Herbst, Rohkost und inneres Gleichgewicht

Wer mich schon länger liest, hat über dies Thema bereits ab und zu hier gelesen: Gleichgewicht. Meines zu halten, ist für mich eine fast ständige Aufgabe. Es heisst, das sei eine typische Lebensaufgabe der Vatas. Was mich betrifft, kann ich das voll bestätigen. Im Laufe der Jahre habe ich diverse Methoden und Mittel gefunden, die mir helfen, im Gleichgewicht zu bleiben bzw. mich wieder auszubalancieren, wenn es nötig ist. Einiges davon möchte ich heute hier mit dir teilen.

Allem voran das für mich Wichtigste:

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Goldene Milch. Kurkuma Latte. Roh, vegan & ketogen.

Artikel enthält Werbung in Form von Produktnennung/Affiliatelinks
Der Herbstklassiker für alle, die auch nur ansatzweise Ayurveda-inspiriert sind. Oder einfach gerne etwas mit Kurkuma und anderen Gewürzen machen. Voller herrlicher Gewürze, die nicht nur wärmen, sondern auch helfen, Vata ins Gleichgewicht zu bringen. Die Hauptzutat ist das bereits erwähnte Kurkuma, dem außerdem noch etliche andere heilungsfördernde Wirkungen nachgesagt werden.

Eine roh-vegane Variante der Goldenen Milch gibt es bei mir natürlich schon lange. Passend zu meiner derzeitigen ketogenen Ernährung habe ich dieses Jahr nun ein rohes, veganes und KH-armes Rezept entwickelt. Ganz einfach, und himmlisch lecker!

Diese Zutaten brauchst du für die Goldene Milch:

Goldene Milch. Oder: Durch den Herbst balancieren

Es ist Herbst. Die Bäume tragen ihre buntesten Blätter … und lassen sie eins nach dem anderen los. Sie wissen, dass sie nur wachsen können, wenn sie sich ausruhen.

Alljährlich im Herbst finde ich zurück zum Ayurveda, zu Gewürzen – und zur köstlichen Goldenen Milch, Kurkuma-Milch. Rezepte dafür gibt es viele, vegane, nicht-vegane – ich verrate dir hier heute meines. Roh & vegan. Doch zuvor – ein paar Gedanken zum Herbst, und warum gerade diese Jahreszeit so stark an meinem (& vielleicht auch an deinem) Gleichgewicht ruckelt.

Während die westliche Medizin den Wechsel der Jahreszeiten weitgehend ignoriert und höchstens im Herbst alljährlich zur Grippeimpfung aufruft, wissen die östlichen Heilkundigen, sowohl in der Traditionellen Chinesischen Medizin als auch im Ayurveda (der traditionellen indischen Medizin), dass wir beim Übergang von einer Jahreszeit zur nächsten besonders auf uns, auf unseren Körper, achten müssen.

In der 5-Elemente-Lehre der TCM wird jeder Jahreszeit eines der Elemente zugeordnet: Holz für den Frühling, Feuer für den Sommer, Metall für den Herbst und Wasser für den Winter. In den Übergangszeiten zwischen den Jahreszeiten soll die Nahrung – die in der TCM ebenso wie im Ayurveda und auch bei Hippokrates wesentliches Element der Heilung bzw. Gesunderhaltung ist – schwerpunktmäßig aus Nahrungsmitteln bestehen, die dem 5. Element, der Erde, zugeordnet sind sowie thermisch neutral bis warm wirken. Eben besonders erdend, beruhigend, nährend. (Eine Tabelle mit der Zuordnung vieler Nahrungsmittel zu den fünf Elementen der TCM wie auch weitere Informationen zu dieser Ernährungsform (auch) im Rahmen einer Rohkosternährung findest du hier.)

Im Ayurveda (dem „Wissen vom Leben“) hat alles ein Dosha. Vata, Pitta oder Kapha. So entspricht die Konstitution jedes Menschen schwerpunktmäßig einem oder einer Kombination mehrerer Doshas. Auch Jahreszeiten, Tageszeiten, Lebensphasen werden den Doshas zugeordnet. Im Herbst und Winter dominiert das Vata-Dosha. Mit seinen Elementen Luft und Raum bringt es Wind, Bewegung, Trockenheit und Abkühlung. Und das bringt eben Vata leicht aus dem Gleichgewicht. Das kann dich auch betreffen, wenn dein vorherrschendes Dosha Pitta oder Kapha ist; am anfälligsten jedoch sind Menschen mit Vata-Konstitution. Typische Anzeichen für ein Vata-Ungleichgewicht können z. B. sein

  • trockene Haut, kalte Hände & Füße, unregelmäßige Verdauung
  • kreisende Gedanken, Schlafstörungen, Ängste, innere Unruhe

Einiges davon kenne ich bei mir, in unterschiedlicher Ausprägung, und nicht nur im beginnenden Herbst. 😉 Als Vata gehört die Suche nach meinem Gleichgewicht, in jeder Hinsicht, zu meinen Lebensaufgaben. Dem Wind und der Kühle des Herbstes, wie auch anderem, was mich aus dem Gleichgewicht bringt, begegne ich vorzugsweise mit Wärme, Ruhe, Feuchtigkeit. Heisse Duschen stehen auf meiner Erste-Hilfe-Liste zur Krisenbewältigung ziemlich weit oben ;).

Wärme und Feuchtigkeit – auf die Ernährung bezogen bedeutet das: süße, saure und salzige Speisen. Die wärmen und befeuchten. Nichts Abkühlendes (wie Eis, Tomaten, Melonen). Die Verwendung von wärmenden Gewürzen und Kräutern wie Ingwer, Knoblauch, Basilikum. Etwas mehr Fett, mehr Zubereitungen als im Sommer.

Du musst nun kein*e Expert*e*in für ayurvedische oder chinesische Heilmethoden werden. Lass dich gern von ihnen inspirieren – du wirst vermutlich in der nächsten Zeit hier im Blog öfter mal Rezeptideen für entsprechende Zubereitungen finden – doch das worauf es ankommt, ist, wie zu jeder Zeit des Jahres und jede Situation im Leben: Achtsamkeit. Aufmerksamkeit. Für dich, für deinen Körper und seine Signale. Achte auf deine Bedürfnisse & sorge für dich. Neben der sorgsamen Auswahl deiner Ernährung gehören dazu auch ausreichende Ruhephasen, Stressreduzierung, Bewegung und frische Luft, Wärme, liebevolle menschliche Kontakte. Eine ganz besondere Form der Berührung, für mich besonders wohltuend und ausgleichend, sind Massagen. Mit viel warmem Öl. Besonders schön, wenn dich jemand massiert, doch auch Selbstmassagen tun schon sehr gut.

Natürlich musst du nicht auf irgendwelche Krisen, Jahreszeitenwechsel oder das Auftreten von Gleichgewichtsstörungen warten! Ein liebevoller und achtsamer Umgang mit dir selbst ist kein Luxus, sondern Grundlage für dein Wohlbefinden, für deine Gesundheit. Um zu heilen, auf jeder Ebene, und um dich gesund zu erhalten!

Ein bekanntes Getränk aus dem Ayurveda ist die schon eingangs erwähnte Goldene Milch, auch als Kurkuma-Milch oder Kurkuma Latte bekannt. Im Original weder roh noch vegan, doch ich habe mir meine eigene Variante davon kreiert. Und genieße sie momentan fast täglich zum Frühstück. Manchmal golden, manchmal auch gold-grün. Beide wirken wärmend, nährend, befeuchtend & harmonisierend auf mich – und schmecken unglaublich lecker. 🙂

Neben der wohltuenden Wirkung der Gewürze zeichnen sich diese flüssigen Mahlzeiten durch ihren hohen Wassergehalt aus. Unsere Körper bestehen zu bis zu 70% aus Wasser; daher ist es wichtig, uns immer gut mit Wasser zu versorgen. Viele Beschwerden (Müdigkeit, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme usw) sind schlicht auf Dehydration zurückzuführen und lassen sich durch das Trinken von 1-2 Gläsern Wasser sofort lindern.

Rezepte für goldene und die grün-goldene Milch

Roh-vegane goldene Milch

– Leicht, süß, wärmend, befeuchtend, erdend. Mit reichlich Kurkuma darin, dem ja alle möglichen Heilwirkungen nachgesagt werden.

Du brauchst dafür:
– 1/2 Glas Chufa-Milch*
– 1 reife Banane
– 1/2 TL Kurkuma-Pulver
– 1/4 TL Ingwer-Pulver
– 1/4 TL Ceylon-Zimt
– je 1 Prise Kardamom, Muskat
– 1 winzige Prise schwarzer Pfeffer

Gib alle Zutaten in deinen Mixer (ich verwende diesen) und vermixe sie ca. 30 Sekunden auf höchster Stufe.

*Chufa-Milch kannst du ganz einfach selbst zubereiten, aus eingeweichten Chufas (Erdmandeln – du bekommst sie hier) und Wasser. Verwende ca. dreimal soviel Wasser wie Chufas. In einem starken Mixer vermixen, abseihen, fertig.
Statt Chufa-Milch kannst du nach Geschmack auch jede andere Nuss- oder Samenmilch deiner Wahl verwenden.

Grün-goldene Milch

– noch leichter, fettfrei, reich an Mineralien, wärmend, sättigend, befeuchtend, erdend.

Du brauchst dafür:
– 1 Banane
– 1-2 HV Giersch
– 1-2 HV Feldsalat
– 1 EL getrocknete oder 1 HV frische Steviablätter (Kauf ich hier)
– 1 Tasse Wasser
– 1/2 TL Kurkuma-Pulver
– 1/4 TL Ingwer-Pulver
– 1/4 TL Ceylon-Zimt
– je 1 Prise Kardamom und Muskat
– 1 winzige Prise schwarzer Pfeffer

Gib alle Zutaten in deinen Mixer und vermixe sie ca. 30 Sekunden auf höchster Stufe.

Während ich grüne Smoothie, die aus großen Mengen an Grünzeug und viel Obst bestehen, nie gut vertragen habe (ich hab davon immer Blähungen und einen entsprechend geblähten Bauch bekommen), funktioniert dieser Smoothie mit viel Grün, viel Wasser, wenig Obst und den Gewürzen darin sehr gut für mich.

Alle verwendeten Gewürze gleichen Vata aus. Einige, wie Pfeffer und Muskat, bringen Pitta aus dem Gleichgewicht. In sehr kleinen Mengen kannst du sie aber auch als Pitta schon verwenden. Experimentiere eventuell je nach deiner Konstitution mit der Gewürzkombination herum und lass ggfs für dich zu warme Gewürze weg.

Ich verwende am Liebsten die Gewürze von Sonnentor, die durchweg sehr schonend verarbeitet und überwiegend unter 40° C getrocknet werden. Nebenbei liebe ich die farbenfrohen Verpackungen. 🙂
Wenn du es dir einfacher machen willst: Es gibt von Sonnentor auch eine fertige Gewürzmischung für Kurkuma Latte, die die hier genannten Gewürze und zusätzlich Safran beinhaltet.

Kurkuma

Frisches Kurkuma

Frisches Kurkuma


Als ein besonders hervorstechendes Heil- und Nahrungsmittel gilt Kurkuma. Heilmittel ist hier nicht im Sinne der modernen Sichtweise von „ich esse irgendwas und nehme dann ein Mittelchen gegen auftretende Gesundheitsprobleme“. Sondern in dem Sinn, dass deine Nahrung dein Heilmittel bzw. deine Heilmittel deine Nahrung sein sollen. Anders ausgedrückt: ernähre dich ausschließlich von dem, was dir gut tut und dich gesund erhält bzw. macht.

Das beinhaltet ein riesiges Sortiment frischer pflanzlicher Nahrung: Blätter, Früchte, Wurzeln, Blüten usw.. Manche davon werden im Allgemeinen ganz gegessen, andere, wie das Kurkuma, eher als Gewürz dosiert, also in kleinen Mengen genossen.

Dass ich von all den sogenannten „Wundermitteln“ nichts halte, sondern für eine ausgeglichene, natürliche Ernährung bin, weisst du schon. Dennoch finde ich es interessant, ab und an am Beispiel konkreter Nahrungsmittel aufzuzeigen, dass alles was wir brauchen, in der pflanzlichen Nahrung, die die Erde für uns bereithält, enthalten ist. Heute also mal am Beispiel von Kurkuma – welches ich übrigens sehr lecker finde.

Kurkuma, auch Gelbwurz oder Gelber Ingwer genannt, wird bereits in den alten Schriften der indischen Veden erwähnt, die belegen, dass es bereits vor 5000 Jahren als Heilmittel verwendet wurde. Kurkuma war und ist in Indien traditionell eines der wichtigsten Gewürze und galt in früheren Zeiten sogar als heilig. Im Ayurveda, der traditionellen indischen Heilkunst spielt Kurkuma nach wie vor eine wichtige Rolle. Es gilt als Heilmittel für nahezu alle Volkskrankheiten und wird außerdem bei Nervenschwäche, mentalen Problemen, als natürliches Schönheitsmittel, als Aphrodisiakum, bei Kreislaufproblemen etc. eingesetzt.

Die Erkenntnisse der modernen westlichen Medizin bestätigen dies. Curcumin, der Hauptwirkstoff in den Kurkuma-Rhizomen, wird hierzulande isoliert und in Form von Pillen angeboten. Da dies isolierte Curcumin jedoch, anders als die vollständige Knolle, in der der Wirkstoff im vollständigen Bioverband mit den übrigen enthaltenen Stoffen vorliegt, diverse Nebenwirkungen mit sich bringt, empfiehlt es sich eher, frisches oder getrocknetes vollständiges Kurkuma im Speiseplan unterzubringen. Verwende Kurkuma in kleinen Mengen, denn es hat einen recht intensiven Geschmack. Kurkuma passt sowohl zu süßen als auch zu herzhaften Speisen. Falls du es mit anderen Gewürzen kombinieren willst, kommen dafür z. B. Ingwer, Anis, Koriander und Curry-Mischungen in Frage.

Z. B. kannst du dir köstliche Goldene „Milch-„Getränke auf Basis von Früchten oder Nüssen damit zubereiten.

Golden Milk ... aus frischer Kokosnuss und Kurkuma

Golden Milk … aus frischer Kokosnuss und Kurkuma



Auch lecker schmeckt die Mischung als Creme – wie hier als „Goldenes Joghurt“

Kokos-Kurkuma-Joghurt

Kokos-Kurkuma-Joghurt



Rezept für die Goldene Kokosmilch

Du brauchst dafür:

  • 1/4 einer reifen Kokosnuss
  • frisches Kurkuma und frischen Ingwer
  • 2 Tassen Wasser
  • evtl. ein Süßmittel deiner Wahl, wie z. B. 5 Datteln Deglet oder 1 TL Carobpulver

Gib die Stücke der Kokosnuss sowie den Ingwer und das Kurkuma in den laufenden Vitamix, um alles zu zerraspeln. Füge Wasser und Süßungsmittel hinzu und vermixe alles auf höchster Stufe etwa eine Minute lang. Gib die Mischung durch ein Sieb und genieße die Milch als Getränk; den ausgesiebten Trester als „Joghurt“.

Wer es fruchtiger & fettärmer liebt, bereitet sich eine Goldene Milch ganz schlicht aus Bananen und Kurkuma:

Kurkuma-Bananen-Milch

Kurkuma-Bananen-Milch



Zu dem, was Kurkuma lt. medizinischen Erkenntnissen so alles „kann“, gehört z. B.

  • es wirkt entzündungshemmend
  • es beugt Knochenschwund vor und stoppt ihn sogar
  • es ist einer der wirkungsvollsten Fatburner der Natur.
  • es reduziert freie Radikale und ist somit ein natürliches Antioxidanz
  • es stimuliert die Produktion von Magensäften und fördert damit eine gesunde Verdauung
  • es unterstützt das Immunsystem extrem effektiv, indem es die Bildung all der Zellen fördert, die zur Immunabwehr und zum Abbau krankhaft veränderter Zellen notwendig sind.
  • es kann die Stimmungslage verbessern und somit auch bei der Behandlung von Depressionen helfen.
  • es ist krebshemmend
  • es wirkt verjüngend, indem es den Neuaufbau des Bindegewebes stimuliert.

Kurkuma wirkt stark färbend, also Vorsicht bei der Verarbeitung – Flecken lassen sich kaum wieder entfernen. Trotz dieser Wirkung eignet sich Kurkuma-Pulver allerdings hervorragend zur Zahnreinigung und macht deine Zähne langfristig nicht etwa gelb sondern weisser! (Die Zahnbürste allerdings wird gelb verfärbt 😉 )

Yogische Ernährung

Viele Rohköstler (oder andere bewusst-essende Menschen) kommen früher oder später zum Yoga, viele Yogis ernähren sich vegan. Das ist sicher kein Zufall. Wichtige Aspekte von Yoga sind die Ernährung sowie die Einsicht, dass wir alles im Leben haben können, wenn wir bereit sind, dies auch anderen Lebewesen zu gewähren. Willst du frei und glücklich sein, dann lebe (entscheide) so, dass auch andere Lebewesen frei und glücklich leben können. Dies gilt auch bei der Wahl deiner Nahrungsmittel … und führt mMn geradezu zwangsläufig zu einer veganen Ernährungs- (und Lebens-) weise.

Im Ayurveda, der Lehre vom Leben, werden Nahrungsmittel zudem in drei verschiedene Gruppen eingeteilt:
– rajasich
– tamasich
-sattvisch

. Diese Einteilung beruht auf den drei „Gunas“, den Gemütszuständen des Menschen: Tamas, Sattva und Rajas. Tamas ist träge, unbewusst – unser vorherrschender Gemütszustand während des Schlafes. Rajas ist unser Tageszustand: bestimmt von Aktivität und Stimulation. Sattva ist das Gleichgewicht, der Ausgleich von Tamas und Rajas. Ein ausgeglichener Geist, in dem Mitgefühl, Bewusstheit und Intelligenz zu Hause sind.

Rajasische Lebensmittel erhitzen Körper und Geist. Für Menschen mit Kapha-Konstitution oder bei Trägheit und Gleichgültigkeit sind rajasische Lebensmittel in angemessener Dosierung zu empfehlen. Für die meisten jedoch fördert ein Zuviel an rajasischen Lebensmitteln Ungeduld, Aggression und Rechthaberei. Scharfe Gewürze, Zwiebel und Knoblauch, Paprika und Chilis sowie Kaffee und schwarzer Tee und alle Arten von Genussmitteln – auch Alkohol – gehören zu rajasischen Lebensmitteln. Auch wenn du bei der Zubereitung des Essens zornig oder voller Spannungen bist, wird das Essen rajasisch.

Tamasische Lebensmittel machen unseren Geist und Körper müde, träge und stumpf. Sie sind oft schwer verdaulich und begünstigen Krankheiten, da sie Schlacken produzieren. Dazu gehören: Fleisch, Eier, H-Milch, Pilze, Tiefkühl-und Dosenprodukte und alle Arten von Instant-Produkten, raffinierter Zucker, industriell hergestelltes Salz sowie Erdnussprodukte.

Rajasische und tamasische Lebensmittel sind also nicht wirklich zu empfehlen für uns. Empfehlenswert ist eine sattvische Ernährung, die für einen klaren Geist und einen gesunden und vitalen Körper sorgt.

Indem wir frische, vitalstoffreiche und liebevoll zubereitete Nahrung zu uns nehmen, stärken wir unser Sattva-Guna. Sattvische Ernährung verzichtet auf Fleisch, Fisch und Eier. Sattvische Nahrungsmittel sind reife Früchte, Nüsse (außer Erdnüsse), Blattgemüse, Reis, Weizen, Mungobohnen und Linsen sowie Ingwer und Kurkuma.

Außerdem trägt zur Energie des Essens noch die innere Haltungs während der Zubereitung und der Nahrungsaufnahme bei. Eine schöne Angewohnheit ist es, vor dem Essen kurz zu danken – sei es per Gebet, Danksagung oder einem Mantra.

Interessante Gedanken zu einer yogaischen Ernährungsweise findest du auch in dem Buch „Yoga der Ernährung“, das ich hier schon einmal vorgestellt habe.

Sind grüne Smoothies gut für dich?

Grüne Smoothies liegen voll im Trend und gelten sowohl unter vielen Rohköstlern als auch bei anderen Ernährungsbewussten als unglaublich gesund. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass du nicht weisst, was ein Grüner Smoothie ist: er besteht für gewöhnlich aus einem großen Teil grüner Blätter (Salate, Wildkräuter, grüne Blattgemüse, Sellerie … ), Früchten (süßen oder Gemüsefrüchten) und mitunter noch weiteren Zutaten wie Kernen/Samen/Superfoods usw.. All das wird im Mixer oder Blender zusammen zu einem glatten („smooth“ = glatt) Getränk oder einer Creme püriert.

Auf den ersten Blick scheint dieses Powerpaket voller Vitamine, Mineralien, Antioxidantien und Fasern unbestreitbar gesund zu sein. Aber. Ist es das wirklich?

Betrachten wir zunächst einmal die Menge an der mit einem Smoothie aufgenommenen Nahrung. Smoothies sind flüssig und werden in der Regel getrunken. Würdest du die Zutaten eines grünen Smoothies „am Stück“, unvermixt, essen, so bräuchtest du wesentlich länger dafür. Vermutlich würdest du nicht einmal alles schaffen, weil du vorher schon voll wärest. Beim Trinken (selbst wenn du in kleinen Schlucken trinkst oder den Smoothie löffelst) verpasst du diesen Zeitpunkt und isst mehr, als du eigentlich bräuchtest. Außerdem entfällt das Kauen, das gründliche Einspeicheln, welches der erste, durchaus wesentliche Teil der Verdauung ist.

In den meisten Rezepten für grüne Smoothies sind außerdem sehr viele unterschiedliche Zutaten enthalten. Unsere Verdauung funktioniert am Besten, wenn wir eine Sache zur Zeit essen. Dann kann der Körper die Nahrung am optimalsten verwerten. Ihn nicht nur während einer Mahlzeit mit abwechselnden Bissen unterschiedlicher Nahrung zu füttern, sondern sogar mit einer wilden Mischung, bei der jeder Bissen/Schluck mehrere verschiedene Nahrungsmittel mitbringt, die alle unterschiedliche Anforderungen für die Verdauung haben, stellt eine Belastung für das Verdauungssystem dar.

Viele Menschen neigen außerdem dazu, im Smoothie Zutaten unterzubringen, die sie für „gesund“ halten, deren Geschmack sie jedoch nicht mögen. Ich halte das nicht für klug. Es gibt Gründe dafür, dass wir unseren Geschmackssinn haben. Er zeigt uns, was gut für uns ist und was nicht. Okay, hinsichtlich des bei den meisten von uns durch jahrelange „Zivilisationskost“ verdorbenen Geschmackssinnes mag es sein, dass wir uns darauf zu Beginn einer natürlicheren Ernährungsweise nicht 100% verlassen können. Sicherlich nicht, wenn unsere Zunge uns sagt, wie gut ihr Pizza, Pommes oder Eiscreme schmecken. Diese Auswahl funktioniert nur bei natürlichen, rohen, unverarbeiteten, ungewürzten Nahrungsmitteln. Die vielleicht in der Umstellungsphase zunächst langweilig, fade schmecken – bis wir uns von den künstlichen Aromen entwöhnt haben und die natürlichen Geschmäcker wieder wahrnehmen und schätzen können. Wenn jedoch etwas wirklich ekelhaft, abstossend, widerlich, unangenehm schmeckt, ist das sicher ein ernstzunehmendes Zeichen des Körpers: Das will ich nicht, das kann ich nicht gebrauchen, es wird mir nicht gut tun!

Aus ayurvedischer Sicht gibt es weitere Einwände gegen den häufigen oder gar regelmäßigen Genuss grüner Smoothies, die sich auf die Qualitäten der Smoothies bzw. ihrer Zutaten beziehen:

  1. Grüne Smoothies bringen Vata aus dem Gleichgewicht:
    Nicht nur das in vielen Smoothie Rezepten verwendete gekühlte Wasser bzw. Eiswürfel sondern auch viele Früchte sind kalt, d. h. sie wirken abkühlend. Selbst beim Zusatz warmer Gewürze wie Ingwer ist die Qualität eines grünen Smoothies immer noch überwiegend kalt. Grüne Blätter sind trocken und rauh.
    Diese drei Eigenschaften – kalt, trocken, rauh – erhöhen dein Vata und bringen so dein Dosha aus dem Gleichgewicht. Besonders deutlich werden Menschen mit einer Vata-Veranlagung dies merken; es gilt jedoch auch für alle anderen Doshas. Ein Vata-Überschuss führt zu gesteigerter Trockenheit, Kälte, Rastlosigkeit und Unruhe sowohl körperlich als auch mental. Aus ayurvedischer Sicht beruht die Mehrheit aller sog. Krankheiten auf einem Vata Überschuss.
  2. Grüne Smoothies schwächen dein Oja
    Ein langandauernder Vata Überschuss führt zum Abbau von Gewebe. Das fühlt sich zunächst gut an: wenn Zellen abgebaut werden, wird viel Energie freigesetzt. Darum erfahren viele, die anfangen Grüne Smoothies zu sich zu nehmen, zunächst solche überwältigenden Energieschübe. Die gute Nachricht daran ist sicher, dass auch Fettgewebe abgebaut wird. Leider nicht nur dieses, sondern ebenso alle anderen Gewebe deines Körpers, inklusive der Knochen, Nerven, etc. … was zu schlechter Zahnsubstanz, schwachen Knochen, angegriffenen Nerven, Hormonproblemen bis hin zur Unfruchtbarkeit führen kann. So wird dein Immunsystem, deine Abwehrenergie (im Ayurveda Oja genannt), geschwächt.
  3. Grüne Smoothies sind schwer verdaulich.
    Etliche Aspekte hierzu habe ich weiter oben schon beschrieben. Aus ayurvedischer Sicht kommen noch die absolut ungeeigneten Kombinationen von Nahrungsmitteln hinzu: Früchte sollten niemals mit anderer Nahrung kombiniert werden! Selbst wenn alle Zutaten durch das Mixen bereits „aufgebrochen“, sozusagen vorverdaut, sind, brauchen die grünen Blätter ebenso wie andere schwerere Zutaten (Nüsse, Kerne, Superfoods) wesentlich länger für die Verdauung als die Früchte, die dennoch solange im Verdauungssystem bleiben müssen, bis alles verdaut ist, und dort zu Gärung, Gasbildung, Bauchschmerzen führen können. Die schwere Verdaulichkeit, die viele als anhaltende Sättigung positiv interpretieren, stellt in Wirklichkeit eine Belastung des Verdauungssystem dar und hindert den Körper so an seinen vielen anderen Aufgaben.

Fazit: Iss deine Nahrung lieber „am Stück“, kau sie gründlich, solange du noch Zähne hast (dann behälst du auch länger welche!) und verzichte weitgehend auf Smoothies! Hätte die Natur gewollt, dass wir Smoothies trinken, dann würden Vitamixe an Bäumen wachsen 😉

Wenn du grüne Smoothies liebst und unbedingt gelegentlich welche zu dir nehmen willst, möchtest du vielleicht folgende Punkte für eine bessere Verträglichkeit beachten:

  • Trink höchstens zwei bis dreimal die Woche einen grünen Smoothie. Auf keinen Fall täglich.
  • Kau deinen Smoothie. Nimm ihn in kleinen Schlucken zu dir und kaue jeden Schluck gründlich. Das hilft bei der Verdauung und gibt dir zugleich die Chance, rechtzeitig zu bemerken, wenn du satt bist.
  • Verwende nur wenige Zutaten in deinem Smoothie, maximal drei bis fünf unterschiedliche. Und nur solche, die du auch einzeln essen magst.
  • Gib wärmende Zutaten wie Ingwer oder Kurkuma (frisch, nicht die getrockneten Pulver!) hinzu, um die Kälte auszugleichen und die Verdaulichkeit zu verbessern.
  • Verzichte möglichst auf schwere Zutaten wie Nüsse oder sog. Superfoods!

Vata-Rohkost im Herbst

Meine Ernährung verändert sich immer wieder, entwickelt sich, passt sich den Gegebenheiten an, inneren wie äußeren. Dem Klima, der Jahreszeit, dem Ort, an dem ich gerade lebe. Der Lebenslage, den Anforderungen des Alltags, dem, was die Umgebung so bietet und – dem folgend – mitunter auch den Finanzen. Andere Faktoren, die meine Nahrungswahl beeinflussen, verändern sich nicht. So z. B. mein Dosha – aus ayurvedischer Sicht ebenfalls ein Kriterium für die passende Wahl meiner Ernährung. Möglicherweise gehören zu derartigen Faktoren auch mein Sternzeichen, meine Blutgruppe oder meine Haarfarbe – allerdings konnte ich da, anders als bei meinem Dosha, noch keine Zusammenhänge feststellen.

Wenn du meinen Blog schon länger liest, hast du es in den letzten Wochen bemerkt: meine Ernährung sieht derzeit deutlich anders aus als vor beispielsweise sechs Monaten. Im Frühjahr war ich daheim, in Teneriffa, in deutlich wärmerem Klima, mit mehr Sonne, gänzlich anderem Früchteangebot – jetzt bin ich in Deutschland, es ist Herbst und für mein Empfinden schon recht kalt, wir sind seit drei Monaten auf Reisen (schön, spannend, interessant, aber auch anstrengend), Früchteangebot und Preise sind ganz anders, an meinem momentanen Aufenthaltsort gibt es reichlich Wildfrüchte und -pflanzen zu finden. Unverändert ist, natürlich, mein Dosha: ich bin immer noch Vata.

Angepasst an die Jahreszeit & alles andere aufgezählte, sieht meine Rohkost, saisonal, überwiegend regional, doshagerecht, derzeit so aus:

  • viele süße & saftige Früchte: Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen, Äpfel.
  • schwerere Früchte püriert zu Smoothies: Weizengras-Bananen-Smoothie.
  • Gemüse(früchte) püriert/kombiniert mit wärmenden Zusätzen wie Lauch/Knoblauch: Tomatensaucen in diversen Varianten, mal mit Zucchini, mal mit Mais.
  • Salziges = Wärmendes: Algen
  • wärmende Gewürze in kleinen Mengen: Ingwer, Anis, Fenchel
  • gelegentlich Samensaucen, frische Nüsse in kleinen Mengen
  • Extreme meiden – etwas, was ich insbesondere hinsichtlich der Gewürze wieder mal neu lernen durfte

Hier habe ich einige Ernährungstipps für die drei Doshas für dich zusammengestellt.
Meine Vorstellung eines guten Buches über die Ernährung gemäß den Ayurveda-Doshas findest du hier.

Suppe

Meine Vata-Rohkost

Ergänzend zum gestrigen Artikel und im Zusammenhang mit den Ayurveda-inspirierten Empfehlungen möchte ich heute noch einmal veranschaulichen, dass Ernährungsempfehlungen, Tipps zur Gestaltung deiner Rohkosternährung, immer nur Inspiration sein können. Einen Rahmen vorschlagen und Anregung für eigenes Herumexperimentieren bieten können. Welche Konzepte auch immer du ausprobierst, 80/10/10 z. B., Ayurveda oder sonst was: achte darauf, wie es dir damit geht! Die Welt hält Unmengen von Früchten und grünen Blättern für uns als Nahrung bereit. Finde selbst heraus, was davon, in welchen Mengen und in welchen Kombinationen, dir gut tut! Lass dich inspirieren von den Ideen und Erfahrungen anderer, aber folge ihnen nicht blind.

Was das Tridosha-System betrifft: ich bin Vata … und kann für mich bestätigen, dass die Geschmacksrichtungen, die mir gut tun, tatsächlich die für Vata empfohlenen sind und sich die anderen höchstens in kleinen Mengen einmal gut anfühlen. Ebenso fühle ich mich, wie ihr schon wisst, wirklich mit Mono-Mahlzeiten oder allerhöchstens einmal sehr einfachen Kombinationen am wohlsten … ob das nun in meiner Konstitution begründet ist oder einfach natürlich für uns alle (andere Tiere essen schließlich auch eher mono)?!? Zur besseren Erdung wird für Vatas eine schwere, fettreiche Ernährung empfohlen. Tatsächlich habe ich diesen Effekt in den letzten Jahren häufig beobachtet; während ich es zu Beginn der Rohkost noch als angenehm empfunden habe, besser geerdet zu sein und durch das schwerere Essen einen gewissen Schutz vor stressigen Einflüssen von außen zu haben, fühle ich mich mittlerweile jedoch eher unangenehm be-schwert, wenn ich fettreich esse. Offenbar brauche ich diese Art von Erdung inzwischen nicht mehr so … ob das nun eher ein körperlicher oder ein mentaler Fortschritt ist, oder inwiefern dies vielleicht mit meiner veränderten Lebenssituation in viel entspannterer Umgebung zu tun hat … auch das weiss ich nicht. In jedem Fall zeigt es jedoch: es mag eine einzige artgerechte Ernährung für uns alle geben. Wie genau deine (vorzugsweise rohe) Ernährung auf dem Weg dorthin und durch unsere zumeist nicht wirklich artgerechte Welt gestaltet sein muss, um für körperliches und seelisches Wohlbefinden zu sorgen und den Weg voller Vergnügen und Zufriedenheit zu gehen – das findest du nur selber heraus. Jeden Tag aufs Neue.

Gestern habe ich mich z. B. hiermit wohlgefühlt: Bananen. Mais. Datteln. Zucchini. Alles unterwegs, mit viel Sonne dazu 🙂

Was tut dir heute gut?

Ayurveda: Rohkost für dein Dosha

Fällt es dir schwer, eine dich zufriedenstellende Rohkosternährung zu praktizieren? Die Empfehlungen der beliebten Rohkost-Gurus funktionieren für dich nicht und du verstehst nicht warum? Die Antwort ist einfach: auch wenn wir alle Menschen sind und grundsätzlich die gleichen, unserer Art entsprechenden Ernährungsbedürfnisse haben, so sind im Detail die Bedürfnisse aufgrund zahlreicher individueller Unterschiede (bedingt durch die eigene Geschichte, die aktuelle Lebenssituation und den Entwicklungsstand) eben doch nicht identisch.

Ein möglicher Ansatzpunkt zum Finden der zu dir passenden Ernährungsweise ist das Tridosha-System aus dem Ayurveda. Finde dein Dosha bzw. deine Dosha-Kombination heraus und experimentiere doch mal mit den zu deiner Konstitution passenden Empfehlungen herum. Vergiss dabei aber nicht: auch dieses System bietet bestenfalls einen Rahmen zur Orientierung; letzendlich braucht es auch hierbei nichts als Achtsamkeit für dich selbst. Dann verrät dir dein eigener Körper, dein Wohlbefinden, was dir gut tut und was nicht.

Die folgenden Ernährungsempfehlungen für die drei Doshas habe ich dem Buch Individuelle Ernährung mit Ayurveda von Gabriel Cousens entnommen. Ich gebe sie hier nur in Stichpunkten wieder; in dem Buch, das ich kürzlich hier schon einmal vorgestellt habe, gibt es ausführlichere Empfehlungen und Lebensmittellisten.

Rohkost für Vatas:

  • Vata-ausgleichende Geschmacksrichtungen: süß, salzig, sauer
  • Geschmacksrichtungen, die für Vatas nicht so günstig sind: bitter, adstringierend, scharf
  • regelmäßig essen, keine zu langen Pausen (ca. alle 2-3 Stunden)
  • bevorzugte Nahrungsqualitäten: warm, flüssig, schwer
  • Mono-Mahlzeiten und sorgfältig zusammengestellte Kombinationen
  • iss möglichst gemäßigt und ausgeglichen; jede Geschmacksrichtung, die exzessiv in der Ernährung vorkommt, fördert eine Unausgeglichenheit des Vata-Doshas.

Etwas konkreter: iss viele süße, saftige Früchte; püriere schwerere Früchte mit Wasser zu Smoothies; ergänze dein Grünzeug/Salate mit saftigen Gemüsefrüchten und mit Avocado oder Samen(-dressings); auch Suppen sind für Vatas empfehlenswert; wärme dein Essen in Sonne oder Trockenofen auf ca. 40°C an oder mische erwärmte, wärmende Kräuter unter; verzichte auf Trockenfrüchte oder weiche sie zumindestens sehr lange ein vor dem Verzehr.

Rohkost für Pittas:

  • harmonisierende Geschmacksrichtungen: süß, bitter, adstringierend.
  • zu meidende Geschmacksrichtungen: scharf, sauer, salzig
  • bevorzugte Nahrungsqualitäten: kühl, schwer, flüssig
  • eiweißarm essen
  • 3 Mahlzeiten am Tag, im Abstand von ca. 4 Stunden; Zwischenimbisse nach 2-3 Stunden falls nötig

Etwas konkreter: Früchte, Gemüse, Sprossen, mild und ungewürzt. Nüsse und Samen nur gelegentlich, besser: eingeweicht.

Rohkost für Kaphas:

  • bevorzugte Nahrungsqualitäten: leicht, warm, trocken
  • harmonisierende Geschmacksrichtungen: scharf, bitter, adstringierend
  • zu meidende Geschmacksrichtungen: süß, sauer, salzig
  • Kaphas verdauen langsam: optimal sind 2 Mahlzeiten am Tag mit mindestens 6 Stunden Abstand dazwischen, keine Zwischenmahlzeiten.
  • nur kleine Mengen wasserreicher Lebensmittel

Etwas konkreter: viel Gemüse und Blattgemüse, leicht erwärmte Rohkost, scharfe Gewürze; iss trockene & adstringierende Früchte; Fettfrüchte nur in sehr kleinen Mengen, Nüssen/Samen eingeweicht.

Rohkost und Ayurveda

Heute möchte ich euch eines meiner Lieblingsbücher zum Thema Ernährung vorstellen: Individuelle Ernährung mit Ayurveda – Bd. 1 der „Bewusst essen“-Reihe von Gabriel Cousens.

Cousens beschreibt in diesem Buch den Einfluss unserer Ernährung auf Körper, Emotionen, Geist & Seele – und damit darüberhinausgehend auf Harmonie und Frieden auf der Erde. Ein sehr hilfreicher Ratgeber beim Finden der eigenen, den individuellen Bedürfnissen entsprechenden, optimalen Ernährungsweise. Wer mit Ayurveda noch nicht vertraut ist, findet ausführliche Beschreibungen der drei Doshas sowie eine mehrseitige Checkliste zum Feststellen der eigenen psychophysiologischen Konstitution und deren Einordnung im ayurvedischen Tridosha-System. Auch für die, die sich schon länger mit dem ayurvedischen System befassen und vielleicht danach leben, bieten die schwerpunktmäßig auf eine Rohkosternährung hin ausgerichteten Ernährungsrichtlinien für Vata, Pitta und Kapha sowie die diversen Typen-Kombinationen viele interessante Hinweise und Anregungen. Weiterhin enthält das Buch eine Beschreibung der verschiedenen Lebensmittelqualitäten (Geschmack, energetische Qualitäten etc), wie sie im Ayurveda und im chinesischen System zur Beurteilung hinsichtlich ihrer Eignung für die unterschiedlichen Dosha-Typen bzw. zur Erlangung des individuellen Gleichgewichts herangezogen werden. Weitere Kapitel widmen sich dem Fasten und dem Säuren-Basen-Gleichgewicht des Körpers.

Im Ayurveda wird eine ausschließliche Rohkosternährung im allgemeinen als ungeeignet angesehen. Cousens zeigt in seinem Buch zum Einen Gestaltungsmöglichkeiten für eine funktionierende, das individuelle Dosha unterstützende Rohkosternährung – und bietet zum Anderen mit der Einführung in das Tridosha-System auch Nicht-Ayurveda-Kundigen ein Hilfsmittel auf der Suche nach der indivuellen optimalen Ernährungsweise.

Mein Dosha ist übrigens Vata … das Dosha, für das eine 100%ige Rohkosternährung am wenigsten geeignet sein soll. Ist mir allerdings noch nie aufgefallen: ich habe in den vergangenen 6,5 Jahren keinerlei grundlegende Probleme mit meiner rohen Ernährung erfahren, habe jedoch schon viel herumexperimentiert und viel darüber gelernt, womit ich mich ernährungstechnisch am besten fühle. Um es mal wieder zu sagen: folge den Bedürfnissen deines Körpers, dann klappts auch mit der Rohkost – egal, welches dein Dosha ist. Ich habe in diesem Buch neben neuen inspirierenden Ideen vor allem viel Bestätigung für meine persönlichen Vorlieben im Zusammenhang mit meinem Dosha gefunden. So ist es z. B. gerade für Vata-Typen sehr wichtig, sich zur Vermeidung von Reizüberflutung auf wenige verschiedene Lebensmittel pro Mahlzeit zu beschränken. Mono-Mahlzeiten oder einfache, achtsame Kombinationen. Anderes, wie z. B. die Verwendung bestimmter Gewürze und vieler gemixter/pürierter Speisen, gehört für mich der Vergangenheit an, und auch Getreide werde ich wohl nicht wieder in meine Ernährung aufnehmen. Die grundsätzlichen Ansätze und Empfehlungen jedoch lassen sich, denke ich, auf jede Art der Rohkosternährung anwenden.

Dieses Buch bietet, wie ich finde, viel Inspiration und Unterstützung auf der Suche nach der zu deinen Bedürfnissen und deiner Konstitution passenden Ernährung.