Die Wahrheit

Vor einigen Tagen hat Bianca mein Zitat der Aterhov’schen Rohkost-Regeln folgendermaßen kommentiert:

„So viele Menschen versuchen immer die Richtigkeit ihrer Ernährungsweise zu untermauern und es gibt für alle Richtungen so viele Beweise! Das sich der ein oder ander mit dieser oder jener Kost besser und richtiger fühlt glaube ich aber das auf alle zu beziehen? Was ist mit meiner 96 jährigen Oma, die weder übergewichtig, noch Herz,- oder sonstwie krank immer im Leben Maß gehalten hat?Sie fährt Fahrrad geht auf Greenpeace Veranstaltungen etc.
Liegt die Wahrheit nicht immer irgendwo dazwischen?

Die Wahrheit … ich will mir keineswegs anmaßen zu behaupten, ich wüsste, was DIE absolute Wahrheit über die menschliche Ernährung ist. Bianca’s Oma ist fit trotz Kochkost, Aterhov’s Kinder sind nach schwerer Krankheit dank Rohkost gesundet, dann durch die Rückkehr zur Kochkost daran gestorben. Er selbst hat sich durch Rohkost von Krankheiten geheilt … nachvollziehbar ist zweifellos, wie sich solche unterschiedlichen Erfahrungen auf die Meinungsbildung auswirken. Ich schreibe diesen Blog, weil auch ich eine Meinung dazu habe, meine Wahrheit, die sich entwickelt hat (& das natürlich weiterhin tut) durch meine eigenen Erfahrungen & die vieler anderer. Und weil ich es liebe, diesen Weg, diese Suche, mit euch zu teilen – euch zu motivieren & zu inspirieren, aber natürlich auch von euren Erfahrungen zu hören & daraus zu lernen.

Gesundheit, körperliche, geistige & seelische, resultiert meiner Meinung nach aus drei Faktoren: Ernährung, körperliche Betätigung & eine positive Einstellung. Ich bin davon überzeugt, dass die vielzitierte artgerechte Ernährung des Menschen nach wie vor die vegane Rohkost mit einem hohen Anteil von grünen Wildpflanzen ist. Das, was unser Körper braucht & womit er am besten funktioniert. Und ich bin davon überzeugt, dass wir einen Körper haben, um ihn zu benutzen: ausreichend körperliche Betätigung halte ich für noch wichtiger als die Ernährung. Ein Kochköstler, der viel Sport treibt, dürfte bei besserer Gesundheit sein als ein Rohköstler der nur auf dem Sofa hockt. Weiterhin glaube ich, dass unsere Gedanken, unsere Einstellung, bei ausreichender Geistesstärke soviel Macht haben, dass wir damit praktisch die Naturgesetze zur richtigen „Verwendung“ & Pflege unseres Körpers außer Kraft setzen könnten & selbst Junkfood unserer Gesundheit keinen Schaden zufügen würde. Aber, wie schon Gabriel Cousens schreibt: „Warum sollen wir unsere Energie verschwenden, um gegen die Naturgesetze zu arbeiten?“ Allerdings ist meiner Überzeugung nach der Einfluss unserer Einstellung auf unsere Gesundheit immerhin so groß, dass eine positive Einstellung selbst sehr ungesunde Lebensgewohnheiten auszugleichen vermag. Wobei natürlich auch der Umkehrschluss gilt: selbst mit optimaler Ernährung lassen sich die Auswirkungen einer negativen Lebenseinstellung nicht verhindern.

Was die Optimierung der Ernährung betrifft, scheint mir noch erwähnenswert der Aspekt des Maßhaltens: ich glaube, dass ein gewisses Maßhalten in der Ernährung bedeutsamer ist als die genaue Zusammensetzung der jeweiligen Ernährungsweise. Dass es sich also z. B. mit einer leichten, nicht zu üppigen Kochkost mit deutlichem Frischkostanteil gesünder lebt als mit einer zu üppigen, schweren, fettigen Gourmet-Rohkost, die mehr Zubereitungen aus Nüssen, verarbeitete Zutaten usw enthält als Frisches.

Schliesslich & endlich spielt natürlich auch noch eine Rolle, was für einen Körper du in diesem Leben so abbekommen hast. Manche Menschen sind einfach aufgrund von Degeneration, ererbten Schäden oder nach eventuell erlittenen Eingriffen (wie z. B. Impfungen) in der Kindheit wesentlich empfindlicher gegenüber allem, was nicht unserem natürlichem Programm entspricht als andere, die ihrem Körper scheinbar ohne negative Folgen so ziemlich alles antun können. Ich erinnere mich da an eine Urgroßtante von mir, die als starke Raucherin & mit ihrem täglichen Schnäpschen ohne gesundheitliche Probleme über 90 Jahre alt geworden ist … „Geräucherte Ware hält sich länger“, sagte sie immer. Wie alt sie wohl geworden wäre, hätte sie gesündere Gewohnheiten gepflegt?

Im Hinblick auf die drei beschriebenen Aspekte kann ich mir nach Bianca’s Beschreibung ihrer Oma gut vorstellen, dass eine Frau, die sich immer maßvoll ernährt hat (und vermutlich auch nicht gerade überwiegend von JunkFood, künstlicher Nahrung, Fertiggerichten etc), körperlich & geistig aktiv war & ist & interessiert & offen am Leben teilnimmt, sich ihre Gesundheit damit bis ins hohe Alter bewahrt hat. Essen ist definitiv nicht alles! Ähnlich hat sich wohl bei meiner Urgroßtante ihre positive Lebenseinstellung ausgewirkt.

Die Wahrheit … oder vielleicht nenne ich es lieber: den eigenen Weg; den, der für dich funktioniert, mit dem du dich wohl & gesund fühlst, wirst du selbst finden müssen. Viel Spaß weiterhin auf dieser spannenden Reise!

Koriander & Knoblauch

Kennt ihr Koriander? Das Kraut meine ich, nicht die Samen. In Deutschland ist ersteres nicht so sehr verbreitet; manchmal auf Märkten erhältlich und vor allem in Asia-Läden, häufig unter der Bezeichnung „Chinesische Petersilie“. Sowohl zu Kochkost- als auch zu Rohkostzeiten bin ich immer wieder auf Rezepte mit Koriander gestossen & so habe ich ihn immer mal wieder, einmal im Jahr oder so, ausprobiert. Mochte ihn aber nie, überhaupt nicht; ich fand den Geschmack abstoßend. Hier auf den Kanaren ist Koriander sehr verbreitet; auf dem Markt und in jeder Fruteria wird er angeboten. Vor ein paar Tagen habe ich mal wieder probiert – & plötzlich finde ich ihn unglaublich lecker & kann gar nicht genug davon bekommen!

Solche Erfahrungen habe ich schon häufiger gemacht, allerdings noch nie so extrem. Manche Nahrung reizt manchmal gar nicht, zu anderer Zeit schmeckt sie plötzlich sehr verlockend. Meiner Meinung nach die Art meines Körpers, seinen Bedarf anzuzeigen. Was er grad braucht, darauf habe ich Appetit, das schmeckt mir. Auch in diesem Fall vertraue ich ganz klar auf meinen Instinkt. Offenbar brauche ich Koriander jetzt. Und der Koriander schreit geradezu nach Knoblauch – auch nach dem verlangt es mich nämlich zunehmend. Ganz besonders während oder nach dem Essen von Koriander.

Nachdem ich mich ja nun gerade mit dem Thema Schwermetallausleitung beschäftigt habe, glaube ich, dass hinter diesem speziellen Appetit mehr steckt. In allen Quellen, die ich zu diesem Thema gefunden habe, wird nämlich auf Folgendes hingewiesen:

  1. Schwermetalle lagern sich zum Einen im Bindegewebe ab, zum Anderen in Knochen, Nerven & im Gehirn.
  2. an die Letzteren kommt man so einfach nicht heran; einzig Koriander hat scheinbar die Fähigkeit, die „Tür“ zum Abtransport auch dieser Belastungen zu öffnen.
  3. Diese „Tür“ funktioniert allerdings in beide Richtungen; es wird somit dringend davon abgeraten, eine Ausleitung mit Koriander zu versuchen, solange noch Schwermetalle im Blut & Bindegewebe unterwegs sind.

Auch wenn ich mich in den letzten Jahren nicht gezielt mit einer Ausleitung welcher Art auch immer beschäftigt habe, so esse ich doch jetzt seit 5,5 Jahren roh, mit sehr vielen Wildkräutern – eine Ernährung die, auch wenn das in solcherlei Behandlungsanleitungen nicht erwähnt wird (lässt sich ja nix mit verkaufen, nicht wahr), extrem entgiftend wirkt.

Vielleicht hat mein Instinkt mich also so davor geschützt, in meinem Blut & Bindegewebe vorhandene Schwermetalle & anderes an empfindlichere, schwerer zu erreichende Stellen zu transportieren. Und nun ist mein Bindegewebe frei davon – eine Theorie, die unterstützt wird durch die fehlende Reaktion meines Körpers auf meine kürzlichen Ausleitungsversuche mit den mir freundlicherweise von Keimling zur Verfügung gestellten Afa– und Chlorella-Algen. Die für ihre herausragende Absorptionsfähigkeit von Toxinen aller Art bekannt sind & körpereigene Entgiftungsfunktionen aktivieren sollen. Wie es mir damit ergangen ist, könnt ihr hier nachlesen. Mein Körper ist jedenfalls offenbar nun bereit, tiefer sitzende Belastungen loszuwerden. Daher mein momentaner Appetit auf Koriander. Knoblauch hat ebenfalls eine entgiftende Wirkung & schützt außerdem das Blut vor Schäden während des Transportes von Metallen aus dem Körper.

Rezepte dafür brauche ich nicht, ich futtere einfach einen Bund frischen Koriander zu Gemüse/Salat/Avocado oder ähnlichem – lecker! Den Knoblauch dazu ebenfalls einfach pur, in feine Scheibchen geschnitten. Das geht zum Beispiel prima als Wrap: ein großes Salatblatt in die Hand, mit etwas Avocado, Knoblauch & Koriander füllen, zusammenrollen, fertig! Alternativ lässt sich auch gut ein einfaches Pesto aus Koriander, zusammen mit Knoblauch & kaltgepresstem Olivenöl, zubereiten.

Aterhov’s 6 Rohkost-Regeln

  1. Die Ursache menschlicher Krankheiten ist endgültig entdeckt – alle Krankheiten haben eine gemeinsame Ursache und ein gemeinsames Heilmittel.
  2. Krankheiten entstehen durch die Ernährung mit gekochten Speisen und anderer schädlicher Nahrung.
  3. Die einzige Möglichkeit der dauerhaften Heilung besteht in der Abkehr von der Kochkost und anderer schädlicher Nahrung.
  4. Das Kochen tötet die wichtigen Bestandteile der natürlichen Nahrung und verwandelt sie in gütige und schädliche Substanzen.
  5. Alle wissenschaftlichen Daten über den Nährwert einzelner Proteine, Vitamine, Mineralien usw. sind in ihrer isolierten Darstellung wertlos.
  6. Zeit- und Kostenaufwand für das Zubereiten gekochter Speisen sind reine Verschwendung.

Das komplette Buch von Aterhov als PDF findet ihr hier zum kostenlosen Download.

Herbst, Winter, Rohkost!

Herbst. Bis letztes Jahr hiess das für mich: Frische Äpfel. Weissdornbeeren, Pilze, Nüsse & Maronen. Bunt gefärbte Bäume. Laub fegen, schöne Blätter und Kastanien sammeln. Und vor allem: kürzere Tage & abnehmende Temperaturen.

Dieses Jahr ist, dank verändertem Wohnort, alles ein wenig anders. Äpfel sind hier eher rar, dafür genieße ich jetzt Kakis & Cherimoyas. Die Palmen kennen das bunte Farbenspiel des Herbstes nicht. Claro, auch hier werden die Tage kürzer – deutlich kürzer sogar als im Norden Deutschlands. Und die Temperaturen sinken allmählich ein wenig. Allerdings auf viel angenehmerem Niveau … nach den mit Hitzewarnung einhergehenden Tagen noch letzte Woche (36° Grad) sind wir jetzt bei ca 26° & wenn abends die Sonne hinter den Bergen verschwindet, brauchen wir auch mal wieder Langärmeliges.

Nein, ich schreibe das nicht, um euch neidisch zu machen (… wobei ich mich freue, wenn jemand sich dadurch eingeladen fühlt, ein paar erholsame, sonnige Rohkost-Tage hier bei uns zu verbringen 🙂 ). Sondern, weil mich eine Mail (danke Claudi!) gerade daran erinnert hat, wie kalt Rohkost sein kann, besonders im deutschen Herbst & Winter!

In meinem ersten Winter mit Rohkost habe ich ständig gefroren. Und zwar richtig. Was sicher mit daran lag, dass ich vorher, in den ersten Monaten mit Rohkost, so viel Gewicht verloren hatte. Kein wärmendes Fett mehr am Körper 😉 Viel ausschlaggebender aber, das habe ich im Laufe der Zeit gelernt, sind andere Dinge:

  1. Bewegung erzeugt Wärme – also wenn du frierst (vielleicht während du wie ich viel Zeit am Computer sitzend verbringst): steh auf & nix wie raus! Laufen, Fahrradfahren, mit den Kindern Fangen spielen. Oder, falls du nicht raus kommst, spring Minitrampolin, geh auf den Stepper, dreh deine Lieblingsmusik auf & tanze durch die Wohnung! Das hebt nebenbei die Laune, unterstützt die Entgiftung & trainiert deinen Körper (Muskeln wärmen viel mehr als Fett!).
  2. Iss, was dich wärmt! Das geht auch ganz ohne Erhitzen. Nahrungsmittel haben unterschiedliche thermische Wirkung. Wer sich mal mit der Ernährungslehre der TCM, der Traditionellen Chinesischen Medizin, beschäftigt hat, kennt das. Es gibt heiße, warme, neutrale, kühle & kalte Nahrungsmittel. Optimal ist eine ausgeglichene Zusammenstellung von warmen, neutralen & kühlen Speisen, mit wenig Extremen: also heisses & kaltes nur in sehr kleinen Mengen. In der kalten Jahreszeit liegt der Schwerpunkt logischerweise mehr im warmen Bereich.

    Auch ganz ohne Theorie dahinter: achte einfach mal darauf, wie welche Nahrung auf dich wirkt. Sicher hast du es selbst schon gespürt: Melonen kühlen, scharfe Gewürze wie Ingwer & Knoblauch erhitzen. Wurzeln, wie z. B. Sellerie, Rote Bete & Möhren, wärmen ebenfalls. Das saisonale, regionale Angebot entspricht dem zur Jahreszeit passenden Bedarf auch in thermischer Hinsicht: im Sommer kühlen uns Tomaten & Gurken, im Winter wärmen uns Kohl & Wurzelgemüse. Gewürze & Kräuter unterstützen das: auch Ingwer & Zimt, klassischerweise in der Weihnachtsbäckerei verwendet, wärmen.

    Nach dem Sommer mit vielen leichten Früchten ist im Herbst & Winter eher schwerere, gehaltvollere Nahrung angebracht. Die schon erwähnten Wurzelgemüse, Kohl, Nüsse. Beeren & Maronen. Früchte lassen sich weiterhin wunderbar mit Wildkräutern, aber auch mit Kohl kombinieren. Besser als Melonen & Ananas sind jetzt Pflaumen, Datteln, Kakis, Mangos, Birnen. Eine leckere, gesunde & wärmende Nascherei im Winter sind Datteln mit Grünkohl.

    Wer gern zubereitet, mag die Rezepte jetzt vielleicht mit Zimt & Ingwer ergänzen. Oder Knoblauch, Curry, Chili verwenden. Außerdem können rohe Zubereitungen, Suppen zum Beispiel, im Lebensmitteltrockner oder vorsichtig im halbgeöffneten, auf niedrigster Stufe eingestellten Ofen oder im Wasserbad auf knapp 40° erwärmt werden. Ein paar Ideen für herbstliche Rezepte findest du hier. Genauso wichtig wie zu jeder Jahreszeit sind natürlich die Wildkräuter. & auch sie helfen tatsächlich, warm zu bleiben!

Vielleicht nimmst du meine Anregungen als Basis & findest heraus, was dir zu dieser Jahreszeit gut tut. Rohkost funktioniert auf jeden Fall auch im Herbst & Winter!

Lebendige Nahrung

Rohkost, rohe Früchte, Gemüse, grüne Blätter, Nüsse, Samen … vielfach auch gern als „lebendige Nahrung“ bezeichnet. Nahrung, in der Leben steckt. Die uns tatsächlich nähren kann. Anders als gekochtes, gebratenes oder sonstwie durch Hitzeeinwirkung „getötetes“ Essbares. Gar nicht zu reden von all den künstlichen sogenannten Lebensmitteln – hochgradig verarbeitet, ehemals natürliche Bestandteile so weit isoliert, dass ihre einst wertvollen Inhaltsstoffe dies kaum überlebt haben. Oder gleich komplett künstlich erzeugt. Damit es dem sie konsumierenden Menschen an nichts fehlt, werden ihm Nahrungsergänzungsmittel empfohlen. Ebenfalls künstlich hergestellt. Im (seltenen) besten Fall aus natürlichen Zutaten, jedoch, siehe oben, hochgradig verarbeitet, aus ihrem natürlichen Zusammenhang gerissen & künstlich neu (& unvollständig) zusammengesetzt.

Lebendig – das bedeutet in diesem Zusammenhang, dass deine Nahrung Leben erhalten & erzeugen kann. Gesundheit erhalten & regenerieren kann. Jinjee schrieb in ihrem Newsletter vor einigen Tagen:

„Nichts von Menschen Hergestelltes, weder Lebensmittel noch Nahrungsergänzungsmittel, kannst du in die Erde stecken & es wird eine neue Pflanze daraus wachsen. Aus einem einzelnen Apfelkern jedoch wächst ein ganzer Apfelbaum voller Äpfel, aus einem ganzen Apfel gleich mehrere Bäume. Das ist Lebenskraft! In einem winzigen Kern ist mehr Wissen, mehr „Programmierung“ enthalten als in unseren leistungsfähigsten Computern.“ Vergleichbar nur mit dem Wissen, dem Potential, der Programmierung von Menschen und anderen Tieren. Dem Entwurf der Erde, des Universums, der Natur selbst. Im Universum gibt es eine lebensproduzierende Intelligenz, die auch in lebenden Zellen, Molekülen & Atomen enthalten ist.

Kein künstlich erzeugtes Lebensmittel, keine Pillen, keine NEMs sind der natürlichen, lebendigen Nahrung überlegen! Jede Frucht, jedes Gemüse enthält das komplette Paket, Lebensintelligenz, die gesamte Palette von Bestandteilen (Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen & viel mehr, was die Wissenschaft noch nicht identifiziert hat).

Jede Frucht, jedes Gemüse ist ein „Superfood“, mit einer unglaublichen Fähigkeit, den menschlichen Körper zu nähren & zu heilen!

Superfood!

Top Gründe für Rohkost

Nicht wirklich nötig, aber doch immer wieder schön zu realisieren – danke Frederic, für die Auflistung deiner Top-Gründe für Rohkost:

  • die hohe Nährstoffdichte (also der Gehalt an Nährstoffen = Vitaminen, Mineralstoffen usw pro Kalorie), die deutlich höher als bei Kochkost liegt. Mit Ausnahme von Grünzeug, von dem man in gekochter Form aufgrund des drastisch reduzierten Volumens einfach viel mehr essen könnte als roh – aber ehrlich, wer will das denn? Gekochter Spinat schmeckt ungefähr genauso wie verrotteter, finde ich.
  • der geringe Kaloriengehalt (Energie im Verhältnis zum Gewicht) – für alle, die unter überflüssigem Gewicht leiden
  • der niedrige Gehalt an Giftstoffen:
    • beim Erhitzen von Kohlehydraten entstehen krebserzeugende Acrylamide – je höher die Temperaturen und je länger die Dauer umso mehr.
    • wer roh isst, vermeidet dabei automatisch alles mögliche andere schädliche: hochgradig verarbeitete Lebensmittel mit den darin enthaltenen Geschmacksverstärkern, Konservierungmitteln, Farbstoffen & vielem mehr.
  • sekundäre Pflanzenstoffe: rohe Früchte, Gemüse, Nüsse & Samen sind voll davon. Antioxidantien & Co halten uns gesund.
  • Und schließlich, last but not least, wie neulich schon erwähnt: Rohkost lässt dich dich einfach phantastisch fühlen – das einzige, worauf es wirklich ankommt! Eine Rohkost-Ernährung steigert Vitalität & Energie. Wer sich so gut fühlt, braucht eh keine weiteren Belege oder Beweise für den Nutzen dieser Ernährung, oder?

Wie bekomme ich mehr Grünzeug in meine Kinder

Diese Frage beschäftigt offenbar dauerhaft viele Eltern. Die klassischen Tipps, z. B. auch hier (englisch) mal wieder zur Inspiration nachzulesen, sind immer noch die besten:

  • Smoothies – leckere Mixgetränke aus Obst und Grünzeug. Der süße Obstgeschmack überdeckt den eventuell gewöhnungsbedürftigeren Geschmack von Spinat, Kohl, Petersilie, Wildkräutern & Co., die Farbe lässt sich mithilfe von dunklen Beeren ebenfalls tarnen. Für den Anfang viel Obst mit wenig Grünzeug mixen, dann den Grünanteil langsam steigern, damit die Kinder sich an den Geschmack gewöhnen können (& die Chancen stehen gut, dass sie ihn zu schätzen lernen!). Die Smoothies in schönen Gläsern zu servieren, vielleicht mal mit Deko & Strohhalm, schadet erfahrungsgemäß auch nicht.
  • Auch auf andere Arten lässt sich Grünzeug unauffällig untermischen & verlockend anrichten. Fein geschnitten in Saucen & Dipps, als Umhüllung für Wraps, essbare Blüten als Dekoration, Gemüse als Bild auf dem Teller anrichten oder schön zurechtschneiden/ausstechen usw.
  • Kinder mitmachen & mitgestalten lassen: gemeinsames Einkaufen, wo sich jeder seine Lieblingsgemüse & -grünzeug aussucht. Selber anbauen, im Garten oder auf der Fensterbank. Selbstgezogene Küchenkräuter oder selbstgekeimte Sprossen. Gemeinsames Zubereiten. Oder mal ganz anders gestaltete Mahlzeiten. Ein Picknick auf einer Wildkräuter-Wiese. Mit gemeinsamem Sammeln der Zutaten.
  • Ganz wichtig sowieso: vorleben. Also selber viel Grünes essen. Mit Genuss!
  • Immer Grünes & Gemüse zum Knabbern vorrätig haben. Besser ein Fach im Kühlschrank, gefüllt mit den Lieblingsgemüsen der Kinder, zur freien Bedienung, als eine Süßigkeiten-Schublade.

Banane & Kohl

Rohkost – was soll ich essen?

Einen Mangel an Möglichkeiten für den Speiseplan gibt es bei veganer Rohkost wahrhaftig nicht: unzählige Früchte, Beeren, Fettfrüchte, Gemüse, Salate, Kohl, Wildkräuter, Baumblätter, Nüsse, Kerne, Sprossen … Die Auswahl ist groß & sowohl vom Nährstoffgehalt als auch was das Sattwerden betrifft mehr als ausreichend. Es gibt so viele Früchte & andere essbare Pflanzen auf der Welt, dass ein ganzes Leben nicht ausreicht um jeden Tag etwas Neues auszuprobieren!

Dennoch fragen sich viele „Rohkost-AnfängerInnen“ zu Beginn, was sie denn nun essen sollen. Klar, die typische Gestaltung der Mahlzeiten ändert sich schon sehr. Frühstück ohne Brot? Frühstück mit Früchten!

Die beste Herangehensweise in meinen Augen: für eine möglichst breite Palette an verschiedenen rohen Nahrungsmitteln sorgen & frei von Mahlzeiten-Klischees einfach nach Appetit essen! Möglichst häufig auf den Markt, in den Bioladen und in die Natur gehen & frisch das kaufen oder sammeln, wonach es euch verlangt – langes Lagern ist bei Frischkost wenig praktikabel. Folgt eurem Instinkt, euer Körper zeigt euch durch seinen Appetit schon, was er braucht. Wenn es euch an Ideen mangeln sollte – ich & viele andere RohköstlerInnen im Netz bieten gern Inspiration 🙂

Jahrelange unnatürliche Ernährung & auch die Gehirnwäsche durch all die, zum großen Teil von wirtschaftlichen Interessen geprägten, Empfehlungen & Ratschläge zu dem, was wir angeblich so brauchen, machen das Wiederentdeckungen des eigenen Instinkts, der Körperintelligenz, oft schwierig. Eine von vielen aufwändigen Zubereitungen geprägte Rohkosternährung entfernt uns meiner Erfahrung nach ebenfalls vom Erkennen des eigenen Bedarfs.

Ein paar Tipps für diejenigen, die ihren eigenen Zugang da noch suchen. Oder sich noch nicht so recht trauen, sich auf ihr eigenes Empfinden zu verlassen:

  • Satt werden: Das Appetitzentrum im Gehirn schaltet erst ab, wenn wir genügend Mineralstoffe aufgenommen haben. Vorher verlangt es, egal wie voll der Bauch schon ist, ohne Ende weiter nach Essen. Früchte sind köstlich. Und natürlich gesund. Allein, ohne Grünes dazu, Wildkräuter oder dunkelgrüne Blattsalate & Gemüse, fehlen jedoch bei einem Großteil der im Handel erhältlichen Früchte – süße mineralarme Hybridfrüchte – die Mineralsalze. Abgesehen vom Problem der fehlenden Sättigung führt das dazu, dass der Körper sich die fehlenden Mineralien aus Bindegewebe, Zähnen und Knochen zieht. Also jede Früchtemahlzeit durch mindestens eine Handvoll (darf gern auch viel mehr sein) Grünzeug ergänzen!
  • Außerdem kommt es beim Verzehr von viel süßem hybriden Obst zu Blutzuckerschwankungen, der Insulinhaushalt gerät durcheinander – auf die Dauer sehr belastend für die Bauchspeicheldrüse.
    Für die Stabilisierung des Blutzuckerspiegels sinnvoll:
    • besser Wildfrüchte, Beeren essen. Hybridfrüchte vermeiden.
    • Fettfrüchte, wichtig zur Verwertung von Mineralien und fettlöslichen Vitaminen, essen: Avocados, Kokosnüsse, Oliven.
    • Last but not least sind, schon wieder, die Wildkräuter. Mineralstoffe. Bitterstoffe!
  • Nicht zu viel durcheinander essen, auf verträgliche Kombinationen achten. Lieber weniger zubereiten und vor allem darauf achten, dass nicht zuviele Zutaten gemischt werden. Am besten ist es, die Früchte & Gemüse so zu essen, wie sie sind.
  • Bei zubereiteter Rohkost darauf achten, dass nicht zu fettig & schwer gegessen wird! Vorsicht besonders bei Nüssen und Ölen – mit einem Stück Rohkosttorte isst man schnell mehrere Handvoll Nüsse. Mengen, bei denen der Körper, würden sie pur gegessen, vielleicht längst Sättigung signalisieren würde.
  • Das aller-allerwichtigste jedoch: auf die Signale des Körpers achten! Und so nach und nach Herausfinden, wie die eigene, individuelle Rohkosternährung gestaltet sein muss.

Inspirierend: 90-jähriger Roh-Veganer

Vaghe Danielyan, geboren 1920 in Konstantinopel, ernährt sich seit 1963 roh und vegan. Seitdem seine Frau Nina ihm das berühmte Buch von Aterhov: Arshavir ter Hovannessian in die Hand gedrückt hatte. Er betreibt Yoga und läuft täglich vor dem Frühstück. Sein Aussehen entspricht etwa dem eines 65-jährigen & er ist offensichtlich fitter als ich. Noch im vergangenen Jahr ist er einen Marathon mitgelaufen, bei dem er als der älteste Teilnehmer als 54. ins Ziel kam. Seine Ernährung besteht aus Früchten, Nüssen & Gemüsen/Grünzeug. Bevor er zur Rohkost kam, war er nach vielen Jahren in erst deutscher Kriegsgefangenschaft, dann sowjetischer Inhaftierung mit grauenhafter Ernährung in desolater Verfassung. Vegane Rohkost, körperliches Training & eine positive Lebenseinstellung haben seinen Körper regeneriert, ihm seine Gesundheit zurückgegeben. Und bis heute erhalten! Hat hier noch irgendjemand Sorge vor Mängeln durch vegane rohe Ernährung???

So beschreibt Danielyan selbst seine Lebensweise:

Ich habe das Buch wieder und wieder gelesen. Und mich entschieden, mein Leben zu ändern. Seitdem lebe ich ein neues Leben. Zuerst habe ich mein überschüssiges Gewicht verloren, dann begann mein Körper sich zu reinigen. Ich bekam all diese Bläschen & Ausschläge. Aber ich war froh, weil ich wusste, dass mein Körper sich selbst wieder heilte. … Ich wachte auf und fühlte mich, als könne ich fliegen. Ich hatte das Gefühl, laufen zu müssen. … Ich habe seit über 45 Jahren keinen Arzt gesehen. … Alles Wasser, was ich brauche, bekomme ich aus Früchten und Gemüsen.
Mein Frühstück besteht aus Früchten. Ich esse jede Frucht, die gerade in Saison ist. Wenn die Frucht süß ist, esse ich ein Pfund davon. Ist sie es nicht, esse ich etwas mehr. Ich versuche, auch mittags Früchte zu essen. Später esse ich Salate bis 6 Uhr nachmittags, mit Zitrone und Körnern als geschmackliche Verfeinerung. Ich kaue langsam. Wenn ich nachts Hunger bekomme, esse ich getrocknete Früchte.

Ein Mensch sollte freundlich sein und anderen Gutes wünschen. Alles beginnt mit der Gesundheit der inneren Organe und endet mit der Gesundheit des Geistes.
Ich träume noch immer davon, die Welt zu umsegeln und so vielen Menschen zu helfen, wie ich nur kann, eine gesunde Lebensweise für sich aufzubauen.

Das Buch von Aterhov – eine sehr empfehlenswerte Lektüre! – könnt ihr euch kostenlos als PDF hier herunterladen.

Mehr über Vaghe Danielyan findet ihr unter anderem bei fruitarians.net (english) und bei vivirdivinamente (español).

Vitaminreiche Rohkost

Früchte, Gemüse, grüne Blätter sind reich an Vitaminen. Wer sie roh genießt und ihre wertvollen Inhaltsstoffe nicht durch Hitzeeinwirkung zerstört, bekommt davon also so viel wie nur irgendmöglich. Sorgen um Vitaminmängel wegen Rohkost sind in meinen Augen kompletter Unsinn.

Allerdings ist dieser Vitaminreichtum relativ : ausgelaugte Böden durch die konventionellen Anbaumethoden, zu frühe Ernte & lange Transport- & Lagerzeiten haben dazu geführt, dass der Vitamingehalt so ziemlich aller angebauten & im Handel erhältlichen Früchte & Gemüse in den letzten Jahren gesunken ist. Besser sieht es bei biologisch erzeugten Produkten aus, besonders natürlich bei regionalen, saisonalen, die reif geerntet werden & schon nach möglichst kurzer Zeit auf unserem Teller landen. Optimal ist natürlich die Versorgung aus dem eigenen Garten. Und das Essen von Wildpflanzen!

Darüberhinaus sind die Umweltbelastungen auch für uns Menschen gestiegen & somit möglicherweise auch unser Bedarf an manchen Vitaminen. Obwohl RohköstlerInnen offensichtlich mehr Vitamine als KochköstlerInnen zu sich nehmen, kann also, je nach Lebensumständen, möglicherweise trotz Rohkost ein Mangel an bestimmten Vitaminen auftreten.

Ein Spezialfall, dem häufige Sorgen bei Veganern & Roh-Veganern gelten, ist Vitamin B12. Hier möchte ich als erstes noch einmal betonen, dass B12-Mangel nicht wegen sondern wenn, dann trotz Rohkost auftreten kann – denn betroffen davon sind nicht nur Rohköstler und Veganer, sondern auch Fleischesser und Kochköstler. B12 hat in unserem Körper unter anderem eine Entgiftungsfunktion, vorhandene Reserven werden somit beansprucht durch Toxinbelastung, Schwermetalle, Pestizide, Abgase usw – Einflüsse, die die meisten von uns heute viel stärker belasten als noch vor einigen Jahren.

Für eine ausreichende Versorgung mit B12 spielt außer der Zufuhr auch die Möglichkeit des Körpers zur Assimilation eine Rolle. Wer durch Vorschädigungen oder Degeneration nicht in der Lage ist, B12 über die Verdauungsorgane zu assimilieren, dem nützt keine noch so gute Versorgung & der muss dann ggfs auf Nahrungsergänzungen zurückgreifen.

Für alle anderen geht es einfach „nur“ um die ausreichende Zufuhr. Die meiner Meinung nach auch bei veganer, insbesondere bei roh-veganer Ernährung, sichergestellt werden kann. B12 wird von Mikroorganismen gebildet, von Bakterien, vor allem im Darm – in unserem eigenen, wo es dann allerdings leider nicht mehr von uns selbst assimiliert werden kann, aber auch in dem aller anderen Lebewesen. Daher ist es offensichtlich in Rohmilchprodukten, Eiern und natürlich in Fisch & Fleisch enthalten. Aber eben auch auf biologisch erzeugten Gemüsen und ganz besonders auf Wildpflanzen, Wildkräutern. Genießt euer Essen so, wie ihr es erntet oder frisch & aus biologischem Anbau kauft – ohne es abzuwaschen oder gar zu schälen! Außer Spuren von Kleinsttierchen darf auch gern mal ein wenig Erde dranhängen! Kleine Kinder essen bekanntlich sogar gern ab und zu ein bisschen Erde „pur“ – macht es ihnen ruhig mal nach! Ein gewisser „Mangel“ an Hygiene scheint mir das A & O für die sichere Versorgung mit B12 zu sein. Ergänzende Quellen für B12 könnten fermentierte Speisen wie Sauerkraut oder Samen-/Nusskäse sein, und auch gekeimte Linsen.

Ich möchte hier keinesfalls dazu auffordern, euer Essen zu analysieren & nach irgendwelchen isolierten Werten zu betrachten. Wer sich vollständig roh & vegan ernährt, auf eine gute Qualität der Nahrung achtet & immer viele Wildpflanzen zu sich nimmt, auch sonst auf gesunde Lebensgewohnheiten achtet (Bewegung, Sonne, frische Luft, weitgehende Vermeidung von toxischen & Strahlenbelastungen, eine positive Lebenseinstellung), ist gewiss auf der sicheren Seite! In diesem Sinne – genießt das Leben & eure Rohkost, achtet einfach gut auf euch, und besonders auf eure Kinder!