(F)Roh in den Tag starten

Wie du deinen Tag beginnst, setzt (meistens) die Schwingung für den gesamten Tag. In letzter Zeit hat sich bei mir diese, für mich funktionierende Morgenroutine entwickelt. Damit fühle ich mich total wohl & starte energievoll & motiviert in den Tag.

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Das wichtigste für einen erfolgreichen Tagesbeginn ist: genug Schlaf! Da beginnt für mich schon die Challenge, denn ich finde abends immer schwer ins Bett. Wieviel Schlaf du brauchst, ist ja sehr individuell und abhängig von vielen Faktoren (Ernährung, Belastung/Stress, Jahreszeit … ). Wenn du flexibel bist in deiner Tagesgestaltung, schlafe am Besten aus, bis du von alleine aufwachst. Ansonsten: stell dir einen Wecker, so dass du morgens genug Zeit hast, bevor Familie/Arbeit oder was auch immer dich fordern. Versuche, einen für dich passenden Rhythmus (immer ungefähr gleiche Zeiten) zu finden, dann fällt das Aufstehen leichter.

Ich gehe dreimal die Woche morgens um viertel nach sieben aus dem Haus – einmal zum Bauernmarkt, zweimal zum Yoga (herrlich, unter freiem Himmel, mit Blick auf den Atlantik – ein phantastischer Tagesbeginn!). An den übrigen Tagen sieht meine Morgenroutine so aus:

  • Noch im Bett versuche ich, den Tag bewusst zu beginnen. Also nicht einfach aus dem Bett fallen & wie ferngesteuert irgendein Programm abspulen, sondern für den neuen Tag danken, mich entscheiden, glücklich (oder doch wenigstens positiv 😉 ) zu sein. Ggfs. Träume notieren, bevor sie vergessen sind.
  • Ölziehen, ca. fünf Minuten, mit Kokosöl. Ich bevorzuge die kurze (ayurvedische) Variante des Ölziehens; es fühlt sich für mich besser an und ich glaube tatsächlich, dass ein längeres Ölziehen eher wieder zu Rückvergiftungen führt. Die Zeit währenddessen nutze ich, um unser Sortiment an vor sich hin keimenden Sprossen durchzuspülen und Wasser warm zu machen.
  • Öl ausspucken, Mund mit warmem Wasser spülen und Zähneputzen. Letzteres derzeit wieder mit einer Bio-Zahnpasta auf Heilerde-Basis … von meinen Selber-Mix-Versuchen bin ich irgendwie wieder abgekommen.
  • Anschließend trinke ich ein oder zwei Gläser warmes Wasser, manchmal eines davon mit frisch gepresstem Zitronensaft.
  • Dann gibt es ein Glas grünen Saft (derzeit noch aus Pulver, aber mein Weizengras wächst, bald kann ich ernten! 🙂 ), Weizen- oder Gerstengras.
  • Bewegung!!! Entweder gehe ich raus, laufen bzw. eine Mischung aus Laufen & Gehen, oder ich tu drinnen was: Seilspringen und Hula Hoop, eine bunte Mischung aus Kraft- und Dehnübungen, ein bisschen Yoga. Insgesamt mindestens eine halbe Stunde.
  • Danach geht’s ins Bad. Erstmal Trockenbürsten – ich liebe es! Abgesehen von dem Berührungsreiz auf der Haut, den ich total genieße, unterstützt Trockenbürsten die Entgiftung über die Haut & pflegt & belebt diese. Achte bei der Wahl deiner Bürste darauf, woraus sie hergestellt wurde. Ich benutze einen Rubbelhandschuh aus irgendwelchen pflanzlichen Fasern. Viele Bürsten jedoch bestehen aus Tierhaaren, sind also nicht vegan!
  • Danach kommt eine kalte Dusche – juhu 🙂 … Okay, im Winter, wenn mir sehr kalt ist, dusche ich manchmal erst warm und danach kalt. Besser tut aber eine ausschließlich kalte, nicht zu kurze Dusche! Das regt den Kreislauf an, fördert die Durchblutung & angeblich auch das Muskelwachstum, erhöht den Blutdruck, macht wach & gute Laune. Und du bist danach schon mal stolz auf dich, weil du es geschafft hast, dich zu überwinden! Solche Kleinigkeiten können tatsächlich was an deinem Leben ändern – wie du handelst, bringt dich der Realisierung deiner Träume näher als all die Gedanken, die du dir darüber machst! Und der erste Schritt zur Realisierung ist halt, sich selbst erstmal in Gang zu setzen, über den eigenen Schatten zu springen, seine Ängste & Bequemlichkeiten zu überwinden.
  • Ich bin eine große Zettelschreiberin & finde es sehr hilfreich, an diversen Stellen Zettel/Bilder/Listen mit meinen langfristigen und kurzfristigen Zielen zu platzieren. So stolpere ich täglich mehrmals darüber & erinnere mich. Morgens kurz deine langfristigen Ziele durchzulesen, motiviert für den Tag. Tu dann auch gleich irgendetwas, und sei es nur eine Kleinigkeit, dafür! Wenn du später am Tag noch mehr Zeit dafür findest, um so besser. Aber so hast du die Gewissheit, jeden Tag wenigstens einen kleinen Schritt in deine Richtung gegangen zu sein. (Bei mir waren das heute z. B. die Notizen für diesen Artikel 😉 ).
  • Danach gibt es dann Frühstück, meistens Früchte. Zur Zeit sind das entweder Papaya (ca. 500g) oder Orangen (2 Stück).

Nun wünsche ich dir einen schönen, erfolgreichen Tag … und wenn du magst, erzähl mir doch mal, wie dein Morgen beginnt!

Ostern

Weil wir Ostern erst gestern nachgefeiert haben, gibt es erst heute, leicht verspätet, Bilder von den süßen Ostereiern. Gefeiert haben wir mit Eiersuche, einem festlichen Essen & einem Filmabend (im Pyjama, auf der Couch, ein bei uns sehr beliebtes Ritual 🙂 ). Die Ostereier, die ich gebastelt hab, siehst du auf den Fotos. Zum Essen gab es Sushi – was sonst 😉 – roh-vegan natürlich, mit einer Paté aus angekeimten Sonnenblumenkernen, Paprika, Gurke und Avocado gefüllt. Eingerollt in roh-vegane Sushi-Nori-Blätter*.

Die Rezepte für die Ostereier findest du unter den Fotos und, ausführlicher, im nächsten Newsletter.

Bunt & süß. Ostereier, -häschen & -küken für die Tochter und ihre Freundinnen.

Bunt & süß. Ostereier, -häschen & -küken für die Tochter und ihre Freundinnen.

Verpackt :)

Verpackt 🙂



Auf dem oberen Bild zu sehen sind vier verschiedene Sorten Ostersüßigkeiten:

  • Mohn-Eier, die schwarzen ganz links: ganz einfach aus Mohn & Datteln. Den Mohn im Blender mahlen, entsteinte Datteln dazu mixen, Eier formen, fertig.
  • Häschen & Küken sind aus Baobab-Pulver* und Datteln, ebenfalls im Blender vermixt.
  • Die grünen Hütchen davor sind Pistazien-Pralinen. Aus rohen, unbehandelten Pistazien (Reste meiner Griechenland-Reise vergangenen Herbst) und Datteln.
  • Die grün & rosa bestreuselten Eier sind Schoko-Marzipan, aus Mandeln, Datteln, Carob & Kakaobutter. Für die Streusel habe ich den übriggebliebenen Pulp von Mandelmilch mit Rote-Bete-Saft bzw. Chlorella gefärbt & getrocknet.

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Graue Haare durch die richtige Ernährung vermeiden?

Angeblich* sollen diese Nahrungsmittel das Grauwerden der Haare verhindern. Das natürlich – soviel ist sicher – nicht ausschließlich durch deine Gene und das unvermeidliche Altern hervorgerufen wird, sondern zweifellos auch durch deine Ernährung beeinflussbar ist. Denn auch ein Mangel an bestimmten Nährstoffen kann zum (vorzeitigen) Ergrauen der Haare führen. Ob sich das Ergrauen durch eine optimale Ernährung vollständig verhindern lässt, weiss ich nicht, aber beeinflussen kannst du es vermutlich. Und ganz sicher werden dir diese vier Nahrungsmittel (wie alle natürlichen, naturbelassenen, frischen, vitalstoffreichen, echten Nahrungsmittel) gut tun und dazu beitragen, dich vollständig mit allen benötigten Nährstoffen zu versorgen und dich jung und fit zu fühlen:

Beeren

Beeren sind besonders reich an Vitamin C, welches notwendig ist für gesunde Haut und Haare. Es fördert die Kollagenproduktion und neutralisiert freie Radikale, die den Alterungsprozess beschleunigen.

Grüne Blattgemüse

Nicht überraschend, jeder weiss, dass grüne Blattgemüse reich an Antioxidantien und Ballaststoffen sind. Außerdem enthalten sie Vitamin B, das die Gesundheit der Kopfhaut fördert.

Kakao

Kakao, in Form von Schokolade oder besser noch in seiner ursprünglichen Form, kann ebenfalls zum Erhalt deiner Haarfarbe beitragen. Er enthält Kupfer, welches die Produktion von Melanin, einem Pigment, dass Haut und Haaren Farbe verleiht, förder.

Mandeln

Wie Kakao enthalten auch Mandeln Kupfer, das für die Produktion von Melanin benötigt wird. Ausserdem versorgen sie deinen Körper mit Vitamin E, welches wichtig ist für gesunde Haut, Nägel und Haare.

Falls du dem Link zum Quell-Artikel (englischsprachig) folgst, wirst du feststellen, dass dort auch Lachs gelistet ist … doch Lachse sind bekanntlich Mit-Lebewesen, keine Nahrungsmittel und ich bitte dich, sie nicht im Interesse deiner Haarfarbe zu töten!

Vor etlichen Jahren habe ich einmal den Bericht eines langjährigen Rohköstlers gelesen, der erzählte, er habe bei bereits ergrautem Haar seine natürliche Haarfarbe durch das Weglassen von Avocados (in einer vollständig rohen Ernährung!) zurückgewonnen. Woran immer es gelegen haben mag ..

Falls du selbst schon Erfahrungen mit ergrautem und evtl. wieder „ent-grautem“ Haar hast, oder andere Zusammenhänge zwischen deiner Haarfarbe und deiner Ernährung festgestellt hast, freue ich mich auf deinen Kommentar.

*Quelle

Lieber Creamy als Smoothie

Ganz klar: Je naturbelassener du deine Nahrung genießt, um so besser! Und Mixer wachsen nun mal nicht an Bäumen; zum Zerkleinern unserer Nahrung sind unsere Zähne vorgesehen, und ja, das darf auch ruhig ein Weilchen dauern!

Wenn du doch mal etwas mixen willst, dann mach dir anstelle eines Smoothies, also eines relativ flüssigen Getränks, lieber einen Creamy. Etwas mit cremiger Konsistenz, zum Löffeln statt zum Trinken. Ohne die Zugabe von Wasser. Der Vorteil daran? Wasser, ob du es nun zum Essen trinkst oder im Essen vermixt, verdünnt die Magensäure und erschwert so die Verdauung. Ergänze den gemixten Creamy außerdem mit Gemüse und/oder Blättern, die du selber kaust! Das bringt dir zum Einen das befriedigendere Gefühl, wirklich gegessen zu haben. Außerdem unterstützt es die Verdauung, die ja bekanntlich schon im Mund beginnt, durch das Kauen und die Speichelproduktion. Je länger du dich mit deinem Essen im Mund beschäftigst, um so besser kann dein Körper die Nahrung verwerten. Beispiele für Creamy-Mahlzeiten sind z. B. Suppen mit Gemüsewürfeln als Suppeneinlage, oder Gemüse-Sticks/-Scheiben zum Eindippen oder Salatblätter, die du mit der Creme füllst und zu Wraps aufrollst.

Mixe deine Creamys aus Gemüse/Gemüsefrüchten und grünen Blättern. Süße Früchte mixt du besser nicht mit Grünem oder irgendetwas anderen – genieße sie immer mono! Da sich auch ein Creamy viel schneller isst als das entsprechende Gemüse „am Stück“, mixe ihn möglichst ohne oder mit nur wenig Fett (z. B. ein Stückchen Avocado, oder ein paar vorher eingeweichte Nüsse oder Kerne), sonst überisst du dich sehr leicht.

Ein Beispiel für einen Creamy, den ich sehr mag, ist meine neue Lieblings“torte“:

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Süßkartoffel pur, vermixt mit etwas Süßholzwurzel und Anis, dekoriert mit ausgestochenen Sternen von Süßkartoffel und ein paar Erdmandeln. Schmeckt mega-lecker!!! Dazu passt gut Löwenzahn oder Endivie, falls du, so wie ich, gern noch Grünes dazu nehmen magst.

Früchte? JA! Aber mit Bedacht!

Nein nein, ich mache keine 180° Wendung … ich halte Früchte immer noch für unsere optimale Nahrung. Zusammen mit VIEL Grünzeug!!!

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Allerdings ist beim Früchteverzehr etwas Wichtiges zu beachten – zumindestens dann, wenn du nicht direkt in den Tropen oder wenigstens Subtropen wohnst und deine Früchte selbst reif vom unbehandelten Baum erntest, um sie dann auch zeitnah zu verzehren!!!

  1. Der allergrößte Teil der im Handel erhältlichen Früchte (auf jeden Fall in den Ländern Nord- und Mitteleuropas) wird unreif geerntet! Dadurch enthalten diese Früchte, selbst wenn sie anschließend nachgereift sind, aggressive Säuren, die die Nieren belasten, die Knochen und Zähne angreifen usw. Das gilt übrigens auch für unreif geerntete Tomaten!
  2. Ebenfalls die allermeisten im Handel angebotenen Früchte sind weit von ihrer ursprünglichen Form entfernt. Es handelt sich um Züchtungen, die auf Größe, Kernlosigkeit und vor allem hohen Zuckergehalt optimiert wurden! Die so entstandenen Früchte enthalten viel zu viel Zucker (nicht nur Fruktose, den ursprünglichen Früchtezucker, sondern vor allem auch Sucrose) im Verhältnis zu den enthaltenen Ballaststoffen und Mineralstoffen.

Was bedeutet das für deine Nahrungswahl?
Wenn du in der nördlichen Hemisphäre lebst, isst du Früchte am Besten überwiegend im Sommer und Frühherbst – nämlich dann, wenn sie in deiner Region reif werden und du sie auch in gut reifem Zustand (nicht nachgereift! baumgereift!) bekommen kannst. Ansonsten beschränke dich besser auf kleine Mengen. Eventuell magst du im Winter (in Maßen!) auf Trockenfrüchte zurückgreifen. Oder auf gute Tropenfruchtversender … obwohl selbst bei denen logistisch bedingt der Zeitraum zwischen Ernte und möglichem Verzehr direkt nach der Ankunft etwa eine Woche betrifft. Übrigens: auch unter dem Aspekt der thermischen Wirkung von Nahrungsmitteln, bekannt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, macht es Sinn, Früchte eher in der warmen als in der kalten Jahreszeit zu genießen.

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Ansonsten wähle für deine Nahrung VIEL Grünzeug, Gemüse und in Maßen Fettfrüchte, Nüsse & Samen. Auch Letztere verzehrst du besser nur in Maßen – sie sind sehr fetthaltig und stehen, wie uns ein Blick auf die Natur verrät, natürlicherweise auch nicht das ganze Jahr in beliebiger Menge zur Verfügung stehen. Samen keimst du besser an vor dem Verzehr. (Warum das Keimen wichtig sein kann und in welchem Umfang Nüsse & Samen auf unserem Speiseplan vorkommen sollten, darüber kannst du im Artikel „Nüsse und Samen einweichen?“ mehr lesen.

Und wie werde ich satt???
Falls du Angst hast, von Gemüse, Wurzeln & Grünem als Hauptnahrungsmittel nicht satt zu werden: gib dir Zeit für die Umgewöhnung! Iss genug, um satt zu werden. Bevorzuge dabei Gemüse und Grünes, aber ergänze ausreichend sättigende Früchte (immer auf leeren Magen, also am Besten nur am Morgen!) bzw. Fettfrüchte. Auch Wurzeln und Knollen sättigen übrigens recht gut! Vergiss das Zählen von Kalorien und gewöhne dich nach und nach an ein größeres Volumen deiner Nahrung – über den Tag verteilt. Iss öfter kleinere Mengen statt zu versuchen, mit nur drei Mahlzeiten über den Tag zu kommen.

All diese Theorie … musst du mir natürlich nicht glauben. 😉
Mach deine eigenen Erfahrungen, achte auf deinen Körper & seine Reaktionen. Früchte haben eine sehr reinigende Wirkung, und gerade zu Beginn einer rohköstlichen Ernährungsweise und eventuell auch ab und zu zwischendurch tut eine derart gründliche Reinigung einfach nur gut! Für eine dauerhafte Ernährung brauchst du allerdings, so meine Erfahrung, wirklich baumreife, möglichst ursprüngliche, frisch geerntete Früchte! Und/oder dazu reichlich Grünes und Gemüse – Mengenverhältnisse je nach Qualität der Früchte.

Meine eigene Ernährung hat sich im Laufe von nun fast 10 Rohkost-Jahren immer weiter entwickelt. Und mein Körper hat mir im Laufe der Jahre immer deutlicher gezeigt, was er braucht und was nicht. Ich spüre immer deutlicher schon beim Verzehr, ob etwas gut tut oder nicht. Wann ich genug habe. Was mein Körper braucht. Und wenn ich nicht grad durch „Krisen“ unterschiedlicher Art abgelenkt bin, gelingt es mir meist auch recht gut, darauf zu hören und danach zu handeln. Aus dem hier (auf Teneriffa) vorhandenen Angebot an regionalen Früchten (reifer und frischer als in Deutschland, dennoch teilweise hochgezüchtet und vor allem häufig viel zu früh geerntet), Gemüsen und Grünzeug (bedauerlicherweise viel zu wenig Wildkräuter) wähle ich derzeit wenig süße Früchte (momentan Orange oder Papaya, nur am Morgen, mono), große Mengen an Gemüsefrüchten (Zucchini, Gurken, Mais), Wurzeln & Knollen (Süßkartoffeln, Chufas), Sprossen (Alfalfa, Bockshornklee, Rucola) und grünen Blättern (Salate, Löwenzahn, Borretsch, Spinat, Blätter von der Roten Bete, Algen). Etwa ein- bis zweimal die Woche Gemüsebananen, einmal die Woche Avocado, ein- bis dreimal gekeimten Buchweizen, einmal die Woche gekeimte Linsen oder Kichererbsen.

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In Deutschland (zuletzt im vergangenen Herbst) wähle ich überwiegend regionale Früchte oder hochwertige importierte Tropenfrüchte (Flugware, selten!). Auch oft gefrorene Durian. 😉 Mit den viiiiiel größeren Wildkräutermengen dort lässt sich, so mein Gefühl, die mäßigere Qualität der Früchte auch ab und zu ein Stück weit ausgleichen.

Vitamin D

Laut Kalender sollte der Winter nun bald vorbei sein, doch noch stehen uns – besonders dir in Deutschland – vermutlich mehrere Wochen sonnenarmer Zeit bevor. Da ist die Frage nach einer ausreichenden Vitamin-D-Versorgung für viele ein interessantes Thema.

Wofür ist Vitamin D wichtig?
Vitamin D ist an sehr vielen Regulationsvorgängen in deinen Körperzellen beteiligt. Besonders wichtig ist es für die Gesundheit von Knochen, Zähnen und Haut. Ausreichend Vitamin D beugt nicht nur Grippe und Knochenerkrankungen vor, sondern schützt offenbar ebenfalls vor Krebs, indem es das Wachstum der Tumorzellen verhindert.

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Woher bekommst du Vitamin D?
Es gibt nur wenige pflanzliche Nahrungsmittel, die Vitamin D enthalten. Dazu gehören Pilze (insbesondere Shiitake-, Stein- und Austernpilze und auch Pfifferlinge), Avocado, gekeimte Sonnenblumenkerne und gekeimte Hanfsamen. Alle genannten Pilzarten lassen sich übrigens selbstverständlich auch roh essen – wenn du sie magst. Ich esse sehr gern frische Shiitake-Pilze; Austernpilze mag ich manchmal, wenn sie in der Sonne getrocknet sind.

Vor allem aber wird Vitamin D von unserem Körper selbst produziert – zu rund 90% nämlich, durch Sonneneinstrahlung auf die unbedeckte Haut. Dafür reicht theoretisch sogar relativ geringe Sonneneinstrahlung. Denn im Fett- und Knochengewebe lagert sich eine Vorstufe des Vitamins ein. Ergosterol. Dieses wird dann stufenweise zu Vitamin D umgewandelt. Damit das funktioniert, ist allerdings einiges zu beachten. Du ahnst es schon – es geht um deine Ernährung! 😉

Der Verzehr von denaturierter Nahrung, aber auch der von übermäßig vielen nicht wirklich reifen (= reif geernteten, nicht nachgereiften!) Früchten (welche du in den nördlichen Breitengraden im Handel wirklich den größten Teil des Jahres nicht bekommst!). Das gilt außer für süße Früchte übrigens auch für Tomaten! Unter anderem verhindert nämlich die Säure in unreif geernteten Früchten, dass sich Hautfett überhaupt bildet. Darüberhinaus kann übermäßig viel Obstsäure die Nieren schwächen, die wiederum wichtig sind für die Umwandlung von Sonnenlicht zu Vitamin D. Im Hinblick auf eine ausreichende Einlagerung von Ergosterol sollte vor allem im Herbst und Winter die rohe, vegane Nahrung hauptsächlich aus Gemüse, Grünzeug – insbesondere Wildkräutern! -, Wurzeln, Nüssen und Samen bestehen.

Allerdings will ich dich jetzt nicht auf die Betrachtung eines isolierten Faktors für deine Gesundheit festlegen. Für einen gesunden Körper, speziell gesunde Knochen und Zähne, ist Vitamin D natürlich nicht der einzige Faktor; auch alle anderen Vitalstoffe müssen ausreichend vorhanden bzw. aufgenommen werden.

Fazit, wie immer 😉 : Ernähre dich möglichst natürlich, frisch, grün, einfach, unverarbeitet … und bewege dich ganzjährig viel an der frischen Luft, in der Sonne!
Nutze insbesondere die sonnige Jahreszeit und die intensive Sonneneinstrahlung zwischen 10 und 15 Uhr. Dann, also bei ausreichend intensiver UVB-Strahlung (und selbstverständlich ohne Sonnenschutz auf der Haut!) bildet dein hellhäutiger Körper innerhalb von 15 bis 30 Minuten eine kräftige Dosis Vitamin D. Welches er glücklicherweise speichern kann und so für die dunkle Jahreszeit vorgesorgt wird. (Dunkelhäutige Menschen brauchen 5-10mal länger für die Eigensynthese von Vitamin D, weil durch die Pigmentierung der Haut die UVB-Strahlen abgeblockt werden.)

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Nahrungsauswahl – Instinkt, Erfahrung, Achtsamkeit

In den Kommentaren hier und bei Facebook hat sich vor einiger Zeit ein interessanter Austausch entwickelt über die Frage, nach welchen Kriterien wir im Interesse unseres Wohlbefindens, unserer Gesundheit, unsere Nahrung auswählen sollten. Einerseits bin ich absolut davon überzeugt, dass mein Instinkt, meine Körperintelligenz, mir deutlich zeigt, was ich gerade brauche, wieviel, und wann ich genug habe. Allerdings setzt das voraus, dass das Angebot, aus dem ich wähle, natürliche/ursprüngliche, unverarbeitete, ungemischte, lebende (!) Nahrung ist. Schon was die Natürlichkeit angeht, wird es selbst bei Früchten schwierig. Denn die allermeisten Früchte, die wir heutzutage im Handel bekommen, sind auf gesteigerte Süße gezüchtet worden. Sie enthalten weit mehr Zucker und weniger Mineralstoffe und Ballaststoffe im Verhältnis zu ihrem Volumen, als uns gut tut. Hier rechtzeitig mit dem Essen aufzuhören, erfordert eine Achtsamkeit, die mangels Übung und aufgrund vieler Ablenkungen beim Essen häufig nicht (mehr) vorhanden ist. Viele von uns haben in ihrer Kindheit gelernt, zu essen bis der Teller leer ist, und damit verlernt, auf ihren Körper zu hören. Die gute Nachricht: du kannst das zurück erlernen! Indem du dir so oft wie möglich viel Zeit und Ruhe beim Essen gönnst, und wirklich jeden Bissen mit Aufmerksamkeit zu dir nimmst: was schmeckst du? Welche Empfindungen und Gefühle löst das aus? Wie fühlt es sich auf deiner Zunge, in deinem Bauch an?

Aber erst einmal zurück zur Auswahl. Lebten wir in einer naturbelassenen Umgebung und suchten unsere Nahrung bei Hunger dort zusammen, müssten wir uns keinerlei Gedanken darüber machen, was gut tut und was nicht. Wir leben aber in einer Welt des Überflusses; Überfluss vor allem an künstlichen, verarbeiteten, naturfremden, gezüchteten Lebensmitteln. Selbst wenn du dich einzig auf das Angebot an Früchten und Gemüsen beschränkst: unsere noch ursprünglich lebenden Vorfahren würden NICHTS davon als essbar identifizieren! Für eine langfristig funktionierende rohköstliche, natürliche Ernährungsweise braucht es also auch etwas Wissen und Erfahrung, um zu entscheiden, welche Nahrungsmittel denn überhaupt zur Auswahl stehen.

Das beginnt bei vielen Rohköstlern mit der Suche nach den Bezugsquellen von hochwertigen Früchten und Gemüsen, mit Fragen wie „welche Nüsse/Trockenfrüchte etc sind denn wirklich roh?“ und der Unsicherheit, ob und welche sogenannten Superfoods notwendig sind (gar keine!). Was unser Körper jedoch vor allem braucht, ist frische, unbehandelte pflanzliche Nahrung! Grüne Blätter, Gemüse, Früchte, Wurzeln. Und vor allem bei den Früchten (auch bei einigen Gemüsen) muss dabei beachtet werden, möglichst ursprüngliche, unverzüchtete zu wählen. Die Frage ist also, wieviel „angezüchteten“ Zucker (Sucrose statt Fruktose, auf Kosten der Mineralien, mit dem Effekt eines deutlich erhöhten glykämischen Index) sie enthalten.

Unser Körper ist perfekt angepasst an die Verwertung von Fruktose in den Früchten. Und selbst in mehreren Pfund guter Früchte sind nur wenige Löffel Fruktose enthalten. Nicht angepasst sind wir jedoch an sogenannte „schnelle Kohlehydrate“, also solche mit hohem glykämischen Index, wie die Stärke in Getreide und Kartoffeln, den Zucker im Honig oder in isoliertem Zucker … und eben auch in gezüchteten Früchten mit hohem Sucrosegehalt. Wobei es sicher dennoch besser ist, einen Teller Trauben zu essen als eine mit Zuckerguß überzogene Rosinenschnecke vom Bäcker 😉

Es geht also darum, basierend auf deinem Wissen eine geeignete Auswahl festzulegen, aus der du dann mithilfe deines Instinkts wählst, was du essen möchtest. Und – keine Panik: die Auswahl ist dennoch riesig! 🙂

Das heisst übrigens auch nicht, dass du jetzt ständig mit Listen über Zuckergehalt, Nährwerte etc. durch die Welt laufen sollst: mit ein bisschen Übung und Achtsamkeit wird dein Instinkt, dein Körper, dir schon bald zeigen, was geeignet ist und was nicht!

Womit wir bei der Achtsamkeit wären. Die, wie ich glaube, das Wichtigste überhaupt ist – nicht nur beim Essen. Sei aufmerksam bei dem, was du gerade tust (fühlst, schmeckst, …) und alles ist gut 🙂

Bei instinktivem Essen geht es nicht nur um die Auswahl dessen, was du jetzt gerade brauchst, sondern auch darum, wieviel du brauchst. Wann du genug hast. Manche natürliche Nahrungsmittel, wie Feigen oder Ananas, haben eine sehr deutliche Sperre, die dir zeigt, wann du spätestens aufhören solltest, davon zu essen. Sie führen zu unangenehmen Empfindungen wie einem Brennen auf der Zunge, wenn du zuviel davon isst. Mit einem Mindestmaß an Achtsamkeit spürst du das rechtzeitig und kannst aufhören, bevor dein ganzer Mund brennt. Bei anderen Früchten, insbesondere bei den gezüchteten, ist diese Sperre nicht oder kaum noch vorhanden. In dem Fall empfiehlt es sich, ganz genau darauf zu achten, wie gut dein Essen schmeckt. Sicher kennst du das: die ersten Bissen schmecken geradezu himmlisch, die nächsten dann noch gut, die folgenden so lala, und irgendwann schmeckt es einfach nicht mehr. Optimalerweise hörst du bei „gut“ auf zu essen. Meist reicht es dann auch für den Moment und du isst nach einer angemessenen Pause etwas anderes. Oder du bist noch hungrig und isst direkt etwas anderes – denke dann an die geeigneten bzw. ungeeigneten Kombinationen: Früchte immer einzeln essen / Proteine und Stärke nicht mischen / Gemüse, Salate und Fette können beliebig gemischt werden, auch mit entweder Proteinen oder Stärke. Zu einem solchen Essverhalten gehört natürlich neben Achtsamkeit auch die Disziplin, auf deinen Körper zu hören statt (sinnlos) zu versuchen, das Vergnügen zu verlängern.