Gelesen: Gesünder Fitter Roh! von Kriss Micus

Unter den vielen auf den Markt strömenden Rohkost-Büchern hat mich das von Kriss Micus, Gesünder, Fitter, Roh!: In einem Jahr erfolgreich zu veganer Rohkost. neugierig gemacht. Drum habe ich mir ein Exemplar herschicken lassen (Vielen Dank dem Eden Verlag dafür!) und es gelesen.

Gesünder, Fitter, Roh! ist eine unterhaltsam geschriebene Mischung aus Erfahrungsbericht und Rohkostratgeber. Kriss schreibt mitreissend und sehr offen über ihre Erfahrungen in ihrem ersten Jahr mit der Rohkost. Ihre Ernährungsumstellung wurde, wie bei vielen, ausgelöst durch gesundheitliche Probleme – obwohl sie sich doch schon vorher zeitlebens bewusst und „gesund“ ernährt hatte. Ihre Nachforschungen zeigen ihr schnell, dass eben doch vieles gemeinhin für „gesund“ gehaltene dies gar nicht ist, und führen sie ebenso schnell zur Rohkost.

In dem Buch beschreibt sie ihren Weg zur für sie passenden Ernährung – über Stolpersteine, Entgiftungsprobleme und viele Erkenntnisse. Darin verpackt vermittelt sie in gut sortierten Abschnitten viele Fakten zur Rohkost, ihrem Weg von der Anfängerin hin zu detaillierterem Wissen folgend. Auch wenn einige dieser Fakten offensichtlich falsch (Urköstler sind keine Instinktos und essen ganz bestimmt keine Tiere! Und Frutarier essen auch nicht nur, was von selbst vom Baum fällt.) oder doch zumindestens stark umstritten sind (Ich halte die Einnahme von B12 als NEM nach wie vor nicht grundsätzlich für notwendig!), präsentiert sie viel Wissenswertes, um sich in der Welt der Rohkost zurechtzufinden. Ihre Themen erstrecken sich dabei von der Frage, was Rohköstler eigentlich essen bis hin zu Aminosäuren und Enzymen, von „Hauptsache roh“ bis zu mehr oder weniger empfehlenswerten Nahrungsmitteln und Kombinationen, von Salat bis Superfoods. Auch Anti-Aging, Fitness und die Auswirkungen von Rohkost auf das Sozialleben fehlen nicht.

Kriss‘ Weg führt sie von der Rohkost als freudlosen, unbefriedigenden Zwang über Gourmet-Rezepte hin zu mehr Gelassenheit und Zufriedenheit mit ihrer neuen Ernährungsform und der gelungenen Integration von Rohkost in ihren Alltag als Vollzeit-Vertrieblerin & Single in einer deutschen Großstadt. Nach einer schweren Eingewöhnungszeit ist sie sich nach einem Jahr sicher, dass sie mit der Rohkost die gesündeste Ernährungsform gefunden hat. Trotzdem will sie sich nicht zu 100% verpflichten, erlaubt sich gelegentliche Ausnahmen, merkt aber, dass diese sie immer weniger interessieren.

Mein Fazit: Für alle Rohkost-Interessierten und -Einsteiger ein sicher überzeugendes, informatives und mutmachendes Buch, das sich gut lesen lässt!

Gelesen: „Rohköstlich leben“ von Mimi Kirk

Im Bücherregal einer unserer Reiseunterkünfte bin ich über Mimi Kirks Buch „Rohköstlich leben – Leckere Rohkost-Rezepte für Gesundheit und zeitlose Schönheit gestolpert. Und habe natürlich die Gelegenheit genutzt, es zu lesen, um dir davon berichten zu können.

Vielleicht hast du schon von Mimi Kirk gehört – geboren 1938 wirkt sie für ihr Alter auffallend fit & vergleichsweise jung, optisch eher geschätzte Mitte 50 als 75. Sie ernährt sich seit ihren 30ern vegetarisch; die Rohkost hat sie, so verstehe ich es aus dem Buch, etwa 2007 entdeckt – seit wann sie sich roh ernährt bzw. welchen Anteil an ihrer Ernährung die Rohkost ausmacht, kann ich dem Buch nicht eindeutig entnehmen. Da ihre Rezepte teilweise nicht-rohe Zutaten verwenden, nehme ich an, dass sie keinen Wert auf 100%ige Rohkost legt. Was sie jedoch betont, ist die Notwendigkeit, sich um Körper, Geist & Seele zu kümmern – Ernährung ist nicht alles.

Wie die meisten derartigen Bücher beinhaltet auch dieses eine ausführliche Einleitung, in diesem Fall mit Mimis Argumenten für den Verzicht auf tierische Nahrung & mit ihren zahlreichen Anti-Aging-Tipps..
Außerdem gibt es eine Anleitung zum Roh-„Kochen“ sowie 120 Gourmetrezepte. Die Rezepte sind recht aufwändig & kompliziert; zu ihren regelmäßig verwendeten Zutaten gehören Salz, Öle, Essig, Miso, Gewürze, Tamari, Agavennektar und auch einige nicht-rohe Zutaten.

Die Rezepte gehören somit definitiv nicht zu dem, was ich dir zur Nachahmung empfehlen möchte. Hingegen werde ich dieses Buch vielleicht meiner (absolut nicht an Rohkost oder veganer Ernährung interessierter) Mutter zum Geburtstag schenken – denn Mimis Stil, insbesondere ihre Ratschläge hinsichtlich Anti-Aging, empfinde ich als recht motivierend. Sie ist selbst das beste Vorbild für das, was sie schreibt (& sie ist im selben Alter wie meine Mutter). Und als Einstieg wirkt die Gourmetküche in diesem Fall vermutlich verlockender als meine Wildkräuter-und-Beeren-Ernährungsweise. 😉

Kinderbücher

Anlässlich des Internationalen Kinderbuchtags am Dienstag dieser Woche möchte ich dir heute ein paar meiner Lieblingskinderbücher vorstellen. Rohkostfreundliche und/oder pro-vegane Bücher z. B., oder solche, die Mut zum „Anders-Sein“ machen.

Manche Kinderbücher finde ich geradezu schrecklich – wenn Tiere schon in den Büchern für die ganz Kleinen unter dem Aspekt ihrer „Verwendung“ als Nahrungsmittel beschrieben werden. Pervers, wenn in Pferdemagazinen in einem Bericht über Berufe, die mit Pferden zu tun haben, auch der Pferdeschlachter beschrieben wird. Weniger drastisch, aber doch störend und auf die Dauer gehirnwaschend: wenn in Geschichten ständig „tierische Produkte“ konsumiert werden, oder sonstige „Standard“-Lebensmittel, (die ich beim Lesen häufig erst mal erklären musste). Auch die „ganz normale“ Schizophrenie, wenn z. B. Findus und Petterson unbedingt den Elch vor den Jägern schützen wollen, während sie dabei ihre Salamibrote mampfen. Überhaupt das Weltbild, zu dem selbstverständlich Schulen, Ärzte, Medikamente gehören … es mangelt in der Kinderliteratur eindeutig an Identifikationsmöglichkeiten für Kinder, die z. B. bezüglich der Ernährung und/oder halt auch in weiteren Lebensbereichen nicht so ganz dem Mainstream folgen.

Erfreulicherweise gibt es auch immerhin einige andere, wirklich schöne Bücher. Solche, die Mut machen, „anders“ zu sein, sich selbst zu akzeptieren. Dem eigenen Weg zu folgen. Die zeigen, dass Beziehungen auch funktionieren, wenn man nicht alles (z. B. das Essen) teilt. Die die eigenen Gefühle anderen Lebewesen gegenüber bestätigen. Oder solche, in denen eine natürliche Ernährung ganz selbstverständlich ist.

Ich möchte dir hier ein paar unserer Lieblingsbücher aus den vergangenen Jahren vorstellen – Positivbeispiele, die überwiegend noch im Bilderbuch-Bereich angesiedelt sind. Noch schwieriger wird es bei den Büchern für die etwas Größeren. Aber schau doch erstmal:

Ein wundervolles Buch für Kinder (& Große), die sich als „Anders“ und deswegen Nichtdazugehörig empfinden: Irgendwie Anders. Das „Andere“ zu akzeptieren fällt manchmal gar nicht so leicht, bei anderen und bei sich selbst … und dass wir alle irgendwie anders sind, ist doch kein Grund allein zu bleiben, oder?

Ein liebe- und phantasievolles Buch der bekannten Rohköstlerin Thora Tuoni: Annabis grösster Wunsch

Der Klassiker für die Kleinsten: Die kleine Raupe Nimmersatt. Die sich hungrig durch jede Menge Obst futtert, ohne satt zu werden, schließlich verzweifelt alles mögliche JunkFood ausprobiert & davon Bauchweh bekommt & schließlich zu einem grünen Blatt findet, dass ihr Bauchweh kuriert, sie satt macht & groß & stark genug, sich in einen Schmetterling zu verwandeln. Ob Eric Carle Urköstler war? Keine Ahnung, aber er hat noch weitere, schöne Kinderbücher geschrieben & gezeichnet! Auch sehr schön finde ich das Buch vom Faultier und das Bewegungsbilderbuch „Von Kopf bis Fuß“.

In unserer gemischt-essenden Familie war dieses Buch der Hit für die damals 2jährige Tochter & ihren muggelmäßig-essenden Papa. Gibt es eigentlich Brummer, die nach Möhren schmecken? aus der „Nulli & Priesemut“-Reihe von Matthias Sodtke. Die beiden besten Freunde, der Hase Nulli & der Frosch Priesemut, machen alles zusammen. Außer zu essen. Das wollen sie nun auch mal tun, probieren es aus – und stellen fest, dass das, was dem einen schmeckt, dem anderen einfach nicht gut tut. Nach der ersten großen Enttäuschung erkennen sie, dass sie trotzdem beste Freunde bleiben können – selbst wenn sie nicht ALLES teilen können.

Eines der wenigen veganen Kinderbücher, Flieg, Ente, flieg! beschreibt die Geschichte der Freundschaft zwischen Krokodil und Ente – der Ente, die das Krokodil ursprünglich zum Mästen als Festbraten mit nach Hause genommen hatte. Deren Vertrauen & Zuneigung es jedoch nach einiger Zeit ebenfalls Gefühle ihr gegenüber entwickeln ließen. Aus der Rettung der einen geliebten Ente wird dann auch gleich eine gemeinsame Aufklärungs- & Rettungskampagne aller Enten (die von den Krokodilen in Unwissenheit und scheinbarer Freiheit gehalten werden). Ein berührendes und zugleich lustiges Buch von Michael Bedard, für Kinder und Erwachsene!

Die Liliane-Susewind-Reihe, für Kinder zwischen 6 und 12 (meine Einschätzung), besteht aus mittlerweile schon aus neun Geschichten. Die Geschichten des Mädchens, das mit Tieren und Pflanzen kommunizieren kann, zeigt, dass auch Tiere fühlen, denken, lieben. Und dass ihr Anspruch auf Wohlergehen & Glück genauso selbstverständlich und wertvoll ist wie der jedes Menschen. Zugleich thematisieren die Geschichten das Anderssein (von Lilli, mit ihren besonderen Fähigkeiten, aber auch von ihrem besten Freund, dem hochbegabten Jesaja), Freundschaft, Akzeptanz, gegenseitige Unterstützung, den Mut, sich nicht mehr zu verstecken. Und sind zugleich spannend & witzig. Über den zuletzt erschienenen Band, Ein kleines Reh allein im Schnee, schrieb ich hier schon einmal.

Eine Sammlung von Geschichten rund um die Erfahrungen Kinder/Jugendlicher mit den Auswirkungen ihrer mehr oder weniger rohköstlichen Ernährungsweise. Einen Hauch zu offensichtlich, zuviel „erhobener Zeigefinger“, aber immerhin so ziemlich das einzige Buch für diese Altersgruppe, das eine naturgerechte Ernährung thematisiert: Melone zum Frühstück. Abenteuergeschichten über gesundes, genußreiches Essen

Was Jugendbücher betrifft, ist meine Pro-Liste hinsichtlich Ernährung noch sehr klein … mir fällt da momentan nur ein Detail aus der Eragon-Reihe – Das Vermächtnis der Drachenreiter – ein: Eragon, der Drachenreiter, der mit seinem wachsenden Bewusstsein für alles Leben & die Gefühle aller Lebewesen um sich herum, eben diese Lebewesen, die er noch zuvor für seine Nahrung gejagt & getötet hatte, nun nicht mehr essen kann.

Da ich ja aber mit einer leidenschaftlichen Leserin & Geschichtenliebhaberin zusammenlebe, wird mir hoffentlich in den nächsten Jahren noch mehr empfehlenswerter Lesestoff über den Weg laufen, über den ich dir dann berichten kann.

Kennst du gute Bücher, die du uns empfehlen kannst? Solche, die sich im Hinblick auf Ernährung und/oder alternative Lebensstile positiv auszeichnen? Dann freue ich mich, wenn du mir davon erzählen magst!

Gelesen: „Rohvolution“

Rohkost kommt zunehmend in Mode & dementsprechend wächst die Zahl der Bücher, die Interessierten einen Einstieg in diese Ernährungsform anbieten. Eines der neuesten davon, das eben erschienene Werk „Rohvolution: Das karottenknackige Einsteigerprogramm in die Rohkost von Chantal-Fleur Sandjon, habe ich gelesen, um dir darüber berichten zu können.

Auf 170 Seiten bietet das Buch einen allgemeinen Überblick über die vegane Rohkost und deren positive Auswirkungen, die häufigsten Fragen & Bedenken werden beantwortet und zwei Einstiegsprogramme inkl. Rezepten angeboten.

„Rohvolution“ ist eine locker geschriebene Einladung zum Ausprobieren, mit Betonung der Aspekte Genuss und Individualität – fernab von Dogmen, Regeln oder Perfektionsanspruch. Der Infoflut zu selbst den selbstverständlichsten Basics (z. B. Einkaufstipps wie „Kaufe keinen welken Salat“) nach zu schließen, wendet sich Sandjon an Menschen, die bislang noch wenig Erfahrung mit frischem Essen haben und ganz am Anfang ihres Weges zur bewussteren Ernährung stehen. Oder auch an die, die sich für Rohkost interessieren, weil es halt grad hip ist (wogegen ja nichts einzuwenden ist … wie jemand zu einer Ernährungsform findet, die nicht nur ihm sondern auch seiner Mitwelt & allen Lebewesen besser tut, ist schließlich egal. Ich kenne da ja sogar überzeugte Veganer, die diese Reise irgendwann mal aufgrund eines Bravo-Berichts über ihren vegetarischen Lieblingsstar begonnen haben 😉 )

Positiv zu erwähnen sind hier die ausführlichen & gut zusammengefassten Einsteigerinfos, angefangen bei einfachen Argumente zur Bedeutung von biologisch erzeugter, regionaler, frischer/unverpackter Nahrung über Tipps zu Einkauf und Lagerung frischer Früchte & Gemüse bis hin zur Beschreibung der diversen mehr oder weniger notwendigen Geräte für die Rohkostküche. Schade, dass das „rohvolutionäre“ Programm dann so gar nicht hält, was der Titel verspricht.

Trotz des werbewirksam gewählten Namens braucht sich hier keiner vor allzu drastischen Veränderungen zu fürchten: der Vorschlag von „Rohvolution“ ist ein allmählicher Übergang, der nicht einmal für das einwöchige sogenannte Detox-Programm einen „Verzicht“ auf Kochkost voraussetzt. Zwei Einstiegsprogramme liefert das Buch, eines für sieben Tage, eines für 21. Jeweils mit zwei rohen und einer gekochten Mahlzeit pro Tag. Beide Programme werden mit detaillierten Menüplänen geliefert; dazu gibt es über 60 Rezepte.

Leider taugen diese tatsächlich allenfalls zum Ausprobieren für am Trend interessierte Neugierige – vorausgesetzt, die scheuen den beträchtlichen Aufwand der überwiegend durch lange Zutatenlisten glänzenden Rezepte nicht. Abgesehen von zweifelhaften Vorgaben wie der, Getreide und/oder Hülsenfrüchte seien unabdingbare tägliche Bestandteile einer roh-veganen Ernährung und der bedauerlichen Tatsache, dass Wildkräuter nur ganz am Rande einmal erwähnt werden, zeichnen die Rezepte sich zum überwiegenden Teil durch zu viele Zutaten, zu viel Fett, die Verwendung von Unmengen von Salz, Gewürzen, Ölen, verarbeiteten Produkten und Zutaten von zumindestens fraglicher Rohkostqualität (Hefeflocken?) aus. Okay, das Buch hat mit seinem Plan schließlich auch gar nicht den Anspruch, unbedingt zur 100%igen Rohkost zu führen, und wer ohnehin noch tägliche gekochte Mahlzeiten beibehält, für den spielen ein paar nicht-rohe Zutaten in Rohkostrezepten wohl auch keine Rolle.

Eine Ernährung, die auf den hier publizierten Plänen aufbaut, mag für Menschen, die sich bisher überwiegend ohne Frischkost, mit viel Fertiggerichten & Fleisch ernährt haben, ein Schritt in Richtung „gesünder“ sein … als Basis für eine wirklich gesunde, rohköstliche Ernährung taugen die Pläne & Rezepte nicht! Zudem würde ich etliche von der Autorin als „Fakten“ präsentierte Aussagen, vorsichtig ausgedrückt, doch eher als ihre persönliche Meinung einsortieren … denn so einiges widerspricht dabei eindeutig meiner Erfahrung.

Leider verrät uns Chantal-Fleur Sandjon nicht, ob & seit wie langer Zeit sie sich selbst schon rohköstlich ernährt … aber die Tatsache, dass sie Öl, Essig, Würz- & Süßstoffe als notwendig erachtet, „um sicherzustellen, dass Ihre [rohköstlichen!] Gerichte nicht nach Einheitsessen, sondern schlichtweg gut schmecken“ lässt erahnen, dass ihre Erfahrungen so ausgiebig nicht sein können.

Danke an den Verlag für die Einladung zum Lesen!

Gelesen: Meine liebsten Wildpflanzen

Nachdem ich euch kürzlich „Rohköstliches“ vorgestellt habe, hat mir der Verlag nun das neue Buch von Christine Volm zum Lesen & darüber Berichten angeboten: „Meine liebsten Wildpflanzen – rohköstlich: sicher erkennen, vegan genießen. Ein Angebot, das ich gerne angenommen habe … neue Rohkostbücher auf dem Markt finde ich ja immer interessant, und ich freue mich über die Gelegenheit, dir hier mal wieder ein gutes Einsteigerbuch vorstellen zu können.

Denn gut finde ich es tatsächlich! Diesmal geht es, der Titel sagt es schon, nicht um eine Einführung in die Rohkost sondern in die Welt der Wildpflanzen. Der essbaren Wildpflanzen. Die ja einen wesentlichen Teil unserer Ernährung darstellen, so dass du dich möglichst schnell mit ihnen vertraut machen solltest. Unbedingt empfehlenswert zum Kennen- & Bestimmenlernen sind natürlich sachkundig geführte Kräuterwanderungen. Für (anschließende) Sammelgänge auf eigene Faust, zum Nachschlagen bei Unsicherheit & zum Festigen & Erweitern deiner Pflanzenkenntnisse darüberhinaus ein gutes Buch. Pflanzenführer gibt es reichlich auf dem Markt, auch schon ein paar recht empfehlenswerte. Mit diesem Buch von Christine Volm gibt es nun jedoch endlich eines, das nicht nur eine hervorragende Einführung ins Wildpflanzensammeln allgemein plus gut verständlicher Portraits der wichtigsten Wildpflanzen in Deutschland liefert, sondern darüberhinaus die Wildpflanzen aus der Sicht einer natürlichen, roh-veganen Ernährung vorstellt.

Der Untertitel des Buches – sicher erkennen, vegan genießen – liefert schon gleich die perfekte Inhaltsangabe. Es geht los mit grundlegenden Informationen zu in Deutschland heimischen Wildpflanzen & zahlreichen wertvollen Tipps zum Sammeln & dem Umgang mit den Pflanzen. U. a. gehört dazu eine Liste der wichtigsten giftigen Pflanzen, mit denen du dich zu deiner eigenen Sicherheit vertraut machen solltest. Es werden einige Inhaltsstoffe der Pflanzen und ihre Wirkung aufgelistet – ergänzt um die wichtigen Hinweise, dass 1. diese Inhaltsstoffe in isolierter Form nicht gleichermaßen wirkungsvoll sind (NEMs also keine Alternative darstellen) und 2. dieses theoretische Wissen gar nicht notwendig ist, sondern wir durch den Geschmack & andere Rückmeldungen unseres Körpers ganz klar erkennen, welche Pflanzen uns gerade gut tun & welche nicht.

40 Wildpflanzen werden mit Fotos & ausführlicher Beschreibung, incl. Erkennungsmerkmalen zur Abgrenzung von ähnlich aussehenden giftigen Pflanzen vorgestellt, und es gibt zu jeder Pflanze ein roh-veganes Rezept … letztere allerdings für meinen Geschmack zu komplex, zu sehr Gourmet-Rohkost. Auch dieses Buch ist übrigens wieder aufs Schönste bebildert mit den wundervollen Fotos von Maximilian Ludwig.

Wenn du nach einer guten Einführung in die Welt der essbaren Wildpflanzen oder nach Ideen für Zubereitungen damit suchst, ist dieses Buch deines!

Gelesen: Rohköstliches

Ein echter Tipp für die Einsteiger-Rohkostbibliothek: „Rohköstliches – gesund durchs Leben mit veganer Rohkost und Wildpflanzen“ von Christine Volm. Ein handliches, überschaubares Buch mit vielen wertvollen Tipps für den Einstieg in die vegane Rohkost, insbesondere auch zur Verwendung von Wildpflanzen!

Vermutlich nicht zuletzt weil Christine Volms Grundtenor dem meinen ähnelt, ist mir dieses Buch so sympathisch – es kann mMn gar nicht oft genug gesagt werden: „Jeder esse das, was ihm persönlich nachhaltig gut tut!“ Eigenverantwortung ist gefragt, nicht das Folgen von Rohkostgurus und ihren absoluten Lehren. Achte auf dich & werte deine persönliche Erfahrung höher als jede verallgemeinernde Theorie!

„Rohköstliches“ teilt sich auf in vier Kapitel & liefert darin einen Überblick über die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten von veganer Rohkost, viele nützliche Tipps für den Einstieg & die Umsetzung im Alltag, Anleitung zum Sammeln von Wildpflanzen in Stadt & Land, mit einer ausführlichen Beschreibung geeigneter „Anfängerkräuter“, & zahlreiche Rezepte.

Sie betont die für eine erfolgreiche Umsetzung wichtige Einstellung: Rohkost bedeutet Spaß & Genuß, nicht Dogma! Nimm den Einstieg leicht & eventuelle „Fehltritte“ nicht so schwer, fokussiere auf das Positive! Und liefert gleichzeitig praktische Tipps & Ideen für die Befriedigung von Kochkostgelüsten.

Nicht so glücklich finde ich einzig die Tipps zum „versteckten“ Kennenlernen von Wildkräutern, zum Beispiel verarbeitet in Tortenböden oder ähnlichem … zu sehr glaube ich daran, dass unser Geschmackssinn eine lebenserhaltende Bedeutung hat & wir nichts essen sollten, was uns nicht auch pur schmeckt.

Das ausführliche Rezepte-Kapitel beginnt mit dem auch sonst des Öfteren im Buch enthaltenen Hinweis, dass eine Zubereitung von Rohkost absolut nicht erforderlich ist. Und bietet dann eine Vielfalt von Rezepten, alle mit Wildkräutern. Mir persönlich gefallen die meisten davon nicht so – zu viele Zutaten, zu klein geschnippselt, zu sehr Gourmet-Rohkost – jedoch lasse auch ich mich gerne von den Fotos der wunderschön angerichteten Zubereitungen inspirieren. Überhaupt sind die Fotos eine Extra-Erwähnung wert! Mehr noch in den ersten Kapiteln, Aufnahmen von Früchten, Kräutern, Blüten … von Maximilian Ludwig wunderschön in Szene gesetzt!

Gesamturteil: wenn du in Deutschland oder einem klimatisch ähnlichen Land lebst & einen guten Einstieg in eine Rohkosternährung mit Wildpflanzen suchst, ist „Rohköstliches“ dein Buch!

Yoga der Ernährung

Ich habe mal wieder gelesen. Nicht direkt über Rohkost, aber es geht bei bewusster Ernährung, bei bewusstem Leben, ja nicht unbedingt nur um das Essen selbst. So sah das zumindestens Omraam Mikhael Aivanhov. Er vermittelte seine Lehren nur mündlich, das Buch „Yoga der Ernährung“ wurde auf Basis von Mitschriften seiner frei gehaltenen Vorträge erstellt.

Hrani Yoga, das Yoga der Ernährung, ist demzufolge das einfachste, am leichtesten zugängliche Yoga. Da wir alle mehrmals täglich essen, bieten uns die Mahlzeiten dabei gleichzeitig Gelegenheit, Yoga zu praktizieren. Auch wenn dir immer die Zeit für Yoga-Übungen fehlt, kannst du dich so ganz einfach deiner spirituellen Entwicklung widmen.

Es geht darum, Essen zu lernen. In Ruhe & Stille, mit Aufmerksamkeit & Dankbarkeit. So werden, Aivanhov zufolge, die Mahlzeiten zur besten Übung zur Erlangung von Selbstbeherrschung & Gleichgewicht. Essen ist ein Yoga, denn richtiges Essen erfordert Aufmerksamkeit, Konzentration & Selbstbeherrschung.

Eine Mahlzeit, so sagt er, ist eine magische Handlung, bei der Nahrung in Gesundheit, Kraft, Liebe & Licht verwandelt wird. So wie wir mit den kleinsten & alltäglichsten Tätigkeiten umgehen, so tun wir es auch mit allen anderen, denn alles ist miteinander verbunden.

Die Auswahl der Nahrung erfolgt dabei natürlich ebenfalls unter spirituellen Aspekten – so wie die Auswahl von allem, was in uns „hineinkommt“; auch Gedanken & Gefühle. „Gerade mit der Nahrung baut der Mensch seinen Körper auf. Man darf also nicht glauben, dass man immer gesund und freudestrahlend sein wird, wenn man alles mögliche hinunterschlingt. […] Wenn wir alles mögliche durcheinander essen, überlasten wir den Organismus […] und dann werden wir hier oder da krank.“

Ein kleines, handliches Buch, dessen 140 Seiten sich schnell durchlesen lassen. Mir gefällt besonders der Ansatz des alltäglichen Yogas. Der Bedeutung unserer alltäglichen Handlungen für unsere spirituelle Entwicklung.

Menschlich

Eine Bücherreihe, die wir, die Tochter und ich, sehr gerne lesen oder hören, ist „Liliane Susewind„. Geschichten von einem Mädchen, das anders ist als die anderen – sie kann mit Tieren sprechen. Geschichten um Freundschaft, Liebe, Unterstützung, Anderssein, Offenheit. Eine wichtige Rolle in der neuesten Geschichte, „Ein kleines Reh allein im Schnee spielt ein Murmeltier – seiner Aussage nach übrigens die klügsten Tiere der Welt. Zumindestens erkennt es mit einem Blick auf die weihnachtliche Festtafel der Familie Susewind „Soviel Fett sollte man nur essen, wenn man sich Speck für den Winterschlaf anfressen will.“ … Recht hat es – und auch wenn Weihnachten sicher bei vielen in kulinarischer Hinsicht ein Ausnahmezustand ist: es geht auch lecker, besonders & ohne übermäßig viel Fett! Zum Beispiel so:

Merienda: Birnentorte mit Dattelsahne

Merienda: Birnentorte mit Dattelsahne

Frühstückssterne

Frühstückssterne

Ein fruchtiger Baum zum Mittag

Ein fruchtiger Baum zum Mittag

Sushi - mangels Nori dieses Jahr in Dulse gewickelt

Sushi – mangels Nori dieses Jahr in Dulse gewickelt

Rohkost und Ayurveda

Heute möchte ich euch eines meiner Lieblingsbücher zum Thema Ernährung vorstellen: Individuelle Ernährung mit Ayurveda – Bd. 1 der „Bewusst essen“-Reihe von Gabriel Cousens.

Cousens beschreibt in diesem Buch den Einfluss unserer Ernährung auf Körper, Emotionen, Geist & Seele – und damit darüberhinausgehend auf Harmonie und Frieden auf der Erde. Ein sehr hilfreicher Ratgeber beim Finden der eigenen, den individuellen Bedürfnissen entsprechenden, optimalen Ernährungsweise. Wer mit Ayurveda noch nicht vertraut ist, findet ausführliche Beschreibungen der drei Doshas sowie eine mehrseitige Checkliste zum Feststellen der eigenen psychophysiologischen Konstitution und deren Einordnung im ayurvedischen Tridosha-System. Auch für die, die sich schon länger mit dem ayurvedischen System befassen und vielleicht danach leben, bieten die schwerpunktmäßig auf eine Rohkosternährung hin ausgerichteten Ernährungsrichtlinien für Vata, Pitta und Kapha sowie die diversen Typen-Kombinationen viele interessante Hinweise und Anregungen. Weiterhin enthält das Buch eine Beschreibung der verschiedenen Lebensmittelqualitäten (Geschmack, energetische Qualitäten etc), wie sie im Ayurveda und im chinesischen System zur Beurteilung hinsichtlich ihrer Eignung für die unterschiedlichen Dosha-Typen bzw. zur Erlangung des individuellen Gleichgewichts herangezogen werden. Weitere Kapitel widmen sich dem Fasten und dem Säuren-Basen-Gleichgewicht des Körpers.

Im Ayurveda wird eine ausschließliche Rohkosternährung im allgemeinen als ungeeignet angesehen. Cousens zeigt in seinem Buch zum Einen Gestaltungsmöglichkeiten für eine funktionierende, das individuelle Dosha unterstützende Rohkosternährung – und bietet zum Anderen mit der Einführung in das Tridosha-System auch Nicht-Ayurveda-Kundigen ein Hilfsmittel auf der Suche nach der indivuellen optimalen Ernährungsweise.

Mein Dosha ist übrigens Vata … das Dosha, für das eine 100%ige Rohkosternährung am wenigsten geeignet sein soll. Ist mir allerdings noch nie aufgefallen: ich habe in den vergangenen 6,5 Jahren keinerlei grundlegende Probleme mit meiner rohen Ernährung erfahren, habe jedoch schon viel herumexperimentiert und viel darüber gelernt, womit ich mich ernährungstechnisch am besten fühle. Um es mal wieder zu sagen: folge den Bedürfnissen deines Körpers, dann klappts auch mit der Rohkost – egal, welches dein Dosha ist. Ich habe in diesem Buch neben neuen inspirierenden Ideen vor allem viel Bestätigung für meine persönlichen Vorlieben im Zusammenhang mit meinem Dosha gefunden. So ist es z. B. gerade für Vata-Typen sehr wichtig, sich zur Vermeidung von Reizüberflutung auf wenige verschiedene Lebensmittel pro Mahlzeit zu beschränken. Mono-Mahlzeiten oder einfache, achtsame Kombinationen. Anderes, wie z. B. die Verwendung bestimmter Gewürze und vieler gemixter/pürierter Speisen, gehört für mich der Vergangenheit an, und auch Getreide werde ich wohl nicht wieder in meine Ernährung aufnehmen. Die grundsätzlichen Ansätze und Empfehlungen jedoch lassen sich, denke ich, auf jede Art der Rohkosternährung anwenden.

Dieses Buch bietet, wie ich finde, viel Inspiration und Unterstützung auf der Suche nach der zu deinen Bedürfnissen und deiner Konstitution passenden Ernährung.

Rohkost zum Lesen



Herbst und Winter, mit langen Abenden und verregneten Nachmittagen – viel Zeit zum Lesen. Rohkost-Bücher gibt es fast so viele wie Rohköstler … manche mehr, manche weniger wissenschaftlich. Wer Informationen über Rohkost sucht, einen guten Einstieg in diese Ernährungsweise oder einfach Inspiration, hat also eine große Auswahl. Gewiss können wir aus jedermanns & jederfraus Erfahrungen etwas lernen und uns von vielen inspirieren lassen. Vergiss jedoch nicht: Papier ist geduldig (Webseiten, Videos etc ebenso); jedeR erzählt uns von seiner/ihrer eigenen Meinungen, den eigenen Erfahrungen, der ganz persönlichen Wahrheit. Manche vielleicht zusätzlich motiviert durch den Wunsch zu verkaufen (nicht so wenige empfehlen Superfoods und/oder NEMs und bieten diese passenderweise gleichzeitig im eigenen Shop an). Auch Wissenschaft ist nicht objektiv und kennt erst recht nicht die ultimative Wahrheit. Langer Rede kurzer Sinn: lies, lass dich motivieren und inspirieren … und denke weiterhin selbst nach, höre vor allem auf dein eigenes Befinden! Einige Bücher, die ich als Einstiegslektüre ziemlich gut finde, hatte ich euch bereits im Artikel „Lesetipps:Einsteiger-Literatur“ zusammengestellt. Ein paar weitere findet ihr in der Spalte „Buchempfehlungen“ rechts von diesem Text.

In den letzten Monaten sind mir etliche weitere Rohkostbücher über den Weg gelaufen, von denen ich euch in den nächsten Tagen einige vorstellen möchte. Manche für Rohkost-EinsteigerInnen, manche eher für „Fortgeschrittene“, bieten sie auf jeden Fall alle interessante Ansätze und Impulse für die Gestaltung deiner rohköstlichen Ernährung.

Eines dieser Bücher, von dem hier in den letzten Monaten schon öfter die Rede war: „80/10/10“ von Dr. Graham Douglas.
Nach einleitenden Gedanken um die Zusammenhänge von Ernährung und Gesundheit beschäftigt Graham sich mit der Bestimmung der menschenartgerechten Ernährung (= Früchte und zarte grüne Blätter) und den Auswirkungen von Früchten im Körper im Hinblick auf verbreitete Gesundheitsprobleme (bei denen Früchte=Zucker gern als ungeeignet angenommen werden). Ein Kapitel erläutert die Gefahren der Denaturierung der Nahrung durch Kochen und die Vorteile einer Rohkosternährung; anschliessend geht es um sein Konzept 80/10/10: Hintergrund, ausführliche Anleitung, viele Rechenbeispiele sowie ein ausführlicher Teil mit Essensplänen und Rezepten.
Ein Buch, das sowohl für Rohkost-Neulinge geeignet ist, als auch mit ihrer Ernährung nicht zufriedenen Gourmet-Rohköstlern vielleicht eine neue Richtung zeigen kann.