Ein anderes Ernährungsparadigma

In seinem Buch „Ganzheitliche Ernährung und ihre spirituelle Dimension“ beschreibt Gabriel Cousens eine ganz andere Sichtweise auf unseren Stoffwechsel als den herkömmlichen materialistischen Ansatz, der Nahrungsenergie in Kalorien misst; Nahrungsmittel in Proteine, Fette, Kohlehydrate, Vitalstoffe aufsplittet. Sie als rein materielle Substanz betrachtet & vom „Gesetz der Erhaltung von Materie und Energie“ ausgeht; also davon, dass soviel Energie (Kalorien) wie verbraucht wird, auch zugeführt werden muss.

Essen, „Nahrungsaufnahme, stellt eine Schnittstelle zwischen uns und unserer physischen Umgebung dar. Die Assimilation von Nahrung ist eine unserer Möglichkeiten, Energie aus der Umgebung aufzunehmen.“

Jede, die schon mal mittels Reduktionsdiät versucht hat, abzunehmen, weiss, wie schnell der Körper sich an eine verminderte Energiezufuhr gewöhnt. Dabei aber trotzdem leistungsfähig bleibt & nach relativ kurzer Zeit nicht weiter abbaut.

Auch die Forschungsergebnisse der russischen Ärztin Dr. Galina Schatalova, beschrieben in ihrem faszinierenden Buch „Wir fressen uns zu Tode“, belegen, welche geringe Energiezufuhr, in Kalorien gemessen, für unsere Leistungsfähigkeit selbst unter hohen Anforderungen ausreichend ist. Sie selbst & die Teilnehmer ihrer Experimente haben tagelange, fordernde Wüstenmärsche mit einer Energiezufuhr von um die 300-400 Kalorien/Tag problemlos bewältigt, ohne abzunehmen; teilweise dabei sogar Gewicht zugelegt! Ganz zu schweigen von den ebenfalls von ihr belegten heilenden und lebensverlängernden Auswirkungen einer kalorienarmen Ernährung.

Anhand des Phänomens der biologischen Transmutation = der Prozeß, durch den ein Element im Körper in ein anderes umgewandelt wird lässt sich z. B. erklären, wieso die sog. „Batatenesser“ bei einer Ernährung, die fast ausschließlich aus Bataten besteht, dennoch gesund und ohne Mangelerscheinungen leben. Ihre Körper bilden aus dem, was sie zu sich nehmen, alle notwendigen Vitalstoffe. Oder warum Eisenmangel, der bei manchen Menschen trotz Aufnahme von Eisen nicht besser wird, sich aber wohl durch Manganeinnahme beheben lässt – ihre Körper haben die Fähigkeit, das Mangan zu Eisen umzuwandeln. Die biologische Transmutation steht in direkten Widerspruch zum Gesetz der Erhaltung von Materie und Energie.

Aufgrund derartiger Beobachtungen sowie der Betrachtung ungewöhnlicher Erscheinungen (extreme Langlebigkeit, Lichtnahrung usw) entwickelt Cousens im Gegensatz zur materialistisch-mechanistischen Sichtweise ein neues, ganzheitliches Ernährungsparadigma.

Wenn wir essen, treten wir nicht nur auf der materiellen sondern auch auf der feinstofflichen Ebene mit der Nahrung in Wechselwirkung. In vielen Kulturen, z. B. der traditionellen japanischen oder auch bei den Yogis, ist bekannt, dass auch das Bewusstsein der nahrungszubereitenden Menschen eine Rolle spielt & dem Essenden zuteil wird.

Außer durch Nahrung nehmen wir Energie außerdem auch aus der Atemluft, durch Sonnenlicht, als sexuelle Energie, kosmische Energie und in Form von elektromagnetischer Energie aus der Erde auf.
Am Beispiel von Menschen, die unter jahreszeitlich bedingten Depressionen leiden, oder solchen, die aufgrund ungünstiger Arbeitsbedingungen nie genug Licht bekommen & daher gesundheitliche Probleme entwickeln, lässt sich leicht die Bedeutung erkennen, die Sonnenlicht für uns hat. Es beeinflusst unseren Hormonhaushalt & damit etliche Stoffwechselvorgänge, wird als schwingende Energie oder als Wärmeenergie aufgenommen.
In einigen modernen Yoga-Lehren heisst es, daß etwa 90% der vom Körper verwerteten Energie vom Sauerstoff stammt, der über Lunge & Haut aufgenommen wird. Ohne Sauerstoff kann unser Körper nur Minuten lang überleben, während wir ohne Wasser Tage bis Wochen, ohne feste Nahrung sogar monatelang aushalten. Sauerstoff ist somit unser wichtigster Nährstoff. Wir nehmen Sauerstoff auch direkt aus der Nahrung auf – was wiederum zeigt, wie wichtig frische, natürliche Nahrungsmittel für uns sind. Belastungen durch Umweltverschmutzung, mangelhafte Ernährung und Streß führen zu Sauerstoffmangel im Organismus, da für die Entgiftung Sauerstoff benötigt wird. Nahrungsmittel mit einem hohen Sauerstoffgehalt fördern somit unsere Gesundheit. Wasser besteht zu 85% aus Sauerstoff, Obst zu bis zu 90% aus Wasser … es ist also gut für uns, Obst zu essen. Kohlehydrate haben einen Anteil von 50% Sauerstoff, Eiweiße etwa 25% und Fette nur etwa 12%. Wir benötigen einige essentielle Fettsäuren, aber Fette sind Sauerstoffräuber. Wir sollten uns lt Cousens zu 10-15% von Nahrungsmitteln ernähren, die größere Mengen an ungesättigten Fettsäuren enthalten. Fetthaltige Nahrungsmittel sind Nahrungsmittel mit einem hohen Dichtegrad, für deren Verstoffwechselung viel Sauerstoff benötigt wird. Essen wir zuviel davon, geht uns der Sauerstoff aus & es entstehen mehr freie Radikale. Außer durch das richtige Verhältnis zwischen Sauerstoff und dem Dichtegrad unserer Nahrungsmittel können wir die Sauerstoffmenge in unserem System auch durch Grünpflanzen im Haus & am Arbeitsplatz steigern & fünfmal in der Woche leichte aerobische Übungen machen. Auch der Verzehr großer Mengen von Nahrungsmitteln, die antioxidantische Vitamine & Enzyme (A, C, E, Zink, Selen) beinhalten (z. B. blaugrüne Algen, Weizengras, Samen, Nüsse und komplexe Kohlehydrate) steigert die aufgenommene Sauerstoffmenge.
Kosmische Energie nehmen wir über die Chakren auf, sexuelle Energie im liebevollen Austausch mit einem anderen Menschen. Geomagnetische Kräfte gelangen im wesentlichen im Kontakt mit der Erde in unser System & helfen, uns zu erden.

Die schmackhafteste & dichteste Form von Energie, die wir aufnehmen, ist feste Nahrung. Aber, wie wir gesehen haben, ist es beileibe nicht unsere einzige Energiequelle.

Dankbarkeit

Dies hier habe ich gerade gefunden & möchte es gern mit euch teilen:

„Hast du heute Dankbarkeit für die Natur gefühlt? Du wärest nicht am Leben, weder heute noch an irgendeinem Tag, wenn dir nicht die Natur unaufhörlich geben würde. Die Natur gibt dir unbegrenzte Mengen Luft, so dass du atmen kannst, sie produziert genug Wasser für den Bedarf eines ganzen Planeten, um dich am Leben zu halten, und ohne die lebensspendenden Kräfte der Sonne könnte keineR von uns existieren.
Und das ist reines Geben! Wie kann irgendjemand glauben, er würde nicht geliebt?“

aus TheSecret’s Daily Inspirations

Genau so fühlt es sich an, das „wirkliche Leben“ … wenn ich draußen bin, in der Sonne, in der Natur, mit all ihrer Fülle … dann fühle ich Liebe, Dankbarkeit, das Glück lebendig zu sein! Glück & Dankbarkeit auch dafür, zu wissen & wahrnehmen zu können, was die Natur alles für unsere Ernährung bereithält!

Normalesser

Als mir vor einiger Zeit mal der Ausdruck „Normalesser“ (gemeint als Gegensatz zu uns Rohköstlern) herausrutschte, hakte meine Tochter sofort ein und meinte „Aber wir essen doch normal!“. Wobei ich ihr gern zustimme – normal im Sinne von „natürlich“ ist gewiss die Rohkost & nicht das Essen von erhitzten und von der Lebensmittelindustrie „verarbeiteten“ Nahrungsmitteln. Dennoch sind hierzulande wir die, die „anders“ essen. So anders, dass meine Beschreibungen unseres Essens der letzten Tage offenbar bei manchem Sorgen hinsichtlich Essstörungen und Unterernährung verursacht haben.

Zunächst einmal: mit ausschließlicher Rohkost braucht der Körper (zumindest nach einer gewissen Zeit) bei weitem nicht die Mengen, die ein Kochköstler benötigt. Was in Anbetracht des Nährwertes, des Gehalts an wertvollen Inhaltsstoffen (Vitaminen, Mineralien, Enzymen) offensichtlich ist – beim Kochen wird soviel davon zerstört, dass zur halbwegs ausreichenden Versorgung des Körpers eben viel mehr gegessen werden muss. Ganz zu schweigen von all den künstlichen Nahrungsmittel, Zusatzstoffen etc, mit denen der menschliche Körper überhaupt nichts anfangen kann. So ist er nach dem Essen zwar voll, verlangt aber noch immer nach Nährstoffen & meldet diesen Bedarf durch baldige neue Hungergefühle.

Wobei die Zusammenstellung der rohköstlichen Ernährung, die richtige Auswahl der Nahrungsmittel, natürlich durchaus eine Rolle spielt. Ganz wichtig ist es, genug Grünes zu essen – am allerbesten & wann immer möglich: Wildkräuter! Wildkräuter sind das absolute „Superfood“: sie enthalten weitaus mehr Vitalstoffe als jede Kulturpflanze. Vitamine, Mineralstoffe, Spuenelemente, Chlorophyll, Ballaststoffe, Enzyme, Aminosäuren in perfekter Ausgewogenheit. Das Chlorophyll in den grünen Blättern ist sozusagen essbares Sonnenlicht und entspricht in der Zusammensetzung dem Hämoglobin unseres Blutes und wirkt somit direkt blutbildend, stark entgiftend und vitalisierend. (Genaueres zum Wert der Wildkräuter z. B. hier). Und sie machen wirklich satt! Andere wichtige Komponenten sind sonnengereifte, chemiefrei (Tropen-)früchte & Fettfrüchte. Darüber & zur Abhängigkeit der „richtigen“ Zusammenstellung vom individuellen Bedarf habe ich an anderer Stelle schon einmal geschrieben.

Es besteht außerdem, was den Nährwert & auch den Sättigungseffekt angeht, ein großer Unterschied zwischen den in unseren Menüs genannten rohen „Naschereien“, wie z. B. Brownies, und deren Kochkost-Pendants. Ein gebackener Brownie enthält jede Menge tote Kalorien, sättigt aber kaum & nährt den Körper schon gar nicht. Ein roher Brownie besteht aus Mandeln, Datteln und Carob, enthält somit eine Menge Nährstoffe & macht satt! Mit einer Portion Pistazieneis isst meine Tochter ca. 2 Bananen, 1/2 Avocado, 1-2 Handvoll Pistazien & 1 Handvoll Wildkräuter – weit entfernt von einer zu spärlichen Portion, oder?

Im nächsten Beitrag erfahrt ihr noch mehr über unsere Essgewohnheiten – wie/wann/was/wieviel wir essen: für die, die es ganz genau wissen wollen.

100 Jahre alt werden

Im Blog des kanadischen Rohköstlers Frederic Patenaude habe ich einen interessanten Bericht über das Buch „The Blue Zones“ (Autor: Dan Buettner) gefunden. Darin geht es um Forschungen in verschiedenen Gebieten auf der Welt, in denen ungewöhnlich viele Über-100jährige leben. Teilweise ist in diesen Gebieten aufgrund veränderter Lebensumstände der Gesundheitszustand jüngerer Menschen deutlich schlechter, aber erforscht wurden eben die Gewohnheiten der bei guter Gesundheit so alt gewordenen Menschen, die diese seit ihrer Jugend beibehalten haben.

Untersucht wurden die folgenden sogenannten „Blue Zones“:

  • die Insel Sardinien (Italien)
  • die tropischen Inseln Okinawas (Japan)
  • die Halbinsel Nicoya (Costa Rica)
  • die Religionsgemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in Loma Linda (Kalifornien)

Zu den Gewohnheiten, die alle untersuchten Bevölkerungsgruppen gemeinsam haben, gehören

  • eine pflanzenbasierte Ernährung, mit hohem Kohlehydrat- und geringem Fettanteil:
    • viel Gemüse, einschliesslich Grünzeug
    • soviele Früchte wie verfügbar;
    • wenig oder gar keine Milchprodukte & wenn überhaupt, dann Ziegenmilch;
    • idealerweise gar keine tierischen Produkte; wenn, dann nur selten & in geringen Mengen. (Bei den Adventisten ist der Vergleich direkt erkennbar: alle werden durchschnittlich älter als andere Bevölkerungsgruppen in den USA, aber die Vegetarier erreichen ein höheres Alter als die Fleischesser, die Veganer werden noch älter als die Vegetarier. Zu Rohkost-Veganern gibt es leider keine Angaben 😉 );
    • Hülsenfrüchte
    • Nüsse in kleinen Mengen
    • eine einfache Nahrungszusammenstellung mit wenig Abwechslung, saisonal orientiert – Qualität statt Vielfalt
  • eigener Garten/eigener Nahrungsmittelanbau;
  • Phasen begrenzter, karger Nahrungsaufnahme;
  • Leben in sonnigen, warmen Gebieten;
  • viel Bewegung & körperliche Arbeit!
  • ein aktiver Lebensstil;
  • Leben in Familien/Gemeinschaften;
  • ein Lebensplan, das Erkennen eines Sinnes im Leben.

Wildkräuter

Den heutigen Vormittag haben wir auf dem Gelände eines Bio-Gutes verbracht. Hier gibt es viele Tiere & viel Platz zum Spielen für Kinder. Und Wildkräuter wachsen an allen Ecken: Brennesseln, Beinwell, Vogelmiere, Löwenzahn, Klee, Beifuß … sogar die ersten Melden dieses Jahres habe ich gefunden! Ich hatte eigentlich ständig Grünzeug in der Hand und im Mund. Wodurch sich aus den neugierigen Fragen anderer BesucherInnen einige interessante Gespräche ergeben haben. Es gibt doch etliche Menschen, die die Wildkräuter kennen & auch essen. Vielfach zwar – oh Schreck 😉 – gekocht, aber immerhin. Zumindest die Essbarkeit & der Nutzen für die Gesundheit sind vielen bekannt, auch wenn sie sie (noch) nicht essen mögen. Die Bedeutung der Wildkräuter lässt sich tatsächlich nicht genug betonen:

Rohkost ohne Wildkräuter, ohne wildes Blattgrün, funktioniert langfristig nicht. Trotz der im Vergleich zur üblichen Ernährung ja schon sehr gesunden, heilsamen Ernährung, wird der Körper auf Dauer nicht satt, weil ihm ohne Wildgrün Nährstoffe fehlen. Andererseits helfen Wildkräuter so effektiv beim Entgiften, versorgen uns so gut mit allem, was wir brauchen, dass sich auch einige „Ernährungssünden“ damit ausgleichen lassen. So berichten viele Menschen von der heilenden Wirkung, die die Aufnahme von Wildkräutern in ihre Ernährung erzielt hat. Ohne dass sie ihre sonstige Ernährung umgestellt hätten. Bei meiner Tochter, die, bedingt durch unser Lebensumfeld, schon gelegentlich mit Kochkost experimentiert, kann ich den zusätzlichen Entgiftungsschub (über die reinigende Wirkung der Rohkost hinaus) durch die Wildkräuter direkt beobachten. Gerade im Frühjahr, nach der langen Winterzeit ohne frisches Wildgrün, ist die Wirkung deutlich erkennbar. Das Verlangen des Körpers nach Wildkräutern. Der Energie-Kick, den sie bringen. Phantastisch! Das ist echtes Superfood. Und für jedeN kostenlos erhältlich!

Wie schon an anderer Stelle erwähnt: am besten schmecken (& tun) die Wildkräuter natürlich von der Hand in den Mund, frischgepflückt & unverarbeitet. Sie lassen sich geschmacklich wunderbar mit Früchten kombinieren – die Früchte mildern den eventuell noch ungewohnten, intensiven Geschmack des Grüns; das Grünzeug hingegen dämpft die Süße der Früchte optimal. Für die, denen das Essen pur (noch) schwer fällt, gibt es aber auch unzählige Rezepte, z. B. für grüne Smoothies. Jetzt im Sommer lassen sich auch leckere grüne Eiscremes herstellen. Eine wunderbare Basis dafür sind Bananen mit dem Lieblingswildkraut dazu (z. B. Brennesseln) – mixen, in Eisförmchen einfrieren, fertig ist ein leckeres, gesundes grünes Eis! Es lassen sich beliebig weitere Früchte dazumixen. Mit Beeren wird das Eis rosa, mit Carob dazu erhält man Schokoladeneis.

Lasst euch also nicht abschrecken, falls ihr die Wildkräuter nicht auf Anhieb mögt. Immer mal wieder probieren, auch verschiedene Arten, denn die geschmackliche Vielfalt ist groß – besonders mild und meist beliebt auch bei Kindern sind Vogelmiere, Sauerklee, Sauerampfer. Im Laufe der Zeit gewöhnt sich der Körper (wieder) an die „wilden“ Geschmäcker. Victoria Boutenko z. B. beschreibt in ihrem Buch „Green for life“, wie sie, nachdem sie eine Zeit lang grüne Smoothies getrunken hatte, plötzlich wirklichen Appetit auf die grünen Blätter entwickelte & so allmählich auch den Geschmack zu mögen begann. Ich habe zu Beginn meiner Rohkost-Zeit mit wenigen Blättern Löwenzahn zu viiiiel süßem Obst & auch mit Brennessel-Bananen-Smoothies begonnen … mein Appetit auf Grünes ist kontinierlich gestiegen & mittlerweile bilden die Früchte beim Essen eher die Beilage zu einem Berg Wildkräuter.