Rohkostkonzepte: Urkost

Dass Rohkost nicht gleich Rohkost ist, es viele verschiedene Ausprägungen & Theorien dazu gibt, ist nichts Neues. Obwohl ich mich in meiner Ernährung ausschließlich an meinem eigenen Bedarf, meinem Befinden, orientiere, nur meinen Bedürfnisse dabei folge & keinerlei von wem auch immer aufgestellten Regeln – & dies auch das einzige „Konzept“ ist, das ich empfehlen kann -, werfe ich doch ganz gern mal einen Blick auf die Meinungen und Erfahrungen anderer. Bei Schwierigkeiten, egal ob beim Beginn einer Rohkosternährung oder später, kann das durchaus ganz inspirierend sein & eventuell wertvolle Hinweise liefern. Ob & wieweit anderer Leute Konzepte für dich passen – das musst du selbst herausfinden. In der nächsten Zeit möchte ich dir ein paar der bekannteren Rohkostrichtungen vorstellen. In jeder davon finde ich Aspekte unserer Art zu essen wieder. Meiner Überzeugung & Ernährungsform am Nächsten kommt wohl die sogenannte Urkost, weshalb ich meine Reihe mit ihr beginne:

Die bekanntesten Vertreter dieser Rohkostrichtung sind Franz Konz (Autor des Buches „Der Große Gesundheits-Konz“), der sich mit dieser Ernährung von Krebs geheilt & den Begriff der Urkost geprägt hat, und Brigitte Rondholz, die die Urkost seit vielen Jahren sowohl im RealLife als auch im Web vertritt. Die Urkost – oder besser: Urtherapie – beinhaltet außer der Ernährung die ebenso wichtige körperliche Bewegung, das sogenannte Urtraining, und eine körperlich & seelisch gesunde, natürliche Lebensweise (mit viel Sonne, Singen, Aufenthalten in der Natur, Barfußlaufen usw – Naturverbundenheit eben). Grundlage dieser Idee ist die Natur: die von der Natur für uns Menschen vorgesehene Ernährungs- & Lebensweise erhält uns gesund. Alles andere (zer-)stört unsere Gesundheit. Krankheitssymptome welcher Art auch immer sind Reaktionen deines Körpers auf krankmachende Einflüsse; Versuche des Körpers, sein Gleichgewicht bestmöglich zu erhalten. Für deine Gesundheit bist einzig & allein du selbst verantwortlich, heilen kann dich nur die Änderung deiner Lebensgewohnheiten hin zum natürlichen, naturgerechten Leben. Weder Medizin noch Naturheilkunde können dir das abnehmen – im Gegenteil, zumindestens erstere zerstört höchstens noch mehr.

Wie essen Urköstler nun also?
Die Urkost setzt sich zusammen aus ca. 70% Früchten (inkl. Fettfrüchten wie Avocado, Kokosnuss etc), ca. 25% Wildkräutern & ca. 5% Samen, Nüssen usw. Auch grünes Bio-Gemüse & Wurzeln können gegessen werden, insbesondere als Ersatz, falls nicht ausreichend Wildkräuter zur Verfügung stehen. Die Nahrung soll optimalerweise möglichst wild & ursprünglich sein (in Wildkräutern & anderen Wildpflanzen sind wesentlich mehr wertvolle Inhaltsstoffe enthalten als in Kulturpflanzen) & wird so naturbelassen wie möglich gegessen. Gegessen wird nach Hunger/Appetit, nicht nach festen Zeiten. Allerdings nicht mehr spät am Abend, denn im Dunkeln würden wir natürlicherweise ja eh nichts zu essen finden.

Austauschmöglichkeit mit anderen Roh- & UrköstlerInnen bietet das Urkostforum.

Zen auf dem Weg zur Rohkost

Du möchtest (etwas in) dein(em) Leben verändern. Zum Beispiel deine Ernährung. Für dein Wohlbefinden. Rohkost essen, mehr Rohkost, am besten 100% Rohkost. 100% sind einfacher zu leben als 90% (so heisst es; ich hab es nicht ausprobiert), bergen aber die Gefahr, dass du beim ersten nichtrohen Bissen das Gefühl hast, gescheitert zu sein, es nicht geschafft zu haben. Dass ein einziges mal gekocht essen gleich ein Etikett bekommt, „Ausnahme“, „Rückfall“ oder ähnliches. Dass die Hürde anzufangen zu groß ist, aus Angst vor dem Verlust des Gewohnten („nie wieder … ???“).

Bleib entspannt – mach kleine, schrittweise Veränderungen, statt alles auf einmal erreichen zu wollen & daran zu scheitern (oder gar nicht erst anzufangen)!

Für die Rohkost kann das heissen, dass du nach und nach deine Mahlzeiten umstellst. Zuerst roh frühstückst: Früchte, Smoothies oder wonach dir morgens ist. Als nächstes nur noch rohe Zwischenmahlzeiten. Dann das Mittag- oder Abendessen – je nachdem, was besser für dich & deinen Alltag passt.

Oder du schließt schrittweise bestimmte Nahrungsmittel aus deiner Ernährung aus: Kaffee, Alkohol, Fertiggerichte, künstliche Süßigkeiten, Fleisch, Milchprodukte, Brot/Teigwaren … und entdeckst dabei gleichzeitig die viel größere Vielfalt der rohen Nahrungspalette (denn mal ehrlich: ist nicht das, was du an Kochkost isst, eigentlich fast immer dasselbe – zusammengesetzt aus denselben paar Zutaten (Getreide, Eier, Milchprodukte) & sich nur durch die Beigabe von Zucker/Salz/Gewürzen unterscheidend?)

Vielleicht fällt dir selbst noch eine andere Art, den Weg zu gestalten, ein … genieße ihn, & erzähl mir hier davon, wenn du magst!

Inspiriert vom Zen Habits-Blog von Leo Babauta

Wilde Früchte, Wildfrüchte, Hunger

Um es gleich vorab klarzustellen: mit Rohkost bist du meiner Meinung nach auf jeden Fall schon mal auf dem richtigen Weg; rohe Früchte & Gemüse, egal welche, sind gewiss wertvoller für die Ernährung als gekochtes Essen. Dass es dennoch meiner Erfahrung nach nicht egal ist, wie sich die rohköstliche Nahrung zusammensetzt, darüber habe ich schon öfter, zuletzt vor ein paar Tagen hier geschrieben. Insbesondere was Früchte betrifft. Da ich mit meiner Beschreibung der wilden Früchte, Wildfrüchte, gezüchteten Früchte & meinen diesbezüglichen Empfehlungen scheinbar einige verunsichert habe, heute noch mal ein Versuch der Klärung.

Als erstes: esst Früchte, aus einem möglichst großen Angebot, welche & soviel ihr wollt. Das heisst, die Sorten & Mengen, mit denen es euch gut geht! Ich kann es nicht oft genug sagen: jedeR von euch hat ihren/seinen eigenen Körper, ist selbst verantwortlich für sich & muss selber feststellen, was gut tut & was nicht! Ich teile hier nur meine Erfahrungen & Ideen – vielleicht hilft euch ja manches davon weiter, auch wenn höchstwahrscheinlich nicht alles mit euren eigenen Erfahrungen übereinstimmt!

Also, Früchte: es gibt Wildfrüchte. Wilde (ursprüngliche) Früchte, auch aus Anbau. Und mehr oder weniger stark gezüchtete Früchte.

  • Wilde Früchte, also solche die wirklich wild wachsen, haben die meisten von uns höchstens gelegentlich & in kleinen Mengen in ihrer Umgebung. Insbesondere in den nördlichen Ländern wächst im Winter viele Monate lang kaum etwas. Was vermutlich die meisten, selbst Großstädter oder im Gebirge Ansässige kennen & im Spätsommer finden dürften, sind Brombeeren.
  • Wildfrüchte, ursprüngliche Früchte, geschaffen von der Natur, gab es schon vor den Menschen bzw haben sich unabhängig von ihm entwickelt. Sie können natürlich trotzdem vom Menschen absichtlich weiter angebaut werden, würden jedoch auch ohne menschliche Pflege weiterexistieren. Wiederum das Beispiel der Brombeeren. Solche Pflanzen können „veredelt“ werden, damit sie z. B. produktiver werden. Und weiter gezüchtet werden, um möglichst schöne, süße, große … Früchte zu erhalten. Der Unterschied ist z. B. gut bei Heidelbeeren zu erkennen. Die wilden sind viel kleiner & längst nicht so süß wie manche der Zuchtsorten. Wobei selbst die letzteren im Vergleich zu den üblichen im Handel erhältlichen Äpfeln noch viel näher an ihren Ursprüngen sind. Mal ehrlich, habt ihr mal Früchte von einem wildwachsenden oder wenigstens seit Jahren verwilderten alten Apfelbaum gegessen? Und gemocht? Die Äpfel sind viel kleiner, verwachsener, oft holziger, vor allem viel weniger süß. Das, was im Bioladen (und erst recht im Supermarkt) herumliegt & aussieht wie Äpfel – da ist wahrhaftig nicht mehr viel drin.
  • Womit wir bei den (mehr oder weniger stark) gezüchteten Früchten sind: je mehr in die Natur eingegriffen wird, desto weniger widerstandsfähig werden die Pflanzen. Das natürliche Gleichgewicht der Frucht gerät durcheinander – sie neigen zu Krankheiten, Schädlingsbefall etc. Und nähren uns deswegen logischerweise nicht mehr so perfekt wie ihre von der Natur geschaffenen, ursprünglichen Versionen. Gezüchtet wird auf das hin, was sich gut verkauft: einen süßen Geschmack, eine leicht zu essende Konsistenz (wenig Fasern), wenig Schale & Kern, viel Fruchtfleisch, große Früchte. Das geht zu Lasten der Nährstoffe, der Mineraliengehalt nimmt ab, sinnvolle natürliche Eigenschaften, die uns z. B. erkennen lassen, wann wir genug gegessen haben, verschwinden.

    Nun sind natürlich nicht alle im Handel erhältlichen Früchte gleichermaßen überzüchtet. Am wenigstens dem Wohlbefinden dienlich sind wohl die kernlos gezüchteten Hybridfrüchte. Einige der (relativ) ursprünglichen Früchte, die ihr im Handel bekommt, habe ich ja neulich schon mal aufgelistet (wobei diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt!). Mögliche Hinweise bei der Einschätzung der Ursprünglichkeit solcher Früchte aus dem Laden oder vom Versender liefert ein Blick auf die Frucht & ein Vergleich mit den oben genannten Zuchtzielen: Geschmack, Form, Größe, Verhältnis Kerne/Schale/Fruchtfleisch usw.

Ach ja: dies hier heisst nicht, dass ihr keine Äpfel (Bananen, Mangos … usw) mehr essen solltet. Oder gar hungern sollt, wenn ihr keine Wildfrüchte in eurer Umgebung findet. Esst Wildfrüchte, wenn ihr sie findet. Kauft wilde Früchte, wenn es euch möglich ist. Ansonsten: esst was ihr bekommen könnt & mögt & gleicht ein eventuelles Ungleichgewicht mit Grünzeug, Wildkräutern, aus, falls ihr auch das Gefühl habt, dass sonst etwas fehlt.

Mineralien & Salze

Salz ist ein isoliertes Produkt, aus dem natürlichen Zusammenhang gerissen. Würden wir uns wahrhaftig natürlich ernähren, aus der Natur, hätten wir kein Salz. Was für mich die Frage, ob wir Salz brauchen oder nicht, eindeutig beantwortet. Was wir brauchen, sind die Mineralsalze. Die in Pflanzen, insbesondere in grünen Blättern, enthalten sind. Deswegen mögen wir den salzigen Geschmack, selbst wenn wir nicht durch jahrelange Kochkost darauf geprägt wurden.

Von dem, was im Supermarkt unter dem Namen „Salz“ verkauft wird, möchte ich hier gar nicht reden. Jedoch selbst relativ hochwertiges Salz, wie unraffiniertes Meersalz oder Kristallsalz, ist ein denaturiertes Produkt. Und überlistet als solches unseren Instinkt: gesalzen schmecken uns Dinge, die wir sonst nicht mögen. Mit ein bisschen Salz schmeckt die Avocado gleich so verlockend, dass wir über unseren Hunger hinaus weiteressen. Salz wirkt suchterzeugend – die Gewöhnung an den Geschmack geht schnell & schon stumpft unser Geschmackssinn ab, schmecken uns natürliche Nahrungsmittel fad & langweilig. Dagegen hilft nur eins: Salz weglassen. Am besten ganz & gar & sofort. Wem das zu heftig ist, der kann es natürlich auch nach & nach reduzieren, ausschleichen sozusagen. Ich habe das zu Beginn meiner Rohkostzeit so gemacht, eher zufällig als absichtlich: zu Anfang war ich mir der Schädlichkeit des Salzes an sich noch gar nicht bewusst & mochte den Geschmack einfach noch. Je länger ich roh gegessen habe, besonders mit der zunehmenden Menge an Wildkräutern, desto weniger mochte ich das künstliche Salzige. Nach einiger Zeit konnte ich gesalzene Salate oder Dipps, wie sie auf Rohkosttreffen serviert wurden, nicht mehr essen – so unangenehm war mir der salzige Geschmack.

Über diese den Instinkt verfälschende Wirkung hinaus kann Salz auch Schäden in unserem Körper anrichten. Deutlich zu sehen ist das, wenn jemand nach langer Zeit ohne oder mit kaum Salz doch mal wieder etwas Gesalzenes isst: es kommt zu Wassereinlagerungen, z. B. dicken Füßen oder Schwellungen im Gesicht. Ich selbst habe kürzlich erst eine ziemlich starke Reaktion nach dem Essen einer gesalzenen Sauce erlebt. Der langjährige Rohköstler Karl Probst berichtete im vergangenen Jahr in der Zeitschrift „Natürlich leben“, dass er ein schon lange andauerndes gesundheitliches Problem endlich loswurde, indem er auf Salz verzichtete. Eine Rückkehr zum Salz nach mehrwöchiger Pause brachte auch sofort das Problem wieder zurück.

Die Tochter, die, seit sie es bei einer Freundin kennengelernt hat, ihre Avocado, Sonnenblumenkerne oder Linsen gern nachsalzt, hat dafür in den letzten Jahren statt purem isoliertem Salz immer gemahlene getrocknete Algen, im Salzstreuer mit ein wenig unraffiniertem Meersalz aus dem Bioladen gemischt, genommen. Vor Kurzem haben wir etwas Neues „erfunden“ – sie verwendet nun eine Sellerie-Algen-Mischung: gemahlene getrocknete Blätter vom Staudensellerie, gemahlene Algen & ein wenig von dem Meersalz. Geschmacklich dominiert der Sellerie – ich wiege es nicht ab, aber es sind wohl ungefähr 5% Salz in der Mischung. Was ihre Lust auf den salzigen Geschmack & auf die Tätigkeit des Salzens an sich befriedigt & ihr gleichzeitig noch ein bisschen mehr Grünzeug, mit den wichtigen Mineralsalzen in ihrem natürlichen Verbund, gibt. Staudensellerie ist übrigens ohnehin ein guter Lieferant für Mineralsalze. Frisch & in guter Qualität schmeckt er von selbst tatsächlich salzig. Ein beliebter Snack hier sind in ca 0,5 cm breite Stücke geschnittene Selleriestangen – rohköstliche Erdnussflips, sozusagen 😉

Getrocknete Sellerieblätter & Meeresspaghetti - zusammen gemahlen ein prima Salzersatz

Das Gleichgewicht bewahren

Immer wieder sind unterschiedliche Meinungen zur Rohkostgestaltung zu lesen & zu hören. Gerade beim Thema Früchte scheiden sich die Geister: viele Früchte oder besser nur wenige, gar keine? Schadet der viele Fruchtzucker? Ist in den Früchten alles drin oder mangelt es uns an Mineralien, wenn wir überwiegend Früchte essen? Bringen sie den Blutzuckerspiegel aus dem Gleichgewicht oder nicht? Sicher basieren die verschiedenen Meinungen auf unterschiedlichen Erfahrungen auf der Suche nach dem „richtigen“ Weg. Leben bedeutet Veränderung & je nach Lebenslage entwickelt sich gewiss der individuelle Bedarf. Auch nicht zu vernachlässigen ist dabei das jeweils vorhandene Angebot an Früchten und anderen Nahrungsmitteln. Was euch auf Dauer gut tut, findet ihr nur selbst heraus – indem ihr es ausprobiert, auf euren Körper & euer Wohlbefinden achtet & so den für euch richtigen Weg findet.

Meiner Erfahrung nach schwierig ist es, sich überwiegend von sehr gezüchteten Früchten ohne geeigneten Ausgleich zu ernähren. Abgesehen davon, dass sie aufgrund der Züchtung krankheitsanfällig sind & dementsprechend viel behandelt werden müssen (Beispiel: helle Weintrauben), enthalten sie tatsächlich übermässig viel Fruchtzucker & kaum noch Mineralien. Was den Effekt hat, dass man davon kaum satt wird, endlos weiteressen kann, ohne dass ein Zufriedenheitsgefühl oder gar eine Sperre eintreten. Der Blutzuckerspiegel lässt sich damit kaum stabil halten & es kommt nach einiger Zeit zu Beschwerden wie Abmagerung, Karies, Pilzen, Unzufriedenheit. Zu diesen nicht so empfehlenswerten Früchten gehören zum Beispiel Melonen, helle Trauben, die üblicherweise im Handel angebotenen Bananen, Orangen, Äpfel, Mangos.

Viel besser sind wilde Früchte. Von der Natur hervorgebrachte, die auch ohne menschliche Betreuung weiterwachsen. Wild sammeln könnt ihr zum Beispiel diverse Beeren (Brombeeren, Weissdorn, Himbeeren), Eibenfrüchte, Kornelkirschen, Felsenbirnen und mehr. Im Handel oder über Versender erhältlich sind unter anderem Kaktusfeigen, Feigen, wilde Mangos, Gemüsebananen, Tamarillos, Zitronen, grüne Kiwis, Sapoten, Wilddurian und mehr. Auch Ananas & Beeren, wobei es dabei ebenfalls gezüchtete Arten gibt. Gut zu erkennen ist die Bekömmlichkeit am Eintreten einer Sperre nach ausreichender Aufnahme der jeweiligen Frucht. Also deutlichen Zeichen des Körpers, wenn er genug hat. Das kann ein Brennen im Mund sein, die Nase beginnt zu laufen, die Frucht schmeckt plötzlich nicht mehr gut oder gar unangenehm. Bei Ananas hat das vermutlich jedeR schon einmal erlebt. Auch Feigen und grüne Kiwis haben noch eine recht klare Sperre. (was natürlich nur zuverlässig funktioniert, wenn die Früchte mono & ganz gegessen werden; nicht gemischt oder gar zum Smoothie oder ähnlichem verarbeitet).

Was nun aber, wenn wilde Früchte nicht zur Verfügung stehen? Gemüse sind praktisch alle gezüchtet; zwar haben sie gegenüber den gezüchteten Früchten immerhin den Vorteil, dass sie nicht so süß sind, dafür sind sie für manchen teilweise schwer verdaulich. Gut bekömmlich sind in der Regel die Gemüsefrüchte wie Tomaten, Paprika, Gurke. Einen guten Ausgleich zu gezüchteten Früchten bieten zum Einen die Fettfrüchte (Oliven, wilde Avocados, Kokosnüsse, Mandeln, Macadamia, Sonnenblumenkerne, Safus usw) & natürlich Grünzeug! Allem voran die Wildkräuter, die täglich und am besten zu jeder (insbesondere Frucht-)Mahlzeit gegessen werden sollten! Ersatzweise gehen auch mal dunkelgrüne Blattgemüse & Kräuter.

Genießt das reichhaltige Angebot in Deutschland – noch gibt es Wildkräuter, & falls ihr demnächst, im Winter, keine mehr findet: esst Spinat, Postelein, Feldsalat, Petersilie, Grünkohl, andere Wildsalate. Nicht zu vergessen die Brombeerblätter, die es den gesamten Winter über gibt & die auch unter dem Schnee noch gut zu finden sein werden … mich haben sie hier, wie schon erwähnt, über den Sommer gerettet & ich freue mich jetzt über die langsam wieder sprießenden Wildkräuter. Wilden Fenchel, Malve, winzige Brennesseln und Breitwegerich habe ich heute gefunden *freu*. Was wächst in Deutschland jetzt noch?

Auch wenn ich es in mehrfacher Hinsicht für sinnvoller halte, Früchte & Grünes pur, ganz, ungemischt, mono zu essen, will ich euch nicht unbedingt von Smoothies abraten. Besser als nur gezüchtete Früchte sind auf jeden Fall Smoothies aus diesen Früchten mit Grünzeug. Oder auch aus Gemüse & Grünzeug. Gerade bei den winterlichen Brombeerblättern mit ihrer doch gewöhnungsbedürftigen Konsistenz fällt das Essen vielen schwer. Im Gegensatz zu Säften, die nur ein Extrakt & damit zwar den Zucker, nicht aber die Ballaststoffe aus den Zutaten enthalten, ist in den Smoothies noch alles drin! Verwendet aber nur Wildkräuter, die ihr kennt & die ihr zumindestens in kleiner Menge auch pur essen könnt. Und am besten nur möglichst wenige Zutaten, insbesondere nur eine Fruchtsorte zur Zeit, verwenden.

Warm & kalt – chinesische Rohkost

Jahreszeitbedingt bleibt dies wohl für die nächsten Monate ein aktuelles Thema: wie halte ich mich mit Rohkost warm? Heute dazu mal etwas aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Die – ganz im Gegensatz zur hiesigen Schulmedizin – darauf basiert, die Gesundheit der Menschen zu erhalten statt ihre Krankheiten zu heilen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Ernährung. Die den Körper im Gleichgewicht halten soll. Früher, zu Kochkostzeiten, habe ich mich mit dieser Art der Ernährung jahrelang sehr wohl gefühlt. Manche Aspekte dieser Ernährungslehre kann ich heute kaum noch nachvollziehen: klassischerweise wird nämlich fast alles gekocht, häufig sogar stundenlang. Selbst Obst. Von Rohkost wird ihrer Kälte wegen den meisten Menschen eher abgeraten. Vieles, wie zum Beispiel die Zuordnung der Nahrungsmittel zu den 5 Elementen des chinesischen Systems & auch die Einteilung der Nahrung entsprechend ihrer thermischen Wirkung, lässt sich jedoch auch auf die Rohkost anwenden. Und kann vielleicht Unterstützung dabei sein, wenn du nach dem richtigen Gleichgewicht, der richtigen Gestaltung deiner Rohkost suchst. Zum Beispiel, wie neulich schon einmal kurz angesprochen, beim Zusammenstellen des rohen Speiseplans passend zu den klimatischen Verhältnissen.

In der TCM werden 5 Elemente unterschieden: Holz, Feuer, Erde, Metall & Wasser. Die Nahrungsmittel lassen sich anhand ihrer Eigenschaften diesen Elementen zuordnen:

  • Holz = sauer, grün, zusammenziehend
  • Feuer = bitter, rot, ausleitend
  • Erde = süßlich, gelb, befeuchtend
  • Metall = scharf, rund, weiß, öffnet die Poren
  • Wasser = salzig, fast schwarz, kann abführend wirken.

Optimalerweise soll in einer Mahlzeit aus jedem Element etwas enthalten sein oder auch mal die ganze Mahlzeit aus Nahrung, die dem Erdelement zugeordnet wird, bestehen.

Jeder der vier Jahreszeiten wird ebenfalls ein Element zugeordnet, welches während dieser Jahreszeit auch bei der Nahrungszusammenstellung ein größeres Gewicht hat. Zum Frühling gehört beispielsweise das Element Holz; während des Frühlings mehr aus dem Holz-Element zu essen, unterstützt den Körper während dieser Jahreszeit besonders beim Entgiften & Regenerieren nach dem Winter. Zum Sommer gehört das Feuer, zum Herbst Metall, zum Winter Wasser. Zwischen den Jahreszeiten (die nicht exakt mit unserem westlichen Jahreszeitenkalender übereinstimmen) gibt es neutrale Phasen, in denen viel Nahrung aus dem Erd-Element hilft, das Gleichgewicht zu bewahren. Da die Früchte & Gemüse aus dem Erdelement besonders die „Erdung“ unterstützen, eignen sie sich übrigens ausgezeichnet für kleine Kinder, die mit fester Nahrung gerade erst anfangen.

Weiterhin werden die Nahrungsmittel gemäß ihrer thermischen Wirkung bzw. ihrem Yin-/Yang-Aspekt unterschieden. Nahrung mit viel Yang wirkt heiss, überwiegend Yin bedeutet kalt. Auch hier gilt es, das Gleichgewicht zu bewahren. Am besten dafür sind neutrale Nahrungsmittel. Kühles & Warmes können sich gegenseitig ausgleichen, Kaltes & Heißes sollte nur sehr vorsichtig verwendet werden. Logischerweise darf bei warmem Wetter oder anstrengender körperlicher Tätigkeit mehr Kühles (Erfrischendes) & auch mal Kaltes in der Nahrung sein, im Winter mehr Warmes & auch etwas Heißes.

Ich habe euch hier mal eine Übersicht gemacht, eine Einteilung unserer Nahrungsmittel gemäß den Elementen & der thermischen Wirkung (Draufklicken zum Vergrößern!):

Einteilung der Nahrung nach den fünf Elementen

Wenn ich mir die Tabelle so ansehe, fällt mir auf den ersten Blick auf, dass der Großteil unserer Nahrung im Erdelement zu finden ist. Und dass typische jahreszeitliche Varianten meiner Ernährung sich hier ebenfalls wiederfinden: die Vorliebe für Ingwer im Herbst, Melone im Sommer, Löwenzahn im Frühling …. Wildkräuter sind in dieser Tabelle nicht enthalten, aber anhand der genannten Früchte, Gemüse & Blätter & der Eigenschaften der einzelnen Elemente lassen sie sich recht einfach einordnen: die bitteren Blätter gehören natürlich zum (ausleitenden) Feuerelement, Saures zum Holz, Scharfes zum Metall. Milde Kräuter wie Malve & Melde etc würde ich dem Erdelement zuordnen. Bei Brennessel & Beinwell bin ich mir nicht sicher, ob sie eher Feuer oder Erde sind?!? Na, egal – natürlich sollte die Wahl der Nahrungsmittel sich weiterhin nach dem individuellen Bedarf, dem eigenen Gefühl (Instinkt) richten, nicht nach irgendwelchen Tabellen. Vielleicht jedoch eine hilfreiche oder inspirierende Grundlage zum Ausprobieren? Gerade hinsichtlich des Warmhaltens jetzt im Herbst & Winter …

Lesenswert: Denkanstöße für mehr Gesundheit & Freiheit

So einfach ist das:

„Nun ist es aber natürlich so, dass die Lieblingstemperatur des Lebens zwischen 20 und 37 Grad Celsius liegt. Hier fühlt es sich wohl, lässt Pflanzen gedeihen und Herzen höher schlagen. Kochen wir das Leben in einem Hochofen, halten es über einen Bunsenbrenner oder grillen es über dem Feuer, erlischt es. Auch unser eigener Körper kann nicht mehr leben, erhöht sich seine Temperatur um nur vier bis fünf Grad auf 41 oder 42 Grad Celsius, was Fieber bedeutet. Hinsichtlich dieser Überlegungen kann es uns also nicht wundern, dass aus unter Hitzeverwendung entstandenen Dingen das Leben gewichen ist.

Ein kurzes Buch mit einem langen Titel: Tante Edeltrauds Überlegungen als Schaffung von mehr Wohlbehagen im Menschen. Umfassende, leicht les- & nachvollziehbare philosophische & praktische Überlegungen zu einem ganzheitlichen Konzept für einen gesundheits- und freiheitsfördernden Lebensstil. Wohlbehagen, natürlicherweise zu erreichen durch Einfachheit, Zufriedenheit, Offenheit & Gesundheit. Nicht nur, aber auch auf die Ernährung bezogen. Die offenbar nicht nur, so die Schlussfolgerung, natürlicher- & artgerechterweise roh & vegan sein sowie mono, ungemischt, genossen werden sollte, sondern vor allem wieder ausschließlich ihrem eigentlichen Zweck, der Nährung & dem Krafterhalt des Körpers dienen sollte. Nicht der ersatzweisen Erfüllung emotionaler Bedürfnisse.

Die Befreiung vom Emotionsessen ist immer wieder ein interessantes Thema. Auch gesunde Nahrung kann im Unverstand gegessen werden. [… ] Es verfehlt den Zweck unseres ganzheitlichen Konzepts, uns nun ständig mit grüner Nahrung zu überlasten. Viele Gemüse, Salate und Früchte sind so lecker, dass es durchaus verlockend sein kann, von morgens bis abends davon zu essen. [… ] Richtige körperliche Gesundheit jedoch entfaltet sich erst dann, wenn der Körper nicht mit mehr Verdauungsarbeit belastet wird als nötig. […] Für die meisten Menschen mag es für einen längeren Zeitraum noch stimmiger sein und sich besser anfühlen, sich bei Bedarf nach Lust und Laune der Emotionskost zu bedienen. Es geht uns hier nicht darum, jemanden in ein Gefühl des Verzichts zu stürzen, sondern darum, ein Bewusstsein für ein ganzheitliches Konzept zu entwickeln.

Eine schöne & inspirierende Lektüre!

Erhältlich ist das Buch bei amazon oder direkt beim Roh-Ark-Verlag.

Naturschlaf

Heute mal was anderes – das Leben besteht ja nicht nur aus Essen, nicht wahr, & auch zur natürlichen, gesundheitsfördernden Lebensweise gehören bekanntlich noch weitere Aspekte. Zum Beispiel ausreichend Schlaf. Insbesondere der sogenannte „Naturschlaf„. Also ein Schlaf- & Wachrhythmus, der sich an den natürlichen Gegebenheiten, sprich Lichtverhältnissen ohne elektrisches Licht, orientiert. Schlafen gehen, wenn es dunkel wird. Was je nach Jahreszeit & Aufenthaltsort zu einigermaßen unterschiedlichen Schlafenszeiten führen kann. Im Winter länger & früher als im Sommer, im Süden mehr als im Norden … Hier auf Teneriffa ist die helle Zeit des Tages im Sommer deutlich kürzer als in Hamburg, jedoch sind die Unterschiede über die Jahreszeiten viel geringer.

Die Erkenntnis, dass der Schlaf vor Mitternacht der Beste (Erholsamste) sein soll, ist nicht wirklich neu. Viele die es ausprobiert haben, haben die Erfahrung gemacht, dass der nächtliche Schlafbedarf mit der Zahl der Ruhestunden vor Mitternacht sinkt.

Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder probiert, meine Schlafgewohnheiten probeweise derart zu verändern. Was allerdings noch nie so richtig geklappt hat – ich bin eher eine Nachteule & brauche ohnehin nicht sehr viel Schlaf: normalerweise gehe ich zwischen 1 und 2 Uhr nachts schlafen & bin, je nach Ort & Jahreszeit, nach 5-6 Stunden ausgeschlafen. Im Sommer in Hamburg war ich früh um 5 topfit, zuhause in Teneriffa wache ich meist gegen halb acht auf – eine Tageszeit, zu der es noch nicht wirklich hell ist hier.

Nun hat das Leben mir in den letzten Tagen freundlicherweise die Gelegenheit gegeben, mein Naturschlaf-Experiment endlich mal über mehrere Tage durchzuführen: wir haben grad ein Problem mit unserer Stromversorgung & sind seit nunmehr 5 Tagen jeden Abend ab 8 Uhr ohne Strom. Kerzenlicht, kein Internet, kein Telefon, kein Computer. Und ein Kind, das sich allein im Bett im stockdunklen Kinderzimmer fürchtet. So dass ich tatsächlich jeden Abend gegen 10 schlafen gehe. Wodurch sich mein Schlafbedarf, so das Ergebnis schon der ersten Nacht, auf 3 Stunden reduziert. Schade nur, dass die dunkle Nacht dann noch weitere 6-7 Stunden andauert … Bei uns ist um diese Zeit der Strom wieder da, aber was täte ich unter natürlichen Bedingungen??? Während der letzten Nächte bin ich manchmal gleich um 1 aufgestanden, manchmal auch noch, weil es so kuschelig, dunkel & warm war, bis 4 im Bett geblieben. Dunkel ist es dann immer noch, aber mein Energielevel zu hoch, um noch liegenzubleiben.

Ob es nun naturgemäßer ist, die dunklen Nachtstunden nach dem Schlafen mithilfe elektrischen Lichts zum Tag zu machen … wohl nicht. Toll ist jedoch, dass ich wirlich weniger Schlaf brauche, also mehr Zeit habe. Und mich tatsächlich besser ausgeschlafen fühle, wenn ich von 22 Uhr bis 1 oder 4 schlafe als von 2 bis 8.

Gemüse-Snacks kreativ

Irgendwie schmeckt Gemüse zumindest meinen jüngeren MitbewohnerInnen besser, wenn es phantasievoll angerichtet und/oder mit irgendeiner Geschichte verbunden ist. Seit die Tochter z. B. gehört hat, dass ihr Freund V. in Deutschland als Teil des Abendrituals zur Gute-Nacht-Geschichte immer ein Gemüse knabbert, verlangt auch sie allabendlich nach einer Möhre, einem Kohlrabi oder einem Stück Blumenkohl als Betthupferl.

Für das appetitanregende Anrichten von Gemüse über den Tag lasse ich mir gerne was einfallen. Und freue mich natürlich immer über Anregungen & Inspirationen. Eine solche kam neulich über einen Tweet von Jademond … gleich ausprobiert & für gut befunden:

Gemüse-Blumenstrauß

Die Vorlage dazu kam von hier. Weitere schöne Ideen gibt es auf dieser Seite – zwar nicht komplett roh & vegan, aber eine gute Grundlage zum (angepassten) Nachbauen.