13 Gründe, kein(e) Vegetarier(in) mehr zu sein

In diesem Artikel geht es mal nicht um Rohkost, sondern um das vegetarische/vegane Leben – aber ich fand ihn so toll, dass ich ihn unbedingt mit dir teilen möchte. Das vollständige englischsprachige Original findest du hier im Vegan Street Blog von Marla Rose – und hier meine Übersetzung:

Nach vielen Jahren als Vegetarierin, kann ich diesen Titel nicht länger für mich in Anspruch nehmen. Bevor du mich verurteilst, lies bitte meine Geschichte.

Ich wuchs als das typische tierliebende Kind auf und sobald ich ein Teenager war und eins und eins zusammenzählte, gab ich das Fleischessen auf und wurde zur Vegetarierin. Ich fühlte mich gerecht! Ich fühlte mich tugendhaft! Ich hatte meinen Weg gefunden!

Die meisten dieser 12 Jahre war ich glücklich und zufrieden. Ich brachte meinen Eiersalat zum Lunch mit zur Arbeit und bestellte die vegetarischen Gerichte, wenn ich mit Freunden ausging. Keine Chicken Wings für diese Tier-Liebhaberin. Mit der Zeit jedoch verging die Leidenschaft dafür, eine Vegetarierin zu sein. Je mehr ich darüber nachdachte, desto weniger bedeutete es mir. Ich hatte das Gefühl, gerade nur das Nötigste zu tun. Schließlich entschied ich mich, das zu tun, was niemand, der mich kannte, je für möglich gehalten hätte. Ich wurde zur Ex-Vegetarierin. Es war ein Prozess mit einigen Höhen und Tiefen; zum Teil deswegen, weil mein Selbstbild so sehr mit dem Vegetarismus verwoben war, aber schließlich gab ich es endgültig auf. Heute muss ich sagen, ich habe mich niemals besser gefühlt: Körper, Geist und Seele.

[…] Hier sind einige Gründe, warum ich heute eine stolze Ex-Vegetarierin bin:

  1. Vegetarierin zu sein war nicht bequem. Das Leiden und die Zerstörung von Eiern und Milchprodukten wurde zu einer unbequemen Wahrheit, die immer schwerer zu ignorieren war. Je mehr ich lernte, desto weniger beruhigend wurden die Rechtfertigungen, was Entschuldigungen sehr unbequem machte.
  2. Ich fühlte mich schwach als Vegetarierin. Das Gefühl, durch die brutale Milch- und Eier-produzierende Industrie kontrolliert zu werden flößte mir nicht das Gefühl von Selbstbestimmtheit ein.
  3. Ich fühlte mich ausgeschlossen. All diese phantastischen Veganer verbesserten die Welt und ich kaute noch immer auf Eiern herum und schlürfte Milch. Ich wollte auf der richtigen Seite stehen, keine Industrien unterstützen, die mir zuwider waren, deshalb wurde ich zur Ex-Vegetarierin.
  4. Ich fühlte mich eingeschränkt. Als mein Interesse am Festhalten an meinen Gewohnheiten größer wurde als meine Sorge um andere Lebewesen oder die Zukunft unseres Planeten, wurde mir klar, dass meine Fähigkeit des Mitgefühls für andere sehr beschränkt war.
  5. Ich hatte Gelüste. Ich verlangte danach, selbstsicher zu sein, von innen getragen zu werden und meine Werte und mein Tun in Einklang zu bringen, aber tierische Produkte zu essen, machte es mir unmöglich dies zu erreichen. Diese Gelüste wurden schlimmer und schlimmer je mehr ich lernte.
  6. Es fühlte sich nicht natürlich an. Gegen meine Werte zu verstoßen, jedesmal wenn ich tierische Produkte aß, verstieß gegen meinen Instinkt, und jedesmal wenn ich es tat, fühlte es sich unnatürlich an, denn ich unterstützte eben die Industrien, die mich ursprünglich dazu gebracht hatten, kein Fleisch mehr zu essen.
  7. I wollte nicht mehr anders sein. Ich wollte nicht anders sein – tatsächlich brauchte ich es, anders zu sein, nämlich meinen eigenen Kompass für meine Moral zu finden, anstatt mich nur einzufügen und nicht aufzufallen.
  8. Ich hörte nicht auf meinen Körper. Mein Gehirn ist ein Teil meines Körpers: mein Gehirn erzählte mir, dass ich verstand, wie schädlich und gewalttätig die tierverarbeitende Industrie ist, und meine Handlungen widersprachen dem, bis ich schließlich zuhörte.
  9. Ich hatte ständig Hunger. Ich hungerte danach, eine tiefere Verbindung zum Planeten und zu anderen zu fühlen; mein inneres Einfühlungsvermögen jedesmal abzuschneiden, wenn ich Tierprodukte aß, betonte meinen Hunger nur noch mehr.
  10. Mir wurde klar, dass es Bauernhoftieren nicht so schlecht geht. Ob jemand Eier von „freilaufenden“ Hühnern oder Käse von „glücklichen Kühen“ isst – mit der landwirtschaftlichen Tierhaltung ist eine Tyrannei von Brutalität, Herrschaft und unnötiger Gewalt verflochten, egal wie die Verpackung aussieht. Außerdem kommt das Fleisch, dass die Menschen essen, von Tieren, die kein bisschen brutaler behandelt werden als die, die wir für ihre Körperflüssigkeiten unterjochen.
  11. Ich wollte nicht unhöflich sein. Die ultimative Unhöflichkeit besteht gewissermaßen darin, sich so zu benehmen, als ob meine vorübergehenden Gelüste mehr wert seien als jemandes Leben. Tatsächlich beschreibt „Unhöflichkeit“ dies nicht einmal annähernd ausreichend.
  12. Es war etwas Spirituelles. Wie konnte ich als spirituelles Wesen funktionieren, wenn ich daran beteiligt war, anderen Schaden zuzufügen? Gewaltlosigkeit, Mitgefühl, Gerechtigkeit, Einfühlung: diese Dinge passen zur Gestaltung eines spirituellen Lebens. Gewalt, Brutalität, Ungerechtigkeit, Selbstbezogenheit? Nicht so sehr.
  13. Und schließlich: es war einfach zu schwer. Es war schwer, meine tieferwerdenen Überzeugungen zu verleugnen. Es war schwer, den Status Quo beizubehalten, wenn mein Wort und mein Selbstrespekt auf dem Spiel standen. Es war schwer, eine Lüge zu unterstützen. Es war schwer, meine Gefühle zu unterdrücken. Es war schwer, zu verleugnen, was ich wusste. Am Ende war es einfach zu schwer, Vegetarierin zu bleiben.

Bitte lass niemanden dich dazu drängen, Vegetarierin zu bleiben. Wie du siehst, bestand ein großer Teil meines Vegetarier-Seins aus nicht hinterfragen Mythen, gewohnheitsmäßigem Benehmen, dem Wunsch anderen zu gefallen und Selbst-Sabotage. Ich schaue zurück auf die Vegetarierin, die ich war und ich weiß, dass ich versucht habe, das Richtige zu tun; ich wusste es einfach nicht besser. Ich war so naiv. Sei nicht wie ich; verschwende nicht lange Jahre als Vegetarierin, wenn du dich weiterentwickeln kannst und zum nächsten logischen Schritt zur Umsetzung deiner Überzeugungen über Freundlichkeit übergehen kannst. Wenn du auf deine innere Weisheit hörst, dich ein bisschen informierst, dich auf dein Mitgefühl einstimmst und in Richtung Zukunft bewegst, kannst du den Selbstbetrug und die schädlichen Praktiken hinter dir lassen.

So wie ich kannst auch du Vegan werden. Heute bin ich stolz zu sagen, dass ich eine ehemalige Vegetarierin bin. Bist du Vegetarier(in)? Vielleicht ist es jetzt auch für dich an der Zeit, den ganzen Weg zu gehen!

Früchte-Management

Der Traum: Bei Hunger einfach reife Früchte vom Baum oder Busch pflücken und essen.

Meine und wahrscheinlich auch deine Realität sieht (noch) anders aus: ich kaufe mein Essen, üblicherweise für mehrere Tage auf Vorrat, auf dem Markt oder im Laden. Meistens sind die Früchte dann noch nicht ess-reif und brauchen einige Zeit zum Nachreifen. Bei Vorratskäufen (mangels Möglichkeit, täglich frisch einzukaufen oder auch, weil Großeinkäufe meist günstiger sind) ist es auch sinnvoll, Früchte in unterschiedlichen Reifegraden mitzunehmen, damit sie sich einige Tage lang halten. Wichtig um immer ausreichend – aber möglichst nicht zu viel – frische Nahrung, insbesondere Früchte, im Haus zu haben, ist ein bisschen Planung beim Einkaufen und etwas Wissen über die richtige Lagerung der Nahrungsmittel.

Hier sind mal ein paar Tipps von mir für die sinnvolle Lagerung und Nachreifung von Früchten:

  • Zunächst einmal: es reifen nicht alle Früchte nach! Und bei den Sorten, die es tun, klappt das auch nur, wenn sie nicht zu früh geerntet wurden. Achte also darauf, keine knallgrünen Papayas oder Bananen zu kaufen. Zu den Früchten, die nachreifen, gehören u. a. Birnen, Bananen, Aprikosen, Pfirsiche, Nektarinen, Cherimoyas, Kakis, Papayas, Mangos, Avocados und Kiwis. Kaum oder gar nicht reifen meiner Erfahrung nach u. a. Kirschen, Mispeln, Paprika und Trauben nach.
  • Lagere Früchte NICHT im Kühlschrank! Die meisten Früchte verlieren ihr Aroma bei zu kühler Lagerung. Zum Nachreifen ist es den meisten Früchten im Kühlschrank deutlich zu kalt. Bananen, die unter 7°C gelagert werden, werden unansehnlich grau. Ausnahmen bestätigen die Regel: Sehr reife Früchte, die dir sonst verderben, bewahrst du natürlich besser im Kühlschrank auf. Optimal ist ein Kühlschrank, bei dem du die Temperatur einstellen kannst. Eine günstige Temperatur zur Lagerung von reifen Früchten liegt bei etwa 12°C. Und: es gibt einige Fruchtsorten, die tatsächlich zum Nachreifen besser im Kühlschrank aufgehoben sind. Dazu gehören Cherimoyas und Kakis. Aber auch diese bitte nicht in die kältesten Zonen des Kühlschranks legen!
  • Tropische Früchte brauchen ein warmes & feuchtes Klima um nachzureifen. Das kannst du erzeugen, indem du sie in Plastikdosen oder -tüten verpackst und an einen warmen Platz legst. Das funktioniert recht gut mit Durian, Safus, Sapoten, Sapotillen, …
  • Auch Avocados haben es gern warm, allerdings brauchen sie nicht soviel Feuchtigkeit. Wickle sie dick in Zeitungspapier ein und/oder lagere sie zusammen mit einem Apfel.
  • Lagere unreife Früchte zusammen mit reifen! Viele reife Früchte strömen Ethanol aus; ein Gas, das auch bei den noch nicht so reifen Früchten die Reifung beschleunigt. Lagere z. B. deine Bananen in Schichten: die unreifen unten, die reifsten ganz oben. Schau alle 1-2 Tage nach & schichte ggfs. um, damit dir nicht versehentlich Früchte verderben.
  • Ein guter Aufbewahrungsort für Äpfel ist ein trockener Keller. Dort ist es dunkel, kühl und lichtgeschützt; so lassen sich Äpfel wochenlang lagern. Nach einiger Zeit schrumpeln sie ein bisschen ein, aber das schadet nichts; sie schmecken dann noch intensiver.
  • Beeren reifen nicht nach und halten sich nicht lange. Bring davon sinnvollerweise nur so viele nach Hause, wie du innerhalb weniger Tage essen kannst.
  • Grünzeug und Gemüsefrüchte sind im Kühlschrank am besten aufgehoben. Auch hier gilt jedoch: es sollte nicht zu kalt sein! Zucchini, Salate und Co vertragen wie auch die wasserreichen süßen Früchte keine frostigen Temperaturen. Alle grünen Blätter (Salate, Wildkräuter, Spinat etc.) halten sich am Besten, wenn sie luftig in einem verschlossenen Glas, Plastiktüte oder -dose gelagert werden. Gemüse wie Möhren oder Brokkoli jedoch halten sich gut gekühlt besser. Tomaten hingegen gehören gar nicht in den Kühlschrank, sie halten sich gut (und reifen auch ein wenig nach) an einem warmen, sonnigen Platz.

Unser letzter Wocheneinkauf sah so aus:

Papayas, Bananen, Maracujas, Zitronen, Gurken

Papayas, Bananen, Maracujas, Zitronen, Gurken

Spinat, Rucola, Löwenzahn, Petersilie, Koriander, Dill, Basilikum, Thymian

Spinat, Rucola, Löwenzahn, Petersilie, Koriander, Dill, Basilikum, Thymian

Erbsen, Möhren, Paprika, Zucchini, Rote Bete, Avocados, Blumenkohl

Erbsen, Möhren, Paprika, Zucchini, Rote Bete, Avocados, Blumenkohl

Tomaten hatte ich auch gekauft, die hatten offenbar keine Lust, fotografiert zu werden. 😉

Mangellose Ernährung mit veganer Rohkost

Inspiriert durch Jinjees Newsletter möchte ich heute mal wieder etwas zur Frage von Mangelerscheinungen oder vielmehr deren Vermeidung schreiben. Wobei ich sicher bin, dass sich diese Frage viel eher all jene stellen sollten, die sich anders, nicht roh-vegan, ernähren. Dennoch: da mit dem Bewusstsein für die individuell richtige Ernährung auch immer das Bewusstsein für den individuellen Bedarf und häufig – nicht zuletzt brainwashed durch die Propaganda all jener, die Geld verdienen wollen mit sog. Nahrungsmitteln, Superfoods, Ergänzungsmitteln – eben auch die Sorge vor möglichen Nährstoffmängeln wächst, schreibe ich in diesem und folgenden Artikeln über einige Ideen zu diesem Thema. Und freue mich, deine Meinung, deine Erfahrungen dazu zu hören!

Gleich vorweg das meiner Meinung nach Wichtigste um sicherzustellen, dass dein Körper mit allem versorgt wird, was er braucht: lerne, auf deinen Körper zu hören! Dein Appetit verrät dir, was du brauchst! Weil es meistens eine Weile braucht, bis du die Signale deines Körpers wieder gut genug verstehst, sind hier einige hilfreiche Tipps für deinen Rohkost-Weg. Achte auf folgende Punkte, um dich und deine Familie mit allem zu versorgen, was eure Körper brauchen:

  • Abwechslung! Wähle deine Nahrung möglichst abwechslungsreich, aus einer großen Vielfalt von natürlichen, pflanzlichen Nahrungsmitteln.
  • Unterschiedliche Farben von Früchten und Gemüsen weisen auf ihren unterschiedlichen Nährwert hin. Sowohl was die messbaren Vitalstoffe (Vitamine, Mineralien etc) angeht als auch im Hinblick auf Feinstofflicheres, Energien, Schwingungen. Also sorge für einen Regenbogen auf deinem Teller! Wahlweise während einer Mahlzeit, z. B. als Salat, Smoothie oder Saft, oder über den Tag gesehen, auf mehrere Mahlzeiten verteilt.
  • Iss insbesondere über das Jahr abwechslungsreich: wähle möglichst viele regionale, saisonale Produkte. Obst und Gemüse aus deiner Region ist frischer und vitalstoffreicher als solches, das lange Transportwege hinter sich hat.
  • Wähle so häufig wie möglich biologisch erzeugte bzw. unbehandelte, chemiefreie Ware aus nachhaltigem Anbau. Das ist nicht nur besser für die Welt und spart deinem Körper Gifte, sondern diese Früchte und Gemüse enthalten tatsächlich mehr Vitalstoffe als solche aus konventionellem Anbau.
  • Berücksichtige alle Rohkost-Gruppen in deiner Ernährung: Früchte, Gemüse, dunkelgrüne Blätter, Sprossen, Nüsse, Samen, Algen, fermentierte Nahrung. Du musst nicht täglich von allem essen – das wäre vielleicht etwas zu viel für viele von uns – doch versuche, innerhalb einiger Tage bis einer Woche aus jeder der genannten Gruppen zu essen.
  • Iss GRÜN!!! Wie wichtig dunkelgrüne Blätter, optimalerweise Wildkräuter, für deine Ernährung sind, kann ich gar nicht oft genug sagen! Iss davon täglich! Mindestens ein bis zwei Handvoll, es darf auch gern mehr sein! Iss das Grün einfach so, richte es als Salat an oder vermixe es zur Not im Smoothie oder entsafte es. Da auch unterschiedliche Sorten Grünzeug unterschiedliche Vitalstoffe enthalten, ist es sinnvoll, auch hier häufig abzuwechseln. Zum nährstoffreichsten Kulturgrün gehören sicherlich Kohl, Spinat, Rucola, Petersilie, Koriander, Feldsalat. Noch nährstoffreicher sind die Wildkräuter. Weit verbreitet und sicher auch dir bekannt sind z. B. Brennesseln, Löwenzahn, Giersch, Sauerampfer, Brombeerblätter, Lindenblätter …
  • Falls du dein Obst und Gemüse (noch) nicht so gerne pur, mono, „am Stück“ isst: lerne Rezepte für einige einfache, abwechslungsreiche Zubereitungen, die dir (und deiner Familie) schmecken und die du gut in deinen Ernährungsalltag integrieren kannst.

Weiter geht es demnächst, mit einem Blick aus anderer Richtung auf die Mangel-Frage.

Ich freu mich über deine Gedanken und Erfahrungen zu dem Thema!