Rohkost-Kindern geht es gut!

Davon durfte sich vor ein paar Tagen auch das hiesige Jugendamt überzeugen. Warum es sich dafür interessiert hat, könnt ihr hier nachlesen. Nach einer gewissen anfänglichen Skepsis („Rohkost – was ist das eigentlich? Was essen Sie denn da überhaupt?“) haben meine strahlend gesunde Tochter sowie meine Beschreibung unserer Ernährung sie überzeugt, dass hier alle wohlauf sind!

Bleibt höchstens noch zu hoffen, dass sich auch um die vielen konventionell ernährten & dadurch kranken Kinder hierzulande so gesorgt wird …

Die alten Fotos meiner vor 5 Jahren noch schwer unter Neurodermitis leidenden Tochter haben es mir jedenfalls mal wieder bewusst gemacht: wie dankbar ich bin, dass wir diesen Weg gefunden haben!

Grüne Smoothies

Cantaloupe-Melone mit Brennessel

Victoria Boutenko hat sie mit ihren Büchern berühmt gemacht, aber nicht erst seitdem wissen wir alle, wie wichtig Grünzeug in unserer Nahrung ist. Am besten Wildkräuter, aber falls davon mal, z. B. jahreszeitbedingt, nicht genug zur Verfügung stehen, empfehlen sich auch einige Arten von Kulturgrün – in Bio-Qualität! (Falls ihr gelegentlich aus finanziellen Gründen auf Produkte aus konventionellem Anbau zugreift: macht das nicht ausgerechnet bei grünen Blättern, die ihr nicht mal schälen könnt. Und in denen dann, aufgrund der bodenauslaugenden Anbaumethoden, auch tatsächlich kaum noch welche der dringend benötigten Mineralstoffe drin sind.) Spinat, Feldsalat, Rucola, Grünkohl, Wirsing – bilden meinen bevorzugten Wildkräuter-„Ersatz“. Die dunkelgrüne Farbe & der zumindest im Vergleich zu Kopfsalat & Co noch relativ intensive Geschmack zeigen den einigermaßen hohen Gehalt an Mineralstoffen.

Für mich haben Gesundheit & Wohlbefinden & damit auch meine Ernährung viel mit natürlichem Leben zu tun – ich habe im Laufe der letzten Jahre immer wieder bemerkt, dass es mir am besten geht, wenn ich meine Nahrung so esse, „wie sie ist“ – also nicht gemixt, durcheinander gemischt oder sonstwie zubereitet. Am liebsten eine Frucht in der einen Hand, Wildkräuter in der anderen & dann immer abwechselnd zubeissen. Und gründlich kauen. 🙂

Warum schreibe ich dann hier einen Artikel über grüne Smoothies? Weil ich finde, dass dennoch vieles für deren Zubereitung spricht. Zum einen der Vorteil der besseren Vereinbarkeit mit einem modernen, zeitintensiven Arbeitsalltag: das gründliche Kauen = Verflüssigen der grünen Blätter, um sie gut verdauen zu können, braucht Zeit und Ruhe. Außerdem lassen sich Smoothies in Flaschen abgefüllt besser mitnehmen & sind wohl auch etwas „gesellschaftskonformer“ als eine Riesendose voller „Unkraut“ 😉

Vor allem aber sind grüne Smoothies ein hervorragender Weg, überhaupt (mehr) Grünzeug in die Ernährung aufzunehmen. Wer kaum Grün, geschweige denn Wildkräuter mit ihrem meist sehr intensiven Geschmack, isst, tut sich oftmals schwer damit, sich daran zu gewöhnen. Oder gar Gefallen daran zu finden – denn Essen soll ja schließlich Spaß machen & keine Pflichtübung sein. Auch die Konsistenz mancher Wildpflanzen, gründliches Kauen erfordernd & damit sehr ungewohnt für von der herkömmlichen Zivilisationskost verwöhnte Münder, ist gewöhnungsbedürftig. Man denke nur an Brombeerblätter im Winter – als ich mich denen vor Jahren zum ersten Mal genähert habe, konnte ich zu Anfang höchstens 1-2 Blätter runterkriegen. Gemischt mit süßen Früchten aber lassen sich leckere Getränke zubereiten. Zuerst mit wenig, dann immer mehr Grün drin, kann man den Körper genußvoll mit den wichtigen Mineralstoffen versorgen & sich dabei langsam mit dem Geschmack anfreunden.

Gerade für Kinder, die meist den süßen Geschmack bevorzugen, sind grüne Smoothies großartig. So können wir sichergehen, dass sie mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt werden. Die Vorbildfunktion allein reicht dafür leider nicht immer aus: Wenn ich beim Essen (immerhin bei jeder Mahlzeit, und zwischendurch, wenn wir draußen unterwegs sind) meine Wildkräuter futtere, animiert das meine Tochter durchaus nicht immer dazu, mitzumachen. Leckere grüne Smoothies nimmt sie aber gern! Mittlerweile mische ich in alles, was ich ihr zubereite, Wildkräuter oder anderes Grünzeug rein: Cremes, Dipps, Süssigkeiten, Cräcker. Unser Geschmackssinn, von Natur aus süß bevorzugend, wird eben auch geprägt durch unsere Erfahrungen. Und ihm so beizubringen, dass der Geschmack von Wildkräutern gleichbedeutend mit Genuss ist, halte ich für eine wichtige „Vorsorgemaßnahme“ für’s weitere Leben.

Im Sinne der guten Bekömmlichkeit & der Verwertbarkeit der Inhaltsstoffe aus den Früchten & Wildkräutern empfehle ich aber, für einen Smoothie nur eine oder zwei Fruchtsorten mit grünen Blättern zu mixen & auch keine allzu riesigen Portionen auf einmal zu trinken: bedenkt, was für eine riesige Portion Früchte, eventuell noch mehrere auf einmal, ihr sonst innerhalb weniger Minuten zu euch nehmt! Viel mehr, als ihr beim Essen vielleicht auf einmal schaffen würdet. Die Rückmeldung des Körpers über die Sättigung braucht nun mal länger als das Trinken eines solch gehaltvollen Smoothies.

Hier sind noch ein paar unserer Smoothies aus den letzten Tagen – als Anregung zum Nachmachen. Was sind eure liebsten Smoothie-Rezepte?

1/2 Mango, 1/2 Apfel, Ingwer, Brennesseln

1/2 Apfel, 1 kleine Banane, 1 frische Dattel, Brennesseln

M.'s Kreation: Banane-Brennessel-Mandelmus mit Gänseblümchen-Deko

Markus Rothkranz

… war gestern in Hamburg & ich hab mir seinen Vortrag angehört. Nachdem mich seine Ausstrahlung in diversen YouTube-Videos so begeistert hat, wollte ich ihn gern mal live erleben.

Erster Eindruck: Ein zwar attraktiver, Gesundheit ausstrahlender Mann, dem seine 48 Jahre nicht wirklich anzusehen sind … aber doch viel ruhiger, weniger berstend vor Energie, als er in manchen Filmen wirkte. Nun ja, er stand gestern ja auch nicht auf einer Bühne vor Hunderten von US-Amis sondern in einem verhältnismäßig kleinen Raum mit vielleicht 50 Menschen drin.

Markus hat (übrigens komplett auf Deutsch) über seinen Weg zur Gesundheit, zum Leben, berichtet. Dabei die wichtigsten Erkenntnisse über die richtige menschliche Ernährung in einfacher, eindrücklicher Form hervorgehoben: kein Fleisch, nur pflanzliche Nahrung, nichts Erhitzen, möglichst viele Wildpflanzen. Angenehm seine bestechend einfache Argumentation: Natürlich kannst du deinen Körper mit allem möglichen „füttern“, auch mit Steinen oder pulverisiertem Metall, und das (eine Zeitlang) überleben, aber das heisst noch nicht, dass es dir gut tut. Besonders betont hat er auch die Notwendigkeit der Reinigung des Körpers: solange dein Körper vollkommen vergiftet & verschlackt ist, kann auch die beste Nahrung der Welt ihn nicht schlagartig zu Hochform auflaufen lassen. Seine Empfehlung: zuerst Wasserfasten, so lange wie möglich. Anschließend weiterfasten mit Gemüsesäften. Dann erst mit veganer Rohkost-Ernährung weitermachen. Die aus möglichst viel Wildpflanzen bestehen sollte. Seine eigene Ernährung besteht überwiegend aus grünen Smoothies, zubereitet aus Früchten & Wildkräutern ca. 50:50, die er morgens frisch zubereitet & für den Tag in Glasflaschen abgefüllt mitnimmt. Meist isst er später dann noch einen Salat oder ein paar Nüsse. Damit ist er den ganzen Tag satt, energiegeladen, nie müde (er braucht nach eigener Aussage nur 4 Stunden Schlaf).

Der Gesundheit ist weniger Essen wesentlich zuträglicher, weil der Körper dann nicht so viel Energie für die Verdauung benötigt. Aber nicht erschrecken, ich will hier niemanden zum Hungern aufrufen: wie schon öfter erwähnt, sinkt der Bedarf an Nahrung im Laufe der Jahre mit Rohkost. Je reiner der Körper ist, desto weniger Nahrung braucht er um satt zu werden. Nach 20 Jahren Rohkost ist Markus‘ Nahrungsbedarf einfach auch nicht mehr so groß.

Seine Begründung für die Smoothies (statt die Wildkräuter einfach so zu essen): Zeitersparnis. Der Verzehr der Mengen an Grün, die wir brauchen, um uns gut zu ernähren, braucht – gründlich gekaut – einfach viel Zeit. Deswegen sind ja Gorillas, Kühe etc einen großen Teil des Tages mit Essen beschäftigt. In unserem modernen Leben geht das nicht. Zum Smoothie gemixt bekommen wir alles, was wir brauchen, in einfacher zu essender, ebenfalls gut verwertbarer Form. Auch dann, wenn wir mal den ganzen Tag unterwegs sind ohne die Gelegenheit, zwischendurch Wildkräuter zu finden.

Obwohl der Schwerpunkt des gestrigen Vortrags auf der Ernährung lag, hat Markus kurz angerissen, dass Gesundheit nicht nur durch die Ernährung beeinflusst wird; auch Bewegung, ein erfüllender Lebensstil im Einklang mit den eigenen Lebensvorstellungen und spirituelle Entwicklung spielen wichtige Rollen. Neue Erkenntnisse habe ich gestern nicht wirklich gewonnen, aber es war dennoch ein interessanter, unterhaltsamer Abend.

Die Quintessenz von Markus‘ Erzählungen, der ich mich auch komplett anschließen möchte: Folge deinem Herzen – bei der Ernährung, aber auch bei allem anderen im Leben. Der Kopf stört dabei nur, der weiss nur, was andere ihm dein Leben lang erzählt haben. Finde deinen eigenen Weg! Den muss jedeR für sich selbst herausfinden. Lass dich von anderen inspirieren und unterstützen – aber wie dein Weg aussieht, auch wie deine rohköstliche Ernährung genau zusammengestellt sein muss, um dich optimal zu nähren – das kannst nur du selbst herausfinden!

Mehr über Markus Rothkranz findet ihr übrigens bei YouTube und natürlich auf seiner Go-Raw-Now!-Website.

Früchtegenuss

Bei den Papayas neulich habe ich es schon erwähnt: von den meisten Früchten kann viel mehr gegessen werden als gemeinhin bekannt. Das ist mir so richtig bewusst geworden, als mich die Inhaberin eines kleinen Bioladens vor einiger Zeit fragte, ob ich denn die frischen Feigen komplett essen würde – sie hatte sie bis zu diesem Zeitpunkt immer geschält … ! Was bei giftgespritzten Früchten (wenn sie sich denn nicht vermeiden lassen) sicher sinnvoll ist – aber unbehandelte & aus Bioanbau stammende können & sollten doch besser vollständig gegessen werden. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Nicht umsonst „liefert“ die Natur uns die Früchte ja mit Schale & Kernen (& Blättern). In einigen Fällen dient die Schale zwar tatsächlich nur dem Schutz des darin enthaltenen (wie z. B. bei Bananen, Kokosnüssen oder Durianen) & die Kerne sollen durch Verzehr & spätere Ausscheidung vielleicht nur für die weitere Verbreitung des Baumes sorgen. Häufig stecken in Schale & Kernen jedoch viele Nährstoffe, die zur optimalen Verwertung nötig sind.
  • Eine mit Schale & Kernen genossene Papaya schmeckt nicht nur besser sondern macht auch besser & nachhaltiger satt.

Die Kerne der Papaya schmecken scharf-würzig & ergänzen damit das sehr süße Fruchtfleisch optimal. Sie lassen sich übrigens auch trocknen & können dann, zermörsert oder durch eine Pfeffermühle gedreht, als Gewürz verwendet werden. In den Kernen ist Papain enthalten, welches bei der Eiweißaufspaltung im Darm hilft & so darmreinigend & gegen Würmer wirkt. Die Schale kann ebenfalls entweder einfach mit der Frucht zusammen verzehrt werden oder als Salatzutat verwendet werden. Mehr über die wertvollen Inhaltsstoffen der Papaya gibt es hier zu lesen.

Im Folgenden eine Liste von „mitessbaren“ Bestandteilen verschiedener Früchte – ohne Anspruch auf Vollständigkeit & immer unter der Voraussetzung, dass die Früchte bio bzw unbehandelt sind:

  • Bei Äpfeln & Birnen essen sicher die meisten eh ganz selbstverständlich die Schale mit; auch das Kerngehäuse mit den Kernen kann mitgegessen werden.
  • Wirklich reife Kiwis können ebenfalls mit Schale gegessen werden – die ist dann ganz dünn & weich, gar nicht mehr unangenehm haarig. Ebenfalls essbar ist die Schale sonnengereifter Mangos (bei Flugware oder bei den im Sommer erhältlichen pakistanischen Honigmangos). Schmeckt ein bisschen herb, aber in Kombination mit der ganzen Frucht doch ganz lecker.
  • Schwer zu glauben, aber wahr: auch bei sonnengereiften Ananas kann die Schale mitgegessen werden. Empfiehlt sich aber wirklich nur für reif geerntete Früchte. Bitte vorsichtig versuchen & auf eventuelles Brennen auf der Zunge achten – bei Ananas ein deutliches Zeichen des Körpers, dass er genug hat!
  • Melonen: bei Wassermelonen esse ich die Schale & die Kerne schon seit Jahren mit – in der Schale & dicht darunter stecken eine Menge Mineralstoffe, die die optimale Verdauung & Assimilation des Fruchtfleisches & natürlich auch die Sättigung fördern. Bei den diversen anderen Melonensorten – Galia, Cantaloupe, Honigmelonen… – kann die Schale auch gegessen werden. Wobei manche Melonen ja erst dann so richtig gut schmecken, wenn die Schale schon braune Flecken bekommt … bei denen mag ich sie dann nicht mehr so & esse sie nicht mit.
  • Bei Rambutan hat mich die Schale noch nicht dazu verlockt, sie zu probieren. Dafür esse ich diese Früchte immer mit Kern – er schmeckt leicht nussig, echt lecker.
  • Durian – nein, keine Angst, auch diese Schale möchte ich euch nicht empfehlen (schade eigentlich, wo sie doch so viel davon hat … ). Aber auch hier schmecken die Kerne der frischen Frucht köstlich nussig.
  • Aprikosenkerne sind ebenfalls essbar & wohlschmeckend; ähnlich wie Mandeln. Es erfordert allerdings etwas Extra-Aufwand, an sie heranzukommen, denn nur der innere Teil des Kerns ist essbar. Die äußere Schale muss, ebenfalls wie bei Mandeln, erst geknackt werden.
  • Avocados können auch mit Schale verzehrt werden.
  • Kirschen & Pflaumen esse ich ohne Kerne, dafür nach Möglichkeit mit den frischen Baumblättern dazu. Das gilt übrigens für alle hiesigen Obstbäume – probiert einfach mal!
  • Gemüse werden bei uns eh kaum geschält: Gurke, Süßkartoffel, Benkoang, roter Bete … essen wir komplett.

Verkehrte Welt

Vor wenigen Tagen erreichte mich ein Brief, über dessen Inhalt ich zunächst laut lachen musste, der mich beim weiteren Darüber-Nachdenken aber doch eher entsetzte. Das Jugendamt hat dank der Anzeige einer „besorgten“ Mitbürgerin von meiner Ernährungsweise erfahren & macht sich nun Sorgen um die Gesundheit meiner Kinder. Man hätte ja von so vielen Fällen psychischer & physischer Schäden bei rohköstlich ernährten Kindern gehört … Hallo?!? Ich kenne die erschreckende Zunahme von Fettleibigkeit & Diabetes im Jugendalter; auch Osteoporose, Rheuma u. ä. treten immer öfter schon bei Kindern & Jugendlichen auf, von Neurodermitis, Asthma, Allergien ganz zu schweigen. Alles ernährungsbedingt!

Eigentlich sollte das Jugendamt doch wohl eher Mitarbeiter bei MacDonald’s & Aldi postieren & alle dort auftauchenden Eltern zum Gespräch vorladen. Aber darüber will ja keiner reden. Wo sollte das auch hinführen? Müssten doch dann auch die Beamten selbst womöglich ihr eigenes Essverhalten hinterfragen. Die gesamte Lebensmittelindustrie würde zusammenbrechen, müssten sich Eltern dafür verantworten, ihre Kinder mit Weissmehl, Zucker, Konservierungs- & Zusatzstoffen usw. zu „ernähren“.

Nun ja, ich schätze, diese Argumentation bietet sich im Interesse einer schnellen friedlichen Lösung nicht wirklich an ;). Ich werde mich einfach dort vorstellen & sowohl meine als auch die Gesundheit meiner gut entwickelten, energiegeladenen Kinder demonstrieren. Und mein Staunen über die verkehrte Welt, in der wir leben, für mich behalten.

Knochen & Zähne

Ein neuer Beitrag aus der Reihe „Und woher bekommst du dein ….?“ – heute: Kalzium (auch Calcium).

Bekannt aus der Werbung ist die Behauptung, wir bräuchten Milchprodukte für unsere Kalziumversorgung. Eine doppelt falsche Behauptung übrigens: nicht nur, dass wir uns problemlos mit rein pflanzlicher Nahrung ausreichend mit Kalzium versorgen können. Im Gegenteil begünstigt eine Ernährung mit tierischem Eiweiß die Kalziumausscheidung & führt daher viel eher zu einem Kalziummangel, welcher bei einer rein pflanzlichen Ernährung selten bis gar nicht auftritt.

Schon die Tatsache, dass in Kuhmilch Kalzium vorhanden ist, ohne dass die Kühe selbst Milch trinken, zeigt, dass sie es offensichtlich aus ihrer Nahrung = Grünzeug! aufnehmen. Besonders viel Kalzium ist enthalten in Mohn, Sesam, Brennesseln, Grünkohl, Feigen, Mandeln, Haselnüssen. Weitere kalziumhaltige Lebensmittel findet ihr hier im rohkost.de-Blog.

Wichtig ist Kalzium vor allem für die Festigkeit von Knochen und Zähnen. Eine vor allem bei älteren Menschen auftretende Folge von Kalziummangel ist Osteoporose = Knochenentkalkung, bei der die Knochen schwach & leicht zerbrechlich werden. Der Hauptgrund dafür ist eine säurereiche Ernährung mit einem hohen Anteil an Eiweiß (tierisches oder pflanzliches) und Stärke. Die dabei entstehenden Säuren müssen vom Körper neutralisiert werden. Dafür braucht er basische Mineralien: Kalzium, Magnesium, Natrium und Kalium. Die er sich, wenn sie nicht ausreichend über die Nahrung zugeführt werden, aus den Knochen & Zähnen holt & die dann über die Nieren ausgeschieden werden. Die beste Prävention: eine ausreichende Versorgung mit basischen Mineralien, also auch Kalzium, aus basisch verstoffwechselter Nahrung wie rohe Früchte & Gemüse sowie regelmässige Bewegung!

Solange ihr also einfach eure gute Urkost mit vielen Früchten & Grünzeug geniesst, seit ihr auf der sicheren Seite! Kein Grund, spezielle Nahrungsmittel im Hinblick auf einzelne ihrer Inhaltsstoffe auszuwählen. Bei mir gab es heute dies hier – definitiv ausreichend gehaltvoll an basischen Mineralstoffen 🙂

Rohkost – Lektion 1

Weil es immer wieder nachgefragt wird, heute noch mal die Basics. Für Neueinsteiger, Skeptiker & Interessierte.

Wann immer ich meine Ernährung erwähne, sind die meisten Menschen zwar sehr interessiert an dem, was ich erzähle. An der Rohkost an sich, an Rezepten. Aber die meisten verstehen nicht wirklich, was das soll. Den Grund für eine rohköstliche Ernährung, die Vorzüge, und was diesen Ernährungsstil eigentlich ausmacht. Was kann ich als Rohköstler denn überhaupt essen? Brauche ich dafür eine neue Küchenausstattung? Also auf ein Neues – hoffentlich beantwortet das folgende die grundlegenden Fragen.

Rohkost – was ist das?

Eine rohköstliche Ernährung (auch Vitalkost oder – je nach Umsetzung – Urkost genannt) setzt sich zusammen aus Früchten, Gemüsen, Samen/Nüssen und grünem Blattgemüse/Wildkräutern. Auch Sprossen & Algen gehören dazu. Alle diese Nahrungsmittel werden roh verzehrt, d. h., nicht über 43° C erhitzt.
Nahrung, die über 43° C erhitzt wird, verliert ihre Enzyme & Nährstoffe. Gekochte Nahrungsmittel führen im Körper zu denselben Symptomen wie entzündliche Prozesse (Leukozytose = Vermehrung der weißen Blutkörperchen). Manche gekochten (sogenannten) Lebensmittel haben sogar eine direkt schädliche Wirkung auf den Körper, wie z. B. Karzinogene, die beim Garen von Fleisch entstehen, oder raffinierter Zucker, der zu Diabetes führen kann. Verarbeitete Lebensmittel mit zugesetzten Chemikalien, künstlichen Geschmacksstoffen, Konservierungsmitteln usw. sind Gift für den Körper und haben in der menschlichen Ernährung nichts zu suchen. Rohe, ungekochte Nahrung hingegen liefert jede Menge wertvoller Enzyme, Vitamine & Mineralien. Praktischerweise werden all die gefährlichen Zusatzstoffe bei einer Rohkost-Ernährung automatisch vermieden.
Rohkost essen bedeutet aber nicht, nie wieder etwas zum Essen im normalen Laden kaufen zu können. Manche abgepackten Produkte lassen sich durchaus auch in der Rohkost-Küche verwenden. Solange sie eben nicht über 43° C erhitzt worden sind. Zwar sind sie definitiv nicht notwendig für eine ausgewogene Ernährung und sollten mMn langfristig auch höchstens einen kleinen Teil der Nahrung ausmachen, aber möglich ist z. B. die Verwendung kaltgepresster Öle, bei niedrigen Temperaturen getrockneter Nüsse, Samen und Trockenfrüchte und fermentierter Nahrungsmittel wie Miso oder Sauerkraut. Auch roher Essig, roher Agavensirup, rohe Soya-Sauce und natürlich die diversen, in immer mehr Naturkostläden erhältlichen Riegel, Schokoladen & Cracker in Rohkostqualität können bei einer rohköstlichen Ernährung verzehrt werden.
Der letzte Satz verrät es schon – Rohkost essen bedeutet keineswegs, ständig nur Salat zu mampfen oder an Möhren & Äpfeln zu knabbern. Die Fülle an Früchten, Grünpflanzen, Gemüsen & Nüssen/Kernen ist so groß, das schon allein damit gewiss nicht so schnell Langeweile aufkommt. Außerdem können aus rohen Zutaten auch ohne Erhitzen alle möglichen Gerichte zubereitet werden. Rohkosttorten, Rohbrote, rohe Pizza, Lasagne usw. – praktisch jede bekannte Gericht kann statt in seiner gekochten Variante auch roh hergestellt werden. Rezepte dafür gibt es in Büchern, im Internet & auch in den bei mir erhältlichen eBooks.

Positive Auswirkungen der Rohkosternährung

  • Gesteigerte Energie
  • Ein besseres Hauterscheinungsbild
  • Bessere Verdauung
  • Gewichtsabnahme bei Übergewicht
  • Geringeres Risiko von Herzkrankheiten, Diabetes und Krebs (und aller weiteren Zivilisationskrankheiten)
  • Heilung von Neurodermitis, Allergien, Asthma, Rheuma/Arthritis, Migräne …

Um nur einige zu nennen.

Enzyme, Vitamine, Mineralien

Dass beim Kochen von Nahrungsmitteln Vitamine & andere Nährstoffe reduziert oder gar zerstört werden, hat sich wohl mittlerweile überall herumgesprochen – in den offiziellen Ernährungsempfehlungen steigt der Anteil an veganer Rohkost kontinuierlich. In Deutschland wird der Verzehr von mindestens 5 Portionen rohem Obst/Gemüse pro Tag empfohlen, in den USA sogar 9. Während Vitamine & Mineralstoffe den meisten Menschen mittlerweile ein Begriff sind, ist das Wissen um die Bedeutung der Enzyme noch nicht so verbreitet. Enzyme helfen uns bei der Verdauung; sie zerlegen Fette & Proteine, so dass unser Körper sie gut assimilieren kann. Bei optimaler Verdauung & Assimilation kann der Körper sich schneller von Belastungen erholen & hat mehr Energie für seine anderen Aufgaben wie Zellreparatur, mentale und körperliche Bewegung, Immunfunktionen. Daher die oft beschriebene überwältigende Energie bei Rohköstlern sowie das schnelle Verschwinden verbreiteter Missbefindlichkeiten wie Akne, häufige Erkältungen etc.

Was für Geräte werden in der Rohkostküche benötigt?

Für eine Rohkost-Ernährung ist keinerlei Anschaffung von neuen Küchengeräten notwendig! Es gibt aber einige Geräte, die für die Zubereitung von rohköstlichen Gerichten sehr hilfreich sind:

  • Ein guter Blender! Das einzige Gerät, das bei uns wirklich sehr häufig benutzt wird & das ich nicht missen möchte, ist mein Personal Blender. Der mixt & mahlt alles, was uns so einfällt, in absolut zufriedenstellender Qualität. Auch die Größe ist für unseren kleinen Haushalt optimal.
  • Größer & deutlich leistungsfähiger ist der Vitamix – ein Profimixer mit den diversen Funktionen einer Küchenmaschine.
  • Ein Lebensmitteltrockner kann zum Dörren von Früchten und Gemüsen, aber auch zur Herstellung von Rohbroten, Crackern usw eingesetzt werden. Bei geeignetem Klima lässt sich natürlich auch alles an der Luft/in der Sonne trocknen, oder bei entsprechend niedriger Temperatureinstellung im Umluft-Ofen, aber wer viel trocknet, für den lohnt sich sicher die Anschaffung eines Trockners oder Dörrgeräts.
  • Wer gern & viel Säfte trinkt, sollte sich einen guten Entsafter leisten. D. h., besser keinen Zentrifugen-Entsafter, in dem durch die hohe Umdrehungsgeschwindigkeit & die damit einhergehende Sauerstoffeinwirbelung -> Oxidation die empfindlichen Vitalstoffe aus den entsafteten Früchten & Gemüsen geschädigt werden. Empfehlenswerter ist die Anschaffung einer Saftpresse, wie z. B. GreenStar, Champion oder SoloStar.
  • Zum Keimen von Kernen oder Getreide gibt es Sprossengläser, Sprossenbeutel und Keimgeräte – was davon verwendet wird, ist wohl in erster Linie Geschmackssache. Sprossenbeutel sollen auch für die Herstellung von Samen- oder Nusskäse eingesetzt werden können.

Soweit für heute … Sollten beim Lesen weitere Fragen aufgetaucht sein – einfach fragen! 🙂

Eat Art „Rohkostkreationen“ – eine Ausstellung

So, endlich geschafft: das Gewinnspiel ist ja schon letzte Woche ausgelaufen, aber die Jury hat es erst heute geschafft zu tagen 😉

Erstmal vielen Dank an alle TeilnehmerInnen für eure Einsendungen! Die Menge war überschaubar, aber die Entscheidung dennoch nicht leicht. Seht selbst:

Sieht es nicht alles verlockend aus?

Sieht es nicht alles verlockend aus? Wer hat also gewonnen?

Übungen in Einfachheit

Über Jinjee’s Newsletter kam heute eine schöne Anregung: Eine Gruppe von Menschen hat Anfang des Sommers ein interessantes Experiment gestartet. Unter dem Motto „Six items or less“ („Sechs Teile oder weniger“) haben sie sechs Kleidungsstücke ausgewählt (Socken, Unterwäsche, Bade- und Sportkleidung nicht mitgerechnet) & nur diese einen Monat lang getragen. Natürlich mit der Möglichkeit, sie zwischendurch zu waschen 😉

Die TeilnehmerInnen haben das Experiment durchweg als sehr befreiende Erfahrung beschrieben. Ein Paar hat das Ganze noch erweitert: sie haben ihren gesamten Besitz (einschließlich Auto, Kleidung, Geschirr etc) auf 100 Teile pro Person reduziert.

Mir gefallen diese Ideen ausgesprochen gut! Ich habe meinen Hausstand in den letzten Jahren schon mehrere Male deutlich reduziert; von nur 100 Sachen bin ich noch weit entfernt, aber die befreiende Wirkung habe ich jedes Mal bemerkt!

Auch bei der alltäglichen Nahrungsversorgung empfinde ich es ähnlich. Durch die Vorratswirtschaft, die wir hier umständebedingt häufig betreiben, sind manchmal so viele Vorräte da, dass ich es schon als belastend empfinde. Gelegentlich haben wir dadurch größere Mengen an frischen, sehr reifen Nahrungsmitteln hier, die dann unabhängig vom Appetit „nach Reifegrad“ gegessen werden „müssen“ … also das, was sonst verderben würde, zuerst. Eine gewisse Auswahl zu haben – beim Essen, bei der Kleidung oder wobei auch immer -, ist einerseits natürlich schön. Andererseits hat das Gegenteil wirklich etwas Erleichterndes, Vereinfachendes. Spart Zeit, Energie & fördert Gefühle von Dankbarkeit & Demut.

Mich inspiriert das jetzt gerade, auch mal wieder gründlich auszusortieren. Wer macht mit?

Was die Nahrungsbeschaffung betrifft, so ist die aktuelle Jahreszeit geradezu prädestiniert für „Vereinfachung“, so viel wächst & reift jetzt an wilden bzw frei verfügbaren Pflanzen & Früchten: Brombeeren, Heidelbeeren, Mirabellen… & natürlich nach wie vor jede Menge Wildkräuter.

Wir sind heute mal der Mundraub-Karte gefolgt & auf der Suche nach Mirabellen & Pflaumen rund um den Eichbaumsee gelaufen. Erfolgreich – da stehen wirklich jede Menge Bäume. Der Großteil der Früchte am Baum war zwar noch unreif oder hing außerhalb meiner Reichweite, aber beim Fallobst sind wir fündig geworden … lecker!

Was es sonst noch gab heute:

Ausnahmen

Manchmal scheint es ein Wettbewerb zu sein – 100% Rohkost heisst das Ziel. Ohne „Ausnahmen“. Essen nach festen Regeln, nach strengem Plan. Was ist erlaubt, was verboten. Okay, manche leiden unter schweren Krankheiten & eine ausschliessliche Urkost-Ernährung ist ihre einzige wirkliche Chance – in dem Fall spricht sicher viel dafür, die 100% Urkost (erstmal) diszipliniert in Form einer strikten Diät zu praktizieren. Aber mir geht es mehr um die vielen anderen, die es aus weniger dramatischen Gründen zur Rohkost zieht.

Die, die aus verschiedensten Gründen roh essen wollen. Die die Vorteile der Rohkost erkannt haben, aber offenbar trotzdem noch nach gekochtem Essen verlangen – und diesem Verlangen auch ab und zu nachgeben. Und das dann „Ausnahmen“ nennen. Wenn die Ausnahmen regelmäßig werden, wird die Ernährung künftig vielleicht als „90% Rohkost“ beschrieben. Oder es wird, um sich selbst darüber hinweg zu trösten, dass die selbstgesetzten Maßstäbe nicht erreicht werden, verglichen. Mit anderen Rohköstlern. „Er/sie isst ja auch ab und zu Gekochtes.“ Sehr beliebt sind dabei Klatsch & Tratsch über bekannte Namen aus der Rohkostszene. Wurde Franz Konz nicht doch im Restaurant beim Essen eines Fleischgerichts gesehen? Und Brigitte Rondholz – bestimmt macht sie doch mal „Ausnahmen“ – oder?

Was spielt das für eine Rolle? Es ist doch für das eigene Wohlbefinden vollkommen egal, ob eineR von den beiden tatsächlich auch mal etwas Nicht-Rohes isst – das hat mit mir nichts zu tun. Entweder geht es mir gut – dann ist alles in Ordnung, egal, wieviel % roh ich esse. Oder es geht mir meiner Ernährung wegen nicht gut. Dann hilft es doch aber auch nicht, dass andere Leute vielleicht mal Nudeln essen.

In meinem Umfeld, besonders bei anderen RohköstlerInnen, heisst es häufig, ich sei „strenge“ Rohköstlerin. Meine Ernährung hat aber mit Strenge, Dogma oder Disziplin überhaupt nichts zu tun! Ich esse alles, was ich mag. Ich mag eben nur roh 🙂 … und wie gern! Ich habe in den letzten Jahren Früchte kennengelernt – wow! Niemals habe ich zu Kochkost-Zeiten auch nur etwas annähernd so köstliches gegessen! Nicht-Rohes reizt mich einfach überhaupt nicht. Im Gegenteil. Selbst frühere Lieblingsgerichte wirken auf mich jetzt etwa so verlockend wie auf die meisten Menschen vermutlich ein Teller voller Kakerlaken.

Wie wir unser Leben leben – und Essen gehört nun mal dazu – sollte sich leicht & mühelos anfühlen. Sonst läuft irgendetwas verkehrt. Schon die Bezeichnung – „Ausnahmen“ – verrät viel. Das heisst doch, dass da jemand sich bemüht, nach Plan zu essen. Sich Dinge erlaubt oder verbietet. So lebe ich nicht. Ich tue, was ich will & ich esse, was ich will. Wenn ich Brot essen wollte, würde ich es tun. Ich will aber viel lieber Kirschen. Oder Durian. Oder Feigen 🙂

Nehmt es leicht, geht euren Weg so, wie es sich gut & richtig für euch anfühlt, aber setzt euch nicht unter Druck. Genießt die schönen Aspekte der Rohkost, konzentriert euch auf das, was euch daran Spaß macht & gut tut – dann wird der Rohkost-Anteil von ganz allein steigen. Und nicht vergessen: wir essen, um zu leben – nicht umgekehrt!