Curry-Dipp

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Curry-Dipp

1 Handvoll Cashews, über Nacht eingeweicht
1 kleine Feige, über Nacht eingeweicht
Saft 1/2 Zitrone
Currypulver nach Geschmack (ich nehme je ca 1/2 TL süßes und scharfes Curry von Sonnentor)
1 Prise gemahlene Algen (oder unraffiniertes Meersalz, wer mag)

Die Cashews abgiessen, alles zusammen (mit dem Einweichwasser der Feige) im Blender pürieren. Bei Bedarf noch etwas Wasser dazugeben.

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Brennesselgenuss

Zu meinen Lieblingswildkräutern gehören unbedingt die Brennesseln. Zu dieser Jahreszeit kann ich mich kaum an ihnen satt essen – ich finde sie einfach unglaublich lecker! Auch die meisten Kinder mögen sie sehr; die kleineren lassen sich auf Spaziergängen gern mit mundgerecht vorbereiteten (nicht mehr brennenden) Brennesselblättchen versorgen.

Aber wie geht das eigentlich – Brennessel essen? Die brennt doch schon an den Fingern, wie soll man sie bloß in den Mund stecken, ohne sich die Zunge zu verbrennen!? Ganz einfach: Die obersten Blätter, die neuen jungen Triebe, beherzt mit zwei Fingern packen und abzupfen, dann kräftig zwischen den Fingern zusammenrollen. Dabei werden die Brennhaare zerstört und die Blätter lassen sich problemlos in den Mund stecken und genüsslich kauen. Mit ein wenig Übung funktioniert das auch mit größeren Teilen der Pflanze – jetzt, wo die Nesseln schon groß gewachsen sind, pflücke ich gern die obersten 2-3 „Etagen“ und esse sie auf diese Art.

Ich selbst ziehe es vor, die Brennesseln wie oben beschrieben zu essen, also einzeln für sich & ohne Mischerei oder Verarbeitung, aber sehr Vorsichtige
können die Brennesselblätter auch zusätzlich noch in andere Blätter, zb Lindenblätter, einwickeln und als „Kräuter-Wrap“ geniessen. Andere pflücken gleich mit Handschuhen und/oder Schere und mixen sich dann einen grünen Smoothie – z. B. mit Banane. Da brennt dann ganz sicher nichts mehr!

Bei Wildkräutern aber unbedingt beachten: zum Mischen und Verarbeiten nur bekannte Kräuter verwenden! Neue/unbekannte immer nur einzeln für sich und in kleinen(!) Mengen probieren, um nicht versehentlich etwas Unbekömmliches oder gar Giftiges zu erwischen!

Sparsame Rohkost

Auf den ersten Blick mag eine rohköstliche Ernährung sehr teuer erscheinen. Frisch aus den Tropen eingeflogene Ananas oder Mango für über 8 EUR/kg, oder Mandelmus in Rohkostqualität: fast 14 EUR für nicht mal ein halbes Pfund. Da kommen dann schnell Argumente wie „diese Ernährungsform ist nur für Reiche; ich kann mir das nicht leisten.“ Aber lasst euch nicht abschrecken – es geht auch anders!

Zunächst mal ist es eine Frage des Blickwinkels: Vergleiche nicht die Menge auf deinem Teller, die du für dasselbe Geld bekommst. Sondern den Nährwert, die Lebenskraft, die dein Körper durch die Nahrung erhält. Auch wenn es für manche schwer zu verstehen sein mag, wieso es für den Preis eines Happy Meal nur 3 Bio-Äpfel oder 1 Mango gibt: Mit frischen, rohen Früchten kaufst du dir Nahrung, die dich weder verschlackt noch dick macht oder Hautprobleme verursacht. Von vorzeitiger Alterung und degenerativen Erkrankungen ganz zu schweigen. Im Gegenteil – du nährst deinen Körper tatsächlich. Gibst ihm Kraft & Energie & hilfst ihm, die – vergangenen & gegenwärtigen – Belastungen durch Schadstoffe, Stress und anderes, in unserem naturfernen Umfeld Unvermeidliches, zu bewältigen. Das ist unbezahlbar!

Außerdem sinkt dein Nahrungsbedarf im Laufe der Zeit. Beim Umstieg auf Rohkost brauchen die meisten von uns zunächst riesige Mengen an Nahrung, um satt zu werden. Unser Körper ist an das „volle“ Gefühl nach dem Essen von Kochkost gewöhnt; ein Bauch voller Rohkost fühlt sich einfach viel leichter an – & scheint daher zunächst noch nicht wirklich satt zu sein. Je nachdem, wie deine Ernährung vor der Umstellung aussah, ist dein Körper vielleicht auch derart ausgehungert nach Nährstoffen, dass er einfach immer nach mehr verlangt, um den langen Mangel auszugleichen. Die meisten von uns brauchen auch eine Weile, um die für sie richtige Zusammensetzung ihrer neuen Ernährungsform zu finden. Und um das so überaus wichtige Grünzeug, insbesondere Wildkräuter, in ausreichender Menge zu sich zu nehmen – das hilft sehr bei der Sättigung: durch die Unmengen an wertvollen Inhaltsstoffen & die darin enthaltenen Ballaststoffe bekommt der Körper, was er wirklich braucht. Der enorme Nahrungsbedarf der ersten Monate sinkt auch ganz von alleine nach einer Weile – je reiner der Körper wird, desto besser funktioniert er & desto besser kann er die ihm zugeführte Nahrung verwerten.

Und schließlich gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, sich bei geringen Kosten roh zu ernähren:

  • Angebote nutzen: sehr reife Früchte oder Obst/Gemüse mit „Schönheitsfehlern“ wird im Bioladen häufig aussortiert & zu Sonderpreisen angeboten. Es lohnt sich auch oft, nach Aussortiertem zu fragen, das sonst weggeworfen wird!
  • Saisonale & regionale Produkte sind immer günstiger als die von weither importierten – außerdem leckerer, frischer, nährstoffreicher.
    Sonnengereifte Tropenfrüchte sind die Nahrung, auf die unser Körper optimal angepasst ist. Aber wenn die mal nicht ins Budget passen, sind regionale, reife! Früchte in Bio-Qualität immer noch um Klassen besser als Kochkost!
  • Aus Samen & Kernen lassen sich für wenig Geld unendlich viele leckere, sättigende rohe Gerichte zubereiten. Rezepte dafür findest du in den eBooks hier & auf unzähligen weiteren Webseiten. Besonders empfehlenswert in diesem Zusammenhang ist diese Website: sehr kreative, reizvolle, rohe Gerichte für unter 10$ pro Tag.
  • Großeinkäufe. Kistenweise lassen sich eigentlich immer günstige Preise für Obst, Gemüse, Saaten/Kerne/Nüsse/Trockenfrüchte … aushandeln. Einfach mal im Bioladen nachfragen! Wenn deine Familie nicht so groß ist & du solche Mengen nicht bewältigen kannst, tu dich mit FreundInnen zusammen oder gründe eine Einkaufskooperative.
  • Durch gemeinsame Bestellungen bei Tropenfrucht- oder anderen Rohkostversendern lassen sich auf diese Art auch zumindest die teilweise nicht unerheblichen Versandkosten sparen oder reduzieren.
  • Last not least: Vergiss nicht die Wildpflanzen! Mit Wildkräutern, Baumblättern, wildwachsenden Früchten & Beeren lässt sich ein nicht unerheblicher Teil des Nahrungsbedarfs decken – ganz ohne Geld!

Rohkost für kleine & große Menschen

Immer mal wieder höre ich die Frage, ob & wie Kinder sich mit Rohkost ausreichend & bedarfsdeckend ernähren können. Ich bin fest davon überzeugt, dass eine 100% rohe, vegane Ernährung für Menschen jeden Alters, in jedem Lebensabschnitt, die optimale Ernährung ist! Weil es die einzig artgerechte Ernährungsweise ist.

Gerade kleine Kinder spüren das auch noch selbst – haben sie die Wahl, entscheiden sie sich beim Essen ohnehin für frisches, rohes Obst oder Gemüse. So ziemlich jedes Baby/Kleinkind, das mit gekochter Nahrung „zugefüttert“ wird, lehnt diese ja auch erstmal ab. Am besten sollten Babys & Kleinkinder so lange Muttermilch trinken dürfen, wie sie mögen. Und parallel dazu aus einem guten Sortiment frischer, roher Nahrung auswählen dürfen, ob & was sie außerdem essen möchten.

Wichtig ist dabei – natürlich auch für größere Menschen – dass es genug zur Auswahl gibt. Meiner Erfahrung nach setzt sich die optimale Ernährung, mit der auch Kinder bestens gedeihen, aus folgenden Nahrungsmitteln zusammen:

  • Vollreife, sonnengereifte, unbehandelte/chemiefreie Früchte. Bevorzugt tropische Früchte wie Mangos, Papayas, Durian, Kokosnüsse … Besonders gut sind wilde oder möglichst wenig gezüchtete Früchte. Achtet im Sommer & Herbst außerdem besonders auf regionale, saisonale Angebote: Beeren, Kirschen, Zwetschgen, Äpfel; am besten frisch gepflückt.
  • Grünzeug! Vor allem Wildkräuter! Jeden Tag, zu jeder Mahlzeit. Ersatzweise auch Kulturgrün, dann möglichst viel abwechseln & dunkelgrüne Sorten wählen, wie Spinat, Feldsalat usw.
    Von den Wildpflanzen mögen die meisten Kinder gern Sauerampfer, Sauerklee, Vogelmiere. Auch Brennesseln, wenn ihnen jemand hilft, dass sie sich nicht verbrennen. Zum „Dran-Gewöhnen“ könnt ihr auch grüne Smoothies mixen, die Wildkräuter mit Kultursalaten und Gemüse mischen oder z. B. rohe Tomatensaucen damit anreichern. Die Blüten von Gänseblümchen, Malve, Borretsch usw sind wunderschöne, essbare Dekoration für den Obstteller. Im Herbst kommen Hagebutten, Weissdornbeeren, Sanddornbeeren und vieles mehr dazu.
  • Samen & Kerne: Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Hanfsamen, Leinsaat. Pur, gekeimt, gemischt, zu Obst, Gemüse oder einfach so … Es lassen sich auch allerhand Leckereien daraus zubereiten: Süßigkeiten, pikante Knabbermischungen, Mixgetränke.
  • Fettfrüchte: Avocados, Oliven, Kokosnüsse. Auch Samen, Kerne & Nüsse sind reich an Fetten, & auch an Proteinen. Apropos Proteine: unser Bedarf an Proteinen ist bei weitem nicht so hoch, wie die fleisch- und andere Tierprodukte verkaufende Lebensmittelindustrie es uns so gern weissmachen möchte. In den ersten 6 Monaten unseres Lebens, der Zeit also, in der unser Körper & unser Gehirn sich am schnellsten entwickeln, ernähren wir uns optimalerweise von Muttermilch – die gerade mal 2% Protein enthält. Ziemlich genausoviel wie Orangen. Mehr brauchen wir nicht – niemals im Leben!
  • Sprossen: gekeimte Hülsenfrüchte und Kerne sind Vitalstoffpakete – voller Energie & wichtiger Vitamine. Und bei den meisten Rohkostkindern sehr beliebt. Sie lassen sich pur geniessen, können aber auch pikant mit Kräutern, Meersalz, Oliven oder süß mit Trockenfrüchten angerichtet werden.
  • Kein Nahrungsmittel im obigen Sinn, aber mindestens genauso wichtig, ebenfalls nährend & aufbauend: möglichst viel Sonne auf der Haut, frische Luft & Bewegung! Auch über die Haut & die Atmung nehmen wir Energie auf. Durch Sonneneinstrahlung bildet unser Körper Vitamin D.

Versucht, für euch und eure Kinder immer eine Auswahl aus den genannten Gruppen im Haus zu haben – & lasst auch die Kinder selbst wählen, was sie essen möchten. Der Körper kennt seinen Bedarf & entwickelt Appetit auf das, was er gerade braucht.

Freies Obst für freie Bürger

Unter www.mundraub.org/ findet sich eine freie Obstbörse – eine Karte mit frei nutzbarem Obst, das jedeR ernten kann. In die Karte können auch eigene Fundstellen eingetragen werden.

Auf Grundlage dieser Karte lassen sich z. B. hervorragend (rohköstliche) Wanderungen oder Radtouren im Sommer/Herbst planen. Die Idee der InitiatorInnen der Site: Nachhaltiges Handeln greifbar machen, nach dem Motto: Nehmen – Geben – Weltverbessern. So kann die Nutzung solcher lokalen Ressourcen dazu beitragen, den CO2-Fußabdruck nachhaltig zu verringern. Und wer seine „Pflaumenallee“ oder „Apfelwiese“ erst einmal kennen- & liebengelernt hat, wird auch dazu beitragen wollen, sie zu erhalten. Schließlich könnte über die Obstfülle auch die Stadt- & Landbevölkerung, Alt und Jung, wieder mehr in Kontakt gebracht werden.

Es dauert jetzt zwar noch ein paar Monate, bevor ich die Karte wirklich nutzen kann, aber ich freu mich schon sehr darauf :).

Aterhov

„Rohe pflanzliche Nahrung ist das beste und vollwertigste Rohmaterial für den menschlichen Körper.“

Das wissen wir alle; kaum einer hat es so gut erklärt wie Aterhov (Arshavir ter Hovannessian, ca. 1898-1990). Sein Klassiker zum Thema Rohkost ist vielen sicher schon bekannt.

„Arshavir ter Hovannessian (Aterhov) war von verschiedenen schweren Krankheiten gezeichnet, als er seine beiden Kinder durch falsche medizinische Diagnose und Behandlung im Alter von 10 u. 14 Jahren verlor. Dem Tod näher als dem Leben, begann er im Alter von über 60 Jahren ein Medizin- und ernährungswissenschaftliches Studium, das ihm viel Widersprüchliches in diesen Wissenschaftsdisziplinen offenbarte und in der Folge die Rohkost entdecken ließ. Durch diese strikt angewendete Ernährungsform erreichte er selbst wieder seine völlige Gesundheit und Leistungsfähigkeit und war in der Lage, im Alter von über 70 Jahren verschiedene Bücher zu schreiben und sich allenthalben der internationalen Verbreitung seiner eigenen Erfahrungen und der von ihm entwickelten Ernährungsrichtlinien zu widmen.“

Ich könnte hier jetzt das halbe Buch zitieren; so viele kluge, einfache Wahrheiten stehen darin – aber lest es doch einfach selbst:

Hier kostenlos als PDF downloadbar !

5 einfache Schritte auf dem Weg zur Rohkost

Vielen Menschen fällt die Umstellung auf Rohkost nicht leicht. Besonders, wenn du dein Leben lang daran gewöhnt bist, überwiegend Gekochtes zu essen, kann der Übergang schwierig sein. Leichter ist es für die, die schon immer viele rohe Früchte & Gemüse gegessen haben, aber auch sie werden vielleicht die vertrauten Kochkost-Gerichte vermissen. Die Ernährung, die wir durch unsere Eltern kennengelernt haben, bedeutet für viele von uns mehr als Essen; wir verknüpfen sie auch mit Trost, Wärme, Erinnerungen. Ganz zu schweigen von der auch körperliche Sucht erzeugenden Wirkung von Kochkost.

Im Blog „TheRawFoodSolution“ habe ich fünf Tipps für einen leichteren Übergang zur Rohkost gefunden, die ich hier, mit einigen eigenen Ergänzungen, wiedergeben möchte. Wenn du keine akuten gesundheitlichen Gründe für die Umstellung hast & dir Zeit für deinen Weg lassen kannst & willst, magst du es vielleicht mal damit versuchen:

  • Ergänze deine Mahlzeiten um einen rohen Snack pro Tag.

    Das ist besonders wichtig, wenn du bisher kaum rohes Obst oder Gemüse gegessen hast. So kannst du dich langsam an deine neue Ernährung gewöhnen.

  • Iss rohe Beläge, Aufstriche, Dipps zu Brot und ähnlichen Gerichten

    Probier doch mal ein Sandwich mit viel Salat, Tomaten, Zwiebeln, Paprika, Sprossen und Avocado! Oder bereite dir eine rohe Pate oder einen Dipp als Aufstrich zu – Rezeptideen dafür findest du z. B. hier.

  • Iss nur noch eine gekochte Mahlzeit am Tag

    TheRawFoodSolution rät, dabei nicht die Lieblingsgerichte zu wählen, um möglichst schnell von der geliebten Kochkost weg zu kommen. Wie im Post zu meiner Umstellung beschrieben, habe ich das genau andersherum gemacht … ich denke, du wirst selbst herausfinden, wie es für dich am besten funktioniert!

  • Smoothies

    Viele Menschen lieben Smoothies & sie sind ein guter Weg, mehr rohes Obst & Gemüse in deine Ernährung aufzunehmen. Versuch einfach mal, etwas gefrorenes & etwas frisches Obst zu einem rohen Smoothie zu vermixen! Als zusätzliche Süße kannst du Datteln oder rohen Agavennektar hinzufügen. Besonders empfehlenswert sind Grüne Smoothies, also solche mit Salat, grünem Blattgemüse und/oder Wildkräutern als Zutaten, da diese viele für uns lebensnotwendige Inhaltsstoffe (Vitamine, Mineralien) enthalten & es den meisten von uns schwerfällt, sie pur & roh in ausreichender Menge zu essen. Viel Informatives dazu, auch viele Rezepte, gibt es bei Victoria Boutenko.

  • Probiere einige köstliche rohe Zubereitungen aus

    Falls es dir schwerfällt, gleich zur Rohkost mit puren Salaten, Früchten & Gemüsen überzugehen, probier doch mal rohe Rezepte aus. Durch die Kombination verschiedener roher Zutaten lassen sich unglaubliche, leckere Gerichte zubereiten. Praktisch jedes Kochkostgericht lässt sich auch als rohe Kreation „nachbauen“. Einfache Rezepte für rohe Torten, Cremes, Pizza, Brote, Pasta und vieles mehr findest du in meinen eBooks und den Talifero-eBooks, die du hier bestellen kannst. Aufwändigere Rezepte findest du z. B. im SunnyRawKitchen-Blog.

Der Anfang

Umstellung & Entgiftung

Die erste Zeit mit rohköstlicher Ernährung ist vermutlich bei jeder gekennzeichnet durch Entgiftungssymptome. Auf welchen Wegen, wie lange & wie stark der Körper entgiftet, ist individuell verschieden. Ich möchte euch von meinen Erfahrungen in den ersten Monaten der Rohkost erzählen.

Da meine Tochter zum Zeitpunkt der Umstellung auf Rohkost noch voll gestillt hat, habe ich auf das häufig empfohlene Fasten verzichtet & statt einer radikalen Umstellung diese stufenweise über etwa 4 Wochen durchgeführt.

Wir haben nach und nach die Mahlzeiten „ausgetauscht“: zuerst das Frühstück, dann das Mittagessen. Zwischenmahlzeiten ohnehin von Anfang an. Brot habe ich zunächst durch Reiswaffeln ersetzt, die dann aber auch schnell weggelassen – im Vergleich zu all den köstlichen Früchten, die jetzt zu unserer täglichen Nahrung gehörten, waren solche trockenen, offensichtlich toten „Lebensmittel“ einfach überhaupt nicht mehr reizvoll.

Ich habe immer sehr gerne Tofu gegessen & dachte zu Beginn der Umstellung, dass mir der Abschied schwerfallen würde. Darum habe ich in der Umstellungsphase bei den letzten gekochten Mahlzeiten praktisch täglich Tofu gegessen. Er ist mir zwar nicht, wie geplant. über geworden dadurch, aber dennoch war es dann völlig unproblematisch & mit keinerlei Verzichtgefühl verbunden, ihn wegzulassen. Wie schon Brot, Reiswaffeln & Co zuvor hatte er im Vergleich zu den neuentdeckten Köstlichkeiten schlicht seinen Reiz verloren. Tatsächlich habe ich nach dieser Umstellungsphase niemals irgendwelche gekochten „Lebensmittel“ vermisst, selbst dann nicht, wenn andere sie in meiner Gegenwart gegessen haben oder ich sie für meinen nicht-rohköstlich lebenden Sohn zubereitet habe. Die Vielfalt des frischen, natürlichen Nahrungsangebots ist einfach so groß, so köstlich, so befriedigend!!!

In jenen ersten Wochen & Monaten der Rohkost brauchte ich noch sehr große Mengen an Nahrung, um mich so satt zu fühlen, wie ich es von meiner bisherigen Ernährung kannte. Obwohl ich wirklich viel aß, auch viele Trockenfrüchte & Nüsse, & obwohl ich schon vorher dünn war, verlor ich dennoch rasch an Gewicht: innerhalb der ersten drei Monate etwa 10kg. Bei einem Gewicht von 45kg (bei 1,70m Größe) blieb mein Gewicht stehen.Mein Körper hatte sämtliches Fett & auch einiges an Muskeln verloren. Innerhalb dieser ersten drei Monate blitzten an verschiedenen Stellen meines Körpers außerdem kurze Erinnerungen an vergangene Erkrankungen auf. Z. B. Magenschmerzen, ganz kurz nur, wie ich sie von zahlreichen früheren Magenschleimhautentzündungen kannte. Ansonsten schien mein Körper durch den Gewichtsverlust zu entgiften; weiter passierte erstmal nichts. Um zu verhindern, dass ich womöglich über die Muttermilch entgiftete, aß ich damals täglich morgens & abends etwas Heilerde.

Im Laufe der folgenden Monate gewöhnte mein Körper sich an die veränderte Ernährung, ich gewöhnte mich an das andere, leichtere Sättigungsgefühl. & ich aß mehr & mehr Grünes. Neben Petersilie, Salaten, Spinat auch Wildkräuter in zunehmender Menge. Wahrscheinlich waren es die Wildkräuter, die die weitere Entgiftung vorantrieben: zuerst bekam ich an mehreren Fingernägeln eiternde Entzündungen, dann – zum ersten Mal während der Stillzeit mit meiner Tochter! – wunde Brustwarzen. Schließlich folgte ein heftiger Schnupfen mit Nebenhöhlenentzündung, der mehrere Wochen lang anhielt.

Küchenrohkost versus Urkost

Ich kenne viele Rohköstler, die sich schwerer von der Kochkost trennen können & sich deshalb mit rohen Zubereitungen behelfen, mit denen sie versuchen, die vermissten Kochkostgerichte nachzuahmen, zu ersetzen. Rohe Pizza, rohe Brote, rohe Suppen, rohe Torten … mit entsprechendem Aufwand lassen sich unglaubliche Gerichte zubereiten! Ich habe mit Rohkost nie etwas anderes vermisst & bin wohl daher erst einige Monate später auf solche Ideen gekommen. Angeregt von den Kindern: den Großen wollte ich damit ein wenig locken (was leider kaum funktioniert hat); die absolut rohkost-begeisterte Kleine zeigte langsam Interesse für das „andere“ Essen & war glücklich, wenn sie Papa beim Pizza-Essen mit einer rohen Pizza Gesellschaft leisten konnte. Auch gehaltvolle Cremes & Dipps mochte sie sehr. Ebenso Rohkost-Torten, die wir auf Rohkosttreffen kennenlernten. Eine Zeitlang haben wir vieles probiert, & einige Monate lang haben uns eine Handvoll roher Zubereitungen begleitet. Doch nach kurzer Zeit schmeckten sie einfach nicht mehr. Auch habe ich festgestellt, dass ich mich nach dem Genuss von Zubereitetem, Gemischtem meist nicht wohl fühle. Eigentlich kein Wunder, wenn ich mir überlege, welche Mengen & wieviel durcheinander man schon mit einem Stück Rohkosttorte oder ähnlichem zu sich nimmt. Heute bereite ich nur noch ausnahmsweise irgendetwas zu; meist für meine Tochter, die noch immer gern Eiscremes & Süssigkeiten mag. Diese Sachen bestehen dann aber aus maximal fünf unterschiedlichen Zutaten, meist sind es sogar nur zwei oder drei. Nüsse verwenden wir dabei so gut wie gar nicht. Wir ziehen beide die pure Rohkost vor. Meine Tochter mag es schön angerichtet, mir sind die Früchte & Blätter „wie sie sind“ am liebsten. Am besten frisch gepflückt, von der Hand in den Mund!

Die „richtige“ Rohkost

Wie sieht sie aus, die „richtige“ Rohkost? Darauf gibt es vermutlich annähernd so viele Antworten, wie es RohköstlerInnen gibt … überall, im Web, in Büchern & Zeitschriften sind Pläne, Konzepte, Regeln zu finden, was/wie/wann in welcher Kombination gegessen werden sollte. Für manche Menschen ist es außerdem wichtig, Zusammensetzung & Nährstoffgehalt ihrer Nahrung möglichst genau zu analysieren.

Für mich nicht. Mir sind beim Essen Genuss & Wohlbefinden wichtig – ich esse, worauf ich Appetit habe & wonach mein Körper verlangt. An irgendwelche Regeln halte ich mich dabei nicht & ich mag auch nicht mitrechnen, welche Nährstoffe, wieviel Fett oder Kalorien etc. ich zu mir nehme. Grundsätzlich bin ich überzeugt, dass eine möglichst naturbelassene (& selbstverständlich rohe, vegane 🙂 ) Ernährung aus vollreifen Früchten & viel Grün, optimalerweise alles frisch geerntet & mit so vielen Wildpflanzen wie möglich, die beste, weil artgerechte, Ernährung für Menschen ist. In einer Großstadt in Norddeutschland lebend, bin ich davon (wie auch von anderen Aspekten des natürlichen Lebens) allerdings leider (noch) zu weit entfernt.

Wie die beste Zusammenstellung der Nahrung im Detail aussieht – das halte ich für eine sehr individuelle Frage. Abhängig von den Lebensumständen (Gewohnheiten, Stressbelastung), dem Lebensumfeld (Umweltbelastungen), Klima/Jahreszeit, evtl bestehenden Gesundheitsproblemen & auch Prägung/Vorlieben aus früheren Lebensphasen braucht jeder Körper (& jede Seele) zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Nahrung. Wenn du lernst, auf deinen Körper & seine Signale zu achten, wird er dir zeigen was du brauchst!

Ich fühle mich am besten mit einer Ernährung, die zu schätzungsweise 98% aus Früchten & Wildkräutern besteht. Die übrigen 2% beinhalten Gemüse, Kerne, Nüsse – alles Dinge, die ich selten & wenn, dann nur in kleinen Mengen esse. Zubereitetes und Gemischtes esse ich nur in Ausnahmefällen; am liebsten immer alles so, wie es ist. Also z. B. die (reife!) Papaya am Stück, mit Schale & Kernen. Im Winter, oder wenn ich aus anderen Gründen nicht ausreichend Wildkräuter finde, gibt es ersatzweise anderes Grün: Grünkohl, Spinat, Postelein, Feldsalat … Auch frische Algen (aus der nah gelegenen Ost- bzw Nordsee) gehören hier dazu. Insgesamt ist der Grün-Anteil im Laufe der Zeit immer höher geworden & macht mittlerweile mehr als die Hälfte meiner Nahrung aus. In den Früchten sind, je nach Jahreszeit, auch Gemüsefrüchte wie Tomaten & Gurken enthalten & ebenso Fettfrüchte. Letztere spielen allerdings keine so große Rolle mehr; selbst jetzt im Winter geht es mir besser mit einer fettarmen Ernährung. D.h. bei mir z. B. eine halbe Avocado am Tag. Oder eine Handvoll Kokosnuss (frische, reife). Häufig aber eben auch gar kein Fett.

Wohlgemerkt: dies ist nur eine Beschreibung meiner individuellen Ernährungsweise & ist keinesfalls als Empfehlung zu verstehen! Ich möchte dich damit lediglich inspirieren, selbst herauszufinden, womit du dich wohlfühlst. Probier es aus, höre auf deinen Körper – & vor allem: genieße es! 🙂

Mein Weg zur Rohkost

Ernährung war schon fast immer ein Thema für mich; ich bin seit über 20 Jahren Vegetarierin, seit 2005 vegan & seit April 2006 ernähre ich mich zu 100% roh-vegan.

Zum letzten Schritt haben meine Kinder mir den Weg gewiesen. Kleine Kinder haben in der Regel noch ein gutes Gespür für das, was ihnen gut tut. Und lehnen daher normalerweise bei Beginn der sogenannten „Beikost“ das gekochte Essen je nach Temperament mehr oder weniger vehement erst einmal ab. Meine Tochter war da sehr deutlich: sie hat bis zum Alter von etwa 19 Monaten abgesehen von wenigen Bissen diverser Früchte jegliche Nahrung außer Muttermilch abgelehnt. Außerdem ist sie mit einer sehr sensiblen „klugen“ Haut gesegnet, die jegliche artfremde Nahrung sofort mit deutlichen Entgiftungssymptomen beantwortet. Was uns nach einem Herbst/Winter mit starker Neurodermitis, Juckreiz & Schmerzen, die sie (& damit auch mich) niemals länger als eine Stunde am Stück schlafen liessen, schliesslich zur Rohkost geführt hat. Begonnen als hoffnungsvoller Versuch, endlich Heilung für sie zu finden, war nach wenigen Tagen alles klar: ich habe mich so wohl gefühlt mit dieser phantastischen Ernährung, es fühlte sich einfach so RICHTIG an, dass ich wusste: ich werde dabei bleiben! Die Neurodermitis meiner Tochter hat etwas länger gebraucht: nach einigen Wochen war das meiste abgeheilt; der Rest ist in immer leichter verlaufenden, immer seltener auftretenden Schüben im Verlauf der nächsten Monate verschwunden. Und, nachdem sie nun endlich die Nahrung bekam, die ihr Körper wollte, hat sie auch angefangen zu essen.

Was & wie wir essen hat sich seitdem immer weiter entwickelt – darüber später mehr. Für mich ganz klar ist aber: ich bin nach langer Suche bei der richtigen, besten Ernährung angekommen! So einfach & natürlich, voller Leichtigkeit & Genuss!