Jieper auf Junk Food?

Heißhunger, der Jieper nach Junk Food, signalisiert im Allgemeinen einen dringenden Bedarf. Mitunter basiert er auch auf unerfüllten seelischen/emotionalen Bedürfnissen, recht häufig jedoch geht es um den ganz einfach zu erfüllenden Bedarf an bestimmten Nähr- und Vitalstoffen. In der Regel äußert sich das in einem dringenden Verlangen nach einer bestimmten Geschmacksrichtung … und folglich nach Nahrungsmitteln, die diesen Geschmack beinhalten & die unser Körper bereits kennt. Das dürften nach vielen Jahren der standardmäßigen Kochkosternährung recht häufig Nahrungsmittel sein, die du „eigentlich“ nicht mehr essen möchtest – weil sie nicht roh sind, nicht vegan, nicht gesund, du erkannt hast, dass sie dir nicht gut tun. Was tun?

Wenn du weisst, was dein Körper in solchen Momenten wirklich braucht, kannst du es ihm geben. Der Bedarf wird gedeckt … & im Laufe der Zeit lernt dein Körper sogar um: eines Tages hast du von selbst Appetit auf das, was dein Körper tatsächlich braucht.

Hier ist eine kleine Tabelle, die dir helfen kann, den Heißhunger auf Junk Food zu entschlüsseln & dir zeigt, was du statt dessen essen kannst. Sicher wirst du im Laufe der Zeit deine eigenen Erfahrungen machen & selbst herausfinden, was dein Körper braucht.

Appetit auf … Was du brauchst Was du stattdessen essen kannst
Schokolade Magnesium Nüsse, Samen, Gemüse, Früchte
Zuckerzeug Chrom
Kohlehydrate (Natürliche Zucker)
Phosphor
Schwefel

Tryptophan

Brokkoli, Trauben
Frische Früchte
Nüsse, Grünzeug
Cranberries, Kohl, Blumenkohl, Lauch
Rosinen, Süßkartoffeln, Spinat
Brot, Pasta oder andere Teigwaren Kohlehydrate Früchte (Bananen, Datteln, Mangos, …)
Fettiges/Öliges Kalzium Grüne Blattgemüse, Wildkräuter
Salziges Mineralsalze Grünzeug, Gemüse, Nüsse, Samen

Vielleicht magst du einfach ein bisschen damit herumspielen. Sicher wirst du im Laufe der Zeit deine eigenen Erfahrungen machen & selbst herausfinden, was dein Körper braucht.

Gelesen: „Rohköstlich leben“ von Mimi Kirk

Im Bücherregal einer unserer Reiseunterkünfte bin ich über Mimi Kirks Buch „Rohköstlich leben – Leckere Rohkost-Rezepte für Gesundheit und zeitlose Schönheit gestolpert. Und habe natürlich die Gelegenheit genutzt, es zu lesen, um dir davon berichten zu können.

Vielleicht hast du schon von Mimi Kirk gehört – geboren 1938 wirkt sie für ihr Alter auffallend fit & vergleichsweise jung, optisch eher geschätzte Mitte 50 als 75. Sie ernährt sich seit ihren 30ern vegetarisch; die Rohkost hat sie, so verstehe ich es aus dem Buch, etwa 2007 entdeckt – seit wann sie sich roh ernährt bzw. welchen Anteil an ihrer Ernährung die Rohkost ausmacht, kann ich dem Buch nicht eindeutig entnehmen. Da ihre Rezepte teilweise nicht-rohe Zutaten verwenden, nehme ich an, dass sie keinen Wert auf 100%ige Rohkost legt. Was sie jedoch betont, ist die Notwendigkeit, sich um Körper, Geist & Seele zu kümmern – Ernährung ist nicht alles.

Wie die meisten derartigen Bücher beinhaltet auch dieses eine ausführliche Einleitung, in diesem Fall mit Mimis Argumenten für den Verzicht auf tierische Nahrung & mit ihren zahlreichen Anti-Aging-Tipps..
Außerdem gibt es eine Anleitung zum Roh-„Kochen“ sowie 120 Gourmetrezepte. Die Rezepte sind recht aufwändig & kompliziert; zu ihren regelmäßig verwendeten Zutaten gehören Salz, Öle, Essig, Miso, Gewürze, Tamari, Agavennektar und auch einige nicht-rohe Zutaten.

Die Rezepte gehören somit definitiv nicht zu dem, was ich dir zur Nachahmung empfehlen möchte. Hingegen werde ich dieses Buch vielleicht meiner (absolut nicht an Rohkost oder veganer Ernährung interessierter) Mutter zum Geburtstag schenken – denn Mimis Stil, insbesondere ihre Ratschläge hinsichtlich Anti-Aging, empfinde ich als recht motivierend. Sie ist selbst das beste Vorbild für das, was sie schreibt (& sie ist im selben Alter wie meine Mutter). Und als Einstieg wirkt die Gourmetküche in diesem Fall vermutlich verlockender als meine Wildkräuter-und-Beeren-Ernährungsweise. 😉

Fülle!

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Derzeit weilen wir in Scharbeutz, an der Ostsee. Genießen die Gastfreundschaft unserer Freunde & die Fülle ihres Gartens – Brombeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Maulbeeren, Brennesseln, Beinwell, Löwenzahn, Giersch & vieles mehr! Was für einen Überfluss die Natur für uns bereit hält!

Günstige Rohkost

Trotz des hohen Preisniveaus in Deutschland (das mich hier wirklich erschreckt hat, alles scheint viel teurer zu sein als noch vor wenigen Jahren!?!): auch hier ist eine Rohkosternährung finanzierbar! In dieser Jahreszeit, im Sommer & Herbst, sogar recht luxuriös.

Ein paar Vorschläge?

  • Reif (& daher im Angebot) gekaufte Kochbananen (ersatzweise normale Bananen), kombiniert mit selbstgesammelten Algen oder Wildkräutern. Auch andere Früchte werden, wenn optisch nicht mehr perfekt, häufig zu ermäßigten Preisen angeboten.
  • Selbstgepflückte Beeren, Mirabellen, Zwetschgen, Äpfel – am besten wild gesammelt, oder zu günstigen Preisen bei Selberpflück-Anbietern. Eventuell gibt es in deiner Nähe auch private Gartenbesitzer, die sich über Hilfe beim Ernten freuen & dir dafür einen Teil der Ernte überlassen.
  • Beim Einkaufen Saisonprodukte wählen – die sind günstiger & nährstoffreicher. Aktuell gibt es Gurken, Tomaten, Zucchini, Paprika, Kirschen, Zwetschgen,…
  • Einkaufen direkt beim Erzeuger, viele kleine Anbieter verkaufen direkt ab Hof oder an kleinen Straßenständen.

Weitere Ideen zur Rohkosternährung mit begrenztem Budget kannst du hier nachlesen.

Stadtleben

Obwohl Hamburg noch immer mit dem Gefühl von Heimat verbunden ist (habe ich doch in meinem unsteten Leben noch nirgendwo so viele Jahre verbracht wie in St. Pauli 🙂 ) – die Lebensbedingungen hier empfinde ich mittlerweile als sehr belastend. Luftqualität, Geräuschpegel, Gedränge, Hektik … hier fühle ich mich nicht mehr wohl. Und es fällt mir schwerer, satt zu werden … ob als Ausgleich für die Mehrbelastung oder aufgrund der niedrigeren Qualität der hier erhältlichen Früchte, jedenfalls scheinen wir mehr zu brauchen. Was wir hier genießen, ist die Infrastruktur, die unsere frühere Heimat bietet. Stunden haben wir in der Bibliothek verbracht, der Internetzugang kommt mir hier geradezu rasant vor, und dank des breitgefächerten Angebots der Hafenstadt standen Litschis, Jackfrucht, Kochbananen und mehr auf der Speisekarte.

Die vergangenen Tage habe wir in einem von Freunden zur Verfügung gestellten Wohnmobil verbracht, am Elbstrand im Alten Land. In schöner, ruhiger Lage, mit angenehmer Luft & einem kleinen Strand direkt vor der Tür 🙂 Den logischerweise knappen Platz im Wohnmobil haben wir im Handumdrehen mit unseren Vorräten gefüllt:

campingkueche

Am Wochenende, zum Elbe Open Air Festival, wird das Wohnmobil von seinen Besitzern selbst benötigt, so dass wir mal wieder umziehen: die kommenden Tage werden wir auf einem Reiterhof (juchhe 🙂 ) in Moorfleet verbringen.

Wild & roh im Norden

Wildes Grün – so sieht es hier im Norden aus:

Fucus-Algen

Fucus-Algen

Salzgras

Salzgras



Was nicht fehlen darf, wenn wir im Norden Deutschlands unterwegs sind: ein Spaziergang im Watt, an der Nordsee. So ganz anders als der Atlantik daheim. Viel zu sehen gab es – Vögeln, Muscheln & Krebse, Quallen und anderes Getier. Und lecker zu essen: saftiges Salzgras & jetzt im Sommer eher schon leicht trockene Algen.

Direkt von der Hand in den Mund haben wir gefuttert, & auch welche mitgenommen. Zum Mittag gab es dann ein Picknick aus Pistazien, Gurke & Salzgras. Abends Algen zu Datteln & Gurke für mich bzw. zu Tomaten, Paprika & Sonnenblumenkernen für die Tochter.

Ein Tagesmenü übrigens, das mir viel besser bekommen ist als die pikant gewürzte Gourmetküche vor ein paar Tagen. Die mir am Folgetag ein leicht verkatertes Gefühl (leichtes Kopfweh, Abgeschlagenheit und so) beschert hat. Einfach ist eben einfach besser!

Bienen & Honig

Auf unserer Reise haben wir ein paar Tage bei einer imkernden Familie verbringen dürfen … und dabei habe ich einiges über Bienen und Bienenhonig gelernt, was meine Meinung zum Honig und zur Imkerei ein wenig verändert hat.

Bienen sind von Natur aus ursprünglich relativ aggressiv – oder besser gesagt: wehrhaft. Ihren Honig, ihr Volk, verteidigen sie natürlicherweise mit all ihren Möglichkeiten. Was bedeutet, dass wir Menschen unter natürlichen Bedingungen höchst selten einmal die Gelegenheit hätten, Honig zu essen. Das halte ich bei der Beurteilung des Honigs als potentielles menschliches Nahrungsmittel für ausschlaggebend: Honig mag lecker schmecken & (in Maßen) durchaus wohltuend für unsere Gesundheit sein – jedoch mehr als wenige Teelöffel im Jahr sollten wir nicht konsumieren.

Die Honigbienen, die von Imkern gehalten werden, sind im Hinblick auf Friedfertigkeit gezüchtet worden – nur so ist es möglich, ihnen regelmäßig größere Mengen ihres Honigs wegzunehmen. Wobei sich der Umgang mit den Bienen und ihren Honigvorräten sicher von Imker zu Imker sehr unterscheidet. Die Honigproduktion im großen Stil, bei der den Bienenvölkern praktisch all ihr Honig entwendet und durch Zuckerlösungen ersetzt wird, halte ich für ethisch nicht vertretbar. Kleine Imker arbeiten jedoch teilweise deutlich fairer – so nimmt der Imker, den wir kennenlernen durften, seinen Bienen nur weniger als die Hälfte des Honigs weg & achtet darauf, dass sie immer genug für ihr Volk zurückbehalten.

Die Arbeit der kleinen, fair arbeitenden Imker ist heutzutage außerdem durchaus relevant für das Fortbestehen der Bienen und damit die Sicherstellung der Bestäubung von Obstbäumen zur Deckung unseres menschlichen Nahrungsbedarfs. „Ein Drittel von allem, was wir essen – darunter Obst, Gemüse, Nüsse und Gewürze, würde es ohne bestäubende Insekten nicht geben.“ * – fast unser komplettes natürliches Nahrungssortiment! „Außerdem sorgen [die Bienen] für die Vermehrung zahlreicher Wildpflanzen, die anderen Tieren als Lebensraum und Nahrung dienen.“ * In einer besseren, weniger von Menschen geschädigten Welt als der, in der wir nun mal derzeit leben, gäbe es sicher reichlich wildlebende Bienenvölker, die sich durch ihr natürliches Verhalten darum kümmern würden. Leider jedoch sind (nicht nur) hierzulande große Flächen der natürlichen Vegetation dem Ackerbau zum Opfer gefallen; Blumenwiesen gibt es kaum noch, die von Menschenhand strukturierte Welt bietet wenig Wohnmöglichkeiten für Bienen (& andere Tiere). Der natürliche Lebensraum der Bienen ist sehr stark eingeschränkt worden und wildlebende Völker haben kaum Überlebenschancen. Imker, die verantwortungsvoll & achtsam mit den Bienen umgehen, helfen ihnen dadurch zu überleben & fortzubestehen – und unterstützen damit gleichzeitig die Produktion von Früchten und das Fortbestehen der Obstbäume.

Foto: Pieces / photocase.com

Foto: Pieces / photocase.com

Weitere große Gefahren für die Bienen, unabhängig von der Imkerei, sind die ausgedehnten Monokulturen, die ihnen zu wenig Nahrung bieten sowie die Pestizide, die sie töten oder anfälliger für Krankheiten und Parasiten machen. Die Folgen: „In Europa starben in den letzten Jahren 20 Prozent der [Bienen-]völker, in Deutschland teilweise sogar 30 Prozent.“ * Ursachen, die wir alle durch unsere Nahrungswahl, durch unsere Entscheidung für biologisch, giftfrei Angebautes beeinflussen können!

Nochmal zurück zum Honig. Die häufig zu lesende Beschreibung von Honig als „Erbrochenem“ der Bienen stimmt übrigens so nicht wirklich – Bienen sammeln den Honig in der sog. Honigblase – die dem Verdauungstrakt vorgelagert ist. Erst wenn die voll ist, gelangt der Honig auch in ihren Verdauungstrakt. Dann, also bei gefüllter Honigblase, fliegen die Bienen jedoch in ihren Stock zurück und geben den Honig aus der Honigblase (nicht den bereits anverdauten aus ihrem Magen) ab.

Tatsächlich kritischer zu betrachten ist der Verzehr von Honigpollen. Diese werden in der Regel gesammelt, indem der Imker sogenannte Pollenfallen vor dem Einflugsloch des Bienenstocks befestigt. Die manchmal an den Beinen/dem Körper der zurückfliegenden Bienen hängenden Pollen sollen darin hängenbleiben und können vom Imker dann einfach eingesammelt werden. Nicht so selten jedoch bleiben dabei eher Beinchen oder Flügel der Bienen in den Fallen hängen.

Wir haben übrigens während unseres Besuches dort nicht nur theoretisches Wissen erworben sondern hatten auch die Gelegenheit, die Bienenstöcke zu besuchen, eine männliche Biene (die ja nicht stechen) zu streicheln und auf unserer Hand krabbeln zu lassen (echt kuschelig!) und beim Kaltschleudern des Honigs zuzusehen – und davon zu kosten. Schmeckt sehr lecker, für mich allerdings auch so süß, dass ich mehr als zwei Teelöffel davon gar nicht essen mochte. Mitgenommen haben wir keinen, denn – siehe oben – ich denke, mit dieser Menge haben wir nun auch genug Honig für dieses Jahr gegessen.

* Quelle: Greenpeace Nachrichten 03/2013

Stachelbeeren für die Haare

Der Amlabaum, auch bekannt unter dem Namen Indische Stachelbeere, kommt ursprünglich aus Indien, wächst aber in verschiedenen tropischen, subtropischen und gemäßigten Gebieten. Die Beeren daran sind kugelig, grünlich-gelb, mit sechs vertikalen Streifen oder Furchen. Die Beeren erreichen ihre volle Reife im Herbst & werden traditionell von Hand geerntet. Ihr Geschmack ist sauer, bitter & zusammenziehend & sie sind ziemlich faserig. Zum Essen werden sie in Salzwasser mit Kurkuma eingeweicht. Außerdem werden sie auch zum Glätten der Haare benutzt. (Quelle: wikipedia)

Eine Dose Amlapulver als Haarwaschmittel hat mir die liebe Kristina geschenkt – zum Ausprobieren. Ich vermute mal, dass es sich um die pulverisierten getrockneten Beeren handelt – das Etikett schweigt sich darüber leider aus.

amlapulver

Lt. Anleitung soll das Pulver mit kochendem Wasser angerührt werden – was für meinen Geschmack ja schon mal zu aufwändig ist. Unterwegs jetzt eh, aber auch für zuhause. Denn gekocht wird hier bekanntlich normalerweise nicht. Beim ersten Versuch, unterwegs & ohne Kochmöglichkeit, habe ich es mit heißem Wasser aus der Leitung probiert. Das Pulver liess sich damit zwar glatt rühren, krümelte beim Auftragen auf den Kopf jedoch trotzdem. Mit kochendem Wasser angerührt, wurde die Mischung zwar besser, allerdings auch nicht ganz homogen – auch hier hatte ich beim Waschen noch Krümel im Haar.
Den Geruch des Pulvers (und auch der angerührten Mischung) mag ich nicht so. Die Tochter beschreibt ihn als „Geruch nach vergammelten getrockneten Pflaumen“ – ganz so schlimm finde ich ihn nicht, aber angenehm auch nicht wirklich. Glücklicherweise blieb vom Geruch nach dem Auswaschen nichts in den Haaren hängen.
Meine Haare fühlten sich nach der Wäsche angenehm an, etwas weicher/glatter als sonst, auch besser kämmbar.

Fazit: wohl nicht mein künftiges Haupthaarwaschmittel, jedoch eine weitere chemiefreie Alternative für die Haarwäsche.