Körper & Geist

Wie kommt es eigentlich, dass die vegane Rohkost für manche Menschen so wunderbar funktioniert, für andere jedoch scheinbar nicht? In körperlicher Hinsicht ist es doch ganz einfach: (für mich) zweifellos ist die vegane Rohkost die menschenartgerechte Ernährung; die Ernährung, auf die unsere Körper optimiert sind. Zahlreiche Untersuchungen über die Auswirkungen von Kochkost belegen das, und es gibt unzählige Beispiele für die Heilung von allen möglichen Krankheiten durch den Übergang zu einer rohköstlichen Ernährung. Warum also fühlen sich manche Menschen trotzdem mit Rohkost nicht richtig wohl und zufrieden?

Zu Gesundheit & Wohlbefinden tragen viele Faktoren bei; nicht zuletzt ist es eine Frage der (Lebens-)Einstellung, des Glaubens. Abraham Hicks (vielen sicher bekannt aus den Büchern von Esther und Jerry Hicks) meint

„… dass Essen einen dann am besten versorgt, wenn man zufrieden ist, wenn man glaubt, dass das Essen einen nährt und nicht, wenn man sich die ganze Zeit negative Gedanken über die Auswirkungen irgendeines Lebensmittels macht.“

Ernährung soll uns nähren. Und Genuss bedeuten. Nicht das Befolgen eines Diät-Regelwerks, sondern das Erfüllen des eigenen körperlichen Bedarfs. Wer als Rohköstler die ganze Zeit grübelt, ob Früchte oder Nüsse eventuell schlecht sind, Salz oder Öl „erlaubt“ sind, wieviele Nährstoffe beim Mixen und Zubereiten zerstört werden usw, schadet sich durch diese vielen Sorgen vielleicht mehr als ihm die Rohkost gut tut. Und wer trotz des „Vorsatzes“, nur noch roh zu essen, doch mal eine „Ausnahme“ macht – dem wird die sicher weniger schaden, wenn er sie genießt und danach freudig zur Rohkost zurückkehrt, als wenn er sich stunden- oder gar tagelang mit Gewissensbissen und Gedanken über die möglichen Auswirkungen seines „Fehltritts“ quält.

Gabriel Cousens schreibt dazu

„Unsere Einstellung und unsere Glaubenssätze über das Essen sind mindestens so bedeutsam wie das, was wir essen. Theoretisch könnten wir durch positives Denken die Naturgesetze sogar außer Kraft setzen, so daß selbst Fast Food und Süßigkeiten gesundheitsförderlich wirken. […] Warum sollen wir unsere Energie verschwenden, um gegen die Naturgesetze zu arbeiten? Warum nicht mit ihnen in Harmonie leben? […] Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass den meisten Menschen dies ohnehin nicht gelingt und nur zu einer schlechteren Gesundheit führt.“

Die eigene Einstellung, mehr oder weniger tiefsitzende Glaubenssätze, sind schließlich auch der Grund, warum manche Menschen spontan und mühelos zur Rohkost übergehen können, während andere dafür viele Wochen, Monate oder gar Jahre benötigen. Glaubenssätze zu überwinden, zu ändern, braucht meist länger als das Umsortieren der Küche.

Jeder Körper & vor allem jede Seele ist anders, jeder von uns bringt andere Erfahrungen, andere Prägungen mit. Das Wichtigste ist, deine eigenen Gefühle zu respektieren – was fühlt sich für dich gut & richtig an? Vielleicht bist du noch nicht bereit zu glauben, dass rohe pflanzliche Nahrung dich vollständig ernähren kann. Wenn du dir die Zeit und die Gelegenheit gibst, die positiven Auswirkungen der Rohkosternährung tatsächlich zu erfahren, wird das deinen Glauben stärken. Wenn du dich jedoch mit einer 100%igen Rohkost (noch) nicht gut fühlst, und dich besser fühlst, wenn du ein wenig gedünstetes Gemüse, Getreide, Suppe, Milchprodukte oder was immer isst, solltest du das meiner Meinung nach respektieren. Respektiere deine Entwicklung, deinen eigenen Weg. Die meisten von uns hat man ein Leben lang gelehrt, anderen zu folgen statt auf sich selbst zu hören. Gesundheit ist ein guter Anfangspunkt, um zu lernen, sich (wieder) selbst zu vertrauen. Wenn du lernen kannst, (wieder) auf deinen Körper zu hören, wird er dich vielleicht zu der noch höheren Kunst führen, auf dein Herz zu hören.

Unterstützung auf diesem Weg biete ich gern in meinen Seminaren und auch in Form von Beratung per eMail, Skype oder Telefon an!

Wie Stefan Hiene in einem Vortrag mal gesagt hat: „Am Ende des Tages stellt sich für mich nicht die Frage, ob ich mich zu 100% roh ernährt habe, sondern ob ich mich 100% geliebt habe!“ … Wer sich selbst liebt, wird von ganz allein gut zu sich sein & seiner Gesundheit so besser tun als es das Befolgen von Ernährungsvorschriften jemals könnte! Und sich wirklich wirklich gut fühlen!

Essen & Persönlichkeit

„In ihrem natürlichen Zustand sind alle Nahrungsmittel lebendige Energiezustände, die uns auf jeder Ebene unseres Seins beeinflussen.“

So schreibt Gabriel Cousens in seinem Buch „Individuelle Ernährung mit Ayurveda“ – übrigens eines meiner Lieblingsbücher zum Thema Ernährung.

Nach Paramahansa Yogananda haben Lebensmittel tatsächlich eine spezifische Wirkung auf Aspekte unserer Persönlichkeit:

  • Mandeln fördern Selbstdisziplin & psychische Ausgeglichenheit
  • Bananen steigern Demut & Bescheidenheit
  • Brombeeren erleichtern reine Gedanken
  • Datteln fördern Verständnis & Empfindsamkeit & unterbinden so eine zu kritische Geisteshaltung
  • Orangen lindern melancholische Zustände, stimulieren die Gehirntätigkeit
  • Himbeeren unterstützen die Gutmütigkeit

Ob das so stimmt? Und ob sich auch in dieser Hinsicht der „Bedarf“ (unserer Persönlichkeit) durch den Appetit äußert? Mandeln, Bananen, Datteln und Orangen zählen zu meinen Grundnahrungsmitteln. Und ich mag sie alle schon seit wirklich langer Zeit so gut wie immer gerne essen …

Selbstverständlich glaube ich, dass unser Essen Auswirkungen nicht nur auf unseren Körper sondern auch auf unsere Psyche, unsere Persönlichkeit hat. Aber diese Zuordnung scheint mir doch etwas zu einfach … was meint ihr dazu?

Weniger spezifisch, aber meiner Beobachtung nach stimmig: Vegane Rohkost stimuliert die Gehirntätigkeit, klärt die Gedanken, öffnet die Seele, unterstützt freundliche, liebevolle Gefühle & psychische Ausgeglichenheit … und vieles andere positive mehr!