht: es ist auch wissenschaftlich belegt, gut verständlich nachzulesen z. B. in Victoria Boutenko’s Buch „Green for Life: Grüne Smoothies nach der Boutenko-Methode

Ich finde hier im Norden von Teneriffa momentan eine reiche Auswahl: Sauerklee (büschelweise!), wilder Fenchel, Kapuzinerkresse, Brennesseln, Melde, Vogelmiere … & überall in schier unglaublichen Dimensionen:

Aloe Vera