Die „richtige“ Rohkost

Wie sieht sie aus, die „richtige“ Rohkost? Darauf gibt es vermutlich annähernd so viele Antworten, wie es RohköstlerInnen gibt … überall, im Web, in Büchern & Zeitschriften sind Pläne, Konzepte, Regeln zu finden, was/wie/wann in welcher Kombination gegessen werden sollte. Für manche Menschen ist es außerdem wichtig, Zusammensetzung & Nährstoffgehalt ihrer Nahrung möglichst genau zu analysieren.

Für mich nicht. Mir sind beim Essen Genuss & Wohlbefinden wichtig – ich esse, worauf ich Appetit habe & wonach mein Körper verlangt. An irgendwelche Regeln halte ich mich dabei nicht & ich mag auch nicht mitrechnen, welche Nährstoffe, wieviel Fett oder Kalorien etc. ich zu mir nehme. Grundsätzlich bin ich überzeugt, dass eine möglichst naturbelassene (& selbstverständlich rohe, vegane 🙂 ) Ernährung aus vollreifen Früchten & viel Grün, optimalerweise alles frisch geerntet & mit so vielen Wildpflanzen wie möglich, die beste, weil artgerechte, Ernährung für Menschen ist. In einer Großstadt in Norddeutschland lebend, bin ich davon (wie auch von anderen Aspekten des natürlichen Lebens) allerdings leider (noch) zu weit entfernt.

Wie die beste Zusammenstellung der Nahrung im Detail aussieht – das halte ich für eine sehr individuelle Frage. Abhängig von den Lebensumständen (Gewohnheiten, Stressbelastung), dem Lebensumfeld (Umweltbelastungen), Klima/Jahreszeit, evtl bestehenden Gesundheitsproblemen & auch Prägung/Vorlieben aus früheren Lebensphasen braucht jeder Körper (& jede Seele) zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Nahrung. Wenn du lernst, auf deinen Körper & seine Signale zu achten, wird er dir zeigen was du brauchst!

Ich fühle mich am besten mit einer Ernährung, die zu schätzungsweise 98% aus Früchten & Wildkräutern besteht. Die übrigen 2% beinhalten Gemüse, Kerne, Nüsse – alles Dinge, die ich selten & wenn, dann nur in kleinen Mengen esse. Zubereitetes und Gemischtes esse ich nur in Ausnahmefällen; am liebsten immer alles so, wie es ist. Also z. B. die (reife!) Papaya am Stück, mit Schale & Kernen. Im Winter, oder wenn ich aus anderen Gründen nicht ausreichend Wildkräuter finde, gibt es ersatzweise anderes Grün: Grünkohl, Spinat, Postelein, Feldsalat … Auch frische Algen (aus der nah gelegenen Ost- bzw Nordsee) gehören hier dazu. Insgesamt ist der Grün-Anteil im Laufe der Zeit immer höher geworden & macht mittlerweile mehr als die Hälfte meiner Nahrung aus. In den Früchten sind, je nach Jahreszeit, auch Gemüsefrüchte wie Tomaten & Gurken enthalten & ebenso Fettfrüchte. Letztere spielen allerdings keine so große Rolle mehr; selbst jetzt im Winter geht es mir besser mit einer fettarmen Ernährung. D.h. bei mir z. B. eine halbe Avocado am Tag. Oder eine Handvoll Kokosnuss (frische, reife). Häufig aber eben auch gar kein Fett.

Wohlgemerkt: dies ist nur eine Beschreibung meiner individuellen Ernährungsweise & ist keinesfalls als Empfehlung zu verstehen! Ich möchte dich damit lediglich inspirieren, selbst herauszufinden, womit du dich wohlfühlst. Probier es aus, höre auf deinen Körper – & vor allem: genieße es! 🙂

Mein Weg zur Rohkost

Ernährung war schon fast immer ein Thema für mich; ich bin seit über 20 Jahren Vegetarierin, seit 2005 vegan & seit April 2006 ernähre ich mich zu 100% roh-vegan.

Zum letzten Schritt haben meine Kinder mir den Weg gewiesen. Kleine Kinder haben in der Regel noch ein gutes Gespür für das, was ihnen gut tut. Und lehnen daher normalerweise bei Beginn der sogenannten „Beikost“ das gekochte Essen je nach Temperament mehr oder weniger vehement erst einmal ab. Meine Tochter war da sehr deutlich: sie hat bis zum Alter von etwa 19 Monaten abgesehen von wenigen Bissen diverser Früchte jegliche Nahrung außer Muttermilch abgelehnt. Außerdem ist sie mit einer sehr sensiblen „klugen“ Haut gesegnet, die jegliche artfremde Nahrung sofort mit deutlichen Entgiftungssymptomen beantwortet. Was uns nach einem Herbst/Winter mit starker Neurodermitis, Juckreiz & Schmerzen, die sie (& damit auch mich) niemals länger als eine Stunde am Stück schlafen liessen, schliesslich zur Rohkost geführt hat. Begonnen als hoffnungsvoller Versuch, endlich Heilung für sie zu finden, war nach wenigen Tagen alles klar: ich habe mich so wohl gefühlt mit dieser phantastischen Ernährung, es fühlte sich einfach so RICHTIG an, dass ich wusste: ich werde dabei bleiben! Die Neurodermitis meiner Tochter hat etwas länger gebraucht: nach einigen Wochen war das meiste abgeheilt; der Rest ist in immer leichter verlaufenden, immer seltener auftretenden Schüben im Verlauf der nächsten Monate verschwunden. Und, nachdem sie nun endlich die Nahrung bekam, die ihr Körper wollte, hat sie auch angefangen zu essen.

Was & wie wir essen hat sich seitdem immer weiter entwickelt – darüber später mehr. Für mich ganz klar ist aber: ich bin nach langer Suche bei der richtigen, besten Ernährung angekommen! So einfach & natürlich, voller Leichtigkeit & Genuss!

Roh macht froh!

Auf dieser Website möchte ich Informatives & Motivierendes zur veganen Rohkost-Ernährung mit euch teilen; meine eigenen Erfahrungen & Ideen, aber auch Texte, Rezepte, etc., die mir besonders gefallen und in meiner Rohkost-Anfangszeit geholfen haben.

Ich habe mit der Rohkost/Urkost vor fast vier Jahren, im April 2006, meine Ernährungsform gefunden – dieses gute Gefühl, diese Energie, diesen Genuss möchte ich um nichts in der Welt wieder missen! Obwohl ich vorher anderes gehört & auch befürchtet hatte, habe ich die Kochkost nicht eine Sekunde lang vermisst. Nicht nur, dass mir niemals etwas fehlte – anderes als vegane Rohkost (am liebsten Urkost!) interessiert mich einfach nicht mehr. Ich bin sehr glücklich & dankbar dafür!!! Besonders, da ich weiss, dass den meisten Menschen der Umstieg schwerer fällt & eine ausschliesslich rohe Ernährung für sie Anstrengung & Durchhalten bedeutet.

Gerade deshalb wünsche ich mir, dass meine Beiträge hier dir helfen, dich motivieren & unterstützen, wenn auch du dich für eine rohköstliche Ernährung interessierst, gerade damit beginnst oder einfach Kontakt zu anderen Roh- oder Urköstlern suchst. Bei Fragen kannst du hier gern Kommentare hinterlassen oder mir eine Mail schicken.

Außer diesem Blog gibt es hier auch die authorisierten deutschen Übersetzungen der Bücher von Storm & Jinjee Talifero zum Download – zu finden unter dem Menüpunkt „EBooks“.