Roh – warum eigentlich?

Aus dem „Friedensevangelium der Essener“: „Tötet weder Mensch noch Tier, noch die Nahrung, die euer Mund aufnimmt. Denn wenn ihr lebendige Nahrung eßt, wird sie euch beleben, aber wenn ihr eure Nahrung tötet, wird euch die tote Nahrung ebenfalls töten. Denn Leben kommt nur von Leben, und vom Tod kommt immer nur Tod. Denn alles, was eure Nahrung tötet, tötet auch euren Körper. Und alles, was eure Körper tötet, tötet auch eure Seelen. … Eßt darum nichts, was Feuer oder Frost oder Wasser zerstört hat. Denn gekochte, erfrorene und verfaulte Nahrung wird euren Körper ebenso verbrennen, erfrieren und verfaulen lassen.“

Alle unsere Lebensprozesse hängen von Enzymfunktionen ab. Nach Dr. Howell entspricht die Menge von Enzymen in unserem System unserer Lebensenergie & zeigt somit unseren Gesundheitszustand. Rohe, naturbelassene Lebensmittel enthalten eine Fülle der Enzyme, die für ihre Verdauung notwendig sind. Beim Kochen werden diese Enzyme zerstört. Beim Essen roher Nahrung werden also weniger unserer körpereigenen Enzyme für die Verdauung benötigt & stehen unserem Körper daher für andere Prozesse zur Verfügung. Beispielsweise zur Heilung von Verletzungen oder Krankheiten. Außerdem erhalten wir so eine ständige Zufuhr von Enzymen in unser System & steigern unsere Enzymenergie.

Dass Vitamine beim Kochen zerstört werden, ist allgemein bekannt. Viktoras Kulvinskas schätzt die Gesamtmenge der durch das Kochen zerstörten Nährstoffe auf etwa 85%.
Gekochte Proteine sind nach Forschungsergebnissen des Max-Planck-Instituts nur noch zu 50% biologisch verfügbar.

Die Zunahme der weißen Blutkörperchen = Leukozytose, wie sie bei Infektionskrankheiten und anderen entzündlichen Reizen als Abwehrreaktion des Körpers zu beobachten ist, tritt ebenfalls nach dem Verzehr gekochter Speisen auf, und zwar bereits durch nur 50mg gekochter Nahrung! Sie lässt sich allerdings verhindern, wenn man das gleiche Nahrungsmittel im Verhältnis 50:50 roh & gekocht zu sich nimmt.

Besonders erschreckend sind die Folgen des Kochens bei chemisch behandelten Nahrungsmitteln. In chemisch behandeltem Gemüse ist nach dem Kochen durchschnittlich 50mal mehr des krebserregenden Mutagens ETU enthalten als im Rohzustand!

Zu heiß gegessene Nahrungsmittel können die Enzymsysteme in der Magenschleimhaut zerstören & auch die Magenschleimhaut verletzen. Die beständige Irritation von Hals und Zunge durch heiße Speisen, Getränke und Alkohol steht in Zusammenhang mit einem erhöhten Vorkommen von Hals- und Zungenkrebs. Eisgekühlte Getränke und kalte Speisen verlangsamen die Enzymfunktionen und die Peristaltik.

Die Essener kannten die großen Geheimnisse des Lebens schon vor 1000 Jahren. Ihe grundlegenden Richtlinien in Bezug auf Essen waren:

  • Ernährung mit rohen, lebendigen, ganzen, naturbelassenen Nahrungsmitteln
  • Nur eine minimale Zeit zwischen Ernten und Essen verstreichen lassen

Nahrungsmittel wurden nicht gelagert, verarbeitet, eingefroren, getrocknet, konserviert oder bestrahlt. Sie wussten, dass eine gewisse Zeit nach der Ernte die Lebenskraft lebendiger Nahrung verloren geht.

Ein hilfreiches System zur Klassifizierung von Nahrungsmitteln auf Basis der energetischen Qualitäten entwickelte Dr. Székely. Er teilte Nahrungsmittel in vier Kategorien ein: biogen, bioaktiv, biostatisch und biosauer.

  • Biogene Nahrungsmittel sind hochgradig lebens- und energiespendend & besitzen die Fähigkeit, den menschlichen Organismus zu regenerieren & revitalisieren. In diese Kategorie gehören sämtliche Sprossen. Biogene Nahrungsmittel sind in der Lage, einen völlig neuen Organismus hervorzubringen. Diese Lebenskraft wird auf den Menschen übertragen & hilft bei Heilungs- und Regenerationsprozessen.
  • Bioaktive Nahrungsmittel können die Lebenskraft gesunder Menschen erhalten & leicht steigern. Dazu gehören frische, unverarbeitete, rohe Früchte und Gemüse.
  • Die als biostatisch bezeichneten Nahrungsmittel der dritten Kategorie vermindern die Qualität der Körperfunktionen. Sie sind lebensverlangsamend und treiben den Prozess des Alterns langsam voran. In diese Kategorie gehören gekochte Nahrungsmittel und solche, die zwar roh aber nicht mehr frisch sind.
  • Biosaure Nahrungsmittel sind lebenszerstörend, d. h., sie bauen die Lebensfunktionen rasch ab. Hier hinein gehören stark verarbeitete Nahrungsmittel voller Zusätze und Konservierungsmittel.

Für die Behandlung von Krankheiten empfiehlt Szèkely, genau wie Ann Wigmore, Viktoras Kulvinskas und andere, eine 100%ige Rohkost-Ernährung. Ein guter Gesundheitsszustand lässt sich seiner Empfehlung nach erhalten mit 25% biogener, 50% bioaktiver & 10-25% biostatischer Nahrung, wobei letztere nur leicht gekochte Knollengewächse und harte Gemüse enthalten sollte. Kulvinskas empfiehlt als Voraussetzung für optimale Gesundheit 50% biogene & 50% bioaktive Nahrungsmittel.

Figur, Gewicht, Bedarf

Mit Rohkost, urköstlich praktiziert, erreicht jedeR ihr/sein Idealgewicht!

„Ideal“ meint hier nicht irgendwelche fremdbestimmten Ideale wie Modelmaße oder dergleichen, sondern das dem eigenen Körper zugehörige, angemessene Gewicht. Das, welches wir vermutlich hätten, hätten wir uns von Geburt an natürlich ernährt. Denn auch bei Rohkost-Kindern ist deutlich erkennbar, wie die (ererbte) Veranlagung den Körperbau prägt. Zwar kenne ich definitiv keine übergewichtigen Rohkost-Kinder und auch keine, die bei richtig praktizierter Rohkosternährung unterernährt sind, aber die Spannbreite reicht durchaus von sehr zarten, schmalen Körpern bis hin zu kompakteren, kräftigen. Bei weitem nicht jedes Rohkostkind ist dünn!

Ebenso verlieren manche Erwachsene bei der Umstellung auf Rohkost Gewicht, während andere, vorher vielleicht untergewichtige, zulegen. Möglicherweise verschwindet zu Anfang sogar mehr Gewicht als nötig/erwünscht – auch das ist ein Weg des Körpers, sich von alten Giften & Schlacken zu befreien. Hat sich der Körper dann erstmal an die „neue“ gute Ernährung gewöhnt – und man selbst allmählich herausgefunden, was er wirklich braucht – dann hört der Gewichtsverlust auf; eventuell baut der Körper auch wieder auf. Die beste & sinnvollste Art, ihn beim Zu- oder Abnehmen zu unterstützen & zugleich die gewünschte (straffe, muskulöse … ) Figur zu erreichen, ist natürlich viel Bewegung. Die bekanntlich ja eh genauso wichtig für Gesundheit & Wohlbefinden ist wie die Ernährung.

Auf keinen Fall ist eine rohköstliche Ernährung gleichzusetzen mit einem untergewichtigen Körper! Und für diejenigen von uns, die tatsächlich dünn sind & nach der gängigen Lehrbuchmeinung vielleicht sogar als „untergewichtig“ gelten: Bedenken wir doch, woher die üblicherweise als „normal“ angesetzten Werte für das Körpergewicht kommen. Diese Norm wird geprägt durch Menschen, die sich ihr Leben lang von Kochkost, inklusive tierischer Produkte, ernähren. Warum steigt der als optimal & gesund angenommene BMI mit dem Alter? Andere Tiere werden doch auch nicht mit zunehmendem Alter immer dicker. Warum sind die meisten Asiaten, gemessen an unseren Tabellen, deutlich untergewichtig, aber keinesfalls weniger gesund als wir? Das Gewicht, das unser Körper mit der urköstlichen Rohkost nach unserem individuellen Bedarf erhält; das Gewicht, mit dem wir uns wohl fühlen & leistungsfähig sind – das ist unser optimales, natürliches, ideales Gewicht. Und das kann einen mehr oder weniger schlanken, eben auch dünnen oder kräftigeren Körper ausmachen.

Aber noch mal zurück zur Ernährung: urköstliche Rohkost – was ich damit meine & warum ich es so betone: eine roh-vegane Ernährung, bestehend aus reifen, chemiefreien Früchten, vielen Wildkräutern, Gemüse, & wenig Nüssen/Kernen/Samen. Alles möglichst „pur“ = unverarbeitet & ungemischt gegessen. Natürlich sind auch Smoothies, rohe Dipps, rohe Torten, Rohbrot etc. rohes & vitales Essen & bilden im Vergleich eine gesunde Ernährung. Während eine überwiegend aus solcher „Küchenrohkost“ bestehende Ernährung sicher gut & hilfreich für die Übergangszeit sein kann & besonders auch helfen kann, Kinder „bei der Stange“ zu halten, ist sie auf die Dauer doch zu schwer, zu fettig, insbesondere durch die meist reichlich verwendeten Nüsse & Samen. Zudem neigen die meisten Menschen bei solchem Essen schon allein durch das unvermeidbare „Durcheinanderessen“, verstärkt durch die geschmacklichen Verfremdungen durch Gewürze, dazu sich zu überessen. Der Körper kann ja auch kaum erkennen & signalisieren, wovon er genug hat. Meiner Beobachtung nach kann es mit einer derartigen Rohkosternährung durchaus auch zu einer unnötigen, übermäßigen Gewichtszunahme kommen.

Ähnlich individuell wie die Statur ist – wie schon des öfteren beschrieben – der Nahrungsbedarf des Körpers. Sowohl was die Auswahl der Nahrungsmittel als auch deren Menge betrifft. Abhängig von Lebensphasen, Anforderungen, Klima und weiteren Faktoren brauchen wir mal mehr, mal weniger. Mal fettiger, mal wasserhaltiger, mal nährstoffdichter … Der Schlüssel zur „richtigen“ Ernährung liegt darin, auf den Bedarf des Körpers zu achten & ihn zu erfüllen. Kalorien spielen dabei mMn absolut keine Rolle! Unser Körper funktioniert nicht wie ein Motor, der mit immer der gleichen Menge Brennstoff (Energie) die immer gleiche Leistung bringt.

So berechne ich bei unserer Ernährung niemals den Kaloriengehalt. Genausowenig überprüfe ich den Fett-/Eiweiß-/Kohlehydratanteil oder zerlege unsere Mahlzeiten in Vitamine, Spurenelemente usw.

Mag sein, dass die Summe der Kalorien eines Tages oft weit unter dem liegt, was die üblichen Empfehlungen für angemessen halten – doch wir sind satt, fit & gesund, hungern nicht & leiden auch sonst keinen Mangel!.

Wie Rudolf Steiner schon 1924 sagte: „Wir sollten uns nicht über die Menge der Nahrung, die wir umsetzen, Gedanken machen, sondern darum, ob wir in der Lage sind, die Lebenskraft der Nahrungsmittel möglichst effektiv aufzunehmen.“

Ich vertraue auf die Weisheit der Natur, die uns Früchte und Blätter in optimaler Zusammensetzung liefert & uns mit allem versorgt, was wir brauchen. Und auf die Weisheit unserer Körper, die uns – wenn wir es wieder lernen bzw gar nicht erst verlernen, darauf zu hören – zeigen, was & wieviel aus dem reichen Angebot der Natur sie brauchen.

Denjenigen, denen dieses Vertrauen noch zu schwierig erscheint, hilft vielleicht der Blick auf eine ganz andere Sichtweise auf unsere Ernährung weiter: Ein anderes Ernährungsparadigma.

Regenbogen-Ernährung

Heute möchte ich euch ein Ernährungskonzept vorstellen, von dem ich gerade gelesen habe. Nicht, dass ich jetzt anfange, irgendwelche Ernährungsmodelle & -pläne auszuprobieren. Aber ich finde die Grundlagen dieses Konzepts ganz faszinierend … vielleicht ein hilfreicher Aspekt für mancheN auf der Suche nach einer individuellen Ernährung: die Regenbogen-Ernährung, von Gabriel Cousens, wieder aus seinem Buch „Ganzheitliche Ernährung.


foto: momosu / photocase.com

Obwohl es in dem Buch um die spirituelle Dimension der Nahrung geht, ist die Regenbogen-Ernährung nicht als Technik zur Erleuchtung zu verstehen. Sie trägt einfach zu einer harmonischen & zentrierten spirituellen Entfaltung bei, indem sie für das Gleichgewicht des Körpers & der Chakren sorgt. So kann sie uns helfen, eine individuelle Ernährung zu entwickeln.

Zweck der Regenbogen-Ernährung ist es, regelmäßig & täglich „jedes einzelne Chakra, die mit ihm zusammenhängenden Organe, Drüsen & Nervenzentren sowie das Chakrensystem als Ganzes zu harmonisieren.
Jedes Nahrungsmittel lässt sich anhand seiner Farbe mit der Farbe & Energie eines bestimmten Chakras verbinden & kann somit die mit ihm verbundenen Drüsen, Organe & Nervenzentren energetisieren, reinigen, aufbauen, heilen & ausbalancieren.

Das Konzept der Regenbogen-Ernährung lässt sich nur auf vegetarische Nahrung anwenden, nicht auf Fleisch & nicht auf „JunkFood“, „FastFood“ etc. Wir können uns unsere pflanzliche Nahrung als kondensiertes, farbiges Sonnenlicht vorstellen; die Farben sind der Schlüssel zu ihrer Energiestruktur. Die Natur kommuniziert auf diese Art mit uns & mit ein wenig Sensibilität werden wir bemerken, zu welchen Farben wir uns bei unserer Nahrung an einem bestimmten Tag hingezogen fühlen. So erkennen wir, welche Nährstoffe & Nahrungsmittelenergien wir gerade benötigen, um unseren Körper ins Gleichgewicht zu bringen.

Ernährung nach diesem Prinzip muss lt. Cousens nicht zwingend roh & auch nicht vegan sein. Meinem Verständnis nach sind aber die Farben gekochter, von Menschen hergesteller Nahrungsmittel nicht mehr als Kommunikationsmittel der Natur zu verstehen & ich bezweifele, dass das Erkennen des individuellen Bedarfs über die Anziehungskraft der Farben damit auch funktionieren kann.

Ausgewogenheit: Alle Chakren sind gleichberechtigt & sollten über den Tag alle mit dem gesamten Spektrum der Nahrungsmittel ernährt werden.

Morgens die ersten drei Chakren: rot, orange, goldgelb. Dazu gehören die meisten Früchte & auch alle goldenen und braunen Körner (z. B. Reis, Buchweizen usw. sowie die meisten Nüsse & Samen, die sich gekeimt gut mit Früchten kombinieren lassen).

Mittags goldgelb, grün & blau für das dritte, vierte & fünfte Chakra. Die vorherrschende Farbe für die Mittagsmahlzeit ist Grün – Zeit für Salate, Sprossen, Avocado, dunkelgrüne (Blatt-)Gemüse. Möglich sind natürlich auch grüne Früchte wie grüne Äpfel oder Wassermelone. Es können auch kleine Mengen andersfarbiger Speisen, z. B. Tomate, Möhre, dazu gegessen werden.

Blau, indigo, purpur & weiss stärken am Abend das fünfte, sechste & siebte Chakra. Auch goldene Nahrungsmittel, da das Kronenchakra sowohl mit purpurfarbenem als auch mit goldenem Licht zusammenhängt. Die wichtigsten Farben des Abends sind purpur, weiss & gold.

Ein anderes Ernährungsparadigma

In seinem Buch „Ganzheitliche Ernährung und ihre spirituelle Dimension“ beschreibt Gabriel Cousens eine ganz andere Sichtweise auf unseren Stoffwechsel als den herkömmlichen materialistischen Ansatz, der Nahrungsenergie in Kalorien misst; Nahrungsmittel in Proteine, Fette, Kohlehydrate, Vitalstoffe aufsplittet. Sie als rein materielle Substanz betrachtet & vom „Gesetz der Erhaltung von Materie und Energie“ ausgeht; also davon, dass soviel Energie (Kalorien) wie verbraucht wird, auch zugeführt werden muss.

Essen, „Nahrungsaufnahme, stellt eine Schnittstelle zwischen uns und unserer physischen Umgebung dar. Die Assimilation von Nahrung ist eine unserer Möglichkeiten, Energie aus der Umgebung aufzunehmen.“

Jede, die schon mal mittels Reduktionsdiät versucht hat, abzunehmen, weiss, wie schnell der Körper sich an eine verminderte Energiezufuhr gewöhnt. Dabei aber trotzdem leistungsfähig bleibt & nach relativ kurzer Zeit nicht weiter abbaut.

Auch die Forschungsergebnisse der russischen Ärztin Dr. Galina Schatalova, beschrieben in ihrem faszinierenden Buch „Wir fressen uns zu Tode“, belegen, welche geringe Energiezufuhr, in Kalorien gemessen, für unsere Leistungsfähigkeit selbst unter hohen Anforderungen ausreichend ist. Sie selbst & die Teilnehmer ihrer Experimente haben tagelange, fordernde Wüstenmärsche mit einer Energiezufuhr von um die 300-400 Kalorien/Tag problemlos bewältigt, ohne abzunehmen; teilweise dabei sogar Gewicht zugelegt! Ganz zu schweigen von den ebenfalls von ihr belegten heilenden und lebensverlängernden Auswirkungen einer kalorienarmen Ernährung.

Anhand des Phänomens der biologischen Transmutation = der Prozeß, durch den ein Element im Körper in ein anderes umgewandelt wird lässt sich z. B. erklären, wieso die sog. „Batatenesser“ bei einer Ernährung, die fast ausschließlich aus Bataten besteht, dennoch gesund und ohne Mangelerscheinungen leben. Ihre Körper bilden aus dem, was sie zu sich nehmen, alle notwendigen Vitalstoffe. Oder warum Eisenmangel, der bei manchen Menschen trotz Aufnahme von Eisen nicht besser wird, sich aber wohl durch Manganeinnahme beheben lässt – ihre Körper haben die Fähigkeit, das Mangan zu Eisen umzuwandeln. Die biologische Transmutation steht in direkten Widerspruch zum Gesetz der Erhaltung von Materie und Energie.

Aufgrund derartiger Beobachtungen sowie der Betrachtung ungewöhnlicher Erscheinungen (extreme Langlebigkeit, Lichtnahrung usw) entwickelt Cousens im Gegensatz zur materialistisch-mechanistischen Sichtweise ein neues, ganzheitliches Ernährungsparadigma.

Wenn wir essen, treten wir nicht nur auf der materiellen sondern auch auf der feinstofflichen Ebene mit der Nahrung in Wechselwirkung. In vielen Kulturen, z. B. der traditionellen japanischen oder auch bei den Yogis, ist bekannt, dass auch das Bewusstsein der nahrungszubereitenden Menschen eine Rolle spielt & dem Essenden zuteil wird.

Außer durch Nahrung nehmen wir Energie außerdem auch aus der Atemluft, durch Sonnenlicht, als sexuelle Energie, kosmische Energie und in Form von elektromagnetischer Energie aus der Erde auf.
Am Beispiel von Menschen, die unter jahreszeitlich bedingten Depressionen leiden, oder solchen, die aufgrund ungünstiger Arbeitsbedingungen nie genug Licht bekommen & daher gesundheitliche Probleme entwickeln, lässt sich leicht die Bedeutung erkennen, die Sonnenlicht für uns hat. Es beeinflusst unseren Hormonhaushalt & damit etliche Stoffwechselvorgänge, wird als schwingende Energie oder als Wärmeenergie aufgenommen.
In einigen modernen Yoga-Lehren heisst es, daß etwa 90% der vom Körper verwerteten Energie vom Sauerstoff stammt, der über Lunge & Haut aufgenommen wird. Ohne Sauerstoff kann unser Körper nur Minuten lang überleben, während wir ohne Wasser Tage bis Wochen, ohne feste Nahrung sogar monatelang aushalten. Sauerstoff ist somit unser wichtigster Nährstoff. Wir nehmen Sauerstoff auch direkt aus der Nahrung auf – was wiederum zeigt, wie wichtig frische, natürliche Nahrungsmittel für uns sind. Belastungen durch Umweltverschmutzung, mangelhafte Ernährung und Streß führen zu Sauerstoffmangel im Organismus, da für die Entgiftung Sauerstoff benötigt wird. Nahrungsmittel mit einem hohen Sauerstoffgehalt fördern somit unsere Gesundheit. Wasser besteht zu 85% aus Sauerstoff, Obst zu bis zu 90% aus Wasser … es ist also gut für uns, Obst zu essen. Kohlehydrate haben einen Anteil von 50% Sauerstoff, Eiweiße etwa 25% und Fette nur etwa 12%. Wir benötigen einige essentielle Fettsäuren, aber Fette sind Sauerstoffräuber. Wir sollten uns lt Cousens zu 10-15% von Nahrungsmitteln ernähren, die größere Mengen an ungesättigten Fettsäuren enthalten. Fetthaltige Nahrungsmittel sind Nahrungsmittel mit einem hohen Dichtegrad, für deren Verstoffwechselung viel Sauerstoff benötigt wird. Essen wir zuviel davon, geht uns der Sauerstoff aus & es entstehen mehr freie Radikale. Außer durch das richtige Verhältnis zwischen Sauerstoff und dem Dichtegrad unserer Nahrungsmittel können wir die Sauerstoffmenge in unserem System auch durch Grünpflanzen im Haus & am Arbeitsplatz steigern & fünfmal in der Woche leichte aerobische Übungen machen. Auch der Verzehr großer Mengen von Nahrungsmitteln, die antioxidantische Vitamine & Enzyme (A, C, E, Zink, Selen) beinhalten (z. B. blaugrüne Algen, Weizengras, Samen, Nüsse und komplexe Kohlehydrate) steigert die aufgenommene Sauerstoffmenge.
Kosmische Energie nehmen wir über die Chakren auf, sexuelle Energie im liebevollen Austausch mit einem anderen Menschen. Geomagnetische Kräfte gelangen im wesentlichen im Kontakt mit der Erde in unser System & helfen, uns zu erden.

Die schmackhafteste & dichteste Form von Energie, die wir aufnehmen, ist feste Nahrung. Aber, wie wir gesehen haben, ist es beileibe nicht unsere einzige Energiequelle.

Dankbarkeit

Dies hier habe ich gerade gefunden & möchte es gern mit euch teilen:

„Hast du heute Dankbarkeit für die Natur gefühlt? Du wärest nicht am Leben, weder heute noch an irgendeinem Tag, wenn dir nicht die Natur unaufhörlich geben würde. Die Natur gibt dir unbegrenzte Mengen Luft, so dass du atmen kannst, sie produziert genug Wasser für den Bedarf eines ganzen Planeten, um dich am Leben zu halten, und ohne die lebensspendenden Kräfte der Sonne könnte keineR von uns existieren.
Und das ist reines Geben! Wie kann irgendjemand glauben, er würde nicht geliebt?“

aus TheSecret’s Daily Inspirations

Genau so fühlt es sich an, das „wirkliche Leben“ … wenn ich draußen bin, in der Sonne, in der Natur, mit all ihrer Fülle … dann fühle ich Liebe, Dankbarkeit, das Glück lebendig zu sein! Glück & Dankbarkeit auch dafür, zu wissen & wahrnehmen zu können, was die Natur alles für unsere Ernährung bereithält!

Normalesser

Als mir vor einiger Zeit mal der Ausdruck „Normalesser“ (gemeint als Gegensatz zu uns Rohköstlern) herausrutschte, hakte meine Tochter sofort ein und meinte „Aber wir essen doch normal!“. Wobei ich ihr gern zustimme – normal im Sinne von „natürlich“ ist gewiss die Rohkost & nicht das Essen von erhitzten und von der Lebensmittelindustrie „verarbeiteten“ Nahrungsmitteln. Dennoch sind hierzulande wir die, die „anders“ essen. So anders, dass meine Beschreibungen unseres Essens der letzten Tage offenbar bei manchem Sorgen hinsichtlich Essstörungen und Unterernährung verursacht haben.

Zunächst einmal: mit ausschließlicher Rohkost braucht der Körper (zumindest nach einer gewissen Zeit) bei weitem nicht die Mengen, die ein Kochköstler benötigt. Was in Anbetracht des Nährwertes, des Gehalts an wertvollen Inhaltsstoffen (Vitaminen, Mineralien, Enzymen) offensichtlich ist – beim Kochen wird soviel davon zerstört, dass zur halbwegs ausreichenden Versorgung des Körpers eben viel mehr gegessen werden muss. Ganz zu schweigen von all den künstlichen Nahrungsmittel, Zusatzstoffen etc, mit denen der menschliche Körper überhaupt nichts anfangen kann. So ist er nach dem Essen zwar voll, verlangt aber noch immer nach Nährstoffen & meldet diesen Bedarf durch baldige neue Hungergefühle.

Wobei die Zusammenstellung der rohköstlichen Ernährung, die richtige Auswahl der Nahrungsmittel, natürlich durchaus eine Rolle spielt. Ganz wichtig ist es, genug Grünes zu essen – am allerbesten & wann immer möglich: Wildkräuter! Wildkräuter sind das absolute „Superfood“: sie enthalten weitaus mehr Vitalstoffe als jede Kulturpflanze. Vitamine, Mineralstoffe, Spuenelemente, Chlorophyll, Ballaststoffe, Enzyme, Aminosäuren in perfekter Ausgewogenheit. Das Chlorophyll in den grünen Blättern ist sozusagen essbares Sonnenlicht und entspricht in der Zusammensetzung dem Hämoglobin unseres Blutes und wirkt somit direkt blutbildend, stark entgiftend und vitalisierend. (Genaueres zum Wert der Wildkräuter z. B. hier). Und sie machen wirklich satt! Andere wichtige Komponenten sind sonnengereifte, chemiefrei (Tropen-)früchte & Fettfrüchte. Darüber & zur Abhängigkeit der „richtigen“ Zusammenstellung vom individuellen Bedarf habe ich an anderer Stelle schon einmal geschrieben.

Es besteht außerdem, was den Nährwert & auch den Sättigungseffekt angeht, ein großer Unterschied zwischen den in unseren Menüs genannten rohen „Naschereien“, wie z. B. Brownies, und deren Kochkost-Pendants. Ein gebackener Brownie enthält jede Menge tote Kalorien, sättigt aber kaum & nährt den Körper schon gar nicht. Ein roher Brownie besteht aus Mandeln, Datteln und Carob, enthält somit eine Menge Nährstoffe & macht satt! Mit einer Portion Pistazieneis isst meine Tochter ca. 2 Bananen, 1/2 Avocado, 1-2 Handvoll Pistazien & 1 Handvoll Wildkräuter – weit entfernt von einer zu spärlichen Portion, oder?

Im nächsten Beitrag erfahrt ihr noch mehr über unsere Essgewohnheiten – wie/wann/was/wieviel wir essen: für die, die es ganz genau wissen wollen.

100 Jahre alt werden

Im Blog des kanadischen Rohköstlers Frederic Patenaude habe ich einen interessanten Bericht über das Buch „The Blue Zones“ (Autor: Dan Buettner) gefunden. Darin geht es um Forschungen in verschiedenen Gebieten auf der Welt, in denen ungewöhnlich viele Über-100jährige leben. Teilweise ist in diesen Gebieten aufgrund veränderter Lebensumstände der Gesundheitszustand jüngerer Menschen deutlich schlechter, aber erforscht wurden eben die Gewohnheiten der bei guter Gesundheit so alt gewordenen Menschen, die diese seit ihrer Jugend beibehalten haben.

Untersucht wurden die folgenden sogenannten „Blue Zones“:

  • die Insel Sardinien (Italien)
  • die tropischen Inseln Okinawas (Japan)
  • die Halbinsel Nicoya (Costa Rica)
  • die Religionsgemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in Loma Linda (Kalifornien)

Zu den Gewohnheiten, die alle untersuchten Bevölkerungsgruppen gemeinsam haben, gehören

  • eine pflanzenbasierte Ernährung, mit hohem Kohlehydrat- und geringem Fettanteil:
    • viel Gemüse, einschliesslich Grünzeug
    • soviele Früchte wie verfügbar;
    • wenig oder gar keine Milchprodukte & wenn überhaupt, dann Ziegenmilch;
    • idealerweise gar keine tierischen Produkte; wenn, dann nur selten & in geringen Mengen. (Bei den Adventisten ist der Vergleich direkt erkennbar: alle werden durchschnittlich älter als andere Bevölkerungsgruppen in den USA, aber die Vegetarier erreichen ein höheres Alter als die Fleischesser, die Veganer werden noch älter als die Vegetarier. Zu Rohkost-Veganern gibt es leider keine Angaben 😉 );
    • Hülsenfrüchte
    • Nüsse in kleinen Mengen
    • eine einfache Nahrungszusammenstellung mit wenig Abwechslung, saisonal orientiert – Qualität statt Vielfalt
  • eigener Garten/eigener Nahrungsmittelanbau;
  • Phasen begrenzter, karger Nahrungsaufnahme;
  • Leben in sonnigen, warmen Gebieten;
  • viel Bewegung & körperliche Arbeit!
  • ein aktiver Lebensstil;
  • Leben in Familien/Gemeinschaften;
  • ein Lebensplan, das Erkennen eines Sinnes im Leben.

Wildkräuter

Den heutigen Vormittag haben wir auf dem Gelände eines Bio-Gutes verbracht. Hier gibt es viele Tiere & viel Platz zum Spielen für Kinder. Und Wildkräuter wachsen an allen Ecken: Brennesseln, Beinwell, Vogelmiere, Löwenzahn, Klee, Beifuß … sogar die ersten Melden dieses Jahres habe ich gefunden! Ich hatte eigentlich ständig Grünzeug in der Hand und im Mund. Wodurch sich aus den neugierigen Fragen anderer BesucherInnen einige interessante Gespräche ergeben haben. Es gibt doch etliche Menschen, die die Wildkräuter kennen & auch essen. Vielfach zwar – oh Schreck 😉 – gekocht, aber immerhin. Zumindest die Essbarkeit & der Nutzen für die Gesundheit sind vielen bekannt, auch wenn sie sie (noch) nicht essen mögen. Die Bedeutung der Wildkräuter lässt sich tatsächlich nicht genug betonen:

Rohkost ohne Wildkräuter, ohne wildes Blattgrün, funktioniert langfristig nicht. Trotz der im Vergleich zur üblichen Ernährung ja schon sehr gesunden, heilsamen Ernährung, wird der Körper auf Dauer nicht satt, weil ihm ohne Wildgrün Nährstoffe fehlen. Andererseits helfen Wildkräuter so effektiv beim Entgiften, versorgen uns so gut mit allem, was wir brauchen, dass sich auch einige „Ernährungssünden“ damit ausgleichen lassen. So berichten viele Menschen von der heilenden Wirkung, die die Aufnahme von Wildkräutern in ihre Ernährung erzielt hat. Ohne dass sie ihre sonstige Ernährung umgestellt hätten. Bei meiner Tochter, die, bedingt durch unser Lebensumfeld, schon gelegentlich mit Kochkost experimentiert, kann ich den zusätzlichen Entgiftungsschub (über die reinigende Wirkung der Rohkost hinaus) durch die Wildkräuter direkt beobachten. Gerade im Frühjahr, nach der langen Winterzeit ohne frisches Wildgrün, ist die Wirkung deutlich erkennbar. Das Verlangen des Körpers nach Wildkräutern. Der Energie-Kick, den sie bringen. Phantastisch! Das ist echtes Superfood. Und für jedeN kostenlos erhältlich!

Wie schon an anderer Stelle erwähnt: am besten schmecken (& tun) die Wildkräuter natürlich von der Hand in den Mund, frischgepflückt & unverarbeitet. Sie lassen sich geschmacklich wunderbar mit Früchten kombinieren – die Früchte mildern den eventuell noch ungewohnten, intensiven Geschmack des Grüns; das Grünzeug hingegen dämpft die Süße der Früchte optimal. Für die, denen das Essen pur (noch) schwer fällt, gibt es aber auch unzählige Rezepte, z. B. für grüne Smoothies. Jetzt im Sommer lassen sich auch leckere grüne Eiscremes herstellen. Eine wunderbare Basis dafür sind Bananen mit dem Lieblingswildkraut dazu (z. B. Brennesseln) – mixen, in Eisförmchen einfrieren, fertig ist ein leckeres, gesundes grünes Eis! Es lassen sich beliebig weitere Früchte dazumixen. Mit Beeren wird das Eis rosa, mit Carob dazu erhält man Schokoladeneis.

Lasst euch also nicht abschrecken, falls ihr die Wildkräuter nicht auf Anhieb mögt. Immer mal wieder probieren, auch verschiedene Arten, denn die geschmackliche Vielfalt ist groß – besonders mild und meist beliebt auch bei Kindern sind Vogelmiere, Sauerklee, Sauerampfer. Im Laufe der Zeit gewöhnt sich der Körper (wieder) an die „wilden“ Geschmäcker. Victoria Boutenko z. B. beschreibt in ihrem Buch „Green for life“, wie sie, nachdem sie eine Zeit lang grüne Smoothies getrunken hatte, plötzlich wirklichen Appetit auf die grünen Blätter entwickelte & so allmählich auch den Geschmack zu mögen begann. Ich habe zu Beginn meiner Rohkost-Zeit mit wenigen Blättern Löwenzahn zu viiiiel süßem Obst & auch mit Brennessel-Bananen-Smoothies begonnen … mein Appetit auf Grünes ist kontinierlich gestiegen & mittlerweile bilden die Früchte beim Essen eher die Beilage zu einem Berg Wildkräuter.

Brennesselgenuss

Zu meinen Lieblingswildkräutern gehören unbedingt die Brennesseln. Zu dieser Jahreszeit kann ich mich kaum an ihnen satt essen – ich finde sie einfach unglaublich lecker! Auch die meisten Kinder mögen sie sehr; die kleineren lassen sich auf Spaziergängen gern mit mundgerecht vorbereiteten (nicht mehr brennenden) Brennesselblättchen versorgen.

Aber wie geht das eigentlich – Brennessel essen? Die brennt doch schon an den Fingern, wie soll man sie bloß in den Mund stecken, ohne sich die Zunge zu verbrennen!? Ganz einfach: Die obersten Blätter, die neuen jungen Triebe, beherzt mit zwei Fingern packen und abzupfen, dann kräftig zwischen den Fingern zusammenrollen. Dabei werden die Brennhaare zerstört und die Blätter lassen sich problemlos in den Mund stecken und genüsslich kauen. Mit ein wenig Übung funktioniert das auch mit größeren Teilen der Pflanze – jetzt, wo die Nesseln schon groß gewachsen sind, pflücke ich gern die obersten 2-3 „Etagen“ und esse sie auf diese Art.

Ich selbst ziehe es vor, die Brennesseln wie oben beschrieben zu essen, also einzeln für sich & ohne Mischerei oder Verarbeitung, aber sehr Vorsichtige
können die Brennesselblätter auch zusätzlich noch in andere Blätter, zb Lindenblätter, einwickeln und als „Kräuter-Wrap“ geniessen. Andere pflücken gleich mit Handschuhen und/oder Schere und mixen sich dann einen grünen Smoothie – z. B. mit Banane. Da brennt dann ganz sicher nichts mehr!

Bei Wildkräutern aber unbedingt beachten: zum Mischen und Verarbeiten nur bekannte Kräuter verwenden! Neue/unbekannte immer nur einzeln für sich und in kleinen(!) Mengen probieren, um nicht versehentlich etwas Unbekömmliches oder gar Giftiges zu erwischen!