Gelesen: „Rohvolution“

Rohkost kommt zunehmend in Mode & dementsprechend wächst die Zahl der Bücher, die Interessierten einen Einstieg in diese Ernährungsform anbieten. Eines der neuesten davon, das eben erschienene Werk „Rohvolution: Das karottenknackige Einsteigerprogramm in die Rohkost von Chantal-Fleur Sandjon, habe ich gelesen, um dir darüber berichten zu können.

Auf 170 Seiten bietet das Buch einen allgemeinen Überblick über die vegane Rohkost und deren positive Auswirkungen, die häufigsten Fragen & Bedenken werden beantwortet und zwei Einstiegsprogramme inkl. Rezepten angeboten.

„Rohvolution“ ist eine locker geschriebene Einladung zum Ausprobieren, mit Betonung der Aspekte Genuss und Individualität – fernab von Dogmen, Regeln oder Perfektionsanspruch. Der Infoflut zu selbst den selbstverständlichsten Basics (z. B. Einkaufstipps wie „Kaufe keinen welken Salat“) nach zu schließen, wendet sich Sandjon an Menschen, die bislang noch wenig Erfahrung mit frischem Essen haben und ganz am Anfang ihres Weges zur bewussteren Ernährung stehen. Oder auch an die, die sich für Rohkost interessieren, weil es halt grad hip ist (wogegen ja nichts einzuwenden ist … wie jemand zu einer Ernährungsform findet, die nicht nur ihm sondern auch seiner Mitwelt & allen Lebewesen besser tut, ist schließlich egal. Ich kenne da ja sogar überzeugte Veganer, die diese Reise irgendwann mal aufgrund eines Bravo-Berichts über ihren vegetarischen Lieblingsstar begonnen haben 😉 )

Positiv zu erwähnen sind hier die ausführlichen & gut zusammengefassten Einsteigerinfos, angefangen bei einfachen Argumente zur Bedeutung von biologisch erzeugter, regionaler, frischer/unverpackter Nahrung über Tipps zu Einkauf und Lagerung frischer Früchte & Gemüse bis hin zur Beschreibung der diversen mehr oder weniger notwendigen Geräte für die Rohkostküche. Schade, dass das „rohvolutionäre“ Programm dann so gar nicht hält, was der Titel verspricht.

Trotz des werbewirksam gewählten Namens braucht sich hier keiner vor allzu drastischen Veränderungen zu fürchten: der Vorschlag von „Rohvolution“ ist ein allmählicher Übergang, der nicht einmal für das einwöchige sogenannte Detox-Programm einen „Verzicht“ auf Kochkost voraussetzt. Zwei Einstiegsprogramme liefert das Buch, eines für sieben Tage, eines für 21. Jeweils mit zwei rohen und einer gekochten Mahlzeit pro Tag. Beide Programme werden mit detaillierten Menüplänen geliefert; dazu gibt es über 60 Rezepte.

Leider taugen diese tatsächlich allenfalls zum Ausprobieren für am Trend interessierte Neugierige – vorausgesetzt, die scheuen den beträchtlichen Aufwand der überwiegend durch lange Zutatenlisten glänzenden Rezepte nicht. Abgesehen von zweifelhaften Vorgaben wie der, Getreide und/oder Hülsenfrüchte seien unabdingbare tägliche Bestandteile einer roh-veganen Ernährung und der bedauerlichen Tatsache, dass Wildkräuter nur ganz am Rande einmal erwähnt werden, zeichnen die Rezepte sich zum überwiegenden Teil durch zu viele Zutaten, zu viel Fett, die Verwendung von Unmengen von Salz, Gewürzen, Ölen, verarbeiteten Produkten und Zutaten von zumindestens fraglicher Rohkostqualität (Hefeflocken?) aus. Okay, das Buch hat mit seinem Plan schließlich auch gar nicht den Anspruch, unbedingt zur 100%igen Rohkost zu führen, und wer ohnehin noch tägliche gekochte Mahlzeiten beibehält, für den spielen ein paar nicht-rohe Zutaten in Rohkostrezepten wohl auch keine Rolle.

Eine Ernährung, die auf den hier publizierten Plänen aufbaut, mag für Menschen, die sich bisher überwiegend ohne Frischkost, mit viel Fertiggerichten & Fleisch ernährt haben, ein Schritt in Richtung „gesünder“ sein … als Basis für eine wirklich gesunde, rohköstliche Ernährung taugen die Pläne & Rezepte nicht! Zudem würde ich etliche von der Autorin als „Fakten“ präsentierte Aussagen, vorsichtig ausgedrückt, doch eher als ihre persönliche Meinung einsortieren … denn so einiges widerspricht dabei eindeutig meiner Erfahrung.

Leider verrät uns Chantal-Fleur Sandjon nicht, ob & seit wie langer Zeit sie sich selbst schon rohköstlich ernährt … aber die Tatsache, dass sie Öl, Essig, Würz- & Süßstoffe als notwendig erachtet, „um sicherzustellen, dass Ihre [rohköstlichen!] Gerichte nicht nach Einheitsessen, sondern schlichtweg gut schmecken“ lässt erahnen, dass ihre Erfahrungen so ausgiebig nicht sein können.

Danke an den Verlag für die Einladung zum Lesen!


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