Gekeimte Sonnenblumenkerne

Nüsse & Samen einweichen?

Momentan kursieren viele Artikel rund um das Thema „Nüsse vor dem Verzehr einweichen“ durch das Netz. Welchen Sinn hat das Einweichen der Nüsse und Samen, und ist es wirklich nötig?

Ich orientiere mich ja am liebsten an der Natur, bzw. frage mich: wie wäre dies bei einem wirklich natürlichen Lebenswandel?

Würden wir Nüsse und Samen, die wir sammeln, dann stunden- oder tagelang einweichen und evtl. anschließend wieder trocknen? – Wohl kaum.

Würde es uns schaden, Nüsse und Samen uneingeweicht zu essen? – Das glaube ich nicht, weil ich davon überzeugt bin, dass die Natur gut für uns sorgt!

Allerdings: Wie oft und in welchen Mengen würden wir bei einem Leben in und mit der Natur Nüsse und Samen finden?

Nüsse reifen im Herbst, in Deutschland z. B. Walnüsse und Haselnüsse, und können in der Zeit gesammelt und gegessen werden. Mit Schale – d. h., das Essen dauert so seine Zeit und du wirst dir kaum in einer halben Stunde nebenbei mehrere Handvoll Nusskerne einverleiben. Auch Samen würdest du, pur und unvermixt, wenn überhaupt vermutlich nur in recht kleinen Mengen zu dir nehmen wollen. Und können. Denn überleg auch einmal, welche Samen du überhaupt finden würdest.

Nun möchte ja auch niemand frische Nüsse und Samen einweichen, sondern es handelt sich dabei immer um die getrockneten, gelagerten Kerne, die wir (außerhalb ihrer Saison und/oder weit weg von ihrer Herkunfstregion) essen wollen. Welchen Sinn hat hierbei das vielbeschworene Einweichen?

Nun, sowohl Nüsse als auch Samen sind eigentlich dafür gedacht, neue Pflanzen hervorzubringen. Sie können keimen und dann zu ganzen Bäumen (oder anderem) heranwachsen. Dafür brauchen Sie geeignete Bedingungen, auf die sie, falls nicht vorhanden, sehr lange warten können. Denn die Natur ist klug und sorgt dafür, dass Samen und Nüsse erst unter geeigneten Bedingungen zu keimen beginnen. Eine dunkle, feuchte, warme Umgebung wäre eine solche „geeignete Bedingung“. Solange Nüsse und Samen trocken lagern, keimen sie also nicht.

Jedoch tragen sie in sich alles was sie zum Keimen brauchen. Unter anderem die Phytinsäure. Diese bindet Mineralien, wie das Phosphor, dass dem Keim als Nährstoff diesen soll, wenn er beginnt zu wachsen. Leider bindet Phytinsäure beim Verzehr aber auch die Mineralien im menschlichen Organismus, so dass dein Körper Magnesium, Kalium, Eisen, Zink etc trotz ausreichender Aufnahme, nicht nutzen kann. In ausreichend warm-feuchter nun Umgebung beginnt die Nuss bzw. der Samen zu keimen. Dabei wird die Phytinsäure umgewandelt – man nennt diesen Vorgang Hydrolyse -, so dass sie die gespeicherten Mineralien für den entstehenden Keim freigibt. Je länger die Kerne keimen, desto mehr Phytin wird abgebaut bzw. desto weniger bleibt übrig. Die (an-)gekeimten Kerne kannst du also unbesorgt essen, ohne dass sie sich negativ auf deine Mineralienversorgung auswirken werden.

Kümmern musst du dich um die Phytinsäure allerdings nur, wenn du häufig große Mengen nicht-frischer Nüsse, Samen, Kerne isst. Ansonsten stellt sie nicht nur kein Problem dar, sondern wirkt sich sogar positiv auf den Körper aus. Z. B. wirkt sie antioxidativ, d. h., sie schützt vor freien Radikalen und damit z. B. vor der Entstehung von Krebs. Darüberhinaus verlangsamt sie die Stärkeverdauung und hält damit den Blutzuckerspiegel lange konstant.

Zurück zur Frage, ob das Einweichen von Nüssen und Samen denn nun sinnvoll oder gar notwenig ist. Vielleicht kannst du dir meine Antwort bereits vorstellen?

  • Sinnvoll und einer natürlichen Ernährungsweise entsprechend ist es, Nüsse und Samen nur im „natürlichen“ Umfang zu essen. D. h., nur dann, wenn sie in deiner Region reifen. Nur frisch aus der Schale. Unverarbeitet. Nur in den Mengen, in denen du sie finden und direkt essen könntest. Punkt.
  • Auch der seltene Verzehr kleiner Mengen von trockenen, ungekeimten Nüssen und Samen ist unkritisch.
  • Falls du jedoch trotzdem abgepackte, nicht-saisonale, nicht-regionale Nüsse oder Samen öfter und in großen Mengen essen möchtest, solltest du sie tatsächlich besser vorher einweichen. Und vorzugsweise frisch angekeimt essen – statt sie anschließend wieder zu trocknen. Mit jedem weiteren Verarbeitungsschritt, mag er auch der Temperatur-Definition folgend sich innerhalb der „Roh“kost abspielen, entfernst du dich wiederum weiter von einem lebendigen, natürlichen Nahrungsmittel. )

    Editiert am 28.2., um einen Fehler zu berichtigen. Durch das Enzym Phytase, ebenfalls in keimenden Samen enthalten, wird das Phytin hydrolysiert und dadurch die Phosphorsäure freigesetzt. Danke an Susanne für ihren Hinweis, siehe Kommentare.

Gelesen: Natural Eating

Als eine liebe Freundin mir kürzlich dieses Buch empfahl, habe ich nicht lange gezögert: Natural Eating – Natürlich essen -, das ist mein Thema. Also hab ich es mir sofort gekauft – als Kindle eBook, damit ich nicht wochenlang auf die Lieferung bis hierher auf die Insel warten muss – und gelesen. Um es vorwegzunehmen: das Buch steckt voller interessanter Informationen zu unserer Ernährung, große Überraschungen haben mich darin jedoch nicht erwartet. Der Ernährungswissenschaftler Geoff Bond definiert in „Natural Eating. Natürlich fit und gesund essen was der Körper wirklich braucht.“* natürliches Essen als das „Essen in Harmonie mit unserer genetischen Programmierung“. Um festzustellen, wie das aussehen muss, betrachtet er sowohl unsere prähistorischen Vorfahren (in der Zeit, bevor sie begannen, sich sesshaft zu machen) als auch unsere nahen Verwandten, die verschiedenen Primaten-Arten, sowie einige noch in der jüngeren Vergangenheit ursprünglich lebenden Völker wie beispielsweise die Aborigines und vergleicht sie miteinander. Es überrascht nicht zu sehen, dass deren Ernährungsgewohnheiten alle durch dieselben Faktoren definiert werden:

  • großes Volumen (ca. 2 kg pflanzlicher Nahrung/pro Tag)
  • geringe Kaloriendichte
  • reich an Mikronährstoffen
  • reich an Ballaststoffen
  • sehr wenig Fett
  • niedriger glykämischer Index
  • wenig Salz

So sah die Ernährung der sehr frühen Menschen vermutlich aus: Sie lebten von Gesammeltem: Nüsse, Früchte, Blätter, Wurzeln, Raupen, Krustentiere, Rinden, Harze, Gräser, gelegentlich Aas. Tierisches machte vermutlich einen Anteil von höchstens 20% an ihrer Ernährung aus, und es handelte sich dabei um Echsen, Schlangen, Käfer, Raupen, Frösche, Insekten, Schalentiere, Eier, kleine Wildtiere und Aas. Im Hinblick auf den Fettgehalt ist das eine fettarme Ernährungsweise, bei der die aufgenommenen Fette kaum gesättigte, dafür viele essentielle Fettsäuren mit einem Linolsäure-Linolensäure-Verhältnis zwischen 4:1 und 1:1 waren. Ca. 2kg pflanzliche Nahrung wurde pro Tag gegessen – für dieses Volumen sind unsere Körper geschaffen; die Nahrung war durchweg von geringer Kaloriendichte und Kalorien stellen eher kein geeignetes Maß für unsere ausreichende Ernährung dar. Ebensowenig übrigens, wie die moderne Interpretation des BMI: die Aborigines z. B., die noch bis vor ca. 200 Jahren sehr ursprünglich lebten und sich ernährten, waren für heutige Begriffe sehr dünn, mit einem BMI zwischen 13,5 und 19, aber wesentlich gesünder als die Allermeisten heute. Zum Vergleich: ein BMI unter 18 oder 19 (je nach Tabelle) gilt heutzutage als behandlungsbedürftiges Untergewicht.

Die Probleme begannen mit der Sesshaftigkeit und dem damit verbundenen Anbau vor rund 10.000 Jahren. … Das Buch gibt einen guten Überblick über die sich ändernden Ernährungsgewohnheiten und über die Zusammenhänge zwischen den als „normal“ angesehenen Zivilisationskrankheiten und der Standardernährung, deren Details ich mir (& dir) jetzt mal erspare.

Als weitere Aspekte, die für eine natürliche Ernährungsweise eine Rolle spielen, erwähnt Geoff Bond

  • die Bedeutung des Säuren-Basen-Gleichgewichts im Körper und der daraus folgenden Notwendigkeit, überwiegend basisch zu essen (nur Früchte, Salate, Gemüse werden basisch verstoffwechselt!)
  • Geeignete bzw. ungeeignete Kombinationen aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen von Früchten, Stärke, Proteinen und Fetten an die Verdauung:
    • Früchte werden im Dünndarm verdaut und sollen nur auf leeren Magen gegessen werden, und nur Mono.
    • Proteine und Stärke sollten nicht kombiniert werden. Die Stärkeverdauung beginnt im Mund, wird im Magen gestopt und im Dünndarm fortgesetzt. Proteine (insbesondere tierische Proteine) hingegen brauchen eine verlängerte Bearbeitung durch Säuren und Enzyme im Magen und anschließend weitere Verdauung im Dünndarm. Beide kurbeln die Insulinausschüttung an.
    • Für Salate, Gemüse und Fette gibt es keine Regeln, hier kann beliebig kombiniert werden.
  • Nach den Mahlzeiten sollten daher folgende Mindestpausen eingehalten werden, bevor etwas anderes gegessen wird:
    • Nach Früchten 15 Minuten
    • Nach Stärke 1 Std.
    • Nach pflanzlichem Protein 2 Std, nach tierischem Protein 3 Std.
  • Ebenfalls im Interesse einer guten Verdauung sollten die Mahlzeiten eher klein sein.

Unsere Ahnen konnten damals im Dschungel überleben; wir müssen uns nun im Dschungel der Supermärkte etc. zurechtfinden. NICHTS, was dort angeboten wird, hätten unsere prähistorischen Vorfahren als essbar erkannt!!! Selbst die heute angebotenen Früchte sind etwas komplett Anderes als die, die es damals gab. Es gilt also, klug zu wählen!

„Natürliche Ernährung“, das heisst heutzutage folglich auch, die Kunst, unter modernen Bedingungen unseren natürlichen Ernährungsmustern nahezukommen. Dieses natürliche Ernährungsmuster sieht, Geoff Bond zufolge, zusammengefasst so aus:

  • Das Nahrungsangebot zeichnet sich durch großes Volumen, viele Ballaststoffe, geringe Kaloriendichte, hohe Mikronährstoffdichte, niedrigen glykämischen Index, wenig Fett und wenig Salz aus.
  • Unsere Programmierung sieht vor, dass wir
    • wenig aber oft essen,
    • morgens erst mit dem Essen beginnen, wenn unser Körper dafür bereit ist
    • abends wenig oder gar nichts essen
    • einfache Mahlzeiten essen, mono oder wenige verschiedene Sachen
    • gut kombinieren: Früchte. oder: Salat und Gemüse. oder: Gemüse mit wenig guter Stärke. oder: Gemüse mit wenig gutem Protein.

Auf unseren Speiseplan gehören täglich

  • 2-3 Pfund Salate und grüne oder gelbe Gemüse (mindestens 40% unseres Tagesverzehrs)
  • 1-2 Pfund Früchte mit niedrigem glykämischen Index (mindestens 25% des Tagesverzehrs)
  • viele Wurzeln und Knollen mit niedrigem glykämischen Index
  • in Maßen Nüsse
  • wenig oder keine Hülsenfrüchte
  • optional in Maßen Wildtiere

Ich zitiere hier aus dem Buch; für mich ist letzteres absolut keine Option! Bezüglich tierischer Nahrung geht Bond nicht weiter auf die ethische Frage ein; er beschreibt tierische Nahrung heutzutage als optional, aber eben (in der beschriebenen Form!) für einen Teil dessen, was unsere Urahnen gegessen haben. Unter den Primaten gibt es da Unterschiede, Schimpansen scheinen gelegentlich Kleintiere zu jagen und zu essen, während Gorillas komplett vegan leben und höchstens mal Käfer, Würmer etc. zwischen den Blättern mitessen.

Definitiv nicht zu unserer Nahrungspalette gehören, dem Buch zufolge, Getreide, pflanzliche Öle, Milchprodukte, Fleisch von Farmtieren (Kühe, Ziegen, Schweine, Schafe), und Zucker.

Absolut wiederfinden kann ich mich in seiner Aussage, wir seien aufgrund unserer genetischen Programmierung Früchteesser; instinktiv suchen wir immer nach dem süßen Geschmack, der uns ursprünglich gute, bekömmliche, sättigende und nährstoffreiche Nahrung anzeigte. Allerdings sind unsere modernen Früchte auf gesteigerte Süße = mehr Zucker gezüchtet und reichen daher für eine unseren Mineralstoffbedarf deckende Ernährung ohne die oben genannten, großen Mengen an Grün und Gemüse nicht aus.

Die Lebensweise unserer prähistorischen Verwandten gibt übrigens auch Aufschluss über unser natürliches, artgerechtes Bewegungsverhalten: damals waren die Menschen Sammler und gelegentlich vielleicht auch mal Jäger, sie zogen in Gruppen umher und brauchten für Ihre Versorgung ein Gebiet von ca. 200 Quadratmeilen. Frauen und Kinder zogen damals ca. vier bis fünf Stunden pro Tag auf Nahrungssuche umher und legten dabei überwiegend gehend schätzungsweise fünf Meilen, also ca. 7,5km zurück. Männer gingen und liefen noch mehr, nämlich ca. neun bis zwölf Meilen pro Tag. Zum Erhalt deiner Gesundheit, also ohne besonders herausragende Leistungen im Sport anzustreben, solltest du versuchen, das bei deinem Bewegungsprogramm abzubilden. Also mindestens 2-5mal/Woche 20 bis 60 Minuten aerobes Training, bei einer Herzfrequenz von ca. 70/Minute. Du kannst z. B. Gehen, Radfahren, Schwimmen, schnell Tanzen, Golf oder Tennis spielen, Schneeschieben, Laubharken usw.

Nicht anschließen mag ich mich der Ansicht des Autors, Pestizide seien nicht weiter beachtenswert, da die über die pflanzliche Nahrung aufgenommene Menge unkritisch sei und ohnehin die Schädlichkeit von Pestiziden für den menschlichen Körper nicht nachgewiesen sei. Allerdings stimme ich ihm zu, das es besser ist, pestizid-behandeltes Obst und Gemüse zu essen als gar keines bzw. als sich ersatzweise auf künstliche/unnatürliche Nahrung zu beschränken. Auch finde ich seine Empfehlung, Obst und Gemüse wegen potentieller Bakterien darauf gründlich zu waschen; gleichzeitig aber routinemäßig B12 zu supplementieren, weil unser Essen heutzutage ja zu hygienisch sei, etwas widersinnig.

Bestandteil des Buches sind Anhänge mit beispielhaften Essensplänen für mehrere Tage. Die mir allerdings zeigen, wie sehr die Vorstellungen von „abends wenig oder nichts essen“ auseinander gehen können. In den Plänen sind im Zeitraum von 16 bis 22 Uhr regelmäßig 3 Mahlzeiten enthalten, die zudem noch sehr fettlastig sind. Aber nun ja, es ist alles relativ, ne 😉

Insgesamt finde ich das Buch sehr ergiebig und interessant und werde es in meine Bibliothek aufnehmen.

Danke für den Tipp, liebe Agatha! 🙂

*Der Link zum Buch ist ein Affiliate-Link; er dient in erster Linie deiner Information. Wenn du über diesen Link das Buch bei Amazon kaufst, bekomme ich eine kleine Provision dafür. Damit unterstützt du meine Arbeit – danke dafür!

Grundnahrungsmittel Süßkartoffeln

Heute stelle ich dir ein weiteres meiner Grundnahrungsmittel vor.

Es soll ein ganzes Volk geben, dass sich fast ausschließlich von ihnen ernährt: den Süßkartoffeln! Ganz so arg ist es hier nicht, doch ich mag diese nahrhaften, leicht süß schmeckenden Knollen wirklich schon seit Jahren sehr gern, und in letzter Zeit, da ich aufgrund meiner gestiegenen Ansprüche weniger Früchte esse, gibt es sie wieder öfter. Hier auf Teneriffa gehören sie zu den regionalen Anbauprodukten, in Deutschland werden meist aus Israel oder Südeuropa importierte Süßkartoffeln angeboten. Es gibt sie in verschiedenen Sorten, die sich u. a. durch die Farbe der Schale und des Fruchtfleisches unterscheiden.

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Auf dem Foto siehst du hinten eine weiße Süßkartoffel mit heller Schale, in der Mitte sind welche mit violetter Schale, die innen aber ebenfalls weiss sind, und die vorderen, wiederum mit heller Schale, haben ein orangefarbenes Fruchtfleisch. Gute, frische Süßkartoffeln sind knackig und leicht saftig; die Süße ist unterschiedlich stark ausgeprägt. Auch die Größen variieren stark; die Bataten auf dem Foto sind alle relativ klein, doch es gibt auch sehr große Knollen.

Süßkartoffeln sind reich an Kohlehydraten und enthalten relativ viel Zucker (10 g auf 100g Frucht), jedoch auch viele Ballaststoffe. So halten sie den Blutzuckerspiegel schön konstant und dich lange satt.

Ich esse Süßkartoffeln am liebsten einfach so, am Stück bzw. in Scheiben geschnitten – je nach Größe der Knollen. Oder ich rasple sie im Vitamix* und mische sie entweder mit Kräutern, Sprossen, Algen etc. oder mit Ingwer und/oder Chufa-Flocken oder Kokosnuss. Für mich passt beides – sowohl die herzhafte als auch die süße Variante – zum Geschmack der Batatas.

Hier siehst du einige einfache Zubereitungsvarianten:

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Hunger, Appetit … oder zu viel Energie?

Kennst du das? Du hast erst vor Kurzem ausreichend gegessen und hast trotzdem schon wieder Hunger? Eigentlich bist du satt, aber du siehst oder riechst etwas Verlockendes und möchtest davon essen? Es gibt Tage, an denen du ständig isst und dich die ganze Zeit hungrig fühlst?

Zunächst: Lerne zu unterscheiden zwischen echtem Hunger und falschem Hunger. Letzteren kannst du besser Appetit nennen. Das ist das Verlangen nach Essen, ohne echten Hunger. Wenn etwas gut aussieht oder riecht. Wenn du essen willst, weil du um diese Uhrzeit/in dieser Situation immer isst (Gewohnheit). Oder wenn du Entgiftungssymptome unterdrücken bzw. vermeiden willst.

Echter Hunger hingegen tritt auf, wenn dein Körper wirklich Nahrung braucht. Nur dann ist er auch in der Lage, die Nahrung optimal zu verdauen und zu verwerten.

Wie lassen sich echter und falscher Hunger nun unterscheiden? Spüre in dich hinein, schau, wie du dich fühlst. Die folgenden Empfindungen deuten auf falschen Hunger hin:

  • Kopfschmerzen
  • ein trockenes oder pelziges Gefühl im Mund
  • ein Gurgeln oder ein enges Gefühl im Magen
  • Schnupfen
  • das Verlangen nach einem ganz bestimmten Nahrungsmittel (manchmal genau nach dem, was dein Körper gerade zu entgiften versucht!)
  • du fühlst dich deprimiert oder neblig im Kopf
  • du fühlst dich sehr unruhig

Die Symptome von echtem Hunger hingegen sind z. B.

  • ein leerer Magen
  • ein wässriger Mund
  • du fühlst dich klar und positiv und ruhig
  • du bist zufrieden mit natürlicher, einfacher Nahrung wie einem einfachen Salat oder einer Frucht, statt nach etwas Speziellem (Schokolade, Pizza, Burger …) zu verlangen.

Ein guter Weg um herauszufinden, ob du echten Hunger hast, ist, zunächst abzuwarten. Eventuell auch zu schauen, ob du eigentlich etwas anderes als Essen brauchst – eine Pause, Bewegung, Gesellschaft, Trost … . Oder ob irgendwelche Emotionen in dir angeschaut & gefühlt werden wollen, statt sie mit einem Stück Schokolade oder ein paar Datteln zu betäuben.

Kümmere dich um deine eventuellen anderen Bedürfnisse. Falscher Hunger wird nach einer Weile wieder verschwinden – insbesondere dann, wenn du das ihm zugrundeliegende wirkliche Bedürfnis befriedigst. Echter Hunger hingegen bleibt und wird größer. Dennoch geht es dir dabei eher gut.

Falscher Hunger, insbesondere wenn er mit körperlichem Unwohlsein oder dem Verlangen nach bestimmten Nahrungsmitteln einhergeht, könnte darauf hindeuten, dass dein Körper (oder dein Gemüt) etwas zu entgiften haben. Dies ist meistens mit unangenehmen Empfindungen verbunden – mögen sie körperlicher oder emotionaler Natur sein. Da die meisten von uns so beschaffen sind, dass wir Unangenehmes zu vermeiden suchen und nach angenehmen Erfahrungen streben, verlangt dann etwas in uns nach Essen. Um uns zu trösten, um uns unmittelbar angenehme Gefühle zu verschaffen, oder um die Entgiftung und ihre Symptome zu stoppen.

Ein anderes Phänomen, welches häufig bei sich relativ natürlich und vitalstoffreich ernährenden Menschen auftritt – um so häufiger, je leichter die Ernährung ist – ist eine gesteigerte Unruhe kurz nach dem Essen. Bedingt durch (ungewohnten) Energieüberschuss und die Unfähigkeit, diese Energie in unserem häufig eher durch Routine und Bewegungsarmut geprägten Alltag sinnvoll zu kanalisieren. Statt sie zu nutzen für z. B. Tanzen, Sport, Sex, (körperliche) Arbeit oder künstlerische Projekte, empfinden wir sie als störend und versuchen, sie zu betäuben.

Vielleicht weisst du dank des Überflusses, in dem wir alle leben, gar nicht mehr, wie sich echter Hunger anfühlt? Ich schlage dir ein Experiment vor: lass einmal das Frühstück aus! Vermutlich wirst du zu deiner gewohnten Frühstückszeit oder kurz danach „hungrig“ werden und vielleicht einige der oben genannten Symptome erleben. Iss trotzdem nichts! Nach einiger Zeit wird der „Hunger“ verschwinden. Wirklich hungrig wirst du dann vielleicht um die Mittagszeit herum werden.

Der „Hunger“, den wir in unserem von Fülle und Überfluss geprägtem Leben meistens spüren, ist eher ein Zeichen von Gewohnheit. Dein Körper ist einfach daran gewöhnt, zu bestimmten Zeiten eine gewisse Menge an Essen zu bekommen. Häufig hat dein Körper noch nicht mal die vorige Mahlzeit verdaut, wenn es schon die nächste gibt.

Ich möchte dich hier nicht zum Hungern animieren, sondern dich nur motivieren, mehr und genauer auf deinen Körper und seine wirklichen Bedürfnisse zu achten. Ich gehe davon aus, dass die meisten der hier Mitlesenden genau wie ich im relativen Luxus leben und so gut wie immer mehr als genug zu essen zur Verfügung haben. Für einen solchen Überfluss ist unser Körper aber nicht konzipiert, und ihn ständig mit Nahrung zu überladen tut auf die Dauer nicht gut.

Höre auf deinen Körper (& deine Seele) und achte gut auf dich! Übertreibe es auch nicht mit diesen Anregungen – es geht nur um mehr Achtsamkeit für deinen Körper. Echter Hunger, insbesondere verbunden mit Schwächegefühl, sollte selbstverständlich befriedigt werden!

Lieblingsmilch – aus Chufas

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Ich habe in letzter Zeit – auf der Suche nach Süßem 🙂 – die Chufas für mich (wieder-)entdeckt.

Kennst du diese kleinen Knollen? Sie werden auch Erdmandeln genannt, oder Tigernüsse. Hier in Spanien heissen sie Chufas. Ihr Geschmack erinnert an Nüsse oder süße Mandeln, eigentlich sind es aber die Knollenfrüchte eines Zypergrases, des Erdmandelgrases. Sie stammen aus Afrika, wo sie bereits seit Hunderten von Jahren verwendet werden. Mit den Arabern kamen sie nach Spanien und werden nun auch dort kultiviert. Frisch habe ich sie leider noch nie probieren können; im Handel sind sie in getrockneter Form erhältlich. Bekömmlicher und leichter zu essen sind die Chufas, wenn du sie vor dem Verzehr über Nacht in Wasser einweichst. Chufas sind reich an Kohlehydraten, vor allem Stärke, und Ballaststoffen, sie schmecken mild süß und sättigen gut.

Zwar mochte ich die süßen Erdmandeln schon immer, aber eben nicht sooo gern wie die saftigeren Früchte. Und hab sie deshalb eher selten gegessen. Momentan allerdings ess ich sie öfter. Und ab und zu mixe mich mir eine Milch daraus.

Chufa-Milch mit Zimt

Chufa-Milch mit Zimt



Wie das geht? – Ganz einfach: Du weichst die Erdmandeln über Nacht in Wasser ein. Gieß das Einweichwasser ab und gib die Knollen zusammen mit etwa der 2-3-fachen Menge Wasser in den Mixer. Vermixe sie gründlich und gib die Mischung dann durch ein feines Sieb oder einen Nussmilchbeutel. Die flüssige Milch kannst du entweder gleich so trinken oder nach Belieben noch verfeinern, z. B. mit Zimt, Carob oder Kakao.

Den Trester kannst du ein zweites Mal zum Mixen einer Milch verwenden, die dann allerdings deutlich weniger geschmackvoll wird. Alternativ kannst du den Trester auch zu Plätzchen verarbeiten oder einfach so (evtl. ebenfalls gewürzt mit Zimt o. ä.) genießen.

Chufa-Milch mit Carob

Chufa-Milch mit Carob


Buchweizen

Heute stelle ich dir ein weiteres unserer aktuellen Grundnahrungsmittel vor: Buchweizen.

Unmengen von Herzen: Buchweizenkerne

Unmengen von Herzen: Buchweizenkerne



Während die Tochter ihn schon immer liebte, habe nun auch ich ihn für mich entdeckt. Ein paar Tage lang gekeimt schmecken mir die Sprossen total gut. Entdeckt habe ich das im Rahmen meiner Versuche, ohne süße Früchte auszukommen – Buchweizen ist da eine interessante Alternative, um auf fettarme Art und Weise satt zu werden. Auch bei einem knappen Haushaltsbudget helfen dir die relativ kostengünstigen Körner, auf gesunde Art satt zu werden.

Trotz seines Namens ist Buchweizen kein Getreide, sondern gehört zu den Knöterichgewächsen. Er kann in der Küche ähnlich wie gewöhnliches Getreide (Weizen, Dinkel etc) verwendet werden und gehört daher zu den sogenannten Pseudo-Getreiden, ist jedoch frei von Gluten und Lektinen und damit auch von deren unerwünschten Auswirkungen. Vielleicht kennst du Blini, die russischen Buchweizen-Pfannkuchen? Auch in der Rohkost-Küche bildet Buchweizen eine wichtige Grundlage, z. B. für rohe Brote.

Buchweizen enthält alle acht essentiellen Aminosäuren und trägt damit zu unserer Proteinversorgung bei. Vor allem aber ist Buchweizen reich an Kohlehydraten, arm an Fett und macht gut satt.

Brezeln &  Zöpfe aus Buchweizen-Gemüse-Teig

Brezeln & Zöpfe aus Buchweizen-Gemüse-Teig



Die kleinen weissen herzförmigen Körner lassen sich sehr leicht ankeimen und können auf vielfältige Art und Weise genossen werden. Wir essen z. B. den gekeimten Buchweizen einfach so, frisch oder wieder getrocknet. Manchmal kombinieren wir ihn auch mit Stevia und Kakaonibs (für mich) oder mit grünen Rosinen oder getrockneten Heidelbeeren (für die Tochter) zu einem Müsli. Buchweizen lässt sich sowohl süß als auch herzhaft in allerlei Zubereitungen verwenden: süße Cremes, pikante Dipps, Buchweizenklößchen- oder Brezeln, Brote und süße Riegel und vieles mehr. Süße Kugeln aus Datteln und Buchweizen sind weitaus bekömmlicher als solche, die fettreiche Nüsse oder Kerne enthalten. Eine meiner Lieblingsnaschereien momentan sind diese süßen Riegel, für die Buchweizensprossen die Grundlagen bilden:

Meine Lieblings-Schoko-Riegel momentan

Meine Lieblings-Schoko-Riegel momentan

Der Moment, den du auf keinen Fall verpassen solltest, …

… ist genau JETZT!!!

07-snack

Ich hab vorhin draußen gesessen, eine Handvoll Chufas und Löwenzahn genossen, Geschmacksexplosionen auf der Zunge und die Sonne auf der Haut – wow!

Im Familienalltag mag es nicht immer möglich sein, und auch gemeinsame Mahlzeiten mit Gesprächen sind sehr schön … doch versuche immer mal wieder, auch beim Essen den Moment zu genießen. Bewusst zu essen, bewusst zu schmecken! Zelebriere deine Mahlzeiten als magische Handlungen! Das wird dich nicht nur körperlich besser nähren, sondern dir bei allem, was du tust, zu bewussterem Handeln verhelfen.

Denn auch das ist eine spirituelle Übung, Yoga beim Essen gewissermaßen. Es gibt sogar einen Namen dafür: Hrani Yoga, Yoga der Ernährung. Dabei geht es darum, …

… Essen zu lernen. In Ruhe & Stille, mit Aufmerksamkeit & Dankbarkeit. So werden die Mahlzeiten zur besten Übung zur Erlangung von Selbstbeherrschung & Gleichgewicht. Essen ist ein Yoga, denn richtiges Essen erfordert Aufmerksamkeit, Konzentration & Selbstbeherrschung. […]

So wird Nahrung in Gesundheit, Kraft, Liebe & Licht umgewandelt.

Es gibt ein schönes Büchlein dazu, „Yoga der Ernährung, welches ich hier schon einmal vorgestellt habe.

Challenge: Eine Woche ohne süße Früchte

Warum? Um zu sehen, was es mit mir macht. Mit meinen Zähnen (okay, dafür wird eine Woche nicht ausreichen 😉 ), mit meinem körperlichen Wohlbefinden, mit meiner Fitness, mit meinem emotionalen Gleichgewicht.

Ich liebe Früchte, sie sind, neben Grünzeug, mein Hauptnahrungsmittel. Und solange ich bei frischen (nicht lange transportierten oder gelagerten), reifen (reif geernteten!), chemiefreien und möglichst ursprünglichen (statt Hybrid-) Früchten bleibe und immer ausreichend mineralstoff- und chlorophyllhaltiges Grün zu mir nehme, nähren sie mich hervorragend!

Allerdings nutze ich sie auch, um mich emotional zu füttern, um mich zu betäuben. Und manchmal schmecken sie einfach so lecker, dass ich die oben genannten Kriterien vergesse und eben doch auch weniger optimale Früchte zu mir nehme.

So geschehen in den letzten Wochen – denn ja, hier auf Teneriffa ist die Qualität vieler Früchte zwar unvergleichlich viel besser als in Mitteleuropa, wo es zu dieser Jahreszeit kaum frische und regionale Früchte gibt. Jedoch – auch hier ist Winter. Regional gibt es momentan, wie immer, Bananen (bei denen von ursprünglich jedoch größtenteils nicht die Rede sein kann) und erste Papayas (die jedoch für mein Empfinden noch viel zu unreif sind; ihre Saison beginnt so richtig eigentlich erst in ein paar Wochen.) Außerdem Orangen und Sternfrüchte (die jedoch leider meistens ebenfalls zu unreif geerntet werden). Darüberhinaus gibt es, selten und in kleinen Mengen und zu dementsprechend hohen Preisen, ab und zu in gut sortierten Fruterias auch mal Tamarinde, Canistel und andere Exoten. Das sind aber eher Ausnahmen – noch mehr, wenn die Früchte dann auch reif sind ;). Angeboten wird in den Fruterias weitaus mehr, jedoch ist das meiste eben auch importiert. Manches vom spanischen Festland, vieles aus Chile.

Also – diese Woche keine süßen Früchte. Das wird eine Herausforderung … 😉

Machst du mit? Dann erzähl doch gern in den Kommentaren von deinen Erfahrungen dabei!

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Essen voller Lebensenergie: alles regionale Zutaten, keine süßen Früchte, kein Fett – ein Eintopf aus Süßkartoffel, frischen Kräutern, verschiedenen Sprossen … ein super-leckeres Beispiel für lebendige, biogene/bioaktive und liebe-voll angerichtete Kost auf unserem Abendessenstisch!

Lebendige Nahrung

Unsere Nahrung, Lebensmittel, soll unseren lebendigen Körper nähren und ihn am Leben erhalten. Überleben kann er bekanntlich mit allem Möglichen – doch wirklich nähren kann ihn nur lebendige Nahrung.

Der Spruch „Du bist, was du isst.“ ist nicht neu, jedoch unverändert wahr. Wer ständig Künstliches, Altes oder Totes isst, wird nicht lange fit, gesund und voller Lebenskraft bleiben.

Ich bezeichne unsere Art der Ernährung lieber als lebendige oder natürliche Kost denn als Rohkost. Denn „roh“ ist schwer zu definieren. In der Regel bedeutet es, dass ein Lebensmittel nicht über 42°C erhitzt wurde. Dennoch sind manche Rohkost-Produkte weit verarbeitet. Sie mögen zwar der Definition nach noch immer roh sein, und beinhalten vermutlich immer noch mehr Vitalstoffe als vergleichbare erhitzte Produkte. Doch der Unterschied zu wirklich lebendiger Nahrung ist deutlich spürbar.

Eine frisch gepflückte Frucht, ein eben geerntetes grünes Blatt, schmeckt und wirkt fühlbar anders als Rohkost-Fastfood, Superfood-Pulver und auch anders als schon vor mehreren Tagen geerntete Früchte oder Blattgemüse.

Im Friedensevangelium der Essener wurde bereits vor 1000 Jahren als grundlegende Richtlinien bezüglich Essen folgendes festgehalten:

  • Ernährung mit rohen, lebendigen, ganzen, naturbelassenen Nahrungsmitteln
  • Nur eine minimale Zeit zwischen Ernten und Essen verstreichen lassen

Sie lagerten Nahrungsmittel nicht, froren sie nicht ein, trockneten, konservierten, bestrahlten und verarbeiteten nicht. Die Lebenskraft lebendiger Nahrung geht eine gewisse Zeit nach der Ernte verloren – das wussten sie schon damals.

Nun sind die wenigsten von uns in der glücklichen Lage, all ihr Essen frisch zu ernten. Wir leben in einem Apartment, sind viel unterwegs, haben keinen eigenen Garten und leben momentan auch in einer Gegend der Welt, in der es wenig wildwachsende Nahrung gibt. Daher sind wir – wie du wahrscheinlich auch – darauf angewiesen, den größten Teil unserer Nahrung zu kaufen. Wie lässt sich dabei am besten eine möglichst lebendige Ernährungsweise realisieren?

Ich habe vor ein paar Jahren schon einmal hier darüber geschrieben, doch ich wiederhole es noch einmal: Dr. Székely hat ein recht hilfreiches System zur Klassifizierung von Nahrungsmitteln auf Basis der energetischen Qualitäten entwickelt. Er teilte Nahrungsmittel in vier Kategorien ein: biogen, bioaktiv, biostatisch und biosauer.

  • Biogene Nahrungsmittel sind hochgradig lebens- und energiespendend & besitzen die Fähigkeit, den menschlichen Organismus zu regenerieren & revitalisieren. In diese Kategorie gehören sämtliche Sprossen. Biogene Nahrungsmittel sind in der Lage, einen völlig neuen Organismus hervorzubringen. Diese Lebenskraft wird auf den Menschen übertragen & hilft bei Heilungs- und Regenerationsprozessen.
  • Bioaktive Nahrungsmittel können die Lebenskraft gesunder Menschen erhalten & leicht steigern. Dazu gehören frische, unverarbeitete, rohe Früchte und Gemüse.
  • Die als biostatisch bezeichneten Nahrungsmittel der dritten Kategorie vermindern die Qualität der Körperfunktionen. Sie sind lebensverlangsamend und treiben den Prozess des Alterns langsam voran. In diese Kategorie gehören gekochte Nahrungsmittel und solche, die zwar roh aber nicht mehr frisch sind.
  • Biosaure Nahrungsmittel sind lebenszerstörend, d. h., sie bauen die Lebensfunktionen rasch ab. Hier hinein gehören stark verarbeitete Nahrungsmittel voller Zusätze und Konservierungsmittel.

Für die Behandlung von Krankheiten empfiehlt Szèkely, genau wie Ann Wigmore, Viktoras Kulvinskas und andere, eine 100%ige Rohkost-Ernährung. Ein guter Gesundheitsszustand lässt sich seiner Empfehlung nach erhalten mit 25% biogener, 50% bioaktiver & 10-25% biostatischer Nahrung, wobei letztere nur leicht gekochte Knollengewächse und harte Gemüse enthalten sollte. Kulvinskas empfiehlt als Voraussetzung für optimale Gesundheit 50% biogene & 50% bioaktive Nahrungsmittel.

Für einen möglichst hohen Anteil an bioaktiver Nahrung empfehle ich den Einkauf direkt beim Erzeuger, auf Bauernmärkten oder in Hofläden. Bevorzuge immer regionale, saisonale Produkte und achte darauf, nicht nur so frisch wie möglich einzukaufen, sondern das Gekaufte auch möglichst frisch zu verbrauchen und nicht selbst tage- oder wochenlang zu lagern.

Nutze so oft wie möglich Gelegenheiten zum Selber-Ernten. Sammle Wildkräuter und Wildfrüchte, möglichst täglich oder wenigstens alle paar Tage. Essbares findet sich in Mitteleuropa zu jeder Jahreszeit, selbst im Winter bei Schnee und Eis!

Das Beste jedoch, was du für deine Gesundheit tun kannst, ist biogene Nahrung. Sprossen. Kleine Kraftpakete, die genug Energie haben, aus sich selbst heraus neue Pflanzen wachsen zu lassen. Diese Energie kann auch deinen Körper optimal (re)vitalisieren. Und das Tolle daran: du kannst sie ganz einfach selber ziehen! In deiner Wohnung. Du brauchst keinen Garten dafür und auch nicht viel Platz. Keimgeräte und -gefäße gibt es zahlreiche unterschiedliche; probier aus, womit du am Besten zurecht kommst.

Sobald wir uns für länger als ein paar Tage an einem Ort aufhalten, findest du garantiert irgendwo eingeweichte Linsen oder Kerne bei uns. Und wenn wir, so wie jetzt, einen einigermaßen festen Standort haben, wächst in unserer Küche alles Mögliche an Samen, Kernen, Hülsenfrüchten.

Momentan sieht das in unserer Küche gerade so aus:

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Historisch gewachsen sozusagen verwende ich eine Vielzahl unterschiedlicher Keimgefäße. Da ist zum Einen der EasySprout (im Bild hinten links), momentan mit dem Keimen von Buchweizen beschäftigt. Dieses Gefäß ist zwar aus Kunststoff, funktioniert aber extrem gut; bisher sind alle Keimlinge darin gelungen und es geht vor allem ziemlich schnell. Kleiner Nachteil: er verfärbt recht schnell und ich habe noch keinen Weg gefunden, ihn wieder komplett weiss zu bekommen.

Buchweizen im bioSnacky Keimglas

Buchweizen im bioSnacky Keimglas

Noch mehr Buchweizen (das ist gerade eines unserer Grundnahrungsmittel: fettarm, zuckerfrei, sättigend und lecker!) keimt im bioSnack® Keimglas vor sich hin. Solche Gläser hatte ich schon vor Jahren, in Deutschland bekommst du sie für wenige Euros, und sie funktionieren wunderbar für alle nicht zu kleinen Keimsaaten.

Keimglas von Eschenfelder mit Adzukibohnen

Keimglas von Eschenfelder mit Adzukibohnen

Das Glas mit den Adzukibohnen ist von Eschenfelder.
Der Vorteil gegenüber dem bioSnacky: der Deckel ist aus Metall, also kein Kunststoff. Leider braucht es irgendeine Art von Gestell, um das Glas mit dem keimenden Inhalt richtig hinstellen zu können. Ich verwende dafür, wie du siehst, einfach einen Teller mit einem Essstäbchen. Es gibt aber auch ein richtiges Abtropfgestell für diese Gläser.

Kressesieb von Eschenfelder, mit Alfalfa-Sprossen

Kressesieb von Eschenfelder, mit Alfalfa-Sprossen

Ebenfalls von Eschenfelder ist das Kressesieb, das sich zur Aufzucht von Kresse und anderen kleinen Samen eignet. Momentan wächst darauf gerade Alfalfa.

bioSnacky Keimgerät mit 3 Etagen

bioSnacky Keimgerät mit 3 Etagen

Das bioSnacky® Keimgerät habe ich erst vor wenigen Tagen gekauft und probiere gerade damit herum. Ich hoffe, es funktioniert gut, denn unser Bedarf an Sprossen ist momentan doch sehr hoch und wir kommen mit den vorhandenen Gefäßen nicht wirklich aus. Es sei denn, wir ziehen jedesmal Sprossen auf Vorrat für einige Tage, aber das erscheint mir wenig sinnvoll – hochgradig lebendige Nahrung zu ziehen, um sie dann tagelang zu lagern. Außerdem schätzen wir die Abwechslung. 🙂