Bitter und gesund

Bei den meisten Menschen spontan nicht soooo beliebt ist der bittere Geschmack. Wie zum Beispiel der vom Löwenzahn. Etwas weniger stark ausgeprägt ist der auch vorhanden in manchen grünen Blattsalaten (Endivien, Batavia). Auch wenn du dich nicht sofort dafür begeistern kannst: versuche es immer wieder mal und schau, ob du dich nicht mit kleinen Mengen der bitteren grünen Blätter anfreunden kannst. Denn unser Körper braucht Bitterstoffe, sie sind gesund und sollten, zumindestens in kleinen Mengen, einen regelmäßigen Bestandteil deiner Nahrung ausmachen.

Wofür Bitterstoffe wichtig sind

Bitterstoffe fördern den gesamten Verdauungsprozess. Eine gute Verdauung ist die Grundlage für Gesundheit, denn nur mit einer gut funktionierenden Verdauung kann der Körper sich kontinuierlich von Gift- und Schadstoffen reinigen und ist in der Lage, Nährstoffe optimal aufnehmen und verwerten zu können. Andersherum ist eine nicht optimal funktionierende Verdauung der Nährboden für unzählige Krankheiten.

Bitterstoffe stimulieren den Magen, die Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse; sie regen die Produktion von Magensäften, Gallenflüssigkeit und Insulin an und fördern die Entgiftungsfunktion der Leber. Übrigens können Bitterstoffe auch den Heißhunger auf Süßes stoppen: statt immer mehr Süßigkeiten einfach ein paar Blätter Löwenzahn oder Endivie essen, schon verfliegt der Jieper auf das Süße!

Dank der modernen Lebensmittelindustrie wird unser aller Geschmack schon von früh an an süß, salzig und scharf gewöhnt, wohingegen bittere Geschmäcker praktisch nicht mehr vorkommen. Selbst aus den ursprünglich bitter schmeckenden Pflanzen wie Radicchio, Chicoree etc. wurden die Bitterstoffe im Laufe der Jahre immer mehr weggezüchtet.

Angeblich soll der ausgeprägte Widerwillen gegen Bitterstoffe tatsächlich einen großen Bedarf an eben diesen Stoffen signalisieren!!! Obwohl ich sonst absolut überzeugt davon bin, dass unser Geschmackssinn uns zeigt, was wir essen sollten und was nicht, glaube ich doch gleichzeitig, dass es sinnvoll und notwendig ist, sich Schritt für Schritt wieder mit diesem in der modernen Ernährung fehlenden Geschmack anzufreunden. Ich meine damit nicht, dass du dich gegen deinen Willen, gegen deinen Appetit, mit bitteren Blättern vollstopfen sollst. Sondern nur, dass du immer wieder kleine Mengen davon ausprobieren solltest. Beginne mit einem Blatt, esse es zusammen mit einer süßen Frucht. Wiederhole das alle paar Tage, oder täglich, und steigere langsam die Mengen.

Ich mag Löwenzahn mittlerweile sehr gern – manchmal hab ich mehr Appetit darauf, manchmal weniger, je nachdem, was mein Körper gerade so braucht. Zur Zeit mag ich ihn sehr und mache mir gern öfter mal einen Smoothie aus zwei (kleinen) Bananen und ein bis zwei Handvoll großer Löwenzahnblätter! Ein Scheibchen Ingwer mitgemixt schmeckt übrigens noch leckerer!

Smoothie aus 2 Handvoll Löwenzahn, 2 kleinen Bananen und etwas Wasser.

Smoothie aus 2 Handvoll Löwenzahn, 2 kleinen Bananen und etwas Wasser.



Auch Smoothies sind grundsätzlich ein guter Weg, mehr Wildgrün bzw. auch bitteres Grün in deine Ernährung aufzunehmen. Allerdings: bitte nicht große Mengen von bitteren Blättern, die du eigentlich noch gar nicht magst, im Smoothie „verstecken“. Fange auch hier mit kleinen Mengen an, und ändere das Mischungsverhältnis nach und nach, sobald dein Geschmackssinn sich damit angefreundet hat. Du kannst z. B. zunächst ein bis drei Blätter Löwenzahn mit zwei bis drei Bananen vermixen, und nach und nach immer ein bis zwei Blätter mehr dazu geben, sobald du merkst, dass dir der Geschmack mehr zusagt.

Smoothielicious: Mein Smoothie dieses Sommers

In meinem früheren Leben 😉 … also vor vielen Jahren, laaaaange vor der Rohkost … galt eine meiner Leidenschaften den Cocktails. Ich bin nicht nur gerne zum Trinken der köstlichen, bunten, möglichst tropisch-fruchtigen Mixgetränke ausgegangen, sondern habe auch in einer Cocktail-Bar gearbeitet und sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Rahmen zahlreiche Cocktail-Parties veranstaltet bzw. organisiert, bei denen ich auch hinter dem Tresen stand. Wo den Besuchern meiner Wohnung heute die auffällig vielen Früchte auf den Regalen ins Auge fallen, war es damals ein umfangreiches Sortiment bunter Liköre etc.

Wie gesagt, das ist lange her. Alkohol trinke ich schon seit vielen Jahren nicht mehr, und vermisse ihn auch nicht. Smoothies gehören auch nicht gerade zu meiner täglichen Nahrung, aber ab und zu finde ich mal eine Kombination, die mich total begeistert. Diesmal ist es ein herrlich frischer Sommerdrink – erfrischend und leicht & damit genau das Richtige für heiße Sommertage oder -abende. Und natürlich zum Feiern … dieser Drink macht gute Laune und gibt dir jede Menge Energie!

My Raw Mojito ... roh, vegan, alkoholfrei, 80/10/10

My Raw Mojito … roh, vegan, alkoholfrei, 80/10/10



Genau wie sein Vorbild, der Mojito, gehört dieser Smoothie nicht gerade zu den buntesten und schillerndsten aller Getränke. Doch er ist einfach soooo lecker, dass ich beschlossen habe, mit ihm am Smoothielicious-Contest teilzunehmen, zu dem ich freundlicherweise eingeladen wurde. Dort findest du außer meinem noch eine Vielzahl wundervoll aussehender Smoothies – mit Rezepten! (Vorsicht, nicht alle sind vegan!)

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Natürlich will ich dir das Rezept für meine Entdeckung nicht vorenthalten (Mengen für ein Glas):

  • Entsteine 6 Deglet Datteln und weiche sie über Nacht in einer Tasse Wasser ein.
  • Gib die Datteln und das Einweichwasser in den Vitamix.
  • Entsafte 5 Limetten und gib den Saft zu den Datteln.
  • Nun noch eine Handvoll frischer Minzblätter dazu und dann alles auf höchster Stufe des Mixers zu einem cremigen Smoothie vermixen.

Was sagst du zu meinem roh-veganen Mojito?

Was, wieviel, wie oft pro Tag essen?

Häufig höre ich die Frage, was ich denn so über den Tag esse. Wieviel. Und wie oft.

Die Antwort? Ist jeden Tag anders 🙂

Allgemein esse ich überwiegend Früchte und Grünzeug. Die meiste Zeit in den letzten Jahren überwogen süße Früchte. Momentan mag ich es lieber etwas weniger süß. Mein Lieblingsgrün sind Wildkräuter, mein Ideal ein sehr hoher Wildkräuter-Anteil. Dieses Ideal habe ich in Deutschland auch jahrelang gelebt; hier auf Teneriffa ist es leider schwierig, so dass ich meistens auf Kulturgrün ausweiche. Fettarm – ich finde mich überwiegend im 80/10/10-Konzept wieder, ohne das als Vorgabe oder gar Dogma zu benutzen. Obwohl ich selten mit einer Banane pro Mahlzeit auskomme, liegen meine Mengen jedoch deutlich unter den häufig propagierten „30 Bananen am Tag“.

Wie oft esse ich pro Tag? Auch das variiert – ich habe keine festen Essenszeiten, sondern esse dann, wenn ich hungrig bin. Lieber öfter und kleinere Mengen als Riesenportionen. Abends achte ich meistens darauf, nicht später als 8, im Winter als 7, zu essen, weil ich weiss, dass ich dann besser schlafe. Außerdem mag ich abends gern mit der Tochter zusammen essen – ein gemeinsamer Abschluss bevor sie danach schlafen geht. Über den Tag haben wir ansonsten selten gemeinsame Mahlzeiten, eben weil wir zu unterschiedlichen Zeiten hungrig werden.

Meine Essensmengen beschreibe ich eigentlich nicht so gern – denn wieviel du zum Essen brauchst, ist individuell total unterschiedlich! Mein Bedarf ist im Laufe der Rohkost-Jahre stark gesunken – mit meinen Mengen wirst du als Rohkost-AnfängerIn kaum auskommen. Auch deine körperliche Aktivität, die Außentemperaturen, deine Lebenssituation usw. spielen eine Rolle. Besser, als sich an meinem Speiseplan oder dem anderer zu orientieren, ist es, wenn du lernst, auf deinen eigenen Körper zu achten. Horche in dich hinein, spüre, wenn du Hunger hast und was du gerade brauchst. Iss, wenn du hungrig bist und höre auf, wenn du satt bist – letzteres, ich weiss es selbst, ist nicht so einfach, wie es klingt. Essen ist eben auch mit Vergnügen, Genuss, verbunden, und wenn es gut schmeckt, essen sicher die meisten von uns öfter mal über ihren Bedarf hinaus.

Ich beschreibe dir mal zwei exemplarische Tage aus der letzten Woche hier bei mir … zur Veranschaulichung, wie die alltägliche Rohkost im Sommer so aussehen kann:

Am Montag habe ich um ca. 13 Uhr das erste Mal etwas gegessen. 1 Banane war es – ich war unterwegs und hatte nicht mehr dabei, sonst hätte mein Hunger auch für zwei oder drei davon gereicht :). Zwei Stunden später (noch immer unterwegs) hab ich mit der ebenfalls hungrigen Tochter eine Gurke geteilt, am späten Nachmittag gab es dann eine halbe kleine Papaya und eine Handvoll Löwenzahn. Zum Abendessen um ca. halb acht habe ich eine große Portion Spinat, eine Salatgurke, drei Tomaten, zwei Stangen Sellerie und etwa eine halbe Tasse selbstgemachten Cashew-Tomaten-Käse gegessen. Der Tag war etwas sehr knapp an süßen Früchten und ich hatte später noch Appetit, deshalb gab es etwa zwei Stunden nach dem Abendessen noch fünf Deglet Datteln.

Am Dienstag habe ich etwa um halb elf mit dem Essen angefangen. Zuerst gab es Wassermelone, ca. 500g. Um halb eins dann ein kleines Glas Melonenmilch (aus einer Cantaloupe-Melone gemixt und mit der Tochter geteilt; ich schätze ich hatte knapp ein Drittel der Melone). Um zwei eine kleine Papaya und fünf Deglet Datteln. Um halb vier einen Smoothie aus 2 Bananen, etwas Ingwer und viiiiiel Löwenzahn :). Und am Abend dann wiederum reichlich Spinat, etwas Rucola, eine halbe Tasse Linsensprossen und eine Kochbanane.

Süßes Frühstück: Zimtschnecken!

Mhmm, sooo lecker! Vor vielen Jahren habe ich Zimtschnecken, Franzbrötchen, geliebt! Doch dies hier ist unvergleichlich viiiiel besser!!!

Rohköstliche Zimtschnecken, 99% Frucht, kein Fett:

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Die Idee für die Zimtschnecken habe ich in Lena’s Kraftort Rohkostküche gefunden und habe ihr Rezept leicht abgewandelt. So geht meine Variante:

  • Weiche am Abend eine Handvoll ungeölte, in Rohkostqualität getrocknete Rosinen und drei Datteln Deglet (entsteint) in Wasser ein.
  • Schäle drei mittelgroße, nicht zu reife Bananen. Sie sollten selbstverständlich reif sein, jedoch noch fest. Mit zu weichem Fruchtfleisch funktioniert das Rezept leider nicht. Schneide die Bananen der Länge nach in jeweils drei Scheiben (mehr, falls du sehr dicke Bananen verwendest). Trockne die Bananenscheiben im Trockner über Nacht, ca. 10 bis 12 Stunden lang, bei 35° C. Sie sollten trocken sein und nicht mehr am Trocknersieb festkleben, jedoch noch weich und biegsam, nicht zu zäh.
  • Püriere die eingeweichten Rosinen und Datteln zusammen mit einem TL Zimtpulver zu einer dicken Paste und gib diese in ein flaches Schälchen. Wende eine Scheibe der getrockneten Banane in der Paste. Bestreiche eine zweite Scheibe ebenfalls mit der Paste. Beginne, die erste Banane zu einer Schnecke aufzurollen. Etwa nach der Hälfte der Banane fügst du die zweite Scheiben mit ein und wickelst weiter. Dann bestreichst du noch die dritte Scheibe mit Paste und wickelst sie ebenfalls mit den anderen beiden zusammen. Bestreiche die Schnecke noch von außen mit der Paste und lass die Schnecken dann weitere zwei bis drei Stunden lang bei 35° C trocknen und serviere sie so frisch wie möglich!

Süßen in der Rohkost-Küche

Unser Geschmackssinn ist von Geburt an auf „süß“ geeicht: Muttermilch schmeckt süß, und auch beim Übergang zu fester Nahrung bevorzugen junge Menschen überwiegend den süßen Geschmack. Wenn wir davon ausgehen, dass Kohlehydrate, also (komplexe) Zucker, unser wichtigster „Treibstoff“ sind, macht das ja auch Sinn. Die Rede ist hierbei von natürlicher Süße, wie sie in Früchten, aber auch in Wurzelgemüsen enthalten ist. Selbstverständlich brauchen wir auch die anderen Geschmacksrichtungen – sauer, salzig, bitter. Mal mehr, mal weniger. Bei einer achtsamen, natürlichen Lebens- und Ernährungsweise verrät dir dein Geschmackssinn, was dein Körper gerade braucht.

Süß, im richtigen Maße, wirkt nährend, energetisierend, beruhigend, harmonisierend. Glücklicherweise sorgt die Natur gut für uns: die meisten Früchte, die einen großen Teil unserer Nahrung ausmachen, sind von Natur aus süß. Doch was tun, wenn du für eine rohe Zubereitung zusätzliche Süße brauchst?

Dass Industriezucker und andere isolierte Zucker keine Option sind, dürfte klar sein – ich gehe davon aus, dass du dir seiner schädlichen Auswirkungen auf deine Gesundheit bewusst bist. Doch es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Süßungsmittel-Alternativen, die du in deiner Rohkost-Küche verwenden kannst. Heute möchte ich dir einige davon vorstellen … und dir auch erzählen, welche davon ich verwende und welche nicht:

Datteln

Deglet Datteln

Deglet Datteln



Mein bevorzugtes Süßungsmittel. Naja, kein Wunder – ich liebe Datteln und esse sie auch sehr gerne einfach so. Am liebsten mag ich Deglet, die es auch im normalen Handel gibt, oder frische Mozafati Datteln. Letztere werden in Deutschland häufig in türkischen Supermärkten angeboten. Hier in Teneriffa bekomme ich sie leider nicht. (Wenn du mir also bei einem Besuch welche mitbringen möchtest, freue ich mich! 🙂 ) Medjool, die ebenfalls vielerorts zu kaufen sind, sind mir meistens zu süß. Natürlich gibt es noch zahlreiche andere Dattelsorten in dieser Welt, die jedoch, wenn du nicht gerade dort lebst, wo sie wachsen, fast nur über spezielle Versender bezogen werden können. Für die Verarbeitung in Zubereitungen verwende ich für gewöhnlich Deglet, die ich entweder mit Nüssen oder Samen zu Teig verarbeite oder in Form von Dattelmus, also in Wasser eingeweicht und dann püriert, zu Smoothies, Cremes etc. hinzufüge.

Bananen

Eine von vielen Sorten Bananen

Eine von vielen Sorten Bananen



Bananen und andere sehr süße frische Früchte, wie z. B. Feigen, eignen sich zum Süßen von Smoothies, Desserts, Tortenfüllungen und ähnlichem.

Maulbeeren

Getrocknete helle Maulbeeren

Getrocknete helle Maulbeeren



Getrocknete Maulbeeren, insbesondere die nicht so richtig trockenen, eignen sich hervorragend als Süßigkeit für Kinder – nicht umsonst gelten sie als die „Gummibärchen“ für Rohkost-Kinder. Nicht sooo lecker zum Knabbern finde ich die sehr harten und trockenen. Dafür lassen diese sich wunderbar zum Süßen verwenden: Zermahle sie einfach im Blender zu einem Pulver und verwende dieses als Zuckerersatz in Puddings und Desserts. Mahle immer nur die Menge, die du gerade brauchst und verarbeite sie gleich, denn der Maulbeer-Zucker bleibt nicht lange so körnig und locker, er verklebt sehr schnell wieder. Diesen Effekt kannst du auch nutzen: gemischt mit Äpfeln bekommst du so nämlich einen herrlich süß-fruchtigen Wackelpudding!

Rosinen, Feigen, Aprikosen (Trockenfrüchte)

Rosinen, helle und dunkle

Rosinen, helle und dunkle


Diese Trockenfrüchte sind sehr süß und sie lassen sich zum Süßen genauso wie Datteln verwenden: weiche die Früchte ein und stelle Muse daraus her. Die halten sich ein paar Tage und können zum Süße aller Arten von Cremes und Smoothies verwendet werden. Wie Datteln kannst du die Trockenfrüchte auch ohne vorheriges Einweichen mit Kernen und Nüssen zu allerlei Süßigkeiten verarbeiten.

Xylitol

Xylit, auch Birken- oder Buchenzucker genannt

Xylit, auch Birken- oder Buchenzucker genannt



Xylitol in guter Qualität wird aus Birken- oder Buchenrinde gewonnen. Aussehen, Geschmack und Konsistenz entsprechen dem bekannten weissen Industriezucker. Xylitol ist zwar nicht roh, bietet aber gegenüber dem normalen Zucker entscheidende gesundheitliche Vorteile: den Zähnen schadet es weniger, da es von den Karies-Bakterien nicht verstoffwechselt werden kann. Angeblich soll es sogar gegen Karies helfen, da es antibakteriell wirkt – falls jemand derartige Erfahrungen damit gemacht hat, freue ich mich, davon zu hören! Außerdem wird Xylitol insulinunabhängig verstoffwechselt und belastet somit die Bauchspeicheldrüse nicht. Die Tochter liebt dieses weisse Zeugs und sie verwendet es gelegentlich zum Süßen von Erdbeeren, die hierzulande meistens sehr sauer sind.

Lucuma

Lucuma Pulver

Lucuma Pulver



Lucumas sind köstliche, süße und sehr nahrhafte Früchte, die vor allem in hochgelegenen Gebieten in Südamerika wachsen. In Deutschland bekommst du sie in Pulverform. Lucuma Pulver eignet sich zum Süßen und Andicken von Desserts. Es schmeckt süß und leicht vanillig und verleiht den Speisen einen Hauch von Cremigkeit. In meiner Küche befindet sich ein Glas davon, weil ich als Auftragsarbeit für einen meiner Lieblings-Rohkostversender Rezepte dafür entwickelt habe. Weil es sich gut für die Herstellung von roher Schokolade eignet und bei meinen Lieben recht beliebt, verwende ich es gelegentlich dafür. Ansonsten ist es für meinen Geschmack ein viel zu weit verarbeitetes Produkt und weit von natürlicher Ernährung entfernt.

Weitere mögliche Süßungsmittel

Honig

Honig haben wir nur sehr selten im Haus. Auf Wunsch der Tochter kaufe ich vielleicht einmal im Jahr ein kleines Glas davon, aus regionaler Produktion eines Bio-Imkers. Im Winter haben wir manchmal warmes Wasser mit Zitronensaft oder Ingwer und etwas Honig darin getrunken. Das wärmt, und tut übrigens auch gut bei Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten.
Warum ich Honig nur so selten verwende? Zum Einen ist er nicht vegan und ich fürchte, dass bei dem Großteil des angebotenen Honigs dieser auf Kosten der Bienen produziert wird: sie sammeln den Honig für ihre eigene Versorgung, nicht für uns Menschen, und bekommen dann stattdessen Zuckerwasser. Sicher gibt es auch Imker, die verantwortungsvoller mit „ihren“ Bienen umgehen, dennoch handelt es sich in meinen Augen um Ausbeutung. Allerdings habe ich auf einer Reise vor zwei Jahren eine imkernde Familie kennengelernt und von ihnen gelernt, dass in unserer heutigen, von uns Menschen schon so weitgehend zerstörten, Welt, die Bienen freilebend kaum noch Lebensraum finden würden und die Imker ihnen dabei helfen. Ausführlicher habe ich darüber hier schon einmal geschrieben. Wie immer man das betrachten mag: unter natürlichen Bedingungen hätten wir sicher eher selten die Gelegenheit, einmal etwas Honig zu ergattern, daher scheint es mir angemessen, wenn überhaupt, dann nur entsprechend kleine Mengen davon zu verzehren.

Agavendicksaft
Agavendicksaft erschien mir vor einigen Jahren, als er in Deutschland in Rohkostqualität auf den Markt kam, wie ein kleines Wunder zur Herstellung roher Süßigkeiten. Leider deuten unsere eigenen Erfahrungen darauf hin, dass er gar nicht gut tut … es scheint, als seien die Zähne der Tochter davon angegriffen worden. Deshalb verwenden wir ihn jetzt schon seit Jahren nicht mehr. Mittlerweile habe ich auch diverse kritische Berichte über „rohen“ Agavendicksaft gelesen … angefangen von Zweifeln über dessen Rohkostqualität (hochgradig verarbeitet und alles andere als „natürlich“ finde ich ihn sowieso) bis hin zu Befunden (*1), nach denen er direkt gesundheitsschädlich ist. Ob roh oder nicht: Agavendicksaft ist ein isolierter Zucker, der ohne die dazugehörigen Enzyme, Mineralien und Vitamine daherkommt. Da er direkt über die Leber verstoffwechselt wird, kann er bei übermäßigem Gebrauch genau wie weißer Zucker zu Insulinintoleranz, Fettleber und Übergewicht führen.

Apfeldicksaft
Urs Hochstrasser hat ein weiteres Süßungsmittel, Dicksaft aus Schweizer Äpfeln, angeblich in Rohkostqualität, entwickelt. Das Zeugs ist super süß, dickflüssig und klebrig, und schmeckt wie seeeehr süßer Apfel. Ohne mich näher mit dem Herstellungsverfahren und der Qualität beschäftigt zu haben: ich finde es ziemlich gruselig und verwende diesen Dicksaft daher nicht.

Stevia
Stevia ist eine grünblättrige Pflanze, deren Blätter intensiv süß schmecken und die, getrocknet und pulverisisert, ebenfalls zum Süßen von allem Möglichen verwendet werden können. Ab und zu mal mag ich gern ein frisches Blättchen Stevia naschen; die getrocknete pulverisierte Version allerdings hat einen sehr intensiven Eigengeschmack, den keine von uns hier mag. Deshalb verwende ich Stevia überhaupt nicht.

Kokoszucker
Seit einiger Zeit taucht in vielen Rohkost-Rezepten im Netz Kokoszucker als Zutat auf. Wieso das ist, ist mir nicht ganz klar. Denn Kokoszucker wird durch Erhitzen aus dem süßen Nektar der Kokosblüte gewonnen und ist somit nicht roh. Sicher ist er eine gesündere Alternative zum Industriezucker, denn er hat einen niedrigeren glykämischen Index und enthält angelich trotz des Erhitzens noch einige Mineralstoffe. Kokoszucker ist häufig in Rohkost-Schokoriegeln enthalten. Ich verwende ihn nicht – es gibt schließlich ausreichend bessere Alternativen … siehe oben.

Yakondicksaft oder -pulver
Auch relativ häufig in Rezepten, insbesondere solchen aus den USA, ist Yakon als Süßungsmittel. Yakon ist eine aus Peru stammende Wurzel, die in Form von Dicksaft oder als Pulver angeboten wird. Ausprobiert habe ich sie noch nicht und kann daher nichts dazu sagen. Da es sich auch hierbei wiederum um ein relativ weit verarbeitetes Produkt handelt, interessiert es mich auch nicht wirklich als Bestandteil meiner Ernährung.

(*1) Mehr zu Agavendicksaft kannst du hier nachlesen:
myveganworld.de
www.sacredchocolate.com
vollwert.wordpress.com

Nahrung für die Knochen

Mhmm, heute habe ich mir vom Markt diesen herrlichen Borretsch mitgebracht …

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… eine ganze große Tüte voll … und knabbere die leckeren Blätter jetzt den ganzen Tag über vor mich hin. Nicht nur, weil ich Borretsch so mag. Die grünen, ziemlich pieksigen („unrasierten“ 😉 ) Blätter, sind nicht nur lecker, sondern enthalten auch viele wertvolle Inhaltsstoffe und entfalten zahlreiche wohltuende Wirkungen. So wirkt Borretsch z. B. beruhigend und entspannend bei Stress, aufbauend bei Depressionen sowie entzündungshemmend und antibakteriell bei Atemwegserkrankungen. Borretsch ist darüberhinaus reich an wertvollen Omega-Fettsäuren! Für mich gerade besonders interessant: er ist verwandt mit dem Beinwell (der auf dieser Insel bedauerlicherweise nicht wächst). Dieser ist, wie der Name schon sagt, gut für die Knochen, insbesondere auch zur Heilung von Knochenverletzungen. Dass Borretsch diesbezüglich ebenfalls hilft, habe ich vor einigen Jahren schon einmal erfahren, als ich mir bei einem Sturz die Rippen äußerst schmerzhaft geprellt hatte. Wenn dir das schon einmal passiert ist, weisst du, wie weh es tut – selbst Atmen ist dann mit Schmerzen verbunden, von Lachen oder Husten gar nicht zu reden. Nach zwei Tagen mit zunehmenden Schmerzen bin ich damals endlich auf die Idee gekommen, Borretsch zu essen – und tatsächlich gingen die Schmerzen danach unglaublich schnell zurück. Jetzt ist mir etwas Ähnliches passiert, ich habe mir eine Rippe entweder geprellt oder angeknackst – ohne ärztliche Untersuchung mit Röntgenbild ist das schwer zu sagen, und auf Letzteres verzichte ich natürlich lieber. Heilen soll und wird es so oder so, dafür muss ich das nicht so genau wissen. Und unterstütze die Heilung jetzt unter anderem mit Borretsch. Darüberhinaus helfen liebevolle Gedanken und Berührungen sowie, äußerlich angewandt, Johanniskrautöl.

Abendessen-Ideen für dich

Schau mal, das gab es bei uns so in letzter Zeit. Was gefällt dir am Besten?

Pasta mit Buchweizen-Tomaten-Sauce

Pasta mit Buchweizen-Tomaten-Sauce

Pasta mit Mais-Tomaten-Sauce

Pasta mit Mais-Tomaten-Sauce

Pasta mit Champignon-Spinat-Tomaten-Avocado-Sauce

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Avocado, gekeimte Erbsen, Paprika und Tomate

Avocado, gekeimte Erbsen, Paprika und Tomate

Spinat, Tomate, Sellerie, Mais, Schnittlauch, Dill

Spinat, Tomate, Sellerie, Mais, Schnittlauch, Dill

Gurke, Möhre, Sellerie, Tomate und Erdnüsse

Gurke, Möhre, Sellerie, Tomate und Erdnüsse

Welches Gericht gefällt dir am Besten? Worauf hättest du jetzt Appetit? Und was isst du gerade gern am Abend?

Natürliche Hautpflege: Peeling aus grüner Heilerde

Heilerde ist eines unserer „Wundermittel“. Am liebsten mag ich die grüne, feine. Aus der Tube, schon angerührt nur mit Wasser, verwendet die Tochter sie als Zahnpaste. Kannst du natürlich auch selber mit Wasser anrühren; die Tube ist allerdings praktisch zum Mitnehmen für unterwegs. Auch als Maske, als Umschlag bei Verletzungen, bei Insektenstichen … und für vieles mehr eignet sich Heilerde. Innerlich angewendet hilft sie beim Entgiften, indem sie die Ausleitung der Gifte über den Darm unterstützt. In unserer Rohkost-Anfangszeit haben wir beide täglich ein bis zwei Teelöffel mit Wasser angerührter Heilerde eingenommen. Damals fand ich sie richtig lecker – ein Zeichen, dass mein Körper sie brauchte, denke ich. Mittlerweile krieg ich sie beim besten Willen nicht mehr runter, doch die Tochter mag sie ab und an immer noch ganz gern. Heilerde hilft auch, wenn du dir mal den Magen verdorben hast, etwas Falsches gegessen, oder bei Verdauungsbeschwerden. Ob du die grüne oder die braune Heilerde bevorzugst, bleibt deinem Geschmack überlassen.

Ich mache mir gern ab und zu ein Peeling aus Heilerde und Salz. Meist verwende ich es für Stellen mit sehr rauher Haut wie z.b. die Fußsohlen. Das macht die Haut ganz glatt und weich! Die Zubereitung ist sehr einfach:

Grüne feine Heilerde und Himalaya-Salz ...

Grüne feine Heilerde und Himalaya-Salz …

... mit etwas Wasser und optional einem TL (Kokos-)Öl zu einer dicken Paste verrühren.

… mit etwas Wasser und optional einem TL (Kokos-)Öl zu einer dicken Paste verrühren.



Diese Paste schmierst du dir dick auf die Haut und rubbelst deine Haut dann mit den Händen und etwas Wasser liebevoll damit ab. Zum Schluß alles gut abspülen und die Haut mit hochwertigem Kokosöl (Olivenöl oder Sesamöl oder ein anderes Öl aus deiner Küche geht auch) pflegen. Falls du schon Öl mit in das Peeling eingerührt hattest, kannst du dir das anschließende Einölen sparen.

Sonne & Sonnenschutz

Sonne ist Leben!

Ohne Sonne gäbe es kein Leben auf unserem Planeten! Vor etlichen Jahren habe ich im Klimahaus Bremerhaven in Deutschland einmal einen Film gesehen, der veranschaulichte, was passieren würde, wenn die Sonne eines Tages nicht mehr aufginge. Innerhalb weniger Tage würden sämtliche Pflanzen, inklusive der Algen in den Weltmeeren, sterben … und in Folge dessen logischerweise nach kurzer Zeit auch sämtliche anderen Lebensformen.

Auch für dich ist die Sonne direkt lebenswichtig! Sie ist unsere Lebensquelle, sie nährt uns und sorgt auf vielfältige Art für uns mit ihrem Licht. Durch Sonnenlicht auf der Haut bildet dein Körper das lebenswichtige Vitamin D. Und auch die Seele braucht das Licht unserer Sonne.

Mit diesem Verständnis klingt der Begriff „Sonnenschutz“ geradezu widersinnig … Schutz vor dem, was uns am Leben hält?!? Natürlich kann die Sonne uns auch verbrennen – wie ich ja gerade erst am eigenen Leib erfahren habe. Wie gehst du also am Sinnvollsten mit der Sonne um, um ihre lebensspendende und gesundheitserhaltende Wirkung zu nutzen, ohne dir einen Sonnenbrand einzuhandeln? Und wie ist es mit der so häufig beschworenen Krebsgefahr durch UV-Strahlung?

Zunächst einmal: UV-Strahlung an sich verursacht keinen Hautkrebs! Nur in Kombination mit chronischem Nährstoffmangel (verursacht durch eine Junkfood-reiche Ernährung ohne schützende Antioxidantien) kann durch exzessive UV-Strahlung Hautkrebs hervorgerufen werden. Was allerdings krebserzeugend wirkt: die meisten angebotenen Sonnenschutzmittel! Nahezu alle konventionellen Sonnenschutzmittel enthalten krebsverursachende Substanzen (Duftstoffe, Parabene, toxische chemische Lösungsmittel, aus Erdöl gewonnene Öle …). Auch als „natürlich“ deklarierte Sonnenschutzmittel sind nicht unbedingt wirklich natürlich, und auch in Bio-Produkten befindet sich Chemie. Egal, wie es angeboten wird: lies unbedingt immer die Liste der Inhaltsstoffe durch und informiere dich, was das alles ist, falls du tatsächlich ein Sonnenschutzmittel kaufen willst. Selbst viele als „chemiefrei“ angebotene Produkte sind lt. Inhaltsstoffliste offensichtlich alles andere als das! Alles, was du dir auf die Haut schmierst, wird in den Körper aufgenommen! Die Inhaltsstoffe normaler Sonnenschutzmittel belasten so die Leber und wirken potentiell krebserregend.

Darüberhinaus blockieren Sonnenschutzmittel, insbesondere Sunblocker, die Vitamin-D-Produktion. Gerade in Ländern mit relativ wenig Sonne übers Jahr leidet ein Großteil der Bevölkerung ohnehin an Vitamin-D-Mangel! Dieser fördert Krebs, Grippe & Infekte, Depressionen, Osteoporose und Hormonstörungen! Viel sinnvoller, als das Sonnenlicht auf der Haut zu blockieren, ist es also, einen vernünftigen Umgang damit zu finden und sich, falls nötig, auf wirklich natürliche Art zu schützen.

Falls du lange nicht in der Sonne warst oder dich stärkerer Sonnenstrahlung als gewohnt aussetzen möchtest (z. B. im Urlaub in südlicheren Ländern, am Meer oder in Höhenlagen), gib deiner Haut Zeit, sich langsam daran zu gewöhnen. Setze deine unbekleidete Haut zunächst nur kurze Zeit der Sonne aus und steigere dich langsam. Wie lang genau das am Anfang sein kann, ist individuell unterschiedlich. Gehe besser am Morgen oder ab dem späten Nachmittag in die Sonne und meide die intensive Mittagssonne. Schütze deine Haut in der übrigen Zeit durch Kleidung, deinen Kopf & Nacken ggfs. durch das Tragen einer Cap oder eines Sonnenhutes.
Meinen Sonnenbrand letzte Woche habe ich mir an der Seite/teil des Rückens zugezogen, etwa von unter den Armen bis zum Po, genau in dem Bereich also, der, anders als meine längst gebräunten Arme und Schultern (denen nichts passiert ist), normalerweise von Top und Shorts bedeckt ist. Und ich war ausgerechnet über den Mittag am Strand, mehrere Stunden lang.

Pflege und etwas Schutz für die Haut bieten pure pflanzliche Öle wie Kokosöl oder Olivenöl – ja genau: die, die du auch in deiner Küche verwendest. Wie ich schon öfter sagte: schmiere dir nichts auf die Haut, was du nicht auch essen würdest! (Okay, genaugenommen esse ich auch schon seit Jahren kein Öl mehr, aber es ist noch nah genug dran. Olivenöl habe ich übrigens für die Haut noch nicht probiert, ich mag auch den Geruch nicht so, aber Kokosöl, hochwertiges, rohköstliches, verwende ich gern und oft für meine trockene Haut.)

Der beste Sonnenschutz von innen ist eine schadstoffarme, pflanzliche Ernährung, die reich an Vitaminen und Antioxidantien ist. Die individuelle Sonnenverträglichkeit ist zwar teilweise genetisch bedingt, lässt sich durch die Ernährung aber radikal beeinflussen! Je mehr Antioxidantien in deiner Nahrung sind, desto mehr Sonne verträgt deine Haut ohne zu verbrennen.