Rohkost & Zahngesundheit

Ein Thema, das, wie ich gerade erst beim Kongress in vielen Gesprächen wieder gehört habe, viele Rohkost-Familien mit Kindern beschäftigt. Denn es haben offenbar einige der Rohkost-Kinder Zahnprobleme. Verfärbungen, empfindliche Zähne, Karies. Selbst solche, die von Anfang an mit Rohkost aufgewachsen sind & wirklich noch nie isolierte Zucker etc. gegessen haben. Die Frage nach den Ursachen & einem Weg zur Vermeidung weiterer Schäden beschäftigt mithin viele Eltern.

Sicher tragen viele Aspekte zur Zahngesundheit bei.

  • Die genetische Disposition – wir sind nach vielen Generationen mit mehr oder weniger denaturierter Nahrung nun mal alle auch mehr oder weniger degeneriert – lasse ich jetzt mal außen vor, da uns Überlegungen dazu hinsichtlich sinniger Wege für die Zähne unserer Kinder JETZT ohnehin nicht weiterbringen.
  • Zahnpflege, Zähneputzen … halte ich für eher zweitrangig. Sicher ist es sinnvoll, nach dem Genuß klebriger Speisen wie Datteln oder Trockenfrüchte, dafür zu sorgen, dass davon keine Reste an den Zähnen hängenbleiben. Besser als Bürsten ist es dann, etwas hartes, faserreiches Gemüse wie Fenchel oder grüne Blätter, Wildkräuter, hinterherzuessen – zum Reinigen der Zähne und gleichzeitig zur besseren Versorgung mit Mineralstoffen. Wenn die Zähne mit der Zahnbürste geputzt werden, verwendet bitte keine der üblichen Zahncremes – das ist pure Chemie & kann unmöglich gesund sein! Wir putzen ab & zu mit Heilerde aus der Tube (gibt es bei Orkos & ist natürlich auch essbar). Es geht aber auch ganz ohne.
  • Die bereits erwähnten Mineralstoffe: Eine der Hauptursachen für Zahnprobleme ist Mineralienmangel. Bekommt der Körper zuwenig, zieht er sich zunächst das, was er braucht, aus den Zähnen. Später dann aus den Knochen – Stichwort Osteoporose. Immens wichtig ist also eine gute Versorgung mit Calcium & Co. Also viel Grünzeug essen, ganz besonders viele Wildkräuter! Auch Algen sind eine ausgezeichnete Quelle. Sogar bereits angegriffene Zähne lassen sich durch den Verzehr großer Wildkräutermengen wieder heilen! In dem Fall sind grüne Säfte & Smoothies eine gute Idee, denn anders lassen sich solche großen Mengen Grünzeug kaum aufnehmen. Maria Kageaki hat hierzu einiges geschrieben, auch aus den Erfahrungen mit ihrer eigenen Familie. Einen sehr interessanten Bericht dazu gab es vor ein paar Jahren in der Wurzel-Zeitschrift.
    Eine gute Wildkräuter-Versorgung allein ist allerdings meiner Beobachtung nach noch keine Garantie für den Erhalt der Zahngesundheit. Jedenfalls kenne ich auch Rohkost-Kinder, die trotz 100%iger Rohkost-Ernährung incl. vieler Wildkräuter Löcher in den Zähnen bekommen.
  • Früchte enthalten Fruchtzucker &, je nach Sorte, Herkunft & Reife auch Säuren. In übermäßigen Mengen kann beides zusammen, besonders ohne Grünzeug dazu, die Zähne angreifen. Erstes Anzeichen ist oftmals eine gesteigerte Empfindlichkeit der Zähne – so mag meine Tochter z. B. phasenweise keine Äpfel essen, weil ihr davon die Zähne wehtun. Ein Ansatz vieler Rohköstler ist es folglich, Obst in der Ernährung zu reduzieren oder gar ganz zu streichen & sich nur noch von Gemüse, Nüssen/Kernen & Grünem zu ernähren. Meiner Meinung nach ein für die Zähne durchaus vielversprechender Ansatz, den ich aber schwer umzusetzen finde. Ich halte frische Früchte & Grünzeug für die Basis unserer Ernährung; eine befriedigende & sättigende Ernährung auf Basis nur von Gemüse kann ich mir für mich schwer vorstellen. Nüsse & Kerne sind für mich eher eine gelegentliche, seltene Ergänzung; mit regelmäßigen größeren Mengen davon fühle ich mich nicht wohl. Frische Früchte (Trockenfrüchte sollten tatsächlich eher eine Ausnahme bleiben!) bieten neben der befriedigenden Süße, auf die wir von Geburt an geprägt sind (auch Muttermilch schmeckt süß!) eine optimale Zusammensetzung von Kohlehydraten, Eiweiß und Fetten & zudem, gerade im Gegensatz zu Wurzelgemüse, viel wichtige gespeicherte Sonnenenergie.
  • Der größte Risiko-Faktor für die Zähne scheint mir eine gerade in Rohkost-Kreisen sehr verbreitete, in vielerlei Hinsicht ungesunde Angewohnheit zu sein: das pausenlose Essen. Ständiges Essen, Herumnaschen, den ganzen Tag. Ohne ausreichende Pausen zwischen den Mahlzeiten, in denen sich nicht nur die Zähne sondern auch die Bauchspeicheldrüse mal erholen könnten – denn genauso, wie es die Zähne angreift, wenn sie permanent von Nahrung umgeben sind, leidet auch die Bauchspeicheldrüse unter der dauerhaften Belastung. Wieviel & wie häufig der Körper zu essen braucht, ist individuell verschieden – je nach Typ, Lebensphase & aktuellen Anforderungen kommen manche Menschen mit 2 bis 3 Mahlzeiten am Tag aus, andere brauchen 5. In jedem Fall ist es für Gesundheit & Wohlbefinden sowohl der Zähne als auch der Organe dringend zu empfehlen, zwischen den Mahlzeiten wenigstens 2-3 Stunden zu pausieren!

Zusammenfassen lässt sich das Ganze, wie könnte es anders sein, mal wieder am besten mit einem Blick auf die Natur: wie sähe unser Essverhalten unter natürlichen Lebensbedingungen aus? Wir suchten uns bei Hunger etwas zu essen, fänden Früchte (reife, wilde, zwar süße, aber keine auf besonders hohen Zuckergehalt zurechtgezüchteten oder gar hybriden!) & Grünzeug, ganz selten mal eine sonnengetrocknete Frucht. Vielleicht auch mal ursprüngliche Wurzeln (eher Bataten als die auf ihre gaumenschmeichelnde Süße hin gezüchteten Möhren) & gelegentlich ein paar Samen/Kerne. Sobald wir satt wären, würden wir uns anderen, unsere seelischen & praktischen Bedürfnisse befriedigenden, Tätigkeiten zuwenden & uns erst beim nächsten Hunger wieder auf Nahrungssuche begeben. Eine Lebens- & Ernährungsweise, die (nicht nur) für die Zahngesundheit optimal wäre!

Roh-vegane Eiweißquellen

Eigentlich sollte es sich allmählich herumgesprochen haben: unser Eiweißbedarf ist bei weitem nicht so hoch, wie es oft zu lesen & zu hören ist. Und lässt sich selbstverständlich, ohne Probleme oder Risiken, durch eine vegane Ernährung decken! Ausführlich könnt ihr das in dem Artikel „Woher bekommst du dein Protein?“ nachlesen.

Heute dennoch mal wieder eine kurze Darstellung zu den Eiweißquellen in der roh-veganen Ernährung. Zur Info, zur Beruhigung & als Argumentationshilfe.

Gute Eiweißquellen in der Rohkost

  • Kohl und andere grüne Blattgemüse
  • Blumenkohl und andere Gemüse
  • Gekeimte Kichererbsen
  • Mandeln & Nüsse, auch in Form von Mandelmus/Nussbutter
  • Sonnenblumenkerne & andere Samen
  • Pfirsiche, Bananen & andere Früchte

Ein paar beispielhafte Angaben zum Proteingehalt (Quelle)

Nüsse, Hülsenfrüchte, Samen

– 1 Tasse Kichererbsen: 39 g
– 1 Tasse Mandelmus: 36g
1 EL Cashewbutter: 3 g
– 1 Tasse Mandeln: 30 g
– 1 Tasse Pistazien: 25 g
– 1 Tasse Sonnenblumenkerne: 17 g

Gemüse

– 1 großer Blumenkohl: 17 g
– 1 Tasse Blumenkohl: 2 g
– 1 Tasse Kohl: 2 g
– 1 Tasse Spinat: 1 g
– 100g Algen: 2 g

Früchte

– 1 Tasse Orange: 2 g
– 1 Tasse Banane: 2g
– 1 Pfirsich: 2 g
– 1 Apfel: 1 g
– 1 Tasse Kokoswasser: 8 g

Die genauen Verzehrempfehlungen für den Eiweißanteil in unserer täglichen Ernährung unterscheiden sich, je nach Herausgeber & dahinterstehenden Interessen … und wir wissen ja bereits, dass letztere dafür sorgen, dass die Empfehlungen viel höher als notwendig ausfallen. Trotzdem sind auch diese Mengen mit veganer Rohkost umsetzbar. Als Beispiel seien hier einmal die Verzehrempfehlungen von 46g Eiweiß pro Tag für eine erwachsene Frau und 56g für einen Mann genannt (Quelle). Wenn du als Frau also 1 Tasse eingeweichte Kichererbsen, 2 Tassen Gemüse und drei Früchte pro Tag isst, als Mann zusätzlich 5 Bananen, hast du selbst diesen hoch angesetzten Bedarf schon abgedeckt – roh & vegan! Bevor du jetzt allerdings loslegst & täglich solch große Mengen an Hülsenfrüchten oder Nüssen isst (was in anderer Hinsicht auf die Dauer nicht sehr ratsam ist!), bedenke, dass unser tatsächlicher Eiweißbedarf viel geringer ist! Ein Baby verdoppelt allein auf der Basis von Muttermilch sein Geburtsgewicht in wenigen Monaten. In dieser intensivsten Aufbau- & Wachstumsphase im ganzen Leben kommt der Körper mit dem Eiweißgehalt der Muttermilch hervorragend zurecht. Das sind 2% – genauso hoch wie der Eiweißgehalt von Früchten!

Wichtig ist natürlich auch die Qualität des Eiweiß‘. Eiweiß aus tierischen Quellen benötigt viel Energie für die Verwertung. Die beste Quelle für leicht verwertbares Protein sind dunkelgrüne Blätter! Viele Wildkräuter, grüner Saft & ein großer Salat täglich sind daher sehr zu empfehlen!

Leckeres & eiweißreiches Mittagessen: Pistazien, Algen, Gurke, Tomaten, Oliven

Kreative Urkost – ein Workshop für Kinder

So sah’s aus bei unserem Workshop „Kreative Urkost“ in Kisslegg – viele Kinder, lecker Obst, viele tolle Ideen & vor allem: viel Spaß! Wir hatten Bananen, Kirschen, Datteln, Kiwis (leider viel zu unreif) und eine Wassermelone. Von der Wiese gesammelte Blüten auch. Außerdem Messer, Ausstecher & Kugelausstecher. Und das ist draus geworden:

Die Ausstellung der fertigen Werke

... nach den Fotos wurden sie natürlich aufgegessen!

Hier die Teller während ihrer Entstehung … manche Kinder haben konzentriert & ausdauernd an ihrem Werk gearbeitet; andere haben mehrere Teller gestaltet, jeweils gleich weggefuttert & ein neues Bild begonnen.

Minimalistisch

Sommerliche Rohkostrezepte

Gerade jetzt im Sommer fällt die Rohkost sicher den meisten leicht. Das Angebot an regionalen Früchten & Gemüsen ist groß, Wildkräuter sprießen überall, und bei warmem Wetter schmeckt ohnehin nichts besser als frische Früchte & Salate! Für so manchen gehören zum Sommer aber auch Eisbecher. Knusprige Chips & pikante Saucen zu den Salaten. Die an frühere Urlaube erinnernden Spaghetti …

Im allgemeinen würde ich den Versuch, frühere Lieblings-Kochkost-Gerichte in roher Version „nachzubauen“, nicht empfehlen. Es ist einfach nicht dasselbe. Viel einfacher und genußvoller ist es, neue Gerichte aus rohen, veganen Nahrungsmitteln in den Speiseplan aufzunehmen. Manchmal jedoch kann der Jieper scheinbar unstillbar sein. Dann heisst es kreativ werden.

16 sommerliche roh-vegane Rezepte, ausführlich getestet und besonders bei der Tochter sehr beliebt, findest du in meinem soeben fertiggestellten (ja, wirklich … endlich!) eBook „Rohe Sommer-Rezepte“.

Rohkost für Kinder II

Auch für Kinder ist natürlich die pure, unverarbeitete, ungewürzte Rohkost, Urkost, bestehend aus Früchten, Gemüse, grünen Blättern (Salaten, Blattgemüsen, Algen und vor allem Wildkräutern) sowie Kernen die optimalste, weil artgerechte, Ernährungsform. Bereits an die Kochkost gewöhnte Kindern lassen sich davon allerdings nicht unbedingt spontan begeistern – vieles schmeckt zunächst fad im Vergleich zu den bekannten Gerichten. Es sieht anders aus, ist anstrengender zu essen, … und ohnehin neigen die meisten Kinder dazu, unbekannte Speisen & Geschmäcker erst einmal abzulehnen. Was evolutionsgeschichtlich gesehen durchaus sinnvoll ist, eine Ernährungsumstellung jedoch nicht grade erleichtert. Natürlich kannst & solltest du dein Kind auf keinen Fall zwingen, deinen neu entdeckten Weg mit zu gehen. Aber sowohl im Interesse seiner Gesundheit als auch der einfacheren Gestaltung gemeinsamer Mahlzeiten wegen, finde ich den Versuch, ihm die Rohkost schmackhaft zu machen, schon lohnenswert. Neben deinem Vorbild beispielsweise mit Zubereitungen aus der Rohkost-Küche wie Gemüse-Nudeln mit roher Tomatensauce, rohe Pizza, Gemüse-Sticks mit rohem Ketchup oder anderen Dipps, Rohkost-Torten, Eiscremes, rohe Schokolade und Konfekte und und und …

Nahezu jedes aus der Kochkost bekannte Gericht lässt sich roh „nachmachen“ – allerdings ist der Geschmack in den seltensten Fällen derselbe wie bei dem bekannten Gericht. Am ehesten gelingt das noch bei Torten, finde ich. Einfacher herzustellen & geschmacklich überzeugender sind meistens neue Kreationen aus rohen Nahrungsmitteln. Ganz einfache Zubereitungen, wie schön angerichtete bunte Früchte oder aus Gemüse gestaltete Gesichter, sind für Kinder viel verlockender nicht nur als gemischte Salate sondern auch als komplizierte Rohkost-Gerichte.

Apfel, Datteln & Mandeln - hier mal als Auflauf angerichtet

Smoothies & Cremes aus süßen Früchten kommen bei den meisten Kindern gut an & sind gleichzeitig ein guter Weg, die meistens nicht so beliebten grünen Blätter in die Kinderernährung einzuführen. Dabei geht es nicht etwa in erster Linie darum, dem Kind das Grünzeug „unterzuschummeln“ – durch das Mixen mit Früchten und das langsame Erhöhen des Grünanteils in den Smoothies gewöhnt es sich auch sowohl an Farbe als auch an den Geschmack!

Bei Kindern, die von Anfang an mit Rohkost aufwachsen und schon in den ersten Lebensjahren durch deren Geschmäcker & Konsistenzen geprägt werden, ist es dagegen sehr viel einfacher. Früher oder später entdecken zwar auch sie die Kochkostwelt. Meist lehnen sie aber deren Geschmäcker ohnehin erstmal ab. Verlockend sind all die extra auf Kinder ausgerichteten Angebote: bunte oder bunt verpackte Süßigkeiten. Essbares kombiniert mit Spielzeug. Kekse in Form von Tieren, Autos o. ä., Werbung mit den Lieblingsfiguren aus Filmen. Und so weiter. Dazu kommt die soziale Komponente des Essens – je nach Temperament möchte dein Kind sich vielleicht nicht immer ausschliessen, wenn Süßigkeiten geteilt werden. Möchte dazugehören, indem es mit-isst.

Während ich ein von Anfang an rohköstlich aufwachsendes Kind nicht von mir aus von der wahrhaft natürlichen Nahrung weglocken würde, indem ich ihm irgendwelche Zubereitungen anbiete, können diese in solchen Situationen eine echte Hilfe sein. Du kannst deinem Kind zeigen, dass sich die Gerichte, die es bei anderen sieht, wie Spaghetti, Pizza, Pommes, Torten usw auch roh herstellen lassen. Und du kannst ihm Süßigkeiten und Knabberzeug zubereiten & cool verpacken.

Meine Tochter hat, sobald sie registriert hat, dass andere Menschen anders essen, angefangen zu fragen, ob ich ihr dieses oder jenes „in roh“ machen könne. Sie liebt die Rohkost & möchte sich so ernähren; sie weiss aus eigener Erfahrung, dass es ihr schlecht geht, wenn sie etwas Gekochtes isst. Trotzdem, und trotz ihrer selbstbewussten Persönlichkeit, ist der Reiz all der genannten Dinge groß. So findet sie es total toll, rohe Versionen der Törtchen aus der Konditorei zu bekommen. Cool verpackte Süßigkeiten. Schön gestaltete Obstteller, selbstgemachtes Eis am Stiel und vieles mehr. Und freut sich über diese Unterstützung, die es ihr leichter macht bei der Rohkost zu bleiben.

Rezepte & Ideen findest du in großer Vielfalt im Internet. Und natürlich hier: in meinen Rohkost-Rezepte-eBooks.

Kinder roh ernähren

Falls du dich noch immer fragst, ob denn Rohkost auch für ein Kind eine geeignete Ernährung darstellt: ausdrücklich JA – Kinder können nicht nur problemlos mit Rohkost ernährt werden, sie gedeihen dabei hervorragend! Es ist die beste Ernährung, die wir ihnen geben können! Und: sie bringen dieses Wissen mit auf die Welt. Eine natürliche Ernährung, roh, vegan, unbehandelt, unverarbeitet, nicht erhitzt … das ist das, was sie im Anschluss an die Stillzeit sozusagen erwarten. Wer schon mal versucht hat, ein Baby oder Kleinkind mit gekochten Breis oder ähnlichem zu füttern, es so an „feste“ Nahrung zu gewöhnen, hat vermutlich die Erfahrung gemacht, dass dieses Essen abgelehnt, verweigert, wieder ausgespuckt wird … bei entsprechender Beharrlichkeit „gewöhnen“ sich dann zwar die meisten Kinder irgendwann daran, denn offensichtlich gibt es ja nichts anderes …

… aber wie anders sieht es aus, wenn wir einfach unsere Rohkost genießen & die Kinder, sobald sie Interesse daran zeigen, daran teilhaben lassen! Ihnen von den köstlichen Früchten abgeben, sie damit herumspielen & davon probieren lassen. Es gibt ausreichend weiche, auch mit wenigen Zähnen leicht zu bewältigende Früchte: Bananen, Avocados, Trinkkokosnüsse, Erdbeeren, Durian … püriert oder gemixt muss da nichts werden! Übrigens ist es vollkommen „normal“, wenn Kinder erst mit 1 Jahr oder später Interesse an fester Nahrung, an etwas anderem als Muttermilch, zeigen! Meine Tochter hat erst im Alter von ca 19-20 Monaten langsam angefangen zu essen. Bis festes Essen wichtiger zum Sattwerden für sie wurde als Muttermilch war sie schon 2 Jahre alt.

Ein Kind, das von Anfang an Rohkost bekommt & dabei aus einer ausreichenden Auswahl von Früchten, Gemüsen & grünen Blättern selbst auswählen kann, was es essen möchte, wird sich alles nehmen, was es braucht & ganz gewiss keinen Mangel dabei erleiden.

Gerade in den ersten Jahren des schnellen Wachstums, des Aufbaus von Körper & Gehirn, ist die Ernährung besonders wichtig! Je besser die Nahrung & die sonstigen Lebensgewohnheiten, desto gesünder & kräftiger wächst der Körper heran. Auch wenn wir vermutlich alle in einer so gar nicht rohköstlichen Welt leben & unsere Kinder daher früher oder später all das „andere“ Essen entdecken & irgendwann probieren werden: die Basis der ersten Jahre bleibt ihnen erhalten! Außerdem prägen diese ersten Erfahrungen mit Essen sie natürlich. Die Gefahr, dass sie Geschmack an Gekochtem oder gar all den künstlichen Lebensmitteln, JunkFood usw, finden, ist deutlich geringer, wenn sie an die weltbeste 🙂 Nahrung gewöhnt sind. Auch werden sie selbst bemerken, wie sich das Essen in ihrem Körper anfühlt, wie es sich auf ihr Wohlbefinden auswirkt … eine Erfahrung, die viel wertvoller ist als jeder erklärende Vortrag, den wir ihnen dazu halten könnten. Die Chancen stehen gut, dass sie, selbst wenn sie im jugendlichen Alter ernährungsmäßig total „abdriften“ sollten, später wieder zurückfinden zu dem, was sie in früher Kindheit geprägt hat.

Wie können wir unsere Rohkost-Kinder nun am besten unterstützen, wenn die Kochkostwelt & ganz besonders deren Marketingstrategien sie verlocken? Wie älteren Kindern, die schon an Kochkost & deren Geschmäcker gewöhnt sind, den Übergang zur Rohkost schmackhaft machen? Darüber mehr im nächsten Artikel …

Billiger Essen?

Eine roh-vegane Ernährung, bestehend aus unbehandelten, möglichst biologisch produzierten, Früchten & Gemüsen, Wildkräutern, eventuell außerdem Nüssen & Kernen (natürlich ebenfalls bio und in Rohkostqualität), ist gewiss das Beste für unsere Gesundheit. Die sparsamste Art sich zu ernähren ist es jedoch definitiv nicht. Selbst wenn du dich auf regionale Produkte beschränkst & einen großen Anteil an Wildkräutern isst, wirst du immer noch mehr für dein Essen ausgeben als bei einer Standard-Supermarkt-Ernährung:

Vor mehreren Jahren schon hat Adam Drewnowski im Rahmen seiner Studien zur Fettsucht herausgefunden, dass man für einen Dollar 1.200 Kalorien Kekse oder Kartoffelchips bekommt, aber nur 250 Kalorien Möhren und nur 170 Kalorien Orangensaft.

In vielen Supermärkten bekommt man ein ganzes Huhn für einen niedrigeren Preis als eine Tüte Bio-Kohl. Subventionen haben die ungesündesten Nahrungsmittel, produziert mit den geringsten Anforderungen an Ethik & Nachhaltigkeit, zu den billigsten Lebensmitteln gemacht. Und damit zu den am meisten konsumierten.

Es scheint dem Kunden, als ob er die besten Sonderangebote bekommt. Aber das bedeutet nicht, das er (und wir alle) nicht auf andere Art für diese Nahrungsmittel bezahlt!

Mal ganz abgesehen von den zerstörerischen Auswirkungen der Produktionsverfahren zur Herstellung der Billig-Lebensmittel auf die Welt & damit auf uns alle – dem höchsten Preis, den wir alle zahlen! -: Willst du dein Geld lieber jetzt für deine Nahrung ausgeben – für eine Nahrung, die dich stärkt & gesund erhält – oder in ein paar Jahren für Heilpraktiker, Ärzte & Krankenhäuser? Ganz zu schweigen von der Bedeutung deines Wohlbefindens für deine Lebensqualität!

Nun gibt es ja nicht nur schwarz & weiss … das Spektrum an Ernährungsmöglichkeiten zwischen Rohkost & Junkfood ist groß, & vielleicht denkst du dir, dass es weder der Welt noch dir so sehr schaden wird, wenn du biologisch-regional-vegan aber eben gekocht isst. Macht doch ein Teller Nudeln, Reis, Linsen oder Grießbrei um so viel preisgünstiger satt als Papayas, Salat oder Erdbeeren. Warum selbst solche vergleichweise „harmlos“ anmutenden Gerichte schon nicht dem entsprechen, was dein Körper braucht & was ihm gut tut, darüber habe ich unter anderem hier („Gründe für Rohkost“) und hier („Roh – warum eigentlich?“) schon einmal geschrieben. Ist dein Körper erstmal an eine zumindestens überwiegende Frischkost-Ernährung gewöhnt, wird er dir schnell & deutlich zeigen, wenn ihm etwas nicht gut tut. Und du kannst dir dann überlegen, ob sich die Sparsamkeit da wirklich lohnt …

Ein paar Tipps zur kostengünstigeren Gestaltung der Rohkost findest du übrigens in dem Artikel „Sparsame Rohkost„.