Früchtegenuss

Bei den Papayas neulich habe ich es schon erwähnt: von den meisten Früchten kann viel mehr gegessen werden als gemeinhin bekannt. Das ist mir so richtig bewusst geworden, als mich die Inhaberin eines kleinen Bioladens vor einiger Zeit fragte, ob ich denn die frischen Feigen komplett essen würde – sie hatte sie bis zu diesem Zeitpunkt immer geschält … ! Was bei giftgespritzten Früchten (wenn sie sich denn nicht vermeiden lassen) sicher sinnvoll ist – aber unbehandelte & aus Bioanbau stammende können & sollten doch besser vollständig gegessen werden. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Nicht umsonst „liefert“ die Natur uns die Früchte ja mit Schale & Kernen (& Blättern). In einigen Fällen dient die Schale zwar tatsächlich nur dem Schutz des darin enthaltenen (wie z. B. bei Bananen, Kokosnüssen oder Durianen) & die Kerne sollen durch Verzehr & spätere Ausscheidung vielleicht nur für die weitere Verbreitung des Baumes sorgen. Häufig stecken in Schale & Kernen jedoch viele Nährstoffe, die zur optimalen Verwertung nötig sind.
  • Eine mit Schale & Kernen genossene Papaya schmeckt nicht nur besser sondern macht auch besser & nachhaltiger satt.

Die Kerne der Papaya schmecken scharf-würzig & ergänzen damit das sehr süße Fruchtfleisch optimal. Sie lassen sich übrigens auch trocknen & können dann, zermörsert oder durch eine Pfeffermühle gedreht, als Gewürz verwendet werden. In den Kernen ist Papain enthalten, welches bei der Eiweißaufspaltung im Darm hilft & so darmreinigend & gegen Würmer wirkt. Die Schale kann ebenfalls entweder einfach mit der Frucht zusammen verzehrt werden oder als Salatzutat verwendet werden. Mehr über die wertvollen Inhaltsstoffen der Papaya gibt es hier zu lesen.

Im Folgenden eine Liste von „mitessbaren“ Bestandteilen verschiedener Früchte – ohne Anspruch auf Vollständigkeit & immer unter der Voraussetzung, dass die Früchte bio bzw unbehandelt sind:

  • Bei Äpfeln & Birnen essen sicher die meisten eh ganz selbstverständlich die Schale mit; auch das Kerngehäuse mit den Kernen kann mitgegessen werden.
  • Wirklich reife Kiwis können ebenfalls mit Schale gegessen werden – die ist dann ganz dünn & weich, gar nicht mehr unangenehm haarig. Ebenfalls essbar ist die Schale sonnengereifter Mangos (bei Flugware oder bei den im Sommer erhältlichen pakistanischen Honigmangos). Schmeckt ein bisschen herb, aber in Kombination mit der ganzen Frucht doch ganz lecker.
  • Schwer zu glauben, aber wahr: auch bei sonnengereiften Ananas kann die Schale mitgegessen werden. Empfiehlt sich aber wirklich nur für reif geerntete Früchte. Bitte vorsichtig versuchen & auf eventuelles Brennen auf der Zunge achten – bei Ananas ein deutliches Zeichen des Körpers, dass er genug hat!
  • Melonen: bei Wassermelonen esse ich die Schale & die Kerne schon seit Jahren mit – in der Schale & dicht darunter stecken eine Menge Mineralstoffe, die die optimale Verdauung & Assimilation des Fruchtfleisches & natürlich auch die Sättigung fördern. Bei den diversen anderen Melonensorten – Galia, Cantaloupe, Honigmelonen… – kann die Schale auch gegessen werden. Wobei manche Melonen ja erst dann so richtig gut schmecken, wenn die Schale schon braune Flecken bekommt … bei denen mag ich sie dann nicht mehr so & esse sie nicht mit.
  • Bei Rambutan hat mich die Schale noch nicht dazu verlockt, sie zu probieren. Dafür esse ich diese Früchte immer mit Kern – er schmeckt leicht nussig, echt lecker.
  • Durian – nein, keine Angst, auch diese Schale möchte ich euch nicht empfehlen (schade eigentlich, wo sie doch so viel davon hat … ). Aber auch hier schmecken die Kerne der frischen Frucht köstlich nussig.
  • Aprikosenkerne sind ebenfalls essbar & wohlschmeckend; ähnlich wie Mandeln. Es erfordert allerdings etwas Extra-Aufwand, an sie heranzukommen, denn nur der innere Teil des Kerns ist essbar. Die äußere Schale muss, ebenfalls wie bei Mandeln, erst geknackt werden.
  • Avocados können auch mit Schale verzehrt werden.
  • Kirschen & Pflaumen esse ich ohne Kerne, dafür nach Möglichkeit mit den frischen Baumblättern dazu. Das gilt übrigens für alle hiesigen Obstbäume – probiert einfach mal!
  • Gemüse werden bei uns eh kaum geschält: Gurke, Süßkartoffel, Benkoang, roter Bete … essen wir komplett.

Verkehrte Welt

Vor wenigen Tagen erreichte mich ein Brief, über dessen Inhalt ich zunächst laut lachen musste, der mich beim weiteren Darüber-Nachdenken aber doch eher entsetzte. Das Jugendamt hat dank der Anzeige einer „besorgten“ Mitbürgerin von meiner Ernährungsweise erfahren & macht sich nun Sorgen um die Gesundheit meiner Kinder. Man hätte ja von so vielen Fällen psychischer & physischer Schäden bei rohköstlich ernährten Kindern gehört … Hallo?!? Ich kenne die erschreckende Zunahme von Fettleibigkeit & Diabetes im Jugendalter; auch Osteoporose, Rheuma u. ä. treten immer öfter schon bei Kindern & Jugendlichen auf, von Neurodermitis, Asthma, Allergien ganz zu schweigen. Alles ernährungsbedingt!

Eigentlich sollte das Jugendamt doch wohl eher Mitarbeiter bei MacDonald’s & Aldi postieren & alle dort auftauchenden Eltern zum Gespräch vorladen. Aber darüber will ja keiner reden. Wo sollte das auch hinführen? Müssten doch dann auch die Beamten selbst womöglich ihr eigenes Essverhalten hinterfragen. Die gesamte Lebensmittelindustrie würde zusammenbrechen, müssten sich Eltern dafür verantworten, ihre Kinder mit Weissmehl, Zucker, Konservierungs- & Zusatzstoffen usw. zu „ernähren“.

Nun ja, ich schätze, diese Argumentation bietet sich im Interesse einer schnellen friedlichen Lösung nicht wirklich an ;). Ich werde mich einfach dort vorstellen & sowohl meine als auch die Gesundheit meiner gut entwickelten, energiegeladenen Kinder demonstrieren. Und mein Staunen über die verkehrte Welt, in der wir leben, für mich behalten.

Knochen & Zähne

Ein neuer Beitrag aus der Reihe „Und woher bekommst du dein ….?“ – heute: Kalzium (auch Calcium).

Bekannt aus der Werbung ist die Behauptung, wir bräuchten Milchprodukte für unsere Kalziumversorgung. Eine doppelt falsche Behauptung übrigens: nicht nur, dass wir uns problemlos mit rein pflanzlicher Nahrung ausreichend mit Kalzium versorgen können. Im Gegenteil begünstigt eine Ernährung mit tierischem Eiweiß die Kalziumausscheidung & führt daher viel eher zu einem Kalziummangel, welcher bei einer rein pflanzlichen Ernährung selten bis gar nicht auftritt.

Schon die Tatsache, dass in Kuhmilch Kalzium vorhanden ist, ohne dass die Kühe selbst Milch trinken, zeigt, dass sie es offensichtlich aus ihrer Nahrung = Grünzeug! aufnehmen. Besonders viel Kalzium ist enthalten in Mohn, Sesam, Brennesseln, Grünkohl, Feigen, Mandeln, Haselnüssen. Weitere kalziumhaltige Lebensmittel findet ihr hier im rohkost.de-Blog.

Wichtig ist Kalzium vor allem für die Festigkeit von Knochen und Zähnen. Eine vor allem bei älteren Menschen auftretende Folge von Kalziummangel ist Osteoporose = Knochenentkalkung, bei der die Knochen schwach & leicht zerbrechlich werden. Der Hauptgrund dafür ist eine säurereiche Ernährung mit einem hohen Anteil an Eiweiß (tierisches oder pflanzliches) und Stärke. Die dabei entstehenden Säuren müssen vom Körper neutralisiert werden. Dafür braucht er basische Mineralien: Kalzium, Magnesium, Natrium und Kalium. Die er sich, wenn sie nicht ausreichend über die Nahrung zugeführt werden, aus den Knochen & Zähnen holt & die dann über die Nieren ausgeschieden werden. Die beste Prävention: eine ausreichende Versorgung mit basischen Mineralien, also auch Kalzium, aus basisch verstoffwechselter Nahrung wie rohe Früchte & Gemüse sowie regelmässige Bewegung!

Solange ihr also einfach eure gute Urkost mit vielen Früchten & Grünzeug geniesst, seit ihr auf der sicheren Seite! Kein Grund, spezielle Nahrungsmittel im Hinblick auf einzelne ihrer Inhaltsstoffe auszuwählen. Bei mir gab es heute dies hier – definitiv ausreichend gehaltvoll an basischen Mineralstoffen 🙂

Rohkost – Lektion 1

Weil es immer wieder nachgefragt wird, heute noch mal die Basics. Für Neueinsteiger, Skeptiker & Interessierte.

Wann immer ich meine Ernährung erwähne, sind die meisten Menschen zwar sehr interessiert an dem, was ich erzähle. An der Rohkost an sich, an Rezepten. Aber die meisten verstehen nicht wirklich, was das soll. Den Grund für eine rohköstliche Ernährung, die Vorzüge, und was diesen Ernährungsstil eigentlich ausmacht. Was kann ich als Rohköstler denn überhaupt essen? Brauche ich dafür eine neue Küchenausstattung? Also auf ein Neues – hoffentlich beantwortet das folgende die grundlegenden Fragen.

Rohkost – was ist das?

Eine rohköstliche Ernährung (auch Vitalkost oder – je nach Umsetzung – Urkost genannt) setzt sich zusammen aus Früchten, Gemüsen, Samen/Nüssen und grünem Blattgemüse/Wildkräutern. Auch Sprossen & Algen gehören dazu. Alle diese Nahrungsmittel werden roh verzehrt, d. h., nicht über 43° C erhitzt.
Nahrung, die über 43° C erhitzt wird, verliert ihre Enzyme & Nährstoffe. Gekochte Nahrungsmittel führen im Körper zu denselben Symptomen wie entzündliche Prozesse (Leukozytose = Vermehrung der weißen Blutkörperchen). Manche gekochten (sogenannten) Lebensmittel haben sogar eine direkt schädliche Wirkung auf den Körper, wie z. B. Karzinogene, die beim Garen von Fleisch entstehen, oder raffinierter Zucker, der zu Diabetes führen kann. Verarbeitete Lebensmittel mit zugesetzten Chemikalien, künstlichen Geschmacksstoffen, Konservierungsmitteln usw. sind Gift für den Körper und haben in der menschlichen Ernährung nichts zu suchen. Rohe, ungekochte Nahrung hingegen liefert jede Menge wertvoller Enzyme, Vitamine & Mineralien. Praktischerweise werden all die gefährlichen Zusatzstoffe bei einer Rohkost-Ernährung automatisch vermieden.
Rohkost essen bedeutet aber nicht, nie wieder etwas zum Essen im normalen Laden kaufen zu können. Manche abgepackten Produkte lassen sich durchaus auch in der Rohkost-Küche verwenden. Solange sie eben nicht über 43° C erhitzt worden sind. Zwar sind sie definitiv nicht notwendig für eine ausgewogene Ernährung und sollten mMn langfristig auch höchstens einen kleinen Teil der Nahrung ausmachen, aber möglich ist z. B. die Verwendung kaltgepresster Öle, bei niedrigen Temperaturen getrockneter Nüsse, Samen und Trockenfrüchte und fermentierter Nahrungsmittel wie Miso oder Sauerkraut. Auch roher Essig, roher Agavensirup, rohe Soya-Sauce und natürlich die diversen, in immer mehr Naturkostläden erhältlichen Riegel, Schokoladen & Cracker in Rohkostqualität können bei einer rohköstlichen Ernährung verzehrt werden.
Der letzte Satz verrät es schon – Rohkost essen bedeutet keineswegs, ständig nur Salat zu mampfen oder an Möhren & Äpfeln zu knabbern. Die Fülle an Früchten, Grünpflanzen, Gemüsen & Nüssen/Kernen ist so groß, das schon allein damit gewiss nicht so schnell Langeweile aufkommt. Außerdem können aus rohen Zutaten auch ohne Erhitzen alle möglichen Gerichte zubereitet werden. Rohkosttorten, Rohbrote, rohe Pizza, Lasagne usw. – praktisch jede bekannte Gericht kann statt in seiner gekochten Variante auch roh hergestellt werden. Rezepte dafür gibt es in Büchern, im Internet & auch in den bei mir erhältlichen eBooks.

Positive Auswirkungen der Rohkosternährung

  • Gesteigerte Energie
  • Ein besseres Hauterscheinungsbild
  • Bessere Verdauung
  • Gewichtsabnahme bei Übergewicht
  • Geringeres Risiko von Herzkrankheiten, Diabetes und Krebs (und aller weiteren Zivilisationskrankheiten)
  • Heilung von Neurodermitis, Allergien, Asthma, Rheuma/Arthritis, Migräne …

Um nur einige zu nennen.

Enzyme, Vitamine, Mineralien

Dass beim Kochen von Nahrungsmitteln Vitamine & andere Nährstoffe reduziert oder gar zerstört werden, hat sich wohl mittlerweile überall herumgesprochen – in den offiziellen Ernährungsempfehlungen steigt der Anteil an veganer Rohkost kontinuierlich. In Deutschland wird der Verzehr von mindestens 5 Portionen rohem Obst/Gemüse pro Tag empfohlen, in den USA sogar 9. Während Vitamine & Mineralstoffe den meisten Menschen mittlerweile ein Begriff sind, ist das Wissen um die Bedeutung der Enzyme noch nicht so verbreitet. Enzyme helfen uns bei der Verdauung; sie zerlegen Fette & Proteine, so dass unser Körper sie gut assimilieren kann. Bei optimaler Verdauung & Assimilation kann der Körper sich schneller von Belastungen erholen & hat mehr Energie für seine anderen Aufgaben wie Zellreparatur, mentale und körperliche Bewegung, Immunfunktionen. Daher die oft beschriebene überwältigende Energie bei Rohköstlern sowie das schnelle Verschwinden verbreiteter Missbefindlichkeiten wie Akne, häufige Erkältungen etc.

Was für Geräte werden in der Rohkostküche benötigt?

Für eine Rohkost-Ernährung ist keinerlei Anschaffung von neuen Küchengeräten notwendig! Es gibt aber einige Geräte, die für die Zubereitung von rohköstlichen Gerichten sehr hilfreich sind:

  • Ein guter Blender! Das einzige Gerät, das bei uns wirklich sehr häufig benutzt wird & das ich nicht missen möchte, ist mein Personal Blender. Der mixt & mahlt alles, was uns so einfällt, in absolut zufriedenstellender Qualität. Auch die Größe ist für unseren kleinen Haushalt optimal.
  • Größer & deutlich leistungsfähiger ist der Vitamix – ein Profimixer mit den diversen Funktionen einer Küchenmaschine.
  • Ein Lebensmitteltrockner kann zum Dörren von Früchten und Gemüsen, aber auch zur Herstellung von Rohbroten, Crackern usw eingesetzt werden. Bei geeignetem Klima lässt sich natürlich auch alles an der Luft/in der Sonne trocknen, oder bei entsprechend niedriger Temperatureinstellung im Umluft-Ofen, aber wer viel trocknet, für den lohnt sich sicher die Anschaffung eines Trockners oder Dörrgeräts.
  • Wer gern & viel Säfte trinkt, sollte sich einen guten Entsafter leisten. D. h., besser keinen Zentrifugen-Entsafter, in dem durch die hohe Umdrehungsgeschwindigkeit & die damit einhergehende Sauerstoffeinwirbelung -> Oxidation die empfindlichen Vitalstoffe aus den entsafteten Früchten & Gemüsen geschädigt werden. Empfehlenswerter ist die Anschaffung einer Saftpresse, wie z. B. GreenStar, Champion oder SoloStar.
  • Zum Keimen von Kernen oder Getreide gibt es Sprossengläser, Sprossenbeutel und Keimgeräte – was davon verwendet wird, ist wohl in erster Linie Geschmackssache. Sprossenbeutel sollen auch für die Herstellung von Samen- oder Nusskäse eingesetzt werden können.

Soweit für heute … Sollten beim Lesen weitere Fragen aufgetaucht sein – einfach fragen! 🙂

Eat Art „Rohkostkreationen“ – eine Ausstellung

So, endlich geschafft: das Gewinnspiel ist ja schon letzte Woche ausgelaufen, aber die Jury hat es erst heute geschafft zu tagen 😉

Erstmal vielen Dank an alle TeilnehmerInnen für eure Einsendungen! Die Menge war überschaubar, aber die Entscheidung dennoch nicht leicht. Seht selbst:

Sieht es nicht alles verlockend aus?

Sieht es nicht alles verlockend aus? Wer hat also gewonnen?