Warum mono?

Monomahlzeiten, das sind Mahlzeiten aus nur einer „Zutat“. Eine Sorte Frucht, optimalerweise, oder kannst du dir eine vollständige, sättigende, befriedigende Mahlzeit nur aus Kernen vorstellen? Eine Mono-Fruchtmahlzeit ist eine extrem angenehme Erfahrung: total unkompliziert & angenehm sättigend. Sie stimuliert nicht so zum Überessen wie gemischte Mahlzeiten. Außerdem ist sie leicht verdaulich – Früchte sind das ohnehin, & am besten kann unser Körper verwerten, wenn er es nur mit einer Sorte zu tun hat. Du fühlst dich nach dem Essen nicht voll & müde sondern satt, energiegeladen & mental im Gleichgewicht.

Noch phantastischer als mehrere verschiedene Mono-Mahlzeiten pro Tag sind ganze Mono-Tage, einer, mehrere, vielleicht sogar eine ganze Woche oder mehrere … Fruit Island, Früchte-Insel, so wird dieses „Experiment“ genannt. Die sogenannten „Bataten-Esser“ ernährten sich gar ausschließlich von Bataten, Süßkartoffeln – ihr Leben lang. Unter den Frutariern gibt es etliche, die immerhin schon wochenlang von Orangen gelebt haben, oder von Bananen. Ich habe vor einiger Zeit eine Woche lang nur Papaya gegessen, und im Anschluss einige Tage lang nur Bananen.

Vielleicht erscheint dir das zunächst merkwürdig. Oder langweilig. Oder du befürchtest, nicht satt oder nicht zufrieden zu werden. Probier es aus – vielleicht erstmal mit einzelnen Mahlzeiten! Für mich fühlt sich diese Art zu essen mittlerweile so gut an, dass ich immer seltener gemischte Mahlzeiten essen mag, weil ich mich danach einfach weniger wohl fühle.

Emotionales Essen

Comfort food, Trostessen – schweres, schwerdauliches Essen. Ein weitverbreiteter Versuch des Umgangs mit schmerzhaften Gefühlen. Uns mit Essen trösten, oder besser: unsere Gefühle mit Essen betäuben – wieso funktioniert das eigentlich? Wir haben nur begrenzte Nervenkapazitäten. Essen zu verdauen & Emotionen zu verarbeiten braucht beides so viel unserer Energien, dass es gleichzeitig nicht geht. Wie Douglas Graham im „80/10/10“-Buch so schön veranschaulicht, ist das gut bei Beerdigungen zu beobachten: manche Gäste sind so aufgewühlt, dass sie keinen Bissen herunterbekommen, andere können nicht aufhören zu essen.

Wenn wir unsere Ernährung umstellen, vegetarisch werden, vegan oder roh, spüren wir nach und nach (oder plötzlich, je nach Art der Umstellung) unsere Gefühle (wieder). Zweifellos eine Erfahrung, die die Umstellung schwer machen kann. Manche fallen deshalb wieder zurück in ihre vorigen Essgewohnheiten. Oder versuchen, einen Ausgleich innerhalb der Rohkost zu finden, zum Beispiel durch das Essen großer Mengen von Nüssen oder Ähnlichem. Früchte, so lecker & befriedigend sie auch sind, sind jedenfalls nicht geeignet, uns derart zu betäuben.

Die wirkliche Lösung ist einfach, wenngleich nicht unbedingt leicht: behalte dein emotionales Gleichgewicht & lerne (wieder), deine Gefühle zu leben!

Die gute Nachricht: du musst nicht den ganzen Weg mit einem Schritt zurücklegen. Manche gestalten ihre Rohkostreise mit viel Hin & Her zwischen Roh- und Kochkost. Ich bin zwar seit meinem ersten Tag roh geblieben, habe zu Beginn aber tatsächlich große Mengen an Nüssen & Trockenfrüchten gegessen & hatte in den darauffolgenden Jahren immer wieder Phasen mit vielen Zubereitungen, zu viel Fett usw … interessanterweise definiert sich „comfort food“ im Laufe der Zeit immer wieder neu. Die als schwer, erdend, empfundenen Speisen sind bei mir tatsächlich immer leichter geworden: einfachere Zubereitungen, Mischungen aus wenigen Zutaten, einfach nur noch Fettfrüchte – momentan fühle ich mich schon „schwer“, wenn ich eine Mahlzeit aus mehreren Zutaten esse. So taugt mittlerweile der köstliche „BAD-Pie“ schon als Seelentröster 😉 (& dennoch sicher noch eine Zeitlang weiterhin einfach als festliche Ausnahme zu besonderen Anlässen!)

Wieso wenig Fett?

Vorgestern abend habe ich zum ersten Mal seit einer Woche wieder Fettfrüchte gegessen. Avocado, um genau zu sein. Spätestens seit dem Tracking bei Chron-O-Meter wissen wir ja nun, dass auch in anderen Früchten und in grünen Blättern Fette enthalten sind. Explizite Fettfrüchte wie Avocados, Kokosnüsse, Nüsse/Kerne, die überwiegend Fett liefern & nur wenig Kohlehydrate, esse ich jedoch normalerweise eher wenig … & in letzter Zeit habe ich immer seltener Appetit darauf. Nun also mal wieder – erst gab’s Spinat (köstlich, einen dicken Bund!), danach Avocado. Bio, reif, lecker war sie … und zwei Stunden nach dem Essen der Avocado erblühte plötzlich ein Pickel an meinem Kinn. Hab ich sonst nicht. Hm. 🙁

Abgesehen vom (fehlenden) Appetit gibt es übrigens eine ganze Reihe von Gründen, besser wenig Fett zu essen:

  • Immer wenn hochfetthaltige Nahrung aufgenommen wird, müssen die Nebennieren mehr Adrenalin produzieren, denn übermäßig viel Fett behindert den Transport & die Bereitstellung des Zuckers zu den Zellen. Wenn unsere Nebennieren ständig durch die hohe Fettaufnahme belastet werden, ohne Zeit, sich zu erholen, werden auch sie „müde“ – das Ergebnis: dauernde Müdigkeit, Diabetes, Über- oder Unterzuckerung.
  • Das Fett, das du isst, ist das Fett, das du mit dir herumträgst! Unser Körper zieht es vor, Kalorien aus Fett zu speichern & die Energie aus Kohlehydraten als „Treibstoff“ zu nutzen.
  • Viel Fett in der Ernährung fördert die übermäßige Vermehrung von Candida & daraus resultierende gesundheitliche Probleme.
  • Übermäßig viel Fett im Blut kann zu Ablagerungen an den Wänden der Blutgefäße führen: Arteriosklerose. Bluthochdruck, Aneurismen, Thrombosen, Herzinfarkt, Schlaganfall hängen alle mit übermäßig viel Fett in der Ernährung zusammen!
  • Zuviel Fett im Blut vermindert die Fähigkeit der roten Blutkörperchen zum Sauerstofftransport & erhöht somit das Krebsrisiko. Ein niedriger Blutsauerstoffspiegel beeinträchtigt darüberhinaus alle Zellfunktionen, einschließlich der Funktionen der Muskel- und Gehirnzellen.

Ist Rohkost kompliziert?

Manchmal scheint eine rohköstliche Ernährung unglaublich kompliziert zu sein: bekomme ich genug Protein, wieviel Fett muss/darf es sein, welche Fette & Fettsäuren brauche ich, wie stelle ich sicher, dass ich ausreichend mit Vitaminen & Mineralstoffen versorgt bin, was darf ich essen, was ist wirklich roh, welche Kombinationen sind empfehlenswert, welche eher ungünstig … ja, auch in diesem Blog habe ich über all das schon geschrieben (meine „Antworten“, einige davon, findet ihr, wenn ihr auf die Fragen klickt). Wirklich wichtig finde ich all das nicht!

Hat schon mal jemand an der Kochkost gezweifelt, weil sie zu kompliziert ist? Na klar, du brauchst dabei natürlich eigentlich gar nicht zu denken. Sondern nur zu essen, was dir überall über den Weg läuft. Wenn du aber anfängst, dich damit zu beschäftigen, was dir gut tut & was nicht … dann wird es in der Kochkostwelt tatsächlich kompliziert: da gibt es so viele Glaubensrichtungen, so viele Empfehlungen, es wird geraten, schonend zu kochen (warum es dann nicht gleich ganz lassen?), mindestens 3 Portionen Obst/Gemüse roh zu essen pro Tag (warum dann nicht gleich ausschließlich?), Öle zu verwenden, aber nur bestimmte & sie nicht zu stark zu erhitzen, … Der eine schwört auf Getreide, die andere auf stundenlanges Kochen. Die asiatische Küche gilt als gesund, oder doch eher die italienische?

Dabei kann es doch so einfach sein, gar nicht kompliziert:
Wir sind ein Teil der Natur – & die Natur versorgt uns mit allem, was wir brauchen! Optimal unter dem Blickwinkel einer natürlichen Ernährung ist es gewiss, genau so zu essen. Früchte, grüne Blätter, Wurzeln, Algen, ab und zu ein paar Nüsse oder Samen. Die Natur ist nicht zu verbessern: was nirgendwo wächst, gehört nicht auf den Speisezettel. Und alles, was essbar ist, kann einfach so gegessen werden, wie es ist – Mixer, Trockner, Entsafter wurden uns schließlich auch nicht von der Natur zur Verfügung gestellt. Wie die genaue Gestaltung aussieht – wieviel wovon du essen magst, damit es dir gut geht – das muss wohl jedeR für sich herausfinden & es variiert nach Wohnregion, Jahreszeit, Lebensumständen. Höre auf deinen Körper & gib ihm wonach er verlangt – dann bekommst du alles was du brauchst, ohne komplizierte Überlegungen!

Auf dem Weg zu einer optimalen natürlichen Ernährung gibt es jedoch viele Stufen & Varianten. Hilfmittel wie Mixer & Trockner sind gewiss nicht nötig, können den Weg jedoch leichter machen, & überzeugender, wenn du beispielsweise auch deine skeptische Familie überzeugen möchtest. Isolierte Produkte wie Agavennektar, Öle, Salz/Gewürze, abgepackte Riegel & Schokoladen gehören letzten Endes genausowenig zu einer natürlichen Ernährung, Trockenfrüchte höchstens ausnahmsweise in kleinen Mengen (wie oft würdest du wohl sonnengetrocknete Früchte in der Natur finden?) – all das kann jedoch ebenfalls den Übergang einfacher gestalten & ist sicher viel besser als die üblichen Süßigkeiten etc.. Gerade bei Gelüsten auf Kochkost oder in sozial herausfordernden Situationen können rohe Zubereitungen eine große Hilfe sein. Und manche Menschen kommen offenbar auch mit einer derart gestalteten Rohkost ziemlich lange gut zurecht.

Wenn trotz Rohkost das Wohlbefinden nicht optimal ist, können die Erkenntnisse & Erfahrungen anderer Menschen & etwas theoretisches Wissen über Stoffwechselvorgänge im Körper nützlich sein, um die eigene Ernährung zu optimieren. Die höchste & einzige Authorität jedoch sollte dein Körper, dein Wohlbefinden sein. Höre auf deinen eigenen Körper, achte darauf, dass es dir gut geht & iss das, was du brauchst. Nichts anderes, nicht mehr, nicht weniger. So einfach ist das!

Candida & Rohkost

Gelegentlich höre ich von Menschen, die unter Pilzinfektionen leiden & zur Behandlung derselben vom Arzt oder Heilpraktiker zu hören bekommen, sie dürften keine Früchte mehr essen, müssten stattdessen auf Getreidemüsli und Milchprodukte ausweichen. Auch innerhalb der Rohkostwelt gibt es viele verschiedene Meinungen dazu & auch hier finden sich Stimmen, die den Zucker = die Früchte für die übermässige Vermehrung der Candida & die dadurch hervorgerufenen Symptome verantwortlich machen & eine Rohkost ohne süße Früchte empfehlen. Sollten Früchte, unsere natürlichen Grundnahrungsmittel, unsere Hauptenergiequelle, tatsächlich schädlich sein für unseren Körper? Ganz sicher nicht!

Vorab erst mal: Candida ist nicht dein Feind – im Gegenteil! Candida gehört in unseren Körper & hat dort vielfältige Aufgaben, wie z. B. die Kontrolle des Blutzuckerspiegels. Sie mit Giften aus deinem Körper zu vertreiben, ist kompletter Unsinn. Medikamente einzunehmen, egal ob schulmedizinische oder naturheilkundliche, die die Darmflora vernichten, ist etwas, was dich definitiv nur kränker, nicht gesünder macht! Den Wiederaufbau der Darmflora in der weiteren Behandlung schon vorzusehen, bestätigt meiner Meinung nach nur die Widersinnigkeit solcher Behandlungsmethoden.

Wieso leiden dann aber dennoch scheinbar viele Menschen unter unangenehmen Beschwerden durch Candida, durch sogenannte Pilzinfektionen? Nun, wie immer – es ist alles eine Frage des Gleichgewichts. Es kann passieren, dass die Candida sich übermäßig vermehren & so zu gesundheitlichen Problemen führen. Dies wird verursacht durch eine Überlastung des Körpers – zuviel Stress, Schwermetalle (Amalgam) oder andere Umweltbelastungen sind Beispiele dafür.

Ernährungsmäßig fördert zu viel FETT in der Ernährung die übermässige Vermehrung von Candida, weil dadurch die Bauchspeicheldrüse überlastet wird & der Blutzuckerspiegel stark ansteigt. Was lebensbedrohend sein kann … Candida kommt uns dann zur Hilfe & vermehrt sich, um den Blutzuckerspiegel unter Kontrolle zu bekommen. Dieses Phänomen wird NICHT durch den Zucker (schon gar nicht durch den natürlich in Früchten vorhandenen) ausgelöst, sondern durch zuviel Fett in der Ernährung & durch die Kombination von Fetten & zuckerhaltigen Früchten.

Selbstverständlich macht es (nicht nur bei Pilzerkrankungen) Sinn, isolierte Zucker zu meiden! Nicht jedoch Früchte – unsere natürliche Nahrung!

Candida ist also unser Freund & wird nur unangenehm, wenn sie sich unkontrolliert vermehren. Was sich durch eine roh-vegane fettarme Ernährung (durchschnittlich weniger als 10% der Kalorien sollten aus Fett stammen!) & die Vermeidung ungünstiger Kombinationen aus Fett & süßen Früchten in den Griff bekommen lässt!

Nachtrag: Auch wenn ich es in diesem Artikel nicht explizit erwähnt habe, bitte denkt daran, dass Früchte in ihrer ursprünglichen Form unsere natürliche Nahrung sind. Nicht unbedingt auch in der überwiegend im Handel angebotenen, überzüchteten! Eine früchtebasierte Ernährung wie hier empfohlen funktioniert auch im Hinblick auf Candida nur mit möglichst vielen Wildfrüchten oder mit Wildkräutern als Ausgleich zu den Zuchtfrüchten!

Mehr dazu liest du hier.

Satt oder voll?

Kennst du das? Der Bauch ist voll, eigentlich bist du, wie es so schön heisst, pappsatt … aber dennoch nicht wirklich satt = zufrieden. Irgendetwas fehlt noch. Bei Kochköstlern ist es vielleicht nicht zuletzt deswegen üblich, nach dem eigentlichen Essen noch ein süßes Dessert zu essen. Bei meinen momentanen Kalorienzählereien & dem Herumexperimentieren damit ist es mir ebenfalls aufgefallen: die angeblich nötigen Kalorienmengen schaffe ich so gut wie nie, & wenn doch mal annäherungsweise (mit vielen Datteln & Bananen), dann bin ich derart vollgestopft, dass ich mich nicht mehr wohlfühle. Jedoch nicht unbedingt auch zufrieden-satt. Meistens jedoch bin ich am Ende des Tages komplett satt, zufrieden, gut genährt. Trotz „zuwenig“ Kalorien. Wie kommt das?

Satt = vollständig genährt, dieses Signal sendet unser Gehirn dann, wenn der Körper mit allen Nährstoffen, die er braucht, versorgt ist. Insbesondere mit allen Mineralien. Eine vollständige Ernährung allein durch die Mindestaufnahme einer bestimmten Kalorienmenge sicherstellen zu wollen, reicht dafür nicht aus. Sicher erhöht die Menge an aufgenommenen Kalorien bei einer roh-veganen Ernährungsweise die Wahrscheinlichkeit, damit auch ausreichend Vitalstoffe zu sich zu nehmen. Auf keinen Fall solltest du (stattdessen oder gar zusätzlich) nun anfangen, das was du isst, zu analysieren & deinen Speiseplan etwa nach dem Gehalt an Calcium & Co zusammenzustellen. Sinnvoller ist es in meinen Augen, auf die Versorgung mit qualitativ hochwertiger Nahrung zu achten. Biologisch oder unbehandelt angebaute Früchte. So frisch wie möglich. Am besten regional. Soweit verfügbar Wildfrüchte. Viel Grünzeug, besonders empfehlenswert sind auch hier die Wildkräuter. Möglichst viel mono essen, denn dann kann der Körper die Nährstoffe am besten verwerten. Nicht vergessen: viel frische Luft & Sonne, denn auch das braucht unser Körper!

Ich bin heute so wunderbar satt geworden: 3 große Orangen. ca. 100g Erdbeeren. 4 Deglet-Datteln. 1,5 Kochbananen. 8 Deglet-Datteln. Jede Menge Malve. Abends noch 6 kleine Tomaten & noch ein bisschen Malve – eigentlich nur aus Gesellschaft, denn Hunger hatte ich da schon nicht mehr. Kalorienmäßig bedeutet das gerade mal 1107 kcal (89,2% / 6,5% / 4,3%), was selbst im Vergleich zu meinen üblichen Ergebnissen recht wenig ist. Jedoch sind laut Messtabellen sämtliche Vitamine (außer B12 & D, für die ja auf anderem Wege gesorgt ist) & Mineralien darin enthalten (manche den Zahlen nach nicht tagesbedarfsdeckend, andere wiederum den angenommenen Tagessatz zu bis zu 2900% erfüllend) – vor allem aber vermittelt mein Körper, mein Wohlbefinden, mein Energielevel mir ganz deutlich: ja, ich habe alles bekommen, was ich brauche!