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Mahlzeitenplanung

Planst du deine Mahlzeiten, über die Woche, von Tag zu Tag, gar nicht? Wie ich das mache, und warum, und inwiefern Mahlzeitenplanung dich insbesondere bei einer Umstellung auf eine bewusstere, gesündere Ernährungsweise unterstützen kann – darüber schreibe ich in diesem Artikel.

Oben siehst du einen Blick auf meinen Mahlzeitenplan. Im Bullet Journal mache ich pro Woche einen Plan. Wobei das natürlich auch auf losen Zetteln oder im Kalender oder einer Küchentafel geht. 😉

Wie viel ich tatsächlich plane, ist immer auch abhängig von meinen momentanen Umständen. Wie z. B., wie ich mich gerade genau ernähre, wie meine Möglichkeiten der Nahrungsbeschaffung aussehen usw.

Nachträgliche Ergänzung: Da kamen unterschiedliche Rückmeldungen zu meiner Mahlzeitenplanung, deshalb möchte ich hier gern noch mal etwas klarstellen: Es ist selbstverständlich NICHT nötig für eine erfolgreiche Rohkosternährung, deine Mahlzeiten jahrelang und ständig zu planen. Es KANN eine gute Hilfe bei der Umstellung sein, und auch, um wieder ins Gleichgewicht zurückzufinden, wenn du deines mal verloren hast.

Ich selbst habe während meiner Umstellung zur Rohkost überhaupt keine Mahlzeiten geplant, sondern einfach nur die neue Fülle genossen. Und die allermeiste Zeit mache ich das noch immer so. Manchmal aber eben auch anders. Warum, wie, und wie Mahlzeitenplanung evtl. auch dir (phasenweise) helfen kann, liest du heute hier.

Momentan habe ich nur ein- bis zweimal die Woche die Gelegenheit, Frisches einzukaufen. Und keinen kühlen Platz, um Gemüse, Salate etc. zu lagern. Ich bereite außerdem gerade viele neue Rezepte zu (zur Veröffentlichung) & habe ständig neue Ideen, die ich ausprobieren will. Kann & mag aber natürlich nicht alles auf einmal essen. Ich lebe komplett in einem Raum, und der Teil des Raumes, den ich als „Küche“ nutze, ist entsprechend klein. Ich kann meine Sachen nicht gerade übersichtlich lagern, und verliere so leicht mal etwas aus den Augen. Und, last but not least, der Herbst ist für mich immer eine herausfordernde Zeit, in der ich leicht aus meinem Gleichgewicht gerate; alle Arten von „Selfcare-Planung“, alles, was mir hilft, mich zu fokussieren, tut mir dann gut. Deshalb also derzeit mal wieder Mahlzeitenplanung.

Gestaltung des Mahlzeitenplans

Ich erstelle meinen Mahlzeitenplan für jeweils eine Woche. Weil Samstags immer der Bauernmarkt ist – meine Hauptnahrungsquelle – mache ich die Planung am Sonntag. Dann weiss ich, was ich habe und was nicht (Einkaufslisten sind hier eher Wunschlisten; es gibt halt das, was es gerade gibt. Macht also wenig Sinn, mir vorher tolle Rezepte auszudenken. 😉 )

Mein Wochenplan enthält zur Zeit diese Elemente

  • eine Liste der frischen Vorräte. Die hilft mir, nichts zu vergessen, was evtl. in der Gemüsekiste ganz hinten liegt. Die Liste pflege ich, indem ich Aufgegessenes durchstreiche bzw. Neues eben dazu schreibe.
  • manchmal eine kleine Liste mit Zutaten, die ich möglichst jeden Tag / zu jeder Mahlzeit integrieren will. In letzter Zeit stand da beispielsweise Zeolith drauf. Weil ich gerade das Gefühl hatte, dass mir das sehr gut tut. Oder Kurkuma.
  • Listen mit Mahlzeitenideen für die Woche – sortiert nach „Frühstück“, „Abendessen“ und „Mehr“. Auf diese Listen kommen Ideen für die Mahlzeiten der kommenden Woche. Rezepte, die ich ausprobieren will. Kombinationen, die ich gerade sehr mag, und die zu meinen Vorräten passen. Auch Ideen zum Anrichten (z. B. als Bowl, als Torte, usw.)
  • Und schließlich eine Liste mit Platz für jeden Tag der Woche. Ich esse zweimal am Tag, es gibt also in der Regel zwei Einträge pro Tag. Die aber alles andere als starr sind:
    Früchte neigen dazu, ungeplant schnell oder langsam zu reifen. Und mein Salat hält sich manchmal besser, manchmal schlechter. Manchmal hab ich auch einfach weniger Hunger, oder da sind noch Reste vom Vortag übrig. Oder ich habe überhaupt keine Lust auf das, was ich geplant hatte. Dann verschieben sich geplante Gerichte evtl. auf den nächsten Tag. Oder die nächste Woche. Das heisst, meine Pläne ändern sich im Verlauf der Woche mehrfach.
    Um nicht nach drei Tagen vor lauter Durchstreicherei nichts mehr erkennen zu können, arbeite ich hier mit Postits. Die klebe ich zu den jeweiligen Tagen, und kann sie dann bei Bedarf ganz einfach verschieben.

    Nach der Mahlzeit entferne ich das jeweilige Postit und notiere mir in Form kleiner Skizzen bei dem jeweiligen Tag, was ich gegessen habe. Das hat keine tiefere Bedeutung (also ich schlag später nicht mehr nach, was es am 10. des Vormonats zu essen gab oder so 😉 ) – es macht mir einfach Spaß, und ich finde die Seite dann schöner.

Diese Aufteilung funktioniert für mich sehr gut. Es gibt aber natürlich unzählige Gestaltungsmöglichkeiten – ganz nach Geschmack und Bedürfnissen.

Warum Mahlzeitenplanung?

Um die eingekauften Gemüse, Salate und Früchte möglichst sinnvoll zu nutzen und nicht ständig Verdorbenes wegschmeissen zu müssen, hilft ein bisschen Planung beim Essen sehr.

Auch im Hinblick auf meine trockenen Vorräte (Samen, Kerne, Gewürze usw.) finde ich es gerade hilfreich, um den Überblick zu behalten und die Sachen auch zu nutzen. Ich esse nichts auf, nur weil es noch herumsteht. Aber ich neige dazu, Dinge, die ich seltener benutze und die sich hinten im Regal verstecken, zu vergessen. 😉

In herausfordernden Zeiten, wenn ich es versäumt habe, für mein Gleichgewicht zu sorgen, und in denen meine Essensgewohnheiten evtl. leicht mit entgleist sind, hilft mir die Planung meiner Mahlzeiten, wieder zurückzufinden.

Als Vata ist es für mich wirklich wichtig, mich möglichst kontinuierlich um meine innere Balance zu kümmern. Nach vielen Jahren des ständigen Auf-und-Abs habe ich das mittlerweile als spirituelle Herausforderung in meinem Leben akzeptiert und bemühe mich, die Arbeit daran nicht aus den Augen zu verlieren. So sehr ich mein freies, flexibles Leben liebe, so hilft es mir doch, mir selbst ein wenig Struktur zu geben. Ich verordne mir nicht etwa selbst strikte Regeln, die mich einengen. Es geht mehr um Fokus und Disziplin. Ich bleibe frei und flexibel dabei, ich achte nur besser auf meine Prioritäten und lasse mich nicht mehr unbedingt von jeder Idee sofort von dem, was mich gerade beschäftigt, abbringen. Auch dabei ist Journaling (Planen, Tracken, Gedanken & Gefühle in Wort oder Bild zu Papier bringen) für mich schon seit vielen Jahren ein großartiges Mittel.

Aber ich schweife ab (so schnell geht das 😀 ) … zurück zum Thema:

Weitere Vorteile von Mahlzeitenplanung

Bei Ernährungsumstellungen und dem Einführen neuer Gewohnheiten:
Besonders hilfreich ist die Mahlzeitenplanung, wenn du gerade deine Ernährung umstellen willst. Solange dir deine neue Art zu essen noch nicht selbstverständlich geworden ist, hilft es, jeden Tag genau zu wissen, was du essen willst. Dir ggfs Rezepte zurechtzulegen – und auch alles dafür Benötigte im Haus zu haben. Damit vermeidest du es, plötzlich mit Hunger im Bauch vor all den evtl. noch ungewohnten Nahrungsmitteln zu stehen und dann vor lauter Überforderung doch auf Bekanntes, aber weniger Optimales zurückzugreifen.

Mahlzeitenplanung hilft, ganz allgemein, die richtigen Dinge in geeigneten Mengen einzukaufen, und deine vorhandenen Vorräte optimal zu nutzen – also möglichst wenig wegzuschmeissen. Deine Vorratsliste in Kombination mit deinen Rezeptideen kann als Basis für deine Einkaufsliste dienen. Einkaufslisten, nebenbei, finde ich auch sehr nützlich. Nicht meiner Leidenschaft für Listen wegen 😉 … sondern weil sie meiner Beobachtung nach der Verschwendung von Lebensmitteln ebenfalls entgegenwirken.

Mahlzeitenplanung hilft auch, den Kopf freizumachen – du planst einmal (z. B. für die Woche oder die nächsten paar Tage) und musst dann nicht täglich über dein Essen nachdenken.

Natürlich geht es nicht darum, alles und jedes im Leben zu planen. Oder – auch wenn ich das offensichtlich sehr gern tue 😀 – möglichst viel Zeit mit allem rund ums Essen zu verbringen. Für mich ist dies, neben den genannten Vorteilen, auch ein Aspekt von dem, was ich einfach gern tue: meine Kreativität auszuleben, auch bei der Mahlzeitengestaltung.

Doch darüber hinaus, auch für dich: Sich gut zu ernähren ist, so finde ich, ein wesentlicher Bestandteil von Selbstfürsorge. Und ein bisschen Zeit dafür aufzuwenden, damit das gut gelingt, halte ich für absolut empfehlenswert. Falls du es noch nicht machst, probier es einmal aus! Es ist kein großer Aufwand. Neben den potentiell positiven Auswirkungen auf deine Ernährung, spart es letzten Endes eher Zeit. Und Geld.

Planst du deine Mahlzeiten? Manchmal, immer? Wie sehen deine Pläne aus?


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